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Full text of "Flora oder Botanische Zeitung ?welche Recensionen, Abhandlungen, Aufsa?tze, Neuigkeiten und Nachrichten, die Botanik betreffend, entha?lt /herausgegeben von der Ko?nigl. Botanischen Gesellschaft in Regensburg."

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oder. 


| “ welche 


‚ Recensionen), .. 


Neuii 


eiten und Nachrichten » 


die 


i B2 Herausgegeben ” 
' & : ' von 
| Kr kön igl. botanischen. Gesellschaft. 
} ar. in Regensburg. 
kn Kor. Geidu 
ei ' 
\ ‚ Fünfter Jahrgang 
Erster Band, \, 
"Mit 5 Kupfertafeln und 5 Beilagen. \ 
na 


Bu u B 
Regensburg, 1822 


x 


} Botanische Zeitung 


. Abhandlungen , Aufsätze » . 


Ihrem 
würdigen Mitgliede 
dem. | 


‚H err n 
Lorenz von Vest 


Doctor der Medicia und Chirurgie, Professor der 
Botanik und Chemie am löblichen Johanneum in 
Grätz, Mitgliede mehrerer gelehrten. Ge- ' 

"sellschaften vu. s. w. 


! 
widmet 


gegenwärtigen Band der Flora 


die 
= 
königliche botanische Gesellschaft 
in Regensburg, 


! , Pa 


Flora 


oder 


Botanische Zeitung, 


Nro. 1! Regensburg, am 7. Januar ı8a2. 


I. Aufsätze 
* Ueber Genesis und , Metamorphose der 
Spiralgefälse; von Herru Dr. Ernst 
Meyer 


Use wenige Gegenstände in der Botanik, sind 
die Meinungen vielfacher getheilt, als über den 
Bau, die Entslehung und Metamorphose der Spiral- 
gefälse. Nicht an Beobachtungen fehlt es, nor an 
der einenden, scheinbare Widersprüche lösenden 
Idee, Vielleicht eignen 'sich folgende Betrachtun« 
gen, einige jener scheinbaren Widersprüche, wo- 
von ‚selbst die Beobachtungen der besten Anato 
men nicht frey sind, auf eine leichte Art auszu= 
gleichen. , ” 

Wie alles Spätere und Höhere in der Natur 
nur aus dem Niedern und Frühern, worans es 
hervorging, wie jede Naturerscheinung nur gene 
‚ tisch verstanden ‘und erklärt werden kann: so 
müssen wir, meines Bedünkens, auch in der Ana- 
‚ tomie der Pilanzen vom Mittelpunkt der gesamm« 


;; tan Vegetalion ausgehen; wir müssen nicht nur in 


A 


2 an 

räumlicher Metamorphose mit der Untersuchung 
der niedern pflanzlichen‘ Organismen, welche noch 
ganz.in. der ‚Bedeutung Jes. Mittelkörpegs stehn *), 
den, "Anfang nrachen, sondern auch -in zeitlicher 
Metamorphose den Bau des ganzen Stengels nur 


aus dem, ‚Bau des. ganzen. Mittelkörpers,, den, Ban , 


des Sinzelnen Internodiuios. aus. ‚dem "Bau des ein- 
zelnen Knotens zu erklären suchen. Dieser Grund- 
salz wird jeden, Schritt. unserer Untersuchung leiten. 

- Die ersten Spuren einer Spiralwindung, oder 
drey über, einänder liegender‘ Kreise im "Inhein der 


Pflänzen; "welche so oft: die Stelle Henleigenitlichen 
Spiralwindung vertreten, sind von denbefseiin Beo- 


bachtern an den Zellwänden der Confervoideen und 
dev. verwandten Gattung'Chara nicht überselin'wor- 


- dem. "Vorzüglich. wichtig "scheirierr aber:solche Be- 


obachtungen; wo der: körnige Inhalt: der-Zellen 
in Ireyer' Bewegung ' gleichsanı überrascht ‚ward; 


ünd: wo diese Bewegung dann entweder 'mit einem: 


Altsschütten des Inhalts; als mit einem Gebären zu 
neuem selbstständigen Leben; oder imit! 'spiral- 
oder: kreisförmiger Anlagerung desselben "an. xlie 
Zeilwände- sich 'endigte*), ‚Diese Erkokeimngen 


lassen über die Wichtigkeit des > Amylum ionpflanz- 


PR 
Y : a # 
® win! zer ol vira B 


ee See Va EEE SEE EEE , win 
*), Elosa 3821. 8 162... 
") Tyeviranus Be, 


9 1% # 


Chara, ‘Mödena 1818. Im kungen in ne 


‘ nalen‘ 2820, Stück: io nen en egbeiuan 


wo " a 


3 


lichen’ ‚Organismus keinen Zweifel übrig. Nicht 
ohne Grund hat man:die Körnchen desselben: im 
pflanzlichen; mit den Blutkügelchen im’ thierischen 
Organisnius! werglichen.‘: Und wie 'das'Blut, :öb- 
gleich eins, die höchst verschiederien Systeme im 
Thierleibe‘, jedes duf seine: Weise, ernähit; 'so 
scheint mir ‘das Amylum nicht nur die. verschie. 
denen, ‘doch weniger 'geschiedenen , "Systemie "des 
Pilänzenleibes zu‘ ernähren; '!sondern sogar durch 
unmittelbare ' Vereinigung: Seiner: Körner auf ver« 
schiedene: Weise die. wahre. Grundlage beyder Sy- 
steme auszumächen, und ihre Form zu bedingen. :Dafs 
sich die. Körnchen zu Zellen'erweiterten; zu Zel- 
lengewebe äteinander legten), hat Treviran us?); 
wenigstens sehr wahrscheinlich gemacht; und seine 
Hypöthese-(deun nur als solche giebt. eu sie.selbst): 
ist bis jetzt weder durch Mirbel’s Widerspruch, 
noch durch Link’s und Kieser’s Gegengründe: wi- 
derlegt worden; dafs, aber, diese Körner, indem sie. 
sioh..der Länge nach zusammen reihen, die ersten 
Spiralzüge bey. den, niedern Pflanzen hervorhrin« 
gen, scheint mir. ‚deutlich, genug auf den gleichen 
. Ursprung des Spiralgefäls - wie des Zellsystems hin- 
zuweisen. Man erinnere sich hier an den eigen-' 
thümlichen: ‚Bau‘ der Apothecien der Gattung "Verrii- 
caria: bei ändern Licheneh ‚Sind die Spördu seitlich 
zusammengestellt, und "Bilden eine Lage von "Zell- 


=, um. r 
FOreeeE Fu ’ rm TR ht KalEn 


2 Trev irantıs vomt inwendigen Bau der: ‚Gewächsen 
Sri x le : 
Desselben Beyträge, s. 5 . 


A2 


4 a 


göwäbe; bei Vernucakia (wie.bei Sphaeria} sind, sie 
zu Kettenschnüren. verbunden.; . Es . darf..uns, übri- 
gens: nicht: befremden, dafs iwir.'an der. Spiralfaser 
höherer! Pflanzen diesen Ursprung; nieht. mehr. er- 
kennen ;..däfs. sie: sogar ‚dem. schwachen - menschli- 
chen Auge nicht ‘einmal: als Röhre, sondern! als so-_ 
lider Farlen :erscheinen.: ‚Denn: wie 'grofs ist: der. 
Eihflafs der lebendigen;-Melamorphosel: ‚wie wenig 
entscheidet. bey. so:.kleimen Gegenständen, : die. un 
mittelbare: Beobachtung! Der Werth ‚solcher ‚Hype- 
thesen ist.än sich. gerings. wenn. sie. aber über eine. 
Reihe geheimnisvollen Vorgänge, in der: Natur ein, 
gewisses. Licht: verbreiten ‚. wenn. keine. Erfahrung, 
kein innerer. Grund’ ihnen geradezu entgegen ‚steht, 
so. verdienen‘ sie wenigstens der fernern ‚Aufmerk- ! 
samkeit und, Prüfung der. Naturforscher‘, ‚empfohlen 

zü.werdeh,. 0 lee m ae E 

' Weiterhin; > "doch- ehe. wir zu Aönieigenilichen 
. Gefälspflanzen kömiien, “finden wir no6h öfter Spis 
yalwitdüngen in völlig geschlossenen Schläuchen; 
so'ih den Blättern von S phagnum obtusifoliümt); 
in ‚den ‚Sdamenschleudern aller Ingerainsien 


N Moldenhawer, 5 Beymäge. Tahı: v, ig 3; F- Bu. 
Dafs er die. Faser. aulser. dem Schlauch, glaubt, int 
nicht sowohl directe, „Beobachtung, ale, Folge’ ‚seiner 


Theorie. NSNOERE 
*”) Treviranus vom inwendiger Bau, Fig. 2d.. , 
Kieser"s Anatomie 9 | | .: PERS BER 


Sprengel’s Anleitung. zte Aufl, ' Eh. Ku Fig. eLn 
TI 72 ” io niale ss 


5 


Noch weiter hinauf finden wir dergleichen Zellen 
mit einliegender Spiralfaser .bey Pflanzen, welche 
ausserdem rioch mehrere Spiralgefälse besitzen; ' so 
in der‘Kapselmembran von Equwisetum arvense*), 
und 'selbst’im Holz von Taxus baccata”).: Alle 
diese Zellen scheinen; gleich den eigentlichen Spi- 
ralgefälsen, statt des Zellsaftes nur Luft zu 'enthal- 
ten. : Wem: dringt sich hier nicht die: Vermuthung 
auf, dafs eben. das Amylum welches den-frühern 
Inhalt der ‘Zellen ausmachte,. durch : die: Bildung‘ 
der Spiralfaser gleichsam erschöpft sey? .dals die. 
einmal gebildete Spiralfaser, ihrer lebendigen Func-. 
tion gemäls, das Eindringen sines. neuen Zellsaftes 
verhindere? on 
Betrachten wir.nun die eigentlichen Spiralge-. 
fälse höherer Pllanzen, doch nicht, wie zu gesche- 
hen pflegt, ' zuvörderst im‘ Internodium}'und dann 
erst’im Knoten, sondern im Gegentheil zuvördexst 
als rosenkranzförmige Gefäfse im Knoten, und dann 
erst in der Gestalt, in welcher sie sich, zugleich 
mit ihrem Internodium, aus dem Knoten erheben. 
Die grolse Achnlichkeit der einzelnen sogenannten. 
wurmförmigen Körper, aus denen’ das rosenkranz- 
‚förmige’ Gefäls besteht, mit den Zellen des Eiben- 
baums;.wörin eine Spiralfaser liegt, ist: bei unbe» 
fangener. Ansicht unverkennbar, Man. wird einwen-. 
den, dafs. den wurmiörmigen Körpern immer.noch 
das: Wesentliche der Zelle, nämlich die geschlos- :- 


*) Treviranns Bau. Fig. a 
*) Kieser Fig. 4% 48. 


6. . 

sene Zellwand fehle. Denn inden! man den Spiral- 
gefäfsen im Internodium die membranöse Wand ab- 
spricht; und die rosenkranzförmigen Gefälse nur 
als eine Metamorphose jener betrachtet, ist man 
'freylich,: genöthigt , auolh bey ihnen die äulsre 
Wand zu läugnen, Ich werde mich aber sogleich 
zu zeigen. bemühn, dafs die bisher vorgebrachten 
Einwendungen gegen dıe Wand 'der Spiralgeläfse, 
nicht genügen, und dals die gröfseste Wahrschein-' 
lichkeit für sie rede, . fir jetzt sey mir erlaubt 
eine Zeilwand bey den wurmförmigen Körpern _ 
vorauszusetzen, und folglieh diese als zusammen-. 
gereihte Zellen mit einliegender Spiralfaser zu be- 
trachten. Jedes Glied, jede Zelle mit ihrer ein- 
liegenden Faser, ist hier im Knoten noch geschlos- 
sen, nach Kieser’s Ansicht‘ noch ein verkürztes 
Gefäfs. Bis hieher bälten wir also, freilich unter _ 
gewisser Voraussetzung, die Bildung des Spiralge-. 
fäfses von den Amylumkörnern in der Conferye 
bis zu den Knoten höherer Pflanzen in räumlicher 
Metamorphose verfolgt, und überall im. Wesent- 
lichen dasselbe gefunden. 

Sobald aber der 'wurmförmige Körper aus sei- 
nem Knoten ins Internodium tritt, streckt er sich 
aus zum regelmälsigen Spiralgefäls, und durchzieht 
als solches. ohne Unterbrechung den ganzen, oft 
sehr langen,. Zwischenraum von einem "Knoten bis 
zum andern, z. B. Scirpus lacustris, den ganzen. 
Schaft, vom Rhizom bis zum Knoten der Inflores- 
zenz, welcher oft gegen zwölf Fuls Länge erreicht. 
Dieser Unterschied in der Ausdehnung des Spiral- 


\ 


gefälses im Knoten und im Internodium, ist in der 
That höchst auffallend; indessen ist es der einzige 
Unterschied, und 'gänk ’entsprechend der verschie- 
denen Bildung von Knoten und Interhodium über- 
hanpt. Ja bei den Monokotyledonen sollen zıwei- 
len die Spiralgefälse mehrere Knoten durchsetzen*); 
so mächtik ist hier die Herrschaft des 'Längenproi 
zelses: dürfeh wir ins verwundern, ddßs Sie inih- 
rem eigentlichen Gebiet, im Internodium, den ent- 
schiedensten Einflufs auf das Spivalgefäls atısübt ? 
Sogar schon bey den Confervoideen zeigte sich 
eine entsprechende Erscheinung, die hier manches 
zu erläutert dient; je rascher ihr Wächstium, de- 
sto länger strecken sich die Glieder der Conferve, 
und bey den zusehends wächsenden Oseillätorien 
ist der ganze Faden nur ein langer Schlauch, von 
Ringen, > sch nicht von Scheidewähden dürch“ 
zogen © ' . 
Im Knoten selbst, noch deutlicher im Interno- 
dium, lafsen sich nun, nach Kieser und Andern, 
drei Hauptformen. von Gefälsen unterscheiden : 
1) einfache Spiral- und Ringgefäfse. 2) neizför- 
mige Gefälse, und 3) poröse Gefäße, welehe wir 
einzeln durchgelm wollen, : 


br ur 5, 


1 Einfache Spital und Rittgefätse, 


Beide ‚Formen der’ Spivalfaser- können nur. als 
Varietäten betrachtet werden, da sie oft an einem 


*) Kiesers Anatomie. 8, ı3ı, et 


8 


'Gefäßs :dicht: neben einander vorkommen). Indes- 
sen scheint doch die.Spixalform. ‚öfter bey. Mono- 
katyledonen., die Ringform ‚öfter bey Dikotyledo- 
“nen sieh zu zeigen) Ob nun .diese Gefälse, aus- 
ser ihrer. Faser, noch eine .eigenthümliche mem- 
branöse Wand haben oder ‚nicht, möchte wahl 
bey. der Zartheit des Gegenstandes. durch. unmit- 
‚telbare Beobachtung eben so wenig bewiesen, als 
widerlegt werden können, Ich lege daher gar 
kein. Gewicht: darauf, dafs ein trefflicher Beobach- 
ter**). diese Wand ‚gesehn haben will, und ahbile 
- den liefs; undich weifs recht gut, dafs Kieser"), 
dessen. Autorität hier am .meisten gelten mufs,. sie 
geradezu läugnet. Die,Gründe, welche mir das 
Daseyn dieser Membran höchst wahrseheinlich ma- 
chen, sind von ganz ' andrer, Art. . 
3) Das edelste Organ: pflegt nicht ohne eigenthüm- 
liche Hülle im Organismus zu. liegen, Be- 
stände das Spiralgefälk nur aus. ‚seiner "Faser 


EEE; 
Tanz: 


2) Bernhardi über Üanzengefätke Taf. 2. Fig. a 
Kieser. Fig, 3. j 
“, Kieser behauptet freylich $ 283,, dals die Ringge- 
fäfse am. deutlichsten und gröfsten bei den Monokar 
tyledonen erscheinen; hier ist aber nur ‘von ihrem 
häufigern ader seltnern Vorkommen die Rede, 
Krk) Bernhardi Taf, ı. "Fig. Es j Taf. 2. Fig. 7. — ım 
“er, 2 114 — Auch Sprengel läugnet die Gefäßwand 
noch jn, seiner neuesten Schrift. ‚Ein Irrthum: ist es 
aber, weun er behauptet,: dafs Treviranus ebenfalls 
dieser Meinung sey. Maän vergleiche dessen Werk vom 
inwendigen Bau der Gewächse, 8. 38 — 4o, 


29 


so würde:wenigstens. die äulsere.Seite .dersel- 
ben dem rohen Intercellularsaft ausgesetzt: ..;... 


:9) Die ersten Spuren der Spirälfaser finden, wir, 


wie hereils: angegeben, , wirklich. in Zellen. ein! 
geschlossen“). , ni 


3) Auf der letzten Bildungestufe der Spiralgefäßse, 


\ 


das heilst:hey den :porösen ;, ‚Gefäßsen, ist, die 
. Membran. sogar. dem Auge: "wahrnehmbar. Bass 
aber‘ die Membran dieser ‚Gefälse: ‚nicht; blofs, 


j zwischen. den einzelnen Windungen: der: Faser, 


wie Kieger **) erinnert, ‚sondern aulserhalb 
derselben . liegen’ müsse, werde | ich ‚unten. zu 
beweisen-suchen. ln. :. "0 


Fuer EHE TEN Ps 


Ay Wenn :man das Daseyn. einer; membranösen. Ge- 


‚ selbe zu ‚erfordern, ein 


fälswand zugiebt, lassen sich die Entstehung den 


: Gefälse aus Zellen, und- die: Fortbildung’ der- 


selben, einerseits in 'neiz[örmige.,‘ andrerseits” 


‚in poröse Gefäfse, Zusammenhängend und ge- 


nügend erklären; ohne diese Annahme ist 
noch keine Erklärung gelungen. Die: Einheit 
. des pflanzlichen Organismus; scheint‘ ‚also: die-- 
B BR Sr 


Es wäre am unrechten, Orte, hier diese. wier 


Gründe für die Gefäfswand.. einzeln ‚durchgehn zu 
wollen.: Die beiden ersten: sind.im obigen. sohon 


‚ erläutert; von"den porösen-Gefälsen wird: bald die 


9 Vergl, "auch Kieser $. abi Anmerkung. a 


"Rede seyn; aber däs Härmonische dieser "Ansicht 


ie ten aber 
u u . . 


”) Kieser fi Zoß, ’ BR 


10 

katın nur 'aus der: ganzen Darstellung, und allem 
was sich daran knüpft, hervorgehn. 

“"..Inseihiem gewilsen- Alter erscheinen nun, stait 
der:einfachen' Gefälse,’hei den Monokotyledonen, 
bei denen die Spiralfaser vorherrschte, die netz+ 
förmigen Gefäfse, beiden Dikotyledönen, bei de- 
nen , „die Ringfaser vorketrschte, die porösen Ge- 
fäfse. *) Beide: Gefälsformen halte ich: für Resul- 
tate rückschreitender Metamorphose, Diese An- 
sicht, welche. von der äller mir bekannt geworde- 
nenAnatomen abweicht, ist nicht etwa Meiner 
Meinung -von-der Gefälswand zu. Gunsten ersonnen, 
sondern bat sich schon weit früher aus’ der Betrach- 
tung des. gesammten' Pflanzenlebens in--mir- entwi- 
ckelt.: "Die weitere Ausfülirung derselben mufs ich 
auf einen andern Ort versparen, hier nur die noth- 
wendigen Grundzüge Von Knoten zu Knoten, 
vom Internodium zu :Internodium, von Blatt zu 
Blait, schreitet die Metamorphose der Pflanze. anf- 
wärts, bis 'sie die Blüthe:erreichtt von hieraus, 
mit der höchsten ihr’möglichen Spannung, mit den 
Geschlechtswerkzengen“‘) j beginnt die normal zu- 


"*) Doch kommen ach in "einigen Diköryledanen) netzför- 


° mige, und noch seltner ;: doch hie und da, in\einigen 
‚Monokotyledonen Sporöse: ‚Gefäfse vor. Es ist hier nur 
von dem Gewöhnlichen,, ‚Normalen, die Hede.: Kieser 
läugnet,die porösen, Gefälse bei. den Monpkotyledonen 
ganz. $. 359. 498. 514, 

*) Ich_scheue mich nicht, diesen Ausdruck ferner zu ger 
brauchen, doch ist hier freilich nicht der Ort, ihn gegen 
Schelver’s und Henschel’s Einwendungen zu 
behaupten. ; 


j 


ı1 


rückschreitende : Metamorphose .his zum Embryo, 
welcher..den. Vollkreis der Vegetation beschliefst. 
Eben so ist in’jedem einzelnen Knpten mit seinem: 
Internodium und .Blatte eine immer fortschreitende 
Metamorphose, : welche sich in..den verschiedenen 
Graden der. Weichheit,: Bildsamkeit und: Producti- 
vität kund..giebt; weiterhin: .schliefst sich wieder 
unmittelbar. an die aufsteigende ‚Metamorphose der 
Jugend die xückschreitende- Metamorphose. des Al- 


ters, das Weiche erstarret, Bildsamkeit und Pro- 


ductivität "hören: auf, und von der innersten Mark- 
röhre greift die Zerstörung immer weiter um sich, 
Es ist also; gar.’ kein Grund :vorhanden,. den. star-. 
ren. Holzkörper ‚für: pflanzlich vollkommener zu. 
achten - als die jugendlich kräftigen Triebe; viel-. 
mehr zeugte .das. Hohlwerden des “Holzes; oder 
doch der Markröhre , vom. Gegentlieil. In letz- 
tern aber finden wir stets einfache Spiral- oder 
Ringgefälse, die beyden andern Formen erschei- 
nen erst im Alter, bey rückschreitender Metamor.. 
phose des ganzen Theils, in welchem sie liegen. 
Sollten sie daher nicht selbst für Producte dieser 
rückschreitenden Metamorphose gelten? Und für 
diese Meinung spricht, nach unserer Ansicht, 'änch 
ilıre eigne. Bildung. _ 

. Wenn nämlich das, einfache Gefäls aus zwey. 
heilen bestehend angenommen ivurde; aus einer 
einfachen Spiral- oder Ringfaser, und aus. einer 
durchsichtigen äufserst feinen (daher so schwer 
wahrzunehmenden) Membran: so scheint nun, hier 
im netzlörmigen Gefäfs die. Faser auf Kosten. der 


\ 


/ 


i4 


Baur IL Botanische Notizen! 


in Bl an Tara Re 

3. Beme nkungen über Genchrus’fru tescens 
lage: Eryngium: trifolium..Alpin. und 
= „Sämpanula' ‚pelviformis Lamarck; von 
" Heren‘ Dr: Sieber: in Prag in ner 


r od .r hen h Pre Pr ee 
Laien Bsp EEE SE Pa Tai. ol or! ee! 


.n Von mehreren Seiten bin ich ghgegängen wor- 


‚den ‚mich:über dem‘Ce nchrus frutesoens , welcher 


auf. Kretargiachden soll}: zu äufsern; die.-Sache‘ver-. 
hält sich so: Towirnefort. fand.in: Armenien ein 
Gras, welches Linh&.Cenchrus frutescens nann- 
td,und: Alpins Abbildung, eines: Kretifchen Ge- 
wächses, welches bei. Ganea am Seestrände. wäachse , 
nach. seinem :Göständhifse aber nie blühe), als. ein 


.. 


eymonymamı eitierteltuie u ‚sh 


"Herr Professof. ‚öpr engel in Halle hatte die 
eier wich Yor'üek ; Abreise nach Kreta "besonders 
darauf” uiimerksant" zu ihächen” — Ich eilte auch 
sögleich dahin, und Tahd; indem’ ich der kriechen- 
den Pilanze bis zu Ihrem ‚Ursprunge überall 'nach- 
giöng, dafs & nichts" inders als Arundo "Donax. E. 
sey, weldlie' sich von" "allen übrigen Exemplären, 


die‘ich. anderswo gesammelt hatte, in: gar nichts 


er vr » 


unterschied, 2" was. ic 

Ich bin daher nach Bereisung der. ganzen. 
Nordküsie-dieser Insel vollkommen überzengt, dals 
dieser Cenchrus frutescens L., insofern. 'es. Al- 
pins Pilanze betrifft, durchaus nichts anders als 


15 


die oft 3 Klafterlangen Ausläufer von A'rundo-Do« 
nax seye, und das Gewächs, da’ es nicht jährlich ab- 
gehauen wird, :der' gelinden, Witterung. wagen fru- 
tescire, die. wahre Pflanze dieses, ‚Namens äber-im 
Tournefortischen Herbar aufgesucht werden mülse, 
 Wie.nothwendig es sey, Standörter, ‚wo. man 
seltene Pflanzen sammelte, ‚genau. anzugeben; da- 
von liefert Eryngium. trifglium ein Beispiel, ,Al+ 
pin fand,;es. auf Kreta, und nach'ihm weder Toqux- 
nefort:noch Labillardiere, weder: Olivier 
noch Siebthorp. Aus Zufall kam ich dureh.die 
Schlucht ‚von Nibro. nach dem unabhängigen, Ge 
biete, der alten Sphaxiotfen,.. und war. blos..eine 
‚halbe Stunde. ‚von ‚Acomitades,. an der Südseite der 
Insel, entfernt, als ich. es ‚von, den ‚Felsen, kerah-, 
hängen. sah, .-—, Die Pilanze,. war sogleich, eykannt, 
leider- aber. ‚verblüht; ändefsen änderte ‚sich; mein 
Bedauern in, Freude um, da der. .Saame ‚zeif war, 
Die blühende Pilanze ist.noch. nicht recht beschrier 
ben. worden... een : 
‚Cam pannla pelviformis. ist, eine. dureh. den 
Bißs der Ziegen  verkrüppelte .C. sorymbosa,,.4. an; 
du: Mus,,., deren. untere Knospen: stehen |: ge 
blieben, und; durch, ‚den Trieb- der Pllanze, so,gruls . 
_ wie. bei. den. iC, ‚Medium. ‚gewonden sind... Ich ‚habe 
diefs häufig: beobachtet;. selbst. die: Abbildung. ‚am, 
Ann, du Museum. spricht ganz dafür, ‚: C.. pelwifor- 
mis ist-daher für keine. ‚eigene Art: ‚anzusehen. Das 
in meinem. Herbarium.. ‚cretipum unter..dem Namen, 
c. pelviformis vorkommende. Exemplar. äst ‚eine 
- von den Ziegen nicht verunstaltefe und frei eut- 


16 


wiokelte Pilanze, welche .den passenden Namen C 

sorymbosa: zu erhalten hat, 2! 

" Berichtikungen zu meiner’ kretischen ler lies 
Bere ich nächstens. oo: BE 
hrs. tn. 

"#2 Herbariüm Flörae Germaßlcae. 

"> Die botanische' Geselischaft zu Regensburg hat 
in’.der' Sitzung: vom':i16.' November "unter andern 
auch. den "Beschlufs gefalst, dafs, neben ihrem all- 
gerheinen Herbarium,' noch ein "Zwreites ji ' blos aus 

 deütschei Gewächsen bestehend, ängelegt werden 
soll, welches, deh jetzigen Anforderungen der Wis- 
senschaft entsprechend; nicht nur aus guteingeleg- 
ten Exemplaren’ bestehen‘, sondern diese’ auch in 
mehrfächer Zahl äus verschiedenen Gegenden, be- 
sönders 'weni'sie Abweichungen von der gewöhnli= 
-&heii‘ Form unterliegen, enthalten wird. "Obwohl 
un schon einige Mitglieder (Hr. Dr. Koch mit 
Weidenarten; Hr) Pröfeet Emmerich und Hr, Apos 
theker Funck. mit Laubmoosen, Hr. Apotheker Laus 
rer‘ mit" Flechten) dazW’eirien schätzenswerthen An- 
fang’gemacht häben;'sö wird doch: die Beihülfe atis- 
wärtiger Mitglieder"vorzüglich mit in Anspruch zu 
nehmen seyn. Wir ersuchen also: diejenigen Bota- 
nike, welche die Kunst ‘des Pflänzeneinlegens sich 
eigen gemacht häben, ünd’an unserm Begininen theil- 
nöhrlieht wollen, bich init ihren Anträgen an unszu.. 
wenden, indem’wir Vergüfung.mit alern getrockne=- 
ten Pllanzen, oder’ baäre Bezahlung dagegen anbieten. 
„Regensburg, deu 3. Januar 1822. : 
imo. "R b botan. Ges elschaft 


s “ 


® DE RP on *“r DE BEE EEE See u 
Ku er‘ $ ar aEEEE 


F 1 6) T a ir 


; oder .. 
Botanische, Zeitung. 


Nro: 4... Begensburg,! Fartt- 28. Jannar, 1p2:. 


Ber II 


B Cr 
om: ia an Her 5 ein 


ru L Aufskize, 


Ueber das. Geschlecht der Pflanzen; 
“yon Herrn Direktor, Ritter von 


LE 


"Schran ak, we 0 


> FR: Pure u 7 NZ Et In ‘ ; ” 
Ma »Sucht- in’ unsern; Tagen: das Geschlecht 
der -Pflauzen zu bestreiten; ‚und; es. ‚fehlt "nicht 
an Schriftstellerny. welehe glauben, die: seit.weis 
über hundert Jahre ‘alte. und ‘tausendmal- bewie-, 
SenerBehaüptung defselben sey ohne Rettung ‚zu 
Boden gestreckt, Rud, Camerariuys, ‚Sebastian 
Vaillantj'und Kölreuter. seyen’schlechte. Bes 
obachtei! gewesen, aber. Friedrich Georg! Miöl« 
ler und.Spallanzani,..die keine Botanisten 
waren; "haben unumstöfslithe Gründe und Erfah- 
zungen: "beigebracht. ‚Und .-dann erst, was.:ınan. 
diesem alten Vorurtheile‘, wie’man« &s nennt‘, 


; neuerlichst ‚entgegen ‚gesetzt. hat! Man meint, 


seime noch"immer bestehenden Anhänger haben ' 
kein anderes Mittel, als die vorgebrachten Go 
gengründe vornehm zu:ignoriren, ' Andere spra= 


; ehen in. einem weniger 'triumphirenden: Tone, 


i D . 


x 


bo a ‘ 


‘andermal fallen gerade zur Blühezeit des Wei- 


”. 


TE Be 

‚meinten, die Gegner ‚hätten zwar ihre Gegenbe-, 
hauptung noch nicht vollständig erwiesen, doch 

. seyen; ihre Zweifel, "Gründe ‚und ‚Beobachtungen 

‚yon 'soleher Wichtigkeit ; “Hals es "wnerläßsliche. 

Pflicht für die, Naturforscher sey, die Untersu- 

chung der Sache von.Vorne anzufangen, nament- 

lich. die. Kölreutgrischen. Versuche zu wieder- 

holen, aber sie mit ungleich grölserer Sorgfalt 

und Umsicht anzustellen‘, ’ als der - ‚gute. Kölrew 
ver ‚angewandt hat. ..-.. .:.», u 

. ‚Man, kann darauf, antworten, ‚die, Natur“ na 
bereits in diesem Streite geantwortet, 1 Re, 5) pon- | 
sa venerunt; causa decisa est. Es” kömmt 

‚nur:darauf an,’ dafs-man’sie recht'verstehe ; aber 

üm'sie.'recht zu verstehen;'muls man.im bestän: ! 
digen! Umgang mit ihr seyn, nieht:ihr ä priori 


‚Gesetze‘vorschreiben,' sondern, wie schon .dex 


alte Plinius lehrte, hingehen und sehen ;!quid 
„natura ferat aut: faciat. . Ich könnte hinzu- 
fügen, dafs .die Menge. der Beobachtungen;; . die 
man'alleTage zu machen Gelegenheit hat, :die 
man’ ‚sogar wider seinen Willen zu: machen ge: 
zwungeh‘ wird, die Sache völlig entscheiden. Ds 
pflückt ein.unwissender. Gärtner seinen. Melonen« 
pflanzen die wenigen Blüthen noch vor dem Aufk 
bruche weg, . welche. unten keinen Fruchtknoten 
haben, ‘weil sie taub "sind, sagt‘ er, und-der. Pflan« 
ze nur ihren Saft rauben ; und wartet vergeblich. 
darauf, dafs ihm die: andern Frucht ‚bringen. Eis 


' 


re 


zens heftige Regenschauer, und der Landmann 
ist untröstlich, weil er vorsieht,. wäs die, Folge 
davon seyn werde. Die Bandblüthen der Son. 
nenblumen, der Gentaureen, der Rudbeckien, der 
Berckheyen hringen keinen Saamen, obschon sie 
selbst. viel ansehnlicher, und, wie wohl auch ihr 
Wuchs, anzeigt, viel.befser genährt sind, als die 
Mittelblüthehen. Diese und ähnliche Beobachtun- 
gen macht der gemeine Gärtner und oft’auch der 
Bauer tausendmal, Sie. wilsen zwar. die Ursache 
dieser Erscheinungen nicht, aber der Botanist, 
welcher sie. weils, belehrt sie, sie folgen. ihm, 
wenn es in ihrer Macht steht, und finden Ursa- 
che, ihm für seine Lehre zu danken. . -. 

‚Er: selbst, -der Botarist, begnügt' sich mit 
blofsen Beobacbtungen nicht, er stellt Versuche 
an. Kaum öffnet sich eine von andern Blütlien - 
ihrer Art hinlänglich abgesonderte Blume, .so 
schneidet er die Staubgefäfse, ‚ehe sich noch ‚die 
Beutel. öffnen, oder -in. einer andern unter: glei- 
chen Umständen. die Narbe weg, und heyde Blü- 
then bleiben unfruchtbar. Er wiederholt, diesen 
Versuch hundertmal, wiederholt ihn an verschie: 
denen Pflanzen, allemal mit demselben. Erfolge. 
Seine Folgerung, diese beiden Blüthentheile ‚und - : 
ihre Funktionen müfsen also wohl für einander be- ' 
rechnet seyn, und. ich habe sie als zwo Kräfte zu 
betrachteu, welche zu einerlei Zweck vorgebildet 
sind, Kräfte aus deren Verbindung. die künftige 
Generation hervorgehen soll, die dann. der Mut 


Da 


52 \ t u 
terpflanze wieder ähnlich seyn, und sie ersetzen, _ 
‚wieNeicht mit Wucher ersetzen soll; diese Fol 
gerüngen sind logisch richtig: 

. Nünigeht er einen Schritt weiter.: Ich kann 
diese beiden Kräfte, sagt er. wie Stofskräfte an- ' 
sehen; welche den Trieb. zum Wachsthum in den . 
Fruchtknoten bewirken. Da sie sich in einerlei 
Pfläanze'beisammen befinden, so ist wohl beiden 
einerlei. Ziel vorgesteckt; einerlei Richtung gege. 
benz;wie-aber, wenn ich idie Kräfte zweier un. 
gleichartigen: Pflanzen in Verbindung‘ 'bringe? 
Das werden Kräfte seyn,-die nach verschiedenen 
Richtungen wirken, ich: habe: sie wie 'Stöfskräfte 
zu betrachten, die unter‘ieinem gewilsen"WVinkel 
gleichzeitiß, auf denselben Körper wirken, deren 
Erfolg..dann die Diogonale ist, welche: keiner der 
beiden : Richtungen folgt, sondern zwischen bei« 
den in.einem gewifsen ‘Mittel bleibt. WVenän ich 
also den Blüthenstaub z. B. von Malva Alcaea 
auf ‚die.Narbe :von -Malva mauritiana oder 
umgekehrt bringe, so werden mir die ‚dadurch er- 
haltenen: Saamen weder. die Eine noch die ande- 
; ze Art geben, sondern eine Pflanze, die immer 
noch: eine Malva’ist, :aber- üngefähr’die Mittel- 
form: Zwischen beiden genannten Arten hält. Wie 
aber wenn ich ‚diese Blendlinge: wieder mit der 
Einen’ der. :Stammälten in: Verbindung bringe,. 
und die daraus 'erhälletien Blendlinge. wieder mit 
der Stammart verbinde, und durch einige "Gene- 
ratiönen fortfahre, muls : nicht auf‘ diesem wege 


3 


55 


die Stiamtüart ‚wieder hergestellet. werden. -Nach 
den: ‚physischen, Gesetzen muls das wohl:'geschei 
hen: denn: wenn man die. erhaltene Diagonale mit 
einer dei: :beiden- ersten: Linien.. in. Verbindung 
bringt, .so ‚wird ‚sich: die’zweite ‚Diagonale: schon 
mehr ‚dieser. ersten, nähern, jede‘folgende;wird 
es. noch: mehr thun , «undicendlich-wird eitie :Dia- 
gongle entstehen, ‚die mait-ähnt zisammenfällt;sund 
'allen‘Untenschied der: ‚Riehtungen ‚aufbebt. “Unser 
‚Bötanist»miaeht ‚alle diese Versuche:.in seinen Gar- 
ten, und erhält:aus,.ihneh die erwärteten Erfolge. 
: Ob v:Kiöölreuter"bei..seinen . Versuchen:'ge- 
xadd..so.mathematisch.Sedacht. habe, weis ieheben 
nicht. "Er hatte unter''dep.'Thieren’Beispiele von 
‚Blendlingen.: vop::!sich.;. welche ihm”; den: Ge- 
danken.:einzuflöfsen: 'veruidchten , ‚Pflanzeikletid. 
linge zusenzeugen.=:Aber-darani.liegt ‚wenig, was 
und-wi& er- gedacht';habey'genug, er: handelte 'als 
wenn''er :50, mathematisch;i:gedacht» hätte; "aber 
die: Möglichkeit ‚der -Blendlinge; und‘ihrerEinar- 
tung ‚wird "durch diese..ldeen:erwiesän, ud ‘hätte 
‚sichr.mit:Gewilsheit voraus» bestimmen. lassen: ' 
® :: Man: setz6! aber «diesen ‚Vernänftschlüfsen,, 
die die Stärke.mathemätischer:iErweise haben, 
und :es: ‚wirklich sind; „Beobachturigen entgegen, 
"wodurch::man.sie‘züber den: Haufen: zu. werfen 
glaubt: Wir :wollen.:hören;-; wir: dürfen hoffen, 
sie :werden..eine ‚UÜeberzeugung imit: sich führen, 
welche‘ schlechterding» keine Einzede: zuläßst, und 
ihre Urheber‘ haben sietmit:einer. Ahfmerksan. 


54 


keit und Sorgfalt gemacht, mit einer, Einsicht. in 
die ‚Natür der. Pflanzen angestellt, welche: durch 
vichts. ‚übertroffen werden können. —.. Man. hat 
wielfältig: ganz einzeln’ stehende sogenannte weib- 
liche: Pflanzen vom Hanf, :Spinat, u. s. w. Früch«- 
te‘ bringen.'sehen.: Zugegeben; sogar: bestättigen 
kann..ich ‚diese Erscheinung, : und auf Martini. 
'qwe,:hati.man.. sie bei den Phapayen sogar regel- 
mälsig ,.. welswegen .sich’ auch Labat auf: Ko- 
‚sten den‘Vertheidiger des Pflanzengeschlechtes lu- _ 
süg macht... Allein man 'hat:'gar.nichts gewonnen: 
denn: einmal tät zwischen Frucht: und fruchtbaren _ 
‚Saamen, :ein: gar }sehr erheblicher :Unterschied. 
‚Die Gorinthen..sind.'sögut-Prüchte des Weinstöcks 
-.alsı die‘, Rosinen,..äber sie: sind. saamenlos;...es _ 
‚giekt/eine.säänenlose Abart des Berberizenstrauchs 
Apit scheinbar vollkonimenausgewachsenen. Früch- 
‚ten „und. gegen: das Einde ides vorigen Jährhun- 
„dertes;, in: einem nalsen‘Jahrgange,, brachte ein 
‚sonstfordentliche Früchte tragender Pflaumenbaum 
‚ganz !gnte,Pflaumens:säben: ohne Steinkern ‚und 
Mandel... Die Maldivennüfse, welche :auf ‘den: Se- 
‚cheleg;ibei ‚Isle de ‚Fraiice -zu Hause sind, und 
‚bistan die: Maldiven. getrieben. werden, und an- 
‚sere-VWVassernüfse‘;- welche uf. unsern Teichen her- 
aim: ‚treiben; "scheinen: vallkommen ausgebildet, 
‚aber: vergeblich. versucht inlan. sie zu stecken, weil 
‚sie tahbisind. Will man säebare haben, so fische 
‘man sie;jaus«dem. Grunde: des Wassers auf. Unter 
‚güinstigen..Ilmständen vermögen sich nämlich wohl 


die Ausserfie Umkleidungens:der Früchte sogar 
nockridas’,Eyweils:der: Säamen! ganz gut augzubil: 
den, aber?der.Keimtäist.nichz vorhanden; dahen 
pflegen 'die'Gärtnerundwohlsauch:die. Landleuie 
ihre! Syanen”'vor der’ Aüssaat&iner :’Wasserprobe 
 Zutimsenwerfenyssäen indie; was. zul Boden’gesuns 
keh ist. “Früchte? kömiöndalse'wohl: vollkomkment 
gesiahtersiwerlden;bunddanita dieitPapäjien sdanthun; 
öhneihäörgegangene‘ Beßrucktunk dusch« Blülhenur 
stäüb35:50HarlSaanien!.könhen, ohne »dieses-Eilfsa 
mittel ’erzeugtiwerdenjsiab&&-keimlös werden sie 
seyn.2i:Däs'ist>sogar'im Thierreiche:keine seltene 
Erscheiminggiwir" sehen‘Siethäufig an:unsermHaus« 
geilügel'; welches: öhne-Begattung:' Eyerr legh,, Nie 
aber: nur Windeyer sindy«Eür: unsere: -KüchexwohE 
eben. so:brauehbar, ald aundexeindbeitkedine Kinchleitt 
gebönr. "Mändhattsich‘ aldo:lurchrden Scheingrüglen 
lassen gi ‚weitsiweiblich6 Diöcisten Früchte, soder 
Saamen*trägen ; so schlofs::män übereilt, däfsider 
Blüthenstäuß kein erheblichesBedirfnifssey«Schor 
durch: 'die:Seltenheit :derBirscheiäung: hättenan) 
aufmerksam gemacht werdewjshätte:diese Erücht& 
untersuchen ‘sollen, öb ‚siei:ähth Saämen sBaben, 
die! Saameil: untersuöhen ‚sollen, ob sie -auch:eineh 
Keim. beherbergen, ssie'säen sollen," ums zusei 
- Sähreny."'öh” dieser Keimiauchtivollkonimen aüsge& : 
bildet ‚ob. er'"im! Stande : 'sey, :eine: Pflange: zu . 
geben: :Man has';abar...alle'.diese' Untersuchungen. 
vernächlässiget; ‚und. lieber ‚Philosophirt,„. als ex- 
Derimentidt, el elta En De 


56 


u Dopkyiich gestehe,sa,.duan hat eben-an. übel 
ninht.gethan, dafs: man..diese. Forschungen unter- _ 
lasdeh hat: "Denn gesetzt: die Eanfkörner, oder 
die-Spimatsaamen von :gank.isolirten Pflanzen: ge- 
ndmmen, "hätten 'brauchbäre. Pflanzen gegeben, 
so. würde damit noch nichts gewonnen, seyn:..Maan 
fürchte ;nicht, dafs-iehndie, Winde. oder die An- 
secten.zu Hilfe. rufei} ohschon diese beiden Hilfs- 
mittel: von: den Händen. dei Natur ‚viel käufiger 
anfjextendlet' werden „-aleinan bei. Hlüghtigen:Be- 
obachttmgen -denki! Kol.seiztim hiesigen sGiauten 
Yallisnenia: 5piralis moch; mier-Früchte an; 
obschom ‚sie: männlichen ;Blüthen: sich. loarzidsen, 
wa ‚dgel weiblichen‘ euipar kommen; ahker' die: 
Pflauzed::stehen -im Hause, in. ganz. rubendenn 
Wasser‘; und die 'beiderlei Blüther.komuien nicht 
gelyinig mimtereinänder,.daks..dem:Staub. der männ« 
lichen ‚wedhtzeitig auf,.die Narlkien. der..weihlichen 
gebracht ‚wierden.. könntsie:, ie der nbepienn Natur 
sind.6s.iressende Wasser, die sowohl udnnch ihre 
Stnämung! splbst sale. Alırah: gelindere Wände: viel- 
Killig gekeäuselt werdenbısdber, wie gesagt, ich. 
verzieiter.auf die Winde, die. Ingeeten , und auf 
alleı' anileım Erklärungen, «die ,man ‚für. die Er» 
scheiaung,;: dafs ganz..isolirte weibliche Pflanzen 
Frucht brachten, die ich: gerne für vollkommen 
ausgebildet annehme; :und die in eimem:Zustaride, 
dals sie unter die Erde gehracht; und''nach, ‚den. 
Regeln, der: Kunst behandelt, eine :oden.mehrene. 
Pflanzen ihrer Art wiedergebe, Ich 'habe..eine 


57 


keäftigere, Antwast,. welchp. ich, der :Natur vom _ 
danke, und ‚welche alle Grühgleien niederschlägt, 
.ı Man hat.sich. selbst :heiyogen, als man. glauby 


 te,:.daßs,.dig..Blüthe, ..auf welehe wohlgebildete 


Truceht ‚folgte, lediglich sBRE „weiblich: "WAT 5 sı5Re 
wax:hörkstwahrscheiplich, einerZwitterblüthe ;. und 
unsere, regney haben: vox.i ihrem "Triumphe way 
erst, an begraisens. dafgausispuein weiblich „genresen 
say 3 aaoäs agiebt, keine., unbedingt: BELERAUHEI 
Geschlechtex bei..denPflannen ; alle Blürhemsinid 
Zwitter, nur, mit dem Unterschiede, dafs beirvies, 
len: Axten.'ymi: ganzen ‚Gattungen in. den Rege} 
nur ügs.Bine: ader das anderg: Geschlecht Ausgax 
bildet: ‚werde. ‚Diese. Behauptung wände. schön ı 
durch die ganze: 23. Klasse. des Linnisinahen Ayie 
stems bestättiget, in munlaklen auarex desımäugk- 
ehen ‚allen weiblichen Bjütken.;wollständige Zwät- 
terblüchen Regel sind. Was aber.hier Hegel ist, 
erscheint. .in. andern Klassen vielfältig: ale Auss 
nahme ;;::Aie: ;männliche Blüthe . der. Nessel' ist 
nichts. als. eine. Zwitterblüthe,, in welcher der 
Stempel. verkümmert jst „welchen dapn Lians 
as N.aetamnigm ‚angegeben. hatz- so ‚int esihei 
Xantbjum, 39 bei vieler. andern Gewächsen 
Die beiden. Lychnis-Atten, welche von Linnd 
und einigen;aydern. Botanisten unter dem. Namen 
des.zweihäusigeu vermengt werden, kommen hä 
Sg mit. Zwitterblüthen ‚vor, und :es hält nieht 
schwer ‚sogar in ihrem ‚getrennten Zustande. in 
den männlichen Blüthen den unentwickelien Ste. 


58 


pel; und-in der: weißlichen. die‘ 'värkrüppelien 
Stadbgefaßie:zu- Andei. "Der Pisang unserer 
warmer Häuser hat'deitliche Staubgefäßsey:macht 
viele reife Früchte‘, aber : die Saamen : bleiben 
ohme: gebörige ‘Ausbildüng#'so-ist er’in de Gr 
ten: der’ fieurdschafffeheifihnd: gwsällschaftlichen 
Inseln ‚'we er hiigegen atf:den Felsenriffen uns 
kewohnter Inseln 'vörköimmt, da hat :eriBrüchte 
mit:sollkommenen Suanteıt;' welche ’den'vollstän- 
dig entwickelten Blatkieh'lfgigem ' Die” meisten 
Air ste Pliis - Arteh sid Jschwer- dahir zusbrih- 
gen;'idafs: man --von- ihnen: reife‘ Eiteliteierhiel- 
te, obschon sie-’ah Stempel und: Staubewfälsen: 
sehr;ausgubildet au ‘seyn’ scheinen ;- sie‘ befinden 
sich nämlich mit ‘dem Gäften‘ - Pisang in 'dem- 
selben Fälle, sie" erhalten zu reichliche Nah- 
zung, wodurch die’ Säfte zu wässerig 'däs Odh 
des Blürienstaubes- und das «des Warbetropfens 
zu: unkräftgi werden ; auf den "sanligen“ Cap- 
vofaldes des” Caps’, wo’ sie gröfstenitheils zu 
Hanse sted, bringen 'sie Saamen, und’ ein ab- 
geschnittener eben blühehrder Stengel von Ama- 
syllis Reginae' reife. dem 'berührten Ca- 
eimir Medieus’ ebenfalls Frucht utid- Saamen. 
Durch feine Menge vergleichende Bebkachtuhgen 
istiesjeizt erwiesen, dals‘ das berüchtigte Mut- 
terkorn, welches auf einigen unserer Getreide- 
‚Arten und auf mehreren andern Gräsern vor- 
könemt , nichts als ein auf Kosten des Heims 
stärker gewachsenes Hörnchen sey; man: findet \ 


59 


es nicht nur in regnerischen Jahrgängen,- in Walz 
chen’ durch die fallenden Begentropfen der’'Narz 
betropfen oder der Pollen des Blüthchens 'wegge# 
schwemmt worden ist, durch die ganzen Ascher 
sehr häufig, sondern auch in den fruchtbarsten 
Jahrgängen auf den üppigsten Aeckern, welche 
an Landstrassen gränzen, vom angränzenden Ban- 
de bis auf eing.gewifse.Strgcke, ‚hinein gar, nicht 
sparsam, weil hier durch den Staub der benachz 
barten Hochstrassen der Narbetropfen überklei« 
det und zur Empfängnifs untauglich gemacht wird, 
während gleichwohl ‚in dem einen wie in dem 
andern Falle die Pflanze vom Boden, des 'näh, 
renden Stoffes. mehr als genug erhält. Diese, ‚Bes 
‚merkung,, dafs vom Strafsenstauhe die naturge- 
mälse Bildung,,gex Früchte und Saamen gestört, 
wohl gar unterdrückt werde, ist nun freilich nicht 
tröstlich für diejenigen, welche da, seltsam ge- 
nug, behaupten, jeder Staub, auch der Strassen 
"staub, an. die Narbe gebracht, befördere die Aus« 
bildung der Früchte und der Saamen. Meint man 
denn, der Pollen, weil wir ihn Blüthenstaub nen- 
nen, sey weiter.nichts, als gefärbter Staub, weil 
er für das unbewaffnete Auge die Form davon 
hat? Sorgfältig angestellte Beobachtungen unter 
dem zusammengesetzten Mikroskope würden leh- 
ren, dafs dieser vermeintliche Staub sehr künst- 
lich organisiret sey, dafs er aus lauter Büchsen 
bestehe, welche eine Feuchtigkeit einschliefsen , 
welche sich mit dem Wasser nicht vermischt, 


2 


6o 


wohl aber von feinen ätherischen Oelen ausge. 
sogen. wird. Clandius Joseph Geoffroy hat in 
den. Denksehriften der Akademie der Wissenschaf- 

ten’ für ayıı einige dieser Formen abgebildet, 


“"Zuweilen wird das Eine Geschlecht durch 
Kärglichkeit der Naftung oder durch Schwäche 
des''Alters unterdrückt. ‘ Ich hatte im ‘hiesigen 
botanischen Garten mehrere Saamen' von Guis 
tafdina Bondactella gesteckt, welche viel ; 
über 36 Jahre alt wären. Ich erkielt schöne Bäume 
5% Ihnen, äber alle’waren männlich; auch Bumpf 
erzählt, auf Amboind bringe der Baum, wann er 
äuf'dürrem Grunde steht, nur männliche Blüthen, 
'Hier'ist im erstern Fälle angestammte Schwäche, 
die von hohem Alter des Saamens herrührt, im 
zweiten: wirklicher’ Mangel an Nahrung die Ur- 
sache yon der Unterdrückung des Einen Geschlech- 
tes; aber auch jugändifthe Schwäche hewirkt mehr 
oder wenig dieselbe Erscheinung; "so:tragen alle 
ınhr bekannten Arten von Aesculus in der Ju- 
gend blos männliche Blüthen, und viele andere 
Bäume werfen, ohne deutlich das Eine Geschlecht 
zu unterdrücken, gleichwohl ihre Blüthen ab, 
ohne Frucht anzusetzen; es. giebt auch Bäume, 
welche in der Jugend scheinbar sogar Früchte 
bringen, aber ihre'Saamen taugen. nichts. 


Wenn ‚aus diesen gar nicht seltenen Unter- 
drückungen des Einen Geschlechtes bei Pflanzen, 


u bei welchen sonst Zwitterblüthen vorkommen, er-. 


61 


hellet, dafs man alle Blüthen, welche gewöhnlich 
nur das Eine Geschlecht haben, für Zwitterblü- 
then ansehen müfse, bei welchen das Eine Ge- 
schlecht unterdrücht ward, welches aber gleich- 
wohl unter günstigen Umständen, etwa bei reich- 
licherer Nahrung, hervor tritt; so sah ich in den 
beiden ersten Jahren des kotänischen Gartens'zu 
Landshut in den männligkes Achren der Mays? 
pflanze Körner kommen, und in der “weiblichen 
Hanfpflanze findet man vielfältig unter den weiß: 
lichen Blüthen einige Zwitterblüthen. ' Es "Kan 
sich sogar der Fall ereignen, däfs die beiden Ge. 
schlechter sich umtauschen; so liefs einstens Prof. 
Herrmann einen weiblichen Negundo‘--Ahorh, 
für den Garten zu Strafsbüurg kommen; das wär 
der einzige Baum dieser Art im gahzeır' ehrent 
aber der Gärtner suchte ibn durch ablegen zu 
vermehren, 'und einer von diesen Ablegern wug 
männliche Blüthen. Bauder, ehemaliger Hopfen- 
händler und Bürgermeister ö zu Altorf, düngte ‘ein. 
stens seinen Hopfengarten mit, unabgelegenem 

Teichschlamme , und seine sämtlichen‘ Hopfen- 
ranken trugen nun statt der Zapfen männliche 
Blüthen; und in Gegenden, in welchen viel Ho- 
pfen gebaut wird, ist diese E Erscheinung sehr ge 
mein, man hat auch dort eigene Namen dafür: 
'man nennt einen solchen‘ Hopfen blinden odef 
Nessel - Hopfen; man hit sogar gesehen, - dils 
dieser Nessel - Hopfen Tediglich durch Yerän- 
derte Wäitüng in einen seht: schönen weiblichen 


62 


zurück gebracht wurde (Wochenbl. d. landw. 
Ver. .VIH. Jahrg. p.. 827). Auch ganz ge- 
schlechtlosen Blüthen ‚fehlen die Geschlechtsthei- 
le nicht nothwendig, sondern ihr Mangel ist nur 
Verkümmerung. So kam mir eine Centau- 
rea Crupina, die man auf einem Mistbeete 
gezogen hatte, mit Griffeln in den Randblüth- 
chen vor. 

‚Man. studiere ‚nur flleifsig, ein gutes Suchglas 
in-, ..der Hand, die ‚Blüthen .mit getrennten Ge- 
schlechtern; man wird bei den meisten in den 
wännlichen Blüthen Spuren, oft, es ist wahr, sehr 
unkenntlich, aber doch Spuren eines verkümmer- 
fen Stempels antreffen, welche in der Nessel so 
sichtbar sind, Seltener wird man zwar in den 
weiblichen Blüthen verkümmerte Staubgefäfse 
finden ‚ was aber auch sehr begreiflich ist: denn 
der stärkere Körper des Fruchtinotens muls nack- 
theiliger auf die für sich dünnen Staubgefäfse als 
diese auf jenen ‘wirken. Ist aber das einmal durch 
Beobachtungen und Versuche dargethan, dafs bei 
den meisten Blüthen mit getrennten Geschlechtern 
der Mangel, des Einen Geschlechtes lediglich aus 
Unterdrückung herstamme, so ist für die andern 
die Vermuthung derselbigen Ursache gegründet. 

‘Was man von den Asclepiadeen und Orchideen 
sagt , weis ich freilich nicht zu beantworten, weil 
ich gestehen mufs, den Einwurf nicht zu be- 
greiffen; aber das weis ich, dafs wohl bei kei- 
ner Pflanzenfamilie die Begattung ungehinderter 


63 


vor sich gehe, als gerade, hei, diesen, - Bei As 
elepias, Scholia, und Stapelia Sind. fünf 
sackförmige Narben da’,: fn jede hängen zwei 
Pollen - Würstchen hinein.” Bei den Orchideen " 
stehen. diese ‚WVürstchen aufrecht, aber unmittel- 
bar über der Narbe. Bei heiderlei Familien sind 
wohl diese Würstchen keine Staubbeutel, und be- 
stehen nicht aus staubähnlieheh Büchsen, sondern 
sind unbedecktes gerönnenes Oer,' weltheb in 
geeigneter .VVärme langsam schmilzt, ‚und sicher 
und nothwendig. an die Narbe kömmt, die mit 
ihnen fast in‘ unmittelbarer‘ Verbindung ist, 
on 2 (Beschlufs folgt.) Bu nn 


% 


MW, Kürzere Briefstellen, ... 

Ich habe Hrn. Siebers Sectio II. seiner 
Flora maytinipensis:m die Florula Do. 
mingensis für das hiesige botan. Cabinet ge- 
kauft, und bin mit diesem Kaufe sehr Zufrieden. 
Hr. Sieber schrieb mir, dafs ‘er erfreuliche 
Nachrichten von seinem, Vöyageur, Hin Hil- 
senberg, aus Isle de France erhalten‘ habe, 
der den Gouverneur und’ die Einwohner" sehr 
lobt. Hr. Sieber will in wenigen Wochen 
selbst dahin, und dann am Vorgebirge der guten 
Hoffnung herborisiren. Der gute Sieber “wird 
bald allen Welttheilen angehören, Es ist unglaub- 
lich, was‘ dieser junge Mann in so kurzer Zeit 
dus allen Winkeln der Erde zusammen 'getromk 
melt hat, und diefs ohne alle Unterstützung 'voh 
seinev Hebierung, die ihm nicht eintial' seine 
ägyptische Sammlunrk abnahm, welche 'hekanne: 
libh dieK, Aktdemie' zu München Kaufte/l Schös 
neren Gewinn. .kätte: die Wissenschaft mit dem aus 


64 


dieeir Verkaufe'erlösten Capitale wohl nicht leicht 
imatben können, als durch diese grolsen‘,. alle 
‘Welttheile umfassenden, Unternehmungen des Hrn. 
Sieber,, deren Ausführung nur Max Joseph 
Inöglich machte.” "\ el 
imo tea. 2: Hofe, S:chultes, 


er) 
> 


„BD Anzeigem ...., 

".... Von den, von Heren Dr. Sadler und Herrn 
Apatheker Pauer in. Pesth angekündigten sel- 
tenen Pflanzen, aus Ungarn, Cröatien und Sie- 
behbärget‘, -(verkl?Plor& i8aı id) sind uns 
einige Exempläre rin dem ı. und‘2. Faseikel in 
Commission zugesandt. worden, „Die Liebhaber 
belieben sich daher mit ihren Bestellungen an uns 
zu wenden, da dank jeder Fascikel, aus 60 Arten 
bestehend, für einen Ducaten, sofort abgegeben 

wird... 3. te ln rn rar | 


’. 
AK, 
ie hafısa 


BT. arar 
, .. Expedition der Flora 
nn WE An die hesen 
„. „Mit. gegenwäxtiget „So A, den Fhaya wird 
vgleich. ‚der. .ıste. Bogen der Syl 0.8.01 ausgege- 
ep, und: damit, dem Plan gemäfs, nach und 
nanh.: fortgefahren ‚werden. Wir, ersuchen die 
eser, für diese einzelne Blätter einen sichern 
Aufbewahrungsort zu, bestimmen, damit nicht ein- 
zelne Blätter, die wir nicht ersetzen können, ver- 
loren ‚geben, . Yorgüglich werden. diejenigen Le» 
ser, welche ihre. Exemplare. quautaljveise duxch 
den Buchhandel beziehen, wohlthpn, .die der 
Flora angehefteten ‚Blätter ;der- Bylloge bei 
Zeiten ‚davon abzusondern,. damit ‚sie nicht aus 
Versehen. der Flora beigebunden werden, indem 
späterhin, wie schon gemeldgt,.gin eigener Titel 
nebst Register nachgeliefert wenden, wird. 
nn. Doro. Expedition:der Flora 


Flora 
oder 


Botanische Zeitung. 


Nro. 5. Regensburg, am 7. Februar 1822. 
ill in - men 


L Aufsätze in 

Ueber das Geschlecht der Pflanzen; 
von Herrn Direktor, Ritter von 
Schrank. (Beschlufs.) 


D: vorzüglichste Schwierigkeit, welche zur 
Bestreitung des Pfilanzengeschlechts die meiste, 
vielleicht einzige Veranlalsung war, ist wohl diese, 
dafs man sich die Saamen als Knospen vorstellt, 
eine Idee, welche ich bereits vor ı7 Jahren aus- 
gesprochen (Grunds. einer Naturg. d. Pflanz. 
$. 231), aber darum nicht aufgehört habe, das 
doppelte Geschlecht in den pbancerogamischen 
Pflanzen anzuerkennen, Man machte darüber et. 
wa folgende Vernunftschlüfse: die Knospen bil. 
den sich aus ohne vorgegangene Begattung; wenn 
nun die Saamen Knospen sind, so wird auch für. 
sie Begattung nicht nöthig seyn. Dafs zwischen 
beiderlei Fortpflanzungs - Weisen derselbe Unter- 
schied obwalte, welcher zwischen den Lebendig- 
Geburten und Eyern bei den Thieren obwaltet, 
liegt wohl bei einiger Betrachtung der Sache am 


E | j 


66 : 

Tage, und sogar. bis auf den Umstand, dafs man 
sogar in dem noch unbelruchteten Fruchtlnoten 
Eyerchen antrifft (oft mehrere als Saamen in 
den Befruchteten), wie bei den eyerlegenden 
weiblichen Thieren Windeyer, wenn sie nicht 
‘Gelegenheit gehabt haben sich zu begatten. Nun 
lehrt uns wohl die alltägliche Erfahrung, dafs die 
Pflanzen, se lange sie reichlich genährt werden, 
einer Begattung nicht bedürfen, um lebendige 
Junge (Knospen) zu erzeugen; aber wann der 
starke Saftumtrieb schwächer wird, also wirklich 
einige Hemmung des Wachsthums eintritt,.dann ist 
ein Reitzmittel nöthig, um die Säfte zu wermö- 
‚gen nach bestimmten Stellen ihre vorzüglichere 
Richtung zu nehmen, um dort die Lehenskraft in 
Thätigkeit zu setzen, welche nöthig ist, wenn Jun- 
ge sich bilden oder ausbilden sollen. Das ge- 
schieht nun durch die Begattung *). VVenn sich 
die Erscheinung der doppelten Fortpflanzungs - 
Weise, durch Lebendig - Geburten und Eyer, 
und letztere erst nach vorgegangener Begattung, bei 
den Thieren nicht wohl nachweisen lälst, so ist an 
der Sache ausser mehrern andern Ursachen auch 
der gar sehr tomplicirte Organismus Schuld, 
Gleichwoht fehlt es auch hier nicht an sehr über- 
einstimmenden Beyspielen. Die Blattläuse brin- 
gen bei der ersten HEnospenentwickelung der 
Pflanze, worauf sie hausen, lebendige Junge, 


*), Vergl. meine Briefe an Nau, Zweite Abhandlung, 


ohne vorgegangene Begattung hervor; diese Jungen 
sind wieder lauter Weibchen, welche nach einiger 
Zeit wieder lebendige VVeibehen gebähren, ohne 
sich begattet zu haben, weil es in der That kein 
Männchen ihrer Art giebt; so geht es fort, so 
lange die Pflanze vollsaftig und im Stande ist, 
diesen unabläfsig saugenden Inseckten Nahrung 
im Ueberflufse zu gehen; sobald sich aber diese 
vermindert, ist auch die nächste Zeugung Zwar 
noch immer eine Lebendig - Geburt, aber nicht 
mehr rein weiblich; auch Männchen werden mit- 
. gebohren; diese begatten sieh in der Folge mit 
ihren Schwestern, und diese, bereits gar viel spar- 
samer genährt als ihre Mütter, gebähren nicht 
mehr lebendige Junge, sondern legen Eyer, aus 
welchen die ausgeschlüpften Weibchen im fol- 
genden Frühlinge: die Erscheinungen des vor- 
hergehenden genau wiederholen werden. Ich 
weils wohl, dals man diese Erscheinung durch 
eine Begattung erklärt hat, welche für Enkelinen' 
in der zehnten Zeugung noch hinreichen soll; 
aber man hat nicht bedacht, dafs man sich durch 
diese Erklärung wider die gesammte Naturlehre 
sehr versündiget habe; das wäre also eine Ur- . 
sache, welche bei ihrer ersten Anwendung schwä- 
cher wirkt, als nachdem ihre Kräfte vertheilt 
worden sind, ein Stols, welcher bei dem unmit« 
telbaren Auftreffen eine geringere Bewegung her- 
vorbringt, als in der Folge, nachdem er riele 
Monathe vorbei ist, ein Gährungsmittel, das in 


Ea 


63 
seiner Vollkraft weniger vermag, als nach seiner 
Zersplitterung in tausend Gaben, ein Pigment, 
welches dicht aufgetragen eine bläfsere Farbe 
giebt, als nachdem es reichlich verwälsert wor« 
den ist. | 

Ob die Thiere durch das doppelte Geschlecht 
zu den Pflanzen herab gewürdiget, oder diese 
zu den Thieren hinauf gesteigert werden, dar« 
an liegt wohl gar nichts; Unterschied zwischen 
beiden ist allemal da: bei den Thieren ist die 
Begattung eine Handlung, zu welcher das 'I'hier 
den Trieb in sich wahrnimmt, bei den Pflanzen 
eine blosse Begebenbheit, die in ihr vorgeht, und 
wovon sie nichts weils, nichts wissen kann, weil 
ihr das wahrnehmende Prineip, die Seele, fehlt, 

Zugeben kann ich wohl, dafs nicht alle Be- 
weise, welche man für das doppelte Geschlecht 
der Pflanzen vorgebracht hat, von gleicher Stärke 
seyen. Man kann z. B. nicht läugnen, dafs Conr, 
Sprengel’s äusserst mühesames Werk, und 
seine darauf gebaute sinnreiche Vorstellung da- 
für nichts beweise, was er auch nicht geradezu 
bezweckte, sondern erst in der Voraussetzung 
sowobl des doppelten Geschlechtes als der Hilfs- 
begattung durch Insekten Wahrscheinlichkeit er- 
halte, die aber vielleicht auch dann nicht jeder- 
mann befriedigen dürfte, weil die Insekten besser - 
durch den Geruch als durch das Gesicht geleitet 
werden. 
Allerdings können dem Naturforscher sowohl 


69 


bei den phanerogamischen als bei den agamischen 
Pflanzen Fälle vorkommen, welche ihn stutzig 
machen, besonders wenn er sie nur liest, oder 
erzählen hört, nicht selbst beobachten kann; aber 
dann wird er nicht vorschnell urtheilen, sondern 
wiederholte Fälle erwarten, die Gelegenheit er- 
warten, 'alle: Umstände genau zu untersuchen, 
überzeugt, dafs dureh. ein: Psar: Erscheinungen, 
welche hinlänglich zu studieren ihm Zeit-und 
Umstände nicht erlaubten, Wahrheiten, durch 
Tausende von Beweisen erhärtet, nicht umgestos- 
sen zu werden vermögen. 

, Vor allem aber .sey man unabläfsig mit an- 
schaulicher Beobachtung der wuklichen Natur be- 
schäftiget, hehe keine Aufschlüsse aus der Ideen. 
welt, welche durchaus nur auf Witz gebaut ist, 
aber ehen darum so schwankend als menschliche 
Gedanken ist, und ganz und gar den festen, un. 
veränderlichen, obgleich manchfaltigen, Bau nicht 
hat, welchen der Schöpfer in seine wirkliche 
Welt gelegt hat, Wir wifsen von der physischen 
Welt nichts, schlechterdings nichts als mittels 
der Beobachtung, aber die Beobachtung, , wenn 
sie richtig seyn soll, mufs man mit heiterer un- 
getrübter, ich möchte sagen wasserheller Seele 
vornehmen ,. bringt man eine vorgefafste Idee 
mit ‚sich;.so gleicht man einem Manne, welcher 
alles mit gefärbten Gläsern ansieht, und so frei- 
lich alles. anders sieht als andre Menschen. . 

Was ich. bisher gesagt habe, geht allerdings 


70 


vur die phanerogamischen Pflanzen an; bei den 
wahren Kryptogamisten ist es wohl höchst wahr- 
scheinlich, dafs keine Begattung vor sich gehe, ob- 
gleich daraus noch gar nicht folgt, dafs bei ihnen, 
oder bei mehreren Gattungen derselben, eine Epi- 
genesis Platz habe, eine Entstehung ex Putri, 
wie die alte Schule sprach, und wie die neue Schu- 
_ le, nur noch seltsamer zu sprechen beginnt, eintrete, 
oder nach und nach eine Art in die andere, wohl 
gar in eine andere Gattung hinüber trete, oder, 
wie in eine Feenwelt aus Pflanzen 'Phiere wer- 
den. Nichts kann trüglicher seyn, als das Mikros- 
kop, besonders das zusammengesetzte, nicht aus 
seiner Schuld, sondern aus Verschulden des Beo- 
bachters. Dieses optische Werkzeug spricht eine 
Sprache, welche sich nur durch langen Umgang 
mit demselben lernen lälst, in welcher man, wie. 
in der chinesischen, nie auslernt, und bei deren 
Erlernung man alle Voruriheile ablegen mufs; 
welche man aus dem Gebiethe des freien Auges 
mit hinüber bringt. Geht man hier nicht völlig 
unbefangen an das Beobachten, so siehi man, was 
man will, nur nicht die Wahrheit. Am allermei- 
sten hüte man sich vor dem Trugschlufse: hoc 
post hoc, ergo ex hoc. Jeder. unpolirte 
Kalkstein, jeder ‘Sandstein ist fähig,die Brutkeime 
einer Flechte aufzunehmen, und nach Jahrhunder- 
ten werden majestätische Eichen ihren Platz ein- 
nehmen, aus den vermoderten Resten dieser Flech«- 
ten, und .der nach ihnen gefolgten krautartigen 


zı 


Pfianzen den gröfsten Theil ihrer Nahrung neh: 
men, aber nicht äus ihnen entstanden seyn, son- 
dern aus Eicheln, welche ein lärmender Heher 
dort vergraben hat. Wozu hier Jahrhunderte 
nöthig sind, das geht in der mikroskopischen 
Welt in ein Paar Tagen, und vielleicht, wenh 
der nöthizge Wärmegrad da ist, wie in den tro- 
pischen Ländern, in einem: Boar-Stunden vor sick; 
Ich hin in diesem Neuholland einige.-Mellen 
weit eingedrungen, aber diese Reise zu machen 
wurden viele Jahre erfordert, und ich bin darüber 
am Mikroskope grau geworden; dafür habe ‘ich 
aber eine beträchtliche Bekanntschaft mit seinen 
Einwohnern gemacht, und werde erzählen, "was 
‚ich von ihnen über die angeblichen Verwandlun- 
gen erfahren habe. BE 
Im Garten zu Landshut erhielt ich ein \grofses 
Stück von Tremella Nostoc. Oline weitere 
Umstände klebte ich es in einen zurücktretenden 
Winkel einer künstlichen Felsenparthie, welche 
an einem etwas schattigen Platze des Gartens 
hingebaut war; es trocknete bei jeder etwas an- 
haltenden schönen Witterung in das Collema Ii- 
mosum ein, und ward bei jeiem Regen, oder nur 
Nebel, wieder zum Nostoc. Im hiesigen hota- 
nischen Garten ist’der erste querlaufende Gang 
ganz mit Nostec ühbersäet, der aber überall nur 
klein ist, daher bei trocknem Weiter ganz vor- 
schwindet, doch, wenn man ihn mühesam anf- 
sucht, allemal beim aufweichen wieder als Nostoc 


72 


erscheint. Die Folge davon ist, dafs Collema 
limosum keine Flechte, sondern ein trocken ge- 
wordener Nostoc sey. Ausserdem sind vielfältig 
die‘ Agamisten in ibren Formen, Bekleidun- 
gen und Farben nicht standhafter als manche 
Phanerogamen, Viola tricolor, z. B. Ruizia 
variabilis, Pelargenium zonale, Syringa 
peisica, bei welchen man häufig die verschiede- 
nen Spielarten auf einem Stamme beisammen an- 
trifft, oder als die ährenblüthigen Ehrenpreis- 
Arten ,. die verschiedenen Arten der Rosen, un- 
sefer Getreide- und Obst- Arten, Ists dann VYun- 
der, wenn man eine Art in eine andere verwandelt 
werden sieht, die nur Spielart ist? Sah ich doth 
eine Catalpa cordifolia, die standhaft herzför- 
mige Blätter trug, nachdem sie versetzt worden 
war,. keine andern als vollkommen eyförmige . 
brachte, und, nachdem sie an ihrem zweiten 
Standorte bis an die Wurzel erfroren war, an 
ihren neuen Trieben wieder  herzförmige Blät- 
ter erhielt. CGonferva quinina Müll. kömmt 
meistens nur in reineım Gewässer, und ziem- 
lich einzeln vor; läfst man das Wasser, wor- 
in sie schwebt, am Lichtstrale stehen, so zer- 
setzt sie sich, es enistebt eine gelinde Fäulnils, 
und von dieser werden je nach dem zunehmen- 
den Grade der Fäulnils verschiedene Aufgufs- 
thierchen- nicht erzeugt, sondern aus den bereits 
im Wasser vorhandenen : Keimen ausgebrütet } 
unterdessen bildet sich nach und nach meine 


t 


75 
Vaucheria microscopiea, die deutlich ihre Brut 
keime in unendlich viele Quadrate durch die 
ganze Pflanze zerstreut in ihrem Innern trägt. 
Coder sind etwa diese Brutkeime wohl gar in 
Punktform angehäufte Sammlungen noch weit klei- 
nerer Brutkeime?) Sie umwickelt alles, Confer- 
ven und Aufgufsthierchen, mit Ihrer klebrigen 
Substanz, bleibt anfänglich nebst. den verstrickten 
Körpern, die sie allmählig zu verzehrek. scheint, 
eigentlich aber.nur ihre Auflösung befördert, am 
Boden des Gefälses; aber wenn der Sonnenstral 
länger auf sie eiawirkt, entwickeln sich aus ihr 
Luftbläslein in grosser Menge, wodurch sie spe. 
ceifisch leichter. als Wasser, und von diesem em. 
porgehoben wird.‘ Sie. ist dann eine von. deu 
verschiedenen Arten der priestleyischen "Mate- 
rie, aus eigemen Brutkeimen entstanden, nicht 
‚aus Aufgufsthierchen, wie diese nicht aus Con- 
ferven geworden. 

Wenn man einen Pflanzenkörper (es: gilt 
gleich, eine Blume, ein Blatt, ‘ein Stück vom 
Stengel, einen seiner Decke beraubten Saamen) | 
in Wasser legt, und diefs in den Sonnenstral 
hinstellt, so erzeugen sich sehr bald, und vor al- 
‚len andern sehr kleine lebendige Punkte in un« 
geheurer Menge; einige Tage später erscheiner 
Encheliden, und zuweilen Vibrionen, letz5 
tere meistens etwas später als die erstern; von 
diesen letztern sind einige Arten haarfein und äus- 
'serst iräg, wahre Oseillatorien, die sich zu- 


. 


7% 


weilen ‚schnell vermehren, indem sie diefs durch 
Quertheilungen ihrer selbst thun, wobei es gar 
micht'neihwendig ist, dafs der abgesonderte Theil 
erst wieder bis zur Gröfse des Matterthierchens 
auswachse : denn kaum führt er ein Paar Stun 
den lang ein abgesondertes Leben für sich, so 
theilt er.sich oft wieder. 
‚Warum trägt man auch Bedenken, anzuneh- 
men, dafs es im dieser mikroskopischen Welt 
Schmarozer- Pflanzen gebe, wie in der grossen? 
Man denke sich eine Eiche mit ihrer heiligen 
.Mistel (Loxanthus), einen Birobaum mit sei- 
ner gemeinen Mistel his zur mikrosköpischen 
Gröfse herabgebracht, wird man sich. berechtiget 
glauben, anzunehmen, dals eines der beiden Ge- . 
wächse in das andere übergehe, weil man es 
nicht vermag, ihrer beiderseitigen zufälligen Ver- 
wachsung auf. die::$pur zu kommen? Man sieht 
zuweilen aus den Köpfen der Weiden, welche 
durch das Ahhauen ihres Gipfels, und das wie- 
derhoke Abhauen ihrer Aeste dann endlich all- 
mählig absterben, Bäume anderer Art, oder kraut- 
artige Pflanzen hervorwachsen, ohne dafs es je- 
manden einfällt zu glauben, die Weide verwandle 
sich in eine Birke oder ein Habichtskraut; war- 
um erlaubt man sieh aber diese Vorstellung bei 
den Pflanzen aus den niedrigsten Klassen? Wohl 
nur darum, weil uns die Gesetze der Fortpflan- 
zung in den höhern Klassen bekannt sind, in die- 
sen untern Hlassen aufzufinden bisher unmöglich 


75 
schien. Sie scheinen wirklich etwas verschieden 
zu seyn, aber weit genug hinab in diese agami- 
sche Welt finden wir noch immer -Brutkeime, 
und sollten nicht auch hier, wie im Thierreiche 
endlich die Arten durch Theilungen fortgepflanzt 
werden ?. Diefe . Art von Fortpflanzung ist doch 
sonst auch den Pflanzen nicht fremd, und wird 
an den gröfsten ‚unter ihmeny'"den Bäumen, von 
der Kunst bewirkt. ern 

Setzt man endlich noch hinzu; dafs höchst 
wahrscheinlich nicht alles Pflanze ist, was auf 
Pflanzen einen organischen Bau hat, ihnen aber 
fremdartig ist; dafs die Pflanzen wohl eben so 
gut als die Thiere Hautausschläge, Balggeschwul- 
sten, u. d..gl. haben können, dafs diese: Kranks 
heiten. wie''bei den Thieren einen :organischen 
Bau haben müfsen; dafs bei den Pflanzen nicht, 
wie bei den höhern Thieren, die Lebensquelle 
an eine oder zwo Stellen gebunden, sondern’ dureh 
den ganzen Körper vertheilt ist, dafs also noch 
lange nach dem Hiebe, welcher den Baum von 
der Wurzel trennt, noch theilweise Lebenskraft 
da seyn könne, wohl nicht hinreichend, das totale 
Leben wieder herzustellen, was gleichwohl in 
einzelnen Fällen möglich ist, aber doch hinreicht, . 
Ausschläge zu bewirken, welche auf organischen 
Wegen, und organischen Substanzen gebildet, 
nothwendig eine organische Form haben müssen. 
Dadurch wird begreiflich, ‘wie sogar aufgeschei«- ' 
tertes Holz noch verschiedene sogenannte Haut« 


pilze, und einige Substanzen, die man nnter die 
Flechten bringt, zu erzeugen vermöge. 
WW Correspendenz 
(Ueber Myosotis.) 

ı. Das prachtvolle Exemplar Ihrer Myosotis 
alpestris von der Pasterze hat mir viel Freu- 
de gemacht, allein ich bitte Sie, diese Pflanze 
der Wahrheit zu Ehren künftig als M. suaveo- 
lens Kit. zu geben, denn es ist eine ganz an- 
dere als diejenige welche Sie in Ihren ehemali- 
gen Cent. plant. rar. praes. alpin. mit gedruck- 
tem Zettel als M. alpestris Schmidt, vom Unters- 
berge ausgegeben haben... Diese Smidtische 
Pflanze ist der M. sylvatica Ebrh. sehr ver- 
wandt, und unterscheidet sich fast blos durch die 
kurzen Blüthentrauben, die jedoch auch in der 
Ebene, bei der Kultur im Garten so kurz blei- 
ben, bei der M, sylyatica aber wie bekannt oft 
die < Länge des ganzen Stengels übertreffen. 

- Meine. Observationes in Myosotidis 
genus, in den Amoenit. Bot. Dresd. spec. I. 
sind in der Flora so ehrenvoll erwähnt woı den, 
dafs ich mich dadurch beschämt fühlen möchte, 
denn ich habe Ursache gefunden, die Mängel die- 
ser kleinen Gelegenheitsschrift verbessert zu 
wünschen, und für Schuldigkeit erachtet, die Re- 
sultate meiner fernern Untersuchung über diese 
zierlichen Gewächse, den Botanikern mitzuthei« 
len, Ich fand hierzu keinen angenehmern Weg 
als die geschäzte Deutschlands Flora von unserm 


ag) 


77 


vortrefflichen Sturm. Das 42, Heft derselben 
enthält eine Monographie der deutschen 
Vergifsmeinnichte, wozu ich auch die Plat- 
ten gezeichnet habe, es aber als einen wichtigen 
Umstand erkenne, dafs der scharfblickende Her 
ausgeber jener Flora, bei dem Stiche derselben 
meine Originalexemplare nochmals genau geprüft, 
mit den Zeichnungen verglichen, und, was mich 
am meisten freuete — alles richtig befunden hat. 
Da dort der Einrichtung gemäfs, alles deutsch 
seyn mufs, so würde es vielleicht nicht unzweck- 
mälsig seyn, die lateinischen Diagnosen, Ihrer 
Sylloge, welche eine recht angenehme und 
wichtige Erscheinung werden wird, zu inseriren, 
zu welchem Behufe ich sie beilege. Die Mono- 
graphie ist übrigens fertig, und enthält auch eine 
allgemeine Einleitung. Die dabei angezeigten 
Druckfehler bitte ich vor dem Gebrauch zu ver- 
bessern. Im. 43. Heft folgt die Gattung Echi- 
'nospermum, wozu E. Lappula Sw. (Myos. 
Lappula L. Wahlb.) E. squarrosum R. (M. squar- 
rosa Retz M. Lappula 'auct.) und E, deflexum. 
Lehm. (M. deflexa Wahlb.) fertig sind: Die- 
sen folgen Tetradynamisten, und Barbarea 
vulgaris RB. Br, nebst Barb. arcuata R. (Evys. 
arcuatum Op. Pr.) sind auch fertig, und so hoffe 
ich zu Erfüllung des allgemeinen Wunsches,. die- 
ses Werk schneller fortgesetzt zu sehen, ein 
Scherilein beizutragen, 

L. Reichenbach. 


78 


2. Die mir gütigst mitgetheilte Nachricht 
von dem diesjährigen gelinden Winter und der 
damit verbundenen frühen Vegetation zu Regens- 
burg, *) so wie mehrere Zeitungsartikel über die- 
sen Gegenstand im südlichen Deutschlande, ver- 
anlassen mich Ihnen nachstehendes aus unsern nörd- 
lichen Gegenden zur Vergleichung mitzutheilen. 

Im botanischen Garten zu Greifswald blühe- 
ten in den letzten Tagen des Decembers folgende 
Pflanzen im freien Lande: Hyacinthus botry- 
oides, Thymus montanus, Erica carnea, und 
Daphne Mezereum; in fast allen andern Gär- 
ten aber Primula acaulis purpurea, und alle 
Staudengewächse trieben so freudig aus der Er- 
de hervor, wie solches sonst kaum im Anfange 


- März zu geschehen pflegt. VVährend unsere Gär- 


ten auf diese Weise ein Bild des Frühlings ga- 


‘ben, umschwärmten Eisenten, nordische Gänse 


und Alken unsere Küsten. 
Greifswald im Jan, ı822. 
Dr. Hornschuch 


If, Botanische Notizen 

(Neueste Nachrichten aus England und Schott- 
land; mitgetheilt von Hrn. Dr. Hornschuch.) 
Sir Jac, Smith hat Linne’s Correspon- 
denz bekannt gemacht, welches Werk für den 
Naturforscher von hohem Interesse ist — Ge- 
genwärtig beschäftigt sich derselbe mit der Her- 
ausgabe einer englischen Flora in engl. Sprache. 
John Lindley setzt seine unübertrefllichen 
Collectanea botanica fort und erndtet dafür 


*) Bei Regensburg hatten wir his Ausgangs Decembers 
1821 weder Frost noch Schnee, sondern meistens trübe 
Tage, Regen und Wiud, bei 5 — 8 Grad Wärme, An 
blihendeu Gewächsen wurden Ende Dec, folgende be- 
merkt: Achilles millefolium, Tedia olitoria, Gerautum. 
eicutarium, Sherardia arvensis, Bellis perennis, Viola 
arvensis, Anemone Pulsatilla, Caltha palustris, Pimpi- 
nella Saxifraga und Primula acaulis purpuren. 


79 


Ruhm und Bewunderung. Robert Brown, 
den von Humbaldt einen der gelehrtesten Bo- 
taniker unserer Zeit und aller Jahrhunderte 
nennt, *) arbeitet gegenwärtig an einer Ab- 
handlung, betiteli: „Botany of the Arctic 
Regions‘“ weiche einen Theil von Parrys 
Narrative ausmachen und sehr interessant wer- 
den wird. Er beschreibt in dieser Abhandlung 
ein neues Genus und mehrere sehr merkwürdige 
Pflanzen, unter diesen befinden sich Voitia ni. 
valis! und eine neue Braya! W.J, Hooker 
gab im verwichenen Sommer seine Flora Sco- 
tica heraus und beschäftigt sich gegenwärtig mit 
der Herausgabe einer Zeitschrift über ausländi- 
sche Pflanzen mit Bupfern, die sehr viel Neues 
und Interessantes enthalten wird Den letsten 
Sommer machte derselbe eine Reise in die Schot« 
tischen Hochgebirge, auf welchen er unter an- 
dern seltenen und interessanten Pflanzen auch 
Eriocaulon septangulare und Andreaea ni. 
valis in sehr vollkommenen Zustand, so wie viele 
andere seltene Moose sammelte Auf dieser 
Reise begleitete denselben Mr Greville aus 
Edinburg, ein sehr tüchtiger Botaniker, der ge. 
genwärtig ein Werk über die Pilze Schottlands 
ausarbeitet, welcher Arbeit er in jeder Hinsicht 
vollkommen gewachsen ist. 
IV. Anzeigen 
(Ueber einen Verein zur Beförderung naturwis- 
senschaftlicher Heisen.) 

„Zum Andenken an den in der Gegend von 
„Palermo ermordeten Naturforscher, den Prof, 
„Schweigger aus Königsberg, soll ein Verein 
„zur Beförderung naturwissenschaftlicher Reisen 
„gestiftet werden. Denn es würde unschicklieh 
„seyn und unwürdig zugleich, ein so empören- 
„des Ereignils, wie jene grausame Ermordung 
„eines bekannten und verdienten Naturforschers, 

*) 8. Isis Heft IL. p. 103%. 


D 


r 


60 


„vorübergeben zu lafsen, ohne wenigstens etwas 
„anzureihen, was im Geiste des Verewigten ver- 
„anstaltet, das Gemüth derer, die ihn seines Sin- 
„nes und seiner Wissenschaft wegen. liebten und 
„jetzt ungern vermilsen, wieder aufrichten und 
„ibnen gleichsam als ein Denkzeichen dienen 
„könnte an der Stätte seines Todes. Und wenn 
„seine Geistesverwandten schüchtern durch sein 
„trauriges Ende gemacht werden möchten, bei 
„ähnlichen ruhmwürdigen Beginnen : so geziemt 
„es sich, neben jene entsetzliche Geschichte et- 
„‚ was hinzustellen von entgegengesetzter Art, was 
„wieder ermuntern und dem Muth beleben könne.“ 

Mit diesen Worten eröffnete der Bruder des 
Verblichenen, der Hr. Prof. Schweigger zu 
Halle, im 3. Heft des dritten Bandes des neuen 
Journals. für Chemie und Physik, seinen wohl 
ausgedachten Plan einer mit der Frankischen Stif- 
tung zu Halle zu verbindenden Stiftungsgesell- 
sehaft zur Verbreitung reinerer Naturkunde, zu 
nächst für Ostindien berechnet, und nicht blos 
darauf gerichtet, Beute zu holen, sondern auch 
Gutes zu bringen. Ausserordentliche Mit. 
glieder unterzeichnen einen nach Willkühr zu 
bestimmenden Beitrag, und auch die kleinste Ga- 
be wird dankbar erkannt. Der jährliche Beitrag 
eines ordentlichen Mitglieds geht von ei- 
nem Dukaäten bis zu einem Friedrichsd’or, 
wofür ihm die entsprechenden Vorrechte zu Theil 
werden. Das Uebrige ist a. a. O, nachzulesen. 

Um dem ausgezeichneten Verdienst des bei 
Palermo ermordeten Prof. Schweigger, 
nach meinen schwachen Kräften, die beste Steuer 
zu bringen, erbiete ich mich, in den Gegenden 
des Niederrheins Beiträge anzunehmen, und hoffe, 
dafs Freunde und Gönner der Wissenschaften 
mich nicht werden leer ausgehen lassen. 

Bonn den 20, Jan. 1822. 

Prof. Nees v. Esenbeck. 


Flora 


‘oder 


Botanische Zeitung, 


Nro. 6. Regensburg, am ı4. Februar 1822. 


wen Wyenweh or 
1. Recensionen. 
Lehrbuch der Botanik, zu. Vorlesungen und zum 
Selbststudium, von G. W. E. Wenderoth, 
: Prof. der Botanik zu Marburg etc. Marburg 
bei Krieger 1821. XVI. und 590 S. in gr. 8. 


‚Wi. eilen, unsere Leser auf ein nenes Lehr- 
- buch der Botanik aufmerksam zu machen, das, al- 
len Erfordernifsen eines solchen Werks im schön- 
sten Ebenmaalse genügend, werth ist, von Anfän- 
gern studirt, von Meistern gelesen und benuizt zu 
werden. 

‚Da der Zweck .einer Anzeige und’ der einer 
Kritik wesentlich verschieden sind, indem jene zu 
charakterisiren, das Uebereinstimmende zu zeigen 
und das organische Bild eines Geistesprodukts zu 
entwerfen hat, indels_die letztere den. dialectischen 
Gegensatz hervorruft, damit, {nicht wie es so oft 
leider der Fall ist, das liebe Ich des Rezensenten, 
sondern) die Idee in ihrem Verhältnifs zu diesem 
Besonderen sichtbar werde, so halten wir uns hier 
an folgende, mit dem Inhaltsverzeichnifse zu bele- 
gende Eig genschaften dieses Werks : 


u F 


82 
"Wohlbegründete Ordnung, forischreitend 
vom Allgemeinen zum Besondern der speciellen 
* Kenntnifs und praktifchen Anwendung, Die Ein-: 
leitung von $. ı — ı4. bestimmt das Object und 
den Begriff der Botanik, und zeigt den Organismus 
des. Begriffs dieser Wissenschaft als Encyklopädie 
derselben. Naturwissenschaft und Naturbe- 
schreibung der Gewächse werden mit Recht als 
untrennbar und nur im Begriff gesondert darge- 
stellt‘; — von dem Aeussern ‘dringt die Zerle- 
gung mechanisch oder chemisch ein. — Das 
'äusserlich und innerlich Betrachtete zeigt die Phy- 
tonomie,im bewegten Leben, Kultur und Phy- 
toiatrie schlielsen sich an, aber die Form, wie 
die Erde, als Ganzes, ihre Pflanzen anpflanzt und 
kultivirt, erweitert, als Phytogenie und Geo- 
graphie der Gewächse, (Phytotopologie,) bald 
den ‚Gesichiskreis. Die Systemkunde wird Mitt 
lerin und Führerin durch den. weiten Garten, — 
sie ruht auf der Terminologie und sucht, als 
"höchste Idee ihrer Stufe, die Metamorphosenlehre, 
Aus diesen acht Gliedern baut sich die allge- 
meine Botanik und geht mit ihnen, als mit. le- 
bendigen Organen, hinüber in die beschreibende 
und behandelnde Praxis: — So geht die Wis- 
senschaft aus einem allgemeinen Theil, der Ge- 
schichte, Literatur und Hilfsmittel des Stu- 
diums, (Herbarien, botanische Gärten, Beisen etc.) 
abhandelt, — also rein historisch und dadurch ih- 
Ten praklischen Zweck ankündigend, — auf den 
besonderen Theil über, und erscheint hier wie- 


83 


‚der dreikörperig, als. Bhytonomie, Methadplo-. 
gie,und Phytographnlogie. Als Phytanomie 
durchläuft sie die oben benührte enceyk]epädische: 
Gliederung, sucht im,.ersten, Kapitel Begriff und 
Wesen, der Pflanze ‚erfahrungsgemäls. ‚ZU: bestim- 
men, und.handelt dann im zweiten. ‚Kapitel, PO 

den ‚gnatpmischen,; Systsmen, der „Rilanze;. im 
dritten von ihren Orgagen, im vierten, von, 
den äussern. Formen,rats Merkmalen, Ada der 
Kunstspxache, : im, fünften, von dex, Marphgr . 
logie, im sechsten ‚yon,;den inner ‚Lebens- 
verrichtungen der Pflanze ‚. (die, wir. doch nicht, 
als Phytochemig bezeichnen, müchten) „im aiebenr. 
ten ‚yon. der P.hytoiatgie,.im, achten. ‚von, den. 
Mifshildungen, im nennten ‚von, dem,;V.are, 
kommen der Verbgeitung ‚und, Yenthalpus, 
der-Gewächse auf dex,Erde,, im zehnten: von, 
der irdischen Geschichte, der Pilanzen, ‚im. 
eilften endlich von der, ‚Pflanzenphysjologie. 
Die Methodologie zerfällt in fünf, Kapitel, ı) 
Von den Ver wandtschaftsverhältnißsen den 
Gewächse und der Zusammenreihung der Ner=, 
schiedenen ‚Formen‘. derse!ben überhaupt, >) Von. 
den Pflanzensysitgmenm insbesondere, nach 
Zweck, Art und Geschichte, 3) Linne’s System,. 
als Repräsentant der künstlichen _ Methode, 4) 
Jussiews Pflanzensystem, als Repräsentant der 
natürlichen Methode, — 5) Oken’s System, ala 
natürliches System. ‚Eine Anleitung zum Ge 
brauch der künstlichen Methode schlielst, 
Die Phytographologie giebtim ersten Kapitel 

' Fa 


84 


die thHödretischen Elemente der beschrei- 
benden’Bötanik, als Anleitung zur Praxis; und 
im Eee. praktische Regeln für den’an- 
gehenden Botaniker, 'womit' der" Verfasser sei- 
ne "Föglidge, wohlangewieseh, an der eröffneten 
Pfoftd des Gartens, f freündlich ermahnentl, und 
gleichsain ‚Zurü Abschied ‚die‘ ‚Bande! "aüskend; 
verlätst, ' BE ee 

» Freilige una: yerdhlitke Ausführung im 
Bersnaehen "Keit "Elssdiwiid vor’ dem ander 
vörgezögen "dder um "der ‚ändern? wiflenverhach- 
1abagt." ey Können: hieb: Tresonders . ‚die Behand! 
king‘ "der Organiölögie zühklen‘, und die "Art had 
weise, wie -daratıs mit: weriigen! "Zügen die Gfund- 
sätzedet T erminologie hergeleitet werden; ebenso 
die gründliche Behandlung der Systematoliogiej 
die iff-der' gweckmäfsigsien Folge von 5 387 
449, wäshden? sie den’ „wichtigen Punkt der Achn- 
Yichkeit"den Forkt'ubdder wie barühre 
hät,. die’ Begriffe von natürlichen! »Fahhilien, 
Sippen, Arten, Zusammenstellungen des Be- 
sonderen nach natürlichen und künstlichen Syste- 
zen und ‘Methoden erörtert, dann die Theorie 
derselben ’ aufstelli, das Positive über Klassen- 
Ordnungs - Gattungs - 'Artencharaktere, 
Namengebung, Synonymik etc. ansspricht, und 
überall das Nöthige und Wesentliche zur Verstän- 
digung des Schülers hervoxrhebt. 

Praktische Richtung und Anleitung, so- 
wohl zur Kenntnils, als zum Gebrauch der 
Mittel. Wir rechnen hieher den ganzen allge- 


meinen Theil, der eine reiche, wohlgeordnete 
Literatur auf 57 enggedruckten Seiten enthält, und 
sich miltelst dieser an die darauf folgenden Para- 
graphen: ‚Literatur, Herbarien ete. anschlielst; — 
desgleichen den ganzen Abschnitt von der Phyto- 
graphbologie, der die praktischen Regeln über die 
Erfordernißse einer gnien ‚Beschreibung, über ihre 
Bestandihgile, über Nanengefung, Diagnosen, Ab- 
hildungen, Formen der ‚Werke der Beschreihenden 
Botanik 1, s. w., enthält. — Eine vollständige 
Pflanzenbeschreibung ist „die Naturge- 
„schichte ‚dieser Pflanze ($. 522.) sie mufßs uns al- 
„so mit ihrem ganzen Seyu und Wesen, bekannt 
„machen und soll sich daher keineswegs mit der 
„Darstellung ihres Bildes, in , einem bestimmten 
„Momente, des, Seyns, als. etwas. Ahgesehlofsnen 
„und: Vollendaten, begnügen.* Dieseg.ist nur die 
partielle. Beschreibung; zur vollständigen. Be. 
schreibung ‚gehören noch ferner: Namen der 
Pilanze und deren. Ableitung, Angabe der Klasse 
und Ordnung, so wohl des künstlichen als des 
natürlichen. Systems, in welcher die Pflanze steht, 
der Charaktere, die sie dahin verweisen und 
der Unterscheidungsmerkmale, die sie von 
den Angrängern sondern, Aufführung der Spielar- 
ten, Synonymik, Bezeichnung der Abbildun- 
gen, topographisches Verhalten, (Verbreitung, 
Standort.etc,) Zeit des Aufkeimens, des Aus- 
schlagens, Aufblühens, der Fruchtreife, Ei- 
'genihümliehkeiten anderer Art, Anomalien, 
Kräfte, Nutzen und Gebrauch. 


- 


86 


Als Beispiel praktischer Gründlichkeit, worin 
:sich zugleich der ‘Ton des Vortrags spiegelt, gebeh 
wir aus $. 368, die nach der Philosophia botanich 
Fecht nähe gelegten Vorschriften für den angeher- 
den Botaniker De . 

3, Mit" sämmtlicher Theilen der Pilanze, Be 
nennung, Bedeutung und Bestimmung derselben, 
nebst‘ den vpn ihnen hergenommenen' Merkmalen, 
sich sö genau und vollständig, als möglich, bekannt 
zu machen, ist Has Erste Art 1 Nöthigste, v wonach zu 
"strebeh: Bin en . i 

gr Die Semeinsten ; "überall vorkommenden 
Pflanzen 'nirr" erst empirisch (dem Habitus nach) 
kennen Zu ‚lernen, muls man sich ‚benühen und da- 
"zu die Excursionen benutzen! er 

3. Daneben sammle, betrachle, untexsuche, 
trockne mahı so viele Pflanzen, als man nur immer 
"Kann, kunstmäfsig nach den gegebenen Regeln, und 
bewähre sie 'alsdann auch ‘also geordnet Auf, 

'4. Mit dem Systeme sich recht vertraut zu ma- 
‘chen, muß’ ıhan 'unablälsig bemüht seyn: zu dem 
Ende an allen bekannt gewordenen Pflanzen div 
Fractificationstheite untersuchen, und mit’dem Clas- 
sen - 'tnd Ordnungscharakteren vergleichen , sich 
aber auch an unbekannten üben, ihre’ Stelle im 
Syätem ausfindig zu machen. Ani besten dienen 
anfänglich dazu Pllanzen ‘mit grolsen atıd vollstän- 
digen Blüthen, und keine sind mehr zum ersten 
Studium zu empfehlen, als die der ı2. Classe, be 
sonders die aus der Familie der rosenaxtigen Ge 


wächse, und von diesen wieder die Obstarten. 
N 


87 


5. Von den kennen gelernten Gattungen unter- 
suche und vergleiche man nur erst ungefähr 50 
mit den Beschreibungen ihrer Charaktere in den 
generibus plantarım, 

6. Darauf versuche man, die Gattungscharaktere 
von 50 anderen auf dieselbe Weise zu entwerfen: 
diese werden dann mit denen in den generibus plan- 
tarum gegebenen verglichen und nach ilınen he- 
richtiget, “ 

7. Von ebenso viel oder auch mehreren Arten 
verfertige man Beschreibungen (descriptiones) nach 
den Regeln der Kunst: so, dafs man vom Einfa- 
chern und Leichtern zum Schwierigern übergeht, — 
Diese Beschreibungen werden dem Lehrer zur Be- 
richtigung vorgelegt. 

8. Den Demonstrationen und Excursionen flei- 
fsig beyzuwohnen, soll man sich zur besondern 
Pilicht machen. 

g. Die Grundsätze der Wissenschaft kennen 
und verstehen zu lernen, mufs man mit unabläfsi- 
gen Fleilse bemüht seyn. — Sie zu erläutern und 
immer mehr zu begründen, st das lebenslängliche 
Bemühen des ächten Botanikers. 

ı0, Mit der Geschichte und Literatur der Wis- 
senschaft muls man sich vertraut zu machen und 
besonders’ die Werke wohl kennen zu lernen su- 
chen, welche über die Arten Auskunft geben, 


® 


11. Man mufs sich gewöhnen, die Synonymen 
zu verfolgen, von den neuesten bis zu den ältesien, 
oder dem Entdecker kin, und daher das Studium 


88 


der Alten und, der Quellen überhaupt sich - anpe- 
legen seyn lassen, 

ı2, Soll man den besondern Eigenschaften der 
Gewächse, ihrer innern Natur, dem’ Nuizen und 
Gebrauche derselben fleisig nachforschen und das 
Erforschte bemerken, 


13. Neben dem künstlichen Systeme, und über. 


seinem Gebrauche, das natürliche nicht zu vernach- 
lälsigen, mitröfster Aufmerksamkeit vielmehr den 
Verwandtschaftsverhältnissen der Gewächse nach- 
zuforschen, und jenes zu studieren, kann nicht 
genug empfoblen werden. 

'ı4. Dafs man keinen Theil der Wissenschaft 
und des Systems vernachläfsige; sich nicht begnüge 
mit irgend einer Auswahl, eiwa nur die vollkom- 
menen, phanerogamischen Gewächse allein studiere, 
und die cryptogamischen verachte, davor sollte 
‘schon die Bemerkung bewahren, dals die Natur im 


Kleinen am Grölsten; in einem, organischen Ganzen: 
aber auch kein Theil überllülsig. ist, vielmehr einer- 


den andern trägt, und einer durch den andern er- 
hellt und erläutert wird,: auch das Studium des 
Ganzen nur allein ein gründliches und fruchtbares 
seyn kann. 

15. Den Gebrauch der Göttergabe, Mikroskop 
genannt, kennen zu lernen, um die feinern Theile 
und den. innern Bau untersuchen und bemerken 
zu können, mufs man 'sich bemühen, 

16. Endlich hüte man sich zu wähnen, dals 
Botanik im Pflanzensammeln und in blosser Namen- 
kenntnifs bestehe; dafs derjenige schon ein Bota- 


89 


‚niker sey, welcher viele Gewächse dem Namen 
nach kennt: denn nur derjenige ist es, der sie wis 
senschaftlich kennt; der die Wissenschaft "selbst 
pflegt, und ihre Grundsätze befolgt. 

Guter historischer Hintergrund, von 
$. 30 — 37. ee 

Vollständige Auseinandersetzung dex 
beiden einflufsreichsten‘,Systeme,. des Lin- 
neischen und Jussieuischen, inf 356 und 357. 

Beachtung höherer Bestrebungen in 
Okens System. 

Alle diese Darstellungen nicht ohne eigne, 
mehr durch die Behandlung, als durch 'egoistische 
Opposition  lautwerdende Beurtheilung ,', und im 
.Ganzen daher, vornehmlich ansprechend, ein klarer 
und lebendiger Gedanke des Autors. . 

Die bequeme Eintheilung in Paragraphen, zwi- 
schen denen erläuternde und ausführende . Sätze 
mit kleinerer Schrift, eingeschaltet werden, erleich« 
tert den Gebrauch, Die. Verlagshandlung hat ih. 
rerseitg auch für eine angenehme Aussenseite ge- 
sorgt. Kupfer fehlen, E ‘ Nvw.E 

UL. Botanische Notizen. 
(Kurze Hindentung anf Okens Pilanzensystem,) 
‘.Oken war bekanntlich einer der ersten, wel- 

che den Begriff von Natürlichkeit läuterten, der 
erste aber unstreitig, welcher diese wahre Natür- 
lichkeit auf Klassifieation der organischen Reiche 
durchgreifend praktisch anwendete, und diese in 
reine Beziehung stellte mit der unorganischen Welt, 
Er war nämlich der exste, welcher sie durchführte 


95 


bis-äng kleinste Detail, und nur sein Prinzip, die 
. Beachtung .der.Entwickelung einzelner Organe aus- 
einander,:und deren Verhältnils zu einander, konn- 
te eine folgerechte Zusammenstellung zulalsen, Die 
Unmöglichkeit, einer linearen Anreihung natürli_ 
‘cher Wesen für natiwrliches System, sprang nach 
der: durch ihn gewährten Anschauung deutlicher 
ins Auge, ‚und nur .die auf diese Basis gestülzten 
spälern Versuche. sind als wahre natürliche Syste- 
me zu betrachten, . Aber ziemlich das Thierreich 
allein hatte sich dergleichen zu erfreuen, für das 
"Gewächsreich erwartete man von dem Gründer die- 
ser. Schöpfung selbst noch. eine fafslichere Deu- 
tung, und. diese ist es, welche wir in dem Hand- 
buche der Naturgeschichte für Schulen 
(Leipz. b. Brockhaus) finden. Schon die frühere 
Entwickelung des Pllanzensystems, in Dietrichs 
bot. Jousnal St. 1..dsgl. in der Isis ı8ı9. Ill, p. 445, 
Zeugte von einem freien Ueberblicke über die ve- 
‚geiabilischen Wesen. Man findet dieses System 
doch wenigstens in einem Handbuche der Bota- 
nik, nämlich in dem zuleizt erschienenen von Wen- 
deroth, in welchem man überhaupt, ungeachtet 
seines geringen Volumens, so manches nicht ver. 
geblich sucht, gehörig gewürdigt; und wir wün- 
schen, dafs alle, die für so etwas Sinn haben, selbst 
nachlesen möchten, was der Verf, den selbst ähn- 
liche Ideen leiteten, ohne durch diese ein Priori- 
tätsrecht erlangen zu wollen, theilnehmend und 
 durchdrungen von der: Vortrefllichkeit der Oken- 
‘schen Ansichten, in’ einer lebendigen Sprache über 


9% 


letztere ausspricht, da wir'niellt im Stande sind, 
einen Leser tiefer in das Wesen der Sache einzu- 
führen, als dort. geschehen is. Okens jetziges 
System, eigentlich dasselbe, ist vorzüglich nur in 
der höheren Gliederung ‚abgeändert, und wie wir 
meynen, verbessert; denn diese Gliederung greift 
tiefer ’ ein in das Wesen der Vegetation, sie stellt 
üte Gesammtkeit. eines 'wegetabilischen Organismus 
in der Gesammtheit eines organischen’ Systems le- 
bendiger dar, und wird so die Lösung des höch- 
sten seit Anbeginn der Wissenschaft gegebenen 
Problems, Die obersten Glieder waren sonst : 


A. Stock. 
L Wurzel = = Acotyledoneae. 
1 ‚Stengel == = Monoecotyledoneae, 
On Laub == Apetalae. ” 


B. Blüthe 
IV. Saame == Gymnospermae 
V. Gröps == Angiospermas, 
VL Blume = Polypetalae, 
GC, Frucht, 
\ vu. Fracht — == Pentapetalae, 


Gegenwärtig erscheinen ‚die Stufen zweckmäs- 
siger 50: 
A. Bingeweide R 
l. Mark, inneres Gewebe. (Pilze.) 
4, Zellen == Zeller. 
© 2. Adern oder Saftröhren (Zwischemick- 
lengänge.) &= Aderer. 
3. Drofseln, Spiralgelälse = Drolsler. . 


. B. Leib. 
„SE x IL. Stock. 
ı  -& Wurzel, grüne Acatyledoneae. 
..&. Stengel, Monocotyledoneae, . > 
6. Laub. Apetalae. 
1; Blüthe 
“7. Saame = Gymnospermae.. 
8: Gröps (Kapsel, Hülle u. s. w.) = Mo- 
nopet, angiospermae. 
g. Blume (Corolle) — Polypei calyci« 
florae min. : 
IV. Frucht. u 
10. Frucht == Polypet. thalamillorae. 
Wenn man die Durchführung dieses Systems 
verfolgt, und anstait der den Unkundigen stören- 
den neuen Namen der Sippschaften und ‚Sippen, 
die bisher dafür gebrauchten nimmt, so kann man 
sich nicht enthalten diesen Bau freudig anzuslau- 
nen, und mit Dankbarkeit gegen seinen Schöpfer 
zum 'erstenmale mit einem Blicke das Ganze der 
Vegetation lebhaft zu überschauen. Das Einzelne 
unterliegt hier und da noch kleinem Abänderungen, 
allein das Schema, so wie es jetzt ist, möchte fest 
stehen. . Die drei Gliederungen 7, 8, g. wollen an- 
fangs nicht einleuchten, betrachtet man aber die 
Entwickelung der Organe, so werden auch diese 
klar. Der Einflufs dieses Systems auf ein, philose- 
phisches Studium der Botanik kann: nicht unbe- 
deutend seyn. Mehrere Mängel im Einzelnen er- 
kennt der bescheidene Verf. schon selbst, und wird 
sie abändern. Es wäre,zu wünschen, dafs recht 


98 


viele däfür empfängliche Botaniker diefs System 
studirten,; und die aufgefundenen Mängel in der 
Flora anzeigten. Die Mittel zum Studio: des. na- 
türichen Systems denke man sich nicht zu. uners 
reichbar, ‘denn: sehr richtig wer gewißs..der uns 
brieflich gegeben& Ausspruch eines einsichtsvollen 
und mit dieser Sache 'gariz vertrauten Botanikers: 
„inöge. doch -heiner die Flerw deinen Donfer zu ge- 
ring achten) um durch‘ sie zur Ausbiltumgr ddsinan 
tüirlichen : Systems beizutragen !* — . Wir behäkten 
uns vor; ein auf obige Weise (durch Umtuuschung 
der Namen) -abgeändertds: Schema des Okenscheh 
Systems, nebst einigen Berherkungen, der Redaotion 
der Plön! 'zu beliebigen Gebrauch vorzulegen,“ S 
" - ö ar GE 70 

IH. Bea tan rung ed. 2 my 

- Antwort di Wie Aufrage :in’dew Flora 1821. pP. 74y, 
In Mönchs Herbarium- findet: sich keinel:Ga- 
rex graeilis, wie in Marburgs Flora kein Beeren- 
berg. Den Berg welchen Mönch fälschlich so nennt, 
habe: ich ‘oft genug durchsucht, aber niemals das 
von ihm unter obigen Namen beschriebene Riedgras, 
noch auch anderwärts in’ unsrer Gegend gefunden; 
. wohl aber in meiner Sammlung, noch aus jener Zeit 
her, wo ich mit Mönch botanisirte, eine Pflanze 
dieses Namens, welche ‘aber ganz gewils Carex 
montana L, ist. Was Mönch für diese ansah, ist 
Leers Carex montana i. e. €. ciliata Willd; -Ob 
nun auch Mönch die C, montana L, unter seiten 
C. gracilis verstanden, wage ich nicht mit-Gewils- 
heit zu entscheiden, weil mir grade in diesum Falle 


A 


g% 
die dazu erforderlichen‘Notizen abgehen; wir auch 
leider.sein Herbarium nicht zugängig ist, um. aus, 
andern anf der Stelle anzustellenden. ‚Untersuchun- 
‚gen und Vergleichungen geeignete Conjeeturen zie- 
ben zu können. Doch zweifle ich. aus guten Grün- 
den an.diesem Verhalten. der;Saghe; und ‚erkläre 
mir dieselbe . vielmehr auf.andere Weise, ‚Mönch 
war (aus! allerlei‘. Absichten) eine. Zeitlang .eifrig 
bemüht ‚mehrere der, Marburgischen Flora ahge- 
hunde. deutsche Gewächse . durek.. Ausstreuen von 
Seastsndersblbengi. ginzumerleiben. Sie..sind, bei- 
länfig ‚erwähnt; sich selbst überlafsen, natürlicher 
Weise;alle wieder. darang verschwunden, So mag 
es auch „mit Car ex: mucronata. All, gegangen ‚seyn: 
denn das ist doch höchst wahrscheinlich das Sy- 
nonym zu ‚0. grarilis Mönch —. Carex ambigua 
Miöngh ‚äst. „diejenige; Form -von C. glauca Scop. 
beiyder:die Achreu.sahr ‚genähert stehen, . 
welt ba, Proß, Wenderoth. 
. .  W.Corriosa, 

‚ Nach Poiret’s Behauptung (Eneyel. method. 
Botanigne Suppl, T, Il. unter dem Artikel Correa) 
wäre der Name Cörrea für vier verschiedene 
Genera gebraucht; nämlich. ı) für. das von Smith 
so benannte genus Correa. 2) für das genus 
Aegle. 3) für Ferronia,und 4) für Doryanthes, 
Die drei letzteren genera sind aber von Correa 
de Serra in den Transaotionen der Linneischen 
Gesellschaft beschrieben worden, und werden das 
erste von Persoon synop. 1l.-p, 73. mit dem Citat, 
Correa in aclis etc. das zweite von Willdenow 


Ei 


Tom. IV, p. 973. mit dem Citat: Correa, Act. soci 
Lond. etc. und das dritte von RB. Brown prod, Nov’ 
Holl, p. 298. ‚wieder mit dem. Citat: Correa 
Act. soc. Lond, etc, abgehandel; Poiret nalım 
nun das Correa, was der:Name des Autots'ist, 
Jür den Namen eines Synonyms. : Auch. inintuerer 
Zeit war Poiret von seinen Wahne noch“ nicht 
zurückgekommet, denn’ sewagbam. Dictionnaire des 
sciences ‘hist, nater.. T: KIN. X 46% - Wter:dem 
Artikel Doryanthes: le.genre avoit- d’abord recu 
le nom de Correa. applique:& plusieürs autres 
genres eic. ee Er ü 
4 Lesefrücte oo 
Die Isis, ‚die bekannte: encyelopädische Zeit- 
schrift von Hrn, Hofrath. Oken, enthält ' Folgende 
botanische Aufsätze und Naehrichten: - .! i 
Jahrg, ı822. ' Erstes Heft. 

Ueber. Hrn. Prof. Wenderoths Lehrbuch der 
Botanik eine sehr lesenswerthe. Recension, davon 
wir folgendes ausheben: „das. erste Erfordernifs 
eines guten Lehrbuchs der Botanik ist ‚jetzt, dals 
es die Terminologie zurück dränge und an deren 
Stelle den Geist der Pflanze in das Pilanzenreich 
ausbreite, damit der Zögling erkenne, das Pilanzen- 
reich sey nur eine Ausbreitung der Pllanzen -Idee 
oder der höchsten Pflanze selbst, damit er deren 

\ Repräsentanten in Feldern und Wäldern selbst auf- 
zusuchen gereizt werde, und sich freue, au dem 
Bau des Pflanzentempels selbst zu arbeiten, nicht 

‚» blos Steine und Mörtel herbei zu schleppen“ u, s. w, 
Eine Anzeige von Legons de Flore, per 4 


96 


E..M. Poiret-{Vergl. Flora 1822. Beil. p, 42.) nach 
welther ‚von diesem. Werke das leizte Heft oder 
das ı7le ı820 erschienen ist. Jedes Heft enthält 
2.4 Bogen Text; mehrere gut illum. Kupfer, und 
kestet.2 Fr. . „diese Hefte enthalten eine vollstän- 
dige.Germinologie,.bildlich und. nach neuen Zeich- 
niuigen’ dargestellt, reinlich und bestimmt, wie al- 
les was die Franzosen machen. In den 5 lelzteh 
Heften ist eine Art won botan. Theorie von Tur- 
pin, worinn viele interessante Ideen, Vergleichun- 
"gen und Combinationem vorkommen, welche den. 
Geist anregen, der Botanik neue Freunde gewin- 
nen, ung ein neues, Feld eröffnen werden u, s. w. 

-W. Bemerkungen 

.... (Ueber cultivirte :Aconita.) 

Ich habe es sehr 'zu: beklagen gefunden, dafs 
mir die prächtige Monographie der Gattung Aco- 
nitu-m nieht- eher zu Gesicht kam, worin ich aus 
meiner gar nicht angenehmen Erfahrung, alle die- 
jenigen welche Aconita anbanen wollen, recht sehr 
bitte, die Worte der Vorrede: „plantarum a me antea 
in hortis qui cum iis negotiantur, determinatarum 
nomina minime a me defendi, eosque qui forte eas 
sibi coemexint, ne meum laborem in dis — cernere 
eredant, ceupio rogatos“ zu beherzigen, damit sie 
es nicht zu bereuen haben, wie ich, .B 

V. Ehrenbezeigungen., | 

Der durch seine hotan. Schriften rühmlichst 
bekannte Hr. Dr. Fr. G. Dietrich zu Eisenach, ist 
von der Rais. pharmacentischen Gesells. zu St. Pe- 
tershurg zum Ehrenmitgliede aufgenommen worden, 


F lo T a 
rn oder. u ed 
Botanische Zeitung, 


LER 2 


” Nag. 7. Ragenehärg,, am. 2. Tobranr 1832, 


en rau dlagnir u" . 


- ent oT a dieeätde' E u 
Usher die Entwickelung der Wedel der 
Ophioglolsees; von ‘Hrn. Dr. Kaulfulfs. 


Veranlafst durch. die ‚Anfrage in ‚der "hotan, 
Zeitung Jahrg, 1821. RB 192.; R „Entwickeln sich die 
Wedel ‚von. Botr: ye ium schneckenförmig, oder 
nicht?” Das Letztere behauptet Sprengel (Anleit, 
ed. I. p.ıyı. J: dgs Erstere "Lamarck un Decän- 
dolle (EI. Fr. 'ed. it vol, IK p-- 569). 

(Hiezu die Kupfertafel T. M. p 97. ” 


D 


I. 


‘ D. Art, wie sich die Wedel der eigentlichen 
und uneigentlichen Fartn entwickeln, ist’ seit ei- 
niger Zeit der Gegenstand‘ aufmerksämer Beobäch- 
tung geworden. Schüeckenförmig zusaihiriengerollt 
findet ‘man die Wedei bei” eigentlichen Faren‘ tRi- 
Hices Wild: Polypodiaceae R;' Br.); ferner‘ bei’üen 
Gleicheneen, Osmundadeen und einigen’ ‘Mar- 
sileaceen. "Bei den 'Ophioplosseen hd’ Dr 
vopödineen' bemerkt ‘nian’ keine eigentlich schne“ 
‚ckenförniige Entwickeltink (Beinhardia“ ist‘ Shi Yin 
dieser Rücksicht noch’ nicht Bekannt), > bef 'den 
Equisetaceen' aber wird sie Niemanit' "suchen. 


G 


08 . . 2% 


‘ „ 
en * 4 
ws - .. 


Der Wurzelstock der .Farrn mit schneckenförmig 
eingerolltem Laube ist sehr verschieden. Sehr oft 
ist er zusammengedrängt entweder rasenartig oder 
fortichreitönd, oder er isekrfechend und die Wedel 
enispringen meistens einzeln, sehr oft aus den En. 
den defselben und der Aeite. —, Zu den erätern ge- 
hört’auch der baumförmige‘ Wurzelstock, 2. B. der 
‚Gyatkea, den wir, wiewohl unvollkommen, auch 
bei einheimischen Arten, z.B, bei Struthiopteris 
germanica,' finden, Zusammengedrängt  fortschreis» 
tend; ist der Wurzelstock bei Aspidium fragile; 
den kriechenden zeigt, Polypodium vulgare. Be- 
vor sich der Wedel entwickelt, ist er bisweilen 
durch Schuppen ‚ welche dent Wurzelstock angehö- 
ren, beschützt, nicht ‚selten ‚aber umhüllt ihn ‚eine 
zarte Haut, welche bei der Entwickelung zerreifst, 
und deren. Veberreste hie und da als Spreublätt 
chen am, Strunke, ‚stehen bleiben, oder ganz unte 
“an demselben ein breites Schild darstellen „wis 
bei Osmunda regalig und mehrern andern. Dit 
Lycppodineen haben gröfstentheils einen Stamm, 
welcher; ausdauert, nach gewilsen Gesetzen, blalt 
reiche ‚stehenbleibende ‚Aeste treibt... die in da 
Form, des Stammes sich. fortbilden, und mit de 
Zeit; auch, ‚wie dieser, fie Blätter fallen lassen 
Sie unterscheiden sich, also von allen Farrn durd 
‚einen ausdanernden hlattreichen Stengel, .. welche 
sich nach und nach verzweigt. ‚Unter den Mar 
sileen ‚findet man an Pilmlaria und Marsile 
einen kriechenden Stengel, aber das Lanb entwr 
ckelt sich aus einzelnen Knoten defselben. schnt 


Er 


‘99 


ekemformig; Salvinia'sst eimjährig und‘ die Dauer 
menıAzolla- gewils ‚auch "nicht .viel-länget, Die 
Art," wie sich das !Laub der Gleicheneen zu 
vergrößern pflegt,:indem' nemlich die in der Ga- 
bei befindliche Gemme: auswächst, kann mit dem 
Fortwachsen der Lycopodineen nicht verwech- 
selt werden, indenr jene Gewächse wie die. eigent- 
lichen Farrn 'einen meistenthöils krieckenden Wur- 
selstock. besitzen, und. die. ersten, bisweil&t" auch 
schon: fruchtbaren, Wedel der jüngern Pflanze 
noch : gar- nicht ‚gabelförmig,' sondern wie bei 
andern .‚Farrn: gefaltet sind, Das Verhalten der 
Ophioglofseen bei der Entwickelung der Wedel 
unterscheidet sich von dem der Lycopodineen 
so. sehr, dafs die Zusammenstellung nach Willde- 
now als Stachyopteriden nicht..ganz bequem 
scheint,.sie haben: aber hierin auch gegen die an- 
dern Farren etwas sehr eigenthümliches, 

Der Zweck. dieser-Zeilen ist die Angabe des 
von mir in dieser Rücksicht Gesehenen; die Ver- 
aulassung. aber erheischt, so wie die Gerechtigkeit 
gegen frühere Beobachter, eine Zusammenstellung 
defsen, was schon über die Sache bekannt ist. 

Er:ist beinahe zweihundert Jahre her, als Fa- 
bius  Columna :(Adnot, et. addit, in..Recchi res 
med. N. Hispaniae; in Hernandez regni mexicani 
histor, Romae ı651. p. '875. mach. Haller bibl, 
-botz 1. p. 381. schon im Jahre 1627. aufgesetzt) 
folgendes schrieb: „Et quia locus videtur, adden- 
- dum censwimus . . . . plantam quoque esse, quae 
integro anno nterum cum loetu gerat infra terram 


652 Zr 


100 


ohrutum;, nae:nisl post anaum Supra Terra profe» 
zeit, et.perficere. Hpc:in planta evenit- a’nabis 
dicta in nostro Phytobasano,'Epimedium, et vulge 
Lunaria racemosa, (quae Majo. mense’exit aupra, ter 
‘ram fuliosa. tantum, vel foliosa cum raceino. eliam, 
sic. enim a terra assurgit, eb-quae. ab ‚inilia caret 
racemo, illo semper carere. est observatum; si enim 
ab:initio nalam prodnxit,. nee amplius racemum 
apta est'proferre. Et nas: observavimus in quame 
plurimis ‚plantis in-'Aetitieslarum montibus omnes 
plentab An imo. petiolo supra radicem Follicalum 
habere. quendam,..veluti Ari florem exiguwm;' in 
quo plantulem exignam: veluti foetum,: complica- 
tum extare. vidimud infra folliculam uteri vicem 
gerentenf, integram foliosam tanfum, 4uae. raceme 
vidua erat post annum proferenda, et quae race 
mosa, cum ipso exigno, sed.iniegro racemd con- - 
voluta” etc, — (Siehe auch Bay hist, plant, I, p. 126.) 

Fäst hundert :Jahre'näch-Bekanntmachung die- 
ser Beobachtung, welche Ton Fabius Columna; 
dem Schmucke seines Jahrhunderts, ausgieng, bes 
schueibt. Linne das altjährige Entstehen des Bo» 
trychium Lunaria (Fl, suec. edit. Il: p. 370.) mit 
folgenden: Wortän: „iriira basin stipitis, dum tem- 
pore vernali'enata zst, (Osmünda Lunaria) ze sislit 
Zuturi anni planta ommibus suis partibus: eruendaz 
annuo spatio, anteguam pvpdeat, perfeota, eviden- 
tius quam in Hepalica aut Daphne.” Diese kurze 
Nachricht ward hie und da angeführt, aber wie mit 
scheint noch nicht recht benutzt. . Uebersetzt fink 
det man sie in Houltuyas Pilanzensystem 13. 'Els 


‘ 


107 


p- 57. und in Sturms Flora 2. Abtheilung 1.B. —: 
Sprengel (Anleit. ı. Ausg.) sagt unter: andern:: 
(p- 166.) „Rumphius hat das Ausschlagen des 
Botrychium zeylanioum treu. dargestellt, - woraus 
man sieht, ‚dafs die jungen Wedel vom Arifange- 
. nicht spiralförmig gewunden, sondern gerade ge-- 
streckt sind.” Ferner: (p. ı167.): „Die Pteroiden 
pllanzen. sieh, sehr leicht .‚durole Ninrzeiknellen fort, 
und: die.Boirychien thun diefs am. meistew; : weil. 
sie am nächsten den Farrnkräutern: stehen. Daher 
sagt schon Liune in der Fl. suecica, man finde 
im hohlen Stengel des Botrychium Lunaria 'nahe 
an.der Wurzel fast allemal einen Keim der künf- 
tigen Pflanze,” Weiter unten (pag. 171.) heilst es 
endlich: „Von den Osmunden und Onocleen, mit 
denen diese Pteroide (Botrychium) eine natürliche 
Verwandischaft hat; trennt sie sich selbst im na- 
tüplichen Systeme durch den Mangel an spiralför- 
miger Windung des aufschielsenden Wedels.” — 
Willdenow (praefatio ad Rebentisch Fl, neont 
p, IX.) erklärt sich über Ophioglolsum und Bo- 
tvychium ganz ausdrücklich: „Frondes ‚horum 
binorum. generum vernahtes sunl re vera circina- 
‘ tae, sed lateraliter.” — Swartz (Syn. fl. p. XV.) 
„Vernationem eireinalem Äilicibus solitam, quoque 
etiam ‚Danaea et Maraitia gaudent, eis (Botrychio_ 
et-Ophioglofso Jesse valde dubito.”— Weher und 
Mohr (Handb. d. krypt. Gew. p. 50.) haben sich 
von ‚der Linnedischen Beobachtung an Botry- 
chium Lunaria überzeugt und erklären. die lasi- 
nias frondis für „complicatas, non vero vzeapse eir- 


102° 


cinales” —  Decandolle (Fl, Fr. 3. ed. vol,'a- 
pag. 569.) zählt Botrychium Lunaria nebst: Os-: 
munda regalis zu den Farrn, deren Kapseln keinen’ 
elastischen Ring haben, und.deren Ashre in. der!’ 
Jugend. 'eingerollt ist; Ophioglossum hingegen: 
macht die. dritte- Ordnung der Farrn aus, welche 
keiner gegliederten‘ Kapselring haben, in der Jugend» 
aber nicht eingerolli sind. — Sprengel (Anleit 
ganz umgearb. Ausg, 2. pag. 107.) führt: Botryck: 
und Ophiogl, unter der dritten Abtheilung seiner. 
Pteroiden, ‚welche (p: 104.) „in dem: gekräuselten. 
Aufschlagen der jungen Triebe den Familiencha- 
rakter der Farrnkräuter tragen,” als Stachyopte- 
riden Willdenows auf „deren Laub wie bei äch- 
ten Farrnkräutern ist.” — Cassel (natürl; Pflan-. 
zenordn. pag. ı35.) hat: den Umstand nicht über« 
gangen und drückt sich folgendermalsen aus:. „Die 
Osmunda (?) ist eine lebendig gebährende Pilanze, 
In einer an der Wurzel befindlichen Höhle des 
Stammes findet sich eine kleine, der Osmunda völ« 
lig ähnliche Pilanze,” — Ich selbst erklärte mich, 
(kurze Anleit, im Berl. Jahrb. f£. Pharmacie 20. Jahrg. 
pag, 42.) so. „Die Arten der Gattungen Botrych. 
und Op hiogl. zeigen eine ausdauernde etwas knol-: 
lige Wurzel mit sehr starken Nebenwurzeln. Das 
Laub entwickelt sich nicht schneckenförmig, son- 
dern die junge Pflanze liegt schon vollkommen in 
dem häutigen Grunde des Strunkes vorgebildet und 
entwickelt sich beim allmähligen Absterben dessel- 
ben immer mehr” — Ganz neuerlich beschreibt 
Sprengel (Musterbeschreibungen im Anhang zu 


105 


Decandolle und Sprengel Grundzügen pag. 583.) 
Botrychium:- Lunaria weitläuftig, gedenkt aber, 
ausser zweier 'scheidenförmigen Blättchen, welche 
die Wurzelfasern treiben sollen, die sich aber ei- 
gentlich nur in schlechten Abkildungen findens 
keines Umstandes, der sich hieher beziehen liefse, 
Die Wurzeln der Botrychien, welche ich 
untersucht habe, kommen darinn überein, dafs sie 
fast knollig, mit unverhältnilsmäfsig dieken Sei- 
tenwurzeln versehen und fleischig sind. Freilich 
waren die Exemplare von Botrych. fumarioides, 
- obliguum, ternatum, dissectum, virginicum und 
cieutarium, welche ich sah, nicht vollkommen ge= 
nug, um über die Gestalt der Wurzel etwas Be. 
stimmtes sagen zu können; eben so genügen die 
Abbildungen fast gar nicht, nur Plumiers Ab- 
bildung des letztern (flices t. 159) zeigt viel Ue- 
bereinstimmung in der Form der Wurzel mit un- 
sern einheimischen Arten. Botrychium zeylani- 
cum Sw. Willd. welches Rumphius: (herb, am. 
boin. 6. pag. 153, f. 68. f, 3.) ganz herrlich be- 
schreibt und abbildet, hat eine kriechende Wurzel 
und unterscheidet sich auch im übrigen eben so 
auffallend: von Botrychium, als von Ophiogl., 
ich nenne es daher Helminthostachys dulcis. — 
Hat man eine Pilanze von Botrychium Lu- | 
naria (rutaceum aller Schriftsteller ist mir nur eine 
verkümmerte Abweichung davon) oder matrica- 
rioides sorgfältig mit der Wurzel aus dem Boden 
gegraben, so bemerkt man, dals der untere Theil 
des Strunkes von einer dunkelbraunen häuligen 


104 


Röhre umgeben ist, welche sich, da sie gewöhn; 
lich nicht einmal unten befestigt ist, ‚auf und ab, 
schieben lälst. Diese Röhre ist nach den Umstän- 
den, welche darauf einwirkten, nach oben öfters 
eingerissen, auch wohl nach ihrer ganzen Länge auf- 
geschlitzt und bat so Veranlassung zu der Sage von 
scheidenartigen Blättchen gegeben. Bisweilen fin- 
det man, dafs sie aus einer doppelten Haut besteht, 
und an einem Exemplare aus Unalaschka sah ich 
‚ sie dreifach. Untersucht man die Pflanze im Monat 
Juni und entfernt dabei die häutigen Röhren, so 
zeigt sich der darunter befindliche Theil des Sirun- 
kes bleichgrün und hart, Später im Jahre schwillt 
derselbe etwas auf, er ist dabei weicher anzufüh- 
lea, und man bemerkt nur innerhalb der fast ab- 
gestorbenen eigentlichen Bedeckungen einen klei. 
nen harten Körper, zu dessen näherer Betrachtung 
. man sehr leicht durch einen Längeschnitt in die 
gleichsam sackförmig erweiterte Haut, welche jetzt 
den Grund des Strünkes ansmacht, kommt. Ist der 
Schnitt bis auf die Wurzel geführt, so geht durch 
die Oeffnung der erwähnte harte Körper, welcher 
im Monat August oft schon die Länge eines halben 
Zolles hat, als die junge Pflanze, die im nächsten 
Jahre sich aus der. alten über die Erde erheben 
sollte, aus seiner häutigen Hülle hervor, Die Sub- 
stanz des Strunkes scheint, so weit das junge Pflänz- 
chen reicht, bis auf zwei Gefäfsbündel und die äus- 
sere Haut, welche so einen geschlassenen Sack bil- 
det, aufgezehrt,. Das junge Pilänzchen ist fast wal- 
zeuförmig, bleichgrün, der Strunk eben so lang als 


109 


das Laub, dessen Fiedern Hachziegtlförmig: über 
einander und von beiden Seiten gegen. einander 
liegen , so: dafs sie die Fruchitraube bedecken, 
welches durch. Umbengung ‚der obersten Lappen. 
ganz bewirkt wird, Entfernt man das kleine Laub‘, 
so zeigt sich die Fruchtiranbe mit . ihren, gegen 
einander, geschlagenen Aestchen, an welchen. die 
Kapseln‘ auch ‚schqu;. gang . deutlich -wahrzuneh« 
men sind. ‚Ganz unten am, Strunke dicht üben der 
Wurzel entdeckt man an einer Seite endlich noch, 
einen kleinen Waulst,, dessen Ursache eine  sorgfäl-. 
tige Untersuchung ganz klar enthüllt: . Hier 'nem- 
lich hat, eine noch. spätere: Generation ihren Sitz, 
welche sich durch einen Einschnitt in den kleinen 
Strunk und Zurückbeugung desselben unter: hehntr 
samer Erweiterung der. gemachten Osfinung ganz 
rein als ein nach viel kleineres, aber nicht’ weniA 
ger. vollkommenes Pflänzchen darstellt. Zu Ende 
des Sommers hat diese dritte Generation ohngefähr 
die Gröfse einer halben Linie, und die genaue 
Uebereinstimmung derselben mit der Mutter kaun 
freilich nur durch eine starke Loupe wahrgenom- 
men werden. h 

Die Wurzel des Botrych. ist offenbar vom 
sehr langer Dauer, ‚denn: man hat bisweilen Gele= 
genheit, die Spuren von‘sechs Generationen auf 
einmal zu sehen, wenn man weils, dals die Röhs 
xen, welche den in der Erde befindlichen unter 
Theil des Strunkes umgeben,: weiter nichts sind; 
als die zurückgebliebenen ‚ durch das Aufscielsen 
der jungen Pflanze erweiterten, Häute..dex Striunke 


xo6 


vergangener Jahre, Hat die ‘Wurzel einmal die 
Stävks erreicht, dafs ste eine Fruchttraube erzeugt, 
so nimmt sie im Umfange nicht mehr sehr zu, aus. 
genommen in recht fruchtbarem Boden, wo denn 
der Strunk eine ziemliche Stärke erlangt, 2 bis 
Stheilig wird, und die ganze Pflanze mancherlei 
Abnormitäien darbietet, Leider habe ich die ganz 
junge Pflanze des Botrych. Lunaria, welche nach 
Sprengel (Grundz. p, 483.) gleich einem grünen, 
gelappien Zellgewebe aus dem Saamen aufgehen 
soll, nech nicht beobachten können, mit Gewils- 
heit aber glaube ich, nach Untersuchung einer gros- 
sen Menge Exemplare des Botrych, Lunaria, ru- 
tacenm, und matricarioides aus den verschiedensten 
Boden: und den verschiedensten Klimaten, behaup- 
ten zu können, dafs die beiden ersten zu einer 
Art gehören, von welcher das zweite nur eine un- 
bedeutende etwas verkümmerte Varietät ist, das 
letztere hingegen eine sehr ausgezeiehnete und un- 
ter allen Umständen wieder zu erkennende Aıt 
ausmache, 
. Das Hervorgehen des jungen Triebes von 
Ophioglossum ist von dem des Botrychium 
. zwar verschieden, in gewisser Rücksicht aber dem- 
selben ähnlich, Die Wurzeln von Ophiogl. val-' 
gatum und Iusitanicum sind knollig, aber weit 
dicker, als bei Botrychium, und mit stärkere 
Seitenwurzeln versehen. Nach den vorhandenen 
Abbildungen findet diese Beschaffenheit der Wur- 
zel noch statt bei Ophiogl, ovatum, nudicaule, 
reticnlatum -und palmatum; über Oph. gramineum, 


107 


bulbosum’und pendulum habe ich noeh nichts er- 
fahren können,- und in Betreff des Oph, ovatum 
giebt die Beschreibung von Rumphius (Herb, 
amb. 6, p. 152.) noch nicht den gehörigen Auf- 
schlufs. Der Unterschied der alljährigen :Entwi- 
ckelung des Ophiogl, vom Botrych. besteht’ märr 
ı) darin, dafs sich dort das junge Pflänzchen neJ 
ben dem alten unmittelbar 'aus‘ der $leischigen 
Wurzel; und nicht aus dem alten Strunke erhehly 
2) dafs, sich immer nur. eine’ Generation das Jahr 
zuvor deutlich ausgebildet’ vorfindet, Bei Oph. 
vulgatum und: lusitanicum bemerkt man im Monat 
Juni neben dem Strunke auf der Wurzel eine klei-. 
ne kegelförmige Erhöhung, aus ‚welcher später das 
junge Pllänzchen für das nächste Jahr sich erhebt. 
Oeffnet man diesen. Wulst, so ‚sieht man in seiner 
Hleischigen Substanz einen kleinen, grünen Körper 
an dem sich ganz deutlich das einwärts geschlagene 
Laub des Ophiogl., welches die Fruchtähre noch 
umfalst, erkennen lälst. Sollen sich im nächsten 
Jahre mehrere. Strünke aus der Wurzel erleben, 
so findet man dieselben auch schon durch eben sa 
viele kleine Erhöhungen angedeutet, welches bei, 
Oph. Ausitanieum mehrentheils der Fall ist. Im 
August. ist nun das junge Pilänzchen schon mehr 
ausgebildet, aber noch immer in der Erde verbor« 
gen, es hat die Grölse eines halben Zolles erreicht, 
wovon der Strunk, der durch eine braune Haut, 
eine Fortsetzung des Wurzelüberzngs, scheidenar- 
tig umgeben wird, die Hälfte beträgt. Aus dem 
einwärls gebogenen Laube ragt die Fruchtähre 


108 . er 


schon "etwas ‚hervor,. die sorgfältig rein. darges 
stellt. die Form der. ausgewachsenen. vollkommes 
und selbst die. zusammengewachsenen Kapseln ganz 
deutlich. zeigt. Zu dieser ‚Zeit, ist der alte Strunk; 
von. seiner scheidenartigen Haut, die ‘öfters einge 
xifsen ist, umgeben, noch vorhanden. : "Wenn auch 
Plumiers Beschreibung und Abbildung des Oph 
retieulatum -(Fil. 141, t, 164.) ‚nicht ganz damit 
übereinstimmen, ‚so ' geht doch henvor, dafs dis 
Beschaffenheit von.!der. ‚unserer Natterzunge hicht 
sohr- verschieden seyn mag, 


Wenn wir nun nach "dieser Auseinandersetzung 
zur Beantwortung obiger Anfrage schreiten wollten, 
so mülste dieselbe ohngefähr so ausfallen: Die 
Wedel von Botrych, sind in der frühesten 
Jugend, also vor ihrer Entwickelung, auf 
recht; die einwärtsgeschlagenen Lappeı 
des Laubes verhüllen die zusammenge- 
schlagene Fruckttraube, —: Eben so verhält 
sich Ophioglossum. Nur zeigt sich hier der 
Keim des neuen Triebes unmittelbar auf der Wur- 
zel neben dem älten, dort aber innerhalb des alten 
und zwar mehrere Jahre zuvor. Meine Untersu- 
chungen stimmen demnach mit der Angabe Spren- 
gels überein, aber freilich nur in der einzigen vom 
Anfrager angezogenen Stelle, denn später mulste, 
wieich eben nachgewiesen habe, diese richtigere 
Vorstellung der ganz entgegen gesetzten vom‘ ge- 
kräuselten Aufschlagen des Laubes weichen. Auch 
wird mir leider das Ausschlagen des Botrych: 


206 


zeylanicum durch:Rumphius eben so wenig deut- 
lich, wie. ich imir'von der Fortpflanzung der Botry-- 
chien durch Wurzelkhollen eine Vorstellürig machen 
kann, 'Decan aölle’s Trennung des Boti'ych, 
von Opkiögt, und. das‘ Zusammenbringen,, des. ax= 
stern, mit Osmnnda, in. ein ‚and. dieselbe. Abthei- 
lung der Farrn, blos dureh.die Art der Entwioker 
Jung’ bestimmt, setzt eine genweilkttersuchung vor! 
aus, der ich nur’ mit der grölsten Schüchterhneif 
das Resultat der meinigen entgegen setze. Unter de 
übrigen oben angeführten Schriftstellern hat Linne 
das Verhalten des jungen, Triebes von. ‚Botrych. 
klar und wahr ausgesprochen, öhne, jedoch die 
Lage des‘ Laubes und der Früchttraube i im’ Mutter+ 
schoofse näher zu beschreiben, welches durch die 
Angabe der Aehnlichkeit mit der er wachsenen Pflänze 
überflülsig wurde, Weber und Mohr bestätigen 
Linnes Beobachtung und haben die klarste Vor- 
stellung von der Sache, drücken sich daher auch 
richtiger darüber aus als Willdenow, der die 
Frondes von Botrych. und Ophiogl. lateraliter 
ceircinatas nennt, Swartzens bescheidene Zwei 
del an schneckenförmiger Entwickelung des ‚Laubes 
jener beiden Gattungen konnten spätern Schrifstel. 
lern 'als ‚gute Leiter dienen, Cassels gepriesene 
natürliche Pilanzenordnungen "enthalten so viele 
naive Stellen, dafs ich die hieher' gehörige nicht 
zu prüfen wage. Wiefern meine Angabe der Stelle 
wo sich der junge Trieb des Ophiogl. zeigt, eine 
Berichtiguhg'erheischte, geht aus der r jetat Begebe- 
nen Beschteibang hervor. - Zu 


Pr 


E20 

& Erklärungider Kopfeätafel: FT. IL’: 
„u ige 2, Eine ‚erwachsene Pflanze des Bauyckiam Lai 
naria, ‚pnten aufgeschlitzt, um das. junge Pflänzchen, 2y 
zeigen,,, A Letäteres ‚herausgenommen „ . „ebenfalls. aufger 
sehlitzt, mit dem enthalienen Pflänzchen „, welches. bei bi 
Kötansgenommen und | von "der andern Seite ' dar gestellt Bi, 

Pix: 22 Öyiogtdahlin "vilgatunrhhi "&r "Wariel, ai 
welcher‘. ımlan ehem ‘dem 'alten ‘Schafte‘ den die junge 
Püanze, ‚enthaltenden. Hügel; bemerkt, a... Eine Wurzel, an 
der: das. Fleisch des Hügels weggenommen, um. das junge 
Pflänzcheu in seiner Entwickelung zu zeigen. b. Eine 
Wurzel, woran das ‚Junge, Pflänzchen schon weiter vorge: 
zückt‘ ide. j . 
" ns Schriften 
“ Eine sehr Wichtige Erscheinung, ist: „Schultr 
über den Kreislauf des Saftes im Schöll- 
kraut u. s. w. mit einer Vorrede von Link. 
Berlin b. Dümmler 1822, 8. (10 Ger.) — Eine: 
genügende Benrtheilung dieser Schrift. ist für jetzt 
noch nicht möglich; wir müfßsen den Sommer ei 
warten, um die merkwürdigen Beobachtungen und 
Versuche des Verfaßsers durch Wiederholung und 
mannichfaltige Abänderung zu prüfen. Da aber 
beides keine vorzügliche, Instramente Tordent, und 
Gelegenheit dazu aller Orten sich findet, so wäre 
zu wünschen, dafs die kleine Schrift vecht schnell 
verbreitet würde, und dafs Bestätigung, Widersprugh, 
Deutung und Einwürfe recht bald von verschiedenen 
Seiten in der Flora zusammentreffen möchten. 


D) 


eo: 


IL Anfragen. 
(1. Ueber Sphaerococeus Helminthochortos.) 
Wo wird derjenige Fuous Helmintbochor 


41 


tos oder Museus Corsigus gesammelt, ;welcheii 
die norddeutschen Apotheken von.den Hanseestädten 
* beziehen? In.bedeutenden Vorräthen ‚desselben; fand . 
Einsender dieses nicht eine: einzige. Alge, : weiche 
der Nordsee fehlt, am wenigsten. den ächtenSphae. 
Tocorscus,flelminikochortos En: . 
i (2. Ueber 'vothen. Schnee.) 
ı Die Reise vor schneBiolätkatdie Aufmerksam 
kest der Natnkförscher. neberlich. wiedel "auf 'das 
merkwürdige: Phänomen des vothen' Schnees ‘geleit 
tet, und Wollaston vermuthet; dals die Kügel: 
chen, ‚denen:der Schnee die rothe Farbe verdatıkt, 
wegetabilischen Ursprungs :seyen; Da nun schon‘R äi 
mond und Saussure ähnliche Beobachtungen ge: 
" macht.haben, so wünscht Einsender dieses zu er- , 
fahren, ob ausser den Schriften jener beiden Män- 
ner, in deutschen oder IParizösischen Werken, noch 
keine Untersuchung über diesen interessanten. Ge 
genstand vorkomme? 


(3. Ueber Schraubengänge und Spaltöffn. der Moose.} 
“Wo und an welchen Moosen hat man Schrau- 
bengänge und Spaltöfinungen (die an den Ansätzen 
der Brya, Splachna cetr. ausgenommen) be- 
merkt? — Der Recensent von Raums Först- 
kräuterä‘ in den Gölting. gel. Anzeigen 1820, 
St. 5. S,.46. rügt, dals diese, jenen Pilanzen abge- . 
sprochen: würden. 
:(4, Wegen. Hallerische Moose.) 
Bekanntlich‘ findet sich in Suler’s Flor# hel- 
velica ein Verzeichnils der Nummern‘ der 'grofsen 


ı1% 


Hallerischen Selrweizerllora mit (wi&wohl nicht 
immer. ganz sichern) Angabe der von’ Linnd oder 
ündern denselben beigelegten Benenntngen.‘ Man 
wünscht:zu wilsen, ob“irgendwo auch die Crypto- 
‚gamen ‘idenn ‘Suter ümfalst 'blos''die Phäncroga: 
men) auf ähnliete Art: auf die: Pfleiizen 'andereh 
Botaniker vollständig. zurück. geführt. sind. Was in 
dieser Hinsicht im Einzelnen, von Weifs, Schre- 
her; Schäffer „iMüller,- Bridal, Achaärins, 
Desandolle; neuerlichst von Fries geleistet wor- 
den ; Haxf als "bekannt: vorausgesetat: werden, : Allein 
eine grolse Anzahl ‚dar. Erallerschen Nummern 
(2.,.B. 1920. — 22, 30 — 33, 47,.— 51,.12057 —. 61% 
64 — 69, 71 — 76, 2152 — 57, 2208 At 12403 — 19, 
61. — 66, 69 — 78 und sehr viele amsterg) sind; 
so viel dem Anfragenden bekannt.,.. von keinem 

’ neuern. Schriftsteller citirt worden..!. Viele mögen 
auch wirklich wegen Kürze der.: Beschreibungen 
- und: wegen Mangel an zu vergleichenden Exempla- 
ren nicht zurück geführt werden können. ‚Wo Gn- 
den sich die meisten Beiträge zu einen, ‚Reduction 
dieser Hallerischen Nummern? 


W. Beförderungen und Belohnungen, 


-.. Sr, Maj. der Kaiser von Rufsland haben dem 
Herrn Staatsrath von Langsdorf bei seiner Anwe- 
senheit in Petersburg jährlich 20,000 'Rubl. B. A. an- 
gewiesen, um dafür Naturgegenstände aller Art aus 
Brasilien nach Petersburg zu senden... Für Botanik 
wird Hr, v.Langsdorf densich bereits in Brasilien 
befindenden Botaniker und Gärtner Riedel enga- 
gieren, welcher neben der Botanik auch Kenntnisse , 
in der Ichtbyologie und Entomologie besitzt. . 


Flora 
“oder 


Botanische Zeitung, 


Nro. 8. Regensburg, am.28. Februar 1822. 


' LAnfsätze 
"Wodurch unterscheidet sich die Gattung 
Sedum von Sempervivum? Von Herrn 
C. Beinert, 


Diese Frage wird gewils ein jeder aufwer- 
fen, der die Charaktere beider Gattungen verglei- 
chend gegeneinander hält, und auf einen Grund, 
gebaut findet, der bisher von allen mit der Wis- 
senschaft vertrauten Männern, als schwankend und 
unzureichend anerkannt wurde, Trotz dem findet 
man bis auf die neueste Zeit eine unveränderte 
Beibehaltung desselben. 

In der Mehrzahl botanischer Werke ist der 
Gattung Sedum die Zahl 5 als Norm zugeschrie- 
ben, wobei jedoch die Zahl der Staubgefälse nicht, 
berücksichtigt wurde, indem man diese wahrschein- 
lich für zu sehr veränderlich und unbesimmt hielt, 
‚Herr de Candolle (Flora gallica) achiete indefa 
sowohl auf die Zahl der. Letzteren, wie auch auf 
die gänzliche Unzulänglichkeit der Zahl fünf, in- 
dem er den Gattungscharakter so aufstellte: - 


HM 


114 


„Calyx 4 — 7fidus, saepius 5ädus, petala et 
„ovaria totidem, stamina numere petalorum du- 
‚„pla; Squamae ovatae obtusae integrae”. 

Allerdings scheint dieses auch der befste Cha. 
rakter zu seyn, allein dadurch ist gerade der Un. 
terschied vom Sempervivum gleich Null gewor- 
den, und man weils eigentlich nicht, wie die bei- 
den Gattungen getrennt nebeneinan:ler stehen kön- 
nen. Denn findet bei Sedum eine Zahlenreihe von 
4 — 7 statt, so mülste Semperv, globiferum durch- 
aus zu Sedum gezogen werden, denn es waltet in 
den Blüthentheilen dieser Pflanze die Zahl sech 
und ihre Verdoppelung, ausserdem aber nur habi- 
ineller Unterschied. Nun müßsten aber anderseil 
die Sedum Arten, die auch, dem de Candolli 
schen Gattungscharakter nicht gehorchend, mit & 
nem gröfseren Zahlverhältnisse auftreten, zu Sem 
pervivum verwiesen werden. Eine solche Abär 
derung vorzunehmen, lälst aber der eigenthümlich 
Habitus dieser Pflanzen nicht zu, hingegen die Ver 
‚einigung beider Gattungen selbst möchte weniger ı! 
bezweifeln seyn, 

Für.die vereinigte Gattung würden nach g 
nauerer Untersuchung aller Arten, gewils cons 
quentere Charaktere gefunden und festgesetzt wer 
den, selbst auch dann, wenn man wiederum zw 
;Numerus Zuflucht nebmen müfste; denn die Zar 
lenreihe würde dann, von der durch: Untersuchuf 
gefundenen niedrigsten Zahl. bis zur höchsten, ul 
unterbrochen fortlaufen, 

Es ist schon oben eingestanden,. dals den Ser 


115 


pervivis ein ganz eigener Habitus zukömmt, dafs 
ihre kugelförmigen Propagines eigenthümlich schei- 
nen u. s. w. Indefs der Habitus allein kann keine 
Trennung bedingen, denn: weicht nicht ebenfalls 
unser. gemeines Sedum Telephium, und alle die 
Arten, welche zur Unterabtheilung „Foliis planis” 
gehören, im Habitus sehr von denen ab, die zur 
zweiten Abtheilung „Foliis terelibus” gehören? — 


Darf aber der Habitus im Betreff der Gattung 
sein Recht nicht geltend machen, was hindert dann 
noch die Vereinigung? — Sorgfältige Untersuchnn- 
gen, sowolil’aller Sedum - als auch Sempervivum- _ 
Arten würden wahrscheinlich den Ruin einer von 
beiden Gattungen nach sich. ziehen, welche Mei- 
nung durch nachstehende Untersuchung ungemein 
viel Wahrscheinlichkeit zu gewinnen scheint, 


In Thüringen, vorzüglich in Erfurt, findet sich 
auf Mauern, Begräbnifsplätzen u.a. O, ein Sedum, 
welches durch seinen sehr schlanken Wuchs aus- 
gezeichnet ist, Im ersten Augenblicke hielt ich es 
für eine mir unbekannle Species, durchlief deshalb 
in mehreren Werken vergleichend die verschiedenen 
Arteh,. allein meine Pilanze wollte sich nicht un- 
terhringen lassen, Später erfuhr ich, dafs die Pllanze 
Sed, recurvum Bernhardi sey, hielt. es aber 
doch für gut, von der frischen Pflanze eine um- 
ständliche Beschreibung abzufassen, aus der ich nur 
dasjenige herausheben will, was erforderlich ist, 
um die innigste Verwandtschaft dieser Pflanze mit 
Sempervivum zu beweisen, 


Ha 


116 


„Der Blüthenstand ist ganz derselbe, wie bei 
Sempervivum globiferum, nur sind die Trau- 
ben weniger gedrängt, 

Die Blumen überraschten mich durch eine 
(bewundernswerthe) Aehnlichkeit mit denen von 
Sempervivum, 

Das Zahlenverhältnifs besteht hier nach eben den 
Regeln, wie man es bei Semp. findet. — ÜUnter- 
sucht man die Hauptblumen zuerst, so findet man: 

Den Kelch gewöhnlich g selten 8mal eingeschnit- 
ten; Die Einschnitte linienlanzettförmig, stumpf; 
die Aussenseite in der Mitte ausgehöhlt, die Innen- 
seite gewölbt.. 

Biumenkrone gblättrig: Blumenblätter linien- 
lanzettförmig, etwas stumpf, doppelt so lang als 
die Blüthendecke, gelb, in der Mitte mit einem 
grünlichen Streifen durchzogen, 


Staubgefäfse ı8, oder stets das Doppelte der 
Kelchzipfel und Blumenblätter. Hier, wie auch 
überhaupt in den feineren Bildungen der Evolution 
erscheint die Analogie mit Semperv. am denutlich- 
sten. Man findet nicht allein Gleichheit im Zahlen- 
verhältnisse, sondern sogar dieselben Bildungen 
monströser Staubgefälse, die bei Semp. als Honig- 
gefälse gelten. 


Fruchtknoten g. An der Basis eines jeden sitz 
eine deutliche Honigdrüse. Uebrigens findet, ab- 
gerechnet kleine Abweichungen im äussern Ansehen, 
ganz dieselbe Bildung wie bei Semperv, stall 
Ebenso verhält es sich mit der reifen Frucht, De 


117 


Saamen konnte ich, wegen meines frühern Ver- 
lassens jener Gegend, nicht mehr beobachten. 


In den Denkschriften der K. botan, Gesellsch. 
Band I. p.ı09, hat Herr Director Ritter von Schrank 
den obigen Gegenstand vollständig in Erwägung 
gezogen, und nach sorgfältigen Prüfungen mehrerer 
Arten von Sedum und Sempervivum den An- 
trag gemacht, beide Galtungen in eine einzige zu 
verschmelzen, wie schon Haller gethan habe, 

Redaction, 
IL Correspondenz 
(Aus einem Briefe des Herrn Professors Dr. Leh- 
mann. in MNamburg,) 

Wunderlich genug ist es mir auch mit den Po- 
tentillen ergangen. Nur einige Proben als Beispiel. 
Der Recensent meiner Monographie dieser. Gattung 
in der Jen. Lit, Zeit, (Ergänzungsbl. Pag. 275 von 
1820) nennt Herrn Nestlers Monographie dieser 
Gattung eine gründliche Arbeit. Wäre sie das wirk- 
lich, so war wohl meine Monogr, überflüssig. Wie 
ich höre,. soll Herrn N estlers Schrift für einen 
nicht botanischen Zweck in grofser Eile geschrie- 
' ben seym. Ber Arbeit sieht man die Eile freilich 
an, dasjenige etwa. ausgenommen, was eigentlich 
von Richard ist, Pag..278 der besagten Recen- 
"sion wird meine Beschreibung der Pot. intermedia 
naeh einem Exemplar von canescens cortigirt, wie 
ich jetzt aus eigener Ansicht mit Gewilsheit weiß; 
daher werden dieser Pflanze folia eigentlich vil- 
losa, zugeschrieben u, s. w. Der Recensent dieser 


118 


meiner Schrift in der Hall. Lit, Zeit, 1821. Nro, 115, 
will mit Herrn Nestler den Potentillen einen Cal. 
quinquef, bracteis 5 zuschreiben, Wie sollen aber 
dann die eigentlichen ‘Bracteen der Potentillen 
genannt werden?— In einer andern Recension lesd 
ich: „Es versteht sich, dafs dem Verf. nicht alle 
Arten bekannt seyn konnten. So P. calabra und 
Thomasii Tenore, P. pumila und dissecta Pursh” 
u. s.'w. Doch aber findet sıch dasjenige, was sich 
damals über diese Pflanzen sagen liels, Pag. 195 —-ig4, 
der Monogr. P'ot. calabra soll ich zu P. geoides ge- 
bracht haben‘, vermuthlich "weil im Index meiner 
Monographie'ein, jedoch ‚angezeigter, Druckfehler 
sich befindet. Einer andern, ‘offenbar hämischen 
und absichtlich verfälschenden Beurtheilung dieser 
Schrift, mag ich gar nicht gedenken,’ weil das, 
was ich’ darüber zu. sagen: hätte, der’ Raum dieses 
Biiefes nicht aufnehmen kanı. Endlich nun lese 
ich in der botanischen Zeitung vom 7. Dec; 1821, 
dafs ich P. aurea L,, intermedia L., opaca L., sub- 
acaulis L,,''&e. &c. nicht gekannt habe. Weder 
die Decaden: von Seringe, noch den Theil des Mu- 
see helvetiqud, der über die Potentillen handelt, 
habe ich gesehen. Ich habe aber die Sammlungen 
in Paris. und Wien, in Copenhagen, Stockholm und 
Upsala verglichen, und so viele andere Sammlun- 
gen während fast fünfjährigen Reisen benutzt, ‚habe 
bekanntlich die Willdenowische Sammlung für die 
Arbeit verglichen, nnd die 'Potentillen des reichen 
Vahlischen Herbariums, so wie Vahls sämmtliche 
Collectaneen über diese Gattung Jahre lang mit 


319 


mir geführt, und bei der Bearbeitung vor mir ge- 
habt. Doch Sie antworten mir vielleicht, wie mir 
einmal jener Engländer antwortete: „Vahl is no 
authority.” Gur denn! Ich besitze auch 'als Ei- 
genthum, (Ein Geschenk von O. Swartz und dem 
Academiker Ritter Caström in Stockholm, der 
vielleicht das gröfste und interessanteste Herbarium 
in Schweden hat), auf’halbe Bogen geklebte Exem- 
plare von den besagten Potentillen, unter welche 
Linne mit eigener Hand den Namen dieser 
Potentillen geschrieben hat. Auf den Bogen der 
Pot. subacaulis hat Caström bündig attestirt, dafs 
der Name von Linne’s eigener Hand geschrieben 
sey. Diese Pflanzen sind, wie gesagt, mein Eigen- 
tum; mancher Freund der Botanik hat sie schon 
der Lin. Handschrift wegen bey mir gesehen, wie 
noch neulich Dr. Siemers und Dr. Nolte; der 
Besitzer des Flüggischen Herbariums; und doch 
will'man mich nun über die Lin. Potentillen be- 
lehren! — Wenn man unter so günstigen Umstän- 
den und mit solchen Materialien,. wie ich sie be- 
sals, nicht mehr leistet, als einige zu glauben schei- 
nen, dafs durch meine Monographie geleisiet wor- 
den, so wäre es denn wohl kaum noch der Mühe _ 
werth, eine Feder anzusetzen, (Bei Pot. intörme- 
‚dia bot. Zeit, 1. o.’lese ich: „die Verwirrung der 
Synonyme dieser Art ist so grols, dafs man’ sie zu 
entwirren fast verzweifeln mufs.”) 

Ich habe in allen den angeführten und nicht 
angeführten Recensionen nichts gefunden, was mich 
‚ berechtigen könnle, noch jetzt im Wesentlichen 


120 


etwas an meiner Monogr. zu ändern, und ich werde 
auch nur wenig ändern, wenn ich nächstens einige 
Addenda' zu dieser Monogr. drucken lasse, Diese 
Addenda werden hauptsächlich neue Arten enthal- 
ten, wovon auch einige sehr eigenthümliche aus Ne- 
paul durch Wallich in Calcutia eingegangen sind. 

P.S. Jetzt erst sehe ich, dafs ich besser ge- 
than hätte, bei manchen wichtigen Citaten in mei- 
ner Monographie anzuführen, wodurch ich aufs Be- 
stimmteste berechligt ward, diese Citate eben dalıin; 
und ohne Fragezeichen, zu bringen, wo gie stehen, 
Damals glaubte ich, und hatte vielleicht nicht Um 
recht zu glauben, diefs sey überllüfsig, — 

Es ist kein Gedächtnifsfebler,. dafs ich Pot. 
aurea Smith Fl. Brit, bei Pot. crocea und auch 
bei P. aurea L. citirte. Beide Pilanzen wachsen in 
England, wie sich ausExemplaren von doriher er- 
‚giebt. Auch ist bei diesem Citat unter P. aurea aus 
drücklich angeführt; exelus. icon Fl, Dan, was det 
Herr .Recensent, wie es scheint, hat überschen 
wollen. P, opaca soll nicht von der dunkeln Farbe 
Uer Stengel u. 3. w., sondern vom Standorte so 
benannt seyn, und soll „an behaarten (?) Hügel- 
abhängen, unter Gestränch wachsen, Ich habe diese 
Pflanze vielfältig selbst gefunden, aber immer au 
freien sonnenreichen Plätzen, z, B, in den Wegen 
im Schönbrunner Garten zunächst am Schlosse, bei 
Dresden an den Feldern, und bei Malmaison an 
der Heerstrasse. - Lebmann, Dr. 

* * * 
In der bot, Zeit. vom 7, Dec. werden bekannt- 


\ 


121 


lich aus dem Museum helveticum die Aufsätze über 
die Potentillen von Haller und Seringe ange. 
zeigt. Der Refer. nimmt dabei, wie uns dünkt, 
sehr zweckmälsig, das neueste und vollständigste 
Werk, nemlich die Monographie de Potentilla 
des Hrn. Prof, Lehmann zur Hand, vergleicht 
jede Nro. und referiert treulich, wo die Verf. über- 
einstimmen, wo sie abweichen. . In wiefern nun 
durch letztere Darstellung in der bot. Zeit. gesagt 
sey, dafs Hr, Prof. Lehmann mehrere Polentillen 
nicht gekannt habe, stellen wir billig dem Urtheil der 
Leser anheim, glanben aber das Vertrauen zu ver- 
dienen, dafs wir solchen Stellen den Druck um sa 
mehr verweigern würden, als es bei Monograpbieen 
gebräuchlich ist, die dubia in den Anhang zu ver- 
weisen und wir ganz den Grundsätzen beipflichten, 
mit welchen der Rec. von Lehmanns Monogr, de 
Potentilla (ate Beil, zur Flora 1822 ı. Bd. 5, 57.) 
seine Recension eröffnet hat, Ze 
Dafs übrigens das beigefügte P, $., insbeson- 
dere was darinn von der Ursache der Benennung 
von P, opaca und von dem Wohnorte derselben 
vorkommt, sich nicht, wie es des Zusammenhangs 
wegen scheinen könnte, auf die botan, Zeitung 
beziehe, :wird jeder Leser selbst finden. 
Redaction, 
I. Botanische Notizen. i 
(1. Blühende Gewächse zu Ausgang d. Jahrs 1821.) 
Die gelinde Witterung im Ausgange d. & 1821, 
und die damit verbundene fortwährende Blühezeit 
‚mehrerer Gewächse, verdient um so mehr aufge 


122 


zeichnet zu werden, als solche noch immer fort. 
dauert und auf das zeitige Hervorkommen der Früh- 
lingsvegetafion ungewöhnlich einzuwirken scheint, 
worüber wirin der Folge ebenfalls berichten werden, 
Nach den Beobachtungen des Hrn, Fürnrohr, 
eines Dleilsigen jungen Botanikers in Regensburg, 
blüheten im Decemb. 1821 noch folgende Pilanzen: 
Achillea Millefolium, Alyssum incanum, Ana- 
gallis plıoenicea, Anthemis arvensis, tincloria, An- 
tirrkinum Cymbalaria, (im Hofgarten wie es scheint 
wild), Arenaria serpyllifolia, Artemisia campestris, 
Ballota nigra, "Bellis perennis, Campanula rapun- 
culoides, Centaurea Cyanus, Cerastium vulgatum, ' 
Cnicus lanceolatus, Delphinium Consolida, Dian- 
thus carthusianorum, Erodium cieutarium, Filago 
.arwensis,. Fragaria vesca, Geranium molle, Jasione 
:montana, Lamium amplexicaule, purpureum, Leon- . 
todon Taraxacum, Lychnis vespertina, Medicago Iu- 
pulina, Mereurialis annua, Myagrum paniculatum, 
Myosotis, arvensis, Plantago media, Poa annua, 
trivialis, Polygala Chamaebuxus, Ranunculus acris, 
repens, Sagina procumbens, Senecio vulgaris, She- 
rardia arvensis, Sonchus oleraceus, Stellaria media, 
'Thlaspi arvense, Bursa pastoris, Thymus Serpyllum, 
Trifolium- campestre, Veronica agrestis. * 
Der 'Thermometerstand war in diesem Monathe 
für Regensburg folgender; 
höchster + 10, 7 R. am. ı, Dec. Nachm. 
niedrigster — 3, ı — — 18. — Früh. 
mittlerer + 1, 9 — warm, 
Das vieljährige Mitiel des Decemb. für Regengburg 


123 


ist, nach den genauesten Beobachtungen des Herın 
Professors und ‘jetzigen Domkapitularen Placidus 
Heinrich — 0, 7 Reaum,, heuer also um mehr 
als 2 Grade höher‘ — eine Temperatur, dergleichen 
seit 50 Jahren nur 4mal' vorkömmt. Blos vom 7, 
bis ıg. sarık das ''Therm. früh im- Freien unter den 
Gefrierpunkt, und nur am ı6.,-17., ı8 blieb es 
ganz unter demselben, die übrige'Zeit stets darü-. 
ber. Dabei- versetzte der dichte, nasse, "Tag und 
Nacht anhaltende Nebel vem g. bis ı7. das Fygro- 
meter auf einen Grad der Feuchtigkeit, dergleichen, 
nicht leicht, in den meteorologischen Annalen vor- 
kömmt.. ‚Die Quantität des Begens war gleichförmig 
mit dem vieljährigen Mittel; Schnee fiel'gar nicht. 
(2... Ueber Schimmel im. thierisohen Körper.) 

Herr Professor Heusinger im Jena hat im No- 
vemher des verllofsenen Jahrs seitr Antrittsprogramm 
geschrieben: de metamorphosi röstri Pisi et de ge-. 
neratiöne Mucoris in: organismo. .animali 
vivente, Zu den beiden:bekannten Beobachtuugen 
von A,.C. Mayer (Verschimmelung im lebenden 
Körper, in Meckels Archiv £.d. Physiol, BL H, IL. 
$.310:).und von D, 6. F. Jäger (über die Ent- 
stehung von Schimmel im Innern des thierischen 
Körpers, ebendaselbst B IE H,U, S. ‚354.) liefert 
Hr. Hensi nger hier die dritte, indem er bei einem 
Storch, den er noch am Tage des Todes öffnete, 
die Lnftsicke gröfstentheils degenerirt, und, so weit 
die Degeneration sich erstreckte, mit Mucor Mu- 
cedo überzogen fand. Hr. H, hält es für wahr- 
scheinlich, dafs der Schimmel sowohl in dem von 


124 
Mayer, als auch in dem von ihm selbst. beobach- 
teten Falle während des ‚Lebens im Thiere sich 
gebildet habe, und erklärt sich sogar geneigt, den- 
selben für eine thierische Afterorganisalion zu hal. 
ten. Die Beobachiung ist wichtig, die Schlüfse 
möchten wohl etwas zu rasch seyn. Schade, dal 
in allen drei Fällen kein Pflanzenphysiolog beob- 
achtete, oder zu Rath gezogen ward. 
(3; Verzeichnis ausländischer naturhist, Werke betr.) 
Das Magazin der auswärtigen Literatut 
der Heilkunde u, s. w, von Gerson und Ju- 
lius, wovon der erste Band 1871 zu Hamburg er- 
schienen, liefert am Ende jedes Stückes ein Ver- 
zeichnifs der im Auslande neu herausgekommenen 
medicinischen Werke,. mit einer eigenen Bubrik 
für rein naturbistorische Werke, die man hier woll 
nicht erwarten sollte, Vollständig ist das Verzeich- 
nils keineswegs, doch sind mehrere Werke hier 
aufgeführt, von denen unsers Wissens noch kein 
gelehrte Zeitschrift in Deutschland Meldung ge- 
than. ‚Dies Magazin verdient daher, auch von Bo 
tanikern beachtet zu werden. De 
(4. "Beiträge zur Pilanzen - Geographie.) 
Die Urwelt und das Alterthum, erlän- 
tert durch die Naturkunde, vonLink. Erste 
Theil. Berlin 1821, 8, enthält zwei für Geogra- 
phie der Pflanzen sehr wichtige Abschnitie, näm- 
lich den zweiten: Verbreitung organischer 
Körper, und den fünften: die Heimath ge 
zähmter Thiere und gebaueter Pflanzen 


105 


Im exsten Abschnitte, die Urwelt, findet man 
das Hauptsächlichste, was wir über fossile Pflan- 
zentheile wissen, nicht ohne eigenthümliche Be- 
merkungen zusammen gestellt, 

(5, Eine vermuthlich neue Oscillatoria.) 

Hausmann in seinen Untersuchungen üben 
die Formen: der leblosen Natur Bandl. Göt- 
tingen 1821. 4. $. 22. Anmerk, #*%*) macht auf- 
merksam auf einen pfirsichblüthrothen Absatz am 
Rande hepatischer Quellen, welcher vom Hrn. Oe- 
conomierath Dr. Fr. Meyer mit vieler Wahrschein- 
lichkeit für eine neue Oscillatoria gehalten wird. 
Da Hr, Hausmann diese Substanz nicht nur zu 
Nenndorf und Eilzen, sondern auch in Italien be- 
merkte, so ist zu vermuthen, dafs sie bei mehrern 
Schwefelquellen sich finden werde, 

I. Ankündigung. 

Die ausgezeichnete Aufnahme, welche das in 
unserm Verlage erscheinende Werk: Magazin der 
aesıhetischen Botanik, oder: Icones et descriptio- 
nes plantarum culiarum et colendarum, auctore 
H. G. L. Reichenbach, Dr. et Prof,, schon im 
Beginnen bei seinem Publikum fand, hat über des- 
sen Fortsetzung sehr günstig entschieden, Die Hef- 
te folgen nun schneller aufeinander. Wir gaben 
‘jetzt das fünfte Heft aus, und haben diesem ‚den 
Inhalt des ganzen ersten Bandes, von ı2. Heften, 
beigefügt, da alle Platten gestochen, und wir schon 
mit dem zweiten Bande beschäftigt sind. Der erste 
‚Band enthält 100 Gewächse, worunter viele neue 


126 


und noch gar nieht abgebildete, alle aber Origi- 
nalabbildungen, und nach der Natur colorirt sind, 
Mit dem zwölften Hefte erscheint die Vorrede, 
eine kurze Einleitung in die Gartenkultur, Zusätze 
und Uebersicht der dargestellten Pflanzen nach dem 
Linneischen und nach einem nalürlichen Systeme, 
” Der Wunsch einiger achtungswerihen Botani- 
ker, in dieser zweckmässigen, vollständigen ‘und 
wohlfeilen Manier auch einheimische seltnere oder 
neu enideckte Pflanzen beschrieben und abgebildet 
zu sehen, veranlalst uns, mit dem neuen Jahre ein 
neues Unternehmen für diesen Zweck, ganz in dem- 
selben Plane, beginnen zu lassen. Der Titel, wel- 
cher auch in lateinischer Sprache beigefügt wird, 
ist folgender: Flora von Europa, oder: Abbil- 
dung und Beschreibung neuer, wenig bekannter 
oder schwer zu unterscheidender Gewächse Euro- 
pa’s, von H. G. Lud. Reichenbach, Dr. et Prof. 
' Dieses Werk: wird Anfangs vorzüglich auf 
Deutschland Rücksicht nehmen, und oft neben der 
weniger bekannten Pflanze, wo es hinreichend ist, 
nur die charakleristischen Merkmale der bekann- 
teren mit darstellen, so dals es noch mehr Gegen- 
stände enthält, als das Magazin, welches, obgleich 
wissenschaftlich und kritisch bearbeitet, doch: we- 
nigstens vorzugsweise dem Liebhaber von Kultur- 
gewächsen des Auslandes bestimmt bleiben soll. 
Wir. werden ‚auch von unserer Seite nichts 
fehlen lassen, durch diese beiden Werke die Zu- 
friedenheit des botanischen Publikums in immer 
höherem Grade zu exlangen, indem die getroffenen 


127 


Einrichtungen eine steigende Vollkommenheit in 
.der Ausführung derselben zulafsen.. Wir wünschen, 
dals die Bestellungen auf die Flora europaea zeitig 
eingehen möchten, um die Stärke der Auflage un- 
gefähr bestimmen zu können, auch ist es für jeden 
Abnehmer leichter, wenn er sich die Hefte ein- 
zeln, so wie sie erscheinen, anschafft. Der- Preils 
& Heft in Quart ist wie bei dem Magazin, ı Rthlı,, 
oder ı fl. 48 kr. rhein. Ein Heft enthält. 6 Platten, 
jede gewöhnlich mit. mehreren Arten einer Gattung, 
mit Zergliederungen, colorirt, und drei Bogen Text, 
deutsch und lateinisch. 
Leipzig, den 24. December 1821. 
Baumgärtnerische Buchhandlung in Leipzig. 
N.S. Es ist immer als ein sehr günstiges Er- 
eignils zu betrachten, wenn man ein mit so man- 
cher Mühe und nicht geringem Zeitaufwande aus- 
gearbeitetes Werk, von einem Verleger herausge- 
ben sieht,. welcher selbst Sina für die Sache .hat, 
“und bei grofsem Aufwand für dieselbe, dennoch 
einen liberalen Preifs zu Erleichterung des Ankaufs 
feststellt. Ich kann nicht leugnen, dafs ich unter 
-solchen Verhältnifsen mit Lust arbeite, und sollte 
‘ich die Freude haben, durch diese beiden ange- 
zeigten Werke etwas zu nützen, so habe ich diels 
‘zunächst den mir vom Hrn. General-Consul und 
geheimen Hofraih Dr. Baumgärtner erwiesenen 
freundschaftlichen, Gesinnungen zu danken, mit wel- 


nes überließ, und letztere dann nüt Thäyigkeit uns 


128 


terstützte, Auch von meiner Seite werde ich thun, 
was ich vermag, und den Nutzen und das Bedürf- 
nifs derjenigen, welchen die Gelegenheit fehlt, Bi. 
bliotheken zu vergleichen, stets im Auge behalten, 
Es werden sowohl Phanerogamen als Cryptogamen ; 


-aller Familien berücksichtigt. Alle von mir oder 
:andern aufgefundene, und mir freundlich mitge- 
‚theilte Fehler werden nach Erscheinung von n 


Heften in beiden Werken verbelsert. Beiträge für 


‚das Werk, bestehend in getrockneten Exemplaren, 


in Saamen und Bemerkungen dazu, werde ich j% 
derzeit mit großsem Danke empfangen, und bei de 
ren Gebrauch den Namen des Einsenders gewissen- 


"haft nennen. Meine Vorräthe von drgl, stehen da 


gegen mit Vergnügen zu Diensten, 
Dresden, den 26. December 1821. 


L, Reichenbach 
-V. Bemerkungen 


Ein aufmerksamer Botaniker will die Erfahrung 
gewacht haben, dafs die Pilanzen im Herbario sich bet- 
ser im unbeschnittenen als im beschnittenen Papiers ° 
halten. Da den getrockneten Pilanzen nichts nachthei- 
Jiger ist, als Feuchtigkeit und Insecten, vorzüglich 
Papierläuse, und diese durch den besser schlielsen- 
den rauhen Rand des unbeschnittenen Papiers leich- 
ter abgehalten werden mögen, so scheint diese Er- 
fahrung auch in der 'Theorie richtig zu seyn. 


Ein anderer Botaniker will die Erfahrung g« 
macht haben, dafs die Pilanzen im Herbario sich 
besser in weilsem ungeleimtem Druckpapier, als im 
geleimtem Concept- oder Schreibpapier halten. Da 
nun aber ersteres die Feuchtigkeit leichter als lelz- 
teres anzieht, so scheint diese Erfahrung mit der ' 
Theorie nicht übereinzustimmen. 


Flora 


...oder ..' ner 


Botanische‘ ‚Zeituh ng, 


Nro. 9. Reseneharer am _ "1832. ö 


ya. 


Dre U PETRT un kun me 
1. Auf @ Ü PIE tr] Hah f 


Ueber botanische Gäreen ‚EA Sdchäth‘ "und 


PL TIER ER TUNG | 
“ Preufsen. 
rt 


( Vorgelesen in der “ 10 Noveniber zu Be, 
gensburg gehaltenen Sitzung, der ‚k. botanjsehen | Be- 
. sellschaft von J. A, Schultes, M, D. E baier, Hof. 


rathe und Professor.) ln eh 


Ar Se. Exec; Hr. Gisf‘ ue Brayy' ünder hoch 
verehrte Herr’ Präsident, mir vor einigen 'T' agen die, 
Ehre erwies, mich zur‘ heutigen Sitzung der k. bo 
tanischen Gesellschaft, welcherich seil’einigen zwan- 
zig Jahren anzugehören das Glück habe, 'inzuladen, 
erlaubte 'es'mir weder die Kürze der Zeit, noch die 
Menge meiner Berufsgeschäfte, einen rein böfani- 
schen Gegenstand so zu bearbeiten, dafs er der Auf- 
merksamkeit einer Versammlung 'so’ gelehirter und 
gründlicher Botaniker entsprechen könnte. Ueber- 
diefs wird das Neue, was’ich seit Erscheinung des 
VI. Bandes der neuen Ausgabe des Systema Vegeta- 
bilium aufgefunden habe, nächstens in einer ‚aur zu 
leibigen 'Mantissa zu den bisherigen 6 Bänden it 
getheilt werden, und auch in’dem VII. -Bäß, Bei‘ 


I + 


130 0. 
EL A Bu 
de würden jetzt schon die Presse verlassen haben, 
wenn nicht das harte Söhicksal, das mein Haus ge= 
troffen ‚hat, «dem; „Vater von 8 Kindern auch nogh 
dis Pilichten‘ einer Mutter-anferlegt und dadurch « die 
Hälfte meines Lebens seit einem m Jahre verschlun- 
gen hätt. 
Un’ mich von meinem Janmer etwas zu "erho- 
len, "ünd mich zu stärken Zur neuen "angehäuften 
Arbeit, unternahm ich: diesen Herbst, gerade heute 
vor, ‚sg ‚Woshen, eine, ‚Reise .nach dem, nördliohen 
Deutschland, um die dortigen botanischen, Anstal- 
ten deren ‚einige, ich ‚‚chon früher kennen "und eh- 
ven. leinte, "wieder zu schen, ., und andere, die ich 
noch" nicht‘ gesehen, ya tie‘, Kennen" zu. Yernen; woll 
'ändh, ee u äöstehleh, um bei Gelegenheit 
der von Hrn. Oken so pomphaft nach Leipzig aus. 
geschriebenen Versammlung. der Aerzte und Natur 
forscher „, aus welcher aber auf eine höchst lächepr 
liche Weise, ‚nichts geworden ‚ist, die. verdiente 
Männer,. die. ‚als ‚dort erscheinend. verkündet: wur 
den, kennen. zu lernen, ah 
Ich ‚bitte die hochansehnliche Gesellschaft, ‚mit 
zu erlauben, ihr einige auf_dieser Reise gesammell 
Bemerkungen, vorlesen, :zu, dürfen. ‘Vielleicht, dah 
einige derselhen sie wenigstens-in so ferne interes- 
siren könnten, als sie mehrere der angesehenstet 
Botaniker Deutschlands, und einige der vorzüglich 
sten, fast möchte ich sagen ersten, botanischen At 
stalten in Deutschland betreffen. Es ist. herzerhe- 
bend, die Riesenfortschritte zu sehen, welche pm 
zero. ‚amabilis scientia in jedem Lande.;.nich 


In 


blefs mit ‚jedem Jahre; sondern beinahe. mit jedem 
Take vorwärts thutyı- zu sehen, wie ‚unsere;. blofs 
für: das.:reinste Menschenwiohl berechnete, :Wissen- 
schaft täglich mehr aus den Studierstnben..in'.dag 
Leben. der. Welt tsitt, und: den, genufsreiohen Gros- 
sen eher: so. heseligt, wie, den fleilsigen: Landmann, 
den: Bürger eben so reich ‚werden: lälst. an stets neu 
erklüherklen; Schätzen, wie'den' ‘Herzog, «und.den 
Herzogen : diem Reichthum von Königen und’ Kalsern 
verleihet; ! 
‚Pilanzenkultur ist von den alten Assyriern., 
von Jen. hängenden Gärten der Semiramis an bis 
zu den. Hellenen und: %is zur Wiedergeburt : der 
Wissenschaften in Italien, und von dieser Epoche ' 
‚an bis. zu, dem Lichte, welches mit der Reforma- 
tion über Europa aufgieng, atets der sicherste Mals- 
stab der Kultur der Völker geblieben. Als die Hol. 
länder (um nur hei Völkern deutschen. Stammes 
stehen zu bleiben) das .klassische Volk in. Europa 
waren, als ihre Gelehrten, ihre Künstler, Mahler 
und Kupferstecher. ganz Europa mit ihren Meister. 
werken erfüllten, da zahlten sie Ranunkeln, Ane» 
monen und Tulpen mit 1000 Ducaten das Stück 
und darüber, Jetzt übertrifft der Angelsachse auf 
seiner Insel; an der hächsten Stufe von Kultur, 
auf welcher er sich gegenwärtig befindet, jedes an- 
dere Volk an Reichthum von Gewächsen aller Welt- 
theile wnd an Liebe für dieselben. Und wenn Tu 
gend und"gerade Ehrlichkeit mit dem unwandelba- . 
ren Sinne: für alles Schöne und Gute ein 'armes 
Volk, so wie einen armen Mann, weit über alle 


‚Ia 


| 138 


Glückspilze ‘von Völkern;: wie von einzelnen’In 
dividuen, erhebt; wenn ‘Tugend; Verstand und @& 
schmack allein die Schöpfer wahrer. Kultur:'sind, 
und 'so‘auch.ein armes: Volk, wie ein armer Main, 
‚anf ‚der: Stüfe-höherer Kultur stehen känn,!so: din. 
.fens winkier. eines der edelsten Völker: deutsche 
Stammes, der Schweden, nicht vergelsen;:beil web 
clien:nun schon fast durch zwei Jahrhunderte Bo 
tanik ein Nationalgut. geworden ist, indem’ sie; zralı 
zur National-Erziehung eines jeden schwedischu 
Bürgers :gehörig, betrachtet wird, Wie wär essont 
‚auch möglich, dafs dieses bei seiner geringen Ar 
zahl und seinen geringen 'Mitteln stets großs .geklie 
bene Volk so viele ausgezeichnete Botaniker, ul 
nun, schon bald vor einem Jahrhunderte, den Schb 
pfer ungerer Wissenschaft, den unsterblichen Linn 
aus seiner Mitte hätte können hervorgehen sehe 

‚Doch. wärum versteige ich mich so hoch geg® 
Norden ‚.um einen Satz zu.erweisen, den kein Volk 
kräftiger. bestätigt, hat, als wir Baiern selbst unte« 
der glücklichen nnd segensvollen Regierung unsere 
Königes und ‚Vaters, Mawimilian Joseph. W 
war Baieen vor ihm,. und was ist .es. jetzt! Halt 
Baiern vor'ihm auch hr einen einzigen Garten w 
Bedeutung? Und gehören nicht jetzt der von ih 
neu geschaffene botarische Garten zu München, i# 
von ihm neu mit Gewächsen und mit Gewächshär 
sern ausgestattete Garten zu Nymphenburg unter dt 
vorzüglichsten Gärten Deutschlands? Auch der Ga 
ten zu Landshut, den ich von nicht gar. 2000 ai 
8100 Species. brachte, fing an ‚unter die vorzügl 


1355 


cheren Gärten Deutschlandes zu gehören; leider. ist 
er. es ‚aber nicht mehr, seit die Universität nicht 
mehr unter königlicher, sondern unter ihrer eigenen: 
Verwaltung ‚steht, die ilın. in sein voriges Nichts 
zurückwarf, ‚_War es .nicht. endlich Maximilian 
Joseph, der die königl. botanische Gesellschaft; 
vor!'.kaum., noch einem Viertel - Jahrhunderte am 
‚Schutzfelsen. an; der „Donaa; gestiftet „yon; Ar, ‚Exc, 
unserem Hrn, Präsidenten und von Hrn.. Direk- 
tor. Dr. Hoppe, zur königlichen ‚Gesellschaft 
erhob, und,seinem Volke hierdurch eine Ehre ver- 
lieh, deren. noch kein anderes Volk, von seinen 
königlichen Behersschern sich erfreut:.. denn wir 
Baiern sind. bisker die einzigen, die..eine König. 
liche botanische Gesellschaft besitzen. 
Schmerzlich mulste es min,allerdings. fallen, zu 
: Nürnberg, ‚wohin meine Route Ba führte; 
keine Reste der Zeiten der alten Volckamer, der 
alten Trew in dieser Stadt--mehr zu finden.: Ich 
durfte mich ‚aber nur etwas rechts von Nürnberg 
wenden, um. zu Heersbruck in dem Herbarium .deg 
würdigen alten Doctors. Panzer mich. und jeden 
Freund der Wissenschaft dafür zu trösten. Wenn 
man sieht, was dieser thätige und geistreiche Ge- 
lehrte, dem nichts im. Gebiete der Wissenschaft 
Iremd ist, und der seinen. Virgil so gut wie aei- 
nen. Linne auswendig. weils, an Gewächsen:. aus 
allen Theilen der Erde, vorzüglich aus der. Familie 
‚der Gräser, an einem so abgelegenen Orte, ‚wie 
Heersbruck ,, zusammen. zu ‚bringen vermochtg;:: 30 
gewinnt.man nicht bloßs Ehrfurcht vor diesem ehr- 


134 


würdigen Veteranen, sondern Vertrauen, dafs da 
alte: „quid virtus et quid sapientia possit’ 
sich. auch noch heute zu Tage an unseren’ deutschen 
Ehrenmännern ad oculum demönstriren läfst.. Mit 
den herzlichsten Wünschen, dafs das Schicksal die- 
sem lieben Manne seine 'Tage 'ncch lang zuzählen 
wolle, verliefs ich Heersbruck, 'um nach Nürnberg 
zurückzukehren, und dort den heutigen Ehret und 
Rösler dieser alten Künstler-Stadt, den wackerer 
Sturm kennen zu lernen, den wir alle eben w 
sehr als feinen und richtigen Beobachter der Nattr, 
wie als Künstler gleich hoch schätzen. Ich hof 
eine erfreuliche Nachricht mittheilen zu können 
wenn ich bemerke, dafs der älteste Sohn dies 
braven Künstlers des Namens’ seines Vaters wärdit 
zu werden xygrspricht, und auch unsere Nachkon- 
men noch s Sturmischen Griffels sich erfrenu 
können. . 

Zu Erlaugen konnte ich leider an dem‘ se 
wenigen Jahren doppelt verwaisten Garten, ein Mi 
durch’den Verlust des Hrn. Präsidenten v. Sch rebei 
dann durch die Uebersiedelung des Hrn. Ritiet 
v. Martius, so wenig 'Trostreiches finden, als @ 
dem mir anvertrauten Garten zu Landshut; vorzlf 
lich schmerzlich war &s mir aber, seit dem Abganf 
des Hrn, Ritters v.Martius, "welchem dieser G# 
ten seine letzte Zierde zu danken hatte, Schreber 
Lieblinge, ‚die Gräser, so sehr verwahrlost zu seheh 
dals jetzt wenige Species, mit Schrebers Auther 
tieität versehen, aus diesem Garten mehr zu habt 
seyn dürften. Ich fand mich für, diesen: Verl 


455 


indessen durch die Schöpfung eines neuen Gärtens 
entschädigt, in ‘welchen Hr, Prof. Märting, ‘der 
würdige Vater unseres’ Brasilianers, mich zwführen 
die Güte hatte, Erlangen verdankt diese hetie Zierde 
seiner schönen Stadt dem Besitzer 'einier grolsen 
Tobakfabrik, Hrn. vLebenich, der auf eine sehr 
glückliche Weise das Nützliche mit dem -Schönen 
zu vermällen: verstekt;” und“ ttradiche Seltenheit. in 
seinem’ Garten zieht. Ich meines Theils’ würde" den 
Gatten - dieses Tobakfabrikanten ' dem botanischen 
Garten’der Universität vorziehen, und dies, ausser 
den vielen Gründen, die’ich für diese Wall ange- 
ben könnte; Vorzüglich delswegen, weil sein Be- 
sitzer 'mehr darauf. verwendet, als die Universität 
auf den ihrigen, wofür äuch der Garteh des'Hrt, 
v. Lebenich ihm; der Stadt; dem Läflde’ umher, 
und folglich‘, Selönes ‘und Gutes überall verbrei- 
tend; 'der.’ganzen Menschheit mehr Nutzen‘ Britigt, 
als der Garten der Universität. : 

Zu‘ ‘Bamberg fand ich, 'obschon ehemals’ ‘ine 
Art von Universität daselbst gewesen‘ ist, zwar sehr 
viele Mirakel, aber eben keine botanischen Wonder, 
Obschon die Umgebungen dieser Stadt ziemlich pflan- 
zenreich sind, so ist es doch auffallend, dafs’ ‚das 
Bistum 'Bamberg, eines der grölseren und ältesten _ 
in Dentschland, auch nicht einen einzigen Versuch 
einen Flora seines Gebiethes seit mehr denn iooö 
Jahren ‘aufzuweisen hat, während alle protestänti- 
schen Länder des ehemaligen“ fränkischen Kreise, 
und selbst- -üie ‚kleinsten Bezirke desselben, melirete, 
und sogar einige vortreffliche, Flören''besitzen, Ich 


« 


136 


> 


glaube dießs.nur. darum bemerken zu müssen, weil 
man in den neuesten Zeiten so oft behauptet, Bis- 
ihümer hätten zur Kultur der Wissenschaften und 
des Bodens beigetragen. 

‚ Durch einen kleinen Unfall kam ich zu spät 
des Abends nach Coburg, und hatte zu selır Eile, 
um Hrn. v, Röpert, der, wie ich hörte, sehr 
thätig.für Deutschlands Flora sammelt, meine Ver- 
ehrung ‚bezeigen, und die schönen Anlagen von 
Freudenthal bewundern zu können. Man sagt, der 
Herzog Leopold K. H. habe sehr viel Geschmack 
für die Schätze Florens aus England mitgebracht: 
möge dieser edle Fürst darin Trost für die Bitiar- 
keiten des Verhängnisses finden, das ihn so unve- 
dient, getroffen hat. Auch durch Rodach, unsers 
Hornschuch Geburtsort, und durch Hildburg- 
hausen mufste ich der Eile des Posthornes folgen, 
und ‚konnte zu Meinungen nur so lang verwai- 
len, als nöthig war, den hübschen-Park bei diesem 
Städichen zu sehen. Die schöne Anlage des Mini- 
sters des Herzogihumes Meinungen an der Strabt 
nach, Weruhausen zeigt, von Verbreitung des .ß# 
schmaokes an höherer Gartenkultur mitten im rauhen 
Thüringer - Walde. 

Bei meinem Eintritte in dns Grofsherzogtihun 
Weimar .von dem freundlichen Badeorte Lieber 
stein her wurde ich durch die gättlichen Anlage 
zu Wilhelmsthal überrascht, ‘die stets. ein schö- 
nes Denkmal deutscher Gartenkunst seyn, und, wit 
man bei dem zarten Kunstsinne des Weimarer Hof# 
es nicht anders erwarten kann, wohl. such bleihe 


137 


werden. Nur mit Mühe konnte ich mich davon 
losreissen, da ich noch nicht wulste, dals ich atı 
der Carthause zu Eisenach, der berühmten Wart- 
burg gegen über, Ersatz dafür erhalten würde, ‚Die 
Leitung dieser herrlichen Cextosa, in welcher. man . 
mit Vergnügen Carthäuser werden könnte, ist dem 
rühmlich bekannten Hrn, Dr. Dietrich anvertraut, 
welchem Deutschland ein .Wark.zu verdanken hat, 
wie das Ausland: {mit Ausnahme der Eneyclop& 
die methodique) noch keines aufzuweisen ver- 
mag. So tief. gebeugi dieser edle Mann durch den 
frühen Verlust der Seinigen wurde, so vermochle 
doch das, harte Schicksal nicht seine Thätigkeit zu 
ermüden , und. wir werden nächstens uns eines neuen 
Bandes seiner neuen Auflage des Wörterbuobes, so 
‚wie des Supplemientes zu demselben erfreuen, --- 

+ Unendlich -leid that es mir, so nahe bei Göt- 
‘ fingen (nur ı4 Stunden ist von Eisenach bis zur 
alma- Georg- Augusta) zu seyn, und Schrader'n 
nicht meine Verehrung bezeugen zu können, Allein 
wir sollten, so war es angeschrieben, bis ı5. Sept: 
in Leipzig eintreffen, um dort auf das Lächerlichste 
für unsere Erwartungen getäuscht zu werden. Möge 
Flora diefs Hrn Oken nebst anderen Sünden gegen 
sie verzeihen. 

Zu Gotha hatte ich: das’ Unglück, den Hernn 
Legationsrath von Bridel nicht zu treffen, und 
ausser ibm war mir in dieser, der Venus Urania 
geheiligten, Stadt kein anderer Botaniker bekanat. 

In Erfurt bewunderte ich den Garten; des Hrn, 
Professors und Doctors Berahardi, welcher sicher 


138 


der reichste Garten‘ an !aelienen Pflanzenarten ist, 
‚den irgend ein. Privatmann auf dem festen Lande 
besitzt: eı zählt an 9000 Arten, also mehr, als man 
in: manchem. königlichen Garten nicht finden wird, 
Es ist.schwer zu sagen, was man’an Bernhardi 
mehr:bewundern :soll, seine trefen’und gründlichen 
Kenntnifse als Arzt, als Mineralog, äls Botaniker, 
oder seine kindliche Bescheidenheit bei so unend» 
lichem Wissen; seine feurige Liebe für Wissen- 
schaft, der er seit so vielen Jahren sein schöne 
Vermögen opferte, oder die Kälte, mit welcher er 
die ehrenvollsten Einladungen, selbst jene nach 
Berlin nach Willdenow’&.Tode, ausschlug. Man 
kann den Reichthum des Herbariums dieses würdi- 
gen Naturforschers zum Theile aus. der Anzahl der 
 Gewächse seines Gartens (oder vielmehr seiner Gär- 
ten, denn er besitzt deren zwei) wohl leicht er- 
messen, Er vermehrt denselben aber nuch immer 
durch Sammlungen nicht blofs aus allen Gegenden 
Europens, sondern auch aus fremderi Welttheilen, 
und hatte erst vor Kurzem das Vergnügen,‘ von 
einem: Freunde .aus. Nordamerika ein sehr. reiches, 
nordamerikanisches 'Herbarium zu erhalten, welche : 
fast alle Species in Pursh’s Flora septentr. 
Americae umfalst, Schade, dafs die Vorlesungen 
dieses hochverdienten Gelehrten nur so wenigen 
geniefsbar seyn können: seine Zuhörer- beschrän- 
ken sich gröfsten Theils nur auf die Zöglinge des 
chemischen Institutes: des Hrn, Ritters v. Trom# 
dorff zu Erfurt, seit diese einst so berühmte 
Universität, welcher die physischen Wissenschaf- 


139 


ten in Deuischland so vieles zu danken hatten, 
nicht mehr ist. 

Was auf dem festen Lande der Garten des Hrn. 
Prof. Bernhardi zu Erfurt, als Garten eines Pri- 
vatmannes, das ist unter den Gärten der Fürsten 
und Könige, mit Ausnahme jenes zu Berlin, der 
Garten Sr. k. Hoheit des‘ Grofsherzogs zu Weimar 
in Belvedere, nicht sowohl an’ eitler Pracht, als an 
Reichthum der kostbarsten und seltensten Gewächse 
aller Welttheile, vorzüglich Nenhollands. : Wenn 
der Garten der Kaiserin - Mutter unseres Herzoges 
v. Leuchtenberg k, Hoheit zu Malmaison einst 
unstreitig der erste Garten eines regierenden Hofes 
anf dem festen Lande gewesen ist, so scheint der 
Garten am Belvedere jetzt an. die Stelle desselben 
zu treten, und höchstens melir "einen ‘schönen Ri- 
valen an jenem des Fürsten Esterhazy zu Eisen- 
stadt zu finden, der jenen zu Schönbrunn schon im 
Jahre 1817 übertroffen hat. Selbst der Garten zu 
Berlin übertrifft den Garten zu Weimar mehr durch 
die ungeheuere Anzahl der Arten, als durch die 
Kostbarkeit und Seltenheit derselben, und durch 
‚die ausgesuchte Schönheit einzelner Exemplare. Ein 

eng und klein gedruckter Katalog von 120 8. nebst . 
„einem Supplemente von 20:5. von diesem Jahre, 
von dem berühmten Hrn. Prof. Dennstedt redi- 
girt, zählt die herrlichen Gewächse dieser wahr- 
haft-königlichen Sammlung auf, welche nur unter 
einem Fürsten, wie der gegenwärtige Grofsbef2og, 
der nicht 'blofs Liebhaber; sondern selbst Könner 
im Gebiethe der Flora ist, so herrlich gedeihen 


x 


140 


konnten. Die Wartung und Pflege der Gewächse, 
und vorzüglich die Einrichtung der: Gewächshäu- 
ser, isi musterhaft: Die Sonnenkeller, wenn man 
sie so nennen darf, in welchen der Grolsherzog 
seine Kap- und andere exotische Gewächse, welche 
wenig Wärme fordern, im Winter versenkt, und 
die Er zuerst mit sehr glücklichem Erfolge im Gros- 
sen versuchte (kleinere hatte man schon früher zu 
Eisenach); das ungeheuere Palmen- Haus mit glei- 
cher Temperatur au Boden, wie an der, mehr denn 
20 Toisen hohen Decke; die schönen Sommerhäu- 
ser, in welchen die Neuholländer - und mehrere 
andere exotische Bäume in Riesengröfse im freien 
Boden da stehen, und erst bei eintretendem Herbste 
den Schutz von Glasfenstern bekommen; alles diels 
nicht im Style des Luxus und eitler Pracht, ‚aber 
in jener Gröfse, die eines Fürsten würdig ist, der 
‘nur königliche Opfer der Wissenschaft zu bringen 
pflegt, und mit der den Fürsten ziemenden Sorgfalt 
das Schöne und Güte seines Gartens unter. seine 
Untertbanen und Nachbarn spendet, erfüllt den 


Fremdling mit Bewunderung, mit Freude und mit 


Dank, Es sind zwei Brüder, die Herren Sckell, 
die ursprünglich Schweden sind, welche die Auf- 
sicht über die Gewächse in diesem herrlichen Gar- 
ten führen. 

Ich mufs, wo ich von Weimar spreche, noch 
eines Gartens erwähnen, der der Aufmerksamkeit 
eines jeden Fremden werth ist, sowohl in Hinsicht 
seiner herrlich gedachten Anlage, als auch wegen 
mancher seltenen Pflanze, die hier im Stillen blüht, 


* 


j 141 
Ich meine den Garten des Uebersetzers des Bruders 
Gerondio und des unsterblichen. Meisterwerkes 
‚des Don, Miguel Cervantes, des Hrn. Ritters 
v. Bertuch,. dem: Deutschland in so vieler Hin- 
sicht so viel zu danken, und :der diesen "Gärten 


mit eigener Hand geschaffen hat, 'Mancher Fürst in 
Deutschland besitzt keinewwolchen- Garten. © 


Der verdiente Hr. PRE "Denndleat war, wie 
ich mit Sehlherzen hörte, zu "Teidend, als "dafs ich 
es hätte wagen 'können, ibn nit meinen’ "Besuche 
zu bel lästigen, 


Jena’s botanischer Gar ten ward lange Zeit über 
beinahe vergessen unter den botanischen Gärten; 
man kannte ihn höchstens als botanische Auligui- 
tät, Jetzt steigt er aus dem ‚Schoosg. von Belvedere 
verjüngt empor; sein Raum ward: ‚vergrölsert, und 
“wird noch vergr :ölsert werden; seine Einkünfte wur- 
den um ‚ein Nahmhaftes vermehrt, und bald wird 
er unter seinem gegenwärtigen. Vorstande, Herrn 
Prof. Vogt d. jüng., werth seyn, Weimar anzuge- 
hören. Freiherr v. Göthe bewohnte, als ich zu 
Jena war, das alte, den Einsturz drohende, Haus’ 
des botanischen Gärtners: wir wollen hoffen, dafs 
man dasselbe, wenigstens zum Andenken, dals Gö- 
the darin wohnte, frisch wird aufbauen lassen. - 


Von Jena, oder eigentlich von Naumburg weg, 
war wohl das ganze Land ein Garten; aulser einer 
Anlage unfern von Weifsenfels, die mir. der Schwa- 
ger Postillon aber nicht nennen konnte, fand ich 
jedoch von Jena bis Leipzig nichts, was. den Bota-. 


142 
niker interessiren. möchte, der an den Lorbern um | 
Lützen kein Behagen’ findet. B 
Desto mehr ward ich zu Leipzig entschädigt, 
wo mir die Tage zu Stunden ‚wurden.. Der Leipzi- 
ger. botanische Garten, unter dem berühmten Bryo- 
logen Schwägricken, ist buchstäblich der gröfste, 
den eine Universität jemahls besessen hat, oder be* 
sitzen wird, und in welchem drei Pariser Gärten 
so ziemlich Platz finden dürften: die Teiche allein 
in diesem Garten betragen mehr, als in den meisten 
botanischen Gärten das Land, und in dieser Hin- 
‚sicht kann man allerdings von ihm sagen, was einst 
von dem’ römischen Staate gesagt wurde: mole la, 
borat'suä, Diels gilt um so mehr, als der gegen- 
wärtige Custos der Universität, wie es verlautet, 
Keinen Sinn für Naturwissenschaften zu besitzen, 
und wenig zu wissen scheint, wie sehr Menschen- 
wohl von der Kultur derselben abhängt. Doch über 
diese Vernachläfsigung eines der Menschheit so hei- 
ligen Institutes haben die Herren v, Frege, Rei- 
chenbach, hat Hr. Hofr. Keyl, hat selbst der 
Handelsgärtner Breiter die Leipziger, und jeden 
Freund der Wissenschaft getröstet, Hr, v. Frege, 
der erste Banguier zu Leipzig, besitzt eine sehr 
reiche Pflanzen - Sammlung in dem schönen Garten 
seines Landgutes unfern von der Stadt; besitzt eine 
ausgesuchte und kostbare botanische Bibliothek , und 
ist nicht blofs Dilettant, sondern feiner Kenner in 
unserer Wissenschaft, und benützt seine grolsen 
Verbindungen mit Amerika nicht blofs zur Ehre des 
deutschen Grolshandels, sondern auch. zur Förde- - 


u 1143 


zung’ unserer Wissenschaft, Hr, Hofr. Keyl; Ge- 
'mähl der Enkelinn des berühmten'Banse und Töch- 
‘ter .des’philantropischen Wechsleis Löhr, welcher 
‚mitien in der.Hungersnoth.der siebziger Jahre, blofs 
um die hungernden Armen zu nähren, den ersten 
, D . Fa wert mn or L“ Fee) 
englischen Gaiten im Geschmacke ‚der Schule ‚zu 
Wörlitz ‚vor den ‘Thoren ‚seiner, Vaterstadt anlegen 
ließs, : hat diesen, chemaligenböhrischen‘ Gärten 
gegenwärtig at, ebsten Gatten vi n Leipzig" erhoben. 
Die. grofsen ‚Gewächshäuser \dieses herrlichen Gar- 
tens sind.so schön, so elegant, so. vollkommen rein 
architektonisch, "das man’ beinahe fürchten sollte, 
es wäre der Grazie des edleren Baustyles. zuviel von 
dem Eigensinne der’ Gewächse geopfert‘ ‚Dafür ist 
ihm aber :auf’ der lieblichen' Insel dieses, Gaftens 
» . By ee TU re N 
reichlicher Zoll gebracht, ‚Eine‘, Magn ölie. steht 
dort am Ufer mit ‚schenkeldiokem Stamime: viele 
Klafter hoch, und jährlich ihren Besitzer mit Blü- 
then erfreuend.' Sie trug sogar in dem frostigen 
diefsjährigen Sommer Saamen, den sie schon einige 
Male brachte, und aus ‘welchem vor einigen, Jahren. 
junge Pilänzöhen erwuchsen. Annona triloba steht 
ihr als ditke felte Nachbarinn zur Seite, und ein. 
Wald von nordanıerikanischen Sträuchen, von Spi- 
räen, Kalmien, Azaleen, Vaccinien umgibt sie von 
allen Seiten, Man g’aubt auf dieser Insel wirklich 
auf einer Insel in einer Bucht des Erie oder Onta- 
rio oder des Ohio zu stehen, Auch der Reichen- 
bachische Garten enthält, manches Schöne, und hat 
durch des tapferen Fürsten Poniatowski Tod, 
der hier in diesem Garten ertrank, und dessen An- 
denken in diesem Parke zwei Grabmäler errichtet 
sind, eine traurige historische Celebrität erhalten. 
‚Breiter’s’Barten ist, als Garten eines Handelsgärt- 
ners, sicher der erste in Dentschland, und yerdient 


‚144 


di® Bewundernng eines jeden, der Kunstfleifs'.m 
würdigen versteht. Der Genufs, den dieser Gaxten 
den Bürgern Leipzigs in den Winter - Monaten ge 
währt, die schöne Idee des Hru. Breiter, öffent. 
-Jiche Glashäuser zu ‚erriehten, in welchen man mil. 
‚ten im Schneegestöber unserer langen Winter im 
Dufie blühender Kappflanzen und umrankt von 
Tropengewächsen seine Tasse schlürfen und_ seine 
-Cigarro Verglimmen lassen kann, ist; ausser zu Berlin, 
‚noch in, keiner anderen deutschen Stadt dem Bürger 
geworden.*) Solcher Genufs ward bisher nur det 
Fürsten, in ihren Orangerien und Wintergärten den 
Winter zu troizem, Zu Leipzig rl Berlin hat fhn 
‚nun jerardsüuniger. Es'wird aber auolu wenige Sad 
geben, wo der Bürger soviel Geschmack für, die Schör 
heiten der Pflanzen-Welt besäfse, und wo Kaufleute, 
"wie ler se}. Löhr, wie die Herren Frege und Rei- 
achenbach und viele andere ebensoviel Gefalleriim 
Pilanzen, als an vollwichtigen Lonisdors finden. Selht 
für, Zoologie und Mineralogie interessiren eich einiie 
der reicheren Kaufleute Leipzigs; Hr.laCarrierez.ß 
besitzt.eine sehr ausgezeichnete Mineralien - Samn- 
lung, und ist ein ebenso gründlicher Kenner der Ur 
neralien, als derSeidenstoffe, mit welohen er imGrps- 
sen handelt, SoicheCärten, wie diejenigen, deren ich 
so ebeh erwähnte, mögen uns darüber trösten, da 
jetzt keine Spur mehr von dem einst so berühmter 
‚alten Hortus Boseanus zu Leipzig zu finden ist. 
(Beschlufs folgt.) 


*#) Ich kanı hier nicht umhin, einer nachahmungs wertke 


’ Anwendung der Duchesnea fragiformis bei Um 
Breiter zu erwähnen, die unter dem Namen Fri“ 


gariaindica geht, Er überzieht und bekleidet mit 


dem herrlichen Laube dieser Pflanze die Stellen seine 
Gewächshäuser, die dadurch und durch die schöne 
scharlachrothen saftigen Früchte von der Grölse eine 
kleinen Ananas-Erdbeere ein weit schöneres Ansehe® 
gewinnen, als sie sonst in Gewächshäusern besitzt: 
Diejenigen Botaniker, die dieser Pflanze trocken® 
Fruchtboden zuschreiben (wie in den Hort. monagt!* 
sis), scheinen nie reife Früchte derselben gesech? 
zu kaben. on 


F lor a 
oder | | 
Botanische Zeitung. 


L 


Nro. 10, Regensburg, am ı4, März 189%, 


in 
. j\ Meet : 
Ueber botanische Gärten in Banhsen, und 
‚ Preufsen. . eu 


( Vorgelesen in def am 10. Notember zu Re- 
gensburg gehaltenen Sitzung der k, botanischen Ge- 
sellschaft von J. A. Schultes, M. D. k:. baier. Hof- 
ralhe und Professor.) (Beseblufa,) 


Ürser lieber Schwägrichen -ist unermüdet 
thätig. Da die Universität kein Naturalien - Kabinett 
besitzt,. so hat er aus seinem bedeutenden Privat- 
vermögen diesem wesentlichen Mangel an einer Uni» 
versilät, aus Liebe zur Wissenschaft und zu seiner 
Vaterstadt auf eine sehr grofsmüthige Weise abge- 
holfen, Der Zoologe und Mineraloge findet bei ihm 
ebensoviel Interessantes zu bewundern, als der Bo- 
taniker, Hr, Prof. Schwägrichen bereitet sich zu 
einer Reise nach England, um seine Moose zu vol- 
lenden, und sodann ein vollständiges Systema Mu« 
scorum herauszugeben, welches hohes Bedürfnifs ist, 
Auch der wackere Monographe der‘ Pyrolen, Hr, 
Dr, Radius, wird gleichfalls, ehe die aurea praxis 
ihn für immer in seiner Vaterstadt fesselt, eine 


K 


ı46 u. 


Reise durch den Süden von Europa in botanischer 
Hinsicht unternehmen, und einige junge Leipziger 
Naturkistoriker fühlen Kraft genug in sich, es it 
rem wackeren alten Landsmanne, Hebenstreit, 
nach zu thun, und Reisen in fremde Welttheile 
blofs in.botanischer Hinsicht zu unternehmen, . Möge 
für. so .muthvolles Fördern der Wissenschaft. auch 
ihnen der Rubm ihres ehrwürdigen Mitbürgers werden. 
Zu Wittenberg ist, wie ich hörte, (denn ich 
sah kaum die Häuser dieser berühmten Stadt, da ich 
mitten in einer schwarzen Regennacht hin kam) 
keine Spur’mehr von den Tausenden, die der alle 
Leibarzt Heuicher auf den botanischen Garten die 
ser Universität gewendet hat, :und. die der unsterb- 
liche, Böhmer und der genialische, unermüdbare 
Schkuhr mit so wahrhaft eisernem Fleifse ver- 
walteieh. Jam seges est ubi Troja fuit. Dafür ‚sind 
aber jetzt in'der Nähe von Wittenberg, $o wie an 
vielen "Gegenden in Preussen, z. B. auch zwischen 
Halle und Merseburg, sogar die Chausseen an eit- 
zelnen Stellen um die Ruhebänke, die für “en 
müden Wanderer meilenweise angebracht sind, 
kleine botanische Gärten umgewandelt, und aus in 
niedlichen, mitten in den Sand hingepflanzten Bos 
quets sah ich noch im späten Herbste die nordame- 
rikanischen Senecionen und Aster erblühen. Solch 
Zartheit des Gefühles findet man nicht bei allen 
Wegbaumeistern aller Länder; denn nicht alle scher 
nen das bekannte: „Rosen auf den Weg gestreut, 
und des Harms vergessen” von einer so praktische! 
Seite aufgefalst zu'haben, "Wer hätte glauben sol- 


D 


147. 


len,.'dafs Botanik und Gartenkunst jemals das 'stei- 
nerne und langweilige Geschäft eines Weghaumei- 
sters so sehr’ veredeln, und so schöne Ruhepunkte 
in: dem: Leben eines 'müden Wanderers hätte 'her- 
vorrufen :können? Hatte: unser lieber älter Vater 
Linne nieht tief in das Herz des Menschen ges 
blickt, und tief die -Alfgewält der Botanik gefühlt, 
als er sie’ vorzugsweise ‘vor Wlen Wissenschaften 
die amabilis"serenlia nannte ? Be u 
‚Zu Potsdam konnte’ich nur einige Augenblicke 
verweilön, ‘um den patriolischen Bemühungen der 
mälkischen Gesellschaft, ‘welche auch für unsere 
Wissenschaft- höchst -wohlthätig werden müssen; 
herzlich alles Gödeihen zu wünschen, und rollt 
aus diesem deutschen Versailles durch die vier $tuni 
den lange Pappel-Allee, die noch so kolossalisch 
da steht;' wie der unsterbliche Friedrich sie pflan- 
zen liels, nach denı deutschen Paris, nach Berlin, 
In wenigen Zeilen dasjenige, was seit Verpflan- 
zung der Universität zu Frankfurt an der Oder nach 
Berlin‘ für physische Wissenschaften überhaupt, 
und insbesondere für Botanik in dieser Residenz- 
Universität gethan wurde, nur im Umrisse 'anden- 
ten wollen, heifst das Unmögliche versuchen, Den- 
jenigen, dem es scheinen möchte, dals’ich zu viel 
sagte, muls ich bitten, an die Spree zu kommen, 
und seine Augen mit Spree-Wasser zu waschen, 
damit ex klar schen kann, was Universitäten gewin- 
nen, wert sie nach der Hauptstadt verlegt werden. 
Die Schätze des botanischert Gartens zu Berlin, 
der ungefähr so weit von der Stadt entfernt ist, 


Ka 


148 


als Nymphenburg von München, kennen wir alle au 
des sel, Willdenow Ennmeratio und Hork 
Berol., aus seines hochverdienten Nachfolgers, des 
Hrn. Prof. Link Eaumeratio altera, und ans 
Links und Otto’s Abbildungen und Be«=. 
schreibungen der seltenen Gewächse dieses Gar 
tens. Doch aus diesen Werken allein, so trefllich sie: 
sind, den Berliner Gaxten kennen wollen, ist eben. 
so viel, als glauben, dals man einen Mann kenie, 
dessen Silhouette man einige Male gesehen: hat. 
Ein Umstand, der dem Berliner Garten und 
der Wissenschaft und den Finanzen des preufsischeu 
Staates, der so guf zu rechnen weils, zugleich 
Statten. kommt, ist. der,. dafs dieser Garten zugleich 
der Garten der Akademie, der Universität, des Ho» 
fes und der Gartenfreunde überhanpt unler dem 
Berliner- Publikum ist, also vierfaches Interesse in 
sich vereint, wodurch auf der einen Seite ‚eben se 
hoher Gewinn für den Staat hervorgeht, der seine 
Kräfte nicht unnütz versplittert, als für die Wir 
senschaft, deren Wohl hier mit vierfach vereinle 
Kraft gefördert wird. Nur bei solchen Verhältnis 
sen können hier 6000 Thaler hinreichen, um auf 
einem Punkte alles zu vereinigen, was man sont 
auf dreien oder vier mit derselben Summe nim- 
mermehr zu leisten im Stande wäre; nur auf dies 
Weise kann hier mit 6000 Thlrn. (und ein "Thaler 
ist zu Berlin kaum soviel, als bei uns ein Gulden) 
der exste botanische Garten auf dem Jesten Land 
mit einem Reichthume von beinahe 15,000 Plan 
zen-Species unterhalten, und, nebst dem Wohle, 


149 


der Wissenschaft (was die erste Bedingung einer 
solchen Anstalt ist), zugleich das Bedürfnils einer 
Akademie, einer Universität, eines königlichen Ho- 
fes vom ersten Range und des Publikums einer der 
gröfsten und gebildetsten Hauptstädte befriediget 
werden. Freilich bedarf es zur glücklichen Errei- 
chung dieses vielfachen Zweckes auch noch Män- 
ner von den Verdiensten eines Link, eines Otto, 
deren tiefe Kenntnifs, Erfahrung und Geschmack 
allein einer solchen Anstalt jenen Glanz verleihen 
können, den sie in so vollem Mafse besitzt, Link’s 
hohes Verdienst ehrt jeder Kenner unserer Wis- 
senschaft bereits seit mehreren Decennien, und 
schwerlich wird irgend ein Garten sich einer Lei- 
tung zu erfreuen haben, die jene des unermüdeten, 
blofs für seinen Garten lebenden, Hrn. Inspektors 
Otto überträfe. Vom frühesten Morgen bis zum 
späten Abende ist Hr. Otto, man daxf wohl sagen, 
die Sonne seines Gartens, die täglich über densel- 
ben aufgeht, aber nicht immer mit’ dem Abende 
untergeht, Nur dadurch, ‘und auch nur dadurch, 
dafs er den Geist der alten Friedrich’schen Taktik 
in sein Garten-Manoeuvre zu bringen verstand, ist 
es diesem Manne möglich geworden, mit einem so 
geringen Garten-Personale, wie das seinige, soviel 
zu. leisten, Sechs Gehülfen, eben soviele Lehrlinge. 
und Taglöhner unterhalten hier diesen ungeheueren 
Garten. Bei diesem schönen Manoenvre hat Hr. Otto 
allerdings, wenn ich in meiner militärischen Para- 
bel fortfahren darf, einen General des Geniewesens 
an Han, Prof, Link, "einen General der Artillerie 


‚ıba 


an Hrn. Dr. v. Schlechtendal, und einen Gene. 
ral-Quartiermeister an Hrn. v.Chamisso als Freunde 
zu seiner Seite, Man wird mir wohl erlanben, Will- 
denow’s Herbarinm, und die vielen anderen Her- 
harien der Berliner- Akademie als schwere Artille- 
zie der Botanik zu betrachten. Dieses Willdenow’sche 
Herbarium, welches, wenn man so sagen darf, den 
Kern der grofsen Herbarien-Sammlung der Akade- 
mie zu Berlin bildet, ist jezt, durch rastlose Th 
tigkeit des Hrn. Dr. v.Schlechtendal, vollkom- 
men geordnet; geordnet, wie es nur die zarteste 
Freundschaft und Liebe für den unsterblichen Will- 
denow, vereint mit den gründlichsten Kenntnissen 
in der Kritik der Botanik, zu thun vermochte. Hr. 
Dr, v. Schlechtendal ist der Sohn des berühm- 
ten Hrn, Präsidenten v. Schlechtendal zu Pader- 
born, des innigen und geprüften Freundes des se 
ligen Willdenow. In bessere Hände also, als in 
jene des innigsten Freundes Willdeno w’s konnte 
dieser der Menschheit. so heilig gewordene Schals 
nicht gelangen. Er ist jetzt so geordnet, dals jeden 
Augenblick jede Pflanze, aus den vielen Tausenden, 
die er enthält, hervorgezogen, geprüft und vergli- 
chen werden kann. Auch die übrigen einzelnen Her 
barien, angefangen von jenem des Gefährten de 
unsterblichen Tournefort, Gundelsheimer, bis 
zu den Sendungen des unglücklichen Bergius vom 
Cap, und des Hrn, Sellow aus Brasilien, welch® 
letztere ich noch unaufgestellt den Boden eines ge 
räumigen Zimmers füllen sah, werden nach und 
nach in Ordnung gebracht. ‚Auffallend war es mit; 


25 


dafs man zu Berlin allgemein sagte, ein 'Theil des 
Gundelsheimer’schen Herbarinms wäre auf eine nicht 
sehr erbauliche Weise durch einen Mann nach Mün- 
“ chen gekommen, der nicht. mehr ist, von dessen 
Frömmigkeit aber man jede Garantie gegen irgend 
einen ähnlichen error loci hälte erwarten sollen. 
Für nenen Nachwuchs zu dieser Sammlung, oder 
vielmehr zu diesen Sammlungen, ans dem botani- 
schen Garten sorgt der ‚geistreiche und liebenswür- _ 
dige Hr, v. Chamisso, der Weltumsegler, der 
selbst eine reiche Sammlung von seiner Reise um 
die Welt mitgebracht hat, und mit seltener Libera- 
lität jedem Freunde der Wissenschaft spendet.. Diese 
Herbarien, die jetzt noch im Gebäude der Stern- 
warte der Akademie, weit von dem botanischen 
Garten entfernt, aufgestellt sind, werden nächstens 
nach dem botanischen Garten übertragen werden, 
in dessen Nähe die Regierung ein Haus zur Auf- 
stellung derselben, sammt der dazu nöthigen bota- 
nischen Bibliothek, bestimmt bat. An diesen Her- 
barien bilden sich unter der Leitung des Hrn, von 
Schlechtendal mehrere junge Botaniker zu künf- 
tigen. Reisen in die Tropenländer, so wie der bo- 
tanische Garten selbst für die dortigen Zöglinge und 
Gehülfen die schönste Pflanzschule für künftige . 
Gartenmeister wird. 

Ich würde Tage, nicht blols wenige” Augen- 
blicke, die mir gegönnt sind, nöthig haben, um 
die Zweckmälsigkeit der in dem Berliner Garten fin _ 
Pilanzen-Kultur getroffenen Anstalten zu beschrei- 
ben, sowohl in. Hinsicht derjenigen Gewächse, 


153 


welche im Freyen gedeihen, als auch derer, die 
in den verschiedenen Häusern gehalten werden 


müssen. Sehr weise ist bei dem yröfsten Theile 


‚dieser Häuser Luxus und eitle Pracht der Zweck. 
mälsigkeit geopfert; indessen stehen dort, wo & 
das Decorum der schönen Gartenkunst erfordert, 
auch in diesem Garten Gebäude, welche beurkun- 
den, dafs man königliche Pracht mit hoher Zweck- 
mälsigkeit zu vermählen versteht. So ist z.B. das 
herrliche Winterhaus, in welchem die seltenstet 
Bäume des Auslandes im. Grunde, und den ganzen 
Sommer über frei und unbedeckt da stehen, und 
nur im Winter eine Decke von Glas utıd Glasfen- 
sier erhalten, in dem edelsten und schönsten Style 
erbaut, und würdig einen königlichen Garten zu 
zieren; und eben so würde das erst jeizt ner er- 
baute Palmenhaus, ein Glaskegel von einigen zwan- 
zig Toisen Höhe und nalıe an zwanzig Toisen an 


der Basis, in welchem die Palmen frei im Grunde 


stehen, jedem kaiserlichen Garten zur Zierde ge 
reichen. Wenn ich eben so viele Jahre. als Tags 
an diesem Garten und an den Berliner- Herbarien 
hätte verweilen können, so würde ich schwerlich 
noch alle die Schätze, und all das Zweckmälsige, 
das hier vereint sich findet, nach Mulse haben. stu- 
dieren und bewundern können, Es scheint, dal 
fortan, so wie der Muselmann zum Grabe des Pro- 
pheten, so jeder Botaniker nach Berlin wird pil 
gern müssen, wenn ex botanisch selig sterben will 
Etwas, was ich jedoch zu Berlin nicht besse! 
fand, als fast überall, und was die ewige Wahrheit 


153 


des nihil est ab ormni parte beatum selbst zu Ber- 
lin bestätigt, ist, dafs auf der Bibliothek für bota- 
nische Literatur nicht so gesorgt wird, wie es das 
Bedürfnifs der Wissenschaft fordert. In dieser Hin- 
sicht wird Göttingen alle andere Bildungs- Anstal- 
‘ten noch immer so lang übertreffen, als es Göttin- 
gen bleiben wird. *) \ 


Zu Berlin hatte ich auch das Vergnügen, Hra, ' 
Doctor und Prof, Hayne kennen zu lernen, der, 
selbst bei seiner etwas schwächlichen Gesundheit, 
und den nun anrückenden Jahren, unermüdet thä- 
tig an der Vollendung seines classischen Werkes, 
der wahrhaft „getreuen Abbildungen und Dar- 
stellungen der Arzeneigewächse” arbeitet; eines Wer- 
kes, das mir, leider, nicht blofs unter den Phar- 
maceuten unseres Landes, sondern selbst unter uns 
Botanikern weniger bekannt zu seyn scheint, als 
es seinem hohen inneren Werthe und dem kriti. 
schen Geiste nach, mit welchem es bearbeitet ist, 
zu seyn verdiente. Der VIII. Band dieses vortreff- 
lichen Werkes ist jetzt seiner Vollendung nahe. 


Der berühmte Reisende nach dem Vorgebirge 


*) Auf einer gewissen Universität, an welcher eine eigene 
Bibliotheks- Kommission besteht, und bei welcher ein 
Philosoph Beysitzer ist, wurde der Ankauf botanischer 
Werke von diesem Hrn. Philosophen aus dem Grunde 
verbothen , ‚, weil hotanische Werke sehr theuer sind.” 
Wem fällt bei einer solchen Aeusserung eines Philoso- 
phen nicht alsogleich das bekannte: nil tam absurdum, 
quod non aliquis dixisset philosophorum, ein ? 


154 


der guten Hoffnung, Hr. Dr. und Prof. Lichten- 
stein, ist leider der Botanik untreu geworden, und 
hat einen Theil des grofsen Gebiethes der Zoologie 
zum Felde seiner Thätigkeit gewählt, Dafs das 
Berliner zoologische Kabinet mit dem botanischen 
Garten an Vortrefllichkeit weiteifert, läßst sich von 
einem Institute einer Akademie, die Friedrich der 
Einzige gründete, nicht anders erwarten, 

ich hatte nun, wenn ich so sagen darf, das 
Herrlichste gesehen: es war indessen noch eine 
Nachlese zu Halle und zu Dresden übrig. Ein Zu- 
fall auf dem Wege von Berlin nach Wörlitz und 
das Austreten der Elbe hinderte mich, die erste 
Schöpfung auf deutschen Boden verpilanzter höhe- 
rer Gartenkunst, den Garten zu Wörlitz, zu sehen, 
indem ich einen weiten Umweg nelımen mulste, 
um über die Elbe zu gelangen, 

Zu Halle bewunderte ich. den unter dem Po- 
Whistor Sprengel so schön aufblühenden Garten, 
welcher, ausser seiner herrlichen Lage, auch sehr 
viel Herrliches in seinen Beeten und, in seinen 
Häusern besitzt, und auch dann noch die Aufmmerk- 
samkeit reitzt, und selbst daun noch fesselt, wann 
man von Berlin. her nach Halle gekommen ist. 
Hr. Prof. Sprengel versteht die schwere Kunst 
der Administration eines botanischen Gartens, der 
sich selbst rentiren soll, eben so glücklich zu lö- 
sen, wie ein guter Feldherr das Problem des alten 
Hugo Grotius in jure belli el pacis, wo es heilst: 
bellum se ipsum nutrit, Diese schwere Aufgabe 
scheint aber auch nur in einem Lande der Lösung 


ı55 


möglich, wo jeder Bürger, ja selbst mancher Bauer, 
so vielen Sinn für die Schönheiten aus Florens 
Reiche besitzt, wie einst die Griechen, und wo 
ohne Blumen kein Fest und keine Freude ist. Der 
elhrwürdige Sprengel scheint unter seinen Pflan- 
zen mit, neuer Jugendkraft seibst wieder zu er- 
blühen; denn Niemand würde an diesem liebens- 
würdigen Gelebrten die Last der Jahre und der 
unendlichen Arbeiten erkennen, die seine Schul- 
tern so kraftvoll ertrugen, Herr Dr. Kaulfufs, 
der Kenner der Filices, war eben auf der Jagd, 
wie man mir sagte, als ich ihm meine Verehrung 
bezeigen, und auch Hr. Graf Henckel von Don. 
nersmarck war abwesend, als ich ihm meine 
Aufwartung machen wollte: für den Verlust, den 
ich durch dieses Verfehlen zweier so würdigen 
Botaniker erlitt, konnte ich mich nur dadurch 
trösten, dafs sie mir, eben durch ihre Abwesenheit 
den Beweis ihres Wohlbefindens gegeben haben. 
Noch blieb mir Dresden übrig, wohin ich über 
Leipzig eilte, um Herrn Grafen v. Hoffmannseg 
die Huldigung meiner Verehrung zu bezeigen, und 
Herrn Prof. Reichenbach’s sehnliech erwünschte 
Bekanntschaft zu machen. Zu meinem grolsen Be- 
"dauern war der Hr. Graf abwesend, Bei dem lie- . 
benswürdigen und ungemein gefälligen Hrn. Prof, 
Reichenbach fand ich aber mehr, als ich bei 
den sanguinischsten Erwartungen zu finden hoffen 
durfte, Die Sammlung seiner Aconiten, nicht so- . 
wohl in dem botanischen Garten, als in seinem 
Herbarium, übertrifft wirklich alle Erwartung; denn 


' 


156 


die.Zahl der Exemplare, die er hiervon aufbewahrt, | 
‚und die er sich von allen Orten her zu verschaffen 
wulste, wird an die Tausend reichen. Eben so 
‘reich ist auch verhältnifsmäfsig die Anzahl seiner 
‚Myosotiden, mit deren Monographie er uns in 
‚den nächsten Heften von Sturm’s Flora beschen- 
ken, und seiner. Thymus, über welche er um 
gleichfalls bald eine Monographie mittheilen wird, 
Wenn man nicht Dutzende von Exemplaren einer 
Pflanze aus allen Gegenden her vor sich liegen hat, 
‚wird man bei dem Zustande, in welchem die Bo« 
'tanik sich gegenwärtig. befindet, in zweifelhaften 
Fällen, und gerade diese sind die dringenden ih 
unserer Wissenschaft, nichts entscheiden können, 
Nichts ist gefährlicher, als das Aufstellen neuer An 
‘ten aus einzelnen Exemplaren. Wer daran zweifelt, 
der durchgehe das Herbarium des sel, Bar, v. Wul- 
fen, das ich noch bei Lebzeiten dieses gründlichen 
Forschers salı; der durchgehe die Herbarien über 
Potamogeton bei Hrn. Chamisso, über Pyrola 
bei Radius, über Aconitum, Myosotis und 
Thymus bei Reichenbach, und des wackeren. 
Reguien zu Avignon Sammlung von Galien, 
welche, wie mir mein Freund Balbis erst kür 
lich schrieb, nicht weniger als 6000 Exemplare 
falst, die er alle bei seiner jetzt herauszugebenden 
Monographie dieser so sehr verworrenen Gattung 
vor 'sich liegen hat. Nur durch Floren und Mo- 
nographien läfst sich heute zu Tage das Wohl der 
Wissenschaft fördern; aber weder die einen noch 
die anderen lassen sich mit Glück und Nutzen be 


ab7. 
arbeiten,. wenn man nicht in Exemplaren: willen 
kann, wenn man nicht aus. allen Ländern, wo man: 
eine gewisse Pflanze angeblich gefunden hat, die 
Exemplare vor sich sieht. Der Italiäner kann keine- 
italiänische ‘Flora mit Sicherheit schreiben, -chne 
die ‚gleichnamigen Pflanzen Deutschlands, ich meine 
diejenigen, die unter gleichem Namen gehen, vor 
Augen zu haben, und umgekehrt kein. Deutscher 
- eine deutsche: Flora, ohne die italiänischen. Selbst 
die homonymen Pflanzen verschiedener Provinzen. 
Deutschlands ‚verdienen noch verglichen zu wer. 
den: in diesem Geiste bearbeilet wenigstens: der 
vortreflliche Dr. v».Schlechtendal seine Flora: 
berolinensis, welche nicht‘ blofs eine bedeutende 
Nachlese zu Willdenow ‚und Kunth, sondern. 
auch manche lehrreiche Aufklärung über dieses und: 
jenes bisher unvermeidliche quid pro quo enthalten 
wird. „Auch Hr. Prof. Reichenbach bearbeitet 
einen Theil der Flora des ehemaligen Deutschlands, 
nämlich die Flora Sachsens, eines Landes, über 
‘ welches, wie es mir anf meinem Durchfluge schien, 
die Göttinn Flora. ein Füllhorn von Capricen ausge- 
gossen zu haben scheint. Sachsen scheint durch die: 
letzten Kriege, die es verheerten, vielleicht mit dem. 
Heue, in welches die Heere ihre Bagage auf den. 
Büstwagen packten, manche Pflanze des Süden und 
des Westen wie. des Osten erhalten zu haben,. Sor 
fand ich auf dem Schlachtfelde von Leipzig, in ziem- 
licher Entfernung. von der Stadt, Chenopodium 
ambrosioides selbst in diesem elenden Sommer 
üppig wachsen. Da der nen angelegte botanische 


” 


158 


Garten zu Dresden unter der Leitung des Hrn.Prof 
Reichenbach für das Bedürfnils unserer Zeit viel 
zu klein, wenigstens zehn Mal kleiner ausgefallen 
ist, als man wünschen darf, so befolgt dieser Eh- 
renmann die,. wie es mir scheint, sehr beifalls. 
werlhe Idee, nur das Allerneueste, das Zweifel 
hafte in demselben zu bauen, und das, was er zu 
verschiedenen Monographieen bedarf, Ist diefs am 
Reinen, so wird abgeräumt, und andere Schau 
spieler irelfen auf. die Bükne, um neue botanischt 
“Spektakel, bald lustige bald traurige, zu geben. 

“ Auf meiner Rückreise von Dresden haite ich 
nur zu Freyberg. noch .das Vergnügen, botanische 
Schätze zu sehen; aber Schätze ganz anderer Art; 
als wir gewöhnlich bewundern, Pflanzen der Vor 
welt, welche Se. Exc., unser hochgefeierte Hr, Graf 
v.Sternberg, dessen Ireigebige Hände über Berge 
und Meere zu reichen wissen, wo sein erhaben® 
Geist das Wohl der Wissenschaft zu fördern hof, 
der geologischen Sammlung der dortigen k. Berg- 
Akademie verehrte. 

Zu Gefrees freute ich mich auf heimischen Bo- 
den der glücklichen Heimkehr unseres unermüde- 
ten Mitgliedes, des Hrn. Funck, der wieder man- 
chen neuen Schatz von seiner dielsjährigen Alpen- 
Reise heimbrachte, und beschlofs so meine Reise, 
wie Linne sein System, mit der Kryptogamie. 

U. Bemerkungen - 

In dem zweiten Volumen des regni vegetab. 
syst. naturale von Candolle sind die Cruciferae 
oder Tetradynamisten im ganzen Umfange der neuern' 


% 


159 


Entdeckungen entsprechend vorgetragen, und es giebt 
‘daher eine interessante Uebersicht dieser merkwür- 
digen, häufig auch in Deutschland namentlich auf 
Alpen vorkommenden Gewächse. Indessen läfst die 
Wahrheit, dafs Candolle die deutschen Schrift- 
steller und ihre Entdeckungen zu wenig beachtet 
ünd nicht immer aus den ersten Quellen geschöpft 
habe, noch manche Zweifel zu nöthigen Berichti- 
gungen über, davon wir nach und nach einige in 
der Flora vortragen werden. 

Nach dem Vorgange R, Brown’s ist Chei- 
ranthus in mehrere Gattungen zerfallen, die früher 
nicht einmal unter verschiedenen Abtheilungen stan- 
den. So machen z.B. Cheir. incanus, annuus, fene- 
stralis, sinuatus u. a. die Gattung Mathiola (Mat- 
thiola) aus. Unter diesen möchte wohl die einzige 
M. varia der deuischen Flora*) angehören, indem 
Candolie unter diesem Namen den Cheiranthus 
trislis Suffren! (Catal, friaul. pag. 162.) „habit, in 
ägro Forojuliensi ad xipas Felae prope Amaro et 
super Zellinas” angiebt. Diese Pflanze bat Stürm 
im a2sten Hefte nach einem Wulfenischen am Tag- 
liamento gesammelten Exemplare, (was Candolle 
nicht ceitirt) ebenfalls unter dem Namen Cheiran-; 
thus tristisabgebildet.— Die Anmerkung bei Sturm, 
dafs sich diese deutsche Pflanze durch ungezälnte 


*) Röhling (Dent. Flora 2, pag. 369.) führt zwar 

“ Cheir, incanıs und fenestralis auf, aber mit einem * 

als Zeichen von Gartenpflanzen, die billig nicht hie», 
her gehören. 


ı60 


Blätter und größsere Blumen von französischen und 
spanischen Exemplaren unterscheide, ist interessant, 
‚weil gerade daraus hervorgeht, dafs unsere Pflanzs 
M. varia, nicht M. tristis sey. Zwar führt Can- 
dolle bei M. tristis den Wohnort: „prope Venzone 
in Carnia” nach Morxetti an, allein diefs ist wahr- 
scheinlich auch M. varia, indem Carnien und Friaul 
einerlei Landstriche sind. ( Fortsetzung Tolgt, ).. 
.. I, Beförderung. 
Herr Dr, Eysenhart, der gleich beißchweig 
gers Äbreise dessen. Geschäfte an der Universität 
zu Königsberg übernommen hatte, ist nun als Pro- 
fessor extraordinarius daselbst ernannt worden. _ 
VW Anzeigen 
(Rochels Miscellen und Pflanzen - Umrisse betr.) 
Von den in der Flora ı820 $, 601. angeküu- 
digten Miscellen von Anion Rochiel ist der erste 
Band wirklich.erschienen, und die folgenden, ‚wel- 
che ‚vorzüglich die botanischen Exeursionen und 
Reisen des Verfassers in den Karpathen enthalten, 
werden unverzüglich nachfolgen. Dagegen können. 
die ebendaselbst angekündigten Pflanzen - Um- 
risse aus dem südöstlichen Karpath des Bannals 
von demselben Verfasser, wegen Mangel an Prä- 
numeration, nun nicht auf einmal erscheinen, son- 
dern werden zur Erleichterung des Ankaufs hell- 
weise herausgegeben. Wir haben einige Abdrücke 
von den zu diesem Werke gehörigen Tafeln ge 
sehen und können ganz dem Urtheil beipflichten, 
welches darüber bereits in der Flora 1820 $. 685 
gefällt worden ist, 


Flora 


oder 


Botanis che Zeitung 


Nro. ıu. Regensburg, am 21. März 1822. 
- — u - yon — 


’ 


LT Aufsätze, 
Ueber die Gattung Zanonia Plumieri; von 


Hrn. Grafen v, Sternberg. 2 


D: Schicksale der Pflanzen haben- manchmal 
grolse Aehnlichkeit mit jenen. der Menschen!‘ Durch 
höhere Authorität oder Gewalt von ihrer Stelle ver-. 
drängt, ihrer Würden beraubt, müßen sie sich oft 
durch ein Jabrhundert als Prätendenten durch das 
System schleppen, ohne ihre Ansprüche geltend ma- 
* chen zu können. Dielfs war der Fall bei der Zanonia, 


Plumier stellte diese Gatfung im Jahre 1707 1 
auf; die Art, wie er diese und jene der Comme- 
linen charakterisirte; der auflallende Unterschied 
der Fruchtbildung, den er (nov. gen. pl. t,38) deut- 
lich darstellte, schien sie für immer gegen jede Ver- 
wechslung zu sichern. Allein Linne, gegen die . 
Bestimmungen Plumiers etwas mifstrauisch, und 
besorgt, nicht zuviel Gattungen seinem neuen Sy- 
stem zum Grunde zu legen, verschmolz in seiner 
ersten Herausgabe der Gen. plant. Lugg. PER 
diese beiden Gattungen in jene der Commelinen, 


162 


Das gewaltsame dieser Handlung zu entschuldigen, 
fügte er in den Monendis p, 379 die Bemerkung bei: 
Zanonia Pl, parum recedit a congeneribus Comme- 
linis, in illa enim tria petala exteriora germini in- 
sident, pericarpii forma persistunt, tria interiora 
aequalia sunt et absoluta florescentia reflectitur fru- 
ctus coronatus tribus exterioris corolla partibus in- 
aequaliter enati. Zum Ueberflufs nannte er diese 
Pflanze in den nachfolgenden Sp. pl. Commelina 
Zanonia, und bildete noch oben drein aus der Fı- 
milie der Cucurbitaceen eine neue Gattung Za- 


x 
gg ;nonia. Dadurch wurde aber das erste Unrecht 


! 


nicht vergütet, weil eine Beere doch nie eine Kap 
sel, daher die Zanonia Plumieri nie eine Com- 
melina noch eine Tradescantia werden kant 
Das Urtheil war indessen gefällt, keine Berufung 
dagegen eingebracht und Zanonia blieb bis zu un- 
seren Tagen bei den Fradescantien, wo sie nad 
dem Gattungs- Charakter kein Botaniker suchen wird 


Rue Persoon war davon überzeugt; er setzte ihr den 


voll Cramer"ertworfenen Charakter bei, liefs sie 
indessen doch bei den Tradescantien stehen, und 
führte in der Folge die Linneische Gattung Z4- 
nonia auf, wodurch zwei Zanonien in das Sysien 
kamen. " 


ul, (X. Max Dafs die Zanonia von Plumier, deren Gal- 


tungs- Charakter folgender ist: Calyx 3 phyllus, e0 
rolla 3 petala demum baccans, stamina 6. anthera 


“ inenmbentes polline emisso sagittatae, fructus bac# 


" pediformis bi-trilocularis, semina 2 ovato-subre- 
tunda, von den Commelinenund Tradescantiet 


265 


getrennt werden mülse, unterliegt keinem Anstand, 
es entsteht aber eine andere Frage: Nach den Grund- 
sälzen der Priorität gebühret ihr der Name Zano= 
nia, den ihr Plumier zuerst beigelegt hatte, und 
die Linneische Gattung mülste einen nenen Namen 
erhalten; man hat sich aber seit der Linneischen 
Reformation angewöhnt, alle Pilanzen - Gattungen, 
die Linne in seine Genera oder Species plantarum 
aufgenommen hat, mit seinen Namen zu bezeich- 
nen, ‘obgleich Linne selbst die Namen derjenigen 
Verfasser, die schon früher Gattungs- Charaktere 
entworfen hatten, die er blos erweiterte, stets 
anführt. | 
_ Wir wollen uns nicht anmafsen, hierüber et- 
was zu entscheiden, wünschen aber, dafs sich die 
Botaniker über den anzunehmenden Grundsatz ver- 
einigen mögen. Von den Herausgebern der Syst. 
naturae und Syst. vegetab. erwarten wir aber, dafs 
sie die Pilanze, deren Rechte wir vertheidigen, 
als Gattung aufstellen werden, 

Schliefslich wollen wir nur noch erinnern, dafs 
die behaarten ‚Staubfäden sowohl bei den Trade- 
scantien, als bei der Zanonia in dem Gattungs- 
Charakter weggelassen ‚werden sollten, weil diese 
Bekleidung nicht standhaft ist, bei mehreren Tra- 
descantien gänzlich fehlt, so wie auch unsere 
Tradescantia bibracteata glatte Staubfäden und 
weifse nicht blaue Blumenblätter zeigt, die Beere 
'windet sich auswärts krumstabförmig, ist anfangs 
Purpurroth, dann schwarz, ganz der Abbildung bei 
Plumier ähnlich. 

. L 2» 


16% 
I. Correspondenz. 

Es ist zu bedauern,, dals die ‚Monographis 
Specierum Asterum des Hrn. Prof. Nees v. 
Esenbeck ins Stocken gerathen ist, und wahr. 
scheinlich auch noch lange darinn bleiben werde 
Diese schöne Familie prangt mit ihren zahlreichen 
Arten als Zierpflanze in privat und botanischen 
Gärten, ohne dafs sich einer daran wagen kam, 
nur die von dem sel, Willdenow bestimmten atı- 

. zumitteln, zumal da die Diagnosen von Neest 
Esenbeck in der Synopsis mitjenen der vonWill- 
denow nicht selten im "Widerspruch zu seyn unl 
verschiedene Species anzuzeigen scheinen; diem 
habe ich schon längst gefühlt, endlich aber in der 
Flora Aufschlüfs darüber erhalten. Ich will Ihne 
hier einen Vorschlag machen und zur Prüfung vor 
legen, welcher die Absicht hat, über einen grofsei 

Theil der in den Gärten Deutschlands aufzubringer- 
den Arten geschwindere Kenntnils zu verbreiten, 

Die königl. bot. Gesellschaft ladet zu dem Entt 
jeden Besitzer von Aster-Arten ein, von jedt 
Art, die ihm zu Gebot steht, ein instructiv eing® 
legt getrocknetes Exemplar einzusenden, Jeder Eit 
sender hat an der vegetirenden Pilanze alles, wi 
während dem Trocknen entstellt, undeutlich gemaclt 
oder verloren gehen könnte, zu notiren und be 
zulegen. Z, B. Calyx adpressus, laxus, reilexe 
squarrosus &e,, giebt der Pilanze den Namen, &! 
er schon für anerkannt richtig zu wissen glanit 
olıne, oder so ex noch Zweifel hat, mit ? den ® 
beisctzt, Jene Arten, vun denen er. keine Beschie‘ 


165 


bung erhalten kann, und die er für neu hält, bezeich- 
net er mit einem willkührlichen oder mit Nro. und 
seinem Namen. Die bot. Gesellschaft prüft die ein- 
gegangenen Arten, vergleicht sie mit den Bemerkun- 
gen des Einsenders und giebt jeder einen passenden 
Namen, unbekümmert um den, welchen der Ein- 
sender beigesetzt hat, lädet hieranf jeden. ein,. die 
nöthigerachtete Anzahl Exemplare zu trocknen r 
welche gegen billige Bezahlung Heft oder Deoaden 
weis abgegeben werden, Die Einsender müssen, 
wie billig, für die Mühe und Anpilanzung Entschä- 
digung erhalten. Dieses kann mit den Decaden oder 
Heften der Aster- Arten geschehen, Die königl.' ' bot. 
Gesellschaft wird bestimmen, wie viel ‚jedem. für 
das hundert gut getrockneter Exemplare verschie- 
dener Arten zu Theil wexden soll. Für. kleinere 
Lieferungen seltener Arien wird sich ein. jeder ent- 
schädigt halten, wann sie iım durch die Flora 
bekannt gemacht werden, wodurch jedem. wieder 
der Vortheil zukommt, dafs er erfährt, woher er 
eine ihm abgehende Art gegen Tausch erhalten kön-. 
ne. — Die Aufgabe ist grofs, aber doch in der Aus- 
führung möglich, Es steht zu erwarten, dafs da- 
durch noch ein und andre unbekannte Art ans Licht 
treiten werde,. welche bisher in einem verborgenen 
Winkel gestanden hat; ihre Anpflanzung würde dem 
Gärtner nicht mehr, wie bisher, lästig werden, 
weil sie ohne Namen figuriren und Niemand sich 
an sie wagen will. — Die Vermehrung der Syno- 
nymie darf hier gar nicht in Rechnung gebracht, 
werden, denn es ist besser ein Synon, weiter, als 


166 


gar kein Name! — Wann es endlich dem Hm. 
Prof, Nees v. Esenbeck gefallen wird, die Sy- 
nonymie der in den Heften vorliegenden Exem- 
plare in seine Monographie aufzunehmen, so wäte 
zur Kenntnifs dieser Arten schon ein grolser Vor- 
sprung gemacht. 

Zur Ausführung meines bier 'projektirten Plans 
ist ein gemeinsames Zusammenwirken nöthig, denn 
nicht von allen Arten kann ein Einzelner so vide 
‘ Exempläre haben, noch, da sie gewöhnlich größ- 
tentheils‘ $teichzeitig blühen, mit dem Einlegen 
fertig werden, als für die Hefte nöthig seyn wer 
den, manche kommen 'erst ganz spät, oder weit 
frühe Kälte eintritt, gar nicht zur Blüthe. Dei 
Aster grandiflorus habe ich im Ausgang vorigen No 
vembers in der Blüthe gesehen, während die an- 
derswo spät blübenden, wie tardiflorus, spectabili 
schon im August neben ihm zu blühen anfiengen. 
‚Ich habe defswegen oben vorgeschlagen, dals ein 
jeder, der sich zu dem Unternehmen und Mitwit- 
ken verstehen will, der königl. bot. Gesellschaft 
Muster-Exemplare einsende, und dabei anzeige, wit 
viele Exemplare er beiläufig für die Hefte zu lis- 
fern im Stand wäre, Wo Concurrenten mit gleiche! 
Arten zusammentreffen, so ertheilt die.bot. Gesell 
schaft jedem einen Antheil für die nöthig erachlelt 
Anzahl zu, damit das ewige Pflanzen - Etglege? 
keinem übermälsig zur Last falle und andernthelt 
die sparsam blühende Arten zusammen gebracl 
werden können. 

Die Gärten in Karlsruh, Schweringen und Heide- 


167 
berg enthalten eine bedeutende Anzahl Aster-Arten. 
Meine dortigen Freunde: die Herren Zeyher, Hart- 
weg und Mezger lassen mich, wie sie es bisher 
gethan haben, alle Unterstützung hoffen, welswegen 
ich jetzt schon das Anbielen zu dem Unternehmen 
machen kann. Melırere Muster- Species kann ich 
bereits jetzt schon abgeben. ZZ 

‚ Wiesloch. u . Märcklin. 

* ee 

Es’liegt allerdings in dem Plane der K, b. Ge. 
sellschaft, die Wissenschaft so viel als möglich und 
äuf jede Weise zu fördern, und es können ihr 
daher Vorschläge, die diesem Zwecke entsprechen, 
nicht anders als angenehm seyn. Nur der gegen- 
»wärtige scheint in seiner Ausführung einer grössern 
Volikommenheit fähig zu seyn, wenn man 'ihn ei 
ner andern Behörde überliefse. — Herr Präsident 
Nees v‚Esenbeck hat bekanntlich Jahre: lang die- 
sen Gegenstand sehon bearbeitet, ist bereits über 
denselben mit allen botan, Gärten in Verbindung 
getreten, hat selbst die gröfste Anzahl von Astern 
in seinen Gärten gezogen, und seine Erfahrungen 
darüber schon. zu Papier gebracht, ‘Es. wäre also 
vor allen Dingen zu wünschen, dafs die vorge- 
schlagene Anstalt, in so ferne sie mit der Heraus- 
gabe der Monographie, an der wir doch noch nicht 
ganz verzweifeln wollen, zu vereinbaren sey, auch 
mit derselben in Verbindung gebracht würde, wenn 
anders die dazu erforderliche Zeit (das kostbarste 
Geschenk des Himmels für einen thäligen Betani- 


168 ° 


ker) bei diesem geschäftsvollen Gelehiten, ausge- 
mittelt werden könnte, ION 
Königl. bot. Gesellschaft. 
I. Botanische Notizen 
Sitzung der königl. bot. Gesellschaft am 7. Januar. 
Herr Direktor eröffnete‘ dieselbe mit hach- 
stehender Rede: - 

indem wir, verehrte Mitglieder! in unser er dich- 
jährigen ersten Sitzung das Andenken unsers unver- 
gefslichen Wohlihäters, des leider für den Flor der 
botanischen ‚Gesellschaft und deren erweiterten Wir. 
‚kungskreis viel zu früh verstorbenen Fürsten Carl, 
Dalberg, feiern, thun- wir solches mit desto grös-. 
serer Würdigung und höherem Muthe, als nun. die 
Folgen seiner hochherzigen ‚Fürsorge sich: nach und 
nach entwickeln und sich unsere gewagtesten Hofl«. 
nungen zu glänzender Wirklichkeit gestalten. 

Die. une. ällen unvergelsliche General- Versamm- 
lung der :bot. G: vom 10. Nov. vorigen Jahres. hat 
mehrern seit: Jahren gehegten Wünschen entspro-, 
chen, manche: Unternehmungen "begünstigt, vielen 
längst entworfenen Planen. das Siegel aufgedrückl, 
und vor allein durch lebendiges Beispiel zu neue 
Thätigkeit. geweckt. _ Möge. die auf so glänzende 
Weise angefachte Aufmunterung- uns bei jeder Un. 
ternehmung vor. Augen schweben, und die Erfül- 
„lung der übernommenen Pilichten fortan der Wis, 

” senschaft gedeihblich werden, on 

Die erneuerte Herausgabe der Denkschriften 

steht bei unseren literarischen Unternehmungen obgt- 


169, 


an, und der, seiner Vollendung nahe, dritte Band. 
derselben ‚mit mehr als ı2 Kupfer-. und Steintafeln. 


erhebt sich durch diegehaltvollen Aufsätze von Steu- 


del;Schlechtendal, Tittmann, v,Schrank, v. 
Martius und Nees von Esenherck zu den ersien. 
Werken dieser Art, und wird der Botanik sichern, 
Gewinn verschaffen; besonders da wir Hoffnung ha- 


ben, sie durch, eine solide Buchhandlung allgemei- 
ner. verbreitet zu sehen, on u 
Die so, viele Theilnahme, geniefsende Flora 
oder bot, Zeitung wird, den allgemeinen Wün- 
schen zu Folge, sich mit diesem Jahre zu gröfse- 
“ rer Vollkommenheit. erheben, die beigefügte Syl- 
loge wird die neuesten Entdeckungen zusammen 
fassen, und die vermehrten Beilagen werden die 
bisherigen Lücken, in Betracht. der” Literatur aus- 


füllen, und sonach als zweckmälsige Ergänzungs- 


blätter dienen, Die Zusicherungen . mehrerer ach... 
tungswerthen. Botaniker zu. fernerer Mitwirkung, 
geben die besten Hoffnungen, diesen. Plan fortan, 
ausführen zu können, und die vorliegenden schätz- 
baren Beiträge sind nicht geeignet, unsern ar 
und unsern Muth zu schwächen. 

Aber indem wir auf diese Weise die Elora zu 
einer der ersten Zeitschriften einzelner Wissenschaf- 
ten erhoben sehen, muls unser vorzügliches Be- 
streben auch. mit dahin gerichtet seyn, planlose 
Beiträge zu beseitigen, und weder der Gemeinheit 
noch dem Egoismus Eingang zu gestatten. 


‚ Wenn wir nun. solchergestalt die Herausgabe 


‚unserer Schriften mit. unverkennbarer Vorliebe zu 


170 


befördern streben, und dadurch das Eine tlun, 
müssen wir durchaus Einseitigkeit vermeiden und 
das Andere nicht lassen, vielmehr uusern Wir- 
kungskreis auch anderweitig zu vermehren suchen, 
um dem Zweck einer botamischen Gesellschaft ganz 
zu entsprechen. 

Die Kultivirung des botanischen Gartens, die 
Vermehrung der Herbarien und der Bibliothek geht 
hierans als unerläßsliches Bedürfnils hervor, und mür- 
sen daher unsere ganze "Thätigkeit ebenfalls in An- 
spruch nehmen -- 

Der botanische Garten, seit Anbeginn der Stif- 
tung der botan, G. ausschlielslich nur der Kultur 
und Beobachtung dubiöser Gewächse, besonders aus 
‘den Alpen und denen der Flora germanica angehö- 
rigen, bestimmt, verdient unserer Aller Rücksicht 
und Beihilfe, da gerade jetzt die Erlänterung der 
dubia dringendes Bedürfnifs geworden ist, und wit 
zugleich Gelegenheit haben, ehrenvollen äffentli« 
chen Aufrufen zu entsprechen, und uns sehr 
zweckmälsig mit einem andern Institute dieser Art, 
welches aus reiner Begierde, einzelne Zweige wie 
senschaftlicher Gegenstände zu fördern, zu Münster 
kräftig hervorgeht, in Verbindung zu seizen, und 
so, durch wechselseifige Mittheilungen, unsere Zwe- 
cke leichter zu begründen, 

Da ein Herbarium mehr leistet, als alle Abbil- 
dungen, und es’ am Ende nur die einzige Grund- 
lage zu einer sichern Species plantarum ausmacht, 
so müssen wir auf dem eingeschlagenen Wege das 
tunsrige zu vermehren nicht ermüden, vielmehr neu® 


171 


Mittel aufsuchen, um das Ziel zu erreichen, min- 
desters um unsern Nachkommen eine nicht unhe- 
deutende Grundlage darzubringen. 

Ueber den Plan zu einem Central- Herbarium 
und einem Pflanzentausch-Büreau liegen die Akten 
vor; wenn das Erstere noch keinen soliden Anfang 
genommen hat, so ist das Letztere, längst schon 
von der b. G. beabsichtigt, nun bereits durch das 
lobenswerthe Unternehmen des Herrn Canzellist 
Opiz in Prag zur Vollkommenheit gediehen, und 
es würde für die Wissenschaft, der wir allein die- 
nen wollen, zweckwidrig seyn, einem solchen In- 
stitute ein zweites an die Seite zu setzen. Gleich- 
wohl darf uns dieses nicht hindern, auf andern, 
wenn auch ähnlichen, Wegen dieselben Zwecke zu 
befördern und vielleicht noch befser zu begründen. 
Die Klagen über schlecht und unvollständig einge- 
legten Pilanzen, die man sowohl durch Tausch als 
auch durch Ankauf erhält, sind eben so allgemein 
ala wahr; die Nothwendigkeit, oft ganze Herbarien 


‚kaufen zu müssen, wovon man die Hälfte selbst 


schon besitzt, ist unangenehm; die Wahrheit, dafs 
man zum Pflanzentausch selbst einlegen müsse, wo« 
zu nicht jeder die erforderliche Zeit und Gelegen- 
heit hat, lälst sich nicht verkennen; und endlich 


kann man bei allen vorhandenen Anstalten nichts ' 


andres acquiriren, als was eben vorhanden ist und 
angeboten wird. 

Ich wünschte, mit der bot. G, ein Institut zu 
verbinden, -welches alle diese Mängel zu beseitigen 
im Stande wäre; ein Institut, welches Pflanzen und 


172 


Gräser nach, meiner Methode, Moose nach Horn- 
schuch’s, und Flechten nach Laurer’s Methode 
eingelegt, enthält, und gegen billige Bezahlung ab- 
giebt. Dabei wäre insbesondere quf Desideraten- 
Verzeichnilse einzelner 'Theilnehmer Rücksicht zu 
nehmen, so dafs vor der Hand jeder Botaniker Ge- 
legenheit hätte, sein Herbarium Florae germanicae 
zur Vollständigkeit zu, bringen ; ein Umstand, der 
‚bei dem eben. veranstalteten. Abdruck einer neuen 
Flora und Bryologia germaniga Bedeutung er- 
hält. Auch möchte ein. solches Institut wohl vor- 
‚zuglich geeignet seyn, den Wünschen der ansüben- 
den Botaniker, . den Florenschreibern und Monogra- 
phisten, zu entsprechen, wenn sie in Stand gesetzt 
werden, Exemplare einer und derselben Pflanze aus 
verschiedenen Gegenden vergleichungshalber zu er- 
halten, so wie es vielleicht der sicherste Weg seyn 
dürfte, die in Funck’s Moostaschenherbarium brach 
liegenden Felder anzupauen, Die Nützlichkeit ei- 
nes solchen Instituts fällt in die Augen, aber die 
Begründung ist nicht leicht;. sie erfordert Vorschuls 
und Dotation, und vor allem die 'Theilnahme aller 
Botaniker. — Ich habe Hoffnung, einen kenntnißs- 
vollen und thätigen jungen Pharmaceuten als Rei- 
sebegleiter zu erhalten, und wir werden ‚gemein- 
schaftlich bemühet seyn, mit unsern übrigen Zwe- 
cken auch diesen zu verbinden. So mag demnach 
ein geringer Anfang statt finden, und die Gesell- 
‚schaft aus dem Erfolg urtheilen, in wie fern der- 
selbe für die Zukunft: ihre weitern Maafsregeln 
begründe. 


173 


Für die botanische Bibliothek hat die Gesell- 
schaft schon früher eine bestimmte jährliche Sum- 
me ausgesprochen, die ihr auch in der Folge auf 
keine Weise entzogen werden darf. 

Aber vielleicht möchten wir bei allen unsern 
Unternehmungen wohl am leichtesten zum Ziele 
‘kommen, wenn wir insbesondere die verdoppelte“ 
Mitwirkung unserer auswärtigen Mitglieder in An- 
spruch nehmen und es in Erinnerung bringen, dals 
die Statuten der Gesellschaft einzig darauf begrün- 
det sind, die Wissenschaft zu fördern. Jeder mag 
nach Kräften beitragen, und die Gesellschaft wird 
es für alle Zeiten zu würdigen wissen, — Wenn 
die Denkschriften gröfsere Abhandlungen, Mo- 
nographien u. s. w. aufnehmen, so ist die Flora 
für kürzere Aufsätze, für bibliographische Nach- 
richten, für botanische Notizen und Neuigkeiten 
des Tages geeignet. Wollen andere blos unsere 
Sammlungen vermehren, so wird ihr "Verdienst, 
wie unser Dank, nicht geringer seyn, und indem 
wir jedem einzelnen Geschenke den Namen des 
würdigen Gebers beifügen, wird sich das Anden- 
ken desselben nicht minder, wie bei jenen rulım- 
würdig erhalten. : 

Ich kann nicht schlielsen, olıne das Gänze noch 
einmal in eine kurze Rekapitulation zu bringen, und 
_ darzuthun, dals eine botanische Gesellschaft diesen 
Namen nicht verdienen könne, ohne umfassend zu 
seyn. Sie mufs vollständige Mittel und Wege in 
Händen haben, um ihre Eleven ‘gründlich bilden 
"zu können, "und selbst ilire Mitglieder müssen Ge- 


174 

legenheit finden, mit dem botanischen Geist der 
Zeit, der in unsern Tagen sich so. mannigfaltig 
ausspricht, fortzuschreiten, Die botanische Biblio- 
ihek, die Sammlungen von frischen und getrock- 
neten Gewächsen. sind hiezu das vorzüglichste Re- 
quisit, und daraus wird der Stoff hervorgehen, um 
unsern eigenen Schriften einen bleibenden Werth 
zu geben. . 


Dann erst, verehrte Mitglieder! dann erst kann 
die Regensburgische botanische Gesellschaft, ohne 
irgend einer Anmafsung, ein Centralpunkt werden, 

‚in welchem sich die Ansichten, Darstellungen, 
Wünsche und Hoffnungen aller Botaniker verei- 
nigen mögen, 


VW. Anzeigen 
(1. Pflanzentausch, Vergl. Flora 1821. Beil. p. 83.) 


Herr Bar, v. Welden befindet sich seit einem 
Jahre in Italien, als Chef des Generalstaabs der dort 
stehenden österreichischen Armee, und hat Gelegen- 
heit gefunden, seine Vorliebe für Botanik vielfältig 
zu befriedigen, indem er die Alpen vom Splügen 
bis zum Mont Rosa, 12048 Pariser Fuls hoch, wel- 
chen er am 25, Aug. glücklich erstiegen, und die 
Appeninen von Florenz bis auf die Bochetta durch- 
wandert hat. Im flachen- Lande besuchte er alle 
botanischen Gärten, von jenem in Bacca di falco 
bei Palermo, bis zu dem kleinsten des Lycacums 
in Como. Man kann nach diesem auf die große 
‚Ausbeute an seltenen Pflanzen schliefsen, welche 
er zu machen Gelegenheit hatte,. worunter manche 


in zahlreichen Exemplaren. 


175 


Eine Auswahl dersel- 


ben wird er nächstens der botan. Gesellschaft vor- 


legen. 


Einstweilen sind mehrere geordnet, und 


werden hiemit den Liebhabern zur Auswahl vor- 
gelegt und gegen Tausch angeboten (wozu man sich 


seiner Adrefse nach Mailand bedienen wolle). 


Es 


sind folgende in Ober-Italien gesammelte: 


Scirpus mucronatus, ma- 
ritimus. 

Cyperus viridis, difformis, 

“Potentilla caulescens, ni- 
tida. 

Suffrenia filiformis. 

Melißa grandiflora. 

Juncus nodosus, Inteus, 
Jacquini. \ 

Hypericam humifusum. 

Viola gracilis, 

Phyteumacomosum,char- 
melioides, humile, Ca- 
restia. 

Agrostemma flos-jovis. 
Galium purpureum, py- 
renaicum. 
Cherophyllum hirsutum. 
Buphthalmum speciosis- 

simum, 
Sedum spathulatum, 
Aquilegia pyrenäica, 
Centaurea phrygia (var). 
Luzula albida, sylvatica, 


Scabiosa graminifolia. 
Campanula caespitosa 
(var.), spicata, bar- 
bata, Reineri, incisa. 
Gentiana utriculosa, gla- 
cialis, punctats, niva- 
lis, imbricata, 
Dianthus prolifer, 
Pteris cretica, crispa, 
Ononis Natrix. 


Teucrium Scorodonia. 


Bupleurum ranunculoi« 
des, junceum, stellatum, 

Astrantia minor, 

Pedicularis gyroflexa, tu- 
berosa, geminillora. 

Selinum elegans. 

Trifolium alpinum, sa- 
xatile. 

Anthericum serotinum, 
Liliastrum. 

Aretia alpina, rubra, to- 
mentosa, 

Myosotis nana. 


‘176 


Ranunculus gläcialis. 
Iberis rotundifolia, pin- 

nata. 

-Primula vıllosa, 
Horminum pyrenaicum, 
Pinguieula grandillora. 
Pyrethrum alpinum. 
Saxifraga moschata, bi- 
- 1lora, aspera, caespi- 
- tosa, Vandeliü, lingu- 
- lata, exilis. 

Cerastinm campanulatum, 
Staehelina dubia, 
Raphanus landra, 
Sisymbrium pyrenaicum, 

orientale, 

Barkhausia selosa, 
Crocus albiflorus. 
Phalaris utriculosa, 


Festuca uniglnmis, phle- 
oides, 
Betula nana. 
Pyrola rotundifolia, 
Satyrium nigrum. 
Silene dichotoma. 
Arenaria grandiflora, bar 
‘ varica, 
Cerinthe aspera. 
Lepidium alpinum. 
Linnaea boreahs, 
Eypochaeris helvetica, 
Dracocephalum austria- 
cum, 
Senecioincanus,unilloras 
Hordeum maritimum. 
Artemisia spicala, gla- 
cialis, 
Veronica alpina. 


{2. Sadler’s Nachträge zu den Icon. pl: rar. Hungar.) 


Herr Dr. Sadler in Pest ist gesonnen, zu dem 
Prachtwerke Icones plantar, rariorum Hungar 
von Waldst. und Ritaibel Nachträge zu liefern, 
welche heftweise in Uinrissen von Rochel ge 
zeichnet herauskommen werden, Für das ers 
Heft sind bestimmt: Lycopodium recurvum, As 
pidium intermedium und angulare, Asplenium 
Forsteri, filsum und obtusum, Orobus flaceidu 
und pallescens, ein neuer Senecio, und ein neue 
Aster aus Siebenbürgen, 


Flora 


oder 


Botanische Zeitung. 


Nro. 1%. Regensburg, am 28. März 1822, 


en 


L Aufsätze 


FOR ua: oay? 
Beiträge zur Characteristik der Flora 


von Bonn und seiner Umgegend; 
miigetheilf von Herrn Dr. Friedr. 
Nees von "Esenbeck. 


(Hiezu die Kupfertafel Tab. IIL) 


nn 


* Als einen vorläufigen Beitrag zur Charakteristik 


der Flora von Bonn und seiner Umgegend, theile 
ich den nachfolgenden Berichtüber eine, während 
der Pfingstfeiertage in das aMeilen von der Stadt 
entlegene, reizende darthal unternommene bo- 
tanische Excursion aus der Feder eines meiner 
jüngeren Freunde und Zuhörer ; Herrn Eber- 

. maier aus Oleve, mit, und hänge demselben 
ein Verzeichnifs derjenigen seltneren Pflanzen- 
species an, welche an den sehr eifrig bemützten 
Exeursionstagen neben den allgemeiner verbrei- 


178 


teten Pflanzen der Deutschen Flora aufgefunden 


Arınden, : 
Bonn im September 1821.*) 


Dr. Fr. Nees v. Esenböck, 


DB 


Osgteich das vorhergegangene Regenwetter und 
der fortwährend mit drohenden Wolken bedeckte 
Himmel eben nicht den günstigsten Erfolg erwar- 
ten Hefsen, so war doch die Hoffnung auf die 
xeirhe Beute, welche uns die herrlichen, und 
noch wenig durchsuchten Gegenden der Aar dar- 
bieten. würden, zu grofs, um, die einmal beschlo- 
sene Reise aufzugeben, weshalb wir denn am 
zweiten Pfingstfeiertage d. S. unsere Wanderung 
mit froher Erwartung begannen. Und wenn audı 
der von Zeit zu Zeit wirklich uns überfallend 
Regen zum Theil nur füchtige Forschungen zulich 
so fand’ sich doch‘ maiicherley, welches. der Mit 
theilung nicht ganz unwärdig schien. 

Der Weg nach dem vier Stunden entlegenen Aut 
weiler, als dem nächsten Ziele unserer Wanderung, 
führt von Poppelsdorf an über eine Reihe mehr oder 
minder zusammenhängender, an Pflanzen schr ar 
mer Hügel, welche, da auch aufserdem die Zeit zu 


*) Der verspätete Abdruck dieser musterhaften Ex 
cursions - Beschreibung wurde durch den verzö 
gerten Stich der Kupferplatte gegen unser 
Wunsch und Willen veranlalst. Das angehäng‘ 
te Verzeichnils folgt in einem der nächste! 


Blätter, 
Redactiom 


479 


eilen nöthigte, unter andern nur Folgendes dar- 
boten. u 
Phyteuma ovale, Juncus albidus, maximus, 

‚ Centaurea nigrescens Dec. 

” (Diese letztere Pflanze ist mit Decandolle’s Be- 
schreibung im Suppl. ‚Fl. franc. vollkommen über- 
‚einstimmend; sie kommt häufig um Bonn vor und 
zeigt deutliche Üebergangsformen zu C, pratensis 
Thuill., die von Decandolle zu.C, Jacea gebracht 
wird) _ 2 

_ Die verfallenen Treppen eines ehemals sehr 
schönen, jetzt gänzlich vernachläfsigten Gartens, 
dem Dorfe Pech gegenüber, lieferten Aspidium 
Fragile, Asplenium Adiantum nigrum und A, 
septentrionale, Saxifraga tridactylites, Arena- 
ria tenuifolia, irinervia und 'rubre.. Hinter 
Fritzdorf stand der zierliche Schoenus com- 
pressus und Scirpus Baeothryon am Wege; selt- 
ner kam Veronica praecox und longıfolia vor. 
Auf der letzten Höhe vor Aarweiler im Korn: 
Melampyrum arvense, Adonis aestivalis, Bu- 
nium Bulbocastanum L.; letztes ist auch überall 
um Bonn in den Getreidefeldern äufserst gemein, 
Da noch einige Zeit übrig blieb, wurde der hin- 
ter . Aarweiler gelegene Calvariberg bestiegen, 
welcher uns sowohl durch einige schöne Pilanzen, 
als auch durch die entzückende Aussicht in das 
enge und steile Thal, durch welches sich die Aar 
schlängelt, sehr erfreute; die Schutthaufen und. 
Mauern seines Klosters besassen in ausserordent- 
licher Gröfse und Menge Conium maculatum, 4de- 


Me 


180 
thusa Uynapinm, Sedum reflesum, S. album, und 
Chenopodium ‘bonus henrieus, das um Bonn ganz 
zu fehlen scheint. Tın nahen Walde fanden wir 
Arnica montana, Asclepias Vincetoxieum, Seru- 
pias exsifolia, Pyrola, rotundifolia und minor, 
und zuleizt auch wenige Exemplare der schönen 
Ophrys mıyodes, Die Aar war mit Ranunculis 
aquzüilis (capillaceus, sowohl als heterophyllus), 
und R, peucedanifolius, so wie mit Myriophyl- 
lum spicatum, und Potamogeton erispus an ei 
nigen Stellen ganz bedeckt, i 
‘Am folgenden Morgen brachen wir in aller 
'Frühe' zum eigentlichen Ziele unserer Reise anl, 
"Der W eg führt dichl an deı Aar, am False hohet, 
steiler, aus Grauwacke bestehender Felsen hin, 
von denen die ersteiglichsten zum Weinbau be- 
nuülzt werden. Oben auf den Felsen stand ziem- 
- lich häufig Digitalıs ambigua; mehr unten Dian- 
thus Carthusianorum , Armexia, und caesius, wer. 
‘cher letztere mit. der Beschreibung von D. plune- 
Tius einigermafsen übereinstimmt, so dafs man fast 
glauben möchte, D. plumarius sey der eultivirte 
D. caesius, Zychnis Viscaria, Bupleurum fal- 
"catum, Mespilus Cotoneaster, Pyrus Amclanchien 
Anthericum Liliago, welches häufig scapo ram0s0 
beobachtet wurde. Neben diesen, und zwar nie 
drig, zwischen den Weinstöcken an den Mauern, 
wuchs eine Pflanze aus der Familie der Crucife 
ren, und’ zwar, wie sogleich -crkannt wurde 
verwandt mit Brassica, welche durch ihr fremd 
arliges Aussehen gleich Aller Aufmerksamkeit auf 


381 


sich zog, und bei späterer Vergleichung von dem 
Hrn. Dr. Nees von Esenbeck für einen neuen 
Bürger unserer. ‚Deutschen Flora erkannt wurde, 
nämlich für, Brassica cheiranthiflora Dec. regn. 
vegel. II. pag. 6on,,, Es sey mir ‚erlaubt, folgende 
Beschreibung dieser merkwürdig en Piianze beizu- 
fügen: 


\ 


‚Radix parum: raimdsa ‚ albida, Iignosa, ' Cau- 
lis teres;- ramosus, superne glaberrimus ; : inferne 
pilis albis sparsis ubsitus Ibiyne e vis, pürphra- 
scens. Folia radicalia ‚sonlerta, patentia s, ‚petio- 
lata, peliolig una cum, nervo mediv purpureis, pi- 


lis densioribus rigidiusculis ‚albis tectis, pinnata, 


pinnis oblongo-ovatis, obtusiuseulis inciso - denta- 
tis, pilis albis ciliatis; dentibus marginis imferioris 
majoribäs et erebrioribus; inferioribus pindis, ıni= 
noribus, exiremis con!luentibus, ifa ut apex. foli 
irilobus apparcat. Folia caulina inferiora pin- 
natisecta et jinnalipartila, pinnis magis remotis 
augustigribus, longioribus, lanceolatis, subintegerri- 
mis, suprema integra, lanceolato - linearia, ihte- 


gerrima, glabra. Flores mägni, venuste Davi, ra- 


cemosi, Calycis foliola erecia, e Havo virescen- 
ia, margine membranacea, apice barbata, ungui- 
bus petalorum breviora. Petalorum limbus pa- 
tens, suborbieulatus, integerrimus, Nlavus,. nervis 


obscurioribus variegatus. Pedicelli 2 — 3 lineas 


longi, patentes, glabri. Siliquae patentes, incur- 
vae aut subincurvae, glaberrimac, subtetragonag, 
parum torulosae ‚18-20 lin. lougae, rostro com- 


! 


2 


182 


_ pressiuscnlo, acuminato 3 ad 4 lin. longo, glabro, 
intus monospermo, terminatae. 

Obs. Occurrunt specimina vix pedalia, caule 

simplici paucifloro, alia tripedalia, ramosissima. — 

Die Pflanze findet sich auch auf Feldern auf 

. der Höhe hinter den Weinbergen und sparsam im 

Walde am Lacher - See.*) ' 


*) Ich gebe ein getreues Bild dieser Pflanze für die 
Fl'ra hinzu, welches ich nicht für ganz über- 
flüfsig halte, weiliselbst nach Decandolle’s 
‚trefllieher Bearbeitung der Cruciferen immer 
noch einige Schwierigkeiten übrig bleiben , diese 
Art von Br, Cheiranthus zu unterscheiden, 
die Decandolle selbst eine „planta polymor 
 pha“ nennt, Wir haben unsere Pflanze defswe- 
gen für B. cheiranthiflora erkannt, weil die 
Wurzeiblätter wirklich gefiedert, und nicht g« 
‚fiedert zerschnitten sind, und weil die Schote 
höchstens 3mal den Schnabel an Länge über 
trifft; doch finden wir diesen auf die Länge des 
Schnabels gegründeten Character weniger stand- 
haft, Unsere Exemplare bieten Schoten von sehr 
verschiedenen Verhältnilsen dar, deren Schal 
',. stücke den Sclnabel hald kaum um das Dop 
pelte, bald drei- ja drei ein halbmal an Länge 
übertreffen. Das von Willdenow im Hort 
Berol. gegebene Bild ist nach einer cultivirten 
Pflanze entworfen. stimmt übrigens ziemlich gut 
mit der unsrigen überein. Sollte nicht vielleicht 
die im Elsals aufgefundene, von Decandolle 
zu B. Cheiranthus gezogene, so wie die 
von Koch und Ziz in ihrem Cat. plant. ange 
führte Pflanze auch hierher gehören? 


Fr, N, v E 


185 


Ferner fanden wir am Wege, der uns.zum 
Theil] über die Felsen, zum Theil am Fufse der- 
selben hinführte, Arabisarenosa, Trifolium ochro- 
leucum, Geraniuim Incidum. (in Weinbergen), 
Turritis glabra; Ranunculus nemorosus Dec. Der 
heftiger werdende Regen zwang.uns zur gröfsern 
Eile, und: durchnäfst erreichten. :wir. das Dorf Al- 
tenaar, ringsum von. sielen Felsen umgeben. 
Hier kommen noch Veronica spicata, dspidium 
regium.und fragile, Asplenium nigrum, dthai 
manta Libanotis, Cnidium Cervaria und Silene 
Armeria vor. — Vom nahen Kreuzberge wur- 
den noch Rosa spinosissima, Biscutella laevi= 
gaia, und Dianthus- caesius im Regen aufgenom- 
men. Beim Herabsteigen am Fufse des Berges, 
der die Ruine Altenaar trägt, im Dorfe selbst 
stand Malva nicaeensis. Auf dem Rückwege nach 
Aarweiler zogen besonders einige Rosen. unsere 
Aufmerksamkeit auf sich, Außer Rosa rubigi- 
nosa, R. dumetorum, R.canina, und andern; fand 
sich auch die R. villosa, am Ufer,. und dann sehr 
häufig R. hispida Borkh.— Rosa villosa g vulgaris 
Rau ist synonym mit R.villosa Roth, und beide 
mit R. pomifera Borkh. Auffallend bleibt es, 
dafs die R. hispida Borkh. so wenig. berücksich- 
tigt worden ist, und sich in keiner Flora aufge- 
führt findet; da sie wenigstens bei uns häufig vor- 
kommt, und nur ein- oder zweimal die R. willosa 
gefunden wurde. Dafs beide keineswegs Syno-, 
nyme sind, sondern durchaus getrennt werden 
müssen, liegt am Tage. Deutlich genug unter 


184 


scheidet sich die R. hispida durch ovalen Frucht- 
knoten, gesonderte Haare der Blätter, Mangel der 
Drüsen an den meisten Blättern, gekrümmte Sta» 


 cheln; dann bringt sie vorzüglich der ganz enige- 


gengeseizte Habitus, die langen liegenden Zweige, 
melir der: R. canina, als der R. villosa, nahe, 
welche letztere mehr ein kleines Bäwnchen, mit 
kürzeren stärkeren Aesten, auchı mehr einzelu vom 
kommt, da die andere häufig Hecken liebt. Im 
Herbarium des Hrn. Dr. Nees v. Esenbeck fan- 
den sich noch Exemplare der-R. hispida aus der 
Schweitz und von Hanau, welche in etwas ab- 


. weichen, und noch zu folgenden Bestimmungen 


veranlassen. Die an der Aar, bei Bonmn.u. s. w 

sehr ‚häufig wachsende ist die wahre R. hispida 

Borkh. receptaculo oblongo pedunculisque hispi® 

dis, petiolis villoso-hispidis, Toliolis ellipiieis acım 

tis, duplicato-serratis ufrinque villoso - tomenio- 
sis. Diese varüirt in folgenden Formen: 

: ß Die bei Basel gesammelte zeigt ‚folia magi 
villosa, ‚ potius tomentosa, germina minus 
hispida ; 

'y. Die von Hanau hat folia villosa, sed pagina 
inferiore glandulosa, gerinina glabra, vel basi 
tantum hispida, 

Bei der Vergleichung von Pood’s Beschrei- 
bung der englischen Rosen zeigle sich, dafs seine 
R. villosa von der unsrigen darch calycis Jacinies 
simplices, bracieas ellipticas, und foliola rkom* 
beo - elliptica durchaus getrennt ist, Wenn der 
einfache Kelch würklich da ist, mufs dennoch diese 


185 


_R. villesa- W. als hesondere Species angesehen, 
werden; dagegen. scheint R.. scabriuscula W.. zu, 
unserer R. villosa zu gehören. . (Findet sich wohl 
eme solche Rosa. villosa calyeis laciniis inleger-. 
rimis. wild in Deutschland?) Mit Woods R, 
tomentosa ist allerdings R, iomentosa Smith. La- 
marck und Dec, flor. franc. synonym, indem 
Smith’sund Decandolle's. Besshreibungen durch- 
aus keinen Uuterschiel -zulassen;, "falsch! citirt 
VVood aber. dazu noch die R. villosa "Roth., wel- 
che doch offenbar germen globosum hat, .was.dem, 
‚Character der R. tamentosa widerspricht. Ferner 
wird mit Unrecht. R. villosa Lam. und Dec.ler, 
Trance, 4. p..400, eilirt, und dadurch, Decandolle 
beschuldigt, auf einer Seite in der R. villosa und 
R. tomentosa dieselbe Rose als.. verschjedene Ax- 
ten beschrieben zu haben. R. villosa Dec. ist 
aber R, villosa Roth. Vergleicht man nun R, 
hispida Borkh. "und R. tomentosa W. mit einan- 
der, so mufs man gestehen, dafs beide Rosen 
durchaus. synonym sind, und .dafs für die drei 
Formen der R. hispida, welche wir besitzen, sich 
eben solche aus denen der .R. tomentosa nachwei- 
sen lassen; ‘auch ist nicht zu zweifeln, dafs sich 
noch mehrere finden werden, wenn nur die bis- 
her zu schr vernachläßsigte BR, hispida mehr Auf- 
inerksamkeit erhalten hat. So ist die Hanauer R, 
Jispida gleich der R, tomentosa W, var. n., wo 
sich dann bei der Vergleichung dieser mit der R. 
scabriuseula noch mehr die Synonymie beider er- 
giebt, Die Schweitzer gleicht der var, o, und p. 


Ä 


186 

der R. tomentosad Wd, Die Bonner gäbe dann 
auch hier wieder ganz genau das Bild der Food. 
schen Diagnose und Beschreibung, . Schultes 
(observ. bot. in Lin. Sp. plauf.)' behauptet zwar, 
dafs die R. tomentosa, praeter germina ovala caly- 
eis 'lacinias integras habe; allein weder ‚Smith 
noch Decand. noch PFood geben diefs an, und 
es’ möchte daher die Bemerkung wohl in Zweifel 
du ziehen seyn. Nun zeigt sich aber auch, wie 
sehr Steudel, (nomentlator botan. pag. 708.), Un- 
recht habe, wenn er zu der RB. tomentosa die R. 
villosa: Dec. und villosaiminuta Rau ziehen will, 
Auch ist die R. alba: der Wett. Flora die ächte 
R. alba Lin., wie sie im Garten vorkommt. Bei 
so bewandten Umständen möchte es aber’auch nicht 
unbillig seyn, für unsre Rose den Nainen R. hi- 
spida beizubehalten, und ihr die R. tomentosa als 
Synonym ‚beizuordnen, da Borkhausen sie doch 
zuerst von -R. villosa getrennt hat, 

Am Ufer der Aar fand sich einzeln Hiera 
cium eymosum L., Dec. Flor. franc, Suppl., häu 
figer an den Felsen H. praealtum D, — H. fo 
ventinum W,, welches zu dieser Pflanze gezogen 
wird, begreift drei verschiedene Species, nemlich 
2) H, praealtum Dec, Suppl. H: pilosclloides Deo, 
Suppl, und H. fallax 'W,. — H, cymosum. Roth 
und Poll., die sich auf das Bild in C. B. Prodr, 
p- 67. beziehen, und wahrscheinlich das der mei- 
sten deutschen Floristen, mit Ausnahme der Flora 
Stargard. und der Flora von Dresden, gehören 
teils zu H.praealtum Dec., theils zu N. fallax W- 


‚ 


187 


Die Exemplare, die in der Nähe von Basel ge- 
sammelt wurden, gehören ohne Ausnahme zu EL: 
Praealtum Dec., woraus sich schliefsen läfst, dafe 
das Bauhinische' Bild zu dieser letzter Pflanze 
gezohen werden müsse, ob es gleich‘ in der 'Be- 
hasrung und in der Form des Blüthenstandes ab- 
weicht und dem H. fallax; W, näher zu kommen 
scheint. *) te 
T 


*) Wenn man die einheimischen verwandten Arten, 

° scapo subnudo, multifloro, ohne künstliche Ver- 

schmelzung, gesondert beibehalten will, könnte 

man sich folgender Unterscheidungsmerkmale be-' 

dienen, die wir von einer sehr grofsen Menge 

von Exemplaren, aus verschiedenen Gegenden 

zusammengebracht, abgeleitet haben, 

H. dubium; flagelliferum, foliis lanceolatis ' 

ciliatis, costa glabra, scapo subplurifloro, pe- 

duneulis simplieibus elongatis. — H. dubium 
Sm., Roth., H. Aurieula ß- Fl. Fr. 

H. Auricula; flagelliferum,, foliis spathu- 

\ lato --landeolatis eiliatis, casta glabra,' scapo 

paucifloro, pedunenlis subsimplieibus abbrevia- 

tis, H, Auricula Sm,, H. Auricula &. Fl, Fr 

H. Auricula V. & M. a. B, Fl. Cauc. Suppl. 

H,Bauhini, flagelliferum, foliis lanceolatis 
margine costaque ciliatis „'scapo multifloro, flo- 
'ribus corymbosis glabriusenlis. —Schuült. Ob- 
serv. P. 164. — H. Auricula ”y« Fl. Fr. 

HM collinum, flagelliferum, foliis lanceo- 
lätis setosis, costa hirta, scapo basi hirto mul- 
tifl ro, floribus eymosis hirtis. — H, collinum 
W. En. Suppl., Spr. Pug. 1,, Fl. Fr, Suppl. 


188 


An demselben Felsen wuchs noch cin Hiera 
cium, welches wir. einstweilen für 1. pielym 
Schl. bestimmt haben, dessen geheime Verwandt, 
schaft mit HL. murorum, nicht zu verkennen is; 
Caylis plus. minus ramosus, subnudus. Folia radi- 


p. 440.— H, Auricula 8 M. B."Süppl,, W. 

"8, pl Adv.) Sch’ältObss. p. 194,, Roth, Fl. 6 

H. fallax; foliis lanceolatis setosis , -cosM 

birta, scapo glabrinreulo multifiore, floribus 

eorymbosis h hirtis, FI, Er. Suppl. p. 442. Willd 
/Em 

H, piloselloides; foliin. spathulato- "lan 

ceolatis supra setusis, costa glabra, scapo gla 

bro multifloro, floribus in paniculam brevem 

?  dispositis glanduloso -subhispidis.. — H. pilosel- 

“ loides Dec, Fl, Fr. Suppl. p. 441., H, florenti- 

num Fl. Fr.,— All. Ped. Nro. 775., H, praeal 

tum Vill. voy. 62. .2. f. 1. secundun Salz, 

H. praealtum; foliis anguste laugrolatis 

“3 glancis subsetosis, margine costaque ciliatis, 

scapo: basi subsetoso multifloro, floribus sub 

corymbosis ramisque elungatis glanduluso sub 

. hispidis. — H. praealtum Dee, Fl. Fr, Suppl 

Pe .441., H. piloselloides Fl, Fr. Nro, 2916. — 

‘ Variatur corymbo subeymoso; huius loci C. B. 

.. , Prodr. p.67., nam in iisdem locis utramque tegit 

.Frater dilectiesimus; — porro H, Florentinm 

Wib, Werth,, H, cymosum Roth, Fl, Germ 

willd, sp, pl, Culta, foliis latioribus magisqu® 

sciosis apparuit, reliquis- omnibus congruens, 

Folia inferiora in plerisque, quae florum c0° 

rymbo subeymoso gaudent, breviora sunt ob 

tusioraque, Tales in Monte Vo gelsberg et 

prope Werthemum legi, plures etiam ad radi 


189 
calia petiolata, petiolis villosis, infima ex ovato sub- 
rotunda, obtusa, subintegerrima, alia oblonga acu- 
minala, basi denticulata, alia profunde dentata; 


ces montis Schwabenberg, quibus ealyoos 
magis flavescentes, 

H. eymosum; foliis oblongo- lanceolatis 
obtusiusculis scapoque multifloro molliter hir- 
sutis, Horibus subeymosis confertis hispidis. — 
Lin, Sp, pl., — H. cymosum Dec. Fl. Fr. IV. 
24, Suppl, 440 -- Accedit H. collino, a quo di£ 
tert stolonum defectu, mollitie pilorum, floribus 
majoribus, .. 

ß- stolsniferum , in hortis. 

H. paradoxum; scapis serioribus foliosis 
decumbentibus, foliis Tanceolatis supra setosis - 
margine costaque ciliatis, subtus subtomentosis, 
scapis multifloris subtomentosis setisque insper- 
sis, iloribus laxe corymbosis tomentosis glan- 
duloso hispidis, — H. paradoxum Schult. 
Obss, p. 164. H. fallax ße’ stoloniferum Koch, 
Dee, Fl. Fr. Suppl. p. 442.? 

Simile H. echioidi, a quo.differt: setis basi 
haud adeo incrassatis, scapis minus ramosis, 
calycibus glanduloso-hispidis, nec albido hir- 
sutis. \ 

- H. echioides, scapis serioribus ramosis 
foliosis decumbentibus foliisque lanceolatis sub- 
tus subtomentosis eallosis hirsutisque, floribus 
laxe corymbosis tomentosis hirsutis, W, et Ru. 
pl. r, Hung. I. p. 87. 1.85., Willd. sp. pl. MI. 
p. 1597. I. fallax hort, nonnull, (male i in syste- 
mate inter longe alienissimas forma species ı rer 
Yatum), M. B. II. p, 253: Suppl, p. 555. — 

N. v B. 


190 


ommia rigidiuseula, supra glabriuscula, glauca, sat- 
„pius maculata. Pedunculi et, calyces Slanduloso- 
‚pilosi. "Flores magnı, speciosi ‚in aliis specimini- 
bus soliterii, in alüis 3, 'et plures. Die kleineren 
einblüthigen Exemplare sind dem H. pietum Schl. 
und dem H. diversifolium. Hoppe sehr nahe ver- 
'wandt; die gröfsern kommen dem H: pallescens 
"unserer Gärten nale, zwischen beiden bemerkt 
‚man zahlreiche Uebergarigsformen. 
-  . Die ungünstige Wilterung nöthigte uns, schnell 
-zurlick zu kehren. Wir bemerkten noch am Wege 
Aristolochia Clematitis, Galium hercynicum und 
nahmen aus einem Mineralwasser die schöne 0s- 
"cilläria Adansonü auf. Auf Rolandseck, Non 
nenwertli gegenüber, trafen wir ein Chrysanthe- 
. mum Leucanihemum von ganz abweichender Form, 
. welches für das von Smith in der Engl. Flora 
. beschriebene eıkannt wurde: foliis onınibus cu- 
‚ neiformi - oblangis incisis longius petiolatis. eaule- 
que glaberrimis, Meist nur Eine Blume, doch 
kamen auch ästige Exemplare vor. ‘Von unserem 
hier gewöhnlichen Chr. Leucanthemum V. syl- 
vestre, unterscheidet es sich noch durch geringere 
Gröfse und‘.hellere Färbung, durch die Form der 
Blätter, die sich bei Chr. sylvestre fast gar nicht 
gegen die Basis verschmälern,, durch den Mangel 
- der Haare, und durch kleinere Blumen. Von die“ 
sen beiden Varietäten finden sich ım Bonn, be 
sonders an Orten, die nicht sehr feucht sind, auf- 
fallend deutliche Ueber gangsformen sowohlim gan 
zen Llabitus, als auch in der Anheftung und Ge 


v gi 


stalt der Blätter. Nun ist jenes von Rolandseck 
‚von der Beschreibung des Chr. atratum bei. Per- 
.spon wenig unterschieden, die Exemplare dessel- 
ben, welche sich, von den Alpen verpflanzt, im 
bot. Garten zu Bonn finden, sind ihm überdiefs - 
so ähnlich, dafs man es nur durch die hellere Fär- 
bung der Kelchschnppen unterscheiden kann. Ein 
ähnliches Verhältuifs ist zwischen Chr. sylvestre 
und. Chr. montanum, wenn 'es eultivirt wird, 
Darum scheint m: ın wohl annehmen zu dürfen, 
dafs auch diese nicht als beharrende Species zu 
unterscheiden wären, und es könnten dann, die 
Formen etwa folgendermaafsen zusammengestellt 
werden: 
Chrysanthemum Leucanthemum. 

x, sylvestre, caule piloso subramoso, Toliis am- 
plexicaulibus lanceolatis, apicem versus pa- 
rum dilalatis, 

' B. montunum All. fol. inferioribus petiolatis 
spailulatis, canle subunifloro piloso Decand, 

for. frane. 4. p. 178. 

ry. Smithii caule glaberrimo subsimplici, folüs 

“ euneilormibus ın peliolum decurrentibus. Mit 

Chr, atratum nahe verwandt. 

Eine mit mehr Mufse und bei günstigerer Wit-' 
terung in die reichen, und in so mannigfaltiger 
Hinsicht: merkwürdigen, 'Thäler der Aar ange- 
stellie Excursion wird olıne Zweifel reichere Beute 
liefern, 


» IE Botanische Notizen. 
ı. Herr Dr. Carl, Kreisphysikus in Hungarisch 
"Hradisch in Mähı en hat bei seinem Wohnorte, Tour- 
'nefort’sIyihrum nummulariaefolium entdeckt, ei- 
ne höchst seltene und höchst ausgezeichnete Pflanze; 
“denn die obern Blätter sind lincaria und lanccolata, 
‚die unfersten zwar suborbicularia, aber zugleich 
cuspidata; die flores wie bei L. Salicaria aber axil- 
lares. ' 
2. Die Lysimachia paludosa Baumg. (Flora 
‘1818 8. 315.) ist nun auch in Westphalen gefun- 
den worden; wenigstens scheint uns eine von dort- 
"her zugesendete neue Art diese Species zu seyn. 
_ Vermuthlich ist sie im nördlichen Deutschland gar 
nicht selten, und wird nur für Lysimachia vulga- 
ris augesehen. 
3. Ornithogalum Haynii Roth ist im nördl- 
chen Deutschland, namentlich bei Hannover ein® 
gemeine Pflanze; im südlichen Deutschland wurde 
"sie bisher noch nicht gefunden, 


IL Todesfälle 


Der trefliche Botaniker, Herr Dr. Benjamin 
Heyne, welcher für die ostiudische Compagnie zu 
“ London mehrere Jahre in Ostindien reiste und Pfan- 
zen sammelte, darauf im Jahre 1814 eine zweite 
unternahm, ist am 6ten Februar ı8ı9 zu Vappert 
bei Madras mit Tode abgegangen, Von ihn hatle 
Roth den grösten Theil der Pflanzen erhalten, wd- 
che dieser in seinem Werke: Novae plantarum 
species beschrieben hat. 


Flora 


oder 


Botanische Zeitung. 


Nro, 13. Regensburg, am 7. April 1822, 


} ALDI 
l. Aufsätze. 


1. -Zur Beherzigung beim Eintritt des 
Frühlings. 


„ Botanische Excursionen sind vom höchsten In- 
teresse; sie sind es um so mehr, je reicher der 
Flor der Gegend überhaupt, und an Seltenheiten 
zumal bei ‚möglichster Gedrängtheit, insbesondere 
ist, Es hängt aber dieser Reichthum und diese 
Seltenheit genau zusammen mit hohen Gebirgen 
von der verschiedensten Form und Structur, be- 
sonders häufßgen Flötzgebirgen — und unter die- 
‚sen. wieder ganz besonders basaltischer Art, be- 
gleitet von häufiger Abwechselung derselben mit 
fruchtbaren Thälern, Seen, Flüssen und Mooren. 
Wenn schon blofse Spaziergänge in einer solchen 
Gegend, wenn das Ersteigen der Gebirge, das 
'Ueberschauen der "herrlichsten Landschaft, der: 
Genufs der mit tausend Düften geschwängerten, 
von tausend lebenvollen Lauten und Accorden der 
Natur und ihrer Geschöpfe in melodischen Schwin- 
‚gungen erbebenden Lüfte mit Zaubergewalt unsere 


N 


9, 


x 


Herzen bewegen und sie zur Freude, ja zum Ent- 
zucken stimmen, wie sehr mufs sich daun der 
Genufs dessen erhöhen, der ibn mit den Iieblich- 
sten und unschuldigsten Kindern der Natur, die 
uns 'alljährlich als treue Freunde wieder erschei- 
nen, zu theilen, der ibn von ihnen erst recht 
zu empfangen wersteht ! Wenn wir’ befreundet 
sind mit den um uns herum grünenden und blü- 
henden Gegenständen; wenn wir die verbor- 
genen Kinder der Flora zu entdecken und ihre 
inmersten Reize zu würdigen vermögen ; wen 
ein lieblicher, ein zarter Fremdliug uns über- 
rascht, em noch nie geschener uns entzückt, 
ein lang enthehrter Bekannter uns die Freude 
des Wiedersehens gewährt !! Dazu die sür- 
kende, Geist und körper, Sinne und Gemülh 
erkräftigende Bewegung! In der That, es ist ft 
unbegreiflich, wie ein gebildeter Mensch zicht 
bloßs um defswillen die freundlichste der Wisen- 
schaflen zur Gefihrtin seines Lebens machen, wie 
er nicht gern. jede Gelegenheit ergreifen ınag, Ihr 
anf den Uochallen der Natur zu huldigen. — 
Wer an Beschwerlichkeiten dabei denken kann, 
dem ist freilich zu rathen, zu Ilause zu bleiben 
Zum Naturforscher ist er ohnehin, verderben 
Der bessere aber mag sich besinnen, dafs Mühe 
den Genuß erköhet. — Allein nicht blofs intere® 
sant, nicht .blofs angenelım und vergnüglich sind 
solche Excursionen; sie sind auch instruchti 
fruchtbar, nicht bloßs Tür das eine, sondern fü 
das gesammte und allgemeine Naturstudium, 3% 


195 


führen uns unmittelbar in das Heilisthum der Na- 
iur, Nicht gezwängt in unsere Formen, nicht 
verkrüppelt durch unsere Künsteleyen schanen wir 
die Göttin in ihrer eigenthümlichen Gestalt. Wir 
empfangen den Eindruck der Bilder rein’ und voll- 
ständig und kräftig, und leichter und tiefer prä- 
gen sie sich dem Gedächtnifs ein. Win bemerken 
ihr Vorkommen, die Bedingungen ihrer Erschei- 
nung. zugleich mit alle dem, was sie umgiebt, 
und, es kaun nicht fehlen, die Auschauung und 
die Erkenninifs wird lebendiger, vollständiger, 
umfassender, fruchibarer als bei abgerissener, ent- 
Ternter Betrachtung. — Darum hinaus in das Freye, 
zu schauen, zu ahnen, und zu verstehn, mensch- 
lich za empfinden und zu leben und einzustim- 
men in den Plan der Schöpfung.“ Vergl, Wen- 
deroth Lehrbuch der Botanik. $. 99. 


2. Betrachtungen über die Witterung 
des Jahres ı82ı und über ihren Ein- 
£lufs auf.die Vegetation, 


Die diesjährige ausserordentliche Witterung, 
und die damit verbundene merkwürdige Vegela- 
tion, verdiente wohl eine umstindliche Erörte- 
‚rung, und ich bedauere daher, dafs ich nicht al- 
les genau seit dem Beginn des Jahrs nach Zoll 
und Graden aufgezeichnet habe. Im Gunzen war 
der Winter .bei uus abwechselnd und gelinde, 
‚nur wenige Tage zeigte sich cine Kälte von 16 
Graden, und die Propheten, welche einen sieben- 


Na 


196 


maligen Schnee verkiindeten, hatten so ziemlich die 
Wahrheit auf ihrer Seite. Wenn der Februar ab- 
wechselnd mit Frost und Schnee schon sehr hei« 
tere Tage zeigte, so hielt dagegen der ganze Mär ' 
fast immer. mit Kälte und Nachtfrösten an, wo 
durch "alle Vegetation gänzlich zurückgehalten 
wurde. In. den botanischen Taschenbüchern be- 
finden sich Angaben, dafs Galanthus nivalis, ‚Lew 
cojum veraum, Alnus glutinosa, Corylus Avel- 
lana und Erica herbacea, bei Regensburg oft 
schon im Februar, immer aber im März zur Blü- 
{he kommen. Aber dieses Jahr war bis zum leiz- 
ten März keine Spur von offenen Blüthen zu »- 
hen. Nur: Helleborus niger und Tussilago ni- 
vea waren im Begriff mit noch geschlossenen 
Bivthen die Erddecken im botanischen Garten zu 
durchbrechen. Dies Verhältnifs scheint durch ganz 
Deutschlind eingetreten zu seyn, denn Herr Pro- 
fessov Hornschuch meldete aus Greifswalde un 
ter dem 21. März, dafs an diesenn Tage Hellebo- 
rus niger und foetidns zu blühen anfingen, Hel- 
leborus viridis eben hevvorkamen, auch Gulan- 
thus nivalis und Leucojum vernum mit ihren 
Biutherspitzen die Erde durchbrachen. 

In den ersten Tasen des Aprils konnte ich 
bei Salzburg noeh Galanth, nival., Helleborus ni- 
ger und viridis und Eriophorum vaginatum in 
der schönsten. Blüthe einlegen; Gewächse, die die- 
ser Monat selten noch im Blüthenschmuck antrift. 
Aber diese Freude dauerte nicht jange. Nach eir 
nigen YWageı Begenwettor trat eine zu dieser Zeit 


197 
ungewöhnliche Hitze von 20 Graden ’ein, die den 
ganzen Monat foridauerte und noch bis im May 
fortsetzte. Plötzlich waren nun alle Frühlings- 
blüthen verschwunden und eben s0- schnell die 
späten Maypflanzen 'hervorgekommen. Diese yrang: 
ien in solcher Ueppigkeit, dafs man die schön- 
sten Exemplare sammeln konnte, Es gab Specimina 
von Gentiama verna mit inehf als: 20 Blumen, 
G. acaulis mit 8 Blumen,’ davon eine -sogar"dop- 
pelt,; das heifst mit 10''Staubgefäfsen und 10 Blu- 
menabschnitten erschien. - Sisymbr. 'arenösum, 
Lychnis diurna und Pisla teicolor bildeten auf al- 
en Feldern dichte Rasen: und auf allen Wiesen 
blüheten gefüllte. Cardamine pratensis "in der 
schönsten Form von gefüllter Hesperis-matron.- 
li. Das.Eriophorum alpinum „und; angustifo- 
Yum *%), der Scirpus caespitosus **), Schoenus fer- 
rugincus ) und einige Arten der Gattung Carexs 


*) Dusch .Einflufs solcher feuchten und’ zugleich 

‚heissen Witierung entstehen „- besonders bei 

. zweckmälsigen Wohnorten sogenannte Riesen- 

exemplare, die man.wohl nicht, eigentlich Va- 

zietäten nennen sollte, (Vergl. "Wallkoth ann, 

' "bot. p.15. Schultz Supp! Hoppe Gräser Dec.og.) 

”) Von dieser Pflanze gilt dasselbe, was eben bei _ 

Erioph, angustifolium erinnert wurde. Roth. 

-Fl, germ, und Schultz suppl Fl. Stargard 

geben die grolsen im Walde wachsenden Esem- 

‘  plare als 8 wemorosus an, während bei Salz- 

‘burg durch geeignete Witterung alle Moore 
Tausonde solcher Exemplare liefern. 

””) Nachdem endlich die. Engländer von den deut 


198 

lieferten Exemplare, die. man mit Recht Wuh- 
derexemplare nennen könnte... Unter leiztern zeich- 
neten ‘sich besonders .Carex ferruginea, Mielich- 
hoferi,. brachystachys und firma, aus, ‚Gewächse, 
die sonst nur auf Alpen. wachsen, heuer aber schr 
häufig in den Sümpfen von Salzburg vorkamen. ! 
. Auch ‚diese Freude. dauerte nur bis in die’Mitte 
des Maimanats, wo wieder Regenwetter eintrat, 
welches, sogar mit Schnee endete, ‘der am. a8ten 
nieht nur.«]je,Berge , ‚sondern auch alle Ebenen um 
Salzburg hedsckte,, ‚und sogar in der Stadt z Schuh 
hoch lag Hicsem folgte anfangs ein paar, Tagelang 
heiteres Wetter mit Kälte ‚verburnden,- dann aber 
folgte, Rogenweiter, welches den.ganzen Juni, Juli 

a. . BER 


u: 


scheh Botanikern belehrt worden sind, dafs 
"Scheehnus:albus und fuscus sich. als wahre 
. Arten unterscheiden, hegt nun Schultz die 
Meinung, dafs Schoenus ftuscus und ferrur 
" "gimeus.-in „einander ‚übergehen. Wahrschein- 
lich ‚;ist ‘dies . als : ein rn Schreibfehler- 'anzuse- 
„ ‚hen,;und soll statt fuscus, nigrieans heifsen, da 
or der .V. unter Nr..55. den Schoenus. nigri- 
„.„cans L. aufstellt und. als &. Sch, . ferrugineus 
iv „binzufügt,. Aber. Auch in .diesem letzteru Fall 
i." omuls.ich hier mit Hrn. Schultz durchaus in 
- ‚Widerspruch gerathen, indem auch diese bei- 
f den Arten, wie der Lateiner sagt, -toto .coelo 
von einander verschieden sind. Insbesondere 
aber erhellet aus der beigefügten Anmerkung: 
, »nuces semper glabras nec setulas ohsitas vidis 
dafs bei Stargard weder Schoenus fuscus 

: nach ferrugineus wachse, 


199 


und August, mit weniger Unterbrechung fortsetzte, 
und die anfänglich so‘ viel versprechende. Vegeta- 
tion in den, Alpen sehr kümmerlich machte... 

Ich hatte für diefs Jahr sebon auf die Richtig- 
keit meiner gewöhnlichen Behauptung:. am Ende 
April stehen alle Obstbäume in Blütlie, Verzicht 
geleistet, als auf cinmal, wie durch einen Zau- 
berschlag die Nacht des 24sten Aprils alle Kirsch- 
bäume:. in Blüthe gesetzt halte, ein Umstand, der 
‚ebenfalls in Hamburg beobachtet wurde, folglich 
auch durch ganz Dentschland statt fand. Mit dem 
ısten May hatten sich bei Salzburg die Kornähren 
entwickelt, und das Wiesengras war so Jang gewor- 
den, dafs man es hätte inähen können. Die Salz- 
burger, welche Feld- und‘ Wiesenbau nach Art 
der Engländer bestellen, die Wiesen fleifsig dün- 
gen, und. 3 Heuerndien machen, Sragien bei die- 
ser Gelegenheit, wie doch .wohl der Wiesenbau:if 
Sachsen beschaffen seyn möchte, weil eben öffent- 
liche Blätter meldeten, dafs bis. zum ısten Mai die 
Wiesen daselbst mit Schafheerden. betrieben whr- 
den.: —. Die Hoffnungen des Landınanns wurden! 
fast vereitelt, als der Schnee am Ende dieses Mo- 
nats’alles Korn und alles Gras niedergedrückt. halte 
und wegen der Kälte alle Blätter der Gemüsepflan-. 
zcn, Erdäpfel u. s. w. erfroren waren, 

Der Anblick der Vegetation in den Gebirgen. 
bei beständigem kalten Regenwetter war traurig, 
kaum sah man einige Blütlhen, und in den Hoch- 
gebirgen kamen die ersten Frühlingspflanzen, z. B. 
Sesleria ooerulen, Draba aizoides, Gentiana ver 


200 


na, erst mit dem August: zur Blüthe. "Wir trafen 
am ısten August noch Tussilago Farfara blühend 
an, und manche Alpenpflanze, z. B. Aira subspi- 
cata, Kobresia caricina, Hieracium Taraxaci ka- 
men gar nicht zum Vorschein. 

‚Eine Pflanzenfamilie machte indessen bei die- 
sem fortwährenden kalten Regenwetter von dieser 
Regel eine Ausnahme, nämlich die Saft - oder Dick- 
Pflanzen. Seit einer Reihe von 20 Jahren habe 
ich die Felsen um Heiligenblut nie so vollblühend 
von Sempervivum montanum und arachnoideum, 
von: Sedum dasiphyllam und annuum gefunden, 
als gegenwärtig. 

' Ich habe schon vor einigen Jahren der hotan, 
Gesellschaft einen Aufsatz vorgelesen, der die Be- 
merkung enthielt, dafs Ranunculus pyreneus auf 
der: Pasterze bei Heiligenblut selten vollkommene 
Blumen hervorbringe, ofigarkeine, oft nur ı, 2, 5, 
4,'schr selten $ Blumenblätter habe, Frühere Bota- 
niker. haben hievon keine Erwähnung gemacht, und 
Traitinnick hat diesen Umstand in der Hinfällig- 
keit der Blumenblätter gesucht, aber diels wider- 
spricht. meinen Erfahrungen, indem die Blumen- 
blätter fest. genug sitzen, und ähnliche Beobachtun- 
gen bei Ranunc. Auricomus von Leers und ‚Linn. 
gemacht worden sind. Auch diefs Jahr konnte 
diese Beohachtung wiederholt und mit einem neuen 
Beispiele vermehrt werden. Der.R, parnassifol, 
bis jetzt in Deutschland nur allein auf der Kirsch- 
baumalpe in Tyrol vorkommend, konnte eben- 
falls seine Blüthen nicht entwickela, und kein ein- 


201 


ziges vollkommenes Exempl. würde gefunden, ‚Diese 
Beobachtungen geben also abermals folgende aller- 
dings nicht ganz neue Resultate: \WVärme ist vor 
zügliches Requisit der Vegetation; Feitpflanzen 
lieben, ungeachtet ähres trocknen Standortes, nnd 
Tetten Laubes, dennoch Feuchtigkeit, Anwendung 
davon auf die Kultur der Gewächse, und selhst auf 
das gewöhnliche Semperviwum und andere, muls 
allerdings von Wichtigkeit seyn, und vielleicht 
könnte Agave americana, einige Cactus- Arten 
dadurch häufiger zur Blüthe gebracht werden., - : 

Im Kleinen babe ich wenigstens den Versuch 
gemacht, Blymentöpfe mit verschiedenen Arten 
von Sermpervivum während. des Winters im Zim+ 
ner zu ziehen, und sehr fleilsig zu begiefsen , wor 
‘durch sie allerdings sehr üppig herangewachsen 
sind, olıne die geringste Fäuluils zu zeigen. 


Dr. Hoppe. 


Ul. Botanische Notizen. 


Bonn den 24. Febr. 1822. 

1. Frühlingsblumen. "Seit 8 Tagen blühen 
Veilchen, Trussilago, Döronicum laevigatum, Len- 
eöjum, Crocus, Galanthus; Scilla.  Centaurea mon- 
tana hat im Garten nicht zu blüken aufgehört, so, 
auch die Leucojen, Bellis, Taraxacum, Symphytum, 
'Senecio vulgaris, mehrere Veronicae, Alsines, 
Euphorbiae, Ende Jannar blüheten die Mandeln, 
Corylus, Acer dasycarpum, Daphne Laureola, 
die. Hellchori, 


ı 


20% 


"n.nAms Mriest ist die Nachricht ein; gegangen; 


äafı däselbst der Frühling mit dem ısten Februar 
eingetreten und an diesen Tage Crocus variega- 
tus, Galanthus nivalis, so wie Mandehı und Pfir- 
sichbäume in Blütke geständen seyen : Wir hoffen 
von ‚doriher ein vollständiges Verzeichnifs diesen 
Gegenstand betreffend zu erhalten. .. 

3. Bei Regensburg ist freilich der diesjährige 
Frühling ebenfalls schr frühzeitig. aber er scheint 
mit den "ängezeigten 'nicht gleichen Schritt zu hal- 
ten.‘ Bist: am 28. Febr. fing Galanthus nivalis 
“.ärbläken an, auch Helleborus niger, Tussilago 
niver und paradoxaeaitwickelien an diesem Tage 
im' botanischen Garten’ilire Blüthei , ‘aber von 
Leuceojum verium, das doch oft an derselben 


Stelle schon im Februar geblüht hatte, war noch 


keine Spur zu sehen, Erica carnea war in un- 
seru Wäldern den gauzen Winter über in voll» 
kommenem Bluthenzustande. 


De Pe 


re SR ve 
Par rg 


IV, Correspondenz. 
"Aug, aus einem Briefe des Herrn Dr. Kuhl. 
‘ Thihabjavar am Fufse des Pangerango in 
“ i Java: den 20, Juli 1821° 
Der Reichthum einiger Pflanzen "Familien ist 
ungeheuer. Es sind die Filices, Orchideae, Le- 
guminosae, Urticeue, Tricoccae, Rubiacene, 
Gramineae, Acantheae, Bignoneae und Mal- 
vacege, welche unermeßslich reich an Arten sind, 


# 


205 


Von Filices "besitzen wir schon 185 Arten: wir 
glauben 8 neue gencra darunter gefunden zu ha- 


 beu. Unsere Baumfarren sind „dlsophyllae (3 Ar- 


ten), Cyatheae (ı Art) und Polypodium (ı). 
Nichts ist herrlicher, als ein Wald dieser wun- 
derbaren Gestalten., Sie übertreffen an Schönheit 
alle Palmen. Man kann sich wirklich nichts Herr- 
licheres denken, als diese tausendfach zerschuitie- 
nen Wedel, die von ihren 2a—60 Fufls hohen, 
nackten Stämmen, wie Strausfedern herabhängen. — 
Zur Mlertensia .dichotoma ‘haben wir noch 3 
neue Artlon-kinzugefunden, wovon die eine erst 
auf einer: Höhe. von 5400 Fufs über dem Meere 
erscheint. .Die Polypodia,. Aspidia, Asplenia 
und Dipldzid sind am reichsten in Arien. — Von 
Lichenes: sind alle Biume, vom Strande von Ba- 
tavia bis:zu den .‚Spilzen der: Berge, so hoch wir 
gekommen sind (über 6000 Fufs), besprossen. wie 
in Buropa;: ‚aber, (lie Moose. sind sparsamer. vor- 
handen, Erst mit 5000 Fufs Höhe sind alle Bäu- 
me mit dichten Mooshüllen überkleidet, und ulle 
Reisen ‚sind mit, Moosen bedeckt, zwischen denen 

herrliche‘ Hymenophyla und Trichomanes wach- 
sen. Mit" den Moosen und Lichenen haben wir 
uns noch‘ nicht beschäftigt: aber unsere Farren, 
Lycopodien’ und Schwänme" haben wir, so viel 
üls möglich, systematisch zu "bestimmen gesucht, 
Veber die Indische Schwammenwelt schreibe ich 
Ihnen ein andermal, Wir hoffen etwas Genügen- 
des darüber leisten zu können. Ueber Ioo Spe- 
eies von Fungi haben wir. schon meisterhalt ab- 


204 


bilden ‘Tassen, und gegen 150 :sind schon unier- 
sucht und beschrieben. Mit Pilzen haben wir uns 
noch. wenig beschäftigt; aber der Reichthum-ist 
ungcbeuer, fast jedes Blatt in manchen Gegenden 
ist witihnen bedeckt. Im Ganzen sind es die Eu- 
roräischen Formen : wir glauben jedoch 4 neue Ge- 
nera aufstellen zu dürfen. Auch unter den Schwäm« 
men erscheinen ..viele Riesen, wie in der Farren- 
welt. Wir haben Sphaerien von 6 — ı0 Zell 
Länge, einen Boletus Apus von: ı$ Fufs Brei» 
te, eine Thelephora Crepidopus von 8 Zo.lBreite 
und 6. Zoll Länges Pezizen, Clavarien, Phallen 
(ein nenes Genus) ‚bilden hier „ wie in Europa; 
die Zierden der Schwammenwelt, Die läufigsten 
Formen sind Boletus Apus; aber die Arten pran- 
gen mit weil herrlicheren Farben, "als. die Euro- 
päischen. Sp besilzen .wir eine, die ganz schar 
lächroth ist. 2 en 


Yon Marchantia habe ich 3 Arion ubge- 
Hader 


. Unsere Equiseta finden in Taya' nur einen 
Repräsentanten, der , den hyemale“ ‚sehr ähnlich 
sicht. "Er ersci: eint nie unter 2000 Fuls, 


Wegen der grolsen Mannigfaltigkeit der For- 
men gehören die Aroideen, Orchideen und Sey- 


tamineen wunstreitig zu den inleressantesten Fa- 
milien der Indischen Flora, 


Die Arten von Piper und Pothos sind sehr 
mannigfalig Wir glauben, 4 neue Genera, den 
Calladien und Arums am nächsten verwandt, auf 


205 


stellen zu dürfen, und haben genaue Zeichnun- 
gen verlertigen lassen, 

Mit den Orchideen ist nicht fertig zu wer- 
den. Fast niemals findet man dieselben Arten 
wieder, sondern ewig neue. Die Arten sind fast 
alle neu, oder von Reinwardt bestimmt, und 
fast alle müssen cigne. Genera bilden. Wir las- 
sen, so weit diefs thunlieh ist, von allen genaue 
microscopische Zeichnungen der Struetur der Blu- 
me und Befruchtungstheile verferligen. Wenn 
man sich auf Sprengel’s Beschreibungen, und auf 
Swartz (wie nicht zu zweifelu,) verlassen kann, 
so müssen unsere Arten meistens eigue Genera 
bilden, wenn man nämlich strenge zu Werke ge- 
hen will, wie Brown und Richard; und wenn 
man das nicht thut, so geräth man in einen ewi- 
gen Wirrwarr. Professor Reinwardt hat viele 
schöne Zeichnungen von Orchideen verfert'gen 
lassen und uns dadurch viel Zeit gewonnen, denn 
nun haben wir uns bei vielen nur mit der ge- 
naueren Sirnktar der Blumen zu befassen. — Die 
gröste Menge der Orchideen findet sich in den 
undurchdringlichen Urwäldern, wo sie auf den 
Taulen Bäumen leben. In den bekannten Theilen 
der Insel sind es die alien Stämme der Gomutus: 
Rumphii, welche wahre Träger der Orchideen 
und Farren genannt werden können. 

‚Von Ficus haben wir schun an die 70 Arten, 
und von den meisten Blatt und Frucht nach dem 


Leben meisterhult abbilden lassen, 


”* * 
x: 


.206 


Wenn die Leser vorstehenden und einen frü- 
hern Bericht über die Vegelation von Madera in 
der Flora 1821. nr. 15. wie wir höflen, mit Ver- 
gnügen gelesen und dadurch Heren Dr. Kuhl als 
einen keuntnifsvollen und thätigen Botaniker ken- 
hen geleınt haben; so mögen sie nun auch mit 
wus den unersefzlichen Verlust desselben tief be- 
trauern, und innigst beklagen, dafs die Flora an 
ibm einen. so höchst schätzenswerthen Correspon- 
denten verloren habe, Wer wird uns nuu über 
die indischen Farren, Moose, Flechten, Selwän- 
me und Pilze ferner berichten und belchren, wer 
unsere Sammlungen mit den grotesken Formen, 
nach welchen wir durch obiges Schreiben schon 
so lüstern geworden sind, bereichern ? Eben, 
beim Schlusse dieses, geht ganz unerwarlet die 
zuverlässige, für uns sehr niederschlagende, und: 
für Erweiterung unserer Kenninisse sehr bekla- 
genswerthe Nacheicht ein, dafs Herr Dr. Kuhl 
am ı6, Septemb. v. J. auf Java mit Tode abgegan- 
gen sey. Die nähere Anzeige davon, verbunden 
mit Blumen von Freundes Hand auf das Grab 
gestreut, folgt in einem der nächsten Blätter. 

"Roedaction. 


{ 


V. Berichtigung. 

“Ich lese in Ihrer Flora IV, Jahrg, 2 B. 5. 636: 
„in den Neuen Schriften dev G, N. F. in 
Berlin 3 B, $. 435. bestimmte Pfilldenow 

eine neue Pflanzengattung aus 'Tranquebar 


207 


und nannte sie „zum Andenken des Prof 
Dr H. Hoppe in Regensburg“ Hoppea. 
Römer und Schultes schreiben in ihrem 
Syst. Veg., obwohl sie die besagte Schrift 
vor Angen hatten, wiederholt Hopea. Fiat 
emendatio!“ 


Erlauben Sie mir diese Emendalio hier. zu 


machen. 2, 


* Bekanntlich hatte Linne zu Ehren des höch-. 


verdienten Prof. Hope eine Hopea getauft, die 


aber eingehen mufste, da sie eine Symplocos 
(Symplocos Llinctoria). wurde. Es mufste also 


‚ vorerst der Name des schon: von Linne selbst 


gefeierten Mannes wieder hergestellt werden, und 


‚dazu schickte sich wohl keine Gatiung besser, als 


‘jene, welcher PVilldenow einen Namen gab , der 
in der Aussprache, auf welche iu der Botanik 
doch. alles ankommt, von Hopea nimmermehr 
deutlich zu unterscheiden ist. Eine zum Anden- 
ken des Herrn Prof. IIoppe in Regensburg ge- 


‘nannte Pflanzengatlung müfste zur deutlichen Un- 


terscheidung, entweder Iloppana oder Hop 
Pini 4 genannt werden. 


Indessen kamen bei der von FFilldenow l. 
c. sogenannten Hoppea sowohl der sel. Prof. 
Hope als unser noch lebender licbe Prof. Hoppe 
wieder zu kurz; denn FFilldenows Hoppea 
ist, nach Roxburgh’s Flora indica ed. Car. et 
Wall, nicht mehr ‚und nicht weniger als. eine 


Cunscora.. Es muls also sowohl Hoppea 
" ’ 


208 


Willd. ae Hopea R. u, Sch. gestrichen wer« | 
den. Facta est Emendalio. 


Schultes, M. D. 


VL Neue Schriften. 


A natural Arrangement of British Plants according 
to their relations to each other, as poinied out . 
by Jussieu, De Candolle, Brown ete. etc 
including those celtivated for Use, with the 

. Characters, Differences, Synonyms, Places of 
Growih, Time of Flowering, and Sketch oftheir 
' Uses, with an Introduction to Botany in which 
the terms newly introduced are explained.- By 
Sam. Fred. Gray, Lecturer on Botany etc. cic. 
with 2ı Plates, m 2 Vol, 8°, 

Lectures on ihe Elements of Botany. Part, I. with 
Plates. By Anthony Todd Thomson, FI«S., 
Member of ihe voyal College of Surgeons etc. 
etc. In & 

Pomarium britanicum, an kistorical and bötanical 
Account of fruits gnown in Great Brilain. By 
Henry Philips. Second edition. 8. . 

Forisetzungen von Humboldts Werken. ı) Nova 
Genera et Species plantarum etc. ete. Fasc, XIX. 
2) Monographie des Melastoma et autres genres 
du *m&me ordre, XXifetms live. 3) Relation 
historique; IVems ivr. avec les N. 6, 23, 24 et 

. 26 de l’Atlas geographigue, 


Verbesserung. 


In’der Sylloge p. 32. Zeile 18, ist das Wort quorum 
auszustreichen, 


Flora” 


Botanische Zeitung. 


Nro. 14, Regensburg, am 14, April 1802. 


ech 


“Abt... 


1. Auszüge, u 


1, Blüthen -Kalender von Deerfield*) in 
Massachusetts, in den nordamerikan. Ver- 


einigten Staaten, von Dr. St. W. Williams“), 
{Aus dem Englischen ausgezogen von Beilschmied. ) 


März, ı 8 ı 8% 


13. Spechte, Rothkehlchen, Amseln sind da, 
14. Panicum latifolium zeigt sich an: einer gegen 
Süden geneigten Stelle; ebendaselbst auch eine 
. einzelne Scheide von Pothos foetida, wäh- 
rend auf den Straßsen noch Schlittenfahrt. — 
Ahornbäume angebohrt wegen des Zuckerxs. 
46. Pothos foetida in völliger Blüthe, 
25; Kätzchen von Populus tremuloides und Sa- 
lix Mühlenbergiana entwickelt.. 

Nach dem ı. März war einige Tage Re- 
gen gewesen, der sebr viel Schnee wegnahm; 
dann bis zum 22. das Wetter sehr warm und 

”) Geographische Lage von Deerfield‘ 420 Bat 5 Zatt nördl. 
Breite, 72% Aut west). Länge von Greenwich, 

*) Die bot. Benennungen der Gewächse in diesem Aus- 
zuge sind die unveränderten aus dem Osigkiale, 


0 | 


4 


210 


April, 
&, Blüthenknospen von Ulmus amer. und Blatt- 
knospen von Syringa vulg. angeschw.ollen. 

10, -Alnus :serrulata u. Populus americana in Bl. 

11. Schönes Wetter nach langem Stürme und ı6 

tägigem Regen. Frösche schreien. Garten- 
erbsen gesäet. 

13: Lerchen sind da. Saxifraga virginiensis in Bl, 
16. Coimptonia asplenifolia und Betula populifo- 
"Na in völliger Blüthe. 

26, Uferschwalben sind da. Leontodon Tarax. u 

Viola cueullata fangen an zu blühen, 

22: Pflügen für Erbsen und Hafer. 20 (engl.) Mei- 
‚len nördlich und. westlich von Deerfield viel 
"Schnee, Frostwinde kommen von dorihen 

35, Sanguinaria canadensis an einem nach Süden 

‘gelegenen Hügel in Blüthe; Houstonia coe- 
 :tzulea blüht; — Gnaphal. plantagineum, Ra- 
nunc, fascieularis, Dentaria laciniata, ‘Tha- 

° "lietr. cornutum in völliger Blüthe. 

26. Epigaea repens in v. Bl. Potentilla pumila, 
'Erytlironium Dens canis, Hepat. triloba, Ane- 
' mone nemorosa in Blüthe, 

27. Früh-Kartoffeln gesteckt. \ 

29. Ulmus americana, Ranunc, sceleratus, Galtha 

"" palustris in v. BL 
30.  Narciss, Pseudonareissus und Ancmone tha- 


schön; nach diesem sehr stürmisch, trübe u, 
das Wachsthum verzögernd. 


lictroides in Blüthe, 


211 


Acer rubrum blühend. Blätter des Stachel- 
beerstrauches, des Johannisbeerstrauches und 
der Syringa vulg. fangen an sich zu entfalten. 
Juncus sylvalicus blühend. Trillium thom- 


boideum bl ühend. 


"Blumen der Viola trieolor öffnen sich. 
Mais wird gesteckt, obgleich es sehr kalt ist; 
Zwiebeln gesäet; Spargel bricht durch, 


-Fragaria virginiana in völliger’ Blüthe, Tussi- 


lago Farfara blühend. 

Laurus Benzoin in völliger Blüthe. 

Coptis trifolia in völliger Blüthe.' 

Viola primulifolia in v. Blüthe; Acer sacchar,, 
Bellis per. in .v. Blüthe, 

Spargel auf der Tafel. 

Ribes Uva cer., Aronia Botryapium in Lv Bl. 
Dirca palustris in Blüthe, 
Ribes rubrum fängt an zu blühen. 
Trillium cernaum, Pyrus comm. in Blütlıe, 
Sehr warm. — Ansicht der Berge bunt. Gar- 
tenbohnen, Gurken, Kürbisse gesteckt, 
Prunus domest. und wilde Pflaume (P, Chicasa) 
und Sambuc. canadens, in Blüthe. Sehr warm. 


 Thhermometerstand, Nachm. 2 Uhr, 86°. (Fahrn.) 


Garten-Johannisb, und Geum .yiv. blühen. 
Aepfelb. in völliger Blüthe; Eulen sind da, 
Prunus serot,, Syringa vnlg. in v. Blüthe. — 
Bis in die letzte Woche des Mai war es sehr 
kalt gewesen. und trüber als je; nachher un- 
gewöhnlich warm und schön. 


O3 


Kolibri. sind da. Azalea nudiflora in völli- 
ger Blüthe, 

Sisyrinchium anceps, Krigia virginica, Cra- 
taegus coceinea, Rheum tataricum im Blühen, 
Hesperis pinnatifida blüht, 

Nuphar advena in v. Bl. — Iris virginica und 
Gartenerbsen blühen. Das Wetter seit 12 Tagen 
ungewöhnlich warm; das 'Thermom. in der 
Mitte des Tages häufig 84°, Vegetation sehr 


° vorgeschritten, 


% 


. I0.. 
12, 
13. 

14, 
r67 


m 
28. 
20. 
21 
22. 


a3. 


Hausfliegen sind da. Cochlear. Armoracia und 
Päonien in völliger Blüthe. 


Allium Schoenoprasum in völliger Blüthe. 
Phlox maculata, Fumar, ofhc. in v. Bl, 
Felderdbeeren (Frag. virginiana) werden reif, 
Robinia Pseudacacia in völliger Blüthe. 
Heuschrecken zum erstenmal wieder seit 180135 
früher erschienen sie in den Jahren 1733, 1750, 
1767, 1784; also periodisch; in ı7 Jahxen ein- 
mal. Sie fallen zuerst die Blüthen der Quer- 


-cus nigra an. 


Rosa carolinensis in völliger Blüthe. 

Salvia officinalis im Blühen. 

Philadelphus coronar, blüht, 

Liriodendron Tulipifera in Blüthe, 
Dianthus Caryophyllus blüht. 

Anfang des Heumachens, Eine unermeßli- 
che Grasernte. 


Sarracenia purpurea in Blüthe, 


215 


24. Hyperic. perforatum in völliger Blüthe. 
27., Ausnehmend warm, 'Tilia amer. blüht. 
30. Linum usitatiss. in v. Bl. 
Thermometer 2 Uhr Nachm. im Schatten 100°. 
Die Vegetation ist in diesem Monate schnel- 
ler vorgeschritten, als irgend einmal bekannt, 
‚ist, und so der Jahreszeit vorausgeeilt, ob- 
gleich der Frühling sehr zurück war. 
Juli. 
* 2. Nymphaea odorata in völliger Blüthe, 
3. Rothe und weilse Johannisbeeren reifen. He- 
merocallis flava u, Lilium canadense in v. Bl. 
4 Gurken blühen. Ruta graveolens, Sinapis ni. 
gra, Leonur, Cardiaca, Verbasc, 'Thapsus in 
voller Blüthe; Beeren des Vaccin. frondosum 
reifen und die ies Rubus trivialis, 
5, Papaver. somniferum blühend. 
6. Cucurbita Melopepo blüht, 
9. klimbeeren ganz reif. 
ı2. Martynia proboscidea in voller Blüthe, 
13. Datura Stramon, und Tagetes erecta in v. Bl: 
15, Alisma Plantago, Txifol. arvense blühen. 
17. Scutellaria lateriflora, Verbena hastifolia bl. 
Seit 3 Wochen äufserst heifs, das Ther- 
mometer oft 95°, zuweilen 98°. Die Lände- 
reien verbrennen vor Dürre, die Grasfelder 
sind ganz braun, man fängt an, den Roggen 
zu schneiden. 
19, Gurken auf der Tafel. 
21, Ihymus vulgaris in völliger Blüthe. 


30. 


Scrophularia marylandica, und Lysimachia 
strieta in Blüthe. 
Convolv. sepium, “Orchis ciliaris in v. Bl. 
Vaceinium resinosum reif. Sicyos angulata bl. 
Gartensalat und Hopfen in völliger Blüthe, 
Der Weizen wird geschnitten — erträgliche 
Ernte, — Buchweizgn blüht, 

Am 20, Juli fiel ein grofser Regen, der 
das Verbrannte wieder herstellte. Ende des 
Monats wieder warm und trocken. 


Delphinium Consolida blühet. 
. Helianthus annuus, Chenopodium album bl. 
' Sorghum saccharatum, Lavandula Spica bl. 


Ambrosia trifida, Cafsia marylandica im Bl. 


. Melonen und Kürbifse auf der Tafel. 


Ludwigia alternifolia blühet. 
Erbsen- und Hafer- Ernte — mittelmälsig. 
Buschklee (Lespedeza capitata) i in Blüthe, 


Anfang der aten Heuernte; Chenopod. Botrys 
‘im Blühen. 


Sempervivum teetorum blüht. ' 
‚Salvia Sclarea in Blüthe. 

Schwalben sammeln sich zu Tausenden zum 
Abzüge. Cymbidium odontorrhizon in Blüthe. 


Phryma leptostachya und Neottia pubescens 
im Blühen. 


" Lavatera thuringiaca u, Sölanum nigrum bl, 


Sanguisorba canadensis und Lycopus euro- 


paeus in völliger Blüthe. 
—— EEE 


215 


2. Skizze einer einfachen, und folglich 
künstlichen Reibe zur Anordnung der 
natürlichen Familien des Pflanzen- 
reichs *), 2 


I. Plantae Vascoulares s, Cotyledonewe, 
4. h. Pilanzen, welche aus Zellgewebe nnd. Gefäs- 
sen bestehen, und. deren Embryo mit einer -oder 
mehreren Kotyledonen versehen ist, | * 

I. Exogenae s. Dicotyledonea'%;” 
d, h, deren Gefälse in concentrischen. Lagen, die 
jüngern nach aussen, geordnet sind, und deren, Em- 
hryo entgegengesetzte oder wirtelförmige Kotyledo- 
nen hat. 2 
A. Perigonio duplici, d. h, bei denen Kelch. 
und Korolle unterschieden sind, _ 

@, Thalamiflorae,, . >, 
oder mit unterschiedenen, dem Fruchtboden in- 
serirten Blumenblättern. on 

Cohors ı. Carpellis numerosis, vel staminibus 

oppositis petalis. _ u 
1, Banunculaceae Juss, ‚gen. p. 281. [DC. syat. nat. I. 

Pag. 22). “ 


*) Wörtlich übertragen aus: Theorie, elementaire de la 
botanique ‚etc, , par De Gandolle. Edit, ade revue 
et augmentde, Paris 1819. 8vo, — von pag. 245 — 250. 
-— Was in [:] eingeschlofsen, hat der Einsender hin« 
zugefügt. . . on 

Da Herr Professor Sprengel in seinem neuen 
Werke (Decandolles und Sprengel’s Grund- 
zils u. 5. w.) dieser Anordnung der Familien nicht er- 
wähnt, sondern statt ihrer die seinige (aus Spren- 
ge®s Anleitung u. s. w. ate Ansg.) wiederholt hat: 
so mag diese ihren Platz in der Flora finden nach 
dem alten: suum cuigne tribuere. 


216 


er 


'Dillenikceke DC, ayst. nat. I. [pag. 3951. 


3. Magnoliaceae DC. ], c: [pag. 439]. 


&.. 
5. 


6. 
T- 
8, 


-Anohäadeae Juss. gen. p, 280. [DU L c. p. 463], 
Menispermeae Juss. gen. p. 284. [DC. I. c. p. bog. 
Berberideae Juss. gen. pag. 286. [DC. Voll. p.ı.] 
Podophylleae DC. syst. nat. [Vol. 1, pag. 31.) 
‚Nymphaeaceae Salisb. ann. bot. Il, pag. 69, [DC. 
1, pag. 39.] 

Cohors 2, Carpellis solitariis vel connatis, 

placentis parietalibus. 


. Papayerdceae Juss, gen. p. 2353. [DC. U. pag. 67] 
. Furngriaseae. [DC. H. pag. ı05,] 
. Cruciferäe Juss. gen. pag. 237. [DC. I, p. 139) 


‚ Capparideae Juss, gen. pag. 242. 


. Flacourtianeae Rich. mem, mus, j 
. Passifloreae Juss, ann, mus. VI, pag. 102. 
. Violaceae Vent. malm. 27. DC. 11, fr. IV, 


. Polyg saleae Juss. ann, mus, XIV. pag. 386. 
Besedaceae DU. tleor. ed, ı. pag. 214. 


Ri Dröksradeae DC. he - 


Frankeniaceae St-Hil. mem. [sur x les plantes aux- 
'quelfes oh’ attribue un placenta central libre 1816], 


. Cistineae DC. fl. fr. ed, 3. IV, pag. Sıı. 


Cohors 3. Ovario solitario, placenta centrali, 


. Caryophylieae Juss, gen. pag. 299. 


Lineae DC. theor. ed. ı. pag. 214. 
Malvaceae Juss. gen, ı71. 


“ Chlenaceae Petit-Thouars gen, nov, ft. 9— 12: 


Bueltneriaceae Brown general remarks [on the 
botany of terra australis. 1814], 


. Stereuliaceae Vent. malm, gı. 
. Tiliaceae Juss, gen. pag. 289. 


217 


28. Elaeocarpeae Juss. ann. mus. XI. pag. 233, 


Sapindaceae Juss. gen. p. 246. ann. mus, XVIU. 

pag. 476. 

30. Hippocastaneae. = 

31. Aceraceae Juss. gen. p.25o. ann. mus, XVII. p. ur, 

32. Malpighiaceae Juss, gen. pag. 252. ann. mus, 
XVHL pag. 479. 

33. Hippocraticeae Jass, Aırh. is, XVIH. p. 483, 

34, Hypericineae Juss. gen. pag. 254. oo. 

35. Guttiferae Jnss. gen. pag. 267. 

36. Markgraviaceae Juss. ann. mus. 

37. Sarmentaceae Juss. gen. pag. 267. 

38. Geranieae Juss, gen. pag. 267. 

39. Cedreleae Brown, gen, rem, 

40. Meliaceae Juss, gen. 263. 

41. Hesperidese Correa ann. mus, VI, pag. 376. 

42. Camelliaceae DC. theor. ed, ı, pag, 214, 


iS 
KZ 


. 43? Olacineae Mirb. bul. philom. 


44, Rutaceae Juss, gen. pag. 296. s 
Cohors 4. Fructu gynobasico, 
45. Simarubeae DC. ann, mus. XVIl. pag, 422 
-46. Ochnaceae DC. I. c. pag. 410, , 
ß- Caliciflorae, . 
mit freien oder mehr oder weniger verwach- 
senen Blumenblättern, welche stets perigynisch , 
oder dem Relch inserirt sind. 
47. Frangulaceae DC. fl. fr. Rhamni Juss. gen. p. 376. 
48. Samydeae Vent. mem. inst. 
49, Zantoxyleae DC, theor, ed. ı. pag. 215. 
50, Juglandeae DC, IL c 


218 


5ı. 'Terebinthaceae Jusg. ‚gen. pag. 368, 


52. 
‚ Rosaceae Juss, gen. pag. 334. 


80. 
81. 


Leguminosae Juss. gen, pag. 545. _ 


Salicariae Juss. gen. pag. 330. 


.. Tamariscineae Desveaux, 

„‚Melastomeae Juss. gen. pag. 398, 

. Myrtineae Juss. gen, pag. 322. . 

„ Combretaceae Brown prodr. pag.; 3 

. Cuourbitacene Juss. ‚gen. p. 393. (excl, Passifl.) 


Loaseae Juss. ann. mus. V. pag. 21. _ 
Onagrariae Juss, ann, mus, Il. pag. 315, 


, Ficoideae Juss. gen. pag, 315, 

. Paronychieae St-Hil. plas. lib. et. Juss, ann. mus, 
. Portulaceae Juss. ‚gen. pag..312. 

. Nopaleae Juss, ined. ‚Cactoides Vent. tabl, 

. Grossularieae DC. fl. fr. ed. 3. IV. ‚pag. 405. 

. Crassulaceae Juss, gen. pag. 207. 

. Saxifrageae Juss. gen, pag. 308, 

, Cunoniaceae Brown. gen. rem. 


Umbelliferae Juss: gen. pag. 218. 


. Araliaceae Juss, gen. ‚pag. 217. 

. Caprifolieae Juss, gen. pag, 210, (excl. gen.) 
. Lorantheae Rich. et Juss. ann, mus, Xu, "p. 29% 
. Rubiaceae Juss. gen. pag. 196. 

. Opereulariae Juss. anıi. mus, IV. pag. 418. 
Valerianeae DC. fl. fr, ed, 3. IV, pag. 408. 

. Dipsaceae Juss. gen. pag. 194, (exel. $..2.) 


Calycerea® Brown. — Boopideae Cassini. 
Compositae Adans. fam. Il. pag. 103, 
Campanulaceae Juss, gen. pag. 163. (excl, gen.) 
Lobeliaceae Juss. ann. mus. XVIIL pag, 1. 


219 


‚82. Gefsnerieae Rich. et Juss, ann. mus. V, p. 428, 

83. Vaccinieue DC. theor, ed, 1. pag. 216. 

84. Ericineae Desveaux journ. bot, 1813. pag. 28. 

7 Corolliflorae, 

‚ deren Blumenblätter zu einer hypogynischen 
Korolle verwachsen, oder’ dem Kelch nicht 
angeheftet sind. 

85. Myrsineae Brown prodr.' pi ‘530. = Ophiosper- 
mae Vent, cels. p. 386. — Ardisiaceae Juss, ann. 
mus, XV, pag. 350. 

86. Sapoteae Juss. gen. pay. a1, 

87? Ternströmieae Mirb. but, pliilom. 

88. Eleenaceae Juss. gen. pag. 155. . 

89. Oleineae Hofm, et Link. il. port. Brown prod, 
pag, 522. 

90. Jasmineae Brown prod. pag. 520, 

91. Strychneae DC, theor, ed, ı, pag. 217. 

92. Apocineae Juss, gen. pag. 143. 

95. Gentianeae Juss. gen. pag. ı4ı, 

94. Bignoniaceae Juss. gen. pag. 1357. 

95. Sesameae Brown — et Pedalineae Brown. 

96. Polemonideae Juss. gen. pag. 136. 

97. Convolvulaceag Juss. gen. Pag. ı32, 

98, Boragineae Juss, gen. pag. 128. 

99. Solaneae Juss, gen. pag, 124. 

100, Antirchineae Juss, gen, pag. 118. 

101. Bhinanthaceae Juss. gen. 99. 

102. Labiatac Juss. gen.‘ pag, 110. 

103, Myoporinae :Brown prodr.' pag. 514. 

104, Pyrenaceae Juss. gen, p. 106. ann, mus. VII, p. 63. 
109, Acanthaceae Juss, gen, pag. 103. 


220 


106. Lentibulariae Rich, #. paris, I, pag. 26. Brown 
prodr. p,4g92.— Utriculinae Hofm, etLinkil. port, 

107. Primulaceae Juss. gen. pag. 95. . 

108. Globularieae DC, il. fr, ed. 3. II. pag. 47. 

.B. Perigonio simplici (Monochlamy- 
_  deae), bei denen Kelch und Korolle nur. 
eine Hülle bilden. 

109, Plumbagineae Juss, gen. pag, 92. 

110. Plantagineae Juss, gen. pag. 89. 

zıı. Nyctagineae Juss. gen, pag. go. 

112. Amaranthaceae Juss. gen, pag. 87. 

113. Chenopodieae Juss, gen. pag. 83. 

114, Begoniaceae Bonpl. Brown, 

115, Polygoneae Juss. gen. pag. 82. _ 

116. Laurineae Juss. gen. p. 80, (excl, gen, ein) 

117, Myristiceae Brown prodr. pag. 399. 

218. Proteaceae Juss, pag. 78, 

aıg, 'Thymeleae Juss. pag, 76. 

120. Santalaceae Brown prodr, pag. 350. 

ı21, Elaeagneae Juss, gen. pag. 75. 

122. Aristolochieae Juss. gen. Pag. 7% 

125? Euphorbiaceae Juss, pag. 385. 

124. Monimieae Juss. ann, mus. XIV. pag, 132. 

125, Urticeae Juss. gen, p. 400, (excl, Piper.) 

126, Piperitae Humb. Bonpl, et Kunth nov. gen. 

127. Amentaceae Juss. gen, pag, 407. 

128. Coniferae Juss, gen, pag. Aıı, 


II, Endogenae s. Monocotyledoneae, \ 


d. h, deren Gefäfse in Bündeln, die jüngern 
nach innen, geordnet sind, und deren Embryo 


129, 


130. 
131, 
132. 
133. 
134. 
135. 
136. 
137, 
138, 

139. 

140, 
141, 
142, 
143, 
ı44, 


345. 
146, 


247. 


148, 
249, 
150, 


221 


mit einzelnen oder abwechselnd stehenden Ko- 
tyledonen versehen ist, 


A. Phanerogamae, mit sichtbarer, rogel- 


mälsiger Fructification. 
Cycadeae Pers. [Richard] ench, UI. pag. 630. 
Brown. prodr. pag. 346, 
Hydrocharideae Juss. gen, pag. er (excl. gen.) 
Alismaceae. DC, fl. fr. ed. 3. III. pag. 181, 
Orchideae Juss, gen, pag. 64. 
Drymyrrkizeae Juss. gen. pag. 62. 
Musaceae Juss. gen. pag. 61. 
Irideae Juss. gen. pag. 57. 
Haemodoraceae Brown prodr. pag. 299. 
Amaryllideae Brown prodr, pag. 296. 
Hemerocallideae Brown predr; Pag. 299. 
Dioscoreae Brown prodr, pag, 29% 
Smilaceae Brown prodr. pag. 292, 
Liliaceae-DC, theor, ed, ı. pag. 249, 
Colchicaceae DC, fl, fr. ed. 3. III. pag. 192, 
Junceae DC, fl, fr. ed. 3. III. pag. 155. 
Commelineae Mirb, hist. pag. 139, Brown prodr, 
pag. 268. 


'Palmae Juss, gen, pag. 37. 


Pandaneae Brown prodr. pag. 340, 
Typhaceae Juss, gen. pag. 25, 
Aroideae Juss. gen, pag. 23. 
Cyperaceae Juss. gen, p. 26, 
Gramineae Juss, gen. 28. 


ter oder unregelmäfsiger Fructificatiom,. 


151? Najades Juss, gen, (excl. gen.) 


B. Cryptogamae, mit versteckter, unbekanpt- 


# 


222 


% 


152. Equisetacese DC. 1. fr. ed. 3. II. pag. 580, 
153. Marsileaceae Brown, prodr. pag. 166, — Rhi- 
zospermae DC, fl. £r, ed. 3. II. pag. 577. 

154. Lycopodineae BC. fl, fr. ed. 3. 1l. p. 571, Brown, 

prodr. pag. 164. 

155. Filices Juss. gen. pag. 14. (excl. gen.) Brown, 

prodr. pag. 145, 

11. PlantaeCellulares ». Acotyledoneaeg, 

d. h. Pflanzen, ‘welche aus Zellgewebe, ohtie 

Gefälsen, bestehen, und deren Embryo ohne 

Kotyledonen ist, 

A. Foliaceae, mit blattarliger Ausbreitung _ 

und bekannten Geschlechtern. 
156. Musei Juss. gen. pag. Io. 
157. Hepativae Juss. gen. pag. 7. 
ß. Aphyllae, ohne wahre bjattartige Aus- 
breitung und ohne bekannte Geschlechter. 
158. Lichenes DC. il. fr. ed. 3. I: pag. 3aı. 
159. Hypoxyla DC. ı. c. pag. a8o, 
160. Fungi DC. 1. c, pag. 65. 
161, Algae DC, ı. c, pag. ı. 
U. Anfrage 
wegen Oxalis cornieulata und stricta, 

In Deutschland, besonders in dem nördlichen 
Theile desselben .kommt in allen Gärten als Un- 
kraut eine Oxalis- Art mit aufrechten ästigem 
Stengel, gelben Blumen und einjähriger Wurzel 
vor, die in den frühen Floren von Roth, Hoff- 
mann, Leyser, Leers, Pollich uva w ab 
Oxalis corniculata Linn. aufgeführt und auch in 
Flora dan. und Sturm. germ, unter diesem Namen 


223 


abgebildet ist. Auf einmal wird in Willd, spec, 
plant. Linn. die Pilanze aller dieser Schriftsteller 
für Oxalis strieta L. eiklärt, und nun führen na-. 
türlicher Weise spätere Schriftsteller, e. g. Wibel. 
Werth, Spreng. Hal., nicht mehr O. corniculata, 
sondern strieta auf, und so erklärt auch Sturm 
in seiner Nachricht an Naturforscher seine O. cor- 
niculata für strieta. Winterschmidt in seiner 
Nürnberg, Flora B, 2. Hfı. 6. bildet dieselbe Pflanze 
ab, giebt ilır unter dem Kupfer den Namen O. stricta, 
im "Text aber sowob! den einen, als den andern, 
Neuerlich führten Hoff. in Flor. german, Rö- 
ling Flor, germ,, Schult. Fl, aust,. sowohl die 
eine Pillanze, als auch die andere auf, und nun er- 
klärt Hr. Dr. Schultz in seinem Supplem, prod, 
Starg. die norddeutsche Pflanze abermals für O, cor- 
niculata. Offenbar hat die norddeutsche Pflanze eine 
einjährige Wurzel, dasie, wie Mercurialis annva, 
überall aufSommerbeeten wächst, und sonach wäre 
sie nicht Ö. strieta, sondern curnieulata. Anderer 
Seits hat sie einen aufrechten Stengel, und in Folge 
diesem wäre sie O. strieta. So führt sie, wie oben 
gesagt, auch Sprengel auf, und bemerkt, dafs O, 


. x 
“cornieulata L. einen niederliegenden, wurzelspros- 


senden Stamm habe, der bei seiner Pilanze nicht 
vorkomme, Dagegen sagt Winterschmidt: der 
Stengel steht aufrecht, ist zuweilen aber auch dar- 
niederliegend und kriechend, So war also eine und 
dieselbe Pllanze Deutschlands (!) anfangs Oxalis 
corniculata L,, würde dann O, striela L,, endlich 
beides, und nun nimmt sie wieder die erste Be- 


224 


stimmung au, Aus allem diesen ergehen nach- 
stehende Fragen: / 

Sind Oxalis corniculata und Ö.stricta zweier- 
lei Pflanzen ? Wachsen beide in Deutschland oder 
nur eine? Und, im letzteren; Falle, welche? 

Fs scheint, als mülsten bei Beantwortung die- 
ser Frage die ältern Linn. Schriften und Jacgq, Ab- 
handlung De Oxalide so wie Smith britann. zu 
Rathe gezogen werden, 

IM Anzeigen. 

In der Palmischen -Verlagsbuchhandlung zu 
Erlangen hat so eben die Presse verlassen und ist 
durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 'Per- 
soon, C. H., Mycologia Europaea, seu completa 
omnium fungorum in variis Europaeae regionibus 
deteclorum enumeratio, methodo naturali disposita; 
descriplione suceinota, synonymia selecta et obser- 


vationibos critieis additis, Sectio I. cum Tab, XII. 
coloratis,. Preifs gebunden 5 Thlr, 8 gr. 8 fl. 


Der Inhalt dieses Werks bedarf keiner weitern 


‚Empfehlung, da der Herr Verfasser durch mehrjäh- 


rige Anstrengung bemüht war, demselben die’ mög- 
lichste Vollkommenheit zu geben, wozu des würdi- 
gen Sturms Meisterhände in treuer Bearbeitung der 
Kupfer und der Illumination das ihrige beigetra- 
gen haben. " 
W. Curiosa, 
Alte Zeit und neue Zeit, 
Frager: Was ist Botanik ? 


Linnaenus: Est scientia naluralis, quae vegetabi- 
lium cognitionem tradit.| (Philos. bot. 1. 1750.) 


Das Jahr ı821: Botanik ist die photoskotochro- 
mo?therm okryohydro geoaerooryktozoophyto- 
anthropobiomorphostoechiogenimetriskopisch® 
Plıytologie. 


* 


Flora 


oder 


Botanische Zeitung. 


Nro. 15. Regensburg, am 21. April 1822, 
We o.o4 


- L Recensionen. 


* Abbildungen auserlesener Gewächse 
des botanischen Gartens zu Berlin, 
von H. F. Link, Director, und F. Otto, In- 
specior desGartens. Viertes Heft, Berlin ı821« 
4, von 8. 45 — 56. mit. 6 col. Kupfert. : . 


D.. Heft enthält: ı. Manulea tomentosa, 
(Tab. 19.) — 2. Manulea augustifolia (Tab 20.) 
(Manulea tomentosa. Botan. Magaz. I. 322}, gut un- 
terschieden und letztere besser, als a. a. O, ab- 
gebildet. — 3. Cactus salicornioides (Rhipsalis 
salicornioides Haworih Suppl. p.83) (Tab. 21) Eine 
der zierlichsten Pflanzen dieser Gattung, kaum 
einer Spanne hoch, mit undeutlich kantigem, spros- 
send-dreilheiligem Stamm, von der Dieke eines 
schwachen Gänsekiels, und schönen gelben Blu- 
‚men ‚Kam ı8ı6 aus England Haworth hatte, 
bei der Herausgabe seines Supplementbands, die 
Blumen noch nicht gesehen; in Berlin (anch im 
Garten Sr. Durchlaucht des Fürsten von: Salm- 
Dyk), blühte diese Species seit mehreren Jahren 
reichlich, — 4 Mala anomala (Tab. 22.) M. 


pP 


226 


foliis tomentosis trilobis, lobo ınedio producto in« 
ciso, calyce exteriore cum interiore connato! Vom 
Kap, aus Saamen, die Ber, gius im Jahr 1818 sandte, 

Sie steit in naher Verwandtschaft mit M. fra- 
grans, virgata, oxyacanthoides H, etc etc., unler- 
scheidet sich aber, nicht nur von diesen ihren 
nächsten Verwandten, sondern auch von allen 
übrigen Malvenarten, durch den äufsern Kelch, 
dessen drei Blättchen hier fast bis zum Saum des 
innern hinauf mit der äufsern Fläche des leiziern 
verwachsen sind. Die ansehnlichen purpurrotlen 
Blumen stehen in den Blattwinkeln einzeln auf 
Stielen, die den Blattstiel an Länge übertreffen. — 
5. Pelargonium scutatum (Tab. 29.): P. umbel- 
lis paucilloris, foliis quinguelobis integerrimis car- 
nosis peltalis, ramis hirtis, Ebenfalls vom Kap, 
aus Saanıen von Bergius. Steht neben Pel. pel- 
tatum, hat aber gröfßsere Blumen und einen be+ 
haarten Stengel. — 6. Polyanthes gracilis (Tab. 
24.) Link. Enum. hort. Berol L p. ı3ı., eine 
zarle, der gemeinen Tuberose ähnliche, aber durch 
das lange, dünne Blumenrohr und durch den viel 
schlankeren Wuchs ausgezeichnete Aıt alıs Brasi- 
. lien, die daher auch wärmer, als die verwandte 
Pol. tuberosa gehalten werden mufs. Von Sello 
gesandt. — Die 6 in diesem Hefte enthaltenen Ta- 
feln sind von lIerrn Professor Guimpel mit gro” 
{sem Fleifse gearbeitet und sehr geschmackvoll be- 
handelt, so dafs man fast sagen möchte, das vierte 
Heft habe in .dieser Hinsicht selbst seinen drei 
"Vorgängern den Rang streitig zu machen gesucht 


227 


IL. Correspondenz. 


Da ich es für Pflicht halte, bei der Bestim- 
immung der Cryptogamisten, insbesondere der Schwän- 
me, die als neme Arten erkannt werden, so ge- 
wissenhaft und streng als möglich zu verfuhren, so - 
habe ich den Hrn, Professor Sprengel und Hrn. 
Präsid, Nees v. Esenbeck gebeten, mich bei dem 


‘so schwierigen Studium derselben güligst zu unter- 


stützen, und beide haben die große Gefälligkeit 
gehabt, das an sie Uebersandie za berichtigen und 
zu bestimmen, wodurch ich besonders in meiner 
einsamen Lage aufserordentlich beglückt und auf- 
gemuntert wurde. Sie mögen daher keine Zweifel 
in die richtige Besiimmung meiner Cryptogamen 
seizen. 

Unter den seltenen nennt mir Hr Professor 
Sprengel besonders folgende: Dietydium ver- 
nuum Nees , Fusarium lateriium Nees., Cla- 


"varia Ardenia Sowerb. et C. gyräns Perf. Lyco- 


perdon utriforme P., Merulinus Weinmanni Spr., 
Coryneum Weinmanni Spr., Nephroma resu- 
pinata Ach., Lecanora Turmeri Ach., Lecidea 
viridesceons Ach., Parmelia hyperopta .ich., 
Stereocaulon pileatum A., Bryum Wahlenbergü 
Schwägr., Leskea pallescens 8., Dieranum cxi- 
spum Hedw., D.congestum Bridl., Jungermannia 


‚Bprengelii Mart. J. Funckü w. el M. I, biere- 


nata Schr. J. Weber Mart. 


Unter den Phanerog inmen ist hier Jrollius 
asjaficus L., (von Sobulewsky in der Flor. peirop, 


Pa 


228 

p. 134. als T. europaeus aufgeführt) den schon 
Decand. in seinem syst. natur. p. 313. freilich 
noch mit Fragezeichen unter T. asiaticus L. eitirt, 
wildwachsend, der auch durch Sprengel’s An- 
sicht als solcher bewährt ist, Ferner Juncus lam- 
pocarpus Ehrh., Carex mierostachya Ehrh., Py- 
rola rosea Sw. und endlich eine nene Art der 
Gattung Salix, die Hr. Prof. Spr. ebenfalls mit 
meinem Namen als Salix WWeinmanniana belegte, 
Sie wächst in der Nähe von Pawlowsk in einem 
Fichtenvwralde. . 

Mit der Gattung Salix habe ich vorzüglich 
angefangen, sie zu sammeln und an einem eige- 
nen von Sr. Raiserl. Majestät dazu bestimmten 
Platz zu cultiviren, Da stehen nun schon fol» 
gende im vollen Flor: Salix stylariis Ser., pro» 
sirata $. grandifolia S. arbutifolia und prunifolia 
S undulata Ehrh. Salix fragilis L. und acuti- 
folia Willd. sind in unserm Garten Bäume von 
ungeheuerer Gröfse, und von beiden blos männ- 
liche Individuen. Aufserdem habe ich noch 8 
zweifelhafte Arten in jener Planlation, darunter 
noch wohl einige neue seyn mögen. 

Nachstehendes wird Ihnen fast unglaublich 
scheinen, und doch ist es durch mehrjährige Er- 
Yahrung bewährt: 

In unserm Garten blühen und überwintern 
im freien Lande: Myosotis suaveolens Kit. Hyo- 
scyamus orientalis M. B. Scilla verna L. dndro- 
sace lactifllora Fisch, Iris pomeridiana Fisch. 
‚Moraeu chinensis Thunb., Cassia marilandier 


229 


L. Tussilago fragrans Pilld., woran ohne Zwei- 
feldie hohe, oft 3 Fufs dicke Schneedecke Schuld ist. 
Noch habe ich Ihnen nichts von meiner Blu- 
mengärtnerei erzählt, Auch da® will ich Ihnen ' 
sagen, wie ich diefe hier pflegen muls und wie 
viel ich bedarf. — Da alles bier erst in Treibhäu- 
'sern und 'Treibbeeten vorbereitet werden mufs, 
um vom halben Mai bis zum halben Seplember 
' Blumen zu haben, nämlich im freien Garlen, so 
ange ich am ı5; Februar jedesmal an, meine er- 
ste Aussaat zu machen. Die 2te am ı5. März, die 
‚Ste am ıöten April. Die erste Verpflanzung be- 
steht gewöhnlich in 8 bis 10,000 Töpfen, nämlich: 
400 Töpfe mit Senecio elegans; 400 Töpfe Crepis 
barbata; 600 Töpfe Scabiosa atvopurpurea; 300 
Töpfe Pyrethrum Part':enium plenum; ı000 Töpfe 
Reseda adorata; 300 Töpfe Keranthemum lıci- 
dum ete,; die 2te Verpllanzung ist von ähnlicher 
Art; nur kommen linzu: 800 Töpfe mit Lathy- 
rus odoratus, 8oo Töpfe Lupinus luteus, 200 'Tö- 
pfe Convolvulus tricolor eic. — Die dte Aus- 
saat geschieht gewöhnlich unter 42 Mistbeetfen- 
stern, deren Pflanzen dann im Freien, zum Theil, 
aber auch wieder in Töpfe gepflanzt werden. In 
der Regel werden jährlich 25 bis 30,000 Töpfe 
mit Blumenartikeln besetzt, Dazu gehören auch 
2000 Töpfe mit der Georgina variabilis. — Aber 
hierzu gehören noch nicht: 2 — 3000 Töpfe mit 
Nelken, 6 — 8000 Töpfe mit Primula Auricula 
und veris, 4 — 5000 Töpfe mit Rosa semperflo- 
rens, 800 Töpfe mit. Lychnis flos eneuli et viscaria 


230 


fl. pleno, 3 — 400 Hydrangea hörtensis und das 
‚Heer der andern Rosenarten etc. — Im freien 
Garten wird gleich mit dein beginnenden Früh- 
linge aussesäet: 4 Pfund Reseda od rata; $ Pfund 
Viola tricolor, 2 Pfund -Rittersporn - Varietäten; 
6 — 8 Lotis Papaver Rhoeas fl. pleno; 6 — ı0 
Loth Iberis amara ei winbellata, 15 Loth Centau- 
rea Cyanısz 2 Pfund Lalhyrus odoratus, eben 
so. viel Lupinus luteus etc. — Endlich kommen 
noch ein EHcer ‚von: Alcea rosca, Dianthus plu- 
marius ei barbatus, Agrostemma coronaria, Cam- 
panula Medium, welche letztere Artıkel in einem 
"besondern Garten vorbereitet werden, aber auch 
öfters von den strengen Wintern sehr leiden. — 
Gefüllte. Winterlevkojen und Goldlack werden 
gewöhnlich zusammen 2000 Töpfe eingepflanzt. — 
Ungefähr im halben Mai fangen täglich 25 — 30 


Menschen an, diese aufgeführten Gegenstände ins ; 


freie Land zu verpflanzen, eine Arbeit, die nie 
vor dem 25. Juni geendiget wird. — Rechnen Sie 
nun endlich in allen diesen eine Orangerie, eine 
aus 5 — 4000 Töpfen bestehende Pflanzensamm- 
lung; so haben Sie ein treues und wahres Bild 
der hiesigen Gärtnerei, die mit sammt. dem Parke 
107 Werste oder ı5 teutsche Meilen Wege, nÄttr 
lich Fahr - und Fufswege hat. — Mancher teut- 
sche Gärtner wird vielleicht geneigt seyn zu glau 
ben, als sey meine Erzählung über die Hälfte un- 
wahr; allein das Ihnen aufgestellte Bild ist noch 
lange nicht genau bezeichnet, — Ein zweiter Gärt- 
ner lat ebenfalls eine nicht unbedeutende Blumen“ 


231 


zucht, der auch zugleich die Aufsicht über .den 
grofsen Park hat. — Der kleine Lieblings - Blu- 
mengarten der Kaiserin bedarf jährlich allein ge- 
gen 12 — 15000 Töpfe, indem irotz des kurzen 
Sommers manche Artikel dreimal ausgewechselt 
werden, wie x. B. Nelken, weifse Lilien etc. ; mit 
einem Worte: hier bin, ich erst ein Gärtner ge- 
worden!-— Die ganze Woche wird. nun mit al- 
ler Sorgfalt gearbeitet; aber an Sonn- und Feier- 
tafen macht es mein höchstes Glück aus, wenn 
ich oft ganz allein früh um 4 Uhr meine botani- 
sche Wanderung antreten und so die friedlichen 
Kinder der Flora aufsuchen kann, die mir dann 
in den langen Winter - Abenden Stoff genng zur 
Unterhaltung und zur angenehmsten Beschäftigung 
gewähren, 
Pawlowsk hei Petersburg, 
A. Weinmann, 
Kaiserl. Gärtner, 


’ 
[1 (1) 


I. Pflanzenverz eichnisse. 


'* Verzeichnifs der seltneren Pflanzen, 
die wir bis jetzt in der Gegendvon 
Bonn aufgefunden haben; mitgetheilt 

- von-Hrn. Dr. Fr. Nees v. Esenbeck.. 


Blitum virgatum. | Schoenus compressus. 
Lycopus exaltatus, Scirpus caespilosus., 
Veronica longifolia. — oyalus. 

I = praecox, Alopeceurus fulvus. 


Cladium germanicum,. |Panicum Weinmanni. 


\ 


252 


Phleum Bochmeri, 

Melica ciliata. . 
— ' uniflora. 

Festuca glauca. 


!Myosotis intermedia, 
Lysimachia nemorum, 
Airopa Belladonna. 
'FAtviplex nitens. 


Andropogon Ischaemum., Drosera longifolia. 


Galiım lucidum. 

— saxalile. 

—  hispidum, 
Dex. Aquifolium. 
Exacum filiforme. 

_ Carmpanula el iptica, ı) 


Gentiana Pneumonanthe, 
Sambuens Ebulus. 
Athamanta Libanotis. 
Sium Bunium. 

—  nodillorum. 
Junenus spadicens. 


" Yiula sylvestris, stipulae| — supinus. 
longissime ciliatae, cal-] — maximus. 


car coeruleum. 2) 
Viola canina 3) 
Myosotis versicolor. 


en ne are 


—  squarrosus. 
— Tenageia, \ 
Rumex memorosus (?) 4) 


1) Die wahre C. glomerata scheint hier nicht vor- 


zukommen. 


2) Diese noch etwas zweifelhafte Pflanze blüht im 
August. (Man sollte die Viola canina in ver 
schiedenen ‚Gegenden genauer beobachten ) 

3) Var. .naına: subacaulis, foliis parvis cordato- 
suhrotundis glabris, floribus pallide violaceis, 
caleare erasso obtusp albe, In pascuis sterilibns 


der Eiffel. 


4) Unsere Pflanze ist mit R. Nemolapathum sehr. 
nahe verwandt, und nur durch mehr aufrechte 
Aeste, nackte Blüthenquirle mit einem , seltner 
2 Körnern auf den Kelchblättchen unterschie- 
den. Die Zähne an den Kelchen fehlen; äuch 
kann ich keine Verwandtschaft mit R. Patiem 


tia erkennen. 


Allium sihiricum. 
Erica cinerea, 
— Tetralix. 
Chlora perfoliata, 
Epilobium palustre, 
Silene Armeria. 
Cucubalus bacciferus, 
Viscago aspera. 
: Euphorbia fallax, 
Agrimonia odorata. 
Prunus Mahaleb. 
Potentilla .supina, 
fragariastrum, 
Ranunculus hederaceus. 
—  peucedanifolius. 
Thalictrum "majus. 
Hypericum montanum. 


— 


—  dubium. 
—  pulchrum.. 
—  _ elodes. 


Hyssopus offieinali, 

Seutellaria minor. 

Limosellä aquatica. 

Linaria arvensis, 

spurla, 

Pedichlaris palustris. 

Betonica siricta, 

— oficinalis Spr. (Mit 
ganz glatten Kelchen u. 
Brakieen kammt hier 
keine Betonica vor.) 


— 


253 


Orobanche major. 
Digitalis purpurea. 
Camelina austriaca., 


‚Dentaria bulbifera. 


Brassica alpina. 
— Eruca 
—. cheiranikiflora. 


‚]Arabis arenosa, 


— Turita, : . 
Sisymbrium tenuifolium. 
— obtusangulum, (Wo 

wächst die wahre Bras- 

sica Erucasirum?) 
Sinapis nigra, 


-[Iberis amara.  _ » 


Lepidium Draba, 

—  graminifolium. 
Biseutella laevigata. 
Malva nicaeensis. 

—. moschata. 
Polygala vulgaris, 

— B. minor, caule pro- 
cumbente, foliis radi- 
calibus parvis obova- 
tis obtusis, caulinis in« 
ferioribuso vativus, su- 
premis lanceolatis , flo» 
ribus, quamlinP. vul» 
'gari, minoribus palli- 
de violaceis| et albidis. 


Zu dieser Form der P, 


234 
vulgaris, die, wie Ärehl 
selten, auf Bergen mit 
der ' gemeinen 'vor- 
kommt, scheint P. au-: 
striaca Crantz zu 'ge- 
hören. — 
Fumaria media. (Die wah- 
re F, ofhicinalis D., ca- 
Iycibus  integerriniis , 
kommt hier nicht vor.) 
“I parvillora.. _ 
Corydalis bulbosa.  , 
— Halleri. 0" 
Melilotus altissima, 
Cytisus nigricans. 
Tragopogon orientalis, 
Lactüca virosa. 
— perennis. 
Chrysocama Linosyris. 
Crepis virens. j 
-— foelida, 
Senecio aquaticus. (Elie- 
her gehört Senecio Ja- 
cobaea grandifolius De- 
cand.) 
Aster annuus. 
Achillea nobilis, 


Achilles‘ intermedla, 
Centaurea montana, 
— nigra. 

— nigreseens.' ! 
Orchis bifolia. 


j— pyramidalis, 


— fusca. 2 
— coriophora. ' 
— albida.. 

— yiridis. 
Ophrys :myodes, 


!q.» 
4— monochis, 


Carex pulicaris, 


j— digitata. 


— pendula. 

— Schreberi, 

— Ocderi. 

— filiformis, 

— collina. 
Parietaria judaica. 5) 
Alnus incana. 

Calla palustris. 
Myrica Gale. 


Onoclca Struthiopteris, 


Osmunda regalis. 


st 
Ceterach oflicinarum. 


Aspideum Oreopteris. 


5) Caulis diffusüs, zamosissimus, nec 'erectus 
‚subsimplexz, Folia avalia nec elliptico - „Jane 
ceolata, ut in P, offieinali; an Mauern in dert 
Nähe des Rheins. 


235 


Aspidium regium, |Lyeopodium complana- 
‚Polvpodium Phegopteris.| tum. 
Blechnum boreale. Equisetum eburneum, 


Pie 


IWW. Botanische Notizen ..: 
‘ (Botaniker und botanische Anstalten in Pesth.) 


Unsteeitig ist Ungarn das Land, welches, wenn 
wir bei Europa stehen bleiben, in der neuesten 
Zeit, der Botanik den gröfsten Zuwachs verschaft 
hat, denn während unsere Gärten und Herbarien 
mehr als jemals mit ungarischen Gewächsen pran- 
gen, ist das System selbst ansehnlich damit berei- 
chert worden. Graf von FFaldstein und Paul 
Kütaibel haben hier auf eine sehr lobenswürdige 
Weise zuerst die Bahn gebrochen, und sich und 
unserm Zeitalter durch die. Planiae rariores hunga- 
xiae einen bleibenden Rulım erworben. Wenn auf 
solche Weise Ungarns botanische Schätze vorläufik 
bekannt wurden, so k.nnte es auch nicht fehlen, 
dafs neue Theilnahme rege würde, die auf’ vor- 
schiedene Weise das neu entdeckte Land zu bear- 
"beiten suchte. FPPahlenberg, ein thätiger Bo- 
taniker aus Schweden, wurde durch einen mehr _ 
als 200 Meilen weiten Weg nicht abgehalten, in 
Ungarn seiner Wissenschaft zu huldigen, und hat 
uns in seiner Flora carpatica nicht nur bedeutendd 
botanische Nachträge geliefert, sondern auch hier 
zuerst ein lebendiges Bild der geographischen Bo= 
tanik. aufgestellt. . 


256 


Doch früher schon hatte Anton Rochel, ein ' 


Name, der keinem Botaniker unbekannt ist, einen 
andern nicht minder wichtigen \Veg betreten, um 
die Pflanzenschätze Ungarıs bekannt zu machen, 
und die Herbarien der Botaniker damit zu berei- 
chern. Rochel ist einer von denjenigen Männern, 
die für Botanik geboren sind. Da sich jedoch ein 
solches Talent nicht immer frühe genug entwickelt, 
besonders wenn cs an Gelegenheit fehlt aufgeregt 
zu werden, so widmete sich unser Botaniker der 
Chirurgie, und Geburtshülfe; gewifs ein Stand, der 
seinen Mann hinlänglich ernährt und hinlänglich 


beschäftigt. Aber schlafende Talente können nicht ° 


unterdrückt werden, und Flora wirkt unwider- 
siehlich auf ihre Lieblinge, und so finden wir un- 
sern Rochel auf einmal als reisender Botaniker 
in. den Carpaihen. Wenn derselbe auch Anfangs 
nur bemühet war gelrocknete Pflanzen herauszuge- 
ben, sokonute es ihm doch bei diesem rühmlichen 
Geschäft nicht an Erfahrungen und Beobachtungen 
über andere botanische Gegenstände fehlen, und 
so himlängliche Materialien für seine Miscellen und 
für seine Planzenumrisse, deren endlicher Erschei- 
nungen gewifs jeder Botaniker schnsuchtsvoll ent- 
gegensicht, zu sammeln, 

Auch Hr. Dr. Joseph Sadler, zum "Theil in 
Vereinigung mit }rn. Apotheker Pauer und Lang, 
verfolgle den Weg, den Rochel so zühmlich ein- 
geschlagen hatle, und wovon wir späterhin gewils 
noch die Früchte erndien werden. Dies leuchtet 
um so mehr ein, da sowohl Rachel als Sadler ge 


237 


genwärtig ganz der Naturwissenschaft erhalten, und 
bei dem botanischen Garten in Pesth mit Gehalt 
angestellt sind. Wie verlautet, wird auch Sadler 
seine Reisen denmächst bis an das angränzende 
Croatien, Dalmatien u. s. w. fortsetzen. 

Auf solche Weise wird Ungarn wie bisher, so 
auch in der Folge, das Land seyn, welches unsere 
Wissenschaft vorzüglich bereichert, und Pesth mag 
in den Annalen der Botanik fortan gleichen Rang 
mit Wien, Gräz, Prag, München, Regensburg, 
Berlin, Bonn, Dresden, Hal’e, Greifswalde, Ham- 
burg, Münster u. s. w, behaupten. Die Seele von 
diesem günstigen Ereignisse sind Se. kaiserl. Hoheit 
der durchl. Erzherzog Joseph, Palatin von Ungarn 
etc., welchem der erste Band von BRochel’s Mis- 
cellen „mit unverlöschbarem Daukgefühle* gewid- 
met ist, und wobei zugleich die Thatsache sich 
bestätigt, dafs Se. kaiserl. Hoheit mit der Vater- 
lands - Kunde innigst vertraut sind, und selbst 
mehrere Hochgebirge jenes ausgezeichneten Lan- 
des bestiegen haben. Aber auch andre edle Un- 
gen, z. B. Sr. Exec. Baron von Fodmanitzky, 
Baron von Medniansky, von Ocsfkow und meh- 
rere, verdienen bei dem unermüdeten Bestreben der 
ungarischen Botaniker, alsthälige Beförderer rühm- 
lichst genannt zu werden. Winx freuen uns mit 
Recht unseres Zeilalters, in welchem die Botanik 
einer Seils so reichhaltige Unterstützung von ho- 
hen Wissenschaft liebenden Personen, anderer Seits 
Männer findet, die solcher Unterstützung würdig 
sind, 


238 

\ I W. Todesfälle. 

% Dr. Heinrich Eiuhl aus Hanau, slarb auf der 
Insel Java am ı6. September 1321. 


Unter den Schlachtopfern, die im verwiche- 
nen Jahre durch die auf Batavia wuthende Cholera 
ficlen, nennt eine officielle Nachricht auch den 
trefflichen Kuhl, der, auf Kosten der grofßsmü- 
thigen holländischen Regierung zu einer weilern 
Reise durch Ostindien und besonders durch die 
ostindischen Inseln bestimmt sich noch kein vol- 
les Jahr in Batavia aufgehalten halte, um zu- 
nächst die Insel Java naturhistorisch zu untersu- 
chen und zugleich Anstalten zu seiner gröfseren 
Reise zu treffen. Wer ihn kannte, wer die Zahl 
gebaltvoller Schriften weils, die er vor seiner Ab- 
reise und gleichsam unter den Einrichtungen der- 
selben herausgab , wird einen Begriff’ haben von dem 
Verlust, den sein Tod den Wissenschaften brachte 


*”) Henriei Kuhl,. Math, et Phys. Stud. in acade- 
miaGroningana, responsum ad (maestiounem 
ab Ordine diseiplinarum mathemativarum et phy- 
sicarum propositam: „Cum, licet n»turae com 
„pora vario nodo inter se differant, ex huc us 
„que cognitis observationibus tamen constare vi- 
„deatur, ita cumparatam esse rerum naturam, UF. 
„lento quasi passu ab una specie ad alteram pro” 
„grediatur, atque sic continuam quari catenam 
„efliciat ex variis quidem annulis, intinıe tamen 
„junctis, compositam, haec catena in mammt 
„lum classe demonstranda quaeritur,® Groninga® 
1818. 4. Gekrönte Preisschrift. — Die deut 


239 


Sein Andenken lebt fort in den Herzen derFreun- 
de, und der Gedauke an den Feucreifer für die Er- 
weiterung der Naturkunde, der ihn beseelte, und 
der, von ilım ausgehend, sich Andern unwidersteh- 
lich mitiheilte, soll ihm in den Früchten ihrer uner- 
müdlichen Nacheiferung zum Denkslein werden, 
Kaum hatten wir unsern Lesern den letzten Brief 
des Verstorbenen, der der schönste Zug seiner be- 
geisterlen Thätigkeit ist, frendig mitgetheilt, als die 
Todespost folgte, nur gemildert durch das Mitge- 
fühl eines Freundes, das sich zugleich mit dersel= 
ben aussprach. Es sey, wie die ersten Thränen auf 
das Grab des Verstorbenen hier ausgegossen, mit 
den eigenen Wortien des tiefbeweglen Briefs, Herr 
de Haan schreibt aus Leyden unter dem 25. Febr.: 

„Ihr Bruder wird den Brief von Tiukl empfan- 

„gen haben, den ich ihm über Lüttich zuschickte, 

„Er war noch so rüstig, so voll’ Eifer, als er 

„diesen Brief schrieb! Ex hatte in den andert- 

„halb Jahren, seiidem er abgereist war, so viel 


schen Fledermäuse, in den neuen. Annalen 
der Wetterauer Gesellschaft, 1. u. 2. Heft; auch 
einzeln von dem Verfasser vertheilt, mit 2 Ru« 
pfertafeln. Hanau 1817. — Beiträge zur Zoo 
logie und vergleichenden Anatomie 
Mit Abbildungen, gezeichnet vom Verfasser. 
Frankf, a, M. 18%. 151. u, 212. S. 4. mit 7 Ku- 
pfertafeln, — Conspectus Psyttacorum 
etc, in Noy. Act, Acad. C. L, E. Natur. Curios, 
Vol, X, P.ı, 1820. mit 3 Kupfertafeln. Vermuthlielk 
sind uns noch mehrere Aufsätze des Verstorbes 
men, die in’ dieser Zeit erschienen, entgangen. 


N 


! 


240° 


* „Wichtiges entdeckt und gearbeitet für alle 
„Zweige der Naturgeschichte! Die Gegend um 

‘ „Buitenzorg herum war ganz von ihm und sei- 
- „nein Begleiter durchsucht worden. Diese Zeit 
„ist schon vorüber. Die Erde hält ilın in ihrem 
„Schoofs. Die Cholera, die in Java so lange ge- 
„wüthet hatte, hatte ihn lange geschont; endlich 
„wurde er aber doch von ihr überfallen, und 
„das Ende der Krankheit war der Tod. Ach, 
„er ist gestorben, dieser überall so geehrte junge 
‚Mann! Welch ein Verlust für die Wissen- 
- „schaften! Welch ein Verlust für seine Freunde! 
„Welch ein Verlust für unsere‘ Museen! Liese 
„schreckliche Nachricht ist in den letzten Tagen 

: „bei unserm Ministerium ‚eingetroffen Am ı6. 
„September hatte ihn Java unter den Todien“ 
Wir wollen diese Laute der Empfindung, die 


wir innig theilen, nicht mit Worteu überläuben. 


Gott gebe Trost den Seiuen, 
Bonn den ı. März ı8a2. 
L. G..u. Fr. Nees von Esenbeck. 


V. Anfrage 

In einem Buche betitelt: Der grofse Helve- 
tische Bund durch David Funken, Kunst- und Buch- 
händler in Nürnberg (s. a.) in 12°, heifst. es 8. 276. 
bey Neuenburg (Neuchatel) „die Stadt liegt an dem 
„sehr fischreichen See, der von der Stadt den 
„Namen führt, und wächst in "der umliegenden 
„Gegend der See-Leim, so denen Bernern und $0- 
„lothurnern wohl bekannt. “— Was ist das für 
eine Pilanze? 


Y 
1 


{ 


Flora 2 


:, oder \ KyEer Teen) 
Botanische Zeicung 


Neo. is, Regenebaigi"ah 58. "Apil 2 


oa Safe et eating Sadoilatovran ah Far 
a nersretAt, eite dar: 
Nenmbindiseltene&ewächse; vontikil. Sieber. 

. Eryngium‘ Hicrodephaltim Shr. 


v 
una god 


Es Koliis vadicalibusi = == caukiaik pinnati . 


i  Adasspalmatis sessilibus,...caule strieiägpaniehlate; 
‚ramis adpressis subdichptoing:- zaimasisr infvalurellis 


pentaphyliis, capitulis: foiiimis 15 ap: floriıs”; 
- Hab, prope. Salonam in Dalmatigus.Eloxet In- 
nio, . Julio, POT UEEE FIRE 
Von dieser seltenen Pflanze: ‚fand sich sawter 
den Dalmatiner - Gewächserni bei einer «ganz, neuen 


‚Art von.Ononis ein einziges Exemplär-vor,'es ist 


aber. so ausgezeichnet,- dafs es ohnetalleı Gegen- 
streit eine sehr bestimmte neue Art ausmechtr-. Es 
steht mitten inne zwischen 'E. creticum. und..ame- 
thystinum, welche beide. gleichfalls ‚unter den ge- . 
nannten - Pflanzen yarkommen, und ‚untersoheidei 
sich von beiden durch den’ doppelt so kohen Sten- 
gel, die angepxelste verlängerte Blüthenrispe, und 
durch die ausserordentlich kleinen Blüthenköpf- 
chen, deren gröfste kaum .so groß als eine Erbse 
sind, und dennoch vollkommen entwickelte Blüthen 


Q 


242 A > 

. 33. 0* . . 

besitzen. Die Hüllblätichen sind linienförmig und 

so wie die übrigen Blüthentheile lasurblau ge- 

erg Die, Wurzelblätter waren nicht vorbandeng 
PR Clinopodium' plumosum Shbr.” 

c. eapitulis cymosis, bracteis linearibus plumoso- 
ciliatis;: foliis pilosis dentatis, ‚caule subramoso. 

. Hab, prope Spalatrg..— in Dalmalia, .... .. 

Von den gewöhnlichen unterscheidet es sich 
durch stärkeren ‚Bau, lang "ud! weilsbehaarte Blät- 
ter, und die Vederarlig'gewiniderten Nebenblätter. 

‚de Gytisya namentaceus Sbr, 

C. racemis ovatis ebracteatis, calycibus. trißdis 
oblusis villedersericeis; - foliis.ternatis inaequdlibus, 
tolidlisi:ehhjpticis. obtusier attenmatis, vamentis paii- 
stentibirs.lignosis bicomibus.: ' : ben 

Hab. 'prope -Bocche di Cattaro in  Dalmatia, - 

- Die: Stengel dieses Strauches sind linienförmig 
gestreift, die Zweige einfach, an den Eıiden mit nur 
eirfacherr:Blütsöntrauben versehen. Die Blatt und 
Blumenstiele sind fein behaart; ‚die Seitenblättchen 
gewöhultch:3: mal: kleiner, als: das Mittelblakt, fast 
ganurandig! u Die Blättchen gelblich, etwas gestielt, 
Hälseh’ waren nicht worhanden ; die. Aufschlag- 
schuppd:ögekti: unmittelbar in die hervorstehende 
Rinde über initzt Beat‘ auf, ist schwarz, holzig, ge” 
spaltet, und: daher unten zusammen gewachsen, die 
Fäden derselben hackenförmig und zugespitzt, : Diese 
Pilanze steht mitten zwischeu:Ey trillorus und biflorus 

4, Allium cireinnatum Sbr 
A, pusillum pilosum, foliis linearibus subcanal- 
enlatis circinnalibus pilosis, caule nudo mubquadri- 


243 


doro; petalis ohne, = staminibus simpligikus; stylo 


subulato, Zee ER TPEReE| 
. Hab, in aprieis saxosie maritime, Capitig; Yalc- 
ca in Creta, floret Fehr. Marl, =, na! Bus: 


"Ein ‚niedliches Gewächs,. welches, par im, rs 
sten Augenblicke etwa, fir ein_Antbaricnm; oder 


‚Oxnithogalum ‚bäl, ao „bsagtat itleing unhe- 


graste ‚Plätzchen, und, ‚gatzlickinden, Finder, durch 

die auf einge. äusserst manigfaltige . ‚zierliche,. „Weise 

aul-- ‚und niedergerollten, ‚Blätter, die, ogii, Teingp 

weißsen Haaren, besetzt: sind. Ende, März, Agt..es 
schon yerblüht. en 
di ‚beontodon daedaleum, Sbr. Bu 

L squamis calycinis omnibus Ratgnjbug, Unen- 

si - lanceolatis, scapo abbreviato, foliis glabris run 

einnato »pinnatis, pinnk: runcinnatit- ‚Pöntörtuplica- 


+ 


tis inaequalibus, - - De En 
Hab, in pasenis 'montosis in omni Erotae caAmpo 


Cydoniensi, Martio, Apr. ' 

"Jet mit DL; Taraxacum verwandt, der Schaft 
wird ‘aber’ selbst nach 'der Blüthe nicht ‘verlängert, 
und die schmalen und vielen Kelchsehuppen’ geben 
dieser Pilanze ein eben so besonderes Aussehen, als 
die untereinander völlig verworrenen Blätter.’ Sie 
kömmt mit der Apargia tuberosa auf. Hügeln am'Ge- - 
stade bei Usnea vor, landeinwärts findet sie sick nicht, 

‘;@ Orchis Lindakeri Sba, 

O. bulbis ihdivisis, scapo quadriflero, foliis 
ovatis, kabio-.corollae subrotundo integerrimo, peta- 
lis .conniventibus obtusig;- salyeinis Zoliolis- paismiis 
simis obtusis, coran, crasso germine_ huaviause: am 


O2 


24a 


Hab, in saxosis: montosis ad M. Rhodapen (m 


Spada) in Creta, flor, Aprili. 


Aa \ikänthümliche kaum spannenhohe Pflanze; 
sie verdiente den Namen Orchis simplex; die einfa- 
che slig' besitzt höchstens 3 Blüthen, und das Label- 
Yun fr däs einfachste'äller Örchideen,: blos-eylörmig 
zund' 'olild älle 'Kerben oder Einschnitte, - Die Detk- 
blätter' sind 'nlit den schmutzig violetten Bllithen 


von gleicher Länge, die Lippen hingegen pürptr- 


roth;: d4"Horn dick ufld'beinake nur halb so lang 
le Bertthlichtknoten." 'Ich” habe diese Pflänze H. 
H. D, M. Presl in Prag zur ausführlichen Besehrei- 
bung, für ibr treiliches Weik, „Deliciae pra- 
geibes®‘ nitgetheilt, rn 
Fa: Phlomis mierophylia. Sbr,. 
Tournefort führt in seiner Reise Ay. AWie 
schen, Retting und Candia habe er vor Daphnedes 
eine eigene Art Phlomis ‚gefunden, welche .nir- 
gende: weiter vorkomme, und nennt sie: Phlomis 
oretiea fraticosa, folio, gubrotundo, Hlore Intep. ı0p- 
zoll,,10,Linne beschreibt ‚die. Phlomis. frutjoga! 
#olüs ‚ayhrotundis, camle. feuticoso, ‚und. versteht 
Sliese ‚Doummefortische Pflanze darunter, : Fir jeden 
Fall ‚bis: dieser Streit ‚durch das Linneische Her- 
bax entschieden ist, bleibt des Name: Phlomis 
mierophylla,. den ich.dieser Pilanze im, Herbarium 
florae creticae gegeben, habe; unverändert.  ) 
Diese: seltene Pilanzej welche strauchartig. und 
5-—4 Fufs hoch ist, 'kömmt in Tenore?!s Prodio- 
mus florae neapolitanae nicht von . - 


— og 


aud. 


«Die D,E Med, Dr. Piresl beschreiben. in ih- 
'rem Werke: „Deliciae pragenses® eine Phlomis,. 
parvifolia, welche in Calabrien vorkommt,. gänz- 
lich mit meiner P, microphylla übereinstimmt, nux. 
sich in diesem unterscheidet, dafs sie. (die B. parvi-, 
Tolig) bipfs ‚spannhoch ist; da bei diesex Pilanze 
persönlichen. Beistimmung der "AH. Verigsser, die, 
Phlomis, ‚parvifolia von der miorophylla. Pair, 

"drum "strepsiceros Sbr ERRFREE 
Ein veisender ‚Arzt, welcher lange Zeit in, der, 

Levante ,g ‚gewesen war, suchte mich in Prag auf,, und, 
theilte mir von einem. höchst eigenthümlichen Ge 
wächse eine schr, interessante Nachricht mit. „Öb- 
wohl seine ‚Pöschrefbing" Populär "war, 80 wär sie 
mit Hüfte“ einer nicht un ndeütlichen- ‚Zeichnung voll- 
kommen hiiiretchend, dieses Gewächs für eine Art! 
von Aronwürz zu 'eiklären. ‘Die Wurzel”ist' Käse- 
förntiß ; vägt einen Schaft und mehrere: ausi'detsel- 
ber unmiltelbar entspringende Blätter. "Ihre Gestalt: 
ist RATE Imerkwüirdig: sie sind 3lappig, am Grunde‘ 
herzförmig, der mittlere Lappen zugerundet und 
scharf. gerähnt, beiderseits, mit einer Bucht, welche. 
Ihra ein herzförmiges Ansehen giebt, versehen... Die 
Seiteplappen sind aehr lang, spiralförmig gedreht, an: 
der äussern Seite gekerbt gezähut, an.der innern.$ei-. 
teabey,, welche ‚heinahe in, eine Sänle sieh verdipkt: 
und ıqur eime geringe Wintlung. ‚besitzt, ganzıandig., 
Anfreeht gehalten, zeit ‚eine Kleine Exbse, win 
fürmig. auf ‚den „mätfleiim Lappen. hexah, ‚Ebay; ;20 


346: 


ber werkehrt spiralförmig ist: der Blattlappe” der 
gegenüherstehenden Seite. Das'Blatt ist etwas ilä- 
schig, duäikelgrün, lichter und etwas geröthet an 
der Unterseite; solcher Blätter entspringen 3— 4 
aus einer! Wurzel. i Ze 


"Die Düte oder Blume ist sehr Heischig, chen 
zugespitzt; mit, ihrem Kolben verbirgt sie sich halb 
unter‘ die Erde. Innerhalb- ist sie blutroth u Weile 
gelb von Färbe aber auswendig. Selten entsprihptn 
zwei Schäfte aus einer Wurzel, Die ‚Stellung “det 
Befruchtungswerkzeuge Besehrieb der Reisende, ‚sehr 
-geniau, diels entschied auch si" die Gattung, ft der 
Bemerkung dafs der Saft einen äusserst bireniterideh 
unauslöschlichen Geschmack äussere, Bu 


Da es nun ausser allem Zweifel ein Arum ist, 
so kann seine Diagnose einstweilen, bis diese äungenst 
merkwürdige Pflanze ein Botaniker am Libanon, Ain- 
det,.gnd näher beschreibt, folgender Gestalt gelien, 


. „drum. foliis cordatis trilpbia 3 lobo üntermeiio 


tortis, erlerne erenatis acuminalis; spadiee hypagaeo. 


"ı Diede Pflanze fand der reisende Arzt "in Synen 
aut ‘dem. ‚Wege zwischen Bayrut und Damasous 
Wenn Bir -am Bten "Tage hinter Bayrut- naeh der 
Passage den. Gebürgs auf die Fläche herabsteißt; #0 
findet sich eine lange Stretke von Wiesen ‚und 
Feldban; Nach 3 Stunden‘ Köhihit man an ein klei“ 


nes Städtöhen. - ‚Nördhiek gegen Tripoh’ vergätgt | 


man ein Thal, in welchem’däs erste Dorf sin? Me- 
zoniten' Kloster am Filfse der hohen Gebilrget'be- 


| 


247 


sitzt, in dessen Hainen und Gärten diese seltene: 
Pflanze im Monate Mai zu blühen beginnt. 


"Auf: diese äusserst interessante Pflanze wurde 
er.von den Einwohnern aufmerksam gemacht; und 
seine Erzählungen zeugen von ihrer unzweidenti. 
gen Existenz, so dal® es sich für einen anwesen- 
den Botaniker in (der Folge der -Müke lohnte, diese 
unvollständig beschriebenen Pflanze im’ ‚Wieser Ge« 
gend aufzusuchen. . 

9. Arbutus Andrachne ist vom A. integri- 
folia am Ida in gar nichts verschieden, letztere da-. 
her als Synonym des erstern anzuführen. u 

10, Rosa glutinosa Sm. steht zwischen » zu- 
biginosa und villosa mitten inne, 2. 


11. Phyteume Jaoquini Shr 

P. floribus capitato-comosis, pedunculis hracteo- 
lstis approximatis, laciniis calycinis brevissimis ob- 
tusis, foliis ovatis serrulatis, inferioribus cımeatis, 
caule folieso simplici herbaceo, zadice perenni 
exserta. 

Hab, in saxogis praeruptis ad summ, M, Ida et 
Sphakiottorum in Creta, _ 

Die Wurzeln hängen in den Kalkfelsenritzen in 
siner Höhe von 6 — 700 Toisen über dem Meere, 
Aus diesem holzigen Wurzelstocke entspringen melı- 
rere stark beblätierte Stengel, Die Blätter nehmen 
vor; der Mitte nach unten und oben an Grölse ab, 
sind: eyfürmig fast aufsitzend, gekenkt und stumpf, 
Die Aftexdolde ist. vielblütkig, mit Nebanhlättern' 
versehen, die Blüthen blelsblau, Sie Ant ewat im 


248 


September ir: die Blüthe- und währt bis in den No- 
vember fört. uch 

Eine, eigegthümliche: Pllanze, welche ichy.dem 
‚Hrn. Baron Jacquin an Ehren benannte. 

12. Colchieum pusillum Sbr, 

C, floribus ternis quaternisve minutissimis, lar 
einiis lineari-subulatis, foliis flaccidis canalicnlatz 
coexistentibus, capsulis cernuis, 

Eine sehr interessante Pflanze, weil sie von 
dem gewöbnlichen Charakter der Colchica abzu- 
weichen scheint. Man trifft sie am Cap Meleca. im 
Kreta auf dürren trocknen Stellen; sie blüht im 
Oktober, 

13, Asperula Tourn efortii Sbr. 

Smith im Prod. Borae graecae führt bei Aspe- 
rula lutea Tourneforts treliche Beschreibung 
als Synonym, fälschlich an. Die Tournefortische 
Pllanze sammelte Sibthorp auf Kreta nicht, 
Dem Tournefort gehört daher diese Pflanse 3%, 
wefshalb ich solche auch nach ihm benannte, - A 
lein schon Barrelier nannte sie Rubeola oretioa 
saxatilis,. Folid erasso incano., etc, und bildete sie, 
jedoch ohne Blüthen ab, wefshalb sie dem Touwm 
nefort zugeeigmet werden mußs, der ihre Blü- 
the kannte: ' 

Il Correspondenz 
(Herrn Siebers Reisen betreffend.) 

Herr Sieber hat seine Reise nach Ostindien 
am ı3. März angelreten; -er reiset über Dresden, 
Leipzig, Nürnberg: und Karlsruhe, dann durch die 
Schweiz nach Marseille, wo er sich nach. Isle de 


249 


France einschift, um seine beiden Gefährten Hil- 
senberg und Bojer, welche bereits seit einem 
dahr daselbst beschäftigt sind, zu besuchen, Nach- _ 
dem Isle. de France (auch wohl die Insel Mauritius 
genannt) durchsucht worden, wird er einen min- 
der ungesänden- Theil von -Madagescar wählen, um 
mit einem andern Begleiter, eisom Gägtner; Hensel 
ben zu hereisem  Hilsenberg und: Bofer be- 
schäftigen- sich indessen auf der überaus reichen . 
und dorch Bory de St, Vincent in botanischer 
Hinsicht berühmt gewordenen Insel Bourbon. End. 
lich werden alle Schätze vereinigt und nach dem 
Kap gebracht. 

Hier vereinigen sich nun: such abermal die 
. Kräfte aller vier Botaniker, 'kım. an ebeu -s0 viek 
entgegengesetzien! Prnkten:isio der kapischen Flora 
kräftig zu: bemeisters. Die Sammlungen werden 
nun zusammen nach Europa gesendet, Hilsen- 
berg bleibt‘ am Kap zurück, indem Bojer nach 
Europe abreikt, Hr, Sieber aber seine Reise nach 
Ceylon und Beugalen mit seinem Begleiter fortsetzt. 

Dafs dieser wohl überdachte, die Privatkräfie 
eines einzelnen :Mannes fast übersteigende Unter- 
nehmung manchen Abänderungen unterworfen soyrk 
werde, ist bei den mencherlei Umständen wahr« 
scheinlich, in der Hauptsache wird sie aber wohl 
ungeändert bleiben, da Hr. Hilsenberg und 
Bojer bereits den 3, Julitw. d. daselbst glücklich 
angekonffaen: sind. Vieles läßt sich. von dieses 
wohlberechneten Unternelmtng - er wakten fi ton 
Kosten nicht äudinge ind, | m late. 


abo 


” Die literarische Welt: Kann eines günstigen Aug- 
genges lim sp gewisser 'seyn, als gegenwärtige Un. 
' ternehmungian der Person des hochgeachteten Gra- 
fen, Vincenz von. Kaunitz einen grofsmüthigen 
Unterstützer gefunden hat, und durch seine; fast 


ausschließliche Theilnahme die ungestörte Beendi» 


gung dieser für Hrn, Sieber allzu energisch em 
griffenen Unternehmung für jeden Fall garantirt 
Sein Wuusch betrifft blos. lebende Gewächse und 
Sämereyen, alle übrigen Gegenstände, bleiben mit 
grofsmüthiger . Verzichtleistung das Higentium der 
Reisenden. :, ” 

Sogar der von Martinique a avıa Amerika Zi. 
rückgekehrte Gärtner Franz Kohaut, welcher das 
unlängst erschienene Herbarium florae martinicensis 
gesammelt hat, ist so 'ben durch Regensburg mit 
einem Gefährten. auf Kosten des Hrn. Sieber 9 
zeiset, und schifft sioh in Marseille mach dem $e- 
negal ein, Dort hält er sich ein halb Jahr, eben 
: zo Jange in Sierva Leona. und zu Oware und. Benin 
auf, wohin er Empfehlungsschreiben besitzt, Von 
da geht er mit frauzösischen Schiffen nach Cayenne 
und . Surinam und kehrt von: Paramaribo äber 
Amsterdam und. Hamburg auf der Elbe binnen dvsi 
Jahren wieder nach'Prag zurück. Fallen alle diese 
Entreprisen glüsklich aus, ‘so wird Prag ein Stapel 
platz der seltensten-Nairalien, Die Herbarien der 
Floren, welche itzt ereaheinen sellen ‚sind zwöl- 
fe! die Flora miauritiana ist bereits unter Wegs und 
erscheint schon diesen Sommer.‘ ... .'. 

Wie übrigens’ Hr. Sieh.er, bei den uns be- 

- \ 


ebı 


wußsten Verkürzungen sich an solche ausgebrei- 
tete Plane wagt, verdiente im Falle des Gelingens 
eine öffentliche Mittheilung von seiner Seite. _ Wir 

hoffen, dafs ihm und seinen Gefährten das Glück 

. auch diefsmal begünstigen werde, da sich die Berliner 
Museen und die Person des wissenschaftliebenden 
Grafen von.Ksunitz, auf eihe!.so ausgezeichnete 
Art, um die" Durchführung: dieser Veranstaltungen 
lebhaft'inter&ssiren, 

.Präg im März. 1822. 
I Botanische Notizen 

(Aufbewahrung der Gewächse gegen Verheerung 

der Insekten, ) 

Es wird den Lesern der Flora vielleicht. nicht 
unangenehm :seyn, went ich sie: mit ineiner Me» 
thode bekanıtt mäche, welche den. Verheerungen so 
üie Insekten in den Herbarien anrichten, Gränzen 

‚setzt. Nachdem ich Sublimat — selbst Arsenik- 
Auflösung vergebens bei meinen Flechten, welche 
auf Rinde und faulem Holse sitzen, angewendet 

E halte, versuchte ich einen Qyiassiaabsud. Ich lege 
&ie Rinde oder Hols, worauf die Flechten befind.. 
lich, gleich. nach dem Einsammeln in eine Schaale, 
gielse so Viel Quassiaabsud, ohne die Flechte damit 
%u befkuchten: zu, als eben die Rinde einsaugen 

kann, ui dürch und’ durch feucht zu werden. Bei 

Pilzsammlungen thut es ebenfalls vortrefliche 
Diensteit. Ich-machte nämlich Versuche bei denen 
die bereite mit Arsenik - Auilösung getränkt,; nad 
wieder apHakt" worden waren, ' Seit: der Aweh- 
dung von Oudssiadeooet'bleiben sie nıkk Keil meli« 


v 


aba 


ern Jahren "unberührt.  - .‚Gelrocknete seltene 


Phanerogamen behandle ich auf folgende Art. Ich 


lege die Pllanze auf mit Quassiadecoct 'vermittelst 
eines gewöhnlichen Schwammes getränktes Lösch« 
papier, lege ein einfaches Blalt auf die Pflanze, und 
" befeuchte es, so weit die, Pflanze reicht, . ebenfall; 
beschwere es leicht, lasse .es 4-— 6 Stunden liegen, 
bis ich bemerke, dals die_Pflanze, .durchaus- feucht 
ist, und trockne 'sie wied er, wie eine frische Pflanze, 

Frische Pflanzen bei denen es angeht, m. B. 
Scheiben .Pilanzen,Distel;Arten u, dgl. dürfen nur 


in Onassia-Absud getaucht und zwischen. Löschpa: 


pier wieder Luft trocken gemacht werden. Einen 
Absud .von 2 Quentel fein. geraspelter Quassig mit 
16 Unzen Wasser bis, auf..die Hälfte. eingekoeht, 
habe iclı das ganze Jahr über vorräthig, Im vera 
flossenen Jahr habe.ich mir atarkes Bruckpapiet 
fürs Herbarium angeschafft und mit, Quassia- Ahaud 


auf folgende Art: behandelt: . Acht -Unzen. Quassig 


werden zweimal,. jedesmal mit. vier. Maas. Wasser 


bis zur Hälfte eingekocht. In der geseiheten durch 


Ablagern, wohl abgeklärten Flüfsigkeit ‚werden it 
einer kupfernen oder erdenen Pfanne acht. Unzey 


Alaun aufgelöst und in Krüge. gefüllt, ‚Die Menge 


von 4 Maas Klüfsigkeit oder 64 Unzen, isk.-für ein 
Ries Papier gr. Fowmat hinreichend, . Jeder Bogen 
wird nun. wie er doppelt zusammen „gelegt ist, ‚anf 
der obexn Seite vermittelst eifes rein ausgewasche+ 


nen Seeschwamms. durchaus. mit. dem vorberekleiat 


Absud.befenchtet, ein zweiter aufgelegt. und. so.Tork 
wie bei dem exsien, verfahren. .v. Sohald man auf 


253 


hört, legt mal din, Brett darauf, beschwert es wid läfst. 
es über Nacht stehen, damit. sich die Feuchtigkeit 
durchaus gleichförmig einziehe: Des andern "Tags 
legt man 4-— 6 Bogen des befeuchteten Papiers Lagen- 
‚weise zwischen.trockenes' Lüschpapier, wechselt so 
jeden 'Tag.und verfäbrt &brigens: damit wie beim . 
Pllanzen- trocknen; : bis : dag. Irunht gewesene- Papier 
so viel.-Fasbikkeit: erkaltiizı hat, dafs keine. Fallen 
mehr zuw:befürähten: sind. ..Man läfst es jetzt.in der 
‚Luft! oder ‚besser aufı dem Bäckerofen gänzlich aus- 
trocknen, ... Es: ist..nicht au’fürchten, dafs, wenn 
ınan. nur zeinlich verfährt,..das Papier befleckt oder 
verunstaltet "werde.  :Die Erfahrung bei meinen 
Flechten berechtigt wich auch: hier zur‘ Hoffnung 
des glücklichsten Erfolgs.» 

Wiesloch, «©: Wien N Möncklin 

W-Ankündigung 
einer Sammlung deutscher Flechten von Dr. Ernst 
Meyer. der Medizin zu Göttingen. 

Es ist in der That auffallend, wie sehr die Flech- 
tenkunde ini Verhältnifs zur Mooskunde, vernach- 
lässigt wird; und doch sollte man glauben, dafs 
eine Pflanzenfamilie, welche vorzugsweise den Phyx 
siologen und Geographen wichlig ist, gerade zu uns 
serer Zeit,ein allgemeineres Interesse erregen mülste, 
Iıre ich nicht, so liegt der Grund dieser Erscheis 
nung weniger :in der Schwierigkeit des ‚Studinme 
der Flechten an sich, — den dieses würde nur mehr 
dazu anfeuern, — als in der Beschaffenheit der 
vorhandenen Hülfsmittel. Nirgends zeigt sich deut= 
licher ala kier der Nachtheil nicht nur zu ‚früh auf» 


\ 


‘054 


gestellter,. und daher wiedernatüülicher Systeme, als 


‚auch zu feiner, und daher ins Unbestimmte zerflies- 
sender. Unterscheidung der Formen, Zwar sehen 
wir ‚jetst von mehren Seiten vielversprecherndeh 
Werken für die Flechtenkunde entgegen;: sollen s® 
aber in einem ausgedehutern Kreise Einfluß. gewin- 
nen, 'so mülsen die Objekte,. auf. welche sie sich 
beziehen werden, wenigstens zum ‚Theil schon im 
Voraus allgemeiner bekannt seyn, .als..es bisher der 
Fall war, Aus diesenrdGesiohtspunkt bitte ich die 
Fleehtensammlung; welohe:ich hiermit zu Kauf und 


Tausch ‚anbiete, su betrachten. - Elörke’s klasst 
sche Sammlung würde auch diesem Zwecke voll 


kommen entsprechen, wenn "sie nicht theils zu kost- 
bar, theils schon zu weit vorgerückt wäre, um i# 
die Hände recht vieler Botaniker zu gelangen, Eine 
wohlfeilere Sammlung in grolsen gewählten Exem- 
plaren, nach Art der Schleicherschen, darf sich da 
her neben jener wohl eine günstige Aufnahme 
versprechen, 

Und keine Gegend eignet sich. vielleicht besset, 
zu diesem Unternehmen, als die Umgegend des Har- 
zes. Die meisten Arten werde ich genau von den» 
selben Standorten liefern können, an denen schon 
Weis, Weber, Ehrhart, Hoffmann, Viersoom 
Schrader, Bernhardi, u,a, sie beobachteten und 


sammelten. Auch. beritze ich von vielen Arten 


entweder selbst Originalexemplare jener Männer; 
oder hatte doch Gelegenheit, solche au sehen und 
mit andern von Acharius zu vergleichen. Hier 


durch bin ich in den Stand gesetzt, meiner Samın- 


255 


lung, wiewohl sie zunächst für Anfänger bestimmt 
ist, zugleich einen. höhern wissehschaftlichen: Wertk 
zu ertheiley — ©: har oe - 
Sobald die dringendsten Kosten der’ Heraus- 
gabe dıirch eine'mälsige Anzahl‘ von Subsotibenten 
gedeckt seyn werden, ' sollen die’ Flechten in mögt 
lichst schnell aufeinander folgenden -Deeaden: ort 
scheinen. Jede ‚Ast! wird nit: NeimmtailNedmen, 
und denjenigeh’Sjnonymen, deren Richtigkeit ich 
verbürgen: Wahn, so ‘wie mi® genauer Angabe des 
Wohnorts versehen werden; "So weit es thunlich 
ist, ’soll' Atharii' Synopsis‘ methodica Lichenum, 
1814, als. der neneste Versuch, einer allgemeinen 
Aufzählung der. Flechten, zum Gunnde gelegt werden; 
Der Kaufpreis für die’ ‚Srste halbe. Centurre] 
welche ich in. der Mitte, lee Sommers Hefern ay 
können gedanke, ist ı Dukaten Gold, Für. diesen 
Preis wird”die Sammlung auch in Leipzig, Regens- 
burg. und an mehrern künftig anzugebenden Orten zu 
haben seyn.‘ Sehr gern werde ich auch Flechten 
gegen Flechten austauschen, zumal gegen solche, 
welche ind! nördlichen Deutschland selten oder gan 
nicht vorkommen, undin solcher Anzahl der Exem- 
plare von einzelnen Arten, dal ich davon für meine 
Sammlung Gebrauch machen kann, Schließlich 
wage ich noch die Bitte an alle Botaniker, mit 
denen ich in Verbindung zu stehen die Ehre habe, 
und unter-ihnen namentlich an 
Herrn Professor Hornschuch in Greifswald. 
on — . Reichenbach in Dresden... 
m Hoppe in Regensburg, 


PT 0 


„Herrn Präsident, Naes v,.Esenbeck.in Bang 
;, 7, Medizinalrath Ziz in Mainz. .. an 
— Professor Brunner im Bern. oroys 
ed en 0 Seringe in Gent, . : 
dafs. sie durch. Anuahme von Subscription may 
‚ Unternehmen geneigt, Au. befördern. ‚mix nicht, ver 


‘sagen. wollen, , -. Fe! 

Göttingen. den 1, "März 1800, mb nat 
wohin" vu. ‚Erust ‚Meye: Ryan. ZW 
2ua.n Doktor dem Medizin a Rriyatdomet 
een ne Neara gene one 


, ‚ (Botanisch - ‚orthographische üher, den tauschen 
Mn von Filix.) . 

‘Als älere' Behiker noch keins K&hninil von 
Eike arboreae! hatten, unterschieden. sie durch. die 
Benennung ‚Farrenkraut, eine Filix binlänglich, von 
einem Farren, dem Thiere, Jetzt scheint hier an 
eine bessere Unterscheidung eintreten Zu‘ mülsEh 
da das Wort Kraut wegfällt, und. nun (die Bobs 
ker ganz unübereinstinimend Farn, Faro, F Bann 
schreiben. Adelung und Campe haben Farı- 
kraut und verwerfen Farrenkraut. ® Englisch Te, 
Farre, plur, Farreii, ein bekanntes vierfülsiges Thien 
Die Botaniker erlauben sich zur Bezeichnung, AM 
Pflanze, wie gesagt, das Wort Farren oder nahen 

-(Plar.?) das die Wörterbücher gar nicht I en. 
Wäre es nicht eine zweckmälsige Neuerung, gleioh- 
förmig im Singular: der Farn, und im :Plural: die 
Farne, ein für allemal anzunehmen ? oder wäre 
es noch besser, das Wort als nentrum zu gebrau- 
chen? — In Niedersachsen, wo man auf richtige 
Aussprache viel mehr Rücksicht nimmt, als in Ober- 
sachsen, hört man durchgängig das Wort Fahreu- 
oder Faarnkraut, um es dadurch schon in der Aus 
sprache von Farre, dem Thier, zu unterscheidet. 
Auch Kirsch schreibt : Waldfahren. Wäre es da- 
her wohl zweckmälsig das h mit einzuschalten ? 


Flora 


oder 


Botanische Zeitung 


Nro. ı7. Regensburg, am 7. Mai 1822. ‘ 


„u Reiseberichte 


De winter hat denn endlich meine immer- 
währenden Reisen und Exkursionen eingestellt, und 
gönnt mir Mulse, um theils meine Beute zu ordnen, 
theils meine. entfernten Freunde an: mich zu erin- _ 

‚nern. Ich habe Ende März vergangenen Jahıs Wien 
verlalsen, und bin sehr schnell nach Mailand ge« 
xeist, doch hatte ich so viel Zeit bei Tarvis den 
Crocu s albillorus, bei Gemona Saxifraga hurseriana 
zu pflücken, Dem ganzen April und Mäi nahm mich 
Mars in Anspruch und ich konnte nur so hie und 
da in den Umgebüngen von Allessandriaund an den 

'Füfsen der Bochettä Floren einen Fröhlings Straufs 
‚entreilsen; Mittler Weile aber sandte ich Herrn 
Braun, der mir von Klagenfurt aus gefolgt war; 
nach Genue, : Die Ausbeute die er gemacht, enthält 
die Beilage A. Einde Mai’s besuchte ich Pavia, wo 
ich an Hrn. Prof, Moretti einen sehr eifrigen Be-. 
förderer. unserer Botanik, einen ziemlich reichen 
Garten, utid manches interessante Pflänzchen in den 
Umgegend.fänd, Von da gierig es nach Parma, wo. 
ich-Hra, Jan im Sammeln und Ordnen begeiffen, 


R 


958 


fand. In Modena traf ich Hrn, Brignoli mit der 
Anlage des kleinen aber recht arligen Gartens bes 
'schäftigt, sein Herbarium hatte etwas gelitten. lelı 
gieng inuh über die Apeninnen, die ich. batanisir 
xend durchzog, Den 3. Jun, war ich auf dem 


noch ganz mit Schnee bedeckten monte Cimone, Üe- . 


 berraschend ist der Uebertritt von der nördlichen 


Seite dieses Italien theilenden Gebürges in die süd«" 


liche. Die ganze Vegetation ist verändert, und 
wenn man gegen Pistoja herab kömmt, findet man 
sich umringt mit südlichern Pflanzen; Campanula 
medium.an allen Felsen hieng mir ihre prachtvelle 
Glocken in den Wagen. . In Lucca war ich länge- 
re Zeit. um die reiche Umgegend zu untersuchen; 
am interessantesten fand ich die kalkigten Hügel 
gegen.die Bäder von Pisa. Einen reichen Genuls 


gewährte mir am letzten Orte die Bekanntschaft 


des Hrn, Prof, Savi, der in einem der schönsten 
botanischen Gärten, die. ich, ausgenommen Paris, 
: kenne, der Flora auch würdig huldigt; seine Lieb» 
lings- Familie die Trifolien, standen eben sehr ge» 
pflegt in voller Blüthe. , Die Gegend um Pisa ist 
sehr botanisch interessant, eben so das Seeufer bis 
Livorno, wo ich manches Pflänzehen aus der Kre* 
tischen Fler fand, Ich wandte mich ‚jetzt immen 
“mehr sitdwärts, und glaube dals die noch so weniß 


untersuchten Abruzzos die reichsten Ausbeäten lie 


‚Tern würden. Endlich ‚mußte ich: mich. wieder 
nordwärts drehen. Anfangs. Juli kam ich in flo- 
renz an, wo ich an Hrn. Tarzony.- Tapetti. ei 
nen äusserst gefälligen Mann, aber Eloren eban nicht 


abg 


gehuldigt fand; es ist, als wenn das ewige Früh- 
jahr, das in diesen Gegenden herrscht, die Men« 
‚schen minder empfänglich für Natur und ihre Unter- 
suchung, machte. Zum zweitenmale’ übersetzte ich 
die Apeninnen, jetzt schon sehr’ von, der Sonne 
‚ausgebrannt, und fand den ersten ‚Sehatten ‚erst in 
dem. freundlichen Bologna ‚wieder. -Han® Professat 
Bertoloni wärkt und ıschafft da .ala..einer .der 
gründlichsten ‚tbätigsten Priester der Blumengöttin, 
und wir können grofses von ihm erwarten,. Zwär 
wendet er sein Auge ‚selbst über die Meere, aber 
vernachläfsigt defswegen nicht die heimische Flur, 
— ‘Sehr gestärkt und getrögtet .eilte ich, um 
meine Beute, die nebst einigen. mäneralogischen 
Sammlungen für 2 Postpferde schon. zusschwer ge- 
worden war, in Mailand abzuladen, : ;Naok' kurzer 
Rast gieng.ich nach Novarra, wo ich Hrn. Biroly, 
ehemals Professor der Botanik in Turin, kennen 
lernte. Er beschäftigt. sich mit Beschreibung. eini- 
ger neuen Phyteuma, einer Familie, die wirklich 
recht nothwendig einer Revision bedarf.— In Tu- 
rin wo damals eben Hr, Piottaz, Vorsteher des’ 
botanischen Gartens gestorben, war Herr Capelli 
Professor der Botanik. Den Garten fand ich sehr 
reich an Allions Pflanzen; auf der Superga und 
den Umgebungen Turins ward auch mancher 
Fund gemacht, und nun begab ich'mich längs dem 
Val d’Aosta an dem Fulse des monte Rosa an den 
Lago d’orta, ein viel zu wenig noch gekanntes Pa- 
vadies, dann über den Lago Maggiore zurück nach 
Mailand, Anfangs August untersuchte ich die Uma . 


Ra 


360 


‚ "gebung. von Como am See aufwärts bis in die Val- 
-seline, Destidg den B. August den höchst interessanten 
Monte Legnone von Calico aus, und kam über Leces 
:wieder nach Mailand zurück, Nur einen ‘Tag hielt 
-es mich in den heifsen Mauern, dann gieng ich nach 
!Varese und von dort an den Luganer See. Zu sehr 
hatte mich der so wenig gekannte Monte Rosa Im: 
'mer ‘angezogen, um jetzt wo er mir so nahe Ing, 
nicht meine Nengierde aufs höchste zu steigern. 

“Ich gieng nach Mailand zurück, dort mich mit 
Hälfsmitteln und Instrementen aller Art zu vers 


hen, umd. trat dann getrost meine Reise über Orts, 


Varallo und das Thal der Sessia an. Den 25. Au- 
gust um 5 Uhr Abends stand ich 12048 Pariser Fuß 
hoch: auf einer Zinne des Monte Rosa, noch im- 
“mer: hicht der höclısten, die ich aber nur um 5* 


‚400! höher halte. Die Luft war hier so fein, dal _ 


es mir mein Blnt nach den fingerspitzen, das 
Quecksilber aus der buxbaumenen Kapsel trieb, 
mein Puls schlug ı05 in einer Minute, 2 Grade 
noch ‚ober Null stand der Thermometer, Was ich 
‚auf meinem beschwerlichen Wege der Flora ent 
zissen, zeigt die Anlage B, was ich in mineralögl- 
scher Beziehung gesammelt, konnte ich nicht mit- 


fortbringen. In letzterer Beziehung halte ich den 
Monte Rosa noch weit interessanter, als in botani- | 
scher; seine Vegetation habe ich mit der von | 


Legnone viel übereinltimmend gefunden, Ich hatte 


lange Zeit zu thun, um mich von den wirklich über- 


menschlichen Fatiguen zu erholen, die eine solch® 
Reise nach sich zieht, dooh ist der Monte Rosa weit 


36%. 


leichter zu ersteigen als der Mont Blanc, ‚an, dem. 
ich mich vor mehreren Jahren. vergebens versuch- 
te 3.ungl. weit lohnendgr,in jeder Beziehung. Meine. 
kleine.BReise wird mit;alten Beobachtungen, die sie. 
veranlalste, in der Biblioteca italiana, sinem hiey, 
von Hrg..Acerbi yeigierten Jourmale,. erscheinen 
Ur. A, ist..durch seige. ‚Beige: nach, Bar Cap, Nardı 
bekannt, und ihm ‚vordanke, ich eine, a, Aonr. 
ländliacher. und norwegischer Origigal- Pflanfeyy, abe; 
Bulbecodium bulbosum, Ruhus argtieus, Dia-, 
pensia lapponica, Cornug suecica. ; Es jst auffal-, , 
lend, dafs Allion, der in seiner, Flovgı.pgdemon-, 
tana ganz Piemont upterspobte, keine einzige ‚Pilan-; , 
ze in der Nähe des Malite Bosa aufähri;- die, ganze. 
Gegend verdient einer noch. sehx ‚genaagp Upter-. 
suchung, indem. diessg Alpenatock. wirklich. ‚von, 
einer gang; eigenen Beschaffenheit ist. Ich. werde, 
meine Reise dahin diesen Sommer bestimmt wie-. 
derholen, wenn es meine übrigen Verhältnifse nur, 
immer gestatten. Für dieses vergangene Jahr war, 
die Ausflucht nach dem Monte Rosa meine letzte 
großse; die nähern Umgebungen Mailands. und die 


* Gärter von Desio, Monza, Affori, Cinisella und Lai-. 


nate beschäftigten meine Aufmerksamkeit;.: meine, 
zahlreichen Sammlungen und die Ordnung meiner. 
Erndien. meine übrigen freyen Augenblicke. Ich 


’ 


‚mufs nun auch meine Korrespondenz wieder an- 


binden, und die entfernten Freunde an ‚mich erin- 


nern., Mit Montpellier, Rom, Neapel und Palermo 
bin ich in stelem Verkehr, nun habe ich denn auch. 
einen Versuch gemacht mir von Sardinien, einiges 


362 


botahiidhe Wversöhaffen. Was ich bis jetzt ge- 
orinetl, von dem theile Ich Ihnen eine Centurie 
wit? ich stehe jedem Liebhaber der Botanik"mit 


meindir Doublellen gegen’ Tausch zu Diensten, und: 


wünsche‘ nur ‘alles’ portofrei ach 'Regensburg bei 
linen 'zü'depöfffren, wohit ich dann auch meine 
Sendung eböir’so will gelang&h lafsen.‘—  Meire 
Ihnen Getzt und‘ felner‘ noch mitzutheilenden 


Planzeit wühschte ich zur‘ gelegenen’ Zeit mit’ Ih- 
ren Bemerkunkeri"versehen!”Ü"'Wäs. wir bier im'Ita- 


lien file "Botänik ’zu ehwärten haben, wird uns am 
ersteii WINTARh" Feder der HH; Moretti und’ Ber- 
tolomi züflielsen, Ersterer "arbeitet unausgesetzt 


an einer Flora Italiae, und hat’ defshalb im vergar- 


genen Snmmer eine botanische' 'Reise bis Neapel 


gemacht; er ist ganz’ der Mann von dem wir ei- 


was gründliches erwarten köndet.— Der zweite 
ist"im Begriffe ‘eine Synopsis der Pilanzen Italiens 
herauszugeben, in die er jedoch nur jene aufneh- 
men will, die’ er selbst gesehen und untersucht hat; 
die Amoenitates etc, werden ebenfalls. von ihm fort- 
gesetzt, und es wäre sehr zu wünschen, dafs alle 


die einzelnen Broschürefi und "Aufsätze, die Theil- 


weise in 'Verschiedenen‘ italienischen Zeitschriften 
erscheineii!' "auch besonders abgedruckt zu haben 
wären.— ‚Ein Hr; Re hät ieue addenda ad floram 
pedemontanam geschriebeh; aber das versauert al- 
les auf dein Platze, wo' es gewachsen, denn elender 
giebt es in der Welt nichts, als den Buchhandel hier 
zu Lande. 


Mailand. v. Welden, Ober 


265 


'Prodromus ‚der Mai-Flora um Genua, 
(Beilage A.) “ 
j I, In 'muribus, . 
Alyssum maritimum, Cineraria maritlina, ‚Arie 
folium 'marilimum, Plantägo Coronopus,' Valetiana 
rubra, Hyöseris foelida, 'At&naria maritima), Füina- 


ria? Hy osciamus albus, Sedum maritfihukn. vv. 
air ur m Ahle” Wieiajszere ET Br | 


> 


":Säloig Verbenata, Chelidonium geäReiten,. An- . 


eusä’itallca, Arum, italicum (cum Fructibüs), Sero- 


ir 
ß 


phularia canına, 
Ju, In möntibus' Bocheita, " 
* Lithospermum p Ppurpureö- -coeruleum, Echium. ita- 
Iicum, Serapias cordigera, Ophrys Specnlum, Örchis 
globosa, Artopogon Dälechampii, Rosa : sepium,, Ci- 
stus fumana, Antheticum Eiliagd, ‘Aquilegia valgäris, 
villosa, Asparagus acntifolius, Briza major, Cytisus 
tillorus ? ‚sessilifolius, 'Labufnum, Coronilla Eme- 
sus, Erica arborea, Satureja moütana, Orohahıche 
ernenta, Ornithogalum' 'narbonense, Hyacinthus race- 


mesus, comosus, Rosa? "Tamus communis, Trifolium. 


angustifolium, incarnatum, stellatum, Globularia vul- 
gäris, Ruübia tinetorum, Uerastium. semidecandrum, 
Rösnjariklis oficinalis, Mespilus gexihahlea, Cyno- 
glosssıum omphaloides, ‚Buscus aculealus, Cistus oe- 
Sandiens,. Anemone:' "irolia, Orchis pallens, saıı- 
bucina, "Helleborus' Toelidus, Dentaria buülbifera, 
Quercus Bubescens, Castanea. sativa nana, Tussilago 
hybrida, ' niyea, paradoxa, Saponaria ocymoides, Co- 
tyledon umpbiculus, Asphodelus ramosıs, Saxifraga 


bulbifexa, Spartium seoparium, Valantia glabra, Va- 


264 — " 


leriana coyonata, Luzula flavesgens, nivea, Achilles, 
compacta, tomentosa, Astragalus monspeliensis, Cy- 
noglossum oficinale ? ‚Genista? Melissa grandillora, 
Orchis hifplia, pyramidalis, Plantago Payllium, Po« 
tentilla rupestris ? Helleborus viridis, niger, Coch- 
learia. Draba, Cheiranthus annuug, Arum macnlatum, 
Allium ürsinum, un Zr 
IV. In aquae ductis et monte Diamänte 
Trifolium fragiferum, ruhens, Convolvulus.can- 
tabriga, Soirpus Holoschoenus, Lonicera. efrusca, 
Schoenus fuscus et maximus? Gentiana lutea}} Lo-' 
tus hirsutus,. Potentilla ? Ophris insectifera, Orchis 
variegata, Linum visoosum, gallicum, Dozyoujum 
monspeliense ? Catananche ‚goerulea, -Blitum virge- 
tum, Anagallis caerulea, Allium roseum, Adiantkum 
capillus veneris, Psöralea bituminosa, Hyperieum 
calyoinum, un : 
V. In mari mediterraneo. . i 
Fneng spiralis, ericoides, alatus, baceilerug, fog-, 
nienlaoens, corneus, eristatus— ? ‚Ceramium rupeafte, 
violaceum, Ulva lactuca, intestinalis, Ceramium f 
lum, Conferva ? hellen 
Hiezu füge ich noch meine späteren Acgnisitio- 
nen aus der Riviera di Genua, nach Hrn, Prof, 
Viviani bestimmt, 
Santolina pinnata, ‚Lithospermum gramtaifo- 
lium, Echium calycinnm, Potamogetom oblongum, 
Orchis brevicorna, Tritieum ymnilaterale, Halleri, 
Bellium dentatum, bellidioidis, Gnaphalium bellidi- 
florum, Galium pyrenaicum, Phyllirea angustifolig, 
Andxopogon distachion,, . Convolvulus Soldanella, 


Wi 


265 


sltheoidee, Dancus Gingidium, 3 Myosotis.. ‚apala, 
Daphne Gnidium, Cneorum, Tarton -raira, —. 
Prodromus einer Flora des monte Rosa, gesam- . 
melt am 24 und 25, "August 1821, 
(Beilage.B,). .. 

Primula villosa, farinoss,  Cerastium carinthia- 
cum, alpinum, Saxifraga oppgaitifelia, aspera,,ai- 
zoides, ‚masehata, andrasaceq, gaespitosa, cuneifolia, 
autumnalis,, ‚pyramidalis, ‚Seguiari,. brioides; ‚exarata 
pedemontana, Valderii, Vandelik, Bellardi,. Mya- 
sofis nana,; alpestris, Iberis rotundifolia, Lepidium 


„alpinum, Achillea nana, moschata, macrephylia, 


Pianthus superbus, plumarius, alpinus,; Chrysanthe-, 


. mum montanum, alpinum, Silene rupestrig,' valle- 


giaca, Aretia rubra, alpina, tomentosa, Phyteumg 
humilis, Charestae, + erbieulanis,;. Charmeliniden » 
Alliuy alpiomm, Carduus .transalpinus,. acanthoiges; 
Gentiang germanica,. verna, imbricata, Ranuncen- 
Ius glacialis, Columnae, montanus, Campannla.bar- 
bata, incisa, 'Trachelium‘, 'Gnaphalium sylvaticum, 
Leontopodium;, Astrantia’minor, Senecio incanus, 
unillorus, abrofanifolius, parviflorus, linifolius, 
Peditularis geminiflora, gyroflexa, tuberosa, hit 
suta, ilammea, Trifolium alpinum, caespitosum, Apar- 
gia crocea, Hieracium alpinum, sabaudum, Stachys 
alpina, Phleum alpinum, Arabis pumila, alpina, Ve- 
sonica alpina, Soldanella Clusii, Tussilago alpestris, 
Statice aumeria, Artemisia glacialis, spicata, Ryc- 
eoni, Adoxa moschatellina, Serratula alpina, Draba 


‘ aizoides, pyrenaica, Juneus Jacquini, Dryas octope- 


tala, Salix yetusa, Antirrhinum alpinum, Geum 


266 

montanıtm, Carlamine asarifolia, alpina, resedifos 
lia, Bupleurum rantheuloides, junceum, Gerardi, 
Valeıana Saliunca, Asperäla hexaphylia, Pinguicula 


grandillora. 
2 Pflanzenverzeichnisse, 


‘ Nachtrag zu Hrn, M, D; Presl’s Flora cechica; 


« 


-" von Hrn. Canzellist Opiz*). 

Veronica orchidea Crahz. In derScharka Benesch, 

»— fruticulosa L.:daf'dein Riesengebirge Hackl." 
-tenerrima Bekihridt,’ Auf der Hezinsel. 
u: Ohrtrhaediryd biktümbrosa Opitz (W. Attermedin 
+ Steritbeerg.) Um Caslan. ° 

Einoneit Ittetiana glabresoens 0) piz. Foltis ordati 
"Bei. Pardubie; 

Seine BHoloschönus L, Zwischen Bischkowie und 
« Liebie, Lobkowiec, Kostelecky., j 

# Panioum purpurascens, Opia. Um Prag, Töplir. 


Poa pratensis L, vaginis pilosis, culmo- altissimo, 
Semin, 


ren rm glauca Opiz. Bei Semin. 

‚,effusa:W. etK, Auf dem Dablizerberg bei Prag 
Bromusmollismonostaolyos O piz. Bei Prag, Pardabis, 
Avana sirigosaSchreber (non Vogler). Um Deutsch“ 

‚brod, Polna und im -Bunzlauer Krein, 


* Agropyram mucronstum Opiz. Um Prag auf dem 


. Laurenzberg. 
Elymus arenarius L, Um Prag. Mann. 


Vaillantia saccharata Gmelin. Vor dem Poricerior 
‚bei Prag, 


”) NErFuNen ist der erste Finder beigasetzt; die übrigen 
sind von mir selbst zuerst gefunden worden. o 


t 


Pluntagö' niarftima L, J. Neumann. 
o — dentata Roth, J, Neumann. 
Alchemilla’HiYhrida Pers. 

|  — palmatifida Tausch. 

ie multicaulis Tausch, 


— truncata Tausch. 

Potamogeton densum L. Auf der Hft. Pardubic. 

%._ pancifolium' Oipiz, Ebendäselbst. ° 

* _. serrulatum Opiz. Ebendaselbst. 

Sagina procumbens fl. pleno bei 'Semin. 

* Myosotis verna Opiz, Um Prag, Semin. 

— lingulata Schulz. An der sächsischen Gränze 
auf Gebirgswiesen. * 

Cynoglossum ofäcinale ff, albo. Spin ne, 

Primula Columnae Tenote. ' Bei’ Prag. "Faso, 

Solanım dulcdmara folis” omnilius integeirknis, 

| "Schmidt." m 

|  — miniatum Bernhardi. Um Prag. 

Cynanchum medium’ Brown. Bei Trubeschiz Ca- 


« , . no. 


! Jauer Kreises, 
Campanula 'tenuifolia Hoffm. Um Prag, 
— reniformis Lamark. 


— Scheuchzeri Villars, Auf den Vorgebirgswie-" 


sen des Riesengebirgs. 
-— Trachelium' flöre albo. — 
 Chenopodium 'nurale L, In Prag herrschend, 
"— acutifolium Kitaibel. Ebendaselbst, 
Atriplex 5% (In Hrn. Dr, Presl’s Hexbar. als 
“ Atriplök patula) Um Prag. Presl, u 


Allium arenerium L, An der Stephansüberfuhr, 
Kostelecky, 


| 
| 
j 


u 


& 


68 

‚Rumex nemorofus- Schrader, In den, tnpadlan 

Wäldern Caslauer Kreises. , . le. Mi 
Arenaria heieromalla Pers. Um Stulwenz.: LER 

» Cerastium brachypetalum Berg, In, „Auer. Pogbabn 
auf dem Laurenzberg, OL Lee 

Rosa elliptica Tausch, Be ln 

j — humilis Tausch, > n 
am albiflora. Opiz,;, Calicibus .ovatis. Hedunenlisque 
glabris solitariis, petiolis cauleque aculeis adun- 
cis, folialis langeolatis, subtus. glandulosa - pu- 
bescgntibus, seryaturis incisis, duplicato - tenuis- 
‚sime serratis.. Um Kuchelbad,. - 

.- — coriacea. Opiz. Calicibus ovatis peduncnlisque 

glabris, aculeis.canlipis:aduncis, foliolis ovatis, 
‚glanduloseo - dnplivato. serratis, venis subius per, 
‚„Biglisque villasis, Auf!dem Laurenzberg,  : 
Har — lanceolata. Opiz. Calicibus ovatig "peduncnlis- 
que glabris, :aculeis eaulinis adungis,, foliolis 

„.Janagplatis, glanduloso simpliciter acute serratis 

glabris, petiolis pubescentibus, In Kuchelbad, 
— pilosa Opiz. ‚Calieibus ovatis, peduneulisque 
Br aculeis caulinis aduneis, foliolis lato.- 
..,ovatis, subduplicato - serralis, pilosiusonlis, pr 

tiolis pilosis, Um Kuchelbad. 

* — pilosiuscula Opiz. Calicibus avatis pedungy- 
lisque glabris, aculeis caulinis aduneis, foliolia 
ovatis,. duplicato - serratis, pilosjuseulis, coria- 

‚5 geis, petiolis pubescentihns, Um Kuchelbad. 

+ — glaucifolig Opiaz. Galicibus ovatis pedungulis- 
que ‚glabris, aculeis caulinis aduncis,, Loliolis 
lato - ovatis duplicato - serratis glahris, syblus 


> 
“* * . 


glaucis, petiolis pubösoontibus glandulisque ad: 


“. gregatis.. Bei Kuchelbad. - - : einen 
Rubus frulicosus L, (RB, candicans: Weihe) b bei Erg 
”— coaesius agrestis Weihe i v3 


— — 'palustris W,. 

_ dumetorum w. 

.—— .— foliis tomentosis’ m.. } 
— rhamnifoliis-:W, Un Krummaı, Jungb: auer, 
== praevox Jastigiatus W. ‚Auf. der Hf P Feräubie 


alle ia ie - 


— — plisatus W, .2.0.: eh, 
-' velicaulis Köhler, . Um Hermannmeiter 
Harant, ; 
— heptaphyllüs Opiz. „Bei Pardubie. . Zu 
Potentilla Lindackeri Tausch, . Ar 


— collina?. Um Töplitz. : . 
Aconitum gracile Reichenbach, Bei Seslan, 
— rigidum R. Im Riesengrund. 
— amoenum RB, Im Isergebirge, _ ed 
—- Cammarum L, 2 Be 
— Clusü BR Br 
Hypericum Kohlianum Sprengel. Neumann. : 
Ranunculus nemorosus DeCand, Um Töpliz. .. - 
Ajuga foliosa Trattinnick, Um Töpliz, ’ 
% Thymus serratus Opiz. Im Riesengebirg. 
Nepeta pannonica Jacg. In Choltic. Hackl. 
Mentha rotundifolia L, Am Schmernbach. Gral’ 
Chotek. 
rcitvata Ehrbi Um Krumman. Tungbauet. 
* Capsella apetala Opizı Um Prag, Welting, Top- 
liz, Bilin; Schlan. 
— — simplicifolia Opiz Übendaselbst, 


Corydalie albiflora:Kitaibel: Um Prag. .'; 
* Polygala montana Opiz (vide ‚Hesperus). Um 
..tAumbnrg, Töpliz.. u 01 
— amara L. Um Leitmeriz, Hackl. 
Genista. germanica inermis Pers... Um Tupadl. 
Vitia tenuifolia Roth. Um Prag. 
— cordata Wulfen,. Ebendaselbst, - 
. _—— acuta Schleicher. Ebendäselbst. 
* Astragalus Pseudo - Cicer, Opiz, caulescens, pro- 
‚stealus, foliolis glabriusculis lanceolatis acatis, 
: ‚stipulis:lanceolalis, racemis: pedunculatis, folüis 
breyioribus, Im Caslauer Kreis, , 
Cytisns canescens Maly. Um Melnik. Maly. 
Hieracium decipiens Tausch. 
Tragopogon orientale L. In Böhmen, 
Cnieus heterophylius 'gazaniaefolius Opiz. Be 
Adersbach, 
Carlina acaulis et vulgaris. L, 
. Jacobaea paludosa.. Um Podibrad Kostelecky. 
Centanrea nigra L. Bei Glorgno, Mann. 
Ophrys monorchis L. Um Hohenfurth, Nenning 
Euphorbia lucida W. et K, Um Daschie, 
Amaranthus Berehtoldii Seidel. Um Prag, Seid el. 
* Salix hybrida Opiz (v. Hesperus). Am Glazer 
Schneeberg, 
— laxa Host.. u 
IL Vorschläge 
(Vorschlag zur Aufstellung einiger neuen Moos- 
'Gattungen,) 
In dem vortreflichen Werke Bridel’s, der 
Muscologie viertem Theile, sind in der vorausge- 


aqı 


schickten Geschlechtstafel, unter der an Arten reich. 
sten dritten Classe folgende drei Ordnungen aufge- 
stellt: ı)Acrocarpi seu fruetü terminali, 2) Pleu- 
rocarpi seu fructu laterali- und ‚3) Entophyllo- 
carpi eu fructu in duplicatura folii. So reich 
die erstern beiden Ordnungen an Gattungen sind 
(es sind deren über 50 verzeiflinet), so unbedeu- 
tend erscheint. die ‚dritte, die. nur Octodieerys- 
und Fissidens umfalst. Beide standen sonst fieben 
in mit dem jene, wie bekannt, im Pe- 


ristom übereinstimmen; nimmt man jedoch auf den 


Habitus Rücksicht, und in wiefern Gattungen in na- 
türlicher Verwandtschaft zu einander stehen, so sieht 
man wohl das Gezwungene jener, Zusammenstellung, 


‚denn Fissidens und Octodiceras-schlielseh sich 


weder an die mit Dieranurk "zunächst verwäntlen 
Gattungen Coscinodon, Trematodon, Weissia, 
noch auch an Racomitrium, Trichostomum 
und Desmatodon an, es war daher gewils der 
Natur sehr angemessen, diese’ Gattungen ats ihrem 


vorigen Platz zu verdrängen, und in einer neuen 


Abtheilung aufzustellen, sollten sie auch einstweilen 
die einzigen seyn, die diese Ordnung zieren &e. - 

Es dürfte vielleicht nicht schwer fallen, diese 
Ordnung zu bereichern, wenn nicht zu fürchten 
stünde, dals eine noclı gröfsere Theilung der Moos- 
gattungen mehr nachtheilig als nützlich wäre; ein 
nicht ganz unbedeutender ‚Gewinn würde übrigens 
der seyn, dals die Gattungen dann immer weniger 
heterogene -Arten unter sich vereinigen, und, die- 
scm Ziel sind wir duxch Bridel’s neu aufgestellte 


en 


Kbtheilongen und Gattungen schon ziemlich" nal 
‚gebracht worden, Vor allen andern, glaube ich, 
wäre, das von den übrigen Gymnostomis so ganz 
abweichende Gymn, pennatum aus dieser Gat- 
tung zu ätreichen, wieder Zu einer eignen Gat- 
‚tung zu erheben, und unter die Entophyllocar- 
‚pi zu verseizen, welche Ordnung nun ebenfalls 
in der zweiten Klasse, Gymnostomi nach Bridel 
aufzustellen wäre. Da der früher von Weber und 
Mohr für dieses‘ Moos ausgesprochene Gattungs- 
name Schistostega nicht wolıl passend ist, so wäre 


dafür ein anderer zu wählen. Hiedurch würde de 


Gattung Gymnostomum von einer ‚Art befreiet, 
‘die mit derselbeii äusser der Kapselmündung nichts 
‚gemein bat, und von der man doch woll mit eben 
dem Rechte, als bei Fissidens sagen kann, dals die 
Frucht aus der Duplicatur des Blattes komme. Auch 
‚unter mehreren andern Gattungen finden sich Ar» 
ten, die diesen Entophyllocarpis zu entsprechen 
scheinen, und vielleicht als eigne Gettungen aufge- 
stelli zu werden verdienten, ich zähle Richer die 
Neckerae complanatae, die Leskiae complänatae, 
die Hypna fissidentoidea nach Bridel und dit 
‚ganze Gattung Pterigophyllum Br. Wir hätten 
demnach für die Ordnung Eutophyllocarpi fel« 
gende Gattungen: 


Cl. 1, Gymnostomi, Ordo II, Entophyl- 
locarpi. Gymäost, pennatum. Cl I. Peristomi. 
Ordo U, Entophyllocarpi. Octodiceras. Fis 
sidens, Neckerae comp, Leskiae comp. Ple- 
rigophyllum. Hypna fissidentoidea. 


Eine Zusammenstellung von Gattungen, die der 
Natur angemessen scheint und die unter sich viel 


Analogie zeigen.: Den Eingeweihteren der Moos 


kunde sey es überlassen, zu beuriheilen, ob diese 
Skizze einer weitern Ausführung werih ist, ode 
ob wir uns mit Bridels schöner Anordnung b# 
guügen wollen, 


Flora 


Botanische Zeitung. 


_Nro. 18. Regensburg, am ı4. Mai 1802. 
u | 


L. Aufsätze 


Botänische Bemerkungen; von Herrn Max 
von Üechtritz. 


N ur die schaffende Natur vertheilte und be- 
stimmte die Pflanzenspecies. Die Gesetze, nach wel- 
chen sie hierbei handelte, kennen wir nicht; Ahn- 
dung ist keine Gewifsheit; Mancher, der vormehm 
herabschanend auf die Armen, denen .das innere 
- Licht, verschlossen blieb, . die tiefere Entwickelung 
des vegetabilen Bildungstypus .ergründet zu haben 
glaubt, umarmt gleich Ixion nur eine -Nebelwolke, 
Die Botaniker könrien in jenem Sinne keine Spe- 
zies schaffen; denn diese sind schon vorbanden, 
Und doch wird von 2 ı/2 Drittheil derselben nach 
trocknen oder eultivirten oder gar nur abgebilde- 
ten Pilanzen - Exemplaren rüstig fort specifizirt und 
generirt, Umsonst giebt die Natur Fingerzeige, de- 
ren besonnene Beachtung uns allein darauf hinfüh- 
ren kann, dals wir die ächten Species von den fal« 
schen zu erkennen und ‚abzusondern vermögen, 
Dazu gehört freilich, dafs man beim Botanisiren im 
Freyen die geistigen Augen eben so gut anstrenge, 


Ss 


> BE 

. Pass ” ? 
als die leiblichen. Zum Belege des Gesagten diene 
folgendes Beispiel ! 

Das T eplizer Thal ( ein‘ Seitenarm des zofsen 
Waagthales) im Trentschiner Comitat Ungarns ft 
ein wahrer Rosengarten. Ich hätte mir getraut, we- 
nigstens zehn Rosenspecies aus den Rosenbosguets, 
die dort alle Kalkfelsen und Strafsenränder bede- 
cken, herauszusnuchen. "Allein (was ich in nördli- 
chen Gegenden in djegem ‚Grade nie fand) ein und 


derselbe Strauch lieferte mir „zuweilen 2 Species 


an verschiedenen Agsten, ‚der ‚Halbspezies zu ge- 


schweigen, die fürs Herbarium oder für Momogra- 


phien n. s, w. sich künstlich und botanisch - ge- 


lehrt zubereiten lielsen. Am meisten änderten die. 


Braoteen wie die Form der Blätter. So reduzirte 


sich jene Summe auf Rosae caninae Varietates 


(Rosa solstitialis Besser Paliz, schien vorzuher- 


schen), Rosa rubiginosa.(hier zumal die Variet, 
minor Rochel pl, sico, hung.) und obschon spa'- 
sam Rosa cinnamomea (collincola Ehrh;), Hätte 
ich nun trockene Exemplare jener Rosen mit eini- 
ger hotanischer Auswahl an gründliche nordische 
Botaniker (etwa an einen Rosenmonographisten) 


versehdet; wer könnte es ihnen verargen, wenn sie 


zumal. einige ihnen nie zu Gesicht gekommene ' ‚süd- 
liche Rosengebildey:als gute Species sofort auf- und 
annähment Auf diese Art wird das botan; Publi- 


kum in unsern Tagen getäuscht und die Species- 


verwirrung wergrölsert, ohne: dafs die Täuschendet 
beides selbst beabsichtigen. 


Willdenow hat - -in seiner ‚Enum.” 2. Hort. 


'ur5 


Berolinens, zumal" im erstän Bande einige sehrlehr- 
reiclie Beibpiele’ ‘gegeben, wie wildwachsende Pflan- 
zen im‘ "kultivirten "Gartenzustande’ 'abarten. Vor- 
züglich' ist" 'diefs' Dei'der "Blatiförn der Fall, die 
überhaupt zur ‚Feststellung der Speche’ thtäuglich 
ist, da die Blätter 'atich’im Freyen nach dem Stand- 
ort'bei vielen larvei värlireir; Di nun ‚detglei- 
chen ih" Ahdsersi pebieshistigen Zeitch yöht genug 
wiederholt 'werden kann, will ich &inige' der” auf- 
fällendsten hieher ‚gehörigen Bemerkungen ‚aus je- 
hen Werke auführen: 

; NCorispermum squarrosum PERHREE EI sta- 
tum faciem plane mutat, sficae enim valdle &lon- 
gahtur” bäßteneque majoret' eVadunf‘ & Forkam do- 
. Korakı Indauist. In Ho ra plahtd Höre: a! 
zes "hubere "Hidetur. WiNd En. 1; PB" Weh’ver- 

ma “> '&ieser Form das C. squarros. ‚wieder zu 
eikentieii ? \ ' 

"Blitom capitatnm in locis arehosis folia quan- 
doqne integerrima ‚In horto vero sermper dentata 
pg. L Th; u 
'* "Veronica spicata Planta spontanea caulem 
habet monostachyum simplicissimum, "enlta vero 
spicas plures profert, I. Th, p. 16. 

Fedia uncinata. Planla spontanea a cülta val- 
de (das ist schlimm ! da bleibt nichts übrig, als aus 
letzterer eine neue Species zu machen; denn dann 
spricht ja die Diagnose der wilden Species dem Gar- _ 
tenprodükte Hohn, was verdrüfslich ist und dem an- 
gehenden Botaniker, der die Diagnose so abweichend 
von dem ihm allein zugänglichen Garten - Exemplar 


52 


276 | 


Sindet, das hatan. Studium, yerleidet oder gar verächkr 
lich. macht) diversa. In spontanea folia radicalie 
spathulata integerrima,. caulina pinnatifida, lacinüis 
linearibus fere integerrimis; in culta radicalia folia 
sunt' dentata, caulina pinnatifida, laciniis lineani- 
lanceolatis copiose. grosse inaequaliter dentatis, sum- 
ma ‚folia fere bipinnatifida sunt I Th. p. 51 51° 
Heliotropium Chenopodioides. Planta spon- 
tanea a eulta. hahitu diversa (möchte wohl bei den 
meisten exotischen Geywächsen der Fall seyn). Fo- 
lia culta oblongo - lanceolata obtusa basi valde af 
tenuala .fere, pollicaria , in. spontanea duplp , bre- 
viora 'ete, a, Th. p, 264.) . un ine. 

. Draba hirta, Planta "oulta tria folin. sakpins 
in caule ‚hahet.. (Th. 1l..p. 664.). Dagegen ‚heißt 28 
in der ‚Speo pl, ed. Willd, Tom, UL P. 1 p..499 
n. ı4,. von der wilden Pflanze: scapo unifolio.. 

Ärabis ciliaris, Plania spontauea Aigitalie, 
eulta „fere spitbamaea, 'Th. II, p. 684, Das ist noch 
nichts! Ich erhielt ein Exemplar von Arabis pr 
mila Wulf. (nutans Autor.), die als Alpenpflanze 
stets rauchhaarig und niedrig, in einem nahmhaf- 
ien ‚botanischen Garlen, gezogen, völlig glatt, und 
dabei so hochstenglig war, dals es getrocknet nicht 
in einem ‚Foliobogen Platz fand. 


D oronicum orientale, Planta spontanea eanle 


unifloro, culta vero bi-vel tritloro gaudet (F. U 
p. 898.) 

Chrysanthemum. heterophylium; in span- 
tanea planta superiora folia minutissima aubspathu- 
lata sunt; in culta vero superiora parum minora 


EN 


277 
observantur. (Dom. II. pP 902.) Da" "vernichtet der 
Garten einen Hauptcharakter., 2 

Diese neun Beispiele‘ ihögen genügen, "Sie sind 
um 80 interessanter,’ ‘da’ ‚sie von einem Botaniker 
aufgestellt wurden, ‚der sichtlich‘ ‚zur Bildung neuer 
Species geneigt war 1, und sich‘ öft durch. die verschie- 


Es’sei ferne von ie Aufch‘ dißie und rüher 
gemachte Bemerkungen den Rulım und Ruf" bota- 
nischer "Gärten schmälern zu wollen.’ Sie sind eben 
so nützliche ; als für die „Verbreitung der Wis- 
senschaft nnentbehrliche Institute, Allein der in 
unsrer' geldarmen Zeit hei Universitätsgärten ge- 
triebene Luxus mit T, ropenpllanzen ist übertlüfsig. 
Man sollte ihn den 6ärten grolsei er "Heften “oder 
akademischer Gesellschäften Abertäsgen? "Dabei 
wird die Kultar der Landespilanzen ünverzeihlich 
vernachläfsigt, und so kommt es, dals Studenten 
eher die Sparmannia 'africana als Carum Cavvi 
kennen lernen, ja dafs anerkannt tüchtige prakti. 
sche Aerzte sich in ihren Schriften oft die gröb- 
sten botanischen Blölsen geben. Bu 

So wird es auch höchst nöthig, dafs man in 
unsern botänischen Gärten genauer als seither die 
Veränderungen ins Auge fasse, die wilde Pilanzen 
durch die Kultur erleiden, ja dafs man diesen Ver- 
suchen eigne ihrem Zweck gemäls eingerichtete 
Garten -Abtheilungen widme und die daraus er- 
wachgenen Resultate Heifsig im Batanischen Publi- 
kum verbreite.' Nur müfs'man unbefangen, nicht aus 
Vorliebe-fär den Satz; „culture pexstat® 'heobachten. 


278 


‚Da JR, der Botanik eja‘ Tag den andern 


1ehrt, so ist "seit der Zeit, wa, ich schrieb : „bri- 
ga. hepbacea. und D aphi n e. Cneorum duingen 
nicht bi Schlesien östlich ‚yord © erstere bei Einsie- 
del "ohnweit, ; Würbenthal in. östepreich. Schlesien 
entdeckt und in, die eilfte Centurie der getrockng- 
ten schles. Pflanzen von Günther und 'Schum- 
mel aufgenommen worden, letztere hingegen zur 
Zeit, noch nicht, — : B 

Das: sogenannte Verhesgern des Linneischen 
Systems. DM ein, ‚wahres ‚Verschlechtern desselben, 
Zum ‚Lehayhlerricht das Beste bleibe es ‚wie ‚es, ist, 
Man ändere, kein Jota. daran. und ‚selbst die, ‚aöste 
Klasse wer de. ‚respektirt, Durch das Aendern. wird 
die systematische Verwirrung nur vergrölsert, und 
bald wird der. ‚Kenner gich nicht, mehr aus dem 
dadureh €: entstandenen Labyrinth herausfinden, wenn 
: er. nicht dessen Schranken kühn durehbeicht, ‚Der 
Anfänger aber findet sich ‚nicht mehr zu Roche 
wig noch. zu Linnes Zeit. 

‚Ihm zur Seite stelle man nach höhern wissen- 
schaftlichen Ansichten ein zweites System, zur Zeit 
mit Unrecht natürliches. benannt, denn die, Natur 
selbst ‚kennt, keine Systeme. „Man benutze J ussi- 

eus 100 Familien, vorzüglich aber das carpologi- 
sche Werk unsers unsterblichep. Gärtner, und 9% 
stalte das daraus mit deutscher Gründlichkeit ent- 
standene Ganze möglichst. einfach, gleich, fern von 
gallischem terminologischen Wortschall., ‚wie. von 
germanischer idealistischer Träumerei, f 
Ehrwürdig ist die reine Natorphilgunfiei. gie 


279 


ist so alt, als der Menschehgeist; so alt als die Erde 
selbst. Mer ächte verständig- vernünftige Natur- 
philosoph ist der wahre-Weltweise. Die. Vernunft- 
idee, wie die verständige: Erfahrung gleich beach- 
tend, keinem von beiden das Uebergewicht einräu- 
mend; ist sein höchstes Streberni das nach Wahrheit, 
sein «Wirken Klarheit;nadin: geistiges 'Element das 
Licht.. Gegensätze hierat'bislen sich in unsern Ta- _ 
gen in-allem Zweigen ’des menschlichen Wissehne, sc 
auch In: der Botanik; 'von selbst da.— 

: Unter die glänzendsten Erscheinungen am bo- 
tanischen: Horizont gehört ohne Zweifel das geniale 
Werk meines gelehrten Mifbürgers, Hrn. Dr, Hen- 
schel, über die Sexualität der Pflanzen. : Olıne 
‚ durch dieses Meieor- ‚ geblendot zu seyn, halte ich 
grölste Ausmerksetnkett zu schenken‘ und mit’ imög- 
lichstem Fleifs dureh‘ ‚genaue Beobachtungen an wild- 
wachsenden Pflanzen {nur solche halte ich für gün- 
‚stig au entscheidenden Resultaten) den deshalb er- 
gangerren Aufforderungen: jenes fleilsigen Botanikers 
zu entsprechen. Vorzüglich empfehle ich hierzu 
die:Dioscisten und (doch weniger) die Monoecisten 
und Polygamisten. Denn die scharfsinnigsten Theo- 
vien {treten erst durch praktische Beweise ins Le- 
ben. Wer wie Hr. Dr. Henschel seinen eigenen 
geistigen Weg verfolgt, kann Irrthümern weit schwe- _ 
ver. entgehen, als der blolse Nachbeter. Ich enthal- 
te mich jedes absprechenden Urtheils in einer An- 
gelegenheit, die vor das Tribunal def Pflanzenphy- 
siologie gehörf, in welchem ich mir. selbst aur 


280 


‘ Zeit keine entscheidende Stimme einräume, Indefs 
ist mein hiehergehöriges Glanbensbekenntnils in 
folgenden Sätzen enthalten. — Es giebt eine Sexua- 
Yität ‚der Pflanzen, wenn auch keine aktive (thieri- 
sche), doch eine passive (vegetabile). — Die Na 
tur macht keine Sprünge; ihre Geschöpfe stehen 
unter sich. in, einem kettenarligen Zusanımenhang 
und in gegenseitiger Beziehung zu. einander ;. 'exi- 
stirt. keine Sexualität der Pilanzen, entsteht eine 
trostlose Lücke in jener zur. Aufrechterhaltung des 
Ganzen nothwendigen Keite' und- ein finsterer'Ab- 
grund, Willkühr, Zufall gehannt, zeigt uns seine 
bodenlosen Tiefen. — Pflanzenabhildungen, in je- 
em Werke so oft als Schiedsrichter aügefühit, 
sind todte Repräsentanten der lebenden Natur. $ie 
sind . völlig. neutral bei der. Frage: 'giebl es,.gine 
Sexualität der Pflanzen? —— .Ich bekenne: mich’ zu 
den von Hrn. ‚Dr. Henschel so benannten tkealo- 
gischen Schwärmern, die eins Beruhigung in dem: 
Gedanken finden: der Natur ist jede Zwecklesig« 
keit fremd ;, jene künstlichen Werkzeuge der Blü- 
then, deren Zweck wir seither in der Befruchtung 
suchten, sind nicht umsonst vorhanden. — Das.ge 


heime Stillleben der Pflanzenwelt im Gegensatz der. 


unsern geistig - physischen Sinnen zugänglichers 
Thierwelt erfordert, dals wir für seine Beobaol- 
tung eine auf, Thatsachen gegründete feste Banın, 
nicht eine erträumte. idealistische, anfstellen. Sonst 
‚dürfte uns dasselbe ein ewiges Räthsel bleiben. — 

Giebt es keine Sexualität der Pflanzen, ruhen un- 
sere Meinungen über die Pflanzentkiere auf leexet 


281 


Präsumtionen. Die physiologischen Beobachtungen 
sines Valisneri, Micheli u =. w. über die Be- 
gattungsart der Valisneriäa 'spiralis sind dann 
ebenfalls Selbsttäuschungen. Was schon die Alten 
von.der Befruchtung der Dattelpalmen behaupte-' 
ten, wie noch jetzt der gemeine Beduinenaraber, dem 
nie ein Nachdenken über &ePflänzensexualität den 
Kopf beschwerte; sondern Anr'der Tradition seiner 
Vorfahren folgend männliche Palmen neben weib- 
lichen ‘zieht, . (Gleditschens bekanntes Experiment 
mit der weiblichen Dattelpaline in Berlin’ soll hier- 
bei nieht in Anschlag kommen) und nur so Früch- 
te zu ärnden hofft, ist mindestens, als auf tausend- 
jährige Erfahrung gegründet, nicht zu verwerfen, 
Im ersten Theil der Reisen des Prinzen von Neu- 
wied durch ‚Brasilien wird-emäblt: dafs sich auf 
einer -Fazemda-(Pflanzung) in. der Nähe von Caho 
Frio a Dattelpalmen befanden, welche mehrere Jah- 
re Früchte trugen, allein die eine ward abgehauen, 
und seitdem trug die andere nicht mehr, War 
* jene eine männliche Palme, in welchem Fall sie 
freilich keine Früchte getragen, so wäre letzterer 
Umstand nach der bisher angenommenen Art zu 
erklären, — Die Insekten können gegen Konrad 
Sprengels Behauptung so wenig, als die Winde, 
unmittelbare Beihülfen zur Pilanzenbefruchtung 
seyn, warum aber nicht bedingte mittelbare ? — 
Die gründlichsten Resultate für einen Exrforscher 
der Pilanzensexualität kann nur die Tropenwelt lie- 
fern, wo die Vegetation in ihrer gröfsten Kraft und 
Vollendung erscheint, wo Blüthen und Früchte zu- 


282 


gleichde gind, ‚selbst die wärmern ‘Theile Südeu- 
zopas (wo. die Vegetation. fast das ganze Jahr hin 
durch ia Thätigkeit bleibt,) eignen sich zu dem 
gleichen Forschungen mehr, als unsere kältern no 
dischen: Gegenden, — | . t 
Es ist. eine erfreuliche Erscheinung der Zeits 
dafs Deutschlands, Botaniker sich jrizt mehr .als je 
hülfreich die Hand, leisten und minder als ehedem 
in, pedantischer Ixelirung, vornehmer. Verachtung 
fremder Meinung,. Aliskalbaftem Traum der Allein« 
wissergi und kleigliekem, Handwerkaneid befangen 
sind, , die sämmtlich nur zu oft als vergiftende Sa- 
mümslauche die. Blüthen deutscher Wissenschaft 
zum Verwelken brachten und das ‚wieder zerslör- 
ten, was deutscher Fleißs, deutschex 'Tiefsinn und 
Gründlichkeit rastlos schafften. Man sage nicht: 
es sey ‚hierin noch nicht so. wie es seyn sallie 
Rom erstand nicht in einem Tage. Die Ausnahmen 
von der Regel werden sich in eben dem Maase 
‚ verringern, in welchen Einigkeit, Friede und ge- 
"meinsames Streben nach Wahrheit (diesem einzig- 
‚ächten Stein der Weisen) unter Deutschlands Bota- 
"nikerm. zunehmen. Ich habe in meinen seitherigen 
Aufsätzen in der Flora nach eigener Ueberzeugung 
Manches aufgestellt, was von vielen Botanikern uu- 
beachtet, von wenigen schriftlick kaum angedentel, 
von andern aber, die Rücksichten nehmen zu müs- 
sen glauben, längst im Stillen gedacht, nicht abe 
niedergeschrieben worden ist, Ich werde auch in 
Zukunft mich botanisch freymülhig äussern, wo 
ich es für nützlich halte, Dagegen fordere ich die- 


285 


jenigen Botaniker auf, die Erfahrungen gesammelt 
haben, ‚welche den meinigen widersprechen, mich, 
öffentlich in der Flora zu widerlegen, Denn wel- 
cher Botaniker kann sich frey von Irrthum wäh- 
nen? Durch gründliche vernünftige Widerlegun- 
gen,. wobei ‚jeder seinen Namen ‚ehrlich‘,nennt, 
gewinnt die Wissenschaft mpphzualt duxch. persönli« 
ches Lob und, Tadel. Zy beklagen jaf..«s.Ieylich, 
dals die deutschen Gelehrten sich- selten okne, ge- 
häfsige Polemik ihre Meinungen gegenseitig berigh- 
tigen. Diese sollte im schönen Reiche der sanften 
Blumenkönigin gar nicht gelitien werden, ‚Doch 
die Wissenschaft der Botanik erweitert sich immer 
mehr; ‚unser. kurzes Leben steht mit ihrem Umfang 
in Mifsverhältnißs. Deshalb mülsen bofanische Un- 
bilden ‚ernshlich und bündig gerügt werden, selbst 
auf die. Gefahr des Rügenden hin, von denen, die 
sich j jene haben zu Schulden kommen lafsen, ver- 
kannt, zu werden. Der Weise enischädige. sich 
durch das Bewulstsein,. es redlich mit dem Besten, 
der Wissenschaft zu meinen, Der Person Freund, 
der üblen Sache Feind. ‘Nur von diesem Grund. 
satz ausgehend, tadelt der Verfasser; und verlangt 
selbst getadeli zu werden, wo er zu tadeln ist, 
Lieber als alles Lob sind ihm botanische Rathschlä- 
ge und, schriftliche oder persönliche Annäherung 
der Gleichgesinnten zu gemeinschaftlichen botami- 
schen ‚Arbeiten. . 
u. Literatun 

De Lessert, Icones seleclae plantarum,. quas 

in systemate yniyersali_ ex herbariis Parisiensibus, 


9384 


praesertim &x Lessertiang, descripsit DeCandolle; 
&2 archetypis. speciminibus a Turpin delineatae, 


Volle exlibens‘ "Raruncenlaceas, Dilleniaceas, Ma- 


gneliaceas, Amondoeas et  Menispermeas. Parisils 
1820. fol:' “ oo 

Da’ dieses treffliche "Kupferwerk nar in die Hän- 
de wehiger Botaniker" Kommen dürfte, so wollen 


wir "wenigstens das Verzeichnils der darin abgehil- 


deten Pflanzen den Lesern der Flora’ mittheilen. 
Die "vorgesetzte Zahl’ bezeichnet die Tafel dienen 
erstch Bandes, 


"Ranunculaceae. "'| 20. Adonis wolgensis, 

‘1. Clematis brasiliana.. |] 21. — pyrenaica 

2! -— mauritiana. 22, Hamadıyas Magells- 
3. — Hineariloba. nica, 

4 —  diversifolia. 23. Ceratophylium or- 
5. — gentianoides. thoceras, 
"6. Thalietrumclavatum, a4 Banunculus biterna- 
37. —— longistylum. tus. 

18. dioicum. 125 — ternatus. 

'9. — petaloidenm, - | 26. — apiifolius, 

20, — acutilobum. - 1 27. fig.a. — angustifolius. 
11, — galioides. . - b.— pyrenaeus, 
12. — Thunbergii, c,— amplexical- 
15. Anemone pusilla. lis, 

14. — ooerulea. 128 — pusillus. 

15. — reflexa. "| 29: = bonariensis, 
16. — multifida. 30. — 1alerillorus. 
17. — Commersoniana | 3u — myriophylius 
18. — umbellata . 32. — orientalis. 
19. Kuowltonia gracilis. | 33. — ieptaleus. - 


54. Ranunculus Guzmanni 
35. — Krapfia. 


56. — cortusaefolius, 
37. — peruvianus, 
38, — polyırhizos, 
39. — sericeus, - 

40. — rhoeadifolius.. 
41. —. recurvatns. 

42. — peduncularis.- 


43. Caltha appendiculata. 
44. Trollius patulus, . 
45. Nigella ciliaris, 


46. — divaricata, 

47. Aquilegia sibirica. 

48, — alpina, oo 

49. — dahurica, . 

50, Delphinjum axilli- 
Slorum. 

5), — Oliverianum. 

52. — rigidum, 

55, — exsertum, 

54. — dlayım, 

De Yirgatum, 

56. — macropetalum. 

57. — obcardatum. 

53. — albitlorum, 

dg. .— tricorne. 

60, —. azureum, 

61, — cuneatum. 

62. — speciosum. 

63, — Requienü, 


4 


38. 


‚87. 


285 


64. Aconitum barbatum. 

65.2, — ciliare, _ 

66. Actaea podocarpa, 
Dilleniaceae. 

67, Teirarera oblongata, 

68, ovalifolia. 

69. — multiflora. 


7% —, Euryandra. 
,7ı Davilla brasiliana. 


72. Delima hebecarpa. 
7. Pachynema compla- 
natum, 
Hemistemma Com- 
mersonül, 
we Aubertii. 
—— . .dealbatum. 
— angustifolium, 
Pleurandra bracteata, 
gericen,. 
80. — pürpnracea, 
81. — hypericoides. 
82. Wormia madagasca- 
riensis. 
‚ Magnoliaceae. 
85. Drymis chilensis, 
84. Tasmannia aromalica, 
85. Michelia parviflora. 
Anonaceae. 
86. Anona senegalensis. 


74. 


Ah 


77. 
78. 


7% 


—  uniflora, 
88. Unona leptopetala: 


286 

89. Unoria duridd. * 

90. Guatteria eriopoda. 
'Menrispermeae. 

91. Ländizabolatrifernata 

92. —  trifoliata. 

95. Cocenlus Cotoheaster. 


94. — ovalifolius. 
95. — acumindtüs, 


96. Coceultis domingenz 
se 

97. — laurifolius, 
98, Cissampelas tropasc- 
: “ ifolia, 
99. — andrömorpha” 
ı00. Menispermum dan 

- riehm: 


IL Reisende Botaniker ' 

‚ Hr. Dr. Joseph Sadler in Pesth macht auf Befehl 
Sr. Kais, Höheif des Erzherzogs Palatinus eine 
Reise nach Croation und Dalmatien, um ‘für das dor- 
tige Naturalienkabinet Naturprodukte zu sammeln. 
‚Diese Reise verspricht besonders in botan. ‚Hinsicht 
grolse Ausbeute, und wird wahrscheinlich ein paat 
neue Fascikel seltener Pflanzen jener Gegend zu Wege 
bringen. Der Reiseplan ist über Warasdin, Agram, 
Carlstadt, "Triest, Fiume, Zeng, dann über die Al- 
pen nach dem Plittewiezer See, endlich durch Sla- 
vonien, Syrmien und Fünfkirchen zurück berechnet, 
wozu der ganze Sommer bestimmt ist. = 

W. Bemerkungen 

Ans der Gattung Arabis gehören folgende Anteil 

nach DeCandolle zur, Flora Deutschlands. 

ı.Arabis vernaBr. (Hesperis verna L.) Unsere 
Exemplare, welche Hornschuch bei Pola und 
v, Hildenbrand auf den monte santo' bei GölZ. 
gesammelt hat, sind nur Fingerlang und meisten? 
einfach und ohne Stengelblätter, in welcher Ge- 
stalt sie nicht leicht Jemand nach der Lin n. Diagnose: 
eaule ramoso, und nach der Cand,, wo die Stel- 


287 


gelblätter vorzüglich in Betracht kommen, bestim-. 
men könnte, 

2. Arabis alpina L. zu welcher auch Arabis 
Clusiana Schrank flor. monac., als Varietät gerech- 
net wird. 

3. Arabis auriculata Lamarck, dahin werden 
Turritis patula Ehr, Arabis recta Vill, und A. 
aspera All.,geipgehnet: Wächst ausser Vagen wahr- 
scheinlich in der untern Pfalz, 

4. Arabis erispata Willd, enum, 684. Hab. in 
Carniolia. Verdient weitere Aufsachung und. Erläu- 
terung, da sie noch von keinem reisenden Botaniker 
an Ort und Stelle neuerdings gefunden worden, 

"5. Arabis sagiltata Cand, und 

6. Arabis hirsyta Cand, . 

Zu diesen, beiden Arten gehört Turritis hir- 
sutaL. davon die A.sagittata folia caulina lanceolata 
sagittato-cordata, die A, hirsuta aber, Tolia cau- 
lina ovato-lanceolata hat, 

7. Arabis 'Ihaliana L, » 

8. Arabis petraea. Lam, wohin A. Crantziana 
Ehr, A. hispida L. und Cardamine petraea L. 
wohl mit Recht gezählt werden, 

‚9. Arabis arenosa $cop. 

ı0, Arabis Halleri L, 

ıı. Arabis stolonifera Horn. Hieher gehört 
Cardamine stolonifera'Scopoli aus Krain, 

ı2, Arabis ovirensis. Wolf., ebenfalls aus den 
Kärnthenischen Alpen. 

13. Arabis Turrita L, Aus Oestreich und Krain. 
14. Axabis pumila Wulf. Aus den sädl, Alpen, 


‘ 


288 


15. Arabis bellidifolia.L. Ebenfalls aus den 
’ Alpen von Kärnthen, Tyrol &e. . 

.1ı5. Arabis coerulea Wulf.- Aus den höchsten 
‚Alpen, der Nachbarschaft der Gletscher, 


16. Arabis vochinensis Spreng. Draba mol: 
lis Scop, Sturm. die Gattung ist nach Candolle 
noch zweifelhaft. 
17. Arabis ciliaris Willd., aus den Kärntke- 

nischen’ Alpen, nn 

Auch diese neue Art hat Willdenow auf sei- 
nem Durchfluge in Kärnthen gefunden und in der 
Enumer. kurz angezeigt. , Sie verdient ebenfalls 
neuerdings aufgesucht zu werden. Bei solchen Dar- 
stellungen ist es allemal schr zu bedauern und setzt 
fast faule Fische voraus, wenn kein Herbarium an- 
gegeben wird, wo man die Pflanze nachsehen könnte, 
oder der locus spec. verschwiegen wird, un die 
Pflanze am natürlichen Standorte aufzusuchen. Can- 
dolle hat sie daher mit Recht unter die Species 
non satis notae versetzt, und sie verdient daher von 
reisenden Botanikern beachtet zu werden. 

Zu den Arabis- Arten, welche Candolle 
unter die species non satis notae gesetzt hat, ge- 
hört auch Arabis lucida L. fl.; er bemerkt da- 
bei, dafs alle Pilanzen, die er unter diesem Namen 
gesehen, Abarten von Turritis glabra gewesen 
seyen. Fast scheint es, dafs Arabis lucida mit A. 
bellidifolia dieselbe Pflanze -sey, denn die Diagnose: 
„foliis amplexicaulibus Incidis” pafst genau auch 
auf jene Art. Es ist zu wünschen, dafs die Bota- 
niker, welche über so etwas bestimmt entscheiden 


könnten, diefs in der Flora oder in Reichenbachs 
Flora europaea thun möchten. 


Flora u 


‚oder. 


Botanische, Zeitung, 


Nro. 19. Regensburg, 'äm 21. Mai 1822. — 
nes u 


Pre u s- en [Or 

I. Aufsätze een 

Beiträge zur Flora dresdensis; vön’Heirn 
Prof, Reichenbach: | 


\ 


” 

Si ve vermilsen jetzt. die anziehenden-Berichte. 
über ‚die . botanische "Ausbeute. ‚unserer. ‚reizanden, 
'Gegend,, wornit. früher diennenmüdsten und scharf, 
blickenden Botaniker, die Hergen Bauer und Groh 
die Klora zierten, bitten.mich um Aufschlufs dar- 
über, und wünschen dieselben, wenn deren Fort- 
setzung Nicht anders zu erlangen ist, durch mich 
"ersetzt zu sehen. Kann ich auch letzteres nicht 
gerade zu.leisten versprechen, so kann ich Ihnen 
doch melden, dafs Hr. Baner diesen Sommer über 
so dringend beschäftigt gewesen ist, dals ihm fast 
keine Zeit zum Exeurriren übrig blieb, und dafa 
Hr, Groh seit meiner, Ankunft in Dresden, meine 
Bitten, Ihnen ferner Bemerkungen für die Flora 
der hiesigen Gegend mitzutheilen, nach seiner Aeus- 
seruhg darum nicht erfüllte, weil er dieselben gun- 
mehr von mir zu lesen wünschte. So angenehm 
mir dieser Wunsch, und die Einladung von Ihnen. 
seyn mulste, so wenig wollte ich doch beiden bis 

\ 


T 


200 - Du 
9 u Le: 


jetzt entsprechen, da ich diese Sache nicht für un- 


wichtig halte, Bedenken wir nämlich dafs die An- 


sahe eines Ständorfes in einer speciellen Flora von 
Verfasdern Äligemeihter Werke berücklicktigt wird, 
und die darin aufgenommenen Standorte als Grund- 
lage für, ‚Pllanzengeographie, ‚gelten , oder als mach 
chen Standorten Ausgehen, ‚ um die angezeigten 
ten Pflanzen wieder zu finden, ferner dafs andere 
bei Besfimmyngen, ihrer, Gewächse und ‚bei Fertigung 
ihrer Beschreibungen, ‚bei Läuterung der Synony- 
mie, überhaupt bei literarisch speciellen Arbeiten, 
nach: sölchen Angaben "gesammelte Exemplare be- 
ricksichtigen, so erkennen wir die Grösse der Nöth- 
wendigkeit; diese Angaben, urd, alles ‘was in: Bezie- 
hung auf’die‘Flofa: einer’ Gegend steht, ‘nur nach 
möglichst genauen: Weigleichungen ‚und-sichern Be- 
stimriungen von-ums u geben, um die täglich 
waäbhsende Verwirrung 'nicht zu steigern, und wie 
schwielig heut zu Tage die richtige Bestimmung, 
öfl'selbst der gemeinsten Pilanze ist, möchte wohl 
keitier Erläuterung bedürfen, da die’ ungeheuren 
Progreösionen welche die "Wissenschaft in unself! 
Tagen’ gemacht hat, ‘und ferner macht; "in jeder- 
manns Kenntnils sind. Unter dieser Voraussetzung 
vergeben Sie mir, wenn ich Ihrer gütigen Auffor- 
derung noch nicht entsprach, auch ferner nurtheil- 
weise entsprechen werde, indem ich Ihnen nur von 
Zeit zu Zeit die Angabe einiger, wie ich gern glan- 
ben möchte, (jedoch errare humänum est!) richtig 
bestimmter Pflanzen mittheile, Für diesmal leg® 


- 


! 


291 


ich Ihhen einen kleinen Anfang für Phaneroga- 

men bei.” — 

Erster Beitrag zur Flora Dresdensis, 
‘von Reichenbach, ’ 

Anmerkung, Ausführlichere Bemerkungen über 
alles finden sich in der Fortsetzung meiner Amoeni- 
tates bot, Dresd..Drosd. b, Arnöldi und in mei- 
ner Flora Saxoniae superioris (mox edenda). 
Abbildängen aber von allen neuen, oder’ wenig be- 
kannten, nur in kostbaren, dem Änfänger unzu- 
gänglichen Werken vorkommenden’ Gewächsen, in 
meinem mit diesem Jahre beginnenden Kupferwer- 
ke: Flora etropaea, sive icones et descript. plan- 
tarum'novarum, minus cognitarum et‘ ‚difieile distin- 
guendarum Europae. Leipzig bei Baumgärtner. 
Mit deutschem und lateftfischem Text; Überhaupt 
Form und Preifs wie bei meinem Magazin {bei 
demselben Verleger), nur mehr Gegenstände darin, 
um die Abbildungen noch wohlfeiler zu machen, 
da dies Bedürfnife der Zeit ist. — 

'ı, Ranunculus illyricusL, (sericeus: Willd. 
En.) Diese ächte Linneische Pflanze, nach Auswei- 
sung genauer Vergleichung mit Exemplaren von der 
Insel Oeland und aus Ungarn, also nicht R. mon- 
speliacus Gouan, den man als R. illyricus in Gär- 
ten cüultivirt, und dem man Auswanderungen zu- 
trauen könnte, ist vor-'mehreren Jahren, wie ich 
mich durch gesehene Exemplare überzeugt habe, 
von meinem werten Freunde Dr. Schmidt (dem 
Mykologen, jetzt in Hofwyl,) dem seel. Hofmedi- 


kus Heise (als Entomolog durch Pselaphus- Heisei‘ 


Ta 


2928 


Hbst. bekannt), ferner durch meinen geschätzten 
Collegen, den Hrn. Dr. und Prof. Ficinus, dem 
ich manchen Standort verdanke, gefunden, aber in 
den letzten Jahren nicht wieder gesehen worden, 

2. Ran. nemorosus Dec. wurde bekamnilich 
neuerlich von v. Schlechtendal mit R. polyam 
themos vereinigt. Die Ansichten meines thenren 
Freundes in allen Ehren haltend, mufs ich dach 
hierin der auf vieljährige Beobachtungen gegründe- 
ten Meinung der äufserst strengen Botaniker, dss 
Hrn. Amtmann Bodig in Stolpen, und des Hrn. 
Bock in Schwarzenberg beistimmen, deren leizie- 
rer mir darüber meldet: „RB. nemorosus wächt 
allenthalben im Ober -Erzgebürge, und lälst sich 
ungeachtet v. Schl. Versuch, mit R. polyanthe- 
m os nicht zu einer Art vereivigen, obgleich beide . 
in einigen Punkten zusammenstimmen, Die ersis 
Differenz ist unsichtbar, nemorosus hat nämlich 
saporem mitem, polyanthemos acrem, die am 
dern sind sichtbar u. s. w.” cf. Dec, 

3. Ran, Steveni Andrzwsk. ap. Befe. Cat 
h. Cremen. fand ich nicht nur in den Sudeten, son« 
dern auch in der Gegend von Leipzig und in uns® 
ren sächsischen Bergen, und man kann ihn, went 
noch irgend ein Kennzeichen in der ganzen Familie 
der Ranunculeen als specifisch diagnostisch ‚gel- 
ten soll, nicht mit einer ‚äbulichen Art vereinig@l- 

4. Ran, repens L. wurde schon vor vielen 
Jahren vom. Hofined,. Kretzschmar mit den übri- 
gen ihm neu und selten scheinenden Gewächsen der 
hiesigen Flora unter dem Namen R.pontifex, vo? 


299 


dem brückenbogenartigen Stengel genannt, abgebildet. 
Seine Arbeit blieb liegen, und das Mscrpt. kam auf 
die Wittenberger Bibliothek, Ich verdanke eine Ab- 
schrift davon der Gefälligkeit des hiesigen Hrn, Stadt- 
physikus Dr. Erdmann, Die Kupfer waren schon 
gestoeben, ein Exemplar besafs Schkuhr, ein an- 
deres haben wir hier, sie sind zum Theil nicht 
übel. Bals übrigens R. reptans als Form von R. 
Flammula zu betrachten sey, zweifelt wohl Nie- 
mand mehr, Er findet sich nar in warmen Som- 
mern an ansgetrockneten Rändern des Elbeufers, 
und scheint gleichsam dem Wasser zuzukriechen, 
um dadurch auf mehr Berührungspunkte mit der 
ihm. nothwendigen Erdfeuchtigkeit zu treffen, In 
nafsen Sommern ist er Flammula. 

5, Potentilla rupestris L. entdeckte ein 
jünger Pharmaceut, Hr. Oswald, in der Gegend 
vorm Kötschenbroda. Hr. Bauer war so gefällig, 
mir segleich ein Exemplar zu bringen, und die 
Herren Groh und Erdmann überzeugten mich, 
dann durch starke Einsammlungen, dals die Pilanze 
dort nicht selten sey. Ziemlich zu gleicher Zeit fand 
sie der würdige Hr. Pastor Marcke nebst Hrn. Baron 
v. Remer anf dem Lustberge bei Schieritz in der 
Gegend von Meissen, und wunderte sich ebenfalls, 
diese schöne Pflanze so lange übersehen zu haben, 


doch war sie dort sehr einzeln. 


6. Potent, canescens Bess. Diesein Deutsch- 
land übrigens seltene aber auch in dem benachbar- 
ten Böhmen wachsende Pflanze, entdeckte Hr. Amt- 
mann Rodig und Hr. Bock bei Schwarzenberg. 


294 
7. Potent. norvegica L, Unsere Pflanze ist 
vollkommen die der Fl. danica. Sie wäclıst'an mehr 
als einer Stelle, und ist für die Geographie der Po. 
tentillen zu berücksichtigen. Schon Schkuhr führt 
sie bei Dresden an, und Bucher (pag, 116.) zählt ' 
dann noch mehrere Standorte auf, Der interessan- 
teste Platz ihres Vorkommens sind die Umgebungen 
des grofsen Teiches bei Lausa, wo sie auf einer weit 
ausgedehnten Sandfläche in unsäglicher Menge mit 
Gnaphalium Iuteoalbum, Illecebrum vexticil- 
_ latum, Littorella laeustris (hunderte auf einem 
Quadratfuß), Juncus Tenageja und dgl, wächst, 
In der Lausitz Aindet sie sich wieder, Im Garten aus 
Saamen erzogen wurden in gutem Boden die. foliola 
intermedia foliorum radicalium sehr bald trifida und 
tripartita, endjich trennten sie sich gar, und bilde- 
ten ein folium quinato -pinnatum, so dafs also Har- 
nemanns Vermuthung, dafs P. rutbenica aus ihr 
entstanden sey, welcher auch Lehmann nicht ent- 
gegen ist, bestätigt wäre. Ich: habe sogar: wilde 
Exemplare im September gefunden, wo sich der 
Anfang der Theilung zeigte, am auffallendsten ist 
dies aber an einem von mieinem sel. Freunde Joach, 
Kunze (aus Zittau) bei Hennersdorf in der Latsitz 
1809 gesammelten Exemplare, an welchem, bei ei- 
nem übrigens nicht eben, üppigen Wuchse, sogar 
drei Stengelblätter so tief getheilte foliola interme- 
dia haben, dafs die Blätter dadurch wie quinata aus- 
sehen. Die wilde Pflanze ist © und o?, nach den 
Umständen, bei Ver Cultur wird sie 22, DieP. dif- 
fusa Willd, entsteht sehr leicht in fettem Boden 


agb 


aus.der norvegica, und’'man sollte dieP. ruth ex 
nica nacl Willdenows Diagnose für verschieden 
hälten, allein'wenigstens mir. hat es moch. nicht 'ge- 


glückt, ein Exemplar uwiteridiesem Namen zu. er- 


"halten, welches der Diagnose-in W, En. entspräche, 
daher haben doch wohl ‚Niestler:und Lehmann 
mit Recht diffusa als Varietät der ruthenlea'an- 
gesehen, und es fehlt. nur bles noch ‚Gig Vereihi- 
gung: beider mit norvegica,— Freund Kkhabdrt 
sagt. mim, dafs die norwegischen Botaniker ihm rer- 
sichert hätten, dals ihnen weder ein in’ Norwegen 


' .gesammeltes Exemplar - dieser Pllauze‘, ‘noch: ein 


Standort daselbst bekannt sey. Pa EEue ; 

8. Pyrola rosea:Sm, im Sachsen. etwas’ häu- 
figer als minor, mit welcher. man siezierhliäh all- 
gemein verwechsslte. . Nauhı-Ensehtinungrder vor- 
trefllichen Monographie meines Freundes. Radins, 
kann man sie kennen, Auch über 

g. Pyr. asarifolia Mich. selie man die kri- 

tische Auseinandersetzung ‘daselbst nach. Sie kommt 
zwar an: mehreren Plätzen, aber doch in geringer 
Zahl vor. 

16. Nasturtium anceps R. (Sisymbr. an- 
ceps. Wahblb. Ups. pag. 223.) 

Decandolle hat diese schon von Ehrhart 
und Schkuhr als Sis. amphibium terrestre 
wohl unterschiedene Pflanze ganz übergangen. Wahr- 
scheinlioh hielt er sie für identisch mit Sis. ter- 
restre Sm. welches aber jene trefflichen Deutschen 
unter dem Namen $, palustre recht wohl kannten, 
Bei’Schk, gehört die Abbildung: der Sohatin mit 


296 


dem Namen S. amphib. terr. bezeichnet, nicht 
zu diesem, sondern wie er-im Texte sagt, zu einer 
Abändernng. des 8, sylvestre (s. dies.) mit kün 
zeren. Schoten, ‚welche Dec, eben so wenig als 
Schkuhrs dritte Var, berührt, aber fälschlich jene 
Figur bei keinem$S. amphibium citirt, zu welchen 
vielmehr Schkuhrs $S,aquatiecum derselben Tafel 
gehört hätte. S. amphibium Presl, cech. p. 337. 
scheint N, anceps zu-seyn, sein $, stoloniferum 
l. ce. ist nach Exemplaren von Hın. Opitz: Nast, 
amphibium L. indivisum Dec, pag. 197. wo in 
der Beschreibung auch die auricnlae erwähnt werden. 

tı, Erys. Jacquinianum RB. 

‚a2, Erys, virgatum, Roth. und 

13, Eys. cheiranthoides sind die einzigen 
mir als wirklich anwesenden bekannten Erysima 
der Flora... E, officinale, Alliaria und Bar- 
barea bilden bekanntlich eigene Gattungen. Ueber 
obige drei Arten vergleiche meine Observationes 
“ de Erysimo in der Sylloge. 

ı4. Barbarea arcuata R. Es machte einen 
eigenen Eindruck auf mich im ersten Maimonal, 
den ich in. Dresden lebte, auf "mehreren Aeckern 
diese schöne Pflanzen in ziemlicher Menge zu 3% 
hen, und es wollte mir nicht einleachten, dals ich 
sie in allen Herbarien als E. Barbarea fand. 
Die Flora.cechica löfste bald das Räthsel, und 
in meinem Herbario fand ich auch, dafs ich sie 
schon, obwohl mehr einzeln, in den Gegenden von 
Weimar und.Gotha gesehen, aber damals zu wenig 
geachtet hate, um viel davon zu sammeln, Jch be- 


+ 209 


greiffe es hicht, wie Wahlenberg diese Pflanze, 
denn gewils meint er diese, noch als Barbarea 8, 
aufführen kann, da ihre doppelt so grofsen Blumen; 
ihre abstehenden Aeste, abstehenden bogenförmi- 
gen Schoten, und die Form der Blätter Unterschie- 
de genug darkieten;. Ich entsinne mich diese Pflan- 
ze gefülltblühend in Gärten mit dem Namen ’E. 
Barbarea Pl. pleno gesehen zu haben, Ich 
achtete. sie nicht weiter, weil ich den gefüllten 
Blumen nicht eben zugethan bin, und glaubte da- 
mals an die Möglichkeit eines solchen Kulturwun- 
ders. Eine hinreichende Abbildung dieser Pflanze 
nebst den folgenden habe ich Sturms Flora Heft 
43. gegeben, Erys. patens H, Prag. war dieselbe 
Pflanze. 

15. Barbarea Yulgaris RBr. Diese Pflanze, 
welche man in einer Entfernung von ungefähr fünfzig 
Schritten von voriger unterscheiden würde, wenn 
sie beisammen: wächsen sollten, was gie aber nicht 
tun, ist hier selten, und ich habe auf allen mei- 
nen Wanderungen in der Gegend nicht mehr als 
zwei Exemplare am Ufer der Elbe gefunden. Bei 
Leipzig ist sie häufig, dort fehlt dafür B. arcua- 
ta gänzlich. 

16. Camelina austriaca Pers. (nicht zu- 
erst-RBr,) eine schöne Entdeckung von Hrn, Bauer, 
die derselbe machte als. ich noch in Leipzig war. 
Die Pflanze ist an den Elbufern ziemlich häufig, . 
und würde wohl früher als 5. amphibinm über- 


‚sehen. 


17. Alyssum minimum Jacg. Dals wir A, 


ur 


ep 


campestre gar nicht in Dentschlantl: haben, hat 
sieh, „ayn- Aurel DeC, bestätigt, das an mehrern 
Plätzen; vorkommende A. minimum. wurde bald 
für A, calycinum, bald für:A, campestre bei 
den ‚Floristen angegeben. Man mülste-Bogen’ voll 
sehreiben‘, wenn man die Kritik dieser Pilanzen 
entwickeln wollte. Warum eigentlich. Alyssum 
minimum Clus. hist. V, p. CXXXII. (nioht«% 
133, wie DeC. nach. Willd. unrichtig citirt) nicht 
hieher gehört, sehe ich.nicht ein, Be 
en. Be (Beschlufs folgt.) 
u. Corzespondenz, 

ober die hiesige Pilanzensammlung kann ich 
Ihnen eimiges erfreyliche, aber auch viel nieder- 
schlagendes sagen, — Erstlich war die Erfüllung 
meiner Bitie an Ihre Kaiser], Majestät, mir aus 
England eine kleine Sammlung Zwiebelgewächse 
kommen zu lafsen, die auch alle gut angekommen 
sind, sehr erfreulich, darunter befinden sich ı2 Ar 
ten .der Galtung Haemanthus, von welchen Hı 
albiflorus, tigrinus, quadrivalvis bereits hier geblüht 
haben! ferner 32 Arten der Gattung Amarillis 
woranter: A, Josephinae von hesonderer Größe 
ist.— Von dem Kaiserl, Gärtner Hrn. Buck, so 
wie von dem Handelsgärtner Hrn. Marseille habe 
ich schöne Sachen durch Tausch und Freundschaft 
erhalten. Unter diesen waren : Nyetanthes a 
bor tristis, Pandanus reilexus, Ardisia cremü- 
lata, länceolata, marilima; . Symplocos tinctoria, 
Passiflora princeps, glauca, Aitonii; Anditesmä& 
paniculata, Latothamus villosa et quadrilida, zU- 


- 


299 


sammen. 364 Arten. Von dem Hrm; Prof, Besser 
aus Kremenetz erhielt ich ebenfalls Sämereien so- 
wohl,. als lebende Pflanzen, Von dem Hrn. Kapi- 
tain von Billingshausen, der von seiner Raise - 
um die Welt glücklich im verflassenen Sommer zu- 
rück gekehrt ist, haben Ihre Kaiserl; Majestät eine 
Sammlung Saamen aus Neuholland.und Brasilien, 
so wie auch mehrere lebende Pflanzen ‚erhalten ; 
unter letzteren. befanden sich Amaryllis principis 
Salm gerade bei der Ankunft in der schönsten Blü- 
the; Telopea speciosissima und andere. noch un- 
bestimmte. Alles dieses zusammengenommen, wür- 
de den hiesigen Garten sehr bereichert haben, hätte 
ich nicht das Unglück gehabt, durch .den: äusserst 
nassen Sommer und durch den eben so. schlech-. 
ten Herbst und Winter, der fast' unnnterbrachen 
nals und nebelig war, viele’ gute und. seltene 
Sachen. zu verlieren. Pawlowsk ‚liegt sehr tief, 
rund umher in einer Entfernung von 3 — 6 Wersten 
liegen die Ortschaften 60— 80 Faden höher, durch 
Pawlowsk Jliefst- ein kleines Flülschen, welches im 
Sommer durch die hefligen Regengüfse so sehr an- 
geschwollen ist, dafs der untere T. heil unseres kost- 
baren Parks beinahe 2 Monate lang: unter Wasser 
stand, wodurch viel Schaden ‚angerichtet würde, 
Unsere botanische Aulage im Freien, obgleich in 
‚der Nähe eines bedeutenden Ahbhanges liegend, 
stund über 4 Wochen lang unter Wasser, :so: war 
allenthalben die Erde durch und durch Wassersatt, 
Es wurden hierauf nach allen Richtungen Abzugs- 
Kanäle angelegt, wodurch dem Uebel einigermalsen 


% 


“ 


500 - = 


Einhalt geschah. Dafs ich da viele Pflanzen verko- 
xen habe, brauche ich Ihnen kaum zu sagen, kı 
habe allein vom Septemb. bis heute über 60 Arten 
Mesembryanthema, fast alle junge Eriken und 
Proteen, alle älteren Pilanzen der Gattung Ci« 
stus und noch viele andere Sachen ganz verloren, 
wodurch ich in dem Pflanzenverzeichnifse des bie- 
sigen Gartens, woran ich eben arbeite, viel aus- 
streichen mulste, Bis zum Mai oder Juni gedenke 
ich damit fertig zu werden. 

Nun noch ein Paar botanische Bemerkungen: 
Alopecurs nigricans Hornem. { Alopecurus ım- 
thenieus Hort. Dorp, 1810.) ist keineswegs Varie- 
tät, wie ich mich durch ıojährige Erfahrung be- 
lehrt habe von Alopeeurus pratensis, sondern 
unter allen Verhältnifsen des Bodens, der Trockne 
oder Feuchtigkeit, gleichbleibend und selbstständig. 

‚Valeriana pubescens Germ. (V. Flor. ı8al. 
S. 288.) ist Synon. mit Fedia uncinata M. B.; ich 
selbst habe die Pflanze damals zu Dorpat behandelt, 

Polygonum viviparum Lin., welches bier 
auf allen feuchten Wiesen eben so schön als Miu- 
fg vorkömmt, liefert nie Saamen; ein Gegenstand, 
den ich seit 8 Jahren jährlich wohl beachtete; nüf 
die bekannten Bulbilli in Menge. 

‚Im verflossenen Sommer hat Here Prescoft; 
ein junger englischer Kaufmann, der mit vieler 
Liebe und wissenschaftlichem Geiste die hiesige 
Flora sammelt und studiert, bei Oranienbaum aM 
Seeufer Salsola soda L. und an einem andert 
Orte Eriophorum alpinum L. aufgefunden. Mit 


301 


ihm auch einmal botanisirend, haben wir 20 Wer«- 
“ste von Petersburg an einem See Carex chordor- 
rhiza, filiformis, limosa, Scheuchzeria palustris, 
und andere seltene Pflänzchen. in Menge gefunden, 
Bei Pawlowsk fand ich auch, aber nicht gar häufig, 
Carex microstachya Lw. Carex’loliacea Schk. 
und tenella Schknhr; letzteren halte ich vom er- . 
steren einstweilen verschieden, bis künftigen ‚Früh- 
ling an lebenden Pflanzen sich nochmals alles ge 
nau. untershichen läfst, Der Habitus scheint mix, 
etwas verschieden an den getrockneten Exemplaren, 
Pawlowsk. . 4.4 Weinmann, 
“ Kais. Gärtner. 
„in. Anzeigen. 
(Mutis’s Abbildungen nnd Beschreibungen süd-: 
amerikanisgher. Pflangen betreffend.) 

‚Man hat vor einiger Zeit, Nachrichten zufolge, 
die man aus Neu-Granada’ erhielt, behauptet, dafs 
alle botanischen Entdeckungen des berühmten Mutiss 
welche er auf Kosten der spanischen Regierung 
durch mehr als 40 Jahre in einer der schönsten Ge- 
genden von Süd-Amerika machte, oder wenigstens 
der gröfste Theil derselben, durch das. Zusammen- 
treffen der kämpfenden Armeen gänzlich vernichtet 
wurden. Alle Freunde der Wissenschaft mufsten 
diels mit grofsem Bedauern vernehmen, Wir haben - 
indessen das Vergnügen zu versichern, dafs Alles, 
ausser einigen Katalogen, wohl erhalten in Madrid 
angekommen ist, und sich gegenwärlig im botani- 
schen Garten unter Aufsicht des Prof, La Gasca 
befindet, der die Gefälligkeit hatte, Jemandem, dexr 


Ä 


302 


neulich aus’Spmieht hier (in England) ankam, die 
Zeichnungen zu zeigen. Die von Mutis gesammel- 


ten Pfllanzen wurden an Ort und Stelle in dem 


schönsten: Stile von Süd - Amerikanern gezeichnet; 
welche, wie‘ man gestehen mufs, ein besonderes 
Talent zum Zeichhen -und Malilen besitzen. Die 
Exeinplare, : mehr als 4000 ‘an’ der Zahl, wurden in 
weiten und entfernten Distrikten in einem 'heilsen 
: Klima gesammelt, und in dem Augenblicke, wo sie 
gepflückt wurden, gezeichnet, 'Dadurch haben die- 
se Abbildungen: eine Lebendigkeit und Natürlich- 
keit erhalten, die noch nie erreicht wurde. Es be- 
finden sich’ darunter einige hundert vorher in Eu- 
ropa noch nie bekannte Arten. Die Naturgeschich- 
te der China (Cinehona), in vielen Zeichnungen, 
welche das Genus und die zahlreiclien Arten um- 
fassen, dargestellt, ist. besonders vorzüglich. Die- 
ser kostbare Schatz fiel in die Hände des Generals 
Morillo, als er Santa Fe einnahm, Er führte die 
ganze Sammlung’ mit. sich fort, und liefs sie auf ein 
Schiff bringen, aüf- welchem sie glücklich nach 
Spanien gelangte. Die Beschreibungen zu diesen 
Abbildangen befinden sich jedoch gegenwärtig noch 
in- Amerika, und sind folglich nicht verloren, Da 
die Finanzen jetzt in Spanien sehr zerrüttet sind, 
so werden Jahre ergehen, bis diese Sammlung, der 
. nicht leicht eine andere gleich kommt, dem Publi- 
kum wird mitgetheilt werden können. Wir neh- 
men uns aber die Freiheit vorzuschlagen, dals Ge- 
nmeral Bolivar und die Regierung, deren Präsident 


er ist, in den künftigen mit den spanischen Mini- 


stern: zu schliefsenden Traktaten über die Urab- 
hängigkeit Amerika’s die Verbindlichkeit ‘der Her- 
ausgabe der Werke des Mutis nicht vergessen 
möchten, Man ist diefs der:: Wissenschaft: über- 
haupt,. so wie dem Andenken’ dieses alsgezeichne- 
"ten Botanikers schuldig; wohl auch dem 'Antenken 
seiner Mitarbeiter, deren. mehrere, namentlich der 
so sehr 'beklagenswerthe Galdas, als Opfer jenes 
Kampfes fielen, der jetzt seinem Ende so nahe ist, 
(Aus Täilloch’s Philosophical Magazine amd 
Journal, ‘December ı82ı, p. 460.) 
VW. Lesefrücht« 
 Matihioli, welcher dem Theophrast folgt, 
will es für ganz gewils behaupten, ‚dafs sowohl die 
weibliche als die männliche Palme Früebte tragen, die 
Landeseinwohner von Cypert; Syrien td Palkstind 
versiehern jedoch das Gegentheil; .und wenn such 
diejenigen Palmen, an denen ich Früchte gesehen 
habe, zum Theil männliche, zum Theil weibliche 
geweseh seyn sollten, so ist doch gewils, dafs, wenn 
hicht in einer Weite, die man mit den Augen ab- 
sehen Kann, einer von solchen Bäumen steht, die 
diese Leute, weil sie niemals Früchte tragen, männ- 
lich nennen, die andern, sie mögen von einem Ge- 
schlecht seyn, von welchem sie wollen, keine Frucht 
mehr bringen, wenn sie es auch sonst nach ihrer 
Art zu thun pflegten. Ich weils dieses aus der Er- 
fahrung, denn als im Jahre 1767 ein Palmbaum nicht 
weit von Barnica abgehauen wurde, hörten alle. 
die andern in dieser Gegend stehenden sonst frucht- 
bar geweseren Palmbäume anf, Datteln zu bringen, 


\ 


30% 


Die Naturkündiger mögen nun diesen unfruchtbaren. 
Baum männlich oder weiblich nennen, so ist en 
doch. eine ausser allem Zweifel gesetzte Thatsache, 
dals olne diesen die andern. keine Frucht tragen, 
und wenn sie es vorler getban haben, aufhören, 
nachdem, er abgehauen worden ist, auch wieder 
von neuem Frucht _zu bringen anfangen, wenn wie- 
der ein junger von der Art aus der Wurzel des al- 
ten hervorgewachsen, oder ein anderer neuer an 
eine solche Stelle gepflanzt worden ist, dals er 
von den fruchttragenden Palmen aus gesehen werden 
kann, indem ein einziger dergleichen männlicher 
oder nicht fruchttragender Palmbaum genug ist, alle 
diejenigen, von denen man dahin sehen kann, frucht- 
bar machen kann. Vergl, Joh. Mariti Reise durch 
Cypern, Syrien und Palästina, übersetzt von J. B, 
Hase, Altenburg in der Richterischen Buchhand- 
lung. pag. 408. | 
‚Vv. Bemerkungen, 
‚Erweiterung botanischer Gärten. 
So wie die Lehrstühle der Botanik in frühen 
Zeiten erstnach und nach von den medicinischen g9- 
trennt, Selbstständigkeit erhielten, so scheinen jetzt 
botanische Gärten zu beginnen, die anfangs nur of- j 
ficinelle Gewächae berücksichtigten, dann das ganze 
Gebiet derBotanik umfalsten, nun auf einzelne Zweig® 
wie sie die Wissenschaft erheischt, zurückgeführt wer“ 
den. Während nemlich zu Münster und Regensburg 
botanische Gärten für Deutschlands Flora und für eri« 
tische Gewächse geschaffen werden, während Funck 
in Gefrees Laubmoose cultivirt, benutzt „Ruchinger 
in Venedig den seinigen um Wasseralgen anzubauen- 
Vergl, Trattinnick bot. Taschenbuch 1821. $.51& 


Flora 
oder 2 
Botanische Zeitung. 


, Nro. .20, Regensburg, am a8. Mai aßaa. 


1. Kateatsa Namen 


Beytzäge zur Flora dresdensis; von Herrn 
Prof. Reichenbach. (Beschlufs.).. 


18. Eipitobium lanceolatum Sebast.- et 
Mauri. fand ich in mehreren Gegendeht 'uhserer 
Gebirge, in schattigen Felspartkieen, und ati Mau- 
ern der Gebirgslörfer, - Men verwechselte es viel. 
leicht mit montanum. Die Arten der ganzen Gat« 
tung sind nicht leicht zu unterscheiden, und ich 
fürchte, dafs manche Verwechselung 'statt findet, 
weil es ebenfalls an guten Abbildungen fehlt; Ich 
werde nächstens die deutschen Arten abbilden, und 
bitte nur noch um E. simplex Txratı 

19. Fedia auricula DeC. Ich fand sie in 
nicht geringer Anzahl am Ufer der Elbe, Als ich 
sie dem Herrn Amtmann Rodig mittheile, erfuhr 
ich, dals er dieselbe Entdeckung gemacht hatte, 
Den Beschreibungen bei DeC. Suppl; ad Fl, Franc, 
pP. Ang, so wie bei R, und $. I. pı 365. möchte ich 
toch hinzusetgen: scabrities caulis et ramorım in« 
signis, Ueber die Furche an der Frucht sagt De6, 


„son Fruit est muni d’un ldger sillon,” und R, et 


Fi . 

‚506 f; ki 1.5 
S. „obsofete sulcata, ”. .da.nun aber die Furche an 
unserer Pllanze ziemlich tief ist, höchstens im Ver- 
UER Kiiti E, “Sarinata lehfalls flach zu Nenn 
“ ist, so zweifelte ich dafs unsere auch DeCandol-. 
le’s Pflanze sey. -Näeh Vergleichung mit Exempla- 
ren; die ich der freundlichen Hand des Her Dr. 
Koch" aus der-Gegend“vorr Iaubenheim verdanke, 

bleibt kein Zweifel über unsere Bestimmung. 

20. Fed. „düsyoatpa Stey.' MB, Sppl, hatte 
Hr: Pick“ S pr nah, älso” dehr richlig al5’ Yal, 


r* 3 


u dentätä"NB. Fi r. TAAR- Cue: zu seiner F. Mo- 


- wisomiig cHirt, so dals.diese weder ku hy mixta 
‚Vahlnaclizu F,.eriocarpa hois. gehören "kom- 
ke. 1a Hr. Dr, Kach theilte. mir die,F. dentata 
seminibus. hirsulis. K. et Z. „Cat. plant, palat, aus 
.der;Gegend ‚von Oiterbach mit, und ich bin dnrch 
genaue, Vergkeichung:. übergeugt; dals diese die I 
‚Morisengi Spr., mithin augh wohl die F. dasy- 
carpa M®...ist,. Ich, sah, ‚aus Saamen gezogene 
Exemplare die. auch nicht im geringsten verändert 
waren; und: möchte. nicht ‚glauben, dafs, die Bede- 
akung den Frucht, bei den Valerianeen wandel- 
Bor styy. „An:E, dentatp sollte man der Vollstän- 
Jigkeit wegen. Coklumna's Valeriangila, alterg 
ande ushhikigato-et, laevi semine, Ecphr, pı 208. i4 
209. 'eititen; wie Wilhd.;gethan hat, : Es ‚ist dooh 
eine Freude, ‘vom Jahre: 1626 ein Werk. mit.so yoll- 
ständigen. Zergliederungen. zu gehen, "während - wir 
diese heut zu Tage in voluminösen und, kostbare 
Prachtwerken vermilsen. 


21. Echinospermum Lappula sw. "Myo- 


307 
sotis Lappula Linn. Wahlb. Diese seltene 
Pilanze fand mein Brüder vor zwei‘ Jahren in’ der 
"Gegend von Königstein. + Die - Auseiriändersetzung 
"dieser Pflänze init‘ Myos. Lappula: :der- Aucloren 
und ‘Floristen s. ap. Sturm. Heft 43. ferner kürz- 
ich” in' 'der Sylloge yad,'6. 2 


Beer Myolsdtis,; üanudfe : gänze Sat söweit 


sie ; dei’ Heüitschen Fildrä gehört, ' Aebt uns die Mo- 
nographie® 'ipelche "Sturms Heft Ag: "bildet: Auf. 
schluift, "Waselbst ist auch , -auf die- hiesige: Gegerld 
Rücksicht genomieh. ' "Die Diagnosen" ateinisch 
finden ’sich ih der Sylloge: p53, 

"23. Veronica Büxbaumii Ten. - Die Pllan- 
ze ‚Sieht: mir" immer’ aa, als wäre siv"bei-hne ge- 
schaffen, däher ich auch’ dan Naraen vor 'Poiret 
nicht ‘gern vorziehen öchte. '- "Wahrscheinlich 
wächst sie in ganz Europa, denn sie findet sich 
auch im hohen Norden, Bemerkenswerth ist noch, 
dafs der Habitus dieser Pflanze, sö wie ihrer näch- 


‘sten’ Verwandten nach dem Alter so ändert ‚ dals 


der Unkundige sie zu' unterscheiden veranlalst wer- 
den könnte, In den ersten Tagen ihrer Blüthezeit 
zeigt sie breite fast herzförmige Blätter, die Biu- 
menstiele sind da wenig länger als :jene,' sobald 
aber die ersten Blumen ziemlich reife‘ Früchte ha- 


‘ben, so ändert ‚sich das Ansehn, 'und "alle Theile 
"strecken ’sich in die Länge. Die Blätier erscheinen 


nun viel kleiner, weit kürzer als die Blumenstiele, 
und viel schmäler als früher. In dieser churakteri- 
stischen Form bildet sie Hagenbach: ab. Auf fet- 
tem Boden fängt um diese Zeit der Stengel an zu 


Ua 


508 


wurzeln, er streckt sich dann zu einer bedeuten- 
den Länge, und wird sehr ästig. 

24 Veronica versicolor Fries Nov, V. p. 
63. Ziemlich durch ganz.Sachsen. Bei der Kultur 
aus Saamen nicht im geringsten geändert, ausser 
dals ich rücksichtlich der Blumenfarbe auch Exem- 
plare mit. blafsrother Korolle, deren breiter Ab- 
‚schnitt, ‚ein wenig gesättigter xosenroth , war, be- 
merkte, ohne so viel ich. weils von einer sa blü- 
- enden Pflaxze, sondern blols von solchen mit. wie 
gewöhglich., blafsblau Iykühenden Blumen .den Saa- 


men genommen zu haben, Von einem weikblü- 


henden Exemplare welches Hr. Groh fand, giengen 
zwei, Saamen auf ‘und: gaben wieder weilsblühende 
‚Exemplare, Die V. ve rei color, die ich von 
Fries selbst habe, ist nach ibm selbst: V, agre- 
stis-Lian., also wäre es besser ilır diesen Namen 


‚zu lafsen.,. Die mit rosenrotlien Korollen scheint 


V, pulchella Bernb. zu seyn, welche wabı- 
scheinlich auch V. pulchella Bast. und De. 
‚Suppl.' p. 388. (corrige in Link Enum, p. 26. nam 
‚Veromea in indice desideratur.) welche bei den 
„Schrifigtellern bei R, et $. nachzutragen sind. Bei 


der Ver calycida Fries sollte man kaum glau- . 


‚ben dafs plaginiis calyeinis incisis” für die Dia- 
guose gelten -Könnte, da dies wohl nur als mon- 
‚ströse Abweichung zu betrachten ist; auch sehe 
ich, dafs an einem wnd demselben Exemplar 
laciniae incisae et non incisae vorkommen, ® 


sagt auch in der Beschreibung nur „calyx saep? 
5-fidus.” 


m _— m un _ 


309 


25. Veronica opaca Fries. In einigen 
Gegenden häufiger als vorige, in andern weniger 
häufig, 

26. Veronica polita Fries, Ebenfalls in 
ganz Sachsen, jedoch einzelner als vorige Arten, 


‘Im allgemeinen stimme ich Fries vollkommen bei, 


wenn er sagt: „allafae, sub V. agresti commutatae 
species magis quam plürimae e tribu V. latifoliaet, 
longifoliae etc. differunt. Plantae annuae de ce- 
tero minus variant, Mixtae, sed nunquam confluen-, 
tes reperiuntur, indeque non varietates locales. — 
Solo quoque diverso satae persistentes.” Daher finde 
ich es unrecht, wenu man die Entdeckung dieses 
überaus thätigen Botanikers, so sans fagon vernich- 
ten will. Die Abbildangen dieser Arten werden 
sich nicht übel ausnehmen,: Ich bemerke hoch, 
dals man dem Umstande des Ausfallens der Korol- 
len nur dadurch entgehen kann, wenn man sie früh, 
wenigstens Vormittag einlegs Nachmittag fallen 
alle ab. 

"ar. 'Chenopodium opulifolium Schrad. 
wächst in ganz Sachsen, am häufigsten bei Leipzig’ 
Ich hielt es ehedem für Ch, album, bis ich 1813 
ein Exemplar aus dem Göttinger Garten erhielt. 
Eine, wie ich glaube, nicht ganz unnütze Beobach- 
tung machte ich im $ommer bei der Kultar. Die 
Pilanzen brachten nämlich in den kalten und rau- 
hen Tagen des Frühsommers sehr schlaffe Corym- 
bi, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, an ilınen. 
uur wenige Blumenknäuel, Nachdem endlich ei- 
nige Wärme eingetreten war, fingen die Pflanzen 


310 


an, den Stengel:zur Seite dieser Corymbi hinans- , 
zutreiben, und wuchsen sa schnell, dafs jene bald 
nur ı/3 von der Höhe der Pilanzen einnahmen, 
Der obere Theil brachte: seine gewöhnliche Intlo- 
reszenz, nämlich etwas grolsgeknauelte zusammen- 
gesetzte, ziemlich gedrängte blättrige Trauben, . Man 
sollte also wohl die Intloreszenz aus den Diagno- 
sen, wenigstens in dieser Abtheilung der Goran 
verlalsen. 

28. Chenopod. acutifolium Kit. Nicht 
blos in Ungarn und Sclavonien, sondern in ganz 
Sachsen, und zwar häufiger als Ch. polysper- 
mum, für welches es immer passiren muls. ‚Die- 
ses blieb sich bei der Kultur auch unter wechseln- 
den Verhältnifsen der Witterung vollkommen gJeigl. 

29. Chenop, glomerulosum Fl. Sax, wahr- 
scheinlich Ch. opulifolium Wulf, eine eigene Art, 
nach Ausweisung der Cultur. Durch Wallrotk 
werden unsere Chenopodia in den Schednlis 
eriticis genauer unterschieden. \ 

30, Atriplex microsperma Waldst,. Kit 
tab. a21. fand schon der sel, Ditmarsch am Uler 
der Elbe bei Laubegast, Ich weils noch nicht, wie 
es zu. verstehen ist, dafs in W. Kit, tab, 250. wie- 
der eine, ganz 'andere A, microsperma, nämlich 
die A. hastifolia Fl.Sax, (mit Wahrscheinlichkeit 
A, laciniata Schk. t, 349.) abgebildet wird, Ueber 
so etwas findet man bei andern Schriftstellern lei- 
der keine Nachricht, und ich kann den Test zu 
WK, nicht sogleich nachsehen. Was ich darüber 
in Erfahrung bringe, will ich noch mittheilen, Die 


m 


Zıı 


Valvıla sieht im Schk,, ein wenig anders aus, als 
im WK, ‚ jedoch liefse sich dies durch eine bei der 
folgenden beizubringende Bemerkung erklären, 


51. Atripl. campestris Koch. et Ziz, Cat. 
p. 24, übrigens auch nach einem mir ven Hrn. Dr, 
Köch selbst freundsekaßllich mitgetheilten Exem+ 
plare ' bestimmt, fand .ieh siemlich häufig in der 
hiesigen Gegend. In der Jugend. ist sie. sehr. sülber- 
schuppig, späterhin wird sie. vollkommek wie A. 
tararica Schk. t, 3äg. die ich unbedingt hier an- 
ziehe, denn die eigentliche A. tatarica sieht ganz 
anders aus, An der unsrigen habe ich nun noch 
zu bemerken, daß die weiblichen Kelchblättchen 
an einigem Blumen dorsa.muricata sandy. wiesjfetens 
mit zwei kleinen Hervorregungen. Solche. Blumen 
verhielten sich zu den darsa Isevibus m 2: 15, we- 
nigstens ungefähr, Ich habe in meinem ösamen- 
katalog den Saamen dieser Pflanze angeboten, und 
mich gefreut, dafs schon einige botan. Gärten da- 
von Gebrauch machten, wodurch. diese interessante 
Species bald näher bekannt werden wird. 


‚32. Orchis globosa L, Diese prächtige Pilan- 
'ze fand ich in der freundlichen Gesellschaft der 
Herrn Bauer und Hofmeister auf dem Geising, 


‚in einer ziemlich hohen Gegend an der Gränze des 


Erzgebirges, wo schon mehr Winter als Sommer 
ist, Es herrscht dort. in den Niederungen das 


. Melampyrum sylvaticum, in den Höhen zeigen 


sich Wiesen mit Centaurea phrygia, Astrantia 
major, Meum athamantinum, Trollius altissimus, 


! 


312 ’ 
Lilium bulbiferum und dgl, bedeckt, auch fand 
Schub art in dasiger Gegend Hieracium alpinum. 

32. Alopecurus paludosus Pal. Beauv, 
Ich hielt ihn auch mit andern früher für A. Zul- 
yus Sw., und fand nach Anzeige dieser vermein- 
- ten Entdeckung in Deutschland, dafs das Gras bei 
Leipzig beinahe hänfiger war, als A. genicnlatus 
Hr. Dr. Koch hatte die Güte mir. zu melden, dals 
meine Pilanze nach einem Exemplar von Pal. 
Beauv, in: Mertens Herbario obige Bestimmung 
erhalten müfse, sie hat nämlich nicht antheras sub- 
rotundas, (solite' wohl subglobosas in der Diagnose 
heilsen,) sondern oblongas, Meine Pflanze ist- voll- 
komiien caesio . pruinosa. Die Farbe &er Anihe- 
ten ist auch lebhaft rothgelb. 

34. Zannichellia palustris L. Diese Pflan- 
ze- stand früher in der Flora, sie war aber nach. 
Versicherung des Finders mit Ranunculus penoe- 
danifolius verwechselt worden, und ich freue mich, 
sie nun wirklich als einheimisch aufführen zu kön- 
nen. Sie wächst in Gräben am Brühlschen Palais. 
Von daher wurde Erde in den botan. Garten bei 
dem Bau einer Anlage für Wasserpflanzen geschaft, 
und in den hierzu gebildeten Gräben erzeugte sie 
sich nebst Hydrodyction utriculatum in Men- 
ge. Als ich bei dieser Entdeckung mein Herbarium 
nachsah, bemerkte ich dafs die hiesige Pllanze ein 
wenig anders als die Leipziger aussieht; diese nicht 
anders als die Hallische oder Mansfeldische, jedoch 
ganz anders als die Pfälzische, diese anders als die 
Neapolitanische, und diese wieder ganz anders ala 


* 


313 


die vom baltischen Meere. Dieses anders Ausse- 


hen besteht aber nicht etwa blos in der Größse und 
Form der Blätter, obgleich. in dieser Hinsicht der 
Abstand zwischen der sehr zarten und schmalblät- 
trigen neapolitanischen und der am baltischen Meer 
von Freund Kaulfufs gesammelten breitblätirigen 
grofs ist; sondern wenn ich bemerke ‚dafs die An- 
heftungen der Blumen und Früchte bei der Leip« 
ziger sitzend, wie bei Schk.; bei der Kochischen | 
gleichsam in einer umbella pedunculata stehend 


‘(wie bei Micheli); bei der hiesigen einzeln ge- 


slielt; bei der neapolitanischen und baltischen ver- 
hältnifsmäfsig ausserordentlich klein und in der 
ocrea versteckt; ferner das Verhältnifs des Fila- 
ments zu den Pistillen aehr verschieden, ‚wo. beide 
bei unserer Leipziger ziemlich wie bei Schk.; bei 
der Kochischen ziemlich von gleicher Länge; 
bei den neapolilanischen das Filament etwa 10 — 
ı2 mal länger; ferner die Früchte an der Basis ab- 
nebmend ziemlich bei allen; an der Basis abge- 
stutzt bei der hiesigen; auf dem Rücken fast in- 
tegerrimi, überhaupt fere laevissimi bei der Ko- 
chischen; crenatö - dentati bei der Leipziger und 
Mannsfeldischen, wie bei Gärtner t. ı9.; acute 
denticulati bei der hiesigen, wie Schk. fig. e. je- 
doch, im lebenden Zustande wenigstens, auch am 
Innenrande mit 3 - 4 Zähnchen versehen sind, u, sw. 


‘so will ich hierduxch blos den Wunsch angedeutet 


haben, dafs jedermann seine Zannichellien nachsehen 
möchte, und dafs dann einer, dem mehr Mitiel dazu 
au Gebote stehen, als mir, worunter ich vollstän- 


514 

dige in allen Lebensperioden befindliche Exen- 
plate” "aus‘ so vielen Gegenden der Weit als möglich 
ist, und eine dazu ausreichende Bibliothek verste- 
he,, die vollständigern Resultate seiner Vergleichun- 
gen, vorläufig aber jeder wer Gelegenlieit hat, das 
Gewächs zu beobachten, gründlich beobachten, und 
seine Bemerkungen der Flora mittheilen sollte, 
Würde es sich bestätigen dafs mehrere eigene Arten 
hierunter vorhande wären, so dürften diese ge- 
wils am schicklichsten nach ihren Autoren: Z, Mi- 
cheliana,' Gärtägriana, Schkuhriäna zu be-_ 
hehnen s seyn. Noch erwähne ich, dals die meisten 
Zannicheilien Zwitterblumen haben. 


15 Pflanzen »- Verzeichniße 


Verzeichnifs der seltuern nm Augsburg wildwach- 
‘senden Pflanzen ; "ven Hrn, Dr. Dobler. 


Der verehrl. Gesellschaft korresp. Botaniker 
übersende ich hiebei ein Verzeichniss der bedeu- 
tendern, sichtbar blühenden Pilanzen, welche in 
der Gegend um Augsburg (etwa 3 Stunden im Um-: 
kreise) wildwachsend vorkommen, Auf Vollstän- 
digkeit kann dieses Verzeichnils keinen Anspruch 
machen, da ich erst einige Jahre mich in Augsburg 
aufhalte, und meine Berufsgeschäfte mir bisher nur 
sehr wenig Zeit übrig liefsen, diese, in botanischer 
Hinsicht so anziehende Gegend genau zu durchsu- 
chen, Vebrigens hat Hr, Dr. v. Alten, Apotheker 
zum Engel, eine Flora von Augsburg angekündigb, 
von welcher zu erwarten ist, dals sie dieses kurze 
Verzeichnifs an Reichhaltigkeit übertreffen werde, 


Veronica spicata. 

—_ serpyllifolia, 
Pinguienla vulgaris, 

—  alpina, 
Utricularia minor, 
Salvia verticillata. 

—_ glutinosa. 
Circaea intermedia, 
Cladium germanicum, 
Gladiolus communis, 
Iris sibirica.. 
Cyperus virescens. 


I 


Seirpus: earicinus,, 


_ lacustris.£. minor, 
‚ Eriophorum. vaginatum- 


Andropogon Jschacmum. 
Phlenmn nodosum. 
»Molinia caerulea. 
Aira caryophyllea. 
— . flexuosa. 
Holcus borealis. 
Bromus inermis, 
Sesleria caerulea, 
Globularia vulgaris. 
Scabiosa sylvatica, 
Gallium sylvaticum, 
— hercynieum, | 
—  boreale. 
Asperula tinctoria. 
 — eynanchia, 
Alchemilla vulgaris, 


345 


, Potampgeton perfoliatum, 


— densum. 
— gramineum, 
— märinum, 
— p usillum, 


' Primula farinosa.. » 


j Verbascum Lychnitis, .: 


— ‚ Blattaria... 
Chironia pulchella, 
Vinca minor, 


r 
tin a 


DR 


Atropa, a E . 


Phyteuma orbieulare, 
Campanula caespitosa. 

— latifolia. . 

_ urticagfolia.. ni , 

— glomerata, . nu 

— Cervicaria. 

— Speculum. 
Xylosteum vulgare, 
Rhamnus saxatilis, 
Impatiens Nolitangere, 
Jasione montana. \ 
Thesium Linophyllum.. j 

——  montanum. 
Asclepias Vincetoxicum 
Gentiana cruciata. . 

—  eiliata, 

_ asclepiadea.. 

_ Pneumonanthe, 

— grandiflora, 

—  verna, 


5i6 


Gentiana ntricnlosa, 
 —  gerrmanica, 
Chenopollium bybridum. 

— glauenm ° 

—  olidum, 
Astrantia major, 
Athamanta Oreoselinum, 
Laserpitivm latifolium, 
Pimpinella magna, 
Seseli annunm. 
Sium änkustifölium, ' 

— "nodiflorum, 

— repens, 
Scandix hirsuta, 
Cancalis grandiflora. 
Torylis 'Anthriscus, 
Opulus 'glandulosa, 
Viburnum Lantana, 
Tamarix germanica. 
Parnassia palustris, 
Linum Yiscosum, 

— Savum, 

Drosera rotundifolia, 

— longifolia. 
Allium suaveolens, 

—  earinatum, 


ConvallariaPolygönatum, | 


Hyacinthus hotryoides, 

Anthericum ramosum, 
— Liliago, 

Ornithogalum villosum, 


:Lilium Bulbiferum: 


— Martagon. 
Veratrum album. 
Tofielda palustris, 


, Triglochin palustre, 
| Rumex sanguineus, 


—  scutatus. 


| Acer Pseudoplatanus, 


Erita herbacea. 


| Vaccinium uliginosum. 


—  Vitis idaea. 


| Schollera Oxycoccos 


Oenothera biennis, 
Daphne Cneorum. 
Polygonum Bistorta. 
'— viviparum. 
Adoxa Moschatellina. 
Paris quadrifolia. 
Butomus umbellatus, 
Monotropa Hypopithys 
Pyrola rotundifolia. 

— minor. 

—  secunda. 

— uniflora. 
Arbutus Uva ursi, 
Saxifraga Hirculus, 

—  granulata. 


| Gypsophila repens, 


_ muralis. 
— Saxifraga, 
Dianthus deltoiden. 


Dianthus -superbus: . | 


Silene conica. . 
Sedum T elephium. 

— dbum.. 

— sexangulare, 

— villosum., ,.. 
Melandrium aalretee 

— pratenggei,... a 
Viscaria_ vulgaris, 
Asarum europaeum, 
Euphorbia duleis, 

— helioscopia, 

—. segetalis. 
Philadelphus coronarius. 
Spiraea Arungus, 

—  Filipendule, - 
Rosa cinnamomea, 

—  gallica. 

.— arvensis. 
Rubkus saxatilis. 
Potentilla argentea, 

— alba. 

Geum rivale, 

— urbanum. 
Comarum palustre, 
Helianthemum Fumana 
Nymphaea lutea. 

— alba, 

Aconitum Lycoctonum. 
Thalictrum flavum, 
—  aquilegifolium, 


d37 

Pulsatilla vulgaris. _ .; 
Ranunculus auricomus; . 

— montanus., 

_ lanuginosus.. 

ge aconitifolius, 
Adonis anetnmnalis. 
Ajuga pyramidalis. 

— .gpmevensig,,.... 
Teucrium monlanum, 
Nepeta Cataria. 
Thymus Acinos. Ka Bw 
Melittis grandiflora. _ 
Orobanche GeToRNar 

LEO ne 
Lathraea squamaria, 
Melampyrum sylvatieum, 
Bartsia alpina, 
Scrophularia aquatica, 
Digitalis purpures, | 

— media, 
Pedicularis Sceptrum. 
Antirrhinum majus. 
Linaria alpina, 

— minor. 
Camelina deMata: 
Alyssum calyeinum, . 
Thlaspi alliaceum, 

— montanum, ' 
Gochlearia ofkcinalis. 
Biscutella laevigats. 


\* 


“ 


318 


Myagrütli IRRFTERE, | 
Tritiggtäbra 9° 
— Hirt 0° 
Sisymbkium aylvestie. 
— teirestre”" 
ei 'Barbarea: ein ' 
— Alliaria, 0° 
Geranium pratense. 

_ "&lambiniikt" ' 
—_ pasillam, 
Polygala’ amafa.’"? i u 

— " Chamaebuxik. 
Spartiem scopariam, ' 
Genista sagittalis. 
Ononis hircina. 
Lathyrus tuberosüs. 

— sylvestris. 

— latifolius. 
Cytisuz nigricans, 

— $upimus, ' 
Tetragonolobussfiiguosus 
Astragalus Cicer. 

-—— giyciphyllos, 
Trifolium hybridum, 

— moptanum, 

— robens. 

— dJexuosum, 

—  alpestre, 
Onobrychis spicata, 
Coronilla varia, 
Hypericumquadrangulare 


Ran 


Hypericum dubium, 

-— humifusum, 

— montanum, 
Lapsana foetida. 
Hieraciıfh alpestre, 

— cyMosait. 
"stäticaefolium. 
Prenanihes purpurea, 
Leontodon salinus. 
Apargia hastilis. 
incana. 
Scorzönera lanata, ” 
Hypochoeris maculats, 

—  glabra, 
Serratula tinctoria. 
Carlina acaulis 
Cardnus crispus. 

—  deiloratus. 
Cnicusa eriophorus. _ 

—  heterophylius. 1 
Tanacetum vulgare. 
Conyza squarrosa. \ 
Gnaphalium sylvaticum. 
. — montanum. 

—  Inteoalbum. 

— uliginosum, 
Pyrethrum corymbosuit. 
Cineraria integrifolia. 
Senecio tendifolius. 
Tussilago Petasites, 
Arnica montana, 


[nn j 


Arnica Bellidiastrum, 


Asier Amellus. ' 
Inula dysenterica. 
Achillea Ptarmica. : 
Buphthalmum 'grandiflo- 
‚rum. ' 


Centanrea 'phrygta. ° 
"month 
— peidwlata. 

Orchis .döriophora. 


_ ustulata, 


“mililäris, 
bifolfa. 
pyramidalis, 
mascula. 
sernbuciua, 
'ddbrätissima. 
—  conopsea. 
Oplırys Monorchis. 
- ' myodes. 
—  arineifera, 
— apifera, 
Neottia spiralis. 

— Tepens. 


Iırt li 


Epipactis 1stifolia, 


— palusiris. 

— Nidus avis, 

—_ ovale’ 
Malaxis Loeselic. 
Cypripedium Calceolus. 
Carex Davalliana, 


“N 


%ı9 


B Be en 
Carex arenarig, , 
—  intermedir...., 
— ovalis,. rs, — 
— brizoidegu 
—  remota, Ye! 
“l curta,' ' 


11% \ m paradonär‘ zu 


ra nabuıadet- 

Er landchidar"" & 
ot digitaii,! Pond 
*. pilulifeta, " 
collina. 
eiliate, 
tomentoldi " 
ya," DE 
"Dedert. 
umbrosa, 
pilosa, 
panicea. 
pallescens, 
‚stricte, 
sylvatica. 
glauca, " 
Aliformis, 
acuta. ; 
'Sparganium ralosum. 

— natanı, 
Myriophyllum spiektum, 

_ vertieillatäm. 
‚Ceratophyllum demersyun 


Per TE} 


PEN submersum, 


D 


Rltbocına 


wu 


% 
— 


Dap 


Poterium Sanguisorba. . ‚| Salix Hoppean® 
Pinus Lafix. — lanala. 
Typha JetHolia, 


eng: 4 — repens, 
—  angustifolia. i 


—_— mnima : -- 
‚ Bryonia dioica ... Hippopha® rhamnoiden, 
IL Bemerkungen 

Linne, nannte_ eine 'Carex mit sehr entfernt 
stehenden Achren, . ‚distans, welche bald. von den 
Botanikern , erkaynt, in Deutschland überall aufge- 
funden ‚und,in Flora dahica tab, 1049. abgebildet 
wurde. „Inzwischen entdeckte Gooden. eine vel- 
wandte neue Art, die er fulva nannte, und dazu 
dıe angeführte Abbildung der Fl. dan, eitirte, Dar- 
auf bestimmte Smith dieC. distans Ligtf. als neue 
Art mit der Benennung binervis, wohin vielleicht 
distans gehört. Inzwischen hatte Host eine Abbil- 
dung unter dem Namen fulva Good. gegeben, die 
aber DeCand, nicht dafür erkannte, sie daher Ho- 
stiana nannte, Dann fand Gaudin eine Pllanas, 
die er dureh einige, Kennzeichen von C, binervis 
verschieden glaubte, und 'els punetata beschrieb, ob- 
wohl Schkuhr sie für distans hält. Endlich be- 
stimmten Sekuhr und Willdenow. noch ein« Art, 
mit dem Namen Schraderi, die ebenfalls der.bi- 
nervis ähnlich seyn soll, Endlich möchte wohl ©. 
longibrapteata,Schlgich. "auch hieher gehören, Bei 
so vielen Wiedersprüchen und Meinungen und Be- 
sliimmungen wäre es wünschenswerth, dafs ein Bo- 
taniker, der hievon genaue Kenntniß, und viel- 
leicht selbst die Arten besitzt, das geeignete dar- 

über in der Flora mittheilen möchte, 


—  rosmarinifolia, 


| 


Flora 


; 
oder 


Botanische Z eitung 


Nro. 21. Regensburg, am.7. Juti 1802, .. 
Mi Byiemerere u. Ha: 


a Fa : wmf; in 7 


1 Recensionem. 


1. Leipzig und Prag, in Commission im deutschen 
Museum, in. Leipzig bei Fried. Fleischer 1821. 
Versuch einer geognostisch botanischen 

‚ Darstellung der Flora der Verwelt, 
Von Grafen Kaspar Sterub erg. nles Hefit. 
Fol. Mit ı3 Kupfertafelm. iadabnne. 


De Herr Graf fährt in diesem Hefte fort, 


- uns mit dem Reichthume seiner Bemerkungen über 


die in den Steinkohlen - Flözen vorkommenden 
Pilanzen - Abdrücke bekannt zu machen. Zuerst 


widerlegt er die von Raumer und Krüger auf- 


gestellle Meynung, dafs die Steinkohle so gut als 
andere Flözarten mineralischer Natur sey, wovon 
der letztere doch die Braunkohle ausnimmt ; der 
Hr. Graf beweist aus den allenthalhen und überall 
in etwas beträchtlichen Kohlen- Werken, nicht nur 
von Braunkohle, sondern auch! von Schwarzkoble 
vorkommenden ganz deutlich ausgesprochenen Pilan- 
zen-Abdrücken, sogar Abdrücken von ganzen Baum- 
stämmen, und aus Buchholz’s chemischer Zerle- 
gung im Resinasphalte, in welchem dieser Scheide- 


x 


EP GE 

künstler 91 Theile eines in wasserfreyem Alkohol 
auflöslichen Pflanzenharzes, und nur 9 Theile ee 
es ' -dartn® nicht auflöslichen Erdharzes gefunden 
hat; er erinnert dann mit Gründen gegen ‚Link, 
welcher auch die geschichtete Lage der Baumstäm- 
me unter die Beweise für die Entstehung der Stein-, 
koble .aufnimmt,.. und „das. Vorkommen thierischer 
Stoffe in derselben ganz läugnet, dafs letzteres doch 
öfter Platz habe, und erstere nicht allgemein sey, 


. Dafs-der Schwefel, oder vielmehr seine Säure, sehr 


größsch Binflußs auf die Steinkohlen- Bildung habe, - 
beweist er unter andern aus einem Versuche sei- 
nes sel, Hrn, Bruders, welcher frisches Fichtenholz 
durch’ Schwefelsäure’ in eine dem Anthragite nahe 
kommende Kohle verwandelt hat; diese Säure ver- 
kohlt sogar mit noch weniger Substanz - Verluste 
als Feuer, welches bei der Verkohlung nur 20 Thei- 
le zurück läfst, da hingegen bei der Verkohlung 
durch Schwefelsäure 45 übrig bleiben. 

Von dieser ersten Betrachtung geht der Hr, 
Verfasser zu den. die Steinkohle begleitenden For- 
mationen fort, und zeigt ı) man habe Unrecht, 
‚wenn man das Conglomerat nicht als nene Zusam- 
mensetzung' früher zerstörter Steinmassen ansieht, 
‚Ob der Mandelstein, der Porphyr und Basalt zum 
rolhen Sandstein als Unterarten gehören, verdient 
eine: Untersuchung in der Natur selbst, die gegen- 
wärtig noch nicht weit genug fortgeführet worden 
ist (und welche sich die Vulkanisten wohl ganz 
ersparen, die diese. Gebirgsarten für vulkanische 
auf nassem Wege mehr oder weniger umgebildets 


a 


593 


Ausgeburten ansehen). Eben so fodern die ver- 
schiedenen Kalkstein - Formationen noch länger 
fortgesetzte Forschungen, . Dals aber die Vegeta- 
tion, welche in dem Quadersteine gefunden wird, 
von der verschieden sey, welche in Steinkohlen- 
Formationen vorkömmt, wird durch vorgelegte Be. 
obachtungen erwiesen werden. Diesen Beobach- 
tungen werden noch andere aus verschiedenen an- 
dera Schriftstellern nachgetragen und gewürdiget, 
und endlich werden noch ein Paar Worte über die 
Braunkohlen- Formation gesagt. 

. Aus den Vergleichungen der versteinerten Pflan- 
zen und Pflanzen - Abdrücke mit der wirklichen 


' Natur ergiebt sich, und ergab sich schon seit lan. 


ger Zeit, dals ein grofser Theil dieser Gewächse 
viel wärmern Landstrichen angehöret haben, als in 


. welchen sie jetzt begraben sind. Das ist eine That- 


sache, welche sich nicht läugnen lälst,. welche auch 
niemand bezweifelt, Aber wie kamen sie an ihre 
jetzigen Lager? Das ist der Knoten, welchen man 
verschiedentlich zu lösen gesucht hat, Die ältere 
Meinung ist, sie seyen durch die Sündfluth ange- 
schwemmt worden, Dieser Hypothese stehen aber 
verschiedene, Erscheinungen entgegen, welche in 
ihr keine Aufklärung erhalten, oder von ihr gar 
unmöglich. gemacht werden, Hr. Link meint, die 
Erde, welche in den uralten Zeiten weit mehr be- 
wässert, und mit Sümpfen angefüllt gewesen ist, 
sey darum auch in den nördlichen Gegenden wär- 
mer gewesen, was unter anderm daraus exhelle, 
weil viele Gewächse in, Norwegen gut fortkommen, 


oo xX2 


324 


die in Schweden nicht mehr gedeihen, und übei- 
haupt Wasserpflanzen aus den wärmern Landstri- 
chen ‘viel weiter gegen die Pole hinauf gchen, als 
Landpflanzen, Der Hr. Verfasser der Flora 'der 
Vorweli erinnert dagegem,- wenn er auch‘ 'zugebe, 
dafs die Erde, als ihre Flüfse noch gröfset waren, 
das Meer tiefer in die Binnenländer eindrang, noch 
weite Land-Seen und ungeheure Sümpfe das feste 
Land bedeckten,: so konnte das doch denselben 
Wärmegrad nicht hervorbringen, welcher zum Fort- 
kommen der Palmen erforderlich ist. Wir setzen 
aber hinzu, dafs, weit gefehlt, dafs diese den Polen 
‚ nähern Länder, als noch viel Wasser da war, wärmer 
gewesen seyn konnten, sie mulsten sogar kälter seyn, 
schon darum, weil’Wadser einen viel geringern‘Grad 
Wärnte annimmt, als feste Körper, und Afrika, wel- 
ches sehr: wasserleer ist, unter denselben Breiten 
ungleich viel heilser ist, als Amerika. Die Verglei- 
chung ‘Norwegens mit Schweden beweist nichts: 
denn ausserdem‘, dafs doch beide Länder in Osten 
und Westen von Meeren umgeben sind, wird Nör- 
wegen freylich von seinem‘ westlichen Meere .e- 
‚ wärmt, aber nur mittels der Strömnng desselben, 
die aus dem heissen Erdgürtel kömmt, Auch die 
Wasserpflanzen beweisen nichts, Eben weil da 
Wasser ‘schon bei Nullgrad oder doch gewils bei 
— 2 oder — 3 friert, hält es da, wo es mit der 
Atmosphäre zusammenhangt, die weitere Berührung 
mit seinen tiefern Schichten ab, und da es im fe- 
sten Zustande ein schlechter Wärmeleiter ist, raubt 
es diesen tiefera Schichten nur-sehr langsam ‚ihre 


325 


Wärme, die daher immer noch über. Zero steht, 
daher dann nicht gar zu empfindliche Wasserge- 
wächse, die noch .dazu mit. ihren Wurzeln im, 
Schlamme stecken,’ der höchst selten, ausgenommen, 


"wenn nur wenig Wasser über ihm.steht, zufriert,. 


auch kältere Landstriche, als ihre heimischen sind, 
gut aushalten: daher dann auch unsere Fische in 
den 'Flüfsen und Landseen nicht erfrieren, aber 
wohl sehr kalt haben, nur nicht bis zum Eis- 
punkte, Aber Fische und Pillanzen kommen sicher 
um, wenn. auch der Bodenschlanmm, bei letztern 
wenigstens bis auf eine gewisse Tiefe friert, 


Die Hypothese, welche aus einem Hrn, Gelphe 
angeführt wird, welcher einen unbekannten Him- 
melskörper auf die eine der Erdhälften fallen, und 
dadurch ihre Achse verrücken läfst, ist gewissernas- 
sen dem Grafen von Buffon abgeborgt, aber noch 
mehr aus der Luft gegriffen. Sogar haben wir sie 
bei unserm Vortrage verbessert: denn er verrückt 
den Südpol und Nordpol, will aber doch, dafs die 
Richtung der Erdachse unverändert geblieben sey; 
und doch ist die Erdachse nichts anders, als die 
gerade Linie, welche die Pole verbindet! 


Ohne sieh mit irgend einer Hypothese einzu- 


lassen, wie dieselbigen Pllanzen in den verschieden-.” : 


sten Landstrichen gleichgut leben konnten, bemerkt 
der Hr. Verf., dafs wir noch nicht viele Beobach- 
tungen haben, um die Vorfrage zu lösen, von wel- 
chen Pflanzen denn eigentlich die Rede.sey. Die 
ältern Abbildungen sind. meistens nicht mit aller 


326 


nöthigen Sorgfalt gemacht, und von den neuern 
sind nur die von den Herın von Flurl und 
Schlottheim (Recens. setzt hinzu: und die von 
Hın. v. Nau, welche aber in ‘diesem Werke noch 


nicht angeführtwerden konnten)vollkommen brauch- 


bar, und mit gehöriger Sorgfalt gemacht, 


ı3 Tafeln, deren fortlaufende Zahlen auf das 


erste Heft Bezug haben, begleiten diese Schrift, und 
für die Erklärung derselben ist alles das aufgespatt, 
was bei den sonderheitlichen Pllanzen-- Abdrücken, 
die sie vorstellen, gesagt werden konnte. Tab. XIV. 
stellt .den Schaft eines aufrecht stehenden Baumes 
vor, welcher im Steinkohlenwerke Wranowitz der 
Herrschaft Radnitz in Böhmen vorgekommen ist; 
_ er" gehört zu der vom Hrn. Grafen anfgestellten Gat- 

tung Lepidodendron, und war ausser dem ab- 
gebildeten Stücke noch 5 Fufs lang, ohne alle Ver- 
ästelung, und ohne das oberste Stück, welches die 
Krone hätte bilden sollen. Das Stück ist vorzüg- 
lich wegen seines Fulses, welcher offenbar auf dem 
Boden aufstand, als die Pflanze noch lebte, sehr 
merkwürdig. — Niedlicher noch ist ein Stammstück 
(Tab, XV.) das offenbar von einer ganz verschie- 
denen Gattung seyn muls, welche der Hr. Verf, 
also charakterisitt: Caudex axboreus rugi} 
longitudinaliter striatus, scutis caudicem 
spiraliter ambientibus, und nennt die vorlie- 
sende Art Rh, ocellata, glaubt aber, dals die 
Schlottheimischen Palmaciten variolatus und p%- 
culatus benachbarte Arten seyen. — "Tabb, XV. 


x 


327. 


und XVII. Fig. ı. sind Pflanzen- Abdrücke. vorge-.- 
stellt, welche zu Lepidodendron des Hrn, Veit. 


gehören, mit den Arten des Bärlapps grofse Aehn- 


lichkeit haben, und. defswegen auch unter die 


Schlottheimische Gattung Lycopodiolithes ge- 
xechnet ‚werden könnten, Sie erhalten hier. die 
Arten- Namen Iycopodioides (aus den Stein- 
kohlengrubeni zu Suina in Böhmen), und sela gi- 
noides (aus den Gruben bei Schazlar und Swina), — 
Tab. XVII. Fig, 2. ist ein Calamites abgebildet, 
aus den Radnitzer Gruben, wobei gesagt. wird, dals 
es bei dieser Gattung schwer falle, die Arten zu 


bestimmen, weil man so schwer Stücke, findet, 


welche grofs genug wären, um 'nnterscheidende 
Merkmale an die Hand zu geben (was wohl bei 
allen Bruchstücken von Gräsern und anverwandten 


Pilanzen der Fall seyn mußs). — Tab. XVII stellt _ 


«ine Fächerpalme, wie sie der Hr. Verf. einsweilen 
nennt, aus dem Swinaer Kohlenwerke vor; er ist 
aber noch ungewils, ob er sie zu seinem Lepi do- 


. dendron oder zu Calamites rechnen solle, weil 


von beiden Gattungen Stämme in der Nähe liegen, 
aber abgesondert von diesen Blättern oder Wedeln. — 
Fünf verschiedene paradoxe Gewächse füllen die 
XIX. Tafel. Sie sind theils aus Böhmen, theils aus 
Sachsen; an den ersten dreien stehen die schmalen, 
auch wohl nur borstenförmigen Blätter um. den 
Stamm oder Zweig wirtelförmig herum, an den 


beiden übrigen stahen sie fächerförmig, und .schei- ° 


nen sogar in der vierten Figur zwo verschiedenen 
Arten anzugehören, Die Gattung, unter welche der 


308 


Hr. Verf, die ersten bringt, nennt er Schlothe- 
mia, die, der leiztern Annularia, — Den Namen 
Noeggeraihia foliosa giebt er einem seltsamen 
Pllanzen - Abdrucke, welcher sich im vaterländischen 
Museum zu Prag befindet; ; zuverläßig ein böhmischer 
Fofsil, und wahrscheilich aus dem Berauner--Kreise 
ist; sie wird folgendermassen beschrieben: Caulis? 
Grassitie pennae anserinae; folia alterna, 
approximata, obovata, caulem basi sub- 
anıplexantia, apice pectinata, dentata, cae- 
terum integerrima. Abgebildet Tab, XX. 

XXI. stellt den Abdrück einer Pflanze aus dem Kobl 
lenwerke von Häring in Tyrol vor, und wird Fla- 
bellaria raphifolia genannt, In einer kleinern 
Neben-Figur wird eine, wahrscheinlich kryptoga- 
wische ‚Pilanze abgebildet, die für ein Asplenium 
angesehen wird. Der Charaker der erstern Gat- 
iung wird so angegeben: Folia petiolata, #la- 
belli instar divisa et expansa; und der Cha- 
vakter der Art: Flabellis pedalibus et ulira, 
ad bäsin usque divisis, et foliis ı2. et ultra, 
basi sublanceolatis compositis — XXI. 
Eine Osmunda, welche hier gigantea genannt 
wird, mit der Diagnose: frondibus bipinnatis: pin- 
nulis cordato - oblongis, obtusis, subfalcatis, inte- 
gerrimis, Aus dem Werke bei Schatzlar. — Auf 
der folgenden Tafel kominen viererlei Abdrücke 
vor: 1. a und b scheineft Aspidien zu seyn; aus 
den Gruben von Swina; a. a und b, aus ober 
schlesischen Gruben, mögen tinem Becherfarn al- 
gehören. — XXIV. Auf dieser Tafel erscheingn 


a T 


329 


nur zwo Abbildungen, wovon die Eine’den Namen 
Asplenium difforme erhält, dem Ceterach 
der Offkcinen wirklich sehr ähnlich, aber doch 
merklich verschieden; die andere scheint eine 
kleine Pteris vorzustellen. Beide aus Böhmen, — 


"Auf der XXV. Tafel stellt die erste Figur in a 


und b den Abdruck eines Blattes vor, das wirklich 


zwischen den Blättern von Platanus und Lirio- 


dendrum in der Mitte steht, uns aber mehr 
durch seine Nervenverästelung der letztern Gattung 
nahe zu kommen scheint. Es ward in einem Qua- 
derstein- Bruche bei Teschen unter Conchylien ge- 
funden, Undeutlicher ist die Bildung eines andern 
Blattes, welches Fig. 2. vorgestellt wird. Die dritte 
Figur scheint wieder zu einer Pteris zu gehören. — 
Sehr sanderbare Gebilde stellt endlich Tab, XXVf. 
vor. Fig, 1. bält der Hr. Verf. für eine Art Engel- 
süfs, was man kaum widersprechen kann; schwie- 
riger ist das Rätlısel bei Fig, 2., aber doch scheint 
so viel gewifs, dals die Pilanze nicht in die Kıy- 
pfogamie gehört hat, Fig. 3. wird für ein Aspi- 
dium gelalten, Uns fiel ein, ob es nicht eine 
Art Mnium seyn könnte. In Fig. 4. glaubt man 
anfänglich eine unbekannte Art von Galium zu 
sehen; aber die Streifung der Blätter ist wie bei 
den Farren, und auch in der Abbildung richtig 
ausgedrückt, Eig. 5. scheint ein Acrostichum 
vorzustellen; auch Fig. 6. ist eine gewifse Filix, 
und der Herx Verfasser hält sie für eine Pteris. - 


530 


2, Beiträge zur Pflanzenkunde der Vor. 

welt, Nach Abdrücken im Kohlenschiefer und 

" Sandstein aus Schlesischen ‚Steinkoblenwerken, 

Von. J. 6. Rhode, Zweite Lieferung mit drei 

Steinabdrücken. Breslau bei Graßs, Barth und 
Comp. 1822, 


Die Pflanzenkunde der Vorwelt, unterstützt durch 
die neueren Endeckungen im Gebiete der Pflanzen- 
Physiologie und Anatomie, in Verbindung mit geogno- 
stischen Ansichten über den Bau der Erdkruste ist 
nun nicht mehr auf das enge Feld der Vergleichung 
mit einzelnen Pflanzen beschränkt, die selten ge- 
nügende Resultate gewähren; sie strebt vielmehr, 
nach dem inneren Gewebe und der äusseren Zeich- 
nung der fossilen Pflanzen, den Urtypus der vor- 
weltlichen Pflanzen in grösseren Familien von Pilan- 
zen der Jeiziwelt nachzuweisen, und auf diesem \ 
Wege die höhere Ausbildung des Pflanzenlebens in 
der Vervielfältigung der Formen der gegenwärtigen 
Vegetation anschaulich zu machen, 


In diesem Geist hat der Verfasser in dem bereits. 
von uns angezeigten ersten Heft: seine Untersuchun- 
gen begonnen, und das. zweite rechtfertiget alle 
Erwartungen, die jenes vorbereitet haite. 


In den Vorbemerkungen wiederholt der Verfas- 
ser den schon im ersten Heft: aufgestellten Grund- 
satz: dals aus den vorliegenden Einzelnheiten auf 
das unbekannte Ganze geschlossen werden müsse, 
denn, wie er sehr richtig bemerkt, unterscheiden 
sich die vexschiedenen Pflanzengattungen auch in 


331. 


der inneren und äusseren Gestaltung fast aller ein-. 
zelnen Theile, daher ein Blatt von einer Eiche von 
jenem einer Birke nicht blos durch die ganze Ge- 


stalt, sondern eben so durch das innere Geflecht. 


seiner Nerven, selbst in einem Bruchstück unter- 
schieden werden kann, Diese Unterschiede, die 
man bisher in der Botanik. nicht in besondere Er- 
wägung gezogen habe, seyen aber von gröfster 
Wichtigkeit bei Bestimmung fossiler Pflanzen, bei 
denen gewöhnlich die wichtigsten Theile, Blüthen 
und Früchte, fehlen. Schließslich verwahrt sich der 
Verf. gegen den Miflsverstand, als habe er alle Schup-. 
peripflanzen für Cactus gehalten, wohin die Ab- 
drücke mit nadelförmigen Blättern nicht ıi gerechnet 
werden können, 


Die Beschreibungen der abgebildeten Abdrücke 
nach der in dem ersten Heft aufgestellten Classihi- 
cation sind eben so wie die Steinabdrücke äusserst 
genau, aber keines Auszugs fähig, nur wollen wir 
bemerken, dals auf der ersten Tafel ein Abdruck 
mit zwei Blüthen an dem Stamm dargestellet: wird, 
welche der Verf. später für Blüthen eines Caotus 
erkläret, 


In den nachfolgenden allgemeinen Bemerkungen 
über die beschriebenen Abdrücke sieht sich der 
Verf. veranlalst, nebst denen in dem ersten Heft. auf- 
gestellten vier Klassen noch eine fünfte und sechste 


Klasse anzunehmen, als: Abdrücke, bei welchen 


die zwischen liegende Kohlenrinde auf dem Kern 
liegen bleibt, und’ Abdrücke, welche über den 


552 


vorigen sich bilden, und die Schuppen selbst in dem 
Hohldruck der zweiten Klasse hängen bleiben, In 
diesen beiden Fällen möchten aber wohl zwei über- 
einander liegende Abdrücke zu vermuthen seyn, von 
denen ein jeder zu einer der früher bestimmten vier 
Klassen gehören dürfte. Die. Fälle, dafs mehrere 
Abdrücke in dünnen Schiehten übereinander liegen, 
sind bei fossilen Pflanzen. sehr häufig, Referent hat 
mehrmalen bei Hinwegräumung der Schuppen zwei- 
ter Klasse, die nicht über 2 Linien betrugen, Ab- 
drücke von Farnkräutern unter denselben entdeckt, 
eben so können sich auch andre Schuppen darunter 
befinden, dies sind dann doppelte Abdrücke, die, 
wenn die schiefrigen Lagen nicht gar zu dünne sind, 
sich wohl auch glücklich trennen und zu den er- 
sten Klassen zurück bringen lassen, T.IV. 1,6. &c 
möchte, wohl ein solcher Abdruck seyn. 


Die Betrachtungen, mit welchen der Verf, die 
Resultate seiner Beobachtungen begleitet, wollen wir 
mit seinen eigenen Worten anführen: „Betrachten 
wir nun die abgebildeten Abdrücke zusammen, und 
vergleichen ihre künstlichen Zeichnungen unterein- 
ander, so scheint es, die Natur babe sich bei ihref 
Bildung in einem Schmuck gefallen, der jetzt aus 
der Pflanzenwelt verschwunden ist. Wie regelmäs- 
sig abgeiheilt, wie künstliche Gestalten bildendy 
erseheint die äussere diese Pflanzen bedeckende Haut; 
wie noch künstlicher gebildet ist. .oft die innere, 
verborgene Seite derselben, oder selbst der Kern 
‚der Pflanze, selbst in den Blumen finden wir zwei 


\ 


353 


Formen vereinigt, die jetzt nur noch getrennt vor- 
‘zukommen pflegen, die Glocke und die Sterngestalt, 
, 

"  Weilet man aber länger bei Gestaltungen wie 
F.ı et 3 auf der V, Tafel, so drängt sich wiwider- 
‚stehlich‘ der Gedanke auf, das Pflanzenleben: habe 
damals noch mit: der. Kristallisation eine Art von 
'Kampf zu bestehen gehabt! Ueberall enideckt man 
'zwar ein Streben nach freien Formen, aber überall 
'bringt noch die Kristallisation ihre an die Regel 
gebundeneu mathematischen Formen, gerade Linien, 


‚spitze und stumpfe Winkel, conische und pyrami- 


dale Gestalten ‘zum "Vorschein ‚ unaufhörlich wıe- 
derholen sich dieselben Gestalten und in jeder der. 
selben, in jeder Schuppe, oder in-jedem- Viereck 
ohne Schuppe, "scheint sich ‘das Verkältnifs zwi- 
schen ‘dem Pflanzenleben und der Kristallisations- 
kraft auszudrücken, bald scheint in dem bunten 


Spiel das erstere, bald die andere vorzuherrschen. 
Es scheint; als selie man das Streben der Pflanze 


sich den Regeln der Kristallisation zu entwinden, 
kier die geradlinigen Winkel in die freie Wellen- 
form umzuwandeln, oder die durch Strahlen: oder 


“ gerade Linien durchfurchte Haut auszuglätien, ‚Das. 


‘Verschwinden dieser Formpracht bis auf wenige 
Reste an einigen Cactus und Palmenarten, wie in. 
‚den jüngeren Schölslingen der Nadelhölzer, wäre 
daher wohl nicht als Verlust zu betrachten, da es, 
in der höhereu Ausbildung des Pilanzenlebens selbst 
seinen Grund zu haben scheinet, 


334 


3. Naturhistorische Miscellen über den nord- 
westlichen Karpat in Oberungarn. .. Von Ant, 
Rochel, Wundarzt und Geburtshelfer, Mitglie- 
de der K. bötan. Gesells, zu Regensburg und 
der, Gesells. corr. Botaniker u. s,w, Mit einer 
Chatte, Pesth ı821. auf Kosten des Verfassers, 

Man muß ‚es dem erweiterten, immer mehr 
‚umfassenden Plane der Königl. botan, Gesellschaft 
alles was nur immer der Botanik förderlich seyn 
kann, in der Flora niederzulegen, zuschreiben, wenn 
wir gegenwärtig ein Werk anzeigen, welches dem 
-Tite] nach sich nicht ausschliefslich der Botanik 
widmet;: aber doch diese Wissengchaft ‚vorzüglich 
zum Gegensiande hat. 

Derr Rochel, dermalen Gartenmeister im RK, 
Universitätsgarten in Pesth hat in diesem ersten Heft 
die allgemeinen Umrilse der Karpatischen Gebirge 
dargestellt und durch eine Charte, die sowoaul die 
Regionen im allgemeinen, als die besonders merk- 
würdigen Berge im einzelnen darstellt, näher beleich- 
tet. Das ganze Karpatische Gebirge wird in sechs 
Pflanzenregionen eingetheilt, die 6 Komitate ein- 
schliefsen, nämlich das Prefsburger, Neutraer, 
Trentschiner, Tharozer, Torwaer und Lip- 
tauer Komitat, i 

"Nachdem der Verf, die ausgezeichnesten Ge- 
birgszüge des nordwestlichen Karpat, so, wie die 
‘Thäler, Flülse, Bäche, Seen, ‚Gebirgsarten angege- 
ben, und einiges über das Klima beigebracht hat, 
werden die Pilanzenregionen bestimmter auseinan- 
der gesetzt, und die darin vorkommenden Bäume 


‚335 


und Sträucher 'angezeigt," worunter mehrere, die 
Wahlenberg: in seiner Flora carpatorum übersehen 
hatte, erscheinen, Die Gewächse welche in dieser 
Gegend gebaut werden, finden. sich bereits angeführt, 
s0 wie die Säugthiere, Vögel und Fische, die der 
Verf, bei seinem ‚öfteren Besuchen da gefunden, hat. 

Wir wollen den nenkteri‘$: der sich. vorzüg-. 
lich auf Botanik bezieht, und die oben angegebe- 
nen Regionen zum .Gegenstande hat, noch etwas 
erörtern. Der-Verf. bemerkt, dafs die Angabe. der- 
selben dem ohne physikalische Instrumente rei- 
senden Botaniker viel unterrichtender sey, als An- 
gabe der Standörter nach ihrer Totalhöhe. 1) Be- 
gion des ebenen Landes. Man soll sie nicht zu 
genau nehmen, und exrwägen,,. Rafs eine Ebene von 
300 Toisen, wenn sie im "Gebir ge liege, noch im- 
mer als solche zu betrachten sey. 2) Region des 
erhabenen Landes. Sie nimmt den gröfsten Theil 
des Landes ein, gränzt natürlich zunächst an die 
vorige, und beschreibt oft nur dieselbe Höhe über 
dem’ Meer, 3) Vorgebirgsregion. Enthält schon 
ausgezeichnete Gebirge von beträchtlicher Ausdeh- 
nung, wo zwar noch Kultur möglich, aber nicht, 
vorhanden ist, obwohl deren positive Höhe nie 300 
Toisen übersteige. 4) Hochgebirgsregion. Beginnt 
etwa mit 300, endet mit 600 Toisen, Sie enthält 
den gröfsten Theil hochstämmiger Bäume, die Zirbel- 
nufs Kiefer ausgenommen, und wırd anderwärts noch 
unter dem Namen Waldregion begriffen. 5) Alpenre- 
gion. Zwischen 600 u, 1000 Toisen. Sie prangt mit 
der Zirbelnuls Kiefer, und hat ausser dem Heer der 


356 


‘Alpenpflanzen nur noch Krumliolz und. Zwerg. 
:wächolder zu Begleitern. 6) Hochalpenregion, Ber- 
‘ge die 1000: Toisen übersteigen, gehören hieher. 
:Der:üppige Wachsthum der. Alpenpllauzen zeigt 
‘sich hier nicht mehr, nur kleinere Arten finden 
-sich hier ‚noch angesiedelt, z. B. Cherleria sedoj- 
des, Gentiana frigida, Geum reptans, Saxilraga 
-bryoides, Ranunculus glacialis, Pedicularis 
versicolor; Cnicus pygmaeus, Senecio incanus, 
Gnapkialium 'carpalicum, Salix retusa und 
herbadea, Bu ' 
Mit Sehnsucht muls jeder Botaniker dem fol- 
genden Hefte entgegen selen, da.der Verf. selbst 
aumert, dals er seine Alpenreisen und Exkursions- 
besebreihungen, sp wie Bemerkungen über Verbrei- 
tung und Vertheilung dex Gewächse, über ihr ge- 
sellsehaftliches Leben, über Pflanzendauer, über sy- 
stemalische Botanik, und über so manches was den 


ernsten Pflanzenforscher angeht, für die nächslan 
_ Bände zu bewahren habe. 


Das zweite Werk, welches der Verf. bereits in 
der Flora angekündigt hatte, nämlich Pilanzenum- 
wisse einiger neuen, seltenen und. zweifelhaften Ge- 
wächse aus den südöstlichen Karpaien im. Banat, 
bat im Ganzen keinen Verleger gefunden, daher 
gedenkt der Verf. solches nun Heftweise erschei- 
nen zu lafsen. Das Heft zu 2 Bogen Text und 
Tafeln Steinabdrücke zu 2 fl. Conv. Münze für die 
Subseribenten, wenn deren nur hundert aufzubril- 
gen wären. \ 
8“ BR 


In Nro. 15. 8.238, Z. 2. am Anfang ist das Zeichen 
der Anmerkung, *) in ein blofses Sternchen, * au verwau- 
deln, dagegen aber die Note unter dem Text, auf derselben 
Seite, Z. 17., nach dem Worte; herausgab mit einem 
*) anzuzeichnen. 


Flora 


Botanische Zeitung 


Nro. 22. Regensburg, am 1k uni 2822. 
yirr tl "ur . .: 


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ı .T Aufsätze Peer 


Bemerkungen über Targionia; von Hrn, 

Dr. Kaulfufs. “ . " 

Diese p Pflanze ist so lange bekannt, und ihre 
Theile aind so oft untersucht, dafs man "wohl. glau- 
ben sollte, es sey endlich‘ einmal i ing "Keinen, wie 
diese beschaffen seyen. . Leider sehe ich’äber, dafs 
unser Wissen mit der Zeit nicht gleichen Schritt 
hält. Hätte Fabius Columna nur ein Microscop 
gehabt, wie wir es wohl als unbrauchbar auf die 
Seite setzen, er hälte vor 230 Jahren seiner ge- 
treuen Abbildung unserer Pflanze (Ecphras, p. 331.) 
auch eine richtige Darstellung der Theile beige- 
fügt. Freilich würde sie jetzt vergessen seyn, und 
wir würden in neuen Büchern auch neue Darstel- 
lungen finden, aber so eine Verbesserüng wäre al- . 
lerdings sehr verzeihlich, ‚denn wer möchte so weit 
zurück denken, 


Glücklicher Weise hatte ich mir im Frühjahr 
2805, ala ich die Pflanze zum erstenmale frisch 
fand, so vigl davon eingetragen, dals ich, sobald 


Y 


& 


38. 


mir eine neue Beschreibung der Theile vorkam, 
voll von Mistrauen gegen meine eigene Untersuch- 
"ung, dieselbe immer wieder vorzunehmen im Standes 
"war. So eben mufste ich wieder meine Schachtel, 
mit Targionia gefüllt, hervorsuchen, als ich in 
Sprengel’s ‚Grundzügen auf tab. 3. etwas. abge- 
bildet, sah, was ich nicht kannte, Die Erklärung 
suchend fand ich folgende Worte: „Fruchtkapseln 
der Targ. hypophylla-von einem gegliederten 
Ring, umgeben und mit Schleuderkeltchen: verse- 
hen, wie man sie noch nie beobachtet hat.“ — Es 
ist fast nichts schwerer zu vermeiden, und daher 
auch nichts verzeihlicher, als Täuschung bei mi- 
eroscopischen Untersuchungen, Das öftere Wech- 
seln der verschiedenen Linsen, unterbrochen durch 
Betrachtung des Gegenstandes mit der einfachen 
Loupe, kann leicht dahin führen, dafs man in der 
Eile den.$aamen für die Kapsel ansieht. Läfst man 
- ferner, während des Zeichnens micrascopischer Ge- 
genstände das Wasser uach und nach eintrocknen, 
so verändert sich die Gestalt oft wunderbar; ein 
Kugeliger an der Oberfläche grobzelliger oder war- 
ziger Saame erscheint einem Kammrad ähnlich, und 
ein ‚dünn "häutiger Schlauch, in welchem sich Spi- 
ralfäden befinden, erscheint ketten - oder schnur- 
förmig. Genaue mieroscopische Untersuchungen 
sind allerdings bei der Zeit, welche aie erfodern, 
oft wohl folgenreich, nie aber seegenreich. 
So viel'Mühe ich mir 'nun immer gegeben ha- 
be, Anderer Behauptungen zu bestätigen; 30 habe 
ich mich doch noch nicht überzeugen können, dafs, 


339. 


. die Saamen der Lebermoose an den Spitzen der 
Schleudern befestigt seyen, obngefähr wie die Kir- 
sche an ihrem Stiel. Die unverhältnilsmässig 
großse Anzahl der erstern gegen die letziern in ei- 
sier Kapsel, spricht zwar schon von selbst ganz 
gegen eine solche Verbindung, indessen ist es dock: 
die gemeine Sage, und dagegen möchte ich nicht 
gerne auftreten. Schmiedel hat die Saamen wohl 
auch an der Seite der Schleudern angeheftet ge- 
Tunden, allein auch. diels kann ich mit. gutem Ge- 
wissen nicht nachreden. Bei den Jungerman- 
nien ist es fast nicht denkbar, denn bald befinden 
sich die Schleudern mit dem einen Ende an den 
Spitzen der Klappen, oder an dem Mittelpunkte 
des innern Kapselraums angeheftet, und haben glei- 
che Länge mit dem. Durchmesser der Kapsel; die 
Saamen mülsten also blos. auf dem Grunde der 
Kapsel, oder im andern Falle, an den obern Thei- 
len derselben sich befinden; allein die ganze Kap-. 
sel ist damit erfüllt. Wenn sich die Fäden mit ih- 
rem freien Ende auch umber. winden sollten, was 
im natürlichen feuchten Zustande nicht zu vermu- 
then, so bliebe die Anzahl derselben doch viel zu: 
gering, um. alle die Saamen aufzunehmen. Hoo- 
ker, der gewils viele Lebermoose untersuchte, fand 
unter keinen Umständen eine Verbindung zwischen - 
den Fäden der Jungermannien und ihren Saa=:. 
men, bildet sie daher auch nirgends in Verbindung 
ab, vermuthet aber, und wie mir scheint mit Recht, 
dafs alle Saamenschleudern, wenn sie auch als blo- 
fie einfache Spiralfäden erscheinen, in früherer‘ 


Ya 


540. 


Zeit. aus einer zarten häntigen Röhre bestanden. 
Auch Treyiranus (verm. Schriften 4. B. S, 213.) 
sagt, es fänden sich bei einigen Galtungen von Le- 
bermoosen neben den Saamen in der Kapsel, spi-- 
 ralförmige Fäden; allein sie seyen nur untermischt 
und: dienen niemals, sie mit dem Fruchthälter-zu 
verbinden. Endlich ist nach meinen Untersuchun- 
gen der Bau des sogenannten Haargeflechtes -der 
Trichiaceen ganz derselbe, wie man ihn an den 
Saamenschleudern der Lebermoose findet, bei der 
grolsen Länge und geringen Anzahl der einzelnen 
Fädchen mehrerer Arten würden aber auch nur 
wenig Saamen auf den Enden derselben Platz neh-. 
en können. 

Wie steht es nun aber ; mit den Schlenderkeit- 
chen der Targionia?.— . Diese sind längst be- 
kannt, und es wird sie Niemand läugnen. — Dal 
sie lange schon hekannt' sind, thut nichts zur Sa- 
che, eben darum können sie auch schon wieder 
vergesaem ‚seyn. Und. diefs ist wirklich der Fall, 
worüber man sich eben so wenig freuen sollte, als 
über neue Ansichten gut beobachteter Dinge, Ich 
lasse jetzt die in dep wenigen Schriften, die mit 
sogleich zur Hand sind, enihaltenen Belehrung 
über diesen Gegenstand folgen. 

Im Jahre 1781 gab Schreber, im Naturfor- 
scher (St. 15.) eine so vortreflliche Abbildung, nebst 
Beschreibung von Targionia und ihren Theilen, 
dafs die blolse Zuziehung derselben schon den Nicht- 
untersuchenden über die wahre Beschaffenheit der 
‚ Fäden hätte belehren können, Bis auf eine leidli- 


34 


che Kopie der Abbildung fin Sturms Flora (Er- 
ster B. 3. A.) wurde die Schreberische Arbeit fast 
nur als — Citat benutzt. j j 

1797 sagte Schreber in den gener. plant. 
— semina globosa filis tertis elasticis adhaerentia.— 

1795 Hoffmann ‘in Deutschlands Flora 
($. 93.) corpuseula Kilis ex duplici helice membrana 
connexis toriis mebilibus adnexa, 

ı800Roth Fl, german, (3, B. S, 424.) capsula 
seminz demittens filis tortis, elasticis, duplici he- 
lice capsulae parieli affixis adhaerentia. 

180r und 1802 machte Sprengel seine Beob- 
achtungen in zwei ausländischen Schriften bekannt, 
die ich bis heutigen Tag noch nicht zu benutzen 
Gelegenheit gefunden habe, was ich höchlich be- 

.daure: Bullet, de la societ. philom, nr. 59 
p. 27.1.2. 2, und Acta. holm, 1802. t. 4 In- 
dels läfst sich vermuthen, dafs hier über meinen 
Gegenstand gerade nicht besonders gehandelt ist, 
denn einige Jahre nachher 

1804 erblickt man in Sprengels Anleit. ıste 
Ausg, Targionia in Gesellschaft von Riccia un- 
ter. den Aftermoosen, mit der Bemerkung, dals die 
Kapsel aine Menge kleiner Saamen enthält, die 
durch ungemein feine Fäden mit einander verbun- 
den sind. 

1804 sagte Weber, (botan. Briefe an Herrn 
Prof, Sprengel pag, ı00,) er wisse nicht: wie es 
zugehe, dafs Spr. den weiblichen Theil dieser 

Pflanze einmal für ein „einziges Saamenkorn® an- . 
sehe, nachher aber auf die in demselben enthalte- 


543 


nen schon von Michelis Zeiten her bekannten, an 
$ilis tortis sitzenden „Saamen“ komme, Wenn ich 
nun auch mit Weber, was Sprengel’s Ansicht 
anbetrifft, in demselben Falle wäre; so habe ich 
doch im ganzen Micheli nur folgende hieher Be- 
zug habende Worte gefunden : flore — filamentis 
tenuissimus et pulverulentis repleto. 

1806 stellt Sprengel in der Flora halen- 


sis Targionia mit Riccia zu den Homallo- 


' phyllis mid sagt dabei blos: semina flis nexa, 

“ 1807 erwähnen Weber und Mohr (Deutschl, 
Kıypt. Gew. S. 392.) der Fäden nicht besonders, 
sondern tadeln nur Sprengel, dafs er Schxebers 
Arbeit nicht benutzt habe, 

Willdenow (Berl, Magaz. 1809, 3. Jahrg.) 
nimmt keine Rücksicht auf die Fäden. 
Schwägrichen (Prodr, hepat, 1814.) spricht 
Targionia die Fäden ganz ab: seminum elatera 
nulli, 
Weber (Prod. hepat. 1815.) erwähnt der Fi- 
den gar nicht. 

‚Sprengel (Anleit. ate Ausgabe 1817.) wie'in 
der orten Ausgabe, jedoch mit Bezug der mir lei- 
der unbekannten Abbildungen, 


Nees v. Esenbeck (Berl, Magaz. Ster Jahrg, 
1818.) nimmt Targionia nicht unter die hepatic® | 


elateratas auf, sondern rechnet dahin nur Junger- 
mannia, Staurophora, Marchantia, Duvallia 
Endlich giebt Sprengel ı820 die gleich er- 
‚wähnte Abbildung der „Fruchtkapseln « (Saamen?) 
„von einem gegliederten Ring umgeben und nit 


543 


Schlenderkettchen verschen, wie man sie nosk nie 
beobachtet hat, #* 

Die Körnchen, ‚ womit die Kapseln ‚der Tar-: 
gionia hypophylia angefüllt sind, habe ich nach 
gehöriger Anfeuchtung stets, wie Schreber, en ih- _ 
rer ganzen Oberlläche warzig zellig gefunden, und 
daher scheinen sie ia jeder Lage von. einem geglie- 
derten Binge umgeben zu seyn. Die Fäden haben 
eine wurmförmige Gestalt, sind sehr:.dünnhäntig und 
von zwei pegen einander laufenden feinen. Spiral- 
Zäden durchzogen. 

1. Correspondenz 
Salzburg am Sten May 1322. 
Die Witterung ist sich hier bisher: völlig 
gleich geblieben, und der trockenie geliude' Winter, 
so wie das warme sehr nditige Frühjahr, haben sich . 
nun gleichermalsen in trockenes und. heilses Som- 
merwetter verkehrt, indem es, 'ein paar nebelreis- 
sende Tage, wie man sich hier auszudrücken pflegt, 
ausgenommen, seit 4 Wochen nieht mehr geregnet 
hat, und der Thermometer täglich 18 Gr, Wärme 
bei völlig wolkenlusem Himmel .zeigt. Solcherge- 
stalt ist der diesjährige Frühlingsflor sehr zeitig 
'hervorgebrochen, und hat. sich eben so schnell ver- 
‚loren, Am 25. Dee. blühete Helleborus niger 
‚am Fulse des Untersbergs vollauf, und recht« 
fertigte dadurch völlig den Namen, Christwurz. 
Der Februar prangte mit Galanthus nivalis, und 
Leucojum vernum, und den sämmtlichen Arten 
von Tussilago. In Mitte des Märzen blüheten 
auf der Alpenpartie, die Hr. Apotheker Bernhold 


ww 


344 


in: ‘seinem Garten: sehr zweckmälsig von 'Kalktuff 
angelegt hat, Soldanella alpina und montana, 
Saxifraga Androsacea und. Burseriana, Primula 
Auricula, Potentilla aurea und Brauniana, Draba 
aizoides und Myosotis alpestris, Gegenwärtig ist 
bereits der ‘ganze Alpenflor anf dieser Partie her- 
vorgebrochen-und macht so Tüglich die Behauptung 
wahr, Wals ‘alle Alpengewächse Frühlingspflanzen 
seyen. . Im Gebärge ist es dagegen sehr schneereich, 
und man müufs jetzt noch über viele Schneefelder 
wandern, wenn man bis zur Schwaigmühleralpe ge- 
langen, und Soldanella alpina, Draba aizoides, 
Saxifraga 'androsacea, Primula Auricula, und 
Potentilla Brauniana an ihren natürlichen Stand- 
orten: pllücken will. Ze 

' Wir sehen hier mit der gröfsten Wahrscheit- 
lichkeit einem heilsen trockenen Sommer, und da+ 
mit einem sehr gesegneten Jahr entgegen. Alle Obst- 
bäume haben verblühet und setzen reichliche Früchte 
an, die Kornfelder vegetieren ausserordentlich, die 
Aehren schielsen durchgängig hervor und werden 
nächstens in Blülhe ausbrechen. Nichts gleicht der 
Ueppigkeit der hiesigen Vegetation, davon ein Nord» 
deutscher gar keinen Begriff haben kann. Ganze 
Wiesen bilden gelbe Teppiche von Ranunculus 
repfans und acris, rothe, von der Lychnis diurna, 
violelle, von prachtvoller Viola Iricolor, weile, 
von. Arabis arenosa, Grün sieht man fast gar 
nicht, weil immer die Pflanzen vor den Gräsern 
die Oberhand haben. Wann man, um sich an die- 
sem Anblicke zu ergötzen, einen Spaziergang durch 


"345 


die nach Leopoldskron führende, jetzt mit Millio-: 
nen «Blüthensträulsen prangende Kastanien „ Allee 
macht, und von einem geeigneten Standorte aus, die 
ganze Majestät der hiesigen, sich nirgends wieder-i 
findenden, Gegend, die ringsherum mit Bergen um- 
gränzt ist, von welchen alle an der südöstlichen 
Seite gelegenerf,noch mit Soknee bedeckt sind,.mit 
ungetrübtem Gemüthe- übersieht,‘ denn erlebt man 
köstliche Augenblicke: 

„Und wer einmal den Weg passirt, 

Und ist darüber nicht charmirt, 

‘Der hat kein Herz im Leibe,“ 

Tritt man.nun vollends als Botaniker auf den: 
Schauplatz, und überzählt bei eitter solehen Gele- 
genheit alle die schönen Alpenpflanzen, die anf die- 
sen Bergen wachsen und überdenkt den mannigfal- 
tigen Genuls, den ihm die einstige Aufsuchung der- 
selben gewährte, so kommt man ebenmälsig in Ver- 
suchung mit Baron Seenus auszurufen: *glück- 
lich ist der Botaniker, der in ‚Salzburg. geboren 


worden. # 


Ausser Hm. Prof. Hoppe sind hier jetzt meh- 
vere junge Pharmacenten, nämlich Hr. Laurer aus 
Bayreuth, Hr. Bartenstein aus Ihildburghausen, 
und Hr, Gruner aus Dresden anwesend, welche in 
botanischer Hinsicht das Land durchwandern, und 
wahrscheinlich das Hochgebirg  bereisen werden, 
Auch sind zwei botanische Gärtner aus München, 
die Herren Schiede und Eubel hier angekom- 
men, welche von hier durch Tyrol nach Verona, 
Padua und Venedig reisen, von dort. aus ihren. Weg 


346 


zu Lande. nach Triest nehmen, Istrien besuchen;: 
und sich dort vielleicht längere Zeit aufhalten wer- 
den. .. Auf diese Weise möchte wohl Deutschland« 
Flora noch immer nene Beiträge erhalten, 

Ein: ireflliches Laubmoos, eine Timmia, liefer- 
te der nahe Ofenlochberg, und die wunderschönen 
diesjährigen : vollblühenden Alpenpflanzen geben ‘ 
Exemplare, davon man ‚bisher kaum Begriffe ge- 
habt haben mag. 

Herr Pfarrer Mich] meldet aus dem Lungau, 
dafs die Crocus-Arten daselbst schon im Februar 
geblühet haben, dafs der Cr, albillorus immer zwei, . 
der. montanus aber immer drei Blätter treibe. Auch 
macht derselbe die Bemerkung, dafs das Semper- 
vivum, welches den Radstadter Tauern bewohnt, 
(woher: bekanntlich Liune das S. hirtum erbielt,} 
dasjenige sey, welches Sturm als $. hirtum abge- 
bildet habe, (welches die sächsischen Botaniker fün _ 
globiferum halten,) dafs aber jenes von der Paster- 
ze ($, globiferum Sturm) daselbst nicht wachse, 

Herr Pfarrer Seits in Oberhofen will eine 
neue Soldanella, die in Sümpfen wächst, ent- 
deckt haben, Sein botan. carpologisches . Werk; 
wovon in der Flora schon einigemale Erwähnung 

geschah, ist hier jetzt unter der Presse, 

Herr Baron von Welden berichtet aus Mai- 
land, dals Hr. Prof. Moretti den Zweck hab% 
seine Bemerkungen über nene und zu berichtigende 
italienische Pflanzen Decadenweise herauszugeben ; 
er will die botanische Welt durch diese Vorläufer 
auf seine Flora italiana aufmerksam machen, #f 


347 


welcher er sehr eifrig arbeitet, Die. erste und 
zweite der gedachten Decaden ist bereits erschie- 
nen, und enthält meist neue Pflanzen aus Italien. *) 
Noch fügt Hr. Baron von Welden bei: „Ich habe 
meine Excursionen bereits begonnen, da das Früh- 
jahr schon in voller Pracht eingetreten, Anfangs 
März habe ich um Como Erytbronium Dens Ca- 
nis, Tussilago alba, Daplıne alpina, Acrosti- 
chum Maranta, um Mailand Crocus vernus, Cera- 
rastium manticum etc, gesammelt. Ich lasse hier 
die Abbildungen der von unserm so hoch erfahr- 
nen Meister Franz von Portenschlag.auf seiner 
in Dalmatien gemachten Reise als neu zu beschrei- 
benden Pflanzen, 24 an der Zahl in ‚Kupfer: ste- 
chen ; drei Blätter sind bereits fertig; Mein näch- 
ster Ausflug geht nun Über die Bochetta nach 
Genua. & *%) 

Herr Trattinnick ist nun ernstlich daranf 
bedacht, seine, bereits vor 4 Jahren in Anregung 
gebrachte, und neuerlichst in dem ersten Jahrgange 
seines botänischen Conservatoriums wieder: ange- 
kündigte Species plantarum, in einzelnen Mono- 


*) Sie werden nächstens in unserer Sylloge erscheinen, 
Die Redaction, 

**) Dem ünermüdeten Hrn. Baron v. Welden, welcher 
bereits v. Braune’s Vorläufer seiner Flora von Salz- 
burg zum Druck beförderte, verdient um so mehr für 

‚ die Besorgung der noch zu Deutschl. Flora gehörigen 
Dalmatiner Pilanzen, den Dank aller Botaniker, als lei- 
der der wackere Portenschlag Krankheits halber 
kaum selbst noch etwas zu leisten vermag. 

j » Die Redaetion, 


ZB " 


r 


grapbien und abgesonderten Blättern wirklich her- 
auszugeben. Der Contract mit einer Buchhand- 
lung in! Wien, die die Hauptcomrmission über- 
nimmt, ist bereits abgeschlossen, und so ist zu 
hoffen, dals die erste Monographie, die Rosen, 
noch in diesem Jahre erscheinen werde, Herr 
Trattinnick befolgt nemlich die Ordnung der 
Familien, welche Curt Sprengel in seiner neuen 
‘Auflage beobachtet hat, doch umgekehrt, so dals 
er mit den Rosaceen anfängt und mit den Cry- 
ptogamen endigt. Auch wird er sich wohl die Frei- 
ikeit nehmen, zu trennen, zu vereinigen und zu er- 
setzen, wo die Verwandtschaft es bei nähern Ein- 
leuchten erfordern möchte. Die Gattung Rosa, 
(und:wer kennt nicht die grofsen Schwierigkeiten in 
Bestimmung von Arten und Abarten derselben?) ist 
nach zuverlässigen Nachrichten ganz vollendet und 
bis auf 200 Arten angewachsen; ihr folgen zu- 
niichst: Bubus, Dalibarda, Sieversia, Du- 
ch esnea, Potentilla, Fragaria, Tormentilla, 
Comarum, Geum, Waldsteinia, Spiraeı 
Keria u. s. w,, wornach die Pomaceen, Amy$- 
daleen etc. folgen. In der That verdient dies 
Unternehmen Beifall und daher Aufmunternng; und 
es möchte wohl die Erscheinung unserm Zeitalter 
Ehre machen, wenn es insbesondre erst den Nach- 


kommen zu grölserem. Nutzen gereichen, und il-. 


nen schon erläutert übergeben wird, Auch aus ei- 
nem andern Gesichtspuncte betrachtet mufs die bal- 
dige Erscheinung dieses Werks höchst erwünscht 
seyn, da es eine Ordnung befolgt, die weder dem 


549 


Plan von Decandolle, noch Römer und Schul. 
tes gleicht, und wir also hier mit Gattungen be- 
kannt werden, die Jene noch lange nicht geben 
können, und mancher. darüber zu Grabe gehen, 
mag, elie eines vollendet wird. — Möchte sich doch 
gleichermassen jetzt schon jemand an die Crypto- 
gamie wagen, um auch hier baldmöglichst eine: vol- 
lendete Uebersicht zu erhalten; ‚oder : möchte dex 
Plan einiger berühmten Botaniker, das Willdenowi- 
sche Werk ‚fortzusetzen, und die.- Familien ‚dabei 


 zweckmässig unter sich zu veriheilen, in wirk- 


liche Erfüllung. gehen! 
Nachschrift vom. :Sten May. 

Heute hat. Hr, Laurer in den Sümpfen hinter 
Elixhausen bei Salzburg das Cinclidium stygium 
Sw, aufgefunden; zahlreiche alte Seteh zeigen,: daß 
dies Moos hier im vorjährigen regnigen Sommer 
in Ueberfluls fructificirt haben muls, womit es jezt; 
erst den: Anfang macht. Dies diem docet, 

IL Anzeige Be 

Freunden der Mooskunde mache ich hiemit 
bekannt, dafs bis Ende Juni wieder Exemplare vom 
Moos - Taschenherbarium fertig werden, und für 


den Preils von 4 Ducaten oder 32 il. welche ich 


mir franco erbitien muls, bei mir zu haben 
sind, Es wird diels Taschenherbarium nun gegen 
360 bis 370 Arten enthalten, da die im worigen 
Sommer mit Hın. Apotheker Laurer in Gesellschaft 


‚des Hrn. Professor Hoppe in die Salzburger und 


Kärnthner Alpen unternommene Reise eine ‚ansehn« 
liche Ausbeute gab, und ich auch von meinen.hax 


350 


tanischen Freunden schöne Beiträge erhielt, unter 
welchen. sich nan auch das Cinclidium stygium be- 
findet, welches ich Hrn. Prediger Neuschild in Py- 
riz verdanke, Da mir derselbe seinen ganzen Vor- 
ratlı mitgetheilt hat, so kann er erst im künftigen 
Jahr Exemplare an andere abgeben. 

Denen xesp, Herren Abnehmern, welche die 
im vosigen Jahr ausgegebenen Exemplare vom M.T. 
H. erhalten haben, will. ich gerne die später er- 
haltenen Arten unenigeltlich mittheilen, wenn sie 
mir.in frankirten Briefen die fehlenden Arten an- 
zeigen wollen. Zu Supplementtafeln liegt übrigeus 
schon mehreres bereit, 

 ‚Gefrees, ‘Funk, Apotheker, 

V. Literatur 
Neue englische Gartenbücher etc, welche im Febr, 

1822 bei $. Harding, 36, St. James’s Street 

‘ erschienen sind, 

Maddock’s Florist’a Directory, a 'Treatise on 
Flowers and bulbous Roots, New edition, enlar- 
$ed, wirh an Appendix,on the Cultivation of Dah- 
lia, Chrysanthemum, Lobelia etc. 8, with colou- 
red Plates, 

Emmexton’s Treatise on the culture and ma- 
nagement of Auricula, Polyanthus, Carnation etc. 
With particular directions for preparing the most 
improved Composts, raising new varieties Srom 
seed etc, Sec. Edit. Enlarged. Price ı0 », 

An Essay an Soils and Composts, and the Pro- 
pagation and Culture of Ornanental "Trees, Shrubs, 
Plants and Flowers, By Thomas Haynes, Nurse- 


551 
zyman, desoribing the nature and properties of 
each, with directions for. procuring the ingredienis 
of the mort perfect Composts and instrugtions to 
make substitutes where the ingredients v: vaunot ‚be. 
oblained. ı2. Price 5 s. . “ 

Directions fer cultivating the Crambe''nismitil 
ma, or Sea-kale; forthe use of'tlie table. :By Wil« 
liam Curtis. With a: Goloured Piste, Price au, 6.d. 

A Practichl Treatise on the culture and matia- 
gement of Potatoes, with a Catalogue on’ the best 
Kinds and Hints on the use of Potatoes i in Feading 
Stock. etc, Price 2 s 

Harding’ s new Catalogue of Books on Agricul- 
ture, Planting, Gardening aud Baral affafıs i in ge- 
neral, 18 ° am 

Treatise on Biflbouk, Roots, with Directiönd for 
their Cultivation, By the Hon. et Rev. will. Her 
bert, 85 =. 

Botanical Register. By Sydenh. Edwards, N. - 
82. & =. 

Geraniaceae; or Natural Order of Geraniums. 
By R, Sweet. N. 24.3 ; 

The Botanical Coltiyator; or a practical Trea- 
tise on propagating, regring, et preserving all de- 
scriptions of. Plants, By R. Sweet. ı0 26 d. u 


Rosarum Monographia; or a Botanical History 
of Roses, with an Appendix .for the Use of Culti- 
vators. By Sohri Lindley.-8. aı s. 


A Monography on the genus Camellia. By Ss 
muel Cuxtis, Allumin, 6 Pd. Stel, 16 & Ede»: 


362 


History: of eultivated Vegetables. By H, Phil 
lipa, 2, Vol, ı Pd. aı 2.6. d. 
N, Küszere Briefstellen. 
u. «Wie wäre es denn? wenn wir durch die Flora 
ein kleines Namens- und Ortsverzeichnifs (viele 
isfekkı fürs erste ulır dort, wo man deutsch sprieht) 
von. allen der Botanik Beflisserien erhalten könn 
187, sowohl der Meister ala Dilettanfen. “Ein Bei- 
sender könnte da von Königsberg bie Basel und von 
Hamburg . ‚bis Triest, auf seinem Wege in dieser Lir 
ste. alles finden, wyag ‚ihn wenigstens. schnell in die 
L.okalitäis- Kenntnifse seines Weges setzt, und manch- 
mal, (ich will nicht sagen immer) eine freundliche 
Aufnahme gewährt, und so manche Acguisition m%» 
chen, um die er sonst gekommen wäre, Brüten Sig 
über das Ey, was ich gelegt, es. wird gewils dänn 
kein böser Kukuck werden. - 

Wir lesen hier mit Vergnügen das Co nsorVa- 
. torium von Hrn, Tratiinnick, es kömmt dara 
ein längst gehegter Wunsch, ein grofses Bedürfnils 
unserer Zeit, in Anregung, die Herausgabe. einer 
. Species plant, in fliegenden Blättern; jede Pflanze 
auf ihrem Blatte, jede. wirklich neue den ältern 
also nur beigefügt, nicht immer das Ganze wieder 
aufgewärmt, wie jede der ı00 Linneischen ep, pl 
Ich denke, diese Zeitschrift wird sich schwester- 
lich mit der Ihrigen vertragen. 

‚Würde denn eine kurze Zusammenstellung in 
der Flora aller bis jetzt erschienenen Monographien . 
nieht sehr interessant seyn? da sähe man, was noch 


Noth thut, — 


Flora 
oder 


Botanische Zeitung, 


Nro. 33. Regenaburg, am aı. Juni 1822. 


l. Aufsätze 


Frage wegen der EIntwickelung von 
Equisetum, . 


D:. Bildung dieser Gattung zeigt soviel räth- 
selhaftes, dals sich wohl jeder veranlalst fühlen 
sollte, durch aufmerksame und zu allen Zeiten an- 
gestellte Beobachtungen aller ihm vorkommenden 
Arten, auf die endliche Lösung der bestehenden 
Zweifel hinzuwirken, Mit diesem Gedanken be- 
schäftigt, hatten wir im nun verflossenen März auf 
einer unsrer Excursionen die Freude, in einem 
schönen Thale. der Gegend von Loschwitz, das 
obwohl auch sonst nicht seltene Equisetum sil- 
vaticam im Zustande der Fructification zu finden, 
Mehrere Exemplare, welche wir ausgruben, zeig- 
ten nichts unbekanntes und wir setzten unsern Weg 
fort, Wir kamen an eine Quelle, wo Mnium 
punctatum dem Laufe des entstehenden Baches 
folgte, und wo Jungermannia epiphylla tau- 
sende ihrer Kapseln auf schlafen Stielen empor- 
hielt, Hier stand am Rande des Baches noch eine, 
Pflanze von Equisetum silvaticam, und wir 


Z 


554 


konnten dem Verlangen nicht wiederstehen, auch 
diese auszugraben, was, da sie in lockerem, fast 
senkrecht abgeschnittenem Erdreich stand, ziemlich 
leicht war, In Staunen versetzte uns der Anblick 


der entblöfßsten Wurzel, denn sie zeigle uns ein 


noch nie gesehenes Gebilde. Ein paar Zoll vom 
scheinbaren Hauptstamm entfernt, befand sich an 
einer Wurzel ein aufrecht stehender Körper, von 
der Gröfse und ellipsoidischen Gestalt der Fracht 
von Cornus masula.. Sein unterer Theil. war 
eingeschnürt, und er safs ohne Stiel auf der Wur- 
zel scheinbar nicht auf, sondern etwas vor, aber 
genauer unfersucht, auf dem Gelenk. Die kurze 
Gelenkscheide war nämlich unverleizt, und der 
Körper hatte mit ihr einen und denselben Ursprung, 
An der Spitze zeigte sich eine zitzenförmige Erhö- 
hung, die ganze Oberfläche erschien ziemlich glatt 
und war: braun, wie die Wurzel, Dem Gefühl 
nach war der Körper solid und fest, denn ex Hiels 
sich nicht zusammendrücken, Soviel beobachteten 
wir an Ort und Stelle. Zu Hause wurde ein Ver- 
ticalschnitt gemacht, und dieser zeigte, ‚dals die 
_ innere Malse solid, weils und saflig, unter dem 
Mikroskop zellig und körnig war, und dals vor 
der Spitze sich ein Keim erhob, welcher sich in 
der zitzenlörmigen Erhöhung kegelfürmig endigte 
Seine ein wenig dunklere Farbe und gleichförmi- 
gere Textur liefs ihn deutlich unterscheiden, Die 
äulsere braune Haut hing fest an der weilsen Mas- 


se, kaum liels sich eine äulsere Epidermis tron- 


nen, welche unter der Linse eine Skulptur von 


| 


355 


eingedrückteu regelmäfsig durcheinander laufenden 
Linien zeigte. Aeufserlich sahen wir unter der 
Spitze noch eine kleine einfache Wurzelfaser. Dem 
Gebild entgegengesetzt, auf der. untern Seile des 
Gelenks, entsprangen noch zwei gewöhnliche Wur- 
zelfasern. Sollten wir diesen Körper deuten, so 
würden wir durch die Mittelbildung zwischen Knol- 
len und monocotyledoneischem Saamen, fast ver- 
legen seyn. Denn obgleich weit entfernt, densel- 
ben für etwas dem letztern entsprechendes ange- 
ben zu wollen, so ist doch der Durchschnitt des 
Saamens der Zamia bei Gärtner tab. Il. fig. g. 
nur durch die Länge des Keimes von dem. an er-. 
wähntem Körper unsers Egnisetums beobachte- 
ten, ‚verschieden. Bedenken wir den Entwicke- 
lungsort dieses Saamens, und die durch den Sitz 
vergröfserte Aehnlichkeit mit dem Knollen, wel- 


:che unser Gebild zeigte, so möchte jene Analogie 


bald schwinden und Knollen und Saamen für einer- 
lei halten, können wir noch nicht, An einem 
Theile des abgeschnittenen Stücks versuchten . wir 
den Geschmack, welcher dem der Erdmandeln (tu- 
bera Lathyri tuberosi und Cyperi esculenti) ziem- 
lich glich. An den grölsern Seitenwurzeln befan- 
den sich ‚die gewöhnlichen, mehr oder weniger 
entwickelten Spröfßslinge, ohne Spur eines solchen 
Körpers an ihrer Basis. Wir bemühten uns gar 
bald, mehrere Eqniseta auszugraben, doch wa- 
zen wir weder bei E. silvaticum, noch bei E. hie- 
male, welches wir einige Tage nachlıer in einer 
andern Gegend antrafen, so glücklich, etwas ähnli- 


VAR 


356: 


ches zu finden, Eben so wenig zeigten die Exem- 
plare der kleinen nordischen und alpinischen Ar- 
ien in unsern Hexbarien; etwas ähnliches. 
Wir bitten nun alle, welche Lust haben, die 
"langweilige, und freilich oft durch die Lokalum- 
“ stände unmöglich werdende Arbeit, des Ausgra- 
bens der unendlich verzweigten, und vielfach ver- 
strickten Wurzeln der Equiseta zu übernehmen, 
ihre Resultate in der Flora niederzulegen. Dals 
etwas ähnliches irgendwo erwähnt sey, ist uns 
nicht bekannt, auch darüber bitten wir um gefäl- 
lige Mittheilung. In der sehr lehrreichen ‚Anlei- 
tung zum Studium der kryptogamischen Gewächse, 
von Kaulfußs, wird gesagt, dafs das Aufgehen die- 
ser Gewächse aus Saamen, noch nicht beobachtet 
sey, dals aber ihre Ausbreitung durch die Wurzel 
schnell geschehe. In allen Beziehungen ist die Ana- 
logie der Gattung Equisetum zu andern Gewäch- 
sen, als die sind, mit denen man sie bisher zusam- 
menstellte, sehr groß. Wir glauben: in dem Ver- 
such eines natürlichen Systems, welcher einer von 
uns jetzt den Anfängern übergiebt, dargetlan zu 
haben, dafs ihr bisberiger Platz die Natürlichkeit 
der Reihe, in welcher wir ihn finden, aufhebt, die 
Gattung aber in einer höher stehenden Reihe eine 
Lücke ausfüllt, 
Dresden den a8. März ı8an. . 
L. Reichenbach, C. Schubert 
N.S, Bei unsern fernern Exkursionen gelang 
es uns endlich, am 18. April auch an Equis. a- 
vense ähnliche Knollen zu finden, als. wir von E 


357 


silvaticum beschrieben haben, so dafs: uns diels 
schon zu der Vermuthung veranlafst, jene Bildung 
sey nicht zufällig gewesen, sondern vielleicht ein 
Hauptgegenstand der normalen Vermehrung dieser 


'Gewächse. Ein kleiner sandiger und feuchter Wald- 


hügel nährte das E, arvense in Menge, und erlaub- 
ie das Nachgraben, Die: Verzweigung der Wur- 


. zeln mochte wohl mehrere Ellen tief gehen, und: 


wir gelangten nicht über die Tiefe, welche der 
Länge eines ausgewachsenen Mannesarmes entspricht, 
wobei wir die vielfachen Verzweigungen der Wur- 
zeln, oder richtiger des ‚Mittelstockes beobachteten, 
und doch:'im Ganzen zwei Knollen fanden. Sie 
salsen in ‚grolser Entfernung von den Fruchtwe- 
deln, waren vollkommen gleich, kugelig, von der 
Grölse ‚einer ‚Zucketrerbse, mit ‚der papillenartigen 
Erhöhung versehen, schwarzbraun und runzelig, 
dabei ziemlich hart, und im Innern ganz so. wie. 
jener von E, silvativum, aber fester gebaut, über- 
haupt schienen sie in einem höhern Alter zu seyn, 


‚allein der scheinbare Keim hatte die Hülle noch 


nicht durchbohrt. Die übrigen mehr als ellen- 
langen Wurzeln erneuerten sich ‚aus knieförmig 


_ aufgesetzten, spindelförmig: ‚angeschwollenen holzi- 


gen Knoten, und es ist nicht unglaublich, dafs diese 
sich aus dergleichen Knollen entwickeln. 


“ Dresden d. 30. April. 
L. Reichenbach, C. Schubert; 


U. Ausländische Literatur, 
? Jos, Raddi, ein fleilsiger sorgfältiger Samm- 
ler, früher Custos des Naturalienceabinets zu Elo- 


358 


renz, gegenwärtig wegen Streitigkeiten mit eini- 
gen Männern von Ansehen ausser Dienst, haf von 
seinem 6 monatlichen Aufenthalt zu Rio de Janeiro 
_ mehrere interessante botanische Gegenstände zu- 
rück gebracht, die in folgenden kleinen Schrif- 
: ten beschrieben sind: 

'ı, Quaranta piante nuove del Brasile, 
Modena. Ato 1820, . 

Bertolonia, eine neue Gattung aus der Fami- 

lie der Melastomeae,. Calyx integer coslalo fo- 
“ liaceus. 'Corolla 5- petala calyci inserta. Stamina 
ıo declinata. Caps. triangularis- trivalvis, opercu- 
lata, opereulo acute triangulari columellae.centrali 
adhaerente in orbem dehiscente, Semina numerosa 
angulato - cuneala, 

Bertolonia nymphaeaefolia, c. ic. foliis 
cordatis, 7 — g nerviis, ylabris, subtus albis reli- 
culatis; racemis terminalibus dichotomis vel sim- 
‚plicibus, iloribus ebracteatis subsecundis. Eine 
perennirende Waldpflanze, — 

Leandra, aus derselben Familie: Calyx sexfi- 
dus campanulatus laciniae exterius munitae singu- 
lae squama lineari speciem habente duplicis la- 
ciniae, Petala 6 lineari - lanceolata,. cal. inseria, 
Stam. 12. Bacca 3 — 4 locul. polysperma, 

Leandra melastomvides c. ic. foliis longe 
lanceolatis subdenticulatis subtriplinerviis. superne 
papilloso muricatis, inferne tomentosis, racemo 
terminali,: floribus capitalis bracteatis. 

Leandra hirta foliis oblongo - lanceolatis, 
acuminatis, erenulatis, trinerviis vel subtripliner- 


äbg 


vis, inferne pilosis; lloribus racemosis, terminal 
bus, 'ebracteatis. 

Rbexia alata: ramis alato-- quadrangulari- 
bus: foliis oppositis-oblongis acutis integerrimis con- 
jugato - quinquenervis, superne muricatis, inlerne 
hixsutis; racemis terminalibus, ramulis trifidis, 

Rhexia estrellensis: ramis subquadrangu- 
laribus hirsutis, foliis oppositis oblongis abtusius- 
enlis quinguenerviis, superne papilloso - muricatis, 
inferne lomentoso. - -sericeis lloribus ‚terminalibus 
paniculato - racemosis. 

Rhexia uniflora: foliis lanceolatis, integerri- 
mis trinervis vel subquinquenerviis; floribus ter- 
minalibus subsolitariis calycibus 5 - fidis sericeo- 
argenteis, laciniis obtusis bracteisgue emarginatis 
caducis, . 

Rhexia herbacea: foliis. oppositis ovato- 
oblongis, subquinquenervüs serrulato - ciliatis, ra- 
cemis axillaribus dichotomis, ramilicationibus. mem- 
branaceo- quadrangnlaribus; floribus octandris sub- 
secundis, capsula globosa hiloculari. 

Matthisonia n. g. calyx 5 - fidus. Corolla 
hypocrateriformis 5 - fida, laciniae lineares, exte-. 
xius.ad' basim habentes singulae callositatem squa- 
maeformem;. tubus longus. Stamina 4 eonnata' im 
tudum. Capsula biloeularis: Semina angulata, re- 
tieulala, 

M, panieulata: foliis alternis cordato acumi- 
natis pubescentibus integerrimis, floribus panicula- 
tis. Mit Abb. 

Daphne: brasilienais : Zolüs swbsessilibus: 


560 

lanceolatis utringne acuminatis, subtus tomen!oso- 
sericeis; floribus axillaribus terminalibusque umbel. 
Iulatis sericeis. Gehört zur Gattung Lageita. 

Diospyros Apeibacarpos: folüis, lanceola- 
tis acutis integerrimis superne glabris inferne vil- 
1oso -.sericeis; petiolis brevissimis hirsutis: bacca 
papilloso - setosa, subdecasperma. 

Macroceratides, eine nene Gattung. Calyx 
campanulatus, bilabiatus, labio superiore emargiriato: 
bifido; inferiore trifido, lacinia intermedia pro- 
ductiore. Vexillum emarginatum, basi unguieulato- 
canalieulata:" legumen lato - oblangum, subtorulo- 
sum. Semina reniformia hilo cincta, uno latere 
cavo excepto. ' 

Macroceratides Pseudo - stizolobium: 
subfruticosus, volubilis; foliis ternatis, foliolis ova- 
tis superne glabris, inferne villosis; legaminibus 
compresso - torulosis, dorso piloso, emarginatis, 
seminibus renifornibus nigris. . Ist, von Stizolo- 
bium generisch nicht verschieden, 

. Meliconia farinosa: foliis basi apicegue 
acutis, subtus albo farinosis. 

Annona dolabripetala: foliis oblongo lan- 
ceolatis, inferne petiolisque hirsutis; petala 3 con- 
nata, Iateraliter compresso- dolabriformia, tomentosa 

Gouania corylifolia: foliis subrotundo- car- 
datis, vel subovato - cordatis acutis , subdenticu- 
lato - glandulosis, subtus pubescentibns > zacemis 
axillaribus terminalibusque, longissimis, 


Gouania cordifolia: foliis cordato - oVä- 


bı 


is serrulatis pilosiuseulis, floribus axillaribus termi- 
nalibusque: capitatis hirtıs, 

Swartzia triphylla var, B grand iflora: 
foliis ternatis, petiolo marginato, foliolis lato- lan- 
ceolalis acuminatis undulatis, intermedio majore; 
petalo magno Juteo. FERN 

SwartziaLangsd arffil: ‚foliis pinnatis alter- 
nis, foliolis ovatis, acutis integerrimis venoso- re- 
tieulatis glabris, petiolis marginatis. . 

Swartzia Flemingi: foliis Pinnatis alternis, 


foliolis oblongis, inferne hirtis; , ovarium tomentoso 


\ 


sericeum. _ 
Swartzia apetala: foliis pinnatis, oliolis lan- 


“ceolato - oblongis acuminatis glabris, 


Machaerium aculeatum: caule sarmentoso,, 
foliis pinmatis, foliolis numerosis alternis, Petiölo 
basi aculeis binis compressis subuncinatis, legumi- 
nibus hirsutis, j 

Cassia pentandra: caule subfruticoso, ramis 


. prostratis pilosis longitudinaliter striatis, foliis con- 


jugatis petiolisque pilosis, stipulis cordato - lanceo- 
latis ciliatis, floribus pentandris, legumin. hirlis. 

. Schinus terebinthifolius: foliis impari - pin- 
natis, foliolis septenis subaequalibus subserratis, flori- 
bus axillaribus racemosis, Arveira Marcg. p. 90, 

Oxalis mandiocana: caulescens, foliis ovato 
vel subcordato - acuminatis eiliatis, petiolis margi- 
-nato - alatis pedunculisque florum ciliatis, 

‚Oxalis primulaefolia: acanlis, folüs ob- 
longis obtusis, basi angustatis, peduncnlis multillo- 
zis, filiformibus, semierectis vel prosiralis.. 


362 


Oxalis hedysarifolia: caulescens, foliister- 
natis, foliolis ovatis utrinque acutis petiolisque hin - 
tig, pedünculis terminalibus paucifloris, i 

Oxalis fruticosa: frutescens, foliis terna- 
tis, foliolis subrotundo - ovatis eiliatis intermedio 
majore et longe petiolato universali foliaceo lan- 
ceolato pilosiusculo et longitudinaliter striato ; pe- 
duneulis axillaribus paucifloris, 

Mayna brasiliensis: foliis alternis, oblon- 
'gis, acuminatis, subdentieulatis, bası leviter attenua- 
tis; Horibus axillaribus, pedunculis trifloris, 

Gonrataria estrellensis: capsula oblongo- 
cylindracea dura, semina sursum alata. . 

Anda brasiliensis: foliis quinato - digita- 
tis, foliolis oblongo - cordatis acuminatis integerri- 
mis glabris longe petiolagis, 

Catappa brasiliensis: foliis oblonge - lan- 
.ceolatis, inlegerrimts, quandoque laeviter subere- 
nato - repandis, pedunculis lateralibus paucifloris, 
drupa compresso - quadrangulari alata. Mit ‘Abb. 

Begania digitata: Toliis digitatis, Toliolis 
‚3% lanceolatis inaequaliter serralis, capsulae alis 
reiundatis aequalibus. 

Begenia maculata: arborescens, foliis in- 
aegualiter lalo - reniformibus acutis albo - macula- 
tis, capsulae alis subaequalibus, angulis rotundatis. 

Begönia angularis: frutescens, caule angl- 
lato subtetragono, foliis inaequaliter cordato- ob- 
longis erenulatis glabris, stipulis foliaceis integerti- 
mis, capsulae alis undulatis, una maxima obtusangul& 


Begonia plulchella: caulescens, foliis' semi- 
cordatis acuminatis inaegualiter dentato - serralis 


glabris, capsulae alis rotundatis subaequalibus, 


Begonia arborescens: ramosissima, foliis 
oblongis 'acuminatis dentato- serratis glahris, basi 
inaegualiter subcordatis. nn 

Begonia bidentata: caulescens, foliis ob- 
longo -lanceolatis, acuminatis denticulato - sexratis, 
glabris, basi inaequalibus, capsulae alis aequalibus, 
angulis bidentatis, 

Begonia sanguinea, caulescens, foliis inae- 
qualiter cordatis acuminatis integerrimis glabris sub- 
tus sanguineis, capsulae alis subaequalibus, angulis 
zotundatis, 

Solanum gilo: canle subinermi herbaceo, 
foliisque ovato - elongatis repando - angulatis pilis 
brevibus fasciculatis undique tectis, pedunculis fer- 
tilibus unifloris cernuis , ealyce corollaque inferne 
hirtis, fructu oblongo sulcato carnoso. 

Schnella, eine nene Gattung neben Bauhi- 
niaundHymenaea: Calyx coriaceus campanulatus, 
sub 5 - dentatus. Petala 5 unguiculata subaequalia, 
Stylus nullus. Legumen truncatum (Folia biloba). 

S. macrostachya: foliis cordato - bilobis, lo- 
bis rotundato - ovatis, floribus spicatis, spicis axilla- 
ribus terminalibusque longissimis. 

S. microstachya: foliis cordato - bilobis ; 1o- 
bis ovatis obtusis, ramis eirrhiferis, 

2, Piante del Brasile descritte dal D. 
Bertoloni. Bologna ı8a0. 4. 
Canna coccinen $,: corollae lacinüs inte- 


N 


564 
I 


rioribus‘ binis, undique -yivide coccineis; labello 
ppice coccineo, basi luteo, maenlisque coccineis va- 
ziegalp; rachi frigona. ’ 

Ryrnchospora pilulifera: spieis axillaribus, 
compositis, pedunculatis, folio brevioribus, spiculis 
parlialibus globulosis, nudis; foliis linearibus, elon- 
galis, planis, 

Seirpus latifolius: ‘corimbis compositis, 
axillaribus, pedunculalis, spieulis solitariis, ovalis, 
acuminatis, glumisque apice mucronato - setaceis ; 
folits enstformibus. ' 

_ Cyperus nervoösus: spieis umbellatis$ spi- 
eulis Iinearibus, dislichis, remotiusculis, 'erecto pa- 
tulis; glumis corollinis obtusis, multinervibus; in- 
volucröo pentaphyllo; radice tuberifera. 

Panicum loliaceum; foliis lanceolato -H-- 
nearibus; supra_ pubescentibus ‚ eulmo, vaginisque 
hirsutis; panicula racemosa, laxitlora, stiicta; ca 
lyeibus unitloris, oblongis, hirsntis, mulicis, exgui- 
site nervosis, 

Panieum condensatum: glabrum decum- 
bens; foliis cordato -lanceolatis, amplexicaulibus; 
panicula racemosa, densiflora, strielissima; spienlis 
unilloris, glumis lanceolatis, acutis, 

Cassia biglandulosa: foliis multijugis, di- 
slichis; peliolis biglandulosis; stipulis lanceolatis. 

Raddia (Gram, Mon, 'Triand.) flores mascuk 
in racemis distinolis superioribus, Calyx uniflo- 
rus, biglamis, glumis acuminatis, muticis. Corolla 
nulla. Filamenta hrevissima.. Antherae. lineares, 


365 


longae. Flores -faeminei in spieis distinctis, in. 
ferioribus, Calyx unillorus, biglumis, patens, glu- 
ma altera longiore, aristata. Corolla biglumis, 
mutica. Stilus simplicissimus, 

Raddia Brasiliensis, 

Columbea angustifolia: Jfoliis lanceolatis, 
mucronatis, patentibus, glaucis; Ist die schon längst 
‚bekannte Araucarla excelsa, 

Telephora Pavonia: membrariacea, tennis, 
semicircularis, supra virens, sulcis concentricis, mar- 
gineque involuto, subtus aeguabilis, farinoso - glo- 
bulosa, alba, 

3. Breve osservazione sull’Isola di Ma- 
dera da G. Raddi,. Firenze ı821, 8. (aus dem 
5. Hefte der Antologia,) Zählt alle von R. auf 
Madera beobachteten Pflanzen und darunter als 
neu auf: . 

Arundo airaeformis: calyeibus bifloris, pa- 
nicula patente, Horibus muticis, foliis inferioribus 
distichis laevibns. 

Arenaria alsinoides: foliis ovato - lanceo- 
latis basi atlemnalis ciliafis, caulibus longissimis 
xamosis prostratis glabris quadrangularibus, pedun- 
enlis axillaribus ı — 3 Iloris, floribus apetalis. 

Reboullia maderensis : fronde dichotoma 
glaucescente, inferne obscure violacea et transverse 
squamoso - ciliata extremitatibus subemarginatis, 
fructibus numerosis epiphyllis. Mit einer schlech- 
ten Abb. i 
4 A. Bertolonii excerpta de ve herba- 
ria. Bonon, ı820, 4. j 


366 


r 


Avena villosa: foliis, vaginisgue glabrk; 
culmo villoso; panicnla strieta; calycibus billoris; 
Doseulis basi, stipiteque barbatis; arista dorsali spi- 
culis longiore. Italia. — Gon olobus floccosus: 
foliis cordatis, acuminatis, sinu clauso, corollis pla- 
‚nis. Bras. c. ic. — Caötus pseudo - cochinillifer: 
articulato - prolifer, articnlis oblongis, obovatis- 
que, junioribus tenuibus; spinis fasciculatis, vali-, 
dis, longis, sordide albis, pube brevissima— Del- 
phinium velutinum (hybridum Y Decan- 
dolle) petiolis basi dilatato - vaginantibus, fo- 
liis quinquepartito - multifidis, segmentis linean- 


ı bus; racemo laxo, tauleque mollissime villosis; 


nectario onrvo; bracteis inferioribus flore longiori- 
bus, — Ribiscus pernambucensis: foliis profun- 
de cordatis, subrotundo-acuminatis, crenalis, seniori- 
bus ntringne glaberrimis; stipulis magnis, lanceo- 
lato - falcatis. Guadelupa , Brasilia. — Panicum 


‚sulcatum: spica ‚composita, inferne interrupta; 


involueris unisetis; gluma corollina externa trans- 
verse rugosa; foliis lanceolalo- Jinearibus, aulcalo- 
plicatis. Brasilia — Ausserdem werden in diesem 
Werkchen abgehandelt Salvia clandestina, zu 
der $, multifida Sibth. und polymorpha Hofl- 


' mannsegg et Link gezogen werden; Valerianae 


montanae var, Cinchona glabra Ruiz, wo 
lanceolata & Röm. Schult, Viola alpina Al- 
lium roseum 8 wozu A. ambiguum Sibth: und 
Tenorii Spreng. Hernach Allium vineale, wozi 
littoreum Bertolini. Hibiscus abuliloides, Musa 
sapientum und einige Fuci. (Fortsetzung folgt.) 


567 


MW. Ankündigung . 
1, Die Flechten in getrockneteti Exemplaren her. 

ausgegeben von L. Reichenbach und C. 

Schnbert. Dresden, zu haben bei dem Hof- 

und academischen Gärtner Terscheck, 

Es bedarf keiner Erläuterung, wie sehr das 
Studium der Gewächskunde durch getrocknete 
Sammlungen unterslützt wird, ja die Wissenschaft 
wurde sogax selbst durch sie erweitert, Die Moos- 
kunde sehen wir durch die zahlreichen Sammlun- 
gen jetzt ziemlich allggmein verbreitet; die Kenat- 
nils der Algen hat seit wenigen Jahren mehr Lieb- 
haber gefunden, da die bekannten schönen Deca- 
den zur: Vergleichung zu Gebate stehen: Die Pilz- 
kunde, sonst nur auf enge Gränzen eingeschränkt, 
fängt schon an, ein Gegenstand .der Untersuchung 
für Anfänger zu werden, denn, wir haben eine 


Sammlung, welche dieselben bei der Bestimmung 


der Pilze treulich leitet. Nur an einer Flechten- 
sammlung fehlt es noch, oder wenn wir dies nicht 
eigentlich sagen können, so ist doch die vorhau- 
dene, bei allen ihren Vollkommenheiten, 'keines- 


. wegs den Verhältnifsen der Anfänger entsprechend. 


. Wir waren auf Herausgabe einer hierzu geeig- 
neten Flechtensammlung bedacht, und geben jedes- 
mal 25 Arten in vollständigen, und svviel als mög- ; 
lich elegant zubereiteten Exemplaren, in einem 
Hefte, für einen 'Thaler (ı rthl. oder ı Sl, 46 kr. 
zhein,) Wir schlielsen kein Vaterland aus, und. 
schon gieng einer von uns nach Dänemark, Nor- 
wegen, und Schweden, um Auskunft über einige 


368. 


Arten von Acharius, dem bisher so berühmten 
nordischen Flechtenkenner, und von Fries, dem 
Herausgeber eines neuen Flechtensystems, zu fin- 
den, und um Exemplare zu sammeln. Das Glück 
war ihm günstig, Neptun und’ Flora stimmten ein, 
seine Hoffnungen zu erfüllen, und die anerkannte 
Gefälligkeit der nordischen Botaniker überstieg 
seine Erwartung. Zwar vernichtete nahe am Ziele 
der Rükreise, unweit der Gränze des Vaterlandes 
ein Stralsenraub fast den ganzen Vorrath- der von 
ihm gesammelten Phanerogamen, allein die Cryp- 
togamen wurden gerettet. Auch in andern Gegen- 
den, nicht nördlich allein, sondern auch südlich, 
sind Freundes Hände beschäftigt, für unsern Zweck 
die Bäume ihrer Zierde, die Felsen ihrer schmü-, 
ckenden Decke zu berauben, — Bald giebt unser 
Commissionär, (deren wir vielleicht noch ein Paar 
werden anzeigen können, wenn ihätige Männer die 
Gefälligkeit haben wollen, sich dem Geschäft zu 
unterziehen) das erste Heft aus; die Vollendung 
der folgenden, wozu schon grolse Vorräthe bereit 
liegen, beschäftigt uns jetzt. 


Dresden den 22. März 1822, 
L. Reichenbach. C. Schubert, 
(Mit Vergnügen werde ich Bestellungen und 


Versendungen für hiesige Gegend übernehmen. Dr. 
Hoppe.) | 


„ 2. Von meinen „Deutschen Lichenen“ sind 
wieder vier Lieferungen erschienen, die 7te, dle, 
9te und ıote. Jede derselben enthält 20 Nummern 
in Fol. und einen Bogen Text, und kostet in Com- 
mission bei dem hiesigen‘ Hof’buchhändler Herr 
Stiller 2 xthl, 


Rostock, im März ı8an, 
A. G. Flörke, 


Grofsherzogl. Professor: der Naturge- 
schichte u. Botanik an der Universität. 


Flora 
oder 


Botanische Zeitung. 


Nro. 24. Regensburg, am 28, Juni 1822. 


I. Aufsätze. 
Ueber die Begriffe von Gattung, Art und 
Abart in der Botanik; von Herrn A, E 
Fürnrohr, “ 


IR unserm Zeitalter, wo mehr als jemals die 
Beobachtungen der Pflanzenforscher die Begrün- 
dung eines natürlichen Systemes beabsichtigen, wo 
aber auch mehr als jemals neue Gattungen und Ar- 
ten aufgestellt, und wieder gestürzt werden, wo 
| der eine es für zweckmälsiger hält, die Zahl der 
vorhandenen Galtungen zu vermindern, während 
dem ein änderer das Ziel der empirischen Beob- 
achtung dann erreicht zu haben glaubt, wenn wir 
eben so viel Gattungen als Arten besitzen: da dürfte 
es wohl nicht überflüßsig seyn, einige Ansichten 
zur Sprache zu bringen, die das Ergebnils unmit- 
telbarer Beobachtung der Natur sind, und die viel- 
leicht dazu geeignet seyn dürften, jene sich schein- 
bar widersprechenden Meinungen auf Einem Punkte 
zu einigen,: Nach den frühern Ansichten 3ollten 
die Gattungen dazu vorhanden seyn, um den Ueber- 


Aa 


570 
blick über eine Reihe als selbstständig erkannter 
Pflanzenarten zu erleichtern. Als Arten betrachtete 
man diejenigen Pflanzen, die neben ihrem, in der 
Blüthe und der Frucht begründeten Gattungscha- 
rakter, in den andern Theilen von einander ab- 
wichen, und diese Abweichungen selbst durch 
die Cultur nicht verloren. Blieben sie sich bei 
verändertem Standorte u. s, w. nicht getren, so 
wurden sie als Abarten unter die ihnen zunächst 
stehenden Arten gereiht, Diese Idee, im Geiste 


eines künstlichen Systemes aufyefalst, kann nur. 


modifizirt in einem natürlichen auftreten; da jenes 
geschiedne Selbstständigkeit bezweckt; dieses aber 
uns mit dem Ineinandergreifen der Pflanzen - Indi- 
viduen zu einem geschlolsnen Ganzen vertraut macht. 

Unter den verschiedenen Grundsätzen, die bei 
‚der Aufstellung natürlicher Methoden bisher die 
leitenden Principien waren, und von denen doch 
nur eine natürlich seyn kann, ist wohl das Sy- 
stem, welches Kieser zuerst dachte, Oken aber 
realisirte, am meisten dazu geeignet, ein anschau- 
liches Bild des Pllanzenreiches zu gewähren. Von 
‘dem Grundsatze: „das Pilanzenreich ist in der Idee 
eine Einheit, in der Erscheinung aber ein unend- 
lich mannigfaches® ausgehend, legt es die ei,ızelne 
reale Pllanze zur Basis der Eitheilung der großen 
idealen Pflanze oder des Pilanzenreichs, und weist 
so den Metamorphosengang der einzelnen Pflanzen 
in. dem ganzen Pflanzenreiche nach. Demnach legt 
es auch die verschiedenen Entwicklungspüuncte der 
individuellen Pflanze der Eintheilung des Gewächs- 


d71 


reiches zum Grunde, betrachtet daher dasselbe als 
eine gesonderte Darstellung immer höher entwi- 
ckelter Organe, und theilt sohin die Pflanzen in 
Klassen, die den verschiedenen Organen enispre- 
chen. Da aber, einem in der ganzen Natur sich _ 
aussprechenden, unverkennbaren Geseize zu Folge, 

alles nur stufenweise seiner Vervollkommnung ent- 

gegenrückt, so mufs jede Klasse wieder in Ordnun- 

gen zerfallen, in denen sie mehr oder weniger den 

übrigen Klassen ähnlich wird. So zerfällt jede 

Ordnung wieder in Zünfte oder Familien, jede 

Zunft wieder fin Sippschaften oder Gruppen, jede 

Sippschaft wieder in Sippen oder Gattungen. Da 
- diese sich nothwendigerweise nach den in der ein. 

zelnen Pflanze dargestellten Organen gliedern müs- 

sen, so kann ihre Zahl durchaus nur eine 

vermittelte, eine bestimmte seyn, Nehmen 

wir daher mit Oken ı0 Organe an, so dürfen in 

jeder Gruppe nur ı0 Gattungen anfgesiellt. werden. 

Einen Widerspruch scheint der hier ausgespro- 

chene Satz in den Bemühungen der vorzüglichsten 

Botaniker unsers Zeitalters, eines de Candolle, 

Robert Brown, Richard u. s. w., die doch‘ 
sämmtlich die Vermehrung der Gattungen bezwe- 

eken, zu finden, Eben so wenig scheint hiemit . 
jene Stelle in Nees von Esenhecks Handb. d. 

Bot, I, Th. pag. 68. übereinzustimmen, wo doch 
ausdrücklich ‚gesagt wird: „Vollendet, d. h.' eı- 

schöpft wäre der Scharlsinn empirischer Beobach- 

tung dann, wenn die verminderte Zahl der aus ih- 

ver Wurzel erkannten Arten, mit der erweiterten 


Aaa 


372 


Zahl der immer mehr gesonderten, d. b. in ihren 
feinsten Merkmalen erkannten Gattungen zusam- 
menfiele, und wir eben so viele (gemachte) Gat- 
tungen, als (wahre) Arten hätten! — Der Verfolg 
ussrer Ansicht wird uns hierüber die nöthigen Auf- 
chlülse geben. j 
Da mit den Gattungen noch nicht Realität der 
Naturwesen hergestellt war, so müssen sich diese 
nothwendigerweise noch einmal in Individuen thei- 
len, in denen. die Idee in die Erscheinung tritt. 
Die uns bisher leitende Idee von der bestimmten 
'Zahl der Naturkörper verlälst nns hier; reihen wir 
nämlich die Einen Gattungscharakter bezeichnen- 
den Formen an einander, so werden wir öfters 
eine sehr grolse Anzahl mehr oder weniger von 
einander abweichender Individuen erhalten, und 
das Abbild der einzelnen Pflanze scheint nur in der 
Idee, nicht aber in der Wirklichkeit begründet zu 
seyn. Aber genauere Beobachtung wird uns bald 
wieder überzeugen, dafs mehrere derselben Eigen- 
thümlichkeiten in dem Baue der edelsten Theile— 
der Blüthe und der Frucht — mit einander gemein 
haben, die bei andern wieder anders gestaltet sind, 
So stellen sie sich aufs neue zu Untergattungen zu- 
sammen, die wir Arten oder Species nennen wol- 
len, und ihre Zahl muls daher den Organen ent- 
sprechend, in jeder Gattung ı0 seyn. —, Oken 
scheint dieser Ansicht beizutreten, wenn er in ei- 
nem der leiztern Hefte der vorjährigen Isis sagt: 
„wir werden einmal zu beweisen suchen, dals Gat- 
‘ tungen von 100 Arten eine Ordnung sind, und dafs 


973 
in jeder Gattung nur ı0 Arten seyn können, Die 
Natur facht nicht so im Nebel herum u,s, w.& 

Und damit wäre denn auch jener scheinbare 
Widerspruch gelöst. Die treffendsten Unterschiede 
lafsen sich immer in den Blüthe- und Fruchtthei- 
len auffinden; da sie die Wiederholungen der nie- 
dern Organe sind, so ınafs auch der ganze Habitus 
der jene Kennzeichen besitzenden Pflanzen von 
andern Individuen verschieden seyn: sie bilden 
demnach Untergattungen, oder nach unsern Be- 
griffen Arten, und das. Bestreben, die Menge von 
Arten, die jährlich gebildet werden, auf wenige 
unwandelbare Formen zu gründen, die als Ueber- 
sicht über eine Menge untergeordneter Varietäten 
nur ideal seyn können, verschmilzt hier mit dem” 
Bestreben die Arten als (ideale) Gattungen vorzu- 
stellen, nur dürfen letztere nicht mit den ersteren 
oder Urgattungen verwechselt werden, sondern 
mülsen als Unterordnungen der primären Gattun- 
gen auftreten. 

So wenig verkennbar denmach das schöne stu- 
fenweise Ordnen und Ineinanderschmelzen der 
Pianzen ist; eben so wenig kann es geläugnet wer- 
den, dafs sie in ihrem Wirkungskreise durchaus 
nicht durch bestimmte Gesetze beschränkt werden. 
können, Art war uns bisher die Summe der Eigen- 
thümlichkeiten einer Pflanze, durch welche sie sich 
von allen ihren übrigen Gattungsgenolsen unter- 
scheiden sollte, sie galt uns als selbstständiges We- 
sen, das als polarer Gegensatz den übrigen gegen- 
über stünde, und wir suchten diese Selbstsländigkeit 


37% 


in den von einander abweichenden Formen des 


Stengels, der Blätter u. s. w. zu begründen, Allein. 


diese Ansicht wird uns um so mehr verlalsen, je 
mehr wir die Pflanzen in der Natur selbst, nicht 
aber aus den Beschreibungen in Büchern kennen 
lernen, und es bedarf eben keiner grofsen Geübt- 
heit im Beobachten, um sich zu überzeugen, dafs 
selbst die scharfsinnigsten Diagnosen der Pilanzen- 
arten nicht allen gleichnamigen Individuen zukom- 
men, oline dafs sie im wesentlichen von einander 
abwichen, Man glaubte diesen Umständen da- 
durch vorzubeugen, indem man diese Abweichun- 
gen als Varietäten, den ihnen zunächst stehenden 
Arten unierordnete, und an der Pflanze wesentliche 
und unwesentliche Theile unterschied, deren er- 
stere die Art, letztere die Varietät bestimmen soll- 
ten. Aber die Erfahrung sagte, dafs manche merk- 
würdige Pilanzenform, die sich nur durch unwe- 
sentliche Charactere von den andern unterscheide, 
dennoch dieselben aufs standhafteste beibehielt, und 
sich demnach als selbstständig — folglich als Art 
charakterisirte. für diese errichtete schon Ehr- 
hart und später Roth die beständigen Abar- 
ten oder Ragen. Allein selbst in den Varietäten 
erkannte man noch Unterschiede, und so mufsten 
sich diese wieder in Modificationen gliedern, 


Wer erkennt nicht in dieser gedrängten Darstel- 


lung die Nothwendigkeit, unsre Begriffe über Gat- 
tung, Art und Abart auf philosophische Grund- 
sätze zu stützen, wenn wir anders "nicht bei den 
raschen Schritten, womit gegenwärtig die systemä- 


375 


tische Botanik vorwärts schreitet, im Finstern her- 
umirren wollen? 

Das Bild der einzelnen Pflanze möge denn auch 
hier, um uns consequent zu bleiben, der Spiegel 
seyn, in welchem wir die Gestalten einer Pflanzen- 
art (in unserm Sinne) zu betrachten haben. Wäh- 
len wir-’ein selbstständiges Organ derselben, z. B, 
das Blatt, so werden wir es doch nach-seinen man- 
nigfachen Verhältnilsen zu dem Raum, ‚den es be- 
schreibt, zu den andern Organen, zu seinem Rande, - 
zu seiner Anheftung, zu der Vertheilung seiner: ana- 
tomischen Gewebe u. s, w. wieder auf verschiedene 
Weise betrachten können. 'In diesen verschiednen 
Darstellungsweisen, wonach es der menschliche 
Geist wahrnehmen kann, lebt und webt das Blatt, 
jene alle verschmelzen, ohne sich als selbstständig 
zu erklären, allmälig in einander und durch ein- 
ander zum selbstständigen Ganzen. — 

Damit wäre denn auch die Andeutung gegeben, 
wie wir die untergeordneten Individuen einer Pilan.. 
zenart zu betrachten haben. Da sie es nur sind, 
in denen sich der Typus der Pflanzenart ausspricht, 
und sie alle zur Darstellung des Organes mitwir- 
ken, welches der Art zu Grunde liegt; so können; 
so dürfen sie nicht als selbstsländige Wesen auf- 
treten, sondern mülsen nur als Aeusserungen einer 
und derselben Pflanzenart betrachtet werden, wel- 
che allmälig in einander übergehen, und so zu 
einem Ganzen verschmelzen. 

Aber auch hier spricht sich das stufenweise 
Fortrücken aus, Es würde unstreitig sehr thöricht 


376 


gehandelt seyn, wenn wir annelımen wollten, eine 


ausgezeichnete Pflanzenunterart (Subspecies, —_ 


so wollen wir die hier einschlägigen. Individuen 
nennen) gehe unmittelbar in eine andere ebenso 
ausgezeichnete Unterart über: wir mülsen uns viel- 


mehr: die Pflanzenkörper: als eine Stufenreihe vor-. 


‚stellen, in welcher jede Pflanzenart mit einer sehr 
einfachen Nebenform,: in die sie sich. einkleidgt, 
beginnt, diese Formen allmälig vervollkommt und 
nene Nebentheile hinzufügt,.so' dals sie unvermerkt 
von ihrer ersten Bildungsform abweicht, bei die- 
ser Form aber nicht stehen bleibt, sondern sieh in 
unzähligen Individuen heranbildet, bis dieses Bil- 
dungsstreben in einer sehr hohen Stufe der Ver- 
vollkommnung sein Ende erreicht hat, somit der 
Wirkungskreis der Pflanzenart geschlolsen ist. 

Für diese Ansicht sprechen nicht nur die Beo- 
bachtungen mehrerer sehr ausgezeichneten Pflan- 
zenforscher, sie wird sich auch jedem unbefange- 
nen Beobachter der Natur bestätigen. Der allen- 
fallsige Einwurf, dafs bei selır vielen ; ich möchte 
sagen, bei den meisten Unterarten diese Uebergänge 
noch nicht ausgemittelt sind, möchte seine Wider- 
legung theils darin finden, dafs dieselben * bisher 
nur wenig berücksichtigt worden sind; theils dar- 
in, dafs wir bei weitem noch nicht zu einer voll- 
kommenen Kenntnißs aller Pflanzenformen gekom- 
men sind; theils vielleicht auch, weil verschiedene 
Formen mehr verbreitet, andere aber nur an sehr 


seltene Verhältnifse gekettet und durch dieselben 


bedingt sind. 


377 


Um aber zu einer genauen Kenntnils dieser 
Individuen zu gelangen, so mülsen wir, wie über- 
all, zu Worten unsere Zuflucht ‚nehmen, und — 
wenn anfangs auch nicht allen — doch wenigstens 
den merkwürdigeren Formen passende Namen bei- 
legen. Wir mülsen gleichsam in die Schule der 
Alten zurückkehren, und gleich ihnen, jede merk- 
würdigere. Pflanze beschreiben ‚ ohne damit den Be- 
griff zu verbinden, als wäre sie nicht geneigt, in 
andere höhere Formen überzugehen. Dafs die von 
Linne eingeführten Trivialnamen uns dabei vor- 
züglich zu statten kommen werden, bedarf kaum 
einer Erwähnung, Der Erfolg hievon wird seyn, 
dafs manche als & und ß herumirrende Pflanze der 
Aufmerksamkeit der Botaniker mehr gewürdigt, und 
dadurch eine gründlichere Kenntinils der Pllanzen- 
arten bewirkt wird, 

Die sogenannten Anomalien, Mifsgeburten, 
Bastarde u, s. w. gehören nicht hieher. Sie sind, 
kränkliche Zustände der Pilanzen, und bilden die 
eigentlichen Abarten, d.i, Pflanzen, in welchen 
die Natur von ihrer Bildungsform abweicht. 

Das Gesagle werde nun durch einige Beispiele 
nachgewiesen. 

Die Viola palustris L., V. alba Bess., V. odo- 
vata L, und V, hirta L. sind Pflanzen, welche die 
Natur so bestimmt unterschied, und bei denen es 
doch sehr schwer hält, standhafte Unterschiede auf- 
zufinden. Nierenförmige und glatte Blätter sollen 
die V, palustris characterisiren, man findet diese 
aber auch sehr oft bei V, alba Bess. Viola odorata 


\ 


378 


soll kriechende Ausläufer haben, die aber auch 
der Viola alba, und nicht selten der Viola hirta 
eigenthümlich sind; Viola hirta wird durch haa- 
rige und längliche Blätter von Viola odorala un- 


” 


ierschieden, obschon auch bei letzterer die ober- _ 


sten Blätter länglich, und fast immer mehr: oder 
weniger "behaart sind, Selbst’der Unterschied, den 


einige neuere Botaniker in dem Verhältnifse des 


Anheftungsortes der Bracteen zu dem Biüthenstiel 
gefunden haben wollen, "hat nach meinen Beob- 
'achtungen seine Ausnähmen. Und doch würde. es 
der Natür sehr zuwider‘ seyn, alle diese Formen 
in eine Species zusammenzuwerfen. "Nehmen wir 
aber an, dalsin der Yiola palustris durch die nie- 
renförmigen und glatten Blätter die Grundlage ge- 
geben sey, diese sich aber allmälig zur herzförmi- 
gen Form in der Viola alba Bess. heranbilden, 
endlich durch eine Menge von Uebergängen in der 
Viola odörata berzförmig und in der Viola birta 
länglich und haarig werden, ohne dafs eine Form 
auf der ihr angewiesenen Stufe aufs standhafteste 
stehen bleibe: so ist das Problem gelöfst, und der 
Streit, ob sie Arten oder Abarten bilden müßsen, 
beigelegt, 

Lythrum hyssopifolium und L. Salicaria L. 


sind Pflanzen, die jeder Anfänger auf den ersten 


Anblick unterscheiden kann. Und doch fand ich 
eine Form, welche zwischen beiden einen sehr 
merkwürdigen Uebergang bildete. ‘Der ganze Ha- 
bitus war von Lythr, Salicaria: allein die Blätter 
derselben waren abwechselnd, statt gegenüber; der 


379 


Stengel war 6 eckig, statt 4 eckig, die Blüthenr 
safsen in gedrängten Knaueln in den Blattwinkeln, 
und bildeten so eine unterbrochene Aehre, statt 
dafs sie bei der gewöhnlichen Form in’ dichten 
Quirlen eine gedrängte Aehre darstellen. Ueber. 
hanpt ist Lythr. Salicaria mit abwechselnden Blät- 
tern, vorzüglich. den obern, keine Seltenheit,. und 
genauere Beobachtung würde gewils noch mehr 
und deutlichere Uebergänge: auffinden lassen. 

Hr. Prof. Hoppe stellte vor einigen Jahren 
den Ranunculus Traunfellneri als eigene Species 
auf. Ein ungenannter Referent in der bot, Zeitung 
1820. pag. 147. .entgegnete: „Jhren R, Traunfell- 
neri kann ich nur für eine Varietät von: R.' alpe= 
stris halten, und durch eine Reihe von Exempla- 
xen den Uebergang beweisen. Die Exemplare): wel- 
che ich von Ihnen erhielt, machen gerade die Ex- 
treme,% Wer hat nun Recht? — Nach unsern An- 
sichten modificirt, Beide! — Hr, Prof, von Vest 
suchte schon vor mehrern Jahren in der Scabiosa 
norica eine von $. columbaria verschiedne Art zu 
begründen. Gegen vielseitigen Widerspruch war er 
‚stets bemüht, sie zu vertheidigen, bis man nach 
und nach die Sache dabei bewenden liefs. Erst in 
der Flora ı8ıg, Nro, 8, wurde wieder angefragt, 
ob sie sich als eigne Species bewährt hätte Herr 
v. Vest gestand darauf, dafs er sie nun schon seit 
längerer Zeit für eine blofse Varietät der $. colum- 
baria halte; er habe Uebergänge gesehen, und es 
wäre wirklich schwierig, allezeit Abweichungen, ' 
die zu Differenzen dienen können, zu bestimmen, 


380 | 


ob sie ‚veränderliche und Uebergangsformen sind, 
oder beständige. Diese Art wird von uns aufs neue 
Yindieirt, und ohne darauf Rücksicht zu nehmen, 
ob sie. der Scab, columbaria um eine Stufe näher 
stehe, als eine andere, als Unterart aufgestellt, 

. Ich. begnüge mich mit diesen Beispielen, da je- 
der leicht andere:dazu finden kann, und vielleicht 
schon gefunden hat. Ich erwähne. nur noeh, dal 
trotz diesem Widerstreben der Pflanzenunterarten 
gegen bestimmte Gränzen, doch keine dieser Unter- 
arten den Grundtypus verläugnen kann, der,in der 
-Art,-welcher sie angehört, ausgesprochen ist: da 
nun dieser immer ideal ist, so folgt daraus: dafs 
alle nach Verhältnilsen und Zahlen bestimmte Pilan- 
zen -Eintheilung ideal sey; die reale Natur aber 
von diesen Grundsätzen abweicht, 

Was endlich die Grundsätze anbetrifft, nach 
welchen die Gattungen und Arten in den verschied- 
nen Pflanzenfamilien entworfen werden mülsen, 30 
behalte ich mir vor, auch über diesen Gegenstand 
einst meine Ansichten mitzutheilen. 

H Lesefrüchte 

* Die dem vegetativen Leibe nächstverwandte 
Substanz, sein irdischer Freund und Lebensgenofse, 
kann nur die seyn, welche weder dem Cohäsions- 
triebe und der Selbstabsonderung, noch der Auf- 
lösbarkeıt und Vermischbarkeit geneigter ist, wel- 
che vielmehr auf der irdischen Scale zwischen die- 
sen zwei Extremen die unendliche Mitte hält, und 
also aus der Mitte des ganzen irdischen Lebens ge- 
holt ist. Diese ist ‚nicht die leichteste Auflösbar- 


581 


keit, denn dann ist sie nicht im gleichen Maalse 
auflöslich, Sie charakterisirt sich aufs richtigste 
dadurch, dafs sie brenubar ist, und dafs der äus- 
serliche. Pflanzenleib die eigentliche Feuerkohle, das 
Brennmaterial des Lebens ist, bezeichnet ganz seine 
Eigenthümlichkeit. Denn was brennt, ist eben so 
sehr Feuernahrung, also der Verzehrung Wider- 
stand, als feuerfangend und der Verzehrung binge- 
geben. Unter und über diesem Moment ist mehr 
Wiedersetzlichkeit zur Produktionskraft oder mehr 
Ueberwältigung von ihr, In dem Brennlichen sind 
aber die Extreme zusammen gefangen, und ist in 
sofern die erste Analogie eines Zustandes, wo die 
Produktionskraft im gleichen Maalse ins Produkt, 
wie dieses in. sie gesetzt und bezogen ist, 

Demnach kann man im Allgemeinen symbo-' 
lisch sagen, dafs das Pllanzenleben aus dem Innern 
der Erde hinaufsteige, oder nur auf dieses sich be- 
ziehe; — dals es seinen eigentlichen Stand auf der 
Gränze des Festen und Flüfsigen, — des Conti- 
nents und der chaotischen Salzilutk habe, dafs es 
an dem Einsturz des festen Baues, an der Quelle 
und dem Ufer des irdischen Lebens stehe. Wo der 
Abgrund des äufsern Daseins sich öffnet, und die 
grofse Thräne quillt, da ist auch unmittelbar der 
nahrungsreiche Boden innerlicher Freuden, 

Dex innerliche pflanzenarlige, in. sich selbst 
bewegte, sich immer aus ‘seiner Erstarrung bekeh- 
rende, in aeine Erzeugung vorschreitende Mensch, 
spricht daher, sich dem irdischen Leben gegenüber 
stellend: „Fürchte den festen, äußserlichen Bau des 


382 


„Lebens der vergeht! — Fürchte den irdischen Un- . 
„bestand, und sey versichert, dafs in seinen iumer 
„tiefer grabenden Strömen sobald keine Insel auf- 
„erstehe! — Wage dich hinan an den Abgrund, — 
„schaue hinab in seine Tiefen und dringe vor in 
„die brennende Gluth!? — Hier schwindelt und 
„stürzt der Starrsinn von seinen Höhen, hier er- 
„weicht der Trotz, kier erglühet das Herz! hier 
„indest du Stoff, in den du Saamen für die Ewig- 
„keit streuen und ärndten kannst! — hier erhebt 
„sieh das Leben aus der Finsternils zum ewigen 
„Lichte und ‚formirt es sich in den Willen seines 
„Schöpfer, — In dem schwarzen Trauerkleide 
„grünet die Hoffnung; der irdische Staub und das 
„irdische Wasser verwandlen sich ia Holz und Saft 
„eines unsterblichen Lebens.“ 

Der mit der irdischen Bestimmung vertraute 
weise Baumeister des Lebens spricht aber auch 
rückwärts gegen die Pflanze: „Hier steht das Haus 
„des alltragenden, stützenden Vaters! —— Wohl blü- 
„het eine Blume, welche die auseıwählte, die ein- 
„zige und schönste ist, weil sie nur in seinem Her- 
„zen wurzeli, zu seinem Lichie gerichtet, von sei- 
„uen Sternen bewegt ist: — sie verkettet die bei- 
„den Fernen, und schwebt über alle Höhen und 
„liefen, Doch der Allliebende hat selbst sein 
„Herz gebrochen und die Geliebte verstoßen, Er 
„selbst will sie nicht umschlingen und streckt die 
„Arme hinaus; — er selbst ist das grofse Kreuz; 
„an dem alle Pulse für sie exstarxen, — Durch 
„alle Gefängnifse muls nun die Verlalsene wan- 


„dern: auf allen Wegen muls sie ihn suchen; — 
„alle Spaltungen tragen, — alle Härten und Her- 
mbigkeiten schmecken; — alle Bürden finden und 
„leben, — allen Mangel ‚erfahren und ergänzen, 
„dals sie unzählige Wohnungen baue, ‘und darinn 
„auferstehe, als die geprüfte und erzogene Kinder- 
„welt seines wirklichen Himmels“ (Schelvers Le- 
bens-.und Formgeschichte der Pflanzenwelt, ı. Bd, 
Heidelberg 1822. S. 48. f. 

Möge diese ideenreiche Schrift von Vielen ge- 
lesen und aus ihrem wahren Geist verstanden werden! 
Il. Curiosa 

ı. Wem sind ‚folgende nach Decandolles 


-Supplementum bibliothecae botanicae in Deutsch. 


land erschienene botanische Werke bekannt? 
Dehne: Spazierung von Leipzig nache dem Hanze. 

Djiesbach: Flora Heidelberg und Handb. d. 
Medic. pharmac. Botanik. 

Götz: tabellarische uebersicht der vorzüglich- 
sten Deutschen Gift planzen, 

Guimpel: Abbildung der Freinden in Deutsch. 
land anusdauernden Hutgarten, 

Hayne: Botanisches Bilderbuch, für die Ju- 
gendung Freunde, 

Jager: Über die Missbildungen der Gewächse 
ein bey-trag zur geschichte und Theorieder 'miss- 
enwik lungen organisches Korper,  - 

Hoppe: Anleitung Gräser und. grasartige Grä- 
zer eic. 

. Opiz: Deutschlands eryptogamische gewächse 
nach ihren natürlichen standarten geordnet. 


% 


584 


Raimann: Bede zur Gedachtnifsfeyer des 
hoch, etc. .von Jacquin, 

Ritter: Versuck einer beschreibung der inden 
Schleswigund Holstein wild wachsende ptlanze. 


Sadler: Verzeichniss der in Pesth und Ofen 
phanerogamische Gewachse. 

Schrader, Sprengel et Link: Jahrbucher 
der Gewachskundes. 

Schultes: Gründniss etc. 

Sprengel: Grundzage etc. 

2.) Sollte es so schwer seyn, "Titel ausländi- 
scher Bücher richtig abzuschreiben, auch selbst für 
den Schüler, welchem vielleicht der Verf. diese 
Arbeit zutheilte? 

3) Würde man nicht kleinere Unrichtigkeiten 
gerne übersehen, wenn jene nicht vorhanden wären? 

4.) Giebt es ähnliche Mifsgestalten französi- 
scher Büchertitel in deutschen Werken? 

5.) Wäre es nicht nölhig, den Verf, hierauf 


aufmerksam zu machen, um der deutschen Litere- 


tur nicht ferner Nachtheil bringen zu lafsen? und 
ist es nicht Pilicht eines Jeden, zur Verbesserung 
und Vervollständigung eines so allgemein geschätz- 
ten und für jeden Botaniker so unenibehrlichen 
Werkes, eben um dieser Unentbehrlichkeit willen, 
beizutragen ? 
WW. Anzeige 

‚ Wegen Abwesenheit des Hrn. Sieber werden 
die bereits bekannten Herbarien seiner Floren einst 
weilen nur durch Handlungshänser, Buchhandlun- 
gen oder auch durch die Tanschanstalt des Hrn. Ph. 


Max. Opitz, gegen baare Uebermachung der Be- 
träge zugestellt werden, | 


nn 
Fi 


Erste Beilage 


zur Flora 


oder 
botanischen Zeitung 1823, 


Erster Band. 


Uebersicht der neuesten französischen 
Literatur, 


Anibert (J. L.) Nouveaux el&mens de Therapeuti- 
que et de Maliere medicale, Paris 1808. 2 vol, 8vo, 

„dmoreus (P, J,) Elat de la vegelation sous le 
elimat de Montpellier ı809. 8vo. — Traite des 
haies vives, ne Edition, Ibid, 1809. 8vo. — Dis- 


sertalion sur Porigine du Cachou. Ibid. 1812, 8vo. 


Opuscule sur les 'Truffes, traduction libre du la- 
tin d’Alphonse Ciccarellus, avec des notes. Ibid, 
2813. 8vo. ‘ 

AÄnnales du Museum dhistoire naturelle par 
les professenrs de cet dlablissement. Ouvrage or- 
n& de gravures. Paris 1802 —— 1813, 20 Vol, in 
Ato, Vide Memoires, 

„Innuaire de l’herboriste, Par un medecin bo- 
taniste, Paris 1802, 8vo, 

. „drachis hypogea L. Sur U’, in Millin Mag, 
encyl. 1808, Il. pag. 267. und ı803. 1. pag. 109° 
—— Recueil de memoires sur la culture de P’Arachi- 
de ou Cacahuete, Mont-de-Marsan, 1802, 8vo. 

3 


Arbre (Antoine de IP’) Flore d’Anvergne, 28 edi- 
on, Riom et Clermont, 1800, 2 vol. 8vo, 

dubert du Petit-Thouars (Aubert)) Plantes des 
$les de PAfrique australe formant des genres nou- 
veaux, ou perfectionnant les anciens; accompagnees 
de dissertations sur differens points de Botanigue, 
Paris 180%. 410. — Histoire des vegetaux des les 
de France, de Bourbon et de Madagascar. Paris 
1804. 4to,,— Essais sur l’organisation des plantes 
constdöree comine resultat du cours annuel de la 
Vegetation. Paris 1805 — 1806, 8vo, — Essais sur 
la vegetation des Plantes. XIII cahiers, Paris 1809, 
— Notice historique sur le genre Caniram ou Strych- 
nos de Linnaeus. Strasbourg, 1806, 8vo. — Gene- 
ra nova Madagascariensia secundum methodum Jus- 
sieuanam disposita, Paris 1810. 8. — Melanges de 
Botanique et de vayages, Premier recueil avec une 
carte et 18 plauches, Paris ı8ı11, 8vo. — Histoire 
dan morceau de bois precedde d’un essal sur la 
seve, Paris 1815. 8. — Reconeil de rapports et de 
memoires sur Ja culture des arbres fruitiers, Paris, 
1815. 8.— Observalions sur quelques especes de Cis- 
sampelosim Journ. d. Bot, IL 69.— Observalions hota« 
niques, &cononiques et medicales sur le nouveau gente 
Canavali, Ibid. II. 77, — Notice sur le Manglier 
Ibid. I, 27. — Revue generale des materiaux de 
Bolanique ct aufres, fruits de trente-cing anndat 
d'observations, dont dix passdes aous les tropiqueh 
P aris 1819. 8vo. — Conrs de Phytologis ou de Bo» 
tanique generale. ıe seance: Introduction, ae 3% 
ance: Phytognomie, Paris, ı820. 8vo, 


Y 


3 


Aubin (L, C. P.) El&mens succints de la Iangue 
et des principes de Botanique & l’usage des dames, 
Paris, ı803, 8vo, 

Aubry (,..) Exercices d’histeire naturelle & ve 
eole centrale du departement du Morbihan, pour 
les annees IX. X. et Xl. Vannes, 3 Cahiers 4to. 


. Audebart de Ferussae (...) Considerationssurles 
Therebinthes et sur les exeroissances qu’y produi- 
sent les pucerons, im Journ, d. Bot. Ill. 162, 


dugier (Augustin) Essai d’une nouvelle classi. 
fication des vegetaux conforme Al’ordre que la na- 
ture paroit avoir suivi dansle rägne vegetal, Lyon, 
1801. 8vo. 

dzara (D, Felix de) Voyages dans PAmerique . 
meridionale depuis _ 1781, jusqu’en 1801. publids 
@apres les manuscrits de l’auteur, avec une notice . 
sur sa vie et ses dorits par GC, A. Walckenaer, en- 
richis de notes par G. Guvier, Paris, 1809. 4 vol. 8vo. 


Barbier (l. B. G.) Prineipes generaux de Phar- 
macologie ou de Matitre medicale. Paris 1808. 8vo. 
. Barruel et Jsnard Memoire sur T’ extraclion 
du sucre de betterave. Paris 1811. 8vo. 


Bastard (T.) Essai sur la Flore du departement 


“de Maine et Loire, Angers 180g, ı2mo. — Notice 


sur les vegetaux les plus interessans du jardin des 
plantes d’ Angers. Angers 1810, in ı2mo. — Sup- 
plement & Pessai sur la Flore du departement de 
Maine et Loire, Angers 1812, in ıamo. — Note 
sur quelgues esp&ces nouvelles & ajonter & la Flore 
de France, im Journal de Botanique. 1816. p. 17. 


! 


Bastien (1. F.) Dietionnaire botanique et phar- 
maceufique, Paris..... 2a vol. 8vo. — Calendrier 
du Jardinier ou Journal de son travail distribue par 
chaque mois de l’annde, 2e Edition, Paris 1806, 12mo, 

Beanvois (A. M. F, I, Pallisot de) Prodrome de 
P Aetheogamie ou d’un trait& sur les familles des 
plantes, dont la fructification est extraordinaire, in 
Millin Mag, encyel. 180%. V, p. 289. — Prodrome 
des cinquieme et sixieme famille de !’Aetheogamie 
(les Mousses et les Lycopodes) Paris 1805. 8vo, — 
Flore des royaumes d’Öware et de Benin en Afti- 
que, Paris 1805. — 1818, Livraisons I, — XVil, 
in fol. — Nonvelles observations sur 1a fructifica- 
tion des Mousses et des Lycopodes, Paris ı811. 4to. 
— Essai d’une nouvelle Agrostographie. Paris 1812. 
8vo, — Premier memioire sur la disposition de la 
moälle et des feuilles, Paris 1815. 4to, — Memoire 
sur les Palmiers en general ef: en paxtieulier surun 
nouveau genre de cette famille. in Journ, d. Bot. Il, 
pP: 74. — Lettre ibid. III. p. ız. 

Behare (I. B. I.) Tableau methodique du Sy- 
steme corolliste de Tournefort, pour servir d’in- 
troduction & la Botanique. Paris 1801. fol. 


Benoit (Madame ,...) Herbier &l&mentaire ou 


recueil de gravures au trait ombre, contenant la col» 
lection complete des plantes utiles, agreables ei 
usuelles, qui croissent sans aucune culture aux en- 
virons de Paris dans. le tayon de 8 — 12 myria- 
melres , soigneusement delsindes d’ apres nature » 
classdes d’apr&s leSysteme de Linnd avec indication de 
celui de Bernard Jussieu &o, Paria 1811. Livrais, infol: 


5 


Bergeret (1.) Flore des Bafses-Pyrendes, Pau- 
1803. 2 vol, 8vo. 

‚Berneaud (Arsene Thiebaut de) Sur le Phor- 
mium tenax im Journ. d. Bot. IV. pag. 200. — Re. 
cherches sur les plantes connues des anciens sous 
ie nom d’Ulva, Ibid, IV. p. 144. — Coup-d’oeil 
botanique sur le Monte Circello, Ibid. V. p. 86, 

Billardiere (Jacques Jules de la) Novae Hollan- 
diae plantarum speeimen. Parisiis 1806 — 1806, 
2 vol. fol. — Icones plantarım Syriae rariorum. 
Decades V. Parisiis 1791. — 1812. Ato. 
Biographie de Jean Etienne Guettard, in Millin 
Mag. encyel. 1803. II. p. 471. — 485, 

Biria ({. A. L) Histoire naturelle et medicale 
des Renoncules, preoedde de quelques observalions 
surla familledesRenonculacees. Montpellier 1811.4t0, 

Blasy (P. I. F.) Traitement des maladies vene- 
ziennes par l’emploi des vegetaux, Paris 1817. Bvo, 

Bobe-Moreau (...) Application de P’hygro- 
metrie ä la plantation des arbres, in Bibl. brit. Agri- 

“eulture. Geneve ı8ı2. XVII p. 274, 

‚Bodard (P. H, Hipol.) Dissertation sur les plan- 
tes Hypocarpogees. Pise 1798, 8vo.-— Me&moire sur 
la Veronique eymbalaire. lu & la seance de l!’acade- 
mie des Georgophiles de Florence. Pise 1798. 8vo. 
— Proprietes medicales de la Camomile noble, em- 
ploy&e comme febrifuge. Paris 1810. 8vo.— Essai 
sux les proprietes du Tussilago Petasites, 2e edition. 
Paris 1809. 8vo. — Voyages de M. le D. Santi au 
Montamiata et dans le Liennois, contenant des ob- 
servations nouvelles sur — la Botanique de celte 


6 


partie de Y’Jtalie; avec figures, Lyon ı8o2, 2 vol, 
8vo. — Conrs de Botanique medicale comparee, 
ou expose des substances vegelales eXotiques com- 
pardes aux plantes indigenes&e. Paris 1810. 2vol,8vo, 

Boissieu (C, V. de) Flore d’Europe, contenant 
les deiails de la floraison et de la fructification des 
 genres europdens ef une ou plusieurs expeces de 
chacun de ces genxes, dessindes et gravdes d’apres 
nature, Lyon 1805. — 1807. ı2 Cahiers in Sto. 

Bonnet (...) L’amour vegetal ou les noces des 
plantes. ze edition. Paris 1816, ı6mo. 

Bonpland (Aime) Deseription des plantes rares 
cultivees & Malmaison et & Navarre, Paris 1813. — 
1816, Livraisons in fol. — Monographie des Me- 
lastomes et autres plantes de cet ordre. Paris 1809, 
Livraisons fol. V, Humbold. 

Bornut (A.) Praligue raisonnde de la culture 
du 'Trefle et du Sainfoin. Paris 1817, 8vo. 

Bory dt St, Pincent (I. B. M. A,) Essai sur les 
Isles fortundes ou precis de Phistoire generale de 
Canaries. Paris 1813.40. — Voyage dans les qualxe 
principales iles des Mers d’Afrique, fait par ordıe 
du gouvernement pendant les anndes ı8or —2. Pa- 
ris 1804. 8vo. — Sur les Foräts sonterraines ef suf 
le bois bitumineux de Wolfseck dans 1a Haute-Au- 
triche in Malte - Brun Annal. d. voy, IV. pag. 1. — 
Leitre relative au voyage de M, Ledru, Ibid. 1808. 
DI. p. 376, — (mit Denin und Drapier) Annales g6- 
neralesdessciencesphysiques. Bruzellesseit1818.8V% 

Bose (Louis A, G.) Exposition du plan de tra 
vail adopt& pour &tudier et classex les. vignes eul- 


7 


tivdes dans les pöpinieres du Luxembourg, Paris 
8vo. — Memoires sur les diflerentes especes de . 
Chenes, ‚qui croissent en France. Paris 1808, 
4t0, — Memoire sur quelgues esp&ces de Champi- 
gnon d’Amerique, Paris 1814. 4to. — Voyage en 
Espagne ä travers les royaumes de Galice, Leon ect. 
Paris8vo. Die bot. Artikel im Dictlionnaire d’hist. 
nat, bey Deterville. x 

‚Botanique des Enfans, ou histoire naturelle ge- 
nerale et particuliere du regne vegetal, contenant 
2.) les letfxes dl&mentaires de J. J. Rousseau sur la 
Botanigque; 2.) une Introduction supplementaire & 
Petude de cette science et la description de plus 
de 4000 especes de plantes d’Europe distribudes 
W’apres Linne avec la table latine et frangaise des 
genres, celle des familles naturelles et des noms 
frangais vulgaires, et un Vocabulaire complet de 
tons les termes techniques. Paris 1803. gvo. 

Bottin (...) Sur la distillation des Pommes de 
terre, 2e edition, Paris 1818. 8vo, 
 Boucher (l. A. G.) Extrait de la Fiore d’Ab- 
bevilleetdud&partementdelaSomme. Paris 1808, 8vo, 

Boulard 5. Pulteney. 

Bourgoing (,..) Botanique pour les femmes 
par Batsch, traduction libre avec ıcı, fig, color. Pa- 
tis 1801. 8vo, 

Broussonet (Auguste) Elenchus plantarum horti 
botaniei Monspeliensis. Monspelii, 1805. Appendix 
2806. 8vo, 

Buchoz (Pierre Joseph) Manuel tinctorial des 
plantes, 5te &dition, Paris 1800, 8vo, — Manuel 


8 


cosmetiqgue et odoriferant des plantes. Paris 1800, 
8vo. — Manuel &conomique des plantes ou traite 
de toutes les planfes, qui peuvent ötre utiles aux 
arts. Paris 1800. 8vo. — Relexions sur le genre du 
Robinier, 2e edition Paris 1805. 8vo. — Memoire 
sur la Melaleugque — YIxora — le Camara — Ile 
Fuchse, le Calicantlıe ect, Paris 1805, 8vo, — Me- 
moire sur l’Hortensia, le Cestreau, la Hagoerstroem 
et Ja Fotergile. Paris 1805. 8vo. — Memoire sur 
- le Lin de Siberie, sur le Chanvre et sur la mani- 
&re de rendre sa filasse semblable an plus beau lin, 
sur ’Apocin ect. Paris 1806. 8vo. — Avantages qu’on 
peut tirer des plantes m&me les plus suspectes, Pa- 
ris 1806. 8vo, j 


Bulliard (...) Herbier de la France, Secon- 
de division. Histoire des Champignons de la France, 
Tome ll. ze partie. Paris ı8ı2. fol, 


Cadet (Ch. Louis} M&moire sur Y’Arbre eirier 
de la Lonisiane et de la Pensylvanie. Paris 8vo. 


Cadet de Yaux (A.A.) Traite de la culture du 
Tabac, Paris 1810. 8vo. — Plantation des gexmes 
de Pomme-de-terre. Paris 1817. Bvo. 


Calvel (E.) Traite des arbres fruitiers pyrami- 
daux vulgairement appeles Quenouilles. Paris 1802. 
8vo, — De la Betterave ct de sa oulture, Paris 
1811. 8vo. : 

Candolle (Augustin Pyrame de) Plantaram ki- 
storia succulentarum. Histoire des plantes gralses 
avec leurs figures en couleurs dessindes par P..Re- 
doute. Paris 1799, — 1803. 28 Cahiexs in fol. und 


rn 


Me m ni 


9 


in 4to, — Astragalo (lo) gia, nempe Wstragali, Bi- 
serrulae et Oxytropidis nee non Phacae, Coluteae 
et Lessertiae historia, iconibus illustrata. Paris 1802. 
fol.4und in 4t0.— Essai sur les proprietes medica- 
les des plantes compardes avec leur classification 
naturelle, Paris 1804. 4to, — ze Edition, Paris 
1816. 8vo. — Prineipes El&mentaires de Botanique. 
Paris 1805. 8vo. — lIcones plantarım Galliae ra- . 
ziorum, nempe incertarum auf nondum delineata- 
zum, Paris 1808, 40. — Eloge historique de Mr, 
Auguste Broussonet, Montpellier 1809. 4t0. — Rap. 
ports sur les Voyages botaniques et agronomiques 
faits dans les departements de Vempire frangais, 
Paris 1813. 8, — Catalogus Plantarum horti botanici 
Monspeliensis addite observalionum circa species 
novas aut non satis cognitas fasciculo, Monspelii 
1813, 8vo, — Recueil de me&moires sur la Botani- 
que, contenant} Observations sur les plantes com- 
posdes ou Syngeneses, la description du Chailletia 
nouveau genre de plantes; monographie des Och- 
masdes et Simaronbees; monographie des Biscutelles 
ou Lunatidres. Paris 1813. 4, — Theorie &lemen- 
taire de la Botanique, ou exposition des principes 
de la classificalion naturelle et de Part de decrire 
et d’etudier les vegetaux. Paris 1813. — 2e Edition, 
Paris 1819. 8vo,— (mit la Marck,) Flore Frangaise, 
vu deseriptions suceinetes de toutes les plantes qui 
eroissent naturellement en France, disposees selon 
une nouvelle methode d’analyse, et precddees par 
un expose des principes elmentaires de la Botani- 
que, Txoisieme edition. Paris 1805, — 1815. 6 vol, 


30 


8vo. — Synopsis plantarum in Flora Gallica descri. 
ptarum. Parisiis 1806. 8vo. V. Redoute, 


Cassini (Henry) Precis des observations sur le 
Style et le Stigmate des Synantherdes, im Journ, d. 
Bot, III, p. 145. — Precis d’un second memoire sur 
les Synantherees im Jour, d, Bot. V, pag. 231. Meh- 
rere Arlikelim Levraultischen Dietionnaire d’hist. nat. 


Castel (Rene Richard) Les Plantes, po&me, 
Onatrieme £dition, ornde de cing figures, Paris 
1811. ı2mo. . 

Catalogue des livres de la bibliotheque de feu 
C. L, V’Heritier de Brutelle. Avec un extrait de 
P’eloge de Mr, I’Heritier par M. Cuvier. Nouvelle 
edition. Paris 1805. 8vo. — Catalogue des livres 
de la bibliotheque de fen M. E. V. Ventenat. Suivi 
de la description de differens Herbiers, Graines 
Fruits etrangers. Paris 1808. 8vo.— Catalogue rai- 
sonne des plantes cultivees a P’&cole de Botanique 
de Brest, Brest 1811. 8vo. — Catalogus plantarım 
horti Nanceiensis, Nanceii 1812, 8vo, 


Caylus (... de) Histoire du vapprochement des 
vegdtaux, 1806, ı2mo. 

Cazeau (‚...) Catalogue des plantes qui crois- 
sent dans le departement du Gexs, in Annuaire du 
departement de Yan XII. Auch, 4to, 


Chantrans-Girod (.,..) Recherches chimiques 
_ et microscopiques sur les Conferves, Bysses et Tre- 
melles, Paris 1802, 4to. — Essai sur la Geographie 
physique du departement du Doubs. Paxis 1810 
a vol. 8vo, . 


11 


Chaptal (I. A.) Trait& theorique et pratique 
sur la culture de la Vigne et Yart de faire le Vin... 
‚Paris 1801. 2 vol. 8vo, 


Chastenet- Lenty (Vietorine de) Calendrier de 
Flore, ou Etudes de Fleurs d’apres nature. Paris 
13803. 3 vol. 8vo, 

. Chaumeton (P. F.) Flore du Dictionnaire des 
sciences medicales, decrite par C., Chamberet et 
Poiret; peinte par Me. E, Panckoucke et par P. F. 
1. Turpin. Paris 1814. — 1820. L— VII. Vol. 8vo. 


Chavassiem d’Audebert (....) Expos& des tem- 
peratures de l’air et de leur influence surla Vegeta- 
tion. In fol. \ 

Chevalier V. Sonnini. 

Chomel (Jean-Baptiste) Abrege de Phistoire 
des Plantes usuelles. Septitme edition par L B, N. 
Maillard. Paris 1803. 2 vol, gvo. 

Chortet (1. F.) Trait& de la propriete stimulante 
de l’Opium. Luxembourg 1804. 8vo. 


Clairville (. ... de) Le Botaniste sansmalire, on 
manidre d’apprendre seul la Botanique au moyen 
de Pinstruction commencee par J. J. Roufseau, con- 
iinnde et compleide dans la m&me forme. Paris et 
Winterthour 1805. ı2amo.— Manuel d’herborisation 
en Suisse et en Valais, redig& selon le systöme de 
Linne, corrige par ses propres princeipes. Avec l’in- 
dication d’un nouveau systeme derive ögalement des 
principes de ce grand maltre, Winterthour 1811. 8vo, 

Clarion (l.) Observations sur Yanalyse des ve- 
gelaux, Paris 1803. 8vo. 


12 


Clemente: (Simon Roxas) Essai sur les varietds 
de la Vigne, qui vegetent en Andalousie, traduit 
de Pespagnol par L. M. Caumels. Paris 1803. 8vo. 

Cloquet (I. U.) Dissertation sur les Odenzs. Pa- 
‚ris 1815. äto, 

Colladon (Frederic) Histoire naturelle et medi 
cale des Calses et parlicluierement de la Calse et 
des Sends employes en medecine, Montpellier 
1816. 4to. 

Constant-Dubos {E.) Les Fleurs: idylies, si« 
, vies de poödsies diverses. Paris 1817. 18vo. 

Correa de Serra (. ...) Observations et vues 
earpologiques. 2 Cah. Ato. 1. 

Couret de Pilleneuve (Louis Pierre) Description 
de toutes les plantes qui se cultivent dans le Jardin 
botanique de l’ecole centrale du deparlement de 
VEscaut, a Gand. Paris et Gand ı800, 8vo. Auch 
unter dem Titel: Hortus Gandaviensis centrali acade- 
miae annexus, juxta Linnaei methodum distributus. 

Crocg (A. — 1.) Tableau synoptique du Jardin 
des plantes de Bruxelles, Bruxelles (1800,) fol. 

Cruchon (....) Lettre sur Saint- Domingue 
im Journ, d. Bot. V. p. 79. 

Cubieres (.... de) Memoire sur le 'Tulipier. 
Versailles 1803. 8vo. — Memoire sur l’Erable & 
Teuilles de fröne on Acer Negundo, Versailles 180%. 
8vo, — Memoire sur le Cypres de la Louisiana. 
Versailles 1809. 8vo, — Memoire sur le Magnolier 
articule, Paris 1813, 8vo. 


Curvier (Georges) Rapport historique sur les 


progres des Sciences naturelles depuis 178g. et sur 


13 


leur &tat actuel, Presente le 6, Fevrier ı808, par 
la Classe 'des sciences physiques et mathematiques 
del’Institut, Redige par, etc. Paris ı8ı0. 4to. Eloge 
‚historigue de Mr. Broussonet, in Millin. Mag. encycl, 
1808. Il. p. 1. — Eloge historique de Jacques-Mar- 
‚tin Cels, in Millin. Mag. encycl. 1806, VL, pag, 65. 

D. (E,) Les metamophoses des Fleurs. Paris 
3818. in 16mo, 

Darwin (Erasme) Les amours des plantes, po&« 
me en quatre chants traduit de Yanglais par I. P; 
F. Deleuze. Paris 1800. 12mo. — Zoonomie ou lois 
‚de la vie organique, trad. de Y’anglais,Gand, 1800. 8vo, 

Dauphin (...) Avis aux peres de famille et 
aux insliluleurs de campagne, Lons-le-Saulmier 
12mo, 

Decerfz (I. Ph, Em,) M&moire. sur la Ganpröne 
des vegetaux, im Journ, d. Bot. I. p, 2ı2, 

Dekin (A.) et Passy (Ant. F,.) Florula Bruxel- 
lensis s. Catalogus plantarum eirca Bruxellas sponle 
nascenlium, Bruxellis 1814, 8vo, 

‚Deleuze 5. Darwin. 

Delille (Jacques) Les trois x&gnes de la Nature 
avec des noles par M. M, Cuvier et Le Fövre-Gi- 
neau. Strasbourg ı809. 2 vol. Ato, — Les Jardins; 
on art, d’embellir Iss paysages. Ibid. 1809. Ato. 
— L’Homme des Champs ou les Georgiques frangai- 
‚ses, Ibid. 1809, Ato. 

‚Desfontaines (Rene Louiche) Tableau de !’&cole 
de Botaniqgue du Museum d’histoire naturelle de Pa- 
 zis. Paris 1804, 8vo, — Tableau de P’&cole de Bo- 
‚tanique du Jardin du Roi, Seconde edition. Paris 


14 


1815, 8vo. — Choix de plantes du Corollaire des 
Instituts de Tournefort, Paris 1808. 40. — Histoire 
des Arbres et Arbrisseaux, qui peuvent dire culti- 
ves en pleine terre sur le sol de la France. Paris 
ı8og. 2 vol. 8. 

Desgeneties (....) Eloges des Acad&miciens de 
Montpellier. Paris 1811. 8, 

Deshaies (C.) Carte botanique de la melhode 
de Jussieu redigee d’apres le tablean du Regne ve- 
getal de Ventenat, Paris ı801. 8vo. 

Desmasitres (1. B. H. I,) Agrostographie des 
departements du Nord de la France, ou analyse et 
description de toutes les Gramindes qui croissent 
naturellement ou quel’on cultive generalement dans 
ces departemens. Lille ı8ı2. 8vo,, 

Destremx (1, I.) Elenchus Plantarum horti sul, 
Nimes 1806, 8vo, 

Desvaux (N. A.) Journal de Botanique. Paris 
1808 — 1814, 5 vol, 8vo, worin von ihm selbst? No- 
tice sur un nouveau genre de la famille des Cyp&- 
racees I, 17. Observalions sur le genre Lagasca I. 
25. Memoire sur une monographie du genre Luzu- 
la I. 139, Observations sur trois nonveaux gentea 
de la famille des Joncindes 1.321. Memoire sur le 
geure Varronia I, 257. Sur les genres Thorea ei 
Lemanea ], ıaı, Note sur un phenomene de vege- 
tation observ& dans le Sonci cultive I. 85. Notice 
biographigue sur Mr. Ventenant ]. 39. Observati- 
ons sur quelques genres & dtablir dans 1a famille des 
Champignons II, 88, Plantes trouvees dans le Haut- 
Poitou Il. 307. Essai sur la geographie botanique du 


ı5 


Haut - Poitou II, 290, Notice biographigue sur 
Jean Senebier 11. 378. Quelques observations sur 
le danger d’employer les Champignons comme 
aliment, et moyens de prevenir les accidens quwils 
peuvent occasionner. Ill. 5. Sur un usage singu- 
lier etabli dans ja Haute - Bretague relativement 
au Houx ll. 49. Des plantes de prairies naturel- 
les, presumedes les plus convenables aux animanx, 
1II. 51. Note sur le Saule (Salix alba L) IL 8a. 
Sur le Sain-Bois III. 85. Observation sur la ma- 
niere dont on fait les Nattes dans la Bretagne II. 
133. Observalions sur quelques nouveaux genres 
de Fougeres, et sur plusieurs esp&ces nouvelles de 
la me&me famille IL ı6. Qnelques observations bo- 
taniques faites dans la Haute-Bretagne UI. 16. ME&- 
moire sur les Gramindes, et sur quelques genres 
et esp&ces nonvelles de cette famille II. 63. Espe- 
ces de Fongeres nouvelles Hl. 266. Observations 
sux la famille des Ahodoracedes et sur celle des Bru- 
yeres II. 28. Precis des caracteres de plusieurs 
genres de la famille des Legumineuses. III. 118. 
Remarques sur les differens genres qui ont dt€ nom- 
mes Poirelia et Turpinia et discussion sur ceux 
qui doivent conserver ce nom III 228. Sur les 
Noms que Linne a donne & plusieurs plantes Ill, 28. 
Methamorphose singuliexe d’une Flosculeuse en Ra- 
dide III. 62. Observations tendant ä prouver, quil 
n’existe point des Graines nnes daus les vegetaux 
II. 134. De 1a force vitale consideree dans les ve- 
getaux Il. 1735. Observations et experiences sur le 


mouvement des fleurs des Ficoides III, 230. Obser- 
v i 


ı6 


valion sur Yanalyse de ’Hederee IH. 185. Obser- 
vation sur linfusion de la poudre de graine lorxe. 
fie de Fragon ou Petit-Houx, (Ruscus aculeatus L.) 
IV. 241. Description de cing especes de Fongsres 
apparlenant aux genres Darea ei Cheilanthus IV. 4a, 
Observations criliques sur les especes de Rosiers 
propres au sol de la France. IV. 104 Observations 
botaniques et agrieoles, faites pendant un voyage 
sur la Loire IV. 146. De la structure generale du 
fruit des Gramindes IV. 97. De la pretendue Gan- 
grene humide, ä la quelle les vegetaux sont sujels, 
IV. 250. Coup-d’oeil sur les divers objets dont le 
botaniste doit s’occuper et classification de ces ob- 
jets IV. 9. Essai sur les differens genres de Fruits 
des plantes phanerogames, IV, ı61. Description et 
usage d’un Necelsaire de botanique, V. Essai sur 
Ihistoire botaniqne medicale et &conomique des 
Bananniers V. 5, Description d’une Jungermanne 
placde dans les Lycopodes V, 5g. Me&moire sur les 
Treiles vesiculeux par Savi, traduit et angmente de 
la description d’une nouvelle esp&ce du m&me groupe 
V. 61. Sur un nonvean Calebafsier dont le fruit 
est comestible, V. 112, De Y’Illip& & larges Teuilles 
V. 118, Sur la Belvisia V. 128. Sur une nonvelle 
espece du genre Myoporum V. 141. Description 
de plusieurs esp&ces de Polypode V. 257. Notice 
biographique sur I. E, Gilbert V. 280. — Phyllo- 
graphie, on histoire naturellle des Fenilles decrites 
par —; peintes par M. M. Bonnet pere et fils. Pa- 


zis 1809, 8vo, — Programme du Cours de Botanique 
. pro- 


17 


professe au jardin des plantes d’Angers en ı8ı7. 
Angers 1818. 8vo. Diclionnaire raisonne de Bota- 
nique, contenant tous les termes techniques, tant 
anciens gie modernes, consideres sous le rapport 
de la Botanique, de Yagriculiure, de la medecine, 
des. arts, des eaux et for&ts, par $. Gerardin; revu 
et augmente de plus de trois mille articles par —, 
et ornd d’un portrait, Paris 1817, Bvo,, 


Dietionnaire botanique et pharmacentique par 
une Societe, Paris 1802. 2 vol. 8.— Nouveau Di- 
ctionnaire d’histoire naturelle applique aux arts, & 
Yagrieulture, & l’&conomie rurale et domestigue, & 
la medecine etc. Paris Deterville 18012 —— zBıg, 
56 vol. 8vo, — Dictionnaire des Sciences naturel- 
les, etc. par plusieurs Professeurs du Jardin du Rei 
et des principales Ecoles de Paris, Paris (Levrault) 
ı8 — 1820, 8. bis jetzt ı6 Bände von A, bis Fik. — 
Dictionnaire raisonne et abrege d’flistoire naturelle, 
par d’anciens Professeurs, Paris (Fournier) 1806, 


2 vol. 8vo, 


Divnis du Sejour (...) De la maniere de mul- 
tiplier le Murier blanc par greffe, Pariq.ı8ı2. 8vo, 

Dralet (...) Description des Pyrenndes. Paris 
1813. 2 vol. 8vo, 


‚Draparnaud (Jacq, Phil, Raim.) Discours re- 
latifs & Phistoire naturelle et sur les avantages de 
P’histoire naturelle sur les Moeurs des. plantes. 
Montpellier 1801. 8vo, — Discours sur Yutilite de 
Phistoire naturelle dans la medecine, Montpellier 
1808. svo 

2 


18 


‚Dru (Andre Pierre le) Voyage aux iles de 
Teneriffe, la 'Trinite, Sainte-Croix et Porto-Ricco, 
Paris 1810, 2 vol, 8vo. — Lettre & Mr. Malte-Brun 
-in Annal. d. Voy, I, p. 417. 

‚Dubois (.....) Methode &prouvee avec laquelle 
on peut parvenir facilement et sans maltre & con- 
naitre les plantes de l’interieur de la France et en 
particulier celles des environs d’Orleans. Orleans 
ı803. 8vo. 

Dubois (I, B.) Notice historique sur Chretien- 
Guillaume de Lamoignon de Malesherbes. $e &di- 
tion. Paris 1806. 8vo. 

Dubois (Louis) Du Pommier, du Poirier et du 
Cormier consideres dans leur histoire, leur physio- 
logie et les divers usages de leurs fruits, Paris 
1804. 12mo,. 

.  Dubuisson( J. 3.) Essai sur les proprieies de la 
Torce vitale dans les Vegetaux..... . 

 Dubuisson (J.) Plantes usuelles indigenes et 
exotiques au nombre de 650. Paris 180g. 3 vol, 8vo. 

Duburgua (...) Memoire sur la culture du 
Tabac. Agen 1805. 8vo, 

Duclußau (J, A. P.) Essai sur P’hisloire natu- 
relle des Conferves des environs de Montpellier 
1805, 8vo. 

Dufresne ( Pierre) Histoire naturelle et medi- 
cale de la famille des Valeriannees, Montpellier 
ı8ı1. äto, 

Dumarchais (+) Fiore du departement de 
YAin im Auszuge in Statistigue du departement de 
YAin. Paris 1806, Ato, 


19 


Dumont de Courcet (...) Le Botaniste - eulli- 
vateur, ou description, culture et usages de la plus 
grande partie des plantes eirangeres naturalisdes et 
indigenes cultivees en France et en Angleterre .ran- 
gees suivant la methode de Jussien. Paris 1802, 
5 vol. — 2e edition. Paris 1811, 6 vol, Supplement 
ou Vol, VII. ‘Paris 1814, 8yo. — Leitre im Journ. 
de Bot, V. ı0. 


‚Dunal {Michel Felix) Histoire naturelle medi- 
cale et &conomique .des $olanum et des genres qui 
ont et& confondus avec eux. Montpellier 1813, 4to, 
-— Solanorum generumgue affinium synopis s, So- 
lanorum historia editionis secnndae summarium, 
Monspelü 1816. 8vo. -—- Monograpliie de la famille 
des Anonacdes avec 85 planches. Paris 1817. 4to. 

Dupin (...) Expe6riences sur la force, la flexi- 
bilite et V’elastieite des bois. Paris 1813, Ato, 


‚Dupont (1. D.) Double Flore Parisienne, ou 
description des plantes, qui croissent naturellement 
aux environs de Paris, distribudes suivant la me- 
thode naturelle d’une part, et suivant le systeme 
de Linne de Vautre, avec Lindication de leur em- 
ploi dans la medecine, les aris, P’&conomie dome- 
stique. Paris 1805. zamo. 

Dupuy (;..) Memoire sur la possibilit& de cul- 
tiver en France la Batate douce, Bordeaux. 8vo. 

Durand (Philippe) De quibusdam Chlorilis 
speciebus. Monspelii 1808. 4to. 

‚Durande (...) Carte botanique d’apres le sy- 
sttme de Mr. de Jussieu, 7 feuilles. 


20 


Dureau de la Malle fils (A.) Dissertation sur 

les especes de Frenes connues des anciens in Mil- 
lin Mag. encycl. 1805. I. p. 100. 

, Duval (H. A.) Demonstrations botaniques, ou 
Analyse du frmit consider en general par M.L, 
C}. Richard publiees par etc. Paris 1808. 8vo. 
Eimiger (Joseph) Histoire naturelle et medi. 
cale des Digitales. Montpellier 1812. 4to. 

Encontre (Daniel) Additions ä la Flore biblique 
de Sprengel. Montpellier ı813. 8vo, (und mit de 
Candolle.) M&moire sur P’Aconit des anciens, Mont- 
pellier 1813. 8vo. . 


Egypte: Description de ’Egypte ou recueil de 
observations et des recherches qui ont ee faites en 
Egypte pendant leexpedition de P’armee francaise, 
Histoire naturelle, Paris 1813. Sol. 

Faujas de Saint-Fond (...) Memoire sur le 
Phormium tenax. Paris 1810. 4to. 

' Feburier (.....) Essai sur les phenomenes de 
la Vegetation. Paris et Versailles ı8ı2. dvo. — 
Notice sur la mo&lle et 1’6tui medullaixe des Ar- 
bres dicotyledons. Paris ı812. 8vo. 

Fiore de Boston ou Botanique &ldmentaire aret 
50 cartes in 3amo, Paris 1820. 

“ Flore Parisienne, ou description des plantes 
des environs de Paris, snivant la methode du jar- 
din’des plantes. Paris 1801. in ı6mo. 


Forsyth (William) S, Pictet (L P.). 
Foucault (Emanuel de) Description d’une nau- 
velle esp&ce de Robinier im Journ. d. Bot. IV. 204. 


2i 


. Pragmens sur les jouissances que procure l’diude 
de la Botanique im Journ. d. Bot. I, p. 341. 

Francoeur (L. B.) Flore Parisienne. 

Frangois de Neufchätean (.....) Lettres sur le 
Robinier, connu sous le nom impropre de Faux- 
Acacia avec plusieurs pieces relatives & la culture 
ef aux usages de cef: arhre. Paris 1802. ‚12mo. 


Fray (f. B.) Nouvelles experiences sur Porigine 
des substances organisees. Berlin 1807. 8vo;: . 

Frement (L. C. A.) Note sur P’Arachide.: Poi-. 
tiers 1806. 8vo. 

FPreycinet (Casimir) Catalogue raisonne des. ar- 
bres, arbrisseaux, Valence ... 8vo. _ 

Gellesio (Georges) S, Flora. Dritter Jahngang 
1820. 1. Erste Beilage, p, 12. 

Gandy (Ch. L.) Essai botanique et Imddicale sur 
les plantes Omhelliferes, Strasbourg 1812. ,4to. 


Gase (1.-P.) Discours sur les avantages de 
Pdtude des sciences, surtout de celle de la nature, 
et sur la Botanique, considerde en elle-möme et 
dans ses rapports avec la medecine. Paris 1810. ı2mo. 

Gaudin (1) Etrennes de Flore Nro. ı. Pour 
Pan de grace MDCCCIV. Lausanne, in ı8vo. 


Genlis (Mde. la Comtesse de) La Botanique his- 
torique et litteraire, contenant tous les traits, tou- 
tes les anecdotes et tontes les guperstitions relati- 
ves aux fleurs dont il est fait mention dans l’hi- 

 stoire sacrde et profane, et des details sur quel- 
ques plantes singulieres, ou qui portent le nom 
de personnes celehres etc. Paris ı8ı0. Svo. 


22 


Gerard (Louis) M&moire eoncernant deux plan. 
tes dont la fruclificalion s’execute dans Jinterienr 
et & l’exterienr de la terre. ‚Paris ı800. 8vo. 


Gerard Description d’une esp&ce de Lichen, 
auguel ‘on attribue la degradation des states en 
marbre exposees ä P’humidite de Yair im Journ, de 
Bot. III 167. — Reflexions eritiques sur un passage 
de Pline l’ancien et sur Yinterpretation & laqvelle 
il a donne lien. Ibid. II. 275. — Lettre & Mr. A, 
L. Millin in Mag. encyel. 1807... V. p. 354. 


Gerardin de Mirecourt (Sebastien) Table 


&l&mentaire de Botanique. Paris 1805. avec fig. — 
Memoire sur la proprieid qw’ont certaines espdca 
de Graines de conserver longtemps leur veriu ger- 


minative. Wieder abgedruckt in folgendem Werke . 


desselben Verfassers: Essar de Physiologie vege- 
tale, ouyrage dans lequel sont expligudes toutes 
les parties des vegätaux: accompagnd de planches 
‚et de tableaux methodiques, representant les trois 
sysiömes de Tournefort, de Linne et de Jussien. 
Paris 1810. 2 vol. 8yo, — $. Desveaux, 


Giboin (N. 1. B.) Fragmente aus der Physiolo- 


gie der Pflanzen. Aus dem Französischen überselzt 
(von I. F. Schweighaeuser). Strafsburg 1803. 8v0. 


Gilibert (Jean Emanuel) Histoire des plante 
d’Europe ou Elemens de Botanique pratique. 2e edi- 
tion. Lyon ı806. 3 vol, 8vo. — Calendrier de 
Flore pour Pan 1778. autour de Grodno et 1808. 
autour de Lyon. Lyon ı80g. $vo. 

Giobert {...) Traite du Pastel, Paris 1813. 8v0. 


23 


Gochnat (Fred. Charl.) Tentamen medico-bo- 
tanicum de plantis Cichoraceis. Argentorati 1808. Ato, 


Godefroy (. .} Catalogue des plantes, ar- 
bres ect, cultives dans les Pepinieres & Villedavray, 
tenant a Sevres pres Paris. ı2mo. 


Godefroy (FE. F.) Essai sur la formation des 
substances vegetales. Strasbourg 1818. 4to. 


Gondinet (....) Dissertation sur les plantes 
nuisibkes aux bestiaux. Limoges 1808. 8vo. 


Gouan (Antoine) Traites de Botanique et de 
matiere medicale. Montpellier 1804. 8vo. — Dis- 
cours sur les causes du mouvement de la Söve dans 
les plantes. Montpellier 1804. 4to. — Description 
du Gingko biloba dit Noyer du Japan. Montpellier 
1812. 8vo. — Lettre & Mr. Delenze en reponse & 
Particle botanique inser& dans le Moniteur du 27e 
Octobre 1811, Montpellier ı8ı2. 8vo. 

Goube (...) Txaite de la physique vegetale des 
Bois. Paris 180g. 8vo, 

Graffenhauer (Jean -Philippe) Traite sur le 
Camplıre considere dans les rapports avec P’histoire 
naturelle, la physique, la chymie et la m&decine. 
Avec une planche en taille douce du Laurus Cam- 
phora. Strasbourg 1805. vo. 


Grateloup (1. P.A.G.) Observations sur la con- 
‚stitution de l&t& de 1806. avec un Appendix sur les 
Conferves, Montpellier 1806. A4to, 

Graullau (...) Essai sur cette question: Com- 
‚ ment les engrais agissent-ils? Bordeaux 1807. 8vo. 


34 


Guenard Baronne de Merd (Mde....) Les en- 
fans voyageurs, ou les pelils Botanistes, orne de 
vignettes. Paris ıdıg. & vol. in ı8vo, 

Guerin (1.) Fragmens d’une topographie phy- 
sique et medicale du departement de Vaucluse, 
Montpellier .... 4to. — Description de la Fontame 
de Vaucluse. Avignon 1804. (Vergl. Regensb. bet, 
Zeitung 1807. 8. 176.) — ze edit. Avignon 1813. Iamo. 

Guerrapain (F.) Notice sur la culture du So- 
phora, du Platane et de l’Aune. Paris ı80g. 8vo. 

Guersent (L. B.) Quels sont les caracieres des 
propridtes vitales dans les vegetaux? Paris 1813. 8vo, 


Guiart (D. L.) Classification vegetale ou expose . 


d’une nouvelle Methode calqude sur celle de Tour- 
nefort, d’apres laquelle sont rangees les plantes 
du jardin special de pharmacie de Paris, Paris 
1807. ı2mo. 

Guillemeau (I. L. M.) Histoire naturelle de la 
Rose, ol Pon deerit sea differentes esp&ces, aa cul- 
ture, ses vertus et ses propridies, suivie de la Cor- 
beille de Roses, on choix de ce que les anciens et 
les modernes ont &crit de plus gracieux sur la 
Rose; et de P’histoire naturelle des insectes, qui 
vivent sur le Rosier. Paris 1800. 8vo, — Calen- 
drier de Flore des environs de Niort, precede d’un 
abrege el&mentaire de Botanique. Niort ı801. 12mo. 

Guyetant fils (....) Catalogue des plantes & 
Aeurs visibles qui croissent dans les montagnes du 
Jura, Besangon (1808?). 8vo, 

Haldat (...) Eloge de Remi Villemet in Mil- 
lin Mag. encyel. 1807. V, p. 11% 


25 


ZAlamel du Monceau (Henri Louis du) Traite 
des Arbres et Arbustes, que I’on eultive en France 
en pleine terre. Seconde &dition considerablement 
augmenide; publiee par Michel et Loiseleur des 
Longchamps; les figures peintes par Redoute. Paris, 
Cahiers in fol. Von 1801 an. — Traite des Arbres 
fruitiers. Nouvelle edition, augmentede par A. Poi- 
teau et P. Turpin. Paris, Cahiersin fol. Von 1808 an. 

Hammer (Jos. de) Sur le langage des Fleurs in 
Malte-Brun Annal. d. Voy. IX. p. 346. 

Hammer (l. L.) et Dietrich Memoire sur les 
Arbres qui peuvent former les planlations le long 
.des routes, suivi d’un tableau contenantl’indication 
de quatre-vingt- neuf esp&ces de ces arbres, le mode 
de leur propagation etc, Strasbourg 1802. 

Hanin (L.) Cours de Botanique et de Physio- 
logie vegetale, auguel on a joint une deseription 
des principaux genres dont les especes sont eulti- 
vees en France, ou qui y sont indigenes. Paris 
1811, 8vo, 

Hartig (G. L,) Instruction sur la Culture du 
Bois & usage des forestiers, tradnite par I. I, Bau- 
drillart. ne edition. Paris 1805. 8vo. 

Himly (K.) De la paralyse de Tiris, causee par 
Yapplication de la Belladonna. Paris 1802. 8vo. 

Hoequart (...) Flore du departement de Jem- 
mapes, ou definitions des plantes qui 'y croissent 
sponlanement, faites d’apres le systeme de Linne 
& l’usage des eleves en Botanique. Mons. 1814. 8vo. 

Hommage rendu & la Rose par les poötes an- 
ciens et modernes; preceld de Y’histoire de cette 


36 


reine des fleurs chez tous les peuples; orme de ı3 
planches colorides. Paris 1818 in ı6mo. 


Huber (EFrangois) et Senebier (Jean) M&moires 
sur Vinfluence de Pair de diverses substances gazeu- 
ses dans la germination de differentes graines, Ge- 
neve et Paris 1801 8vo. 


‚Hulthem (Charles Van) Discours sur Vetat an- 
cien ct moderne de V’agriculture et de la Bolanique 
dans les Pays-Bas. Gand 1817. 8vo. 


Humboldt (Alex. de) Essai sur la Geographie 
des Plantes, ou tableau physique des regions &qui- 
noxiales, fond& sur des observations et des mesures 
faites depnis le ıoe degre de latitude boreale, en 
1799, ı800, 1801, 1802 et 1803. Paris 1806. 4to.— 
(mit A. Bonpland.) Plantes &quinoxiales, recueil- 
lies au Mexique, dans l’ile de Cuba, dans les pro- 
vinces de Carracas, de Cumana et de Barcelome, 
aus Andes de la Nouvelle-Grenade, du Quito et 
du Perou, et sur les bords du Rio-Negro, de ’Ore- 
noque et de lariviere des Amazones, Paris, livrai- 
sons in fol. — (mit A. Bonpland und C, 5. Kunth.) 
Nova genera et species plantarum, quas in peregüi- 
natione ad plagam aequinoetialem orbis novi colle- 
gerunt, descripserunt, parlim adumbraverunt. Ex 
schedis autographis A. Bonplandi in ordinem di- 
gefsit C, S. Kunth, Accedunt tabulae aeri incisae 
et A. de Humboldt notationes ad geographiam plan- 
tarım spectantes, Paris seit 1815. in fol. — Tr 
bleaux de la nature, on considerations sur les dE- 
serts, sur la Physionomie des Vegetaux et sur les 


cataractes, traduit de P’allemand par J. B.B. Eyries. 
Paris 1808. 2 vol, in ı2mo, . 

Jardin, le, des Fleurs celebrees. par les po#- 

‚tes anciens et modernes, suivi des embl&mes des 

Rleurs et des plantes, orne de 33 gravures colorides. 
Paris 1818. 2 vol. ıdmo. _ 

Jardinier, le bon, Almanach, der seit einer 
langen Reihe von Jahren zu Paris jährlich in 12mo’ 
herauskommt, = 

Jaume -Saint.- Hilaire (....) Exposition des 
-Familles naturelles et de la Germinalion de plan- 
tes. Paris 1805, 2 vol, 4to und eine Ausgabe in 
8vo. — Plantes de la France, ou. natnralisees et 
cullivees en France, decrites et peinies d’apres na- 
tire Paris 1805 —9. & vol, 4fo. «- _Memoire sur 
la durde de la faculte germinalive ‚des Graings 
in ‚Millin Mag. enceyel. 1811. Il. p..89. — Me- 
moire sur les Orobanches im Journ. :de: Bot. I. 282. 
Memoire sur la Germination et les Familles natu- 
relles, Ibid, I. 95. Me&moire sur les genres Hedy- 
sarum ei Aeschinomene de Linned,. Ibid, IL 57, — 
Voyage dans les departements da Vaucluse, des 
Bouches = du - Rhone, du Var, des Alpes mariti- 
mes et des Basses- Alpes, Ibid, IV, 193. — Catalo- 
gue raisonne des plantes employdes en medecine 
dans Y’Inde avec la liste des noms, qu’on leur don- 
ne dans Y’Indonstan ainsi que dans la langue 
sanscrite par Sir John Flemming, traduit et aug- 
mente d’apres les relations de plusieurs autres voya- 
geurs, Ibid,.V, 136, — Memoire sur Vadmini- 
station et sur Vamenagement des Foräts. Paris 1813. 


28 


Julian (..,) Bapport.sur la plantation d’Anil 
ou Indigo frangais. Paris (1804?) 8vo, 

Koeler (Georges-Lonis) Lettre & Mr, Vente- 
nat, sur les Boutons et Ramifications des planies, 
la naissance de ces organes ef les rapports organi- 
ques existant entre le tronc et les branches, Mayence 
1805. 4to. 

- Kicks (Jo.) Flora Bruxellensis, exhibens cha- 
racteres generum et specierum plantarum circam 
-Bruxellas erescentium secundum Linneum dispo- 
sita, cum synonymis auctorum, cui additur Lexi- 
con botanicum, in quo termini breviter exponun- 
tur, Bruxellis 1812, 8vo, 

Kunth (Charles) Observations sur. quelques 
genres de la famille des Valeriandes im Journ, d, 
Bot. V, ıyı, $. Humboldt, 

L’* (....) Nouveaux el&mens de Botanique & 
Pusage des &leves qui suivent les cours du jardin 
des planies et de l’&cole de medecine. Paris 1809. 
ae edition revue et corrigee avec soin par M, C** 
ı8ı2. 3e edition 1815. 

L*** (F.) Abrege el&mentaire des. prineipes 
de Botanique contenant Pexplication du systeme 
de Linne, avec un Catalogue de differens vegd- 
1aux Efrangers, les moyens de transporter les ar- 
bres et semences, la maniere de former un her- 
bier ect, Paris 1807. 8vo. 

Ladoucette (...) Notice sur le Monte Viso in 
Millin Mag. encycl. 1811. II. p, 241. 

Lair (Pierre-Aime) Description des Jardins 
de Courcet situds anx environs de Boulogne sur 


29 


Mer in Millin Mag. encyel, 1815. IL p. 11%. und 
im Journ. d. Bot, III. p. ı02. 

Lalos (J.}-De la composition des Paros et Jar. 
dins pittoresque ect. orne de planches gravdes par 
Reville. Paris 1817. 8vo. 

Lambry (‚..) Expose d’un moyen mis en pra- 
tique pour empeächer la Vigne de couler, et häter 
la maturit& du Raisin, Paris 1817. 8vo. 

Lamoureus (Justin) Memoire pour servir & 
Phistoire litteraive du departement de la Meurthe. 
Nancy 1803. 8vo. — Notice biographique sur P, 
A. Villemet, Bruxelles ı808. 8vo. 

Lamouroux (Julien) Dissertation sur plusieurs 
especes de Fucus peu connues et nouvelles avec 
leur deseriptions en latin et en Irancais, Agen, 
1805, 4to, — Rapport sur le Bl& Lammas. Caen. 
1803. 8vo. — Exposition de caracleres du genre 
Dieiyata in Journ. d, Bot. II. 38. — Memoire sur 
trsis nouveanx genres de la famille des Algues 
marines, Ibid. II, ı2g. — Memoire' sur les Cau- 
lerpes, nouveau genre de la famille des Algues 
marines Ibid, IL. 156. 

Langage (le) des Fleures, ou les Selems de 
P’Orient, ouvrage orne de douze bouguels des plus 
jolies fleurs, avec leur signification, Paris 1818 
in ı8vo. 

Langlös (R) Becherches sur la decouverte de 
VEssence de Rose. Paris 1807 in 4lo, 

Larreateguy (Joseph Denis) Description bote- 
nique du Cheiranthodendron arbre du Mexique nou- 
vellement connu et remarquable par son aspect ef 


30 


sa beaute, Traduction de l’Espagnol avec 2 planches 
“colorices, Publice par Lescallier. Paris 1805. 4to, 

Lasteyrie (Charles Philibert de) Du Cotonıer 
et. de sa eulture, ou trait& anr les diverses esp&ces 
de Cotonniers, sur la possibilite et les moyens d’ac- 
climater cet arbuste en France; sur la culture dans 
difförens pays, prineipalement dans le.midi de l’Eu-. 
rope, et sur les proprieids et les avantages &cono- 
migques industriels et commercianx du Coton. Avec3 
planches. Paris 1808. 8vo. — Du Pastel, de !’In- 
digotier. 

Latterrade (...) Flore Bordelaise. Bordeaux 
ı8ı1. ı2mo, 

Latour {Charlotte de) Le langage des Fleurs, 
Paris ı8ıg. in 8vo. 

Launay (Mordant de) Einige Jahrgänge des 
Almanach du bon Jardinier. — Herbier general de 
Vamateur: conlenant les figures faites et colorides 
d’apr&s nature de tous les vegetaux utiles ou qui 
peuvent orner le jardin et les serres d’un ama« 
teur, servir de modeles aux artistes ect. avec Phi- 
stoire et la description de chaqug plante, Paris 
von ıdız an, in Livraisons in 8vo. (Vom aten 
Theil des II, Bandes an ist Loiseleur des Long- 
ahamps Herausgeber.) 

Lauth (‘Ihomas) Vitam Johannis Hermanni 
scripsit,. Argentarati 1802, 8vo. 

Leblond (Jean-Baptiste) De la culture du Co- 
tormier, Gayonne 1801. Ato. 

Lefebure (BE, A.) Experiences sur la Germina- 
tion des plantes. Strasburg, 1301. 8vo. 


IV. 216. 


51 


 Lefebure (Louis) Methode signalementaire pour 
servir ä Petude des plantes, ou nouvelle maniere 
d’apprendre les noms des plantes & leur premiere 
inspection sans qu’il soit besoin d’avoir etudid au- 
cun systöme. Paris 1814, 3 Cahiers 8vo, 
 Lefebure (...) Atlas botanique, ou clef du 
jardin de l’univers, d’apres les principes de Tour. 


nefort et de Linne, reunis par. Paris 1817. 8vo. 


Lefebure (...) Le vrai systäme des Fleuss. 


‚ Po&me. Paris 1817. 8vo. - 


Lejeune (A. L. S.) Flore des environs de Spa, 
ou distribution selon le systeme de Linnaeus des 
plantes qui croissent, spontanement dans le depar- 
tement de !’Ourte er dans les departemens eircon.. 
voisins, Liege 1812 — 1813. 2 vol. Bvo. 

Le Joyand (....) Notice sur Michel Adanson in 
Millin Mag. encyel. 1806. V. p, 392. 

Lelieur de Pille - sur - Arce, (... Comte) La 
Pomone frangaise, ou trait& de la culture et de la 
taille des Arbres fruitiers. Paris 1817. 8vo. 

Lemaire - Lisancourt (,..) Quelques idees sur 
la theorie de la Vegetation, im Journ. d. Bot, 

Lestiboudois Sls (Fr. Joseph) Botanographie 
Belgique. 'Troisitme edition corrigee, augmenide 
et divisde en deux partie, Paris et Lille 1804. 
2 vol. 8vo. 

Lille (Alire Rafeneau de) Dissertation sur les 


‚effets d’un poison de Java, appell& Upas-Tieute et 


sur la Noix vomique, la feve de St. Ignace, le 
Strychnos et la Pomme de Vontac qui sont du 


32 


meme genre de plantes que l’Upas-Tieute. Paris 
180g. 4to. — Memoires botaniques extraits de la 
Description de l’Egypte. Paris 1813. fol. 

Lintz (Louis )Dissertations forestieres, 'Treves 
1808. 8vo, 

Loiseleur des Longehamps (1. L. A.) Flora Gal- 
lica, seu enumeratio plantarum in Gallia sponte 
erescentium, Parisiis 1806, — 1807. 2 vol. 12mo. — 
Notice sur les plantes & ajouter ä la Flore de France, 
avec quelques correctious et observations. Paris 
1810. 8vo. — Recherches historiques, botaniques et_ 
medicales sur les Narcilses indigenes pour servir & 
Yhistoire des Plantes de France. Paris 1810. 4to. — 
Recherches historiques , botaniques et medicales 
pour servir & P’histoire des Plantes de France. Pa- 
ris 1813. 8vo. — Observations sur la possibilite de 
remplacer V’Ipecacuanha par les racines des Euphor- 
bes indigenes im Journ. de Bot. I. 332. — Obser- 
vations sur quelques Purgatifs indigenes, Ibid, I. 63. 
— Nouveau voyage dans l’empire de Flore, ou 
Principes &el&ementaires de Botanique. Paris. 1817. 
8vo. — 5, Launay, Hamel. 

Lucot (Alexis) Emblemes de Flore et des Ve- 
getaux. Paris ı8ıg. in 8vo, 

Zullin (Charles) Instruction pratique sur la Ca- 
zie ou Pourri des Bl&s, et sur les moyens de com- 
battre ce fldan, extrait de Pouvrage de Mr. Prevost 
de Montauban. Paris et Geneve ı8ı1. 8vo. 

M...(....) Tableau de Pecole de botaniqu® 


du Jardin des plantes de Paris, ou Catalogue en 
ra 


33 


ral des plantes qui y sont cultivdes et rangdes par 
clafses, ordres, genres et espe&ces, d’apres les prin- 
cipes de la metliode naturelle de A. L. Jussieu, 
suivi d’une table alphabetique des noms vulgaires 
des plantes les plus frequemment employees en m&- 
decine, dans les arts, la decoration des jardins etc. 
Paris 1801. 8vo. 

Magnien (....) et Deu (...) Dictionnaire des 
productions de la nature et des arts qui font l’ob- 
jet du commerce de la France soit avec l’dtranger, 
soit avec les colonies. Paris 1809. 3 vol. 8vo. . 

Marck (Jean-Baptiste Monet de la) 8. de Can- 
dolle, Poiret und Mirbel. — Recherches sur Por. 
ganisation des corps vivans. Paris 1803. 8vo. 

Marquis (....) Du The ou nouvean traile sur 
sa culture, sa recolte, sa preparation et ses usages. 
Avec planches color. Paris 1820. 8vo, 

Marquis (...) Essai sur les harmonies vegetales 
et animales du Chöne in Millin Mag. encyclop. 
1814. V. p. 252. 

Marquis (A. L.) Plan raisonne d’un Cours de 
Botanique speciale, ou de la meilleure maniere 
d’etudier et d’enseigner cette science, disconre. 
Rouen ı815. 8vo, 

‚Marsillae (,..) Sur la pröparation des Orchis 
qui croissent spontandment en France in Bibl. uni- 
vers, Gendve 1817. U. p. 181. 

Marthe (Fr.) Catalogue des plantes du jardin 
medical de Paris. 1802. ‚8vo. 

Martin (...) Note sur quelques plantes de 
Coxse in Bihl, physico- on. an X. no. V. 


54 


Maulny {...) Flore du Mans. Avignon (...)8vo, 


Maunoir (J. P.) Eloge historique de Mr. Jean 
Senebier. Paris et Geneve 1810. 8vo. 


 Memoires du Museum d’histoire naturelle par 
les Professeurs de cet instit. Ouvrage dedie au 
Roi. Paris, S. Annales. 


Menne/son (J.,B. A.) L’observateur rural de la 
Marne, Epernai 1806. 12mo. 


Merat (F. V.) Nouvelle Flore des environs de 
Paris suivant le ‚systeme sexuel de Linne, avec 
Pindication des vertus des plantes usildes en me. 
decine, des details sur leur emploi pharmacenti- 
que. . Paris 1812, 8vo, 


Merlet de la Boulaye (Gabriel El&onor) Her- 
borisations dans le departement de Maine et Loire, 
et aux environs de 'Thouars publiees par Mr. Davy 
de la Roche, Angers 1809. ı2mo. 


Metherie (J, C. de la) Considerations sur les 
Etres organises, Paris 1804. 2 vol, 8vo, — Jout- 
nal de Physique, ou Observations sur la Physiqus, 
la Chimie et I’Histoire naturelle, Paris 4to, 


Michaux (Andre) Histoire des Chönes de I’A- 
merique septentrionale. Paris ı80r, fol. — Flora 
Boreali- Americana sistens caracteres plantarum quad 
in America septentrionali collegit et detexit; tabu- 
lis aeneis quingue ornata, 

Michaus (Andre- Frangois) Memoire sur la na 
turalisation des arbres forestiers de ’Amerique seP- 
tentrionale, Paris 1805. —- Voyage & FOnest de 


x 


35 


monts Allighanys. Paris ı804. 8vo, — Notices 

sur les iles Bermndes. Paris 1806. äto. — Histoire 

des Arbres forestiers de 1’ Amerique septentrionale, 

consideres principalement sous les rapports de leur 

emploi dans les arts et de leur introduction dans le 
commerce, ainsi que d’apres les avantages quwils 

peuvent offrir aux gouvernemens en Europe et aux 

personnes qui venlent former de grandes planta- 

tions.Paris 1810 — 1813. 5 vol. 4to. 

Millin (Aubin - Louis) El&mens d’histoire na- 
turale, 3e edition, Paris 1802, 8vo. — Magasin 
encyclopedique. 

Mirbel (C. F. Brisseau—) De Yinfluence de 
V’histoire naturelle sur la civilisation, Paris 1801, 
8vo. — Hssai sur l’Auatomie des Vegetauix, Pa- 
vis 1800, 4to, — Histoire naturelle generale ek 
particuliere des plantes, ou 'Traite de Physiologie 
vegetale. Paris 2 vol, gvo, — Histoixe naturelle 
generale et particuliere ‚des Plantes, genres xeunis 
en familles d’apres A. L, de Jufsieu. Paris 1803. 
2 vol. 8vo, — (mit la Marck) Histoire naturelle 
des Vegetaux clalses par familles avec la citation 
de la clafse et de l’ordre de Linne et de Y’indica- 
tion de Iusage que Yon peut faire des plantes 
dans les arts, le commerce, Yagriculture, le jar- . 
dinage, la medecins ect. des figures defsindes d’a- 
pres nature, et un Genera complef: selon le syste- 
me de Linne, avec des renvois aux familles de A, 
J. de Jnßieu, Paris 1803. ı7 Vol, in zamo. — 
Traite d’Anatomie et de Physiologie vegetale, suivi 
de la nomenelature methodique ou xaisonnde des 


56 


parties exterieures des plantes, et d’un exposs 
suceinct des Systemes de botanique les plus gene- 
ralement adoptes, ouvrage servant d’Introduction & 
Petude de la Botanigue, Paris 1802. 2 vol, 8vo, 
— (mit Bilderdyck) Exposition et defense de ma 
Theorie de l’ Organisation vegetale. Amsterdam 
1808: 8yo. — Exposition de la theorie de I’ Orga- 
nisation vegetale, servant de reponse aux queslions 
proposdes en 1804. par la Societe royale de Goet- 
tingue. Deuxieme &lition revne ef augmentede, avec 
‚9 planches. Paris 1809. 8vo, — Elemens de Phy- 
siologie vegetale et de Botanique. Paris 1815, 3 vol, 
8vo. — Leitre & Mr. Desvaux sur l’organisation 
des plantes & feuilles opposdes et verticillees in 
.Journ. d. Bot, IV. 130. 

Montbrisson (L. B. D,) Lettres de Mad. de 
C*** sur la Botanique et sur quelques sujets de 
physique et d’histoire naturelle, suivies d’une M&- 
thode &lementaire de Botanique, Paris 1802, 2 
vol, ı2mo, 

Morel (J. M.) Theorie des Jardins ou Yart des 
Jardins de la nature. Paris ı802. 2 vol. 8vo. 


Morel (J. F, N,) Catalogue des plantes du Jar- 
din botanique de Besaugon, Besangon 1805. 8vo, 

Morel de Vinde (..,) Pourquoi est - ce que 
les plantes n’Epuisent laterre que par la fructification? 
Question de physiologie vegetale in Bihl. Brit. A- 
grieulture 1809, XIV. p, 229, 

Morelot (Simon) Histoire naturelle appliqueo 
ala chimie; aux arts, aux differens genrea de J’in- 


57 


dustrie et aux besoins personnels de la vie. Paris 
1810. 2 vol. 8vo, — Nouveau dietionnaire des 
Drogues de Lemery revue et augmentie. Paris 1807. 
2 vol, 8vo, 

Mougeot (J, B.) et Nesiler (C.) Stirpes crypto- 
gamicae Vogesb -Rhenanae, -quas in Rheni superio- 
ris inferiorisgue nec nom Vogesornm praefectu- 
zis collegerunt. Brugerii Vogesorum ı810 — 16, 
5fasc. Ato, 

‚Mouton- Fontenille de la Clotie (J.P.) Tableau 
des Systemes de Botanigne, generaux et particu- 
liers; contenant: ımo le plan de chaque Syste- 
me; 20 les Principes sur lesquels ils sont fondes; 
30 leurs avantages et leurs desavanlages; 4o ap6- 
cialement le developpement du Systeme sexuel de 
Linnaeus. Suivi de deux memoires, dont le pre- 
mier a pour objet une suite d’observations et d’ex- 
periences sur la desiceation des plantes, et leur 
conservation dans les herbiers. Le second renfer- 
me des observations sur les differentes esp&ces de 
vegelaux propres aux montagnes calcaires et gra- 
nitiques des environs de Grenoble. Lyon 1801, 8vo. 
— Dictionnaire des termes techniques de Botani- 
que & lusage des’ dieves et des amateurs, Lyon 
1803, 8vo, — Systeme des plantes, contenant les. 
elalses, ordres, genres et esp&ces, les caracläres 
naturels et elsentiela des genres, les phrases ca- 
racteristiques des especes, la citation des meilleu- 
ves figures, le climat et le lieu natal des plantes; 
Ve&pogue de leur floraison, leurs propridtes et leurs 
usages dans l’&conomie zurale et la medecine, ex- 


2 


38 


trait et traduit des onvrages de Linnaeus, Lyon 
1804 — 1805. 5 vol. 8vo. — Nouveau Pinax de 
toutes les Plantes europdennes. Prospectns, Lyon 
1805, 4to. — Conp d’oeil sur la Botanique, 1812, 
8v0o. — Tableau de concordance des genres d’un 


Pinax de plantes Europeennes, Paris et Lyon‘ 


1815. 8vo. 
Murrith (‚..) Le guide du Botaniste dans le 
Valais. Lausanne ı811. Ato. 


Mussche (Jean-Henry) Catalogue des plantes 
du Jardin botanique de la ville de Gand, Gand 
ı8r0. 8vo, Premier Supplement ı8ı1. 8vo, 


Naviere- Laboifsiere (...) Botanograplie du 
departement de la Haute- Vienne im Auszug in der 
Statistique du departement de la Hante - Vienne, 
Paris ı808, 4to, 

Nectoux (H.) Voyage dans la haufe Egypte au 
delsus des cataraotes, avec des observations sur les 
diverses especes de Sen& qui sont r&pandues dans 
le commerce, Paris 1808, fol. 


‚Nestler (C, G.) Monographia de Potentilla, Pa- 
risiis et Argentorati 1816. 4to, 


Noisette (Louis) Le jardin fruitier, contenant 
Vhistoire, la description, la culture et les usage 
des arbres fruitiers, de fraisiers et des meilleures 
especes de vignes qui se trouvent en Europe. Pa- 
ris 1815 — 1820, 4to, Von livraison 5 an redige 
par L. A, Gautier, 

Notice biographigve sur J. E, Gilibert in Mil- 
lin Mag, encycl, 1805, U. p- 249. | 


59 

Oberlin (Henri Gottfried) Propositions geolo- 
giques pour servir d’introduction & un ouvrage sur 
les el&mens de la chorographie avec l’expose de 
leur plan et leur application & la description g&ogno- 
stique &conomique et medicale du Ban de la Roche, 
accompagndes de cartes et de gravures, Strasbourg 
1806. 8vo, 

Paris (...) Memoire sur la culture compara- 
tive des esp&ces de Cotonniers. Paris 1810. gvo, — 
Me&moire sur la culture de la Soude. Paris ı810. 8vo, 

Parmentier (Antoine- Auguste) Instruetion sur 
les moyens de suppl&er le Sucre. Paris 1808, 8vo. 
-— Appergu des resuliats obtenus de la fabrication 
du sirop de Raisins, Paris ı8ı2, 8vo. — Le Mais 
ou Ble de Turgnie apprecie. 20 edition. Paris 
1812. 8vo, 0 

Parmentier (Joseph) Catslogue des plantes cul.- 
tivees dans le Jardin de Mr. D, a P’epoque du ze 
Mai, 1812. 

Parterre de Flore avec ı2 gravures colorides 
Paris. 1820, 

Paulet (Jean-Jacques) Planches du Traite des 
Champignons, Paris 1812. fol. 


Peron (F.) Obsexvations sur la dyssenterie 
des pays chauds, et sur Yusage du Betel, Paris 
1804. vo. 

Fersoon (Christ. Henry) Icones pictae specie- 
rum rariorum Fungorum in synopsi methodica de- 
scriptorum. Perisiis et Argentorati 1803 — 1805 
3 Sasc, 4to, — Synopsis plantarum s, Enchuidium 


40 


botanicum complectens enumerationem syslemati- 
cam specierum hucusque cognitarum, Parisiis 1805 
— 1807. 2 vol. in 12mo.— Novae Lichenum spe- 
cies, 1811. 40. — Memoire sur les Vesse-Loups 
ou Lycoperdon im Journ. d. Bot, II. 5.5, — Traite 
sur les Champignons comestibles, contenant P’in- 
dication des esp&ces nuisibles, d’une introduction 
& V’histoire des Champignons, avec 4 planches. Pa- 
ris 1818. 8vo, 

Peschier (Jean) L’axt de faire le Pain, et ob- 
servations theoriques et pratiques sur l’analyse et 
la synthese du Froment, — precedees de quel- 
ques recherches sur Vorigine et les maladies du 
Ble par Edlin, traduit de l’anglais, Paris 1811. 8vo, 

Petit - Radel (Phil) Les mysteres de Flore, 
ou Coup d’oeil sur la naissance, les amouıs, le 
mariage et la mort des plantes: extrait de l’ouvra- 
ge intitule: de amoribus Pancharitis et Zoroae, 
po&ma, Paris 1813, — Les amours de Zoroas ei 
de Pancharis, traduit du latin avee des notes, Pa- 
zis 1802. 3 vol, 8vo. 

Peyrilhe (Bern.) Tableau methodique d’un cours 
d’histoire naturelle medicale. Paris 1804. 2 vol. 8vo: 

Feyrouse (Philippe Picot de la) Figures de Ia 
Flore des Pyrenees. Paris 1795 — 1801. fol. — 
Histoire abregee des plantes des Pyrenees et It- 
neraire des botanistes dans ces montagnes, Tou- 
louse 1813. 8vo. — Kurze Uebersicht der Mono- 
graphie über die in den Pyrenäen wachsenden 
Steinbrecharten in Schrader Journ. f. d, Bot, 3 „Bot 
S. 199. — 


4) 


Philibert (J, C.) Exercices de Botanique & V’u- 
sage des commengans. Ouvrage el&mentaire, orne 
de 57 planches. Paris 1801, 2 vol, 8vo, — Le- 
Sons &l&mentaires da Botaniqgue & usage des cours 
publies et particuliers. Paris 1802. — Diction- 
naire abrege de Botanique faisant suite aux Exer- 
eices de Botanique, Paris 1803, — Dictionnaire 
universel de Botanique,. ‚Paris 1803. 3 vol. vo. 


Pictet (Charles) Traite des Assolemens, Gentve 
1801, 8vo, Bu 

Pictet (M. A.) Resultats singuliers d’une ex- 
perience sur la Vegetation dans Y’eau in Bibl, Brit, 
Agriculture. Tom. XIX, p. 176. 


Planehe (....) Maniere d’obtenir la Resine 
de Jalap in Journ, d. Bot. V. 124. 

Plee (Francois et; Auguste) Herborisations arti- 
ficielles des environs de Paris, ou recueil de ton- 
tes les plantes qui y eroissent naturellement, des- 
sindes et gravdes d’apr&s nature de grandeur na- 
turelle, avec les details anatomiques en couleur 
an bas de chaque espece, Paris seit 1810. Livrai- 
sons 8vo. 

Plee (Auguste) Le jeune Botaniste ou Entre- 
tien d’un pere avec son fils sur la botanique et la 
physique vegetale. Paris 1812. 2 vol. 12mo. 

Plenck (Joseph Jacob) Physiologie et Patholo- 
gie des plantes trad. du lalin par P. Chanin. Paris 
1802. 8vo, 

Poederl& (..... de) Manuel de Yarboriste et 
du forestier.. ne edition, Bruxelles, ... 2 vol. 8vo. 


42% 


Poinsot (....) Lami des Jardiniers ou me- 
thode sure et facile pour apprendre & cultiver aves 
le plus grand succes les Arbres fruitiers, les Le- 
gumes et les plantes potageres. Avenches 1803. 
8v0, 

Poiret (J. L. M.) Encyclopedie methodigue: 
Dietionnaire de Botanique continue par, Paris 
1814. 4to. — Supplement, Paris seit 1810, 40 — 
Lesons de Flore,. Cours complet de Botanique, 
suivi d’une Iconographie vegetale en 56 planches 
coloriees par P. I. F. Turpin. : Paris 1819, 8vo. 


Poiteau (A.) et Turpin (P. J. F.) Flore Pari- 
sienne contenant la description des plantes gni 
croilsent naturellement dans les environs de Paris, 
ouvrage orme de figures et dispose suivant le sy- 
steme sexuel. Paris seit 1808, Livraisons in fol.— 
S, Hamel und Rifso. 


Pouplin (....) Recherches et observations sur 
la Nomenclature des plantes im Journ. de Bota- 
nique. 

Precis d’un voyage, fait & la Berarde enOy- 
sans dans les grandes montagnes du Darpliine en 
2786, in Millin. Mag. eneycl. 1810. II. p. 82. 

Prevost (Benedict) Mdmoire sur la cause im- 
mediate de la Carie ou Charbon des Bleds et de 
plusieurs autres maladies des plantes et sur les pre- 
servatifs de la Carie, Montauban 1807. Ato. 

Pronville (Auguste de) Nomenclature raisoN- 
nde des especes, varidtes et sonsvarieids du gente 
Rosier, observees au jardin royal des plantes, dans 


. IL BE 


43 


ceux de Trianon, de Malmaison et dans les pepi- 
nieres aux environs de Paris. Paris 1818, 8vo, 

Proust (....) Observations sur P’&crit de Mr. 
Parmentier relatif aux moyens de xemplacer le Su- 
cre, (Paris) 4to. 

Pjoulz (3,B.) La Botanique des jennes -'gens, 
contenant! ımo des nofions abregees sur les diver- 
ses parties des plantes, V’explication des denomi- 
nations qui leur ont &i& donnees, et des principa- 
les methodes, qu’on a adoptees pour les clafser. 
2. sur les caraciöres des vegetaux les plus uliles, 
les plus interessans & connoftre, avec des details 
sur leurs productions, leurs usages dans l’&cono- 
mie, les arts, Y’industrie, la medecine et de» rap- 
prochemens entre les plantes les plus rares et cel- 
les qui sont admises dans les jardins d’utilite et 
@d’agrement. Paris 1810. 2 vol. 8vo. — Promena- 
des au Marche aux Fleurs, ou le Botaniste du se- 
cond age, contenant quelques observations sur cer- 
taines parties des plantes, les phenomenes quelles 
presentent, et des notions succinctes sur les vdge- 
taux apportes au Marche aux Fleurs ou cullives 
par les amateurs avec Yindication de ceux des 
diverses contrdes qui sont employes dans Y’&oo- 
nomie domestique, les arts et l’industrie. Orne de 
figures. Paris 1811, 19mo. 

Pulteney (Rishard) Esquisses historiques et bi- 
bliographiques des progr&s dela Botanique en Angle- 
terre, depuis son origine jusqu’ä P’adoption du sy- 
st&me de Linne, Ouvrage traduit de Y’anglais par 
Boulard. Paris 1809. 2 vol, 8vo, 


44 


Puymaurin (..:. de) Notice sur le Pastel, 
sa culture et les moyens d’en retirer Y’Indigo. Pa 
ris 1810. 8vo, 

Pylaie (.... Bachelot de la) Tableau du genre 
Phascum im Journ, d. Bot, IV. 269. Quelques oh- 
‚servations sur les Mousses et genres nouveaux de 
cette famille. Ibid. V. 70. Monographie des Mous- 
ses rangees parmi les Hypnum de Linn et que les 
auteurs modernes ont tantöt. dfablies comme un 
‚genre partieulier sons le nom de Fifsidens et tan- 
t6t raportees ou genre Dieranum, Ibid. V. 130, 

Quenin (D, J.) M&moire sur les Prairies artifi» 
cielles, Aix ı812. 8vo. 

‚Ramond de Carbonnieres (Lonis Frangois Bli- 
‚aabeth) Voyage au mont Perdu et dans la partie 
‚adjacente des Hautes-Pyr&ndes, Paris ı811. 8vo. 

Rauch (F. Q.) Harmonie hydro-vegetale et 


DEE Ta 


meterdologique, on Recherches sur les moyens de 


secreer avec nos Toräts la force de la temperature 
et la regularite des saisons par des plantalions 
raisonndes. Paris 1802. 2 vol. 8vo. — Regenera- 
tion de la nature vegetale, on recherches sur les 
moyens de recreer dans tous les climats les an- 
ciennes temperatures et l’ordre primitif des saison# 
par des plantations raisonndes, Paris 1818. 2 e01.8v0, 

Bauwolff. Notice sur la vie et les onvrages de 
Rauwolff in Malte-Brun, Annal, d. Voyages xDL 95. 

Redoute (P.1.) Les Liliacdes. Paris 1802— 1817, 
Livraisons fol, Der Text.von der I. —— IV. Livraison 
ist von A, P. de Candolle; von V. bis Yıl. von 
F. de la Roche, und von VIIL bis XI. von 4. 


} 
\ 


| 


45 


R. de Lile. — Les Roses, Prospectns: 1816 Ato. 
—.Les Roses, Paris seit 1817 in Livraisons fol. — 
De Viconographie appligquee a la Botanique en ge- 
neral et aux Roses en partienlier in Millin, Annal, 
eneycl. 1817 Il. aı5, 

Renault (P. A) Flore du departement de l’Or- 
ne, onvrage &@lementaire de botanique, compos6 
de la reunion des syst&mes de 'Tournefort, de Lin- 
ne et de Jußsieu, avec une description exacle des 
plantes, lindication des lieux od elles se Irou- 
vent, et une notice sur leur usage et leur utilit& 
dans les arts, Alencon ı814, 8vo, 

Benault (...,) Notice sur la nature et la cul- 
tare dı Pommier, la qualit& des Pommes et leur 
vraie combinaison pour fäire un Cidte delicat et 
bienfaisant. ' Paris 1817. 8vo. 

‚Reynier (, ..) Considerations sur Pagrieulture 
de /’Egypte, et observations sur le Palmier - Dat- 
tier. Paris 1ı802' 8vo, 

Riboud (Thomas) Observations sur quelques ob- 
jets d’agrieuliure du departement de Y’Ain. 1806. 8vo. 

Richard (Louis Claude) Analyse du Fruit, con- 
sidere en general, publice par Duval, Paris 1808° 
$. Duval. — Analyse botanique des Embryons en- 
dorhizes ou Monocotyledones, et particulierement 
de celui des Gramindes, suivi d’un examen eriti- 
que de quelques Memoires anatomico - phıysiologi- 
co - botaniques de M. Mirbel. Paris 1811. 4to. — 
Dictionnaire &ldmentaire de Botanigne par Bulliard 
revu et presqu? entierement refondu et augmente . 
de l’exposs et du tableau de la Methode de Jus- 


46 


sieu, Paris 2e edition 1802. 3e edition 1812 foL— 
Commentatio de Convallaria japonica,L. novum ge- 
nus constituenle. Praemifsis nonnullis circa plan- 
tas Liliaceas observationibus in Schrader m, Joum. 
£. d, Bo, IL 2. p. 1. 


Richard (Achille) Nouveaux eldmens de Bo- 
tanique appliqude & la medecine, a l’usage des dle- 
ves qui suivent les cours de 1a facnlt& de mede- 
eine et du jardin du Roi. Avec huit planches re- 
Presentant les principales modifications des orga- 
nes des vegetaux, Paris 1819. 8vo, 


Rifso (A.) M&moire sur les ätres organises nvi- 
‚sibles aux Oliviers, Nice... 8vo, — Mit Poiteau 
(A.) Histoire naturelle des Orangers. Paris 1818 — 
1820, 2 vol. 4to, 


‚Robin (C. C,) Voyage dans Yinterieur de la 
Louisiane, de la Floride occidentale et dans les les 
de la Martinique et de Saint. Domingue pendant 
les anndes 1802, — 1806. Suivi de la Flore Loui- 
sianaise. Paris 1807, 3 vol. 8vo. 

‚Roche (Frangois de la) Eryngiorum nec noll 
generis novi Alepideae lıistoria. Paris 1808. fol. 
-$. Redoute,. 

Rohard (Ludovicus) Botanicon libros quatuot, 
-e carmine gallico R. R, Castel in latinos versW 
transtulit, Paris 1819. ıamo. 

Rohr (Jul. Philip.) Observations sur la cul- 
ture du Coton, Traduit del’Allemand. Paris, 1807. 87%: 

‚Roland (...) 'Trois lettres du Bostangi-Bacht 

de F, sur les Pepinieres, Carcalsone 1805, 8V9. 


47 


‚Roques (Joseph) Plantes usuelles, indigenes et 
exotiques, delsindes et colorides d’apr&s nature avec 
. la description de leurs caracteres distinctifs et de 
leurs proprietes medicales. Paris 1809, ae ddition, 
2 vol. 4to, 


‚Rostan (Casimir) Instruction sur la {abrication 
du sirop de Raisin, Marseille 1808. 8vo. 


‚Roucel (F.) Flore du nord de la France, ou de- 
scription des plantes indigenes et de celles culti- 
vees dans les departemens de la Lys, de P’Escaut, 
de la Dyle et des Deux-Nöthes, y compris les 
plantes qui nailsent dans les pays limitrophes de 
ces departemens. Paris 1803, a vol. 8vo, 

Boucher de Hatte (...) Lesons physiologico- 
metereologiqgues sur l’&conomie animale et vege- 
tale. Montpellier 1804. 8vo. 

Rougier de la Bergerie (J.B,) Georgiques fran- 
gaises, po&me, Paris 1804.°2 vol. 8vo. — Les 
For&ts de la France, leurs rapports avec les cli. 
. mats, la temperature et Pordre des saisons, Paris 
1817. 8vo. 

‚Roufseau (J. 3.) S. Botanique des Enfans. 

‚Roussel (H.F,) Flore du Calvados. Caen 1806,8vo. 


-  Rumford (Benjamin Comte de) Recherches sur 
le Bois et sur le Charbon. Paris 1812 4to. 


Saint- dmans (...) Notice sur les plantes ra-- 
zes ou peu connues du departement de Lot et Ga- 
xonne, in Recueil des travaux de Societe d’agri- 
euliure, sciences et arts d’Agen. ır cabier. An 


48 


XI, — Catalogue des plantes observdes dans le de. 
partement de Lot et Garonne, in Annuaire de ce 
departement 1806. p. 109. — Voyage agricole et 
botanique dans une parlie des Landes de Lot dt 
Garonne et de celles de la Gironde in Malte-Brun 
Annal. d. Voyages XVI. p. 347. XVII p. 145. 

Saint- Hilaire (Auguste de) Notice sur 70 esp&- 
ces de plantes phandrogames trouvees dans le de- 
partement du Loiret. Orleans 1812. 8vo. — Re 
ponse aux reproches des gens du monde, Orleans 
ı8ı1. 8vo. — Observations sur Ja nouvelle Flore 
des environs de Paris, Orleans 1812. 8vo, — ME- 
moire sur les plantes auxquelles on altribue un 
Placenta central libre. Paris 1816, 4to, — Obser- 
vations sur le genre Hyaecinthus, Orleans 8vo. 

Saint - Pierre (J. Henri Bernardin de) Etudes 
de la Nature. Paris ı800, 10 vol. in ı8vo. Auch 
in der von Martin besorgten Ausgabe der Oeuvre 
completes de B. de St. P, Paris 1818. 8vo. 

Salon d’hiver. XiVe exposition publique de la 
Societ& royale d’Agriculture et de Botanigue de la 
ville de Gand, 6, 8, et g, fevrier 1816. Gand 81% 

Salverte (... Dufour de) Description d’une 
Digitale partieuliere in Journ, d. Bot, IV. 158. 

Santi S, Bodard, 

Saufsure (Theodore de) Recherches chimiques 
sur la Vegetation. Paris 1804. 8vo. 

Schwilgue (C, 1, A.) Trait de matiere medi- 
eale, 2e edition, Paris 1809. 2 vol, 8vo. 


Segur S. Wakefield, 
Senebier 


49 


Senebier (Jean) Physiologie vegetale. Gendve 
1800, 5 vol. 8vo. — Rapport de J’air atmospheri- 
que avec les ätres organises tire des journaux d’ex- 
periences de L. Spallanzani. Geneve 1807. 3 vol.8vo, 
— Essai sur Part d’observer et de faire des exp6- 
riences., Geneve ı802. 3 vol, 8vo. — S, Huber, 

Seringe (Nicolas Charles) Herbier portatif des 
Alpes. Berne 1812 — 1814. 5 Centuries. 8vo. Hie- 
racia exsiccate, Bernae r fasc, in 4to, — Saules 
de la Suifse. Cahiers in fol, seit 1805. — Elsai 
d’une monographie des Saules de la Suilse, Berne 
1815, 8vo, — Melanges botaniques ou Recueil d’ob. 
servalion, memoires et nolices sur la Botanique. 
Berne ı8ıg. ıe Volume. 8vo. 

Serres (Olivier de) 'Theätre d’agrieulture, Pa- 
zis 1804-1805. 2 vol. 4to. 

Sismonde de Sismondi (J.. C. $.) 'Tableau de 
Pagriculture Toscane. Geneve 1801. 8vo, 

Sonnerat (P.) Voyage aux Indes orientales et ä 
la Chine, ae Edition, Paris 1806, 4 vol. 8vo in 
a Atlas. 

Sonnini de Manoncourt (Charles Sigisbert) Cul- 
ture de la Jülienne. Paris ı804. 8vo. — Traite 
des Asclepiades parliculiretment de Y’Asclepias de 
Syrie. Paris 1810. 8vo. — [Mit Veillard et Che- 
valier] ‘Vocabulaire pörtatif d’agrieulture — de Bo- 
tanique ect. Paris 1810, 8vo — [und Tollard (...)] 
Cours complet d’agrieulture de Rozier, Nouvelle 
edition, Paxis 180g. 6 vol. 8vo, 


4 


an 


50 


Spallanzani 5. Senebier. 

Stols (Jean Chr.) Flore des plantes qui crois- 
sent dans les departemens du Haut - et Bas-Rhin 
formes parla eidevant Alsace. Strasbourg 1802. 8vo. 


Sucre, ‚De Yintroduction du Sucre en Europe 
in Malte-Brun Annal, d. Voy. XIII. p, 86. 


Suffren (Palamede Marguis de) S. Flora Illter 
Jahrgang.. L Erste Beylage. S. 28. 


Swediauer (E.) Parmacologia seu Materia me« 
dies. Paxrtsiis 1803. 2 vol, Iamo, 

Tablsau pour la plantation et Pordre du Jam 
din de botanique de l’ecole de medecine de Skrai 
bourg, d’apres la methode de Mr, de Juin 
Strasbourg ı806, 8vo ablong. 


Tassin (L. F.) Rapport sur les dunes du Galplk 
de Gascogne. Mont de Marsan 1802. 8vo. 


Tefsier (Henri Alexandre) Instruction sur 1% 
eulture du Coton en France, Paris 1808, 8vo, — 
Instruction sur la culture de la Beiterave. Paris 

2 

Theis (Alexandre de) Glossairg de Botaniqus, 
ou Dictionaire &tymologique de tous les noms et 
termes relatifs & cette science. Paris ı810. 8v0. l 

Thors (J,) Kosai d’une Chloris du departemenk, 
des Landes, Dax 1803, 8vo, — Promenade dans 
les Landes du. golfe de Gascogne in Malte - Brus. 
Annales des Voyages. p. 344. — Note contanant 
la description de quelques plantes nouveller des 
environs de Dax in Journ. d. Bot, 1808. 193. und 196, 


. 51 

ZRory (€. A.) Rosa Candolleana seu descriptio 
novae speciei generis Rosae, dicatae Pyr, Aug, de 
Candolle; addito Catalogo inedito Rosarum, quas 
Andreas Du Pont in horto suo studiose colebat an_ 
no ı8ı3. co. fig. aen. pieta, Parisiis 1819, 8vo. — 
Prodrome de la monographie des especes et varie- 
tes connues du genre Rosier; divisdes selon leur 
ordre naturel, avec la synonymie, les noms vul« 
gaires, un fablean synoptigue et denx planches 
gravdes en couleur. Paris 1820. in ı2mo. 

Thowin (Gabriel) Plans raisonnes de toutes les 
especes de Jardins, Paris seit ı8ı9. in livraisons 
in fol. 

Thuillier (J. L.) Le Botaniste voyageur aux en- 
virons de Paris & I’usage des personues qui ont la 
Flore, ' Paris 1807, ı2mo. 

Tollard aind (...) Traitd des vegetaux, qui 
composent Yagrieulture du Royaume de France, 
Paris ı805, 8vo. 

Tournon (D. 3.) Discours prononee & Pouver- 
ture d’un Cours de Botanique vo. — Flore de 
Toulouse ou description des plantes qui croißsent 
aux environs de Toulouse, avec Jindication de 
leur station, l’&poque de leur floraison, des observa- 
tions sur leurs proprietes en medecine, en Econo- 
mie rurale et les tables des nams latins, frangais 
et patois, ‘Toulouse ı8ı1. 8vo. 

Truches (Jules de) Memvire sur les Aigrettes 
des fleurs Composdes et sur Ie Zinnia. Oxleans 
ı8ı1. 8vo. 


% 


53 


Truchet (Michel) 'Traite complet du Kermds 
(Quercus coceifera L.) Paris 1811. 8vo. 

Turpin S, Poiret. 

Tussac (G. Richard de) Flore des Antilles'ou 
bistoire generale botanique, rurale et &conomique 
des vegetaux indigenes des Antilles et des exoti- 
ques qu’on est parvenu & ynaturaliser, decrits d’a- 
pres nature et classes selon le systeme sexuel de 
Linne et la methode naturelle de Jussien, enrichie 
de planches defsindes, gravdes et colorides avec le. 

‚ plus grand soin, Paris seit 1818. Livraisons in fol, 
— Histoire du Brosinum alicastrum in Journ. d, 
Bot. I. 202. — Notice importante sur deux especes 
du genre Calebafsier (Crescentia) des Antilles. Ibid. 
I. 226. — Sur une nouvelle plante alimentaire. 
Ibid. II. 41. — Observations botaniques et me- 
dicales sur le Mansenillier, Ibid. II. ı1ı2. — Sur 
Y’Opalisation de certaines macdrations vegetales, 
{bid. III. 961. — Notice sur PAristoloche & gran- 
des fleurs Ibid. IV. 5. — Notices sur le Manguier 
de Y’Inde. Ibid. IV. 102. — Notice sur les. gen-. 
res et expeces de differens vegetaux dont les ra- 
eines sont on peuvent dire employdes comme Eine- 
tignes, sons le nom d’Ipecacuenha. Ibid. IV. 244. 
— Notice sur une plante, dont le suc palse pour 
avoir la propridt€ de neutraliser le poison de tot- 
te esp&ce de Serpens. Ibid. V. ano. — Moyen de 
rapprocher les Familles natnrelles des plantes el 
de reconnoltre les rapports qu’elles ont. entr’elles, 
par l’observation du genre et de V’espece d’in- 
secie auquel elles servent de nourriture Ibid. V. 87. 


53 


YFade-mecum (Le) du botaniste voyageur aux 
environs de Paris, & P’usage des personnes qui ont 
la Flore de Mr. Thuillier, contenant la Carte bota- 
nique portative d’E. P, Ventenat, et Petymologie 
des genres pnblies par cet anteur dans son Tableau 
du regne vegetal. Paris 1803. ı2mo, 


Pallot (1. N.) Observations entomologigues tra. 
duites. Pars prima: Flora hospilans insecta — in 
Millin. Mag, eneycl, ı8ı=. p. 318, 


Faucher (Jean-Pierre) Memoire sur les grai- 
nes des Conferves, Paris 1800. 4to, — Histoire des 
Conferves d’ean douce, contenant leur differens 
modes de reproduction et la description de lenrs 
differentes esp&ces, suivies de l’histoire des Tremel- 
les et des Ulves d’eau douce. Geneve et Paris 
1803. Ato, | 


Yauquelin (.....) Essais comparatifs sur le Ge- 
nista Scoparia et l’Orobanche major in Journ. d. Bot. 


Pentenat (Etienne Pierre) Tableau du Regne 
vegetal selon la methode de Jussieu. Paris 1699 — 
1800. 4 vol. 8vo. — Description des plantes nou- 
velles et peu connues, cultivees dans le Jardin de 
J,. M. Cels. Paris 1800 — 1814. Livraisons L— X. 
in fol. — Dissertatio de genere Arum in Roemer. 
Archiv. £ d. Botanik. I. S. 346. — Jardin de la 
Malmaison. Paris 1805, — 1805. 2 vol. fol. — 
"Choix de plantes dont la plupart sont cenltivees 
dans le Jardin de Cels, Paris 1803. — 1808. ı0Li- 
vraisons in fol. — Monographie du genre Tillenl. 
Paris ı802. Ato, — Note sur P’Aya-Pana in 'Millin 


b4 


Mag. encycl, 1802. III. 76. -— Decas generum novo- 
vum. Paris 1808. 4to. 


Vigneus (A.) Flore pittoresgue des environs-.de 
Paris, contenant la description de toutes les plan- 
tes qui eroissent 'naturellement dans un rayon de 
18. & 20. heues de cette capitale; la figure coloriee 
de celles qui sont employees en medecine, dans les 
arts, dans Y’economie rurale et dans Y’&conomie 
domestique; enfin des notices detaillees et raison- 
ndes sur leurs diverses proprietes, sur les principes 
quelles fournifsent & P’analyse chymique, et sur les 
phenomenes de physiologie vegetale quwelles offrent; 
renfermant en outre des Elemens de Botanigue, un 
Vocabulaire ect. Paris 1812, 40. Supplement 1814.40. 


Yiguier (L. G. Alex.) Histoire naturelle medi- 


cale et &dconomigue des Pavots et des Argemones, 
Montpellier 1814. äto. 


Yillars (D.) Catalogue des substances vegetales 
qui peuvent servir & la nourriture de l’homme. 
Grenoble 8vo, — Me&moire sur la decouverte d’une 
nouvelle esp&ce de Hieracium. 8vo, — Catalogue 
methodique des plantes du jardin de l’&cole de m&- 
decine de Strasbourg, Strasbourg 1807, 8vo. — 
Memoires sur la topographie et P’histoire naturelle, 
suivis @observations statistiques sur la nature des. 
monlagnes, sur les animaux et les plantes micros- 
copiques, sur le sang, et sur la fibrine. Lyon 1802. 
(5. Regensb. bot. Zeit. 1807. $. 192.) — Memoire 
sur les moyens d’accelerer les progres de la Bota- 
nique, Paris 1800, 8vo, — (mit Lauth (G,) und 


55. 

Nestler (A.) Preecis d’un Voyage botanique fait en 
Suifse, dans les Grisons, anx sources du Rhin, au 
Saint-Gothard, dans le departement du Telsin, le 
Milanais, le Piemont, autour du Lac Majeur, sur 
le Simplon, au Valais eet. en Juillet, Aott et Sep- 
tembre ı811. preced& de guelgues teflexions sur 
Putilit& des voyages powr les naturalistes; avec 4 
planches. Strasbourg, 1812. 8vo. — Abhandlung 
über einige in Frankreich einheimische Arten der 
Gattung lllecebrum in Schrader’s Journ, f. d. Bot. 
1810. $, 406, 

Fincens (Jules Cesar) et Baumes ('T’him.) Topo- 
graphie de la ville de Nimes. Nimes 1802. Ato. 

Pirey (J. 3.) Dissertation sur la nature des 
Philtres et sur Paction des Aphrodisiagies in Millin 
Mag. encycl, 5e annee Il. p. 300. — Sur le Du- 
daim in Bulletin de Pharmacie 1803. 

Vitet pere et fil. Matiere medicale. Lyon 
1803. vo. , 

Folney (©. F.) Tableau du climat et du sol 
des Etats - Unis d’Amerique, Paris 1803. a'vol. 8vo. 

Foyage agronomique en Auvergne. Paris 1803. 8, 

Foyage dans l’empire de. Flore; ou El&mens 
@histoire naturelle vegetale. Ouvrage alı Von 
trouve P’analyse des legons de P’anteur de Ia,Flore 
atlantique. Paris 1800. 2 Parties 8vo, (S, Desfon- 
taines Erklärung in Schrader’s Journ. f. d. Botanik 
1800. I, S, 213.) 

Wakefield (Mifs P.) Lettres el&mentaires sur la 
Botanique traduites par Octave Segur. Paris 1801. 
12mo. 


56 

Watel (J. H.) Lettre & Mr. le Redacfeur da 
Journal de Botanique sur de 'Tussilago in Journ, 
de Bot. nl. 171 


Wauters (.,..) Essais pratigues sur la Digi. 
tale pourpree, sur la Douce - Amere, les fleurs de 
Camomille et Pecorce du Chene. Gand 1807, 


Willemes (Bemi) Catalogus plantarum horti 


botanici Nannetensis, 1809, 8vo. — Phytographie 
encyclopedique ou Flore de Pancienne Lorraine et 
des departemens eirconvoisins. Nancy 1805, 3 vol, 
8vo,—— Fragment sur la Neckeria et la Willemetia 4to. 


Yuart (Victor) Coup d’oeil sur le sol, le cli- 
mat et V’agrieulture de la France. Paris 1807. $vo. 
Zea (...) Sur les moyens de transporter les 


Graines des Vegetaux par des semis in Journ, dı 
Bot. V. p, 139, 


N 


Tnaem wit diesen reichhaltigen Beitrag der franzö- 
sischen Literatur dem sehr thätigen und kenntnils- 
vollen Herrn Reichsgrafen Henckel von Don- 
nersmarck, wirklichem Mitgliede der k.. b. 
botanischen Gesellschaft, verdanken, bitten wix 
zugleich ergebenst um die künftigen geeigneten 
Nachträge, 
' Die Redaction der Flora. 


Zweite Beilage 


zur Flora 


oder 


botanischen Zeitung 1822, 


Erster Band 


—e 


L,Recensionem 


1. Monographia generis Potentillarum, Seripsit 


Joh. Georg, Christ, Lehmarn, Hamburg | 


apud Hoffmann et Campe. Paris apud Treu. 
tel et PPürtz, London apud J. H. Bothe, 1820, 
4. (301 S. und 20 tabulae aeneae.) 


Keitiken über gute Monographien sind immer 


eine schwierige Sache. Der Monographist hat Jah- ' 


ze lang für. die Bearbeitung seines Gegenstands alle 
ihm zu Gebote stehenden Hülfsmittel, Beobachtun- 
ben; Verbindungen mit Freunden, Reisen, Kor- 
respondenz, Bibliotheken u. s. £ benützt, während. 
der Kritiker den Gegenstand gewöhnlich nur in der 
Verbindung zum Ganzen bearbeitet hat, und daher 
höchstens im Stande ist, einzelne Beobachtungen, 
Behauptungen oder Vermuthungen zu hestättigen, 


selten zu vermehren, oder zu bezweifeln, selten zw ' 


widerlegen oder zu berichtigen. Es hält sich daher 


‚gewöhnlich auch die Kritik an das Allgemeine, 


Welches leichter einem begründeten Lobe oder Ta- 


3 


58 


del Raum giebt, und sie verfährt bei dem speciellen 
ınchr referirend, als kritisirende Ob nun. gleich 
Referent das genus, welches hier abgehandelt wird, 
schon längst mit vorzüglicher Aufmerksamkeit stu- 
dirt hat, so muls er sich doch hauptsächlich, darad£ 
beschränken, einen Umrifs des Werkes zu geben und 
gelegenheitlich einige Bemerkungen einfliesen zu lassen. 

In der kurzen Vorrede vertheidigt sich der Verf. 
gegen den Vorwurf, dafs seine Monographie. so bald. 
auf das Nestlersche Werk folge. Er habe aber bei 
näherer Vergleichung gefunden, dafs auch jetzt noch 
die Bekanntmachung seiner Arbeit nicht überflissig 
seyn dürfte; und in der That ist seine Schrift keine 
Ilias post Homerum, da sie an Vollständigkeit, Kri- 
tik und Schärfe der Beobachtungen die seines Vor- 
gängers weit übertrifft. i 

Die Einleitung erwähnt des Ursprungs des Na- 
mens Potentilla und entwiekelt.die Gründe der Ver- 
einigung der generum Comarum, Tormentille und 
der Fragaria sterilis mit Potentilla, gegen welche 
sich um so weniger einwenden läfst, als dieselbe 
schon von vielen andern Botanikern angenommen 
worden ist. — Es folgen nun weitere allgemeinere 
Bemerkungen über die Potentillen; zuerst über den 
‘Wohnort und ihre Verhreitung auf der Erde. Sie 
lieben vorzüglich die Alpen,sowohl des mittlern, als 
anitternächtlichen Europa’s, besonders des östlichen 
Asiens; sie springen aber von der niedrigsten Fläche, 
wie die Salices, bis auf die höchsten Berge. Eigen 
thümlich sind in Europa 26 Arten, in Asien 24, in 
Amerika nur 9 und nyx schr wenige sind mehreret 


I 

Erdtheilen gemein; nur zwei sind in Afrika, und in 
Neuholland_noch gar keine gefunden worden, Der 
medicinische Nutzen, der früher sehr hoch angeschla- 
“gen wurde, beschränkt sich in neuern Zeiten nur 
auf die Anwendung der adstringirenden Kräfte der 
Tormentille, Etwas ausgebreiteter ist ihr Gebrauch 
in der Oekonomie, doch hauptsächlich bei unkulti- 
virten Völkern und in pflanzenarmen Ländern. Ue- 
bergangen ist der Nutzen der Potentilla anserina 
und argentea zur Bindung des Flugsands (efr. Viborrg 
Sammlung von Abhandlungen etc. T,UL. p.202. Suc- 
kov ökonom. Bot. p-417.) — Die Zahl der Arten 
betreffend, so kannte Linne nur 26, MWilldenor 45, 
Persoon 57, Nestler 68, Lehmann führt, unerach- 
iet er viele von seinen Vorgängern als eigene Spe- 
cies angenommene auf andre zurückführt, 88 und 
33 zweifelhafte Arten an. In Steudels Nomenchı- 
tor sind 106 Arten aufgeführt, zu welchen immer 
noch einige angeführt werden können, — Lebens- 
dauer, Gröfse, allgemeine Form, Form der Blätter, 
und darauf gegründete Abtheilung, Ueberzug der 
Blätter, Blattstiele, Blüthe und ihre Theile werden 
nun im Allgemeinen durchgegangen. . Seltenheit der 
gefüllten Blumen — (auch Hopkirk flora anomala 
führt Aur die Tormentilla als gefüllt an) — sie wer- 
den es bei den heifsen Quellen von Island, wo 
Olafsen die P. anserina und Tormentilla mit vielen 
andern Pflanzen gefüllt fand. Der Verf sah nur 
die P. pedata zum Theil gefüllt, Doch fand Gagne- 
bir (vid. Hall, Hist, U. p-49,) die P. aur&s L. auch 
mit gefüllten Blumen auf dem Berg Chameralen. 


5 * n 


60 

Endlich über die Verwandtschaft mit verwandten 
generibus Trichothalamus, Fragaria gDuchesnea, 
Geum, Sibbaldia, Waldsteinia, 

Nach dieser allgemeinen Beschreibung des genus 
erwartet man nuu einen kürzern diagnostischen ge- 
nerischen Character Der Verf, geht aber darüber. 
hinweg, indem er sagt: der generische Character 
erhelle von selbst aus dem über die einzelnen Blu- 
men und Fruchttheile Bemerkten, wenn es mit den 
zunächst verwandten Gattungen verglichen werde, | 
deren Unterschiede von einander selbst und von den 
Potentillen hinlänglich in den botanischen Schriften 
angegeben seye; und es folgt nun blos eine Synony- 
mie des genus Potentilla, jedoch ohne Angabe des 
generischen Characters der angeführten Schriftstel- 
ler; so dafs man nun im ganzen Buche keinen kur- 
zen generischen Character von Potentilla findet. 
Diese generische Synonyme gehen bis Tournefort, 
sind jedoch nicht vollständig. Angeführt sind: Ri- 
chard ap. Nestler, Linn& ed, Schreber , Jussieu, 
Ventenat, Schkuhr, Lamarck, Gärtner, St, Hi. 
laire, Tournefort, Gefsner; zugesetzt können wer- 
den: Fragaria, Haller hist.II. p. 44. (vielleicht 
‚absichtlich übergangen, da dieser alle Fragarias Lin 
und Sibbaldia Lir. mit einrechnet.) Potentilla. 
Ludw, gen. 807. Potentilla. Tormentilla. Trido- 
phylium. Comarum. Necker*) elem. bot. Il. p 93» 


*) Warum wird und, wurde überhaupt dieser wenn 
‚gleich paradoxe, aber geniale und scharfsichtige 
„Beobachter. 50 ganz nicht beachtet? Gewißs mit 
Unrecht, ' 


m. 


6r 
‚ Es folgt nun eine. Synopsis speeierum mit der 
gewöhnlichen von der Theilung der Blätter herge- 
nommenen Ahtheilung. Es ist aber schon früher i in. 
der Blora ‚bemerkt worden, dafs diese Abtheilung‘ 
nicht mehr genügt, um so mehr, da einige fünfblätt- 
zige in dreiblättrige Arten überzugehen scheinen 
In dieser Synopsis sind 88 Arten aufgezählt, welche 
fortan näher beschrieben "werden mit folgender Be. 
handlung: ‘Name, Diagnose, Synonyme, Varietäten, 
Abbildungen, Wohnort, Beschreibung, Kupfer neuer 
noch nicht abgebildeter Arten. 

Bei der Benennung ist auf die Priorität der Ent- 
deckung die billige Rücksicht genommen. Die Diag« 
nosen sind fast alle gänzlich umgearbeitet, so wie 
es die Verschiedenheiten und Verwandtschaften der 
Arten erforderten. Als hauptsächlich unterschei- 
dende Momente sind benützt: die Beschaffenheit des 
Stengels (sogar die Farbe, rubens hei obscura, pedata, 
laciniosa), der Blätter, der Blumen- und Kelch- 
blätter, besonders ihre verhältnifsmäfsige Gröfßse, 
selten der Blumenstand,, nie die Beschaffenheit der 
Frucht, welche doch ‚bie und da ein gutes Unter- 
scheidungsmerkmal liefert. Die Synonyme sind sehr 
umständlich bis auf Linne angezeigt, weiter rück« 
wärts gehen sie nicht, Es kann diese Angabe der 
Synonyme auf der einen Seite zu kurz auf der au 
dern äber zu weitläufig scheinen. Jenes ist 'sie, 
wenn sie auf Vollständigkeit Anspruch macht; denn 
in diesem Falle kann sie sehr bedeutend vermehrt 
werden. Es sind z, B. bei P, supina L. angeführt: 
Nestler, Hornem, hort: Hafn., Pürsh, Wahlbg. carpı, 


62° 

Clairville, dit, ‚ Hella, mi a, En., Besser, "Bie- 
berst., Pers., Spreng. fl. hal., Dec. fl. fr., Smitk 
prod. Gmel. fl. b., Poir. Enc. Mich. ‚Moench meth., 
Suter , Wild. spec. Host syn. "Schrank (Abh. einer 
Privatges. etc.) Hoffm. fl. g, Lumnitz, Roth’ lg; 
AU. A. p. Pollich, Forsk. Lin. spec- Wenn aber. 
diese, warum nicht auch folgende: Reyger fl. ged., 
T. p- 133. nr 2. und II. p. 91, Aetz prod. nr 634. — 
Yitm. summa pl. IL. p. 265, Fl. Wett. U. p-245., 
Schultes östr. fl. II. p- 84 Loisel, fl. gal. II. p 300, 
Roehl. 2. ‚geEI ‚Pı 298. , Wibel prim, fl. Werth, 
p- 352. Noch beirächtlicher könnten die fast zwei 
Seiten füllende Citate für,die P. anserina vermehrt 
werden, z. B, mit folgenden: Müller il, Fridr. pP 93. 
Gmel. fl. Tub. p. 155, Reyger.fl. gedan, p. 91. Wei- 
geld. pom. zug. p:95. Gilib, exerc. phyt. pl. Tith«, 
7.365. (sub P. argentina.) V/ilm, summ. plant. I 
P.263. Huds. Sl. ang. pı222. Wither. brit, pl II. 
p-473. Wibel prim. Werth, pı 267, Fl. Weit. II. 
p 244, Loisel, A. gal. I. p. 299. Roehl. fl. germ- 
pP: 297. Schweig. et Koerte fl. Erlang. T. p 124 
Engelberg Flora der Gegend um den Ürspr. der 
Donau und des Neckars IV. p 276. *) Schultes. 
östr FL 9.83, Henckel von Donnersm, Enum pe 
Regiom. p. 1352. Man sicht keinen Grund ein, war“ 
am jene Synonyme angeführt und diese übergangen 


> . “. Pi i ’ . 

"N. Unsers Wissens ist seit 1814 von dieser schon 
1804 angefangenen Flora nichts mehr erschienem 
"Warum ? 


63 
sind. Haft man mit vollständiger Angabe der Syno- 
nyme nicht zugleich den Zweck, die Standorte anzu- 
geben, an welchen eine Pflanze gefunden ist,‘ so 
wäre es wohl zweckmäfsiger, sie gänzlich zu überge- 
ken und nur einige bedeutende Autoritäten anzufük + 
ven, Dagegen sollten die Diagnosen derjenigen 
Schriftsteller mit aufgenommen ‘seyn, welche eine 
abweichende Form" als eigene Species beschrieben 
haben, “ pesönders wenn, wie es doch auch in dieser 
Monographie der Fall seyni dürfte, nicht so ganz ent- 
schieden ist, ob ein angeführtes Synonym blofse Va- 
rietät oder eigene Species iste Nehmen wir zB. 
gleich die erste P. fruticosa, so kommen hier als’ 
Synonyme vor I. P. prostrata Lapeyr. 2. P: da- 
vurica Poir, 3. PD, glabrata Filld, Hıb. 4 D, 
tenuifollia FPilld. Hrb. 5. P. Hloribunda' Pursk, 
Sicher würde es aber angenehmer und belehrender’ 
seyn, die Charactere zu kennen, durch welche die 
angeführten Schriftsteller ihre vermeintlichen neuen 
Species tom der fruticosa unterscheiden zu müssen’ 
glaubten, als über eine Seite blofse Citate zu haben, 
welche, wenn man ‚die Bücher zur Hand hat, auch 
ofne Citate leicht "nachgeschlagen werden können, 
im entgegengesetzteh Falle aber ‚von keinem ‘Werth 
sind. Zwar äussert der Verf in der Vorrede, dafs 
& absichtlich die Diagnosen andrer Schriftsteller 
weggelassen habe, weil die Merkmale derselben in“ 
der Beschreibung vorkommen ünd un den Raum zu 
sparen ;'weelthe letztere Rücksicht aber nicht die vom ' 
herrschende war, wie die vielen halb und Yast gan" 
lerten "Seiten bewißlen: 4 wi me nor malt 


64 
. Dafs bei den Citaten der-Beschreibungen..auf die 
Litteratur vor Linne keine Rücksicht genommen ist, 
 mufs freilich, da man sich gewisse Gränzen setzen 
zuufs, wo nicht Billigung doch Entschuldigung fin- 
den. Da übrigens gerade die Nachweisungen in den 
ältern Schriftstellern ‚mehr Schwierigkeit haben, sp 
dürfte die Angabe derselben wenigstens in so weit 
von Monographisten am ersten erwartet werden, als 
sie mit Sicherheit gegeben werden können, Die Ab- " 
bildungen sind vollständig auch mit Berücksichtigung 
der. Litteratur vor Linne angegeben und meistens 
noch ein kurzes Urtheil über den WVerth, derselben 
(icon optima, bona, mediocris, mala) beigefügt, 

‘ Die Standorte sind vollständig angegeben, die 
Beschreibungen nach der Natur entworfen, und eige- 
ne 'schätzbare observationes machen noch auf die 
Verschiedenheiten und Abweichungen aufmerksam: . 

Was endlich die Kupfertafeln betrifft, ‚so sind 
auf deren 20 eben so viele Arten vorgestellt. Sie 
sind von Guimpel gestochen, der Stich ist rein und 
deutlich, mur sind einige Tafeln in des, Referenten 
Exemplar zu hlafs ausgefallen, z. B. tab..2. 10: 18, 
über deren Treue er übrigens nicht urtheilen kann 4, 
da, ‚er. blofs die P, Güntheri und hirta kennt, welche 
nichts zy wünschen übrig lassen _ ne 

Was Druck und Papier betrifft, so, , sind sie, gut, 
letzteres. übrigens (wie ‚bei fast allen deutschen 
‘Werken), wenn es mit dem Papier, welches die 
französischen und’ die, in diesem. Stücke, ‚zu, "ver- 
schwenderischen ‚ englischen Verkeger wählen, 2» vo 
glichen wird, zu dünn, Ausser, den auf zwei, Seitgn. 


a uno 


65 


angezeigten Druckfchlern sind, besonders in den Ci- 
taten, sehr viele stehen geblieben, wir wählen 
2. B. zufällig p.42. wo: Lı3. Tr, statt Pr. 1.15. be- 
real. — statt boreal. Am. 1.16. Maench statt Moench. 
117. P. statt P.2. 1,20. H. statt Fl, 1,23. Pl, statt 
El. stehen . 

So viel im Allgemeinen über diese in mancher 
Hinsicht ausgezeichnete Monographie. "Weiter ing 
Einzelne zu gehen, verbietet der Raum. Die be- 
kannten Species sind vollständig aufgeführt, nur hät- 
ten zu den zweifelhaften noch folgende gefügt wer- 
den können: P. groenlandica und P. pulchella A. 


Brorn in Ro/s Entdeckungsreise. P. heptaphylia 


Mill. ar. 9, Foliis septenis quinatisque, foliolis pin- 
nato-incisis, taule erecto,ramoso mit dem Synonym: 
Quinguefolium quod pentaphyllum seu potius hepta- 
phylium rectum caule rubro hirsuto. Hort, Cathol. 
Diese kurze Beschreibung würde auf P. laciniosa 
W, et Ei. passen. Sollte sie diese. nicht seyn, so 
möchten wir die Vermuthung wegen, dafs sie die, 
auch in Gärten vorkommende, von Hrn. Prof. Hoppe 
bei Triest gefundene und mit P, pedata verwechselte 
Art ist, Müller giebt Italien und Sieilien als Wohn- 
ort der seinigen an. — P. Lindackeri Tausch, P. 
thuringiaca Bernh. sind dem Referenten nur den 
Namen nach bekannt. Von Schleichern besitzt er 
eine P. debilis, welche er auf keine der in dieser 
Monographie beschriebenen Arten zurückführen kann. 
Die Diagnose würde seyn: Foliis quinatis radicali- 
bus et caulinis infimis, superioribus ternatis, folio- 
Us cuneiformibus, ad medium inciso serratis, ad 


66 


basin integerrimis, simplieiter pilosis , caule adscen- 
dente piloso , petalis cordatis calycem superantihus. 
Man kann diese Art als eine größere Varietät der 
P. erocen Schleich (efr. Fl. p. 705.) ansehen. Die PB 
Haäynei Roth nova plant. species p- 255, konnte dem 
Verf. noch nicht bekannt seyn. P. umbrosa Stevere 
Sin Sten Theil der fl. tauf. cauc. von Bieberstein war 
38i4 schon bekannt und fehlt ebenfalls noch. ' 


id 3 


2. To be continued monthly: Cöllectanea botanica; 
. or figures and botanical illustrations of rarg 
and eurious, exwotic plants, chiefly ecultivated 
in the gardens of Great Britain. By John. 
Rindley, F.L. 5 ‚et S., London 1821. . 3 


"Unter diesem Titel erscheint, seit dem Monat 
April von dem, durch seine Monographie der Gal- 
tungen Rosa und Digitalis, so wie durch seine mit 
treflichen Bemerkungen bereicherte englische | Ueber- 

setzung von Richard’s Analyse du Fruit etc , auch’ 
den deutschen Botanikern rühmlichst bekannten Ver- 
fasser, ein neues hotanisches Prachtwerk, wie es 
nur England hervorzubringen im Standeist,. 

Nach einer auf dem Umschlage « eines jeden He 
tes ahgedruckten Anzeige ist es der Plan des Verk, 
seltene, schüne oder merkwürdige Pflanzen, welche, 
gegenwärtig in den englischen Gärten cultivirt wer-. 
den oder die doch in dieselben eingeführt zu Wer“ 
den verdienten, durch mözlichst treue Abbildun- 
gen bekannt zu machen, Die Zeichnungen "macht 


67 
_ der Verf. selbst und die Abbildungen sollen eine 
möglichst vollständige Zergliederung der Fruchttheile 
enthalten f wodurch der Verf. hofft, seinem Werke 
einen ganz besonderen, es vor Ähnlichen Unterneh- 
mungen auszeichnenden Werth zu geben. Jeder Ab- 
bildung soll eine Seite Text beigegeben werden, wel« 
cher die Beschreibung der ahgebildeten Pflanzen, so 
'wie ausführliche Erläuterungen über Vaterland, 
Standort, Cultur und sonstige merkwürdige Eigen- \ 
schaften derselben enthalten und zugleich als Einlei- 
lung zur Kenntnifs der Organisation der Pflanze die- 
en soll. Es sollen nur solche Pflanzen abgebildet‘ 
werden, die entweder noch gar nicht oder doch nur 
‚ wnvollkommen abgebildet sind, und der Verf. hofft 
durch die bereits gesammelten Materialien‘, so wie 
durch die Versprechungen seiner zahlreichen Freun- 
de im Stande zu seyn, eine ununterbrochene Reihen-' 
folge zu versprechen. 0 

Monatlich erscheint ein Heft in grofs Regalfolio 
mit fünf Kupfertafeln und eben so viel Seiten Text; 
zehn Hefte machen einen Band. Der Preis eines je- 
den Heftes mit schwarzen Abbildungen ist 8 Schill., 
eolorirt ı2 Schill. ' 

Diefs der Plan, — Wir haben die fünf ersten 
Hefte gegenwärtig vor uns liegen "und kölnen dem’ 
gelehrten Verf. das Zeugnifs geben, dafs er nicht 
hinter den durch seine Versprechungen erregien Er- 
wartungen zurückgeblieben, sondern dieselben eher 
noch übertroffen hat, indem dieses Werk alle ähn- 
lichen Erscheinungen an Treue der Zeichnung, Schär-' 
Te des Stichs und Sauberkeit der Hlumination so- 


68 


wohl, als durch Genauigkeit der Beschreibungen, 
Reichhaltigkeit interessanter Bemerkungen und Ele- 
ganz des Drucks und Papiers weit hinter sich zurück- 
läfst, durch die zahlreichen und genauen Zergliede- 
rungen aber einen wahrhaft elassischen Werth er- 
hält. "Wir hoffen dieses Urtheil am befsten dadurch 
zu bestätigen, indem wir den Inhalt, wenn auch für 
diefsmal nur des ersten Heftes, im wesentlichen mit 
theilen. _ 
. Tab. ı, Bromelia fastuosa Lindley *). 

. „Diese wegen der herrlichen rothen Farbe der in- 
‚nern Seite.der Blätter und der zahlreichen schön ro- 
senrothen Blumen, weiche sehr lange immer durch 
frische ersetzt werden, äusserst prächtige Pflanze, 
wurde vor 8 Jahren von Arn. Lambion in Mexico 
gefunden, in dessen Treibhaus dieselbe im Herbst 
2820 zum erstenmal Blumen brachte. Die herrliche. 
rothe Farbe der innern Seite der Blätter geht erst 
mit der Pflanze selbst zu Grunde. Der Verf glaubt, 
dafs diefs dieselbe Pflanze sey, welche durch vor 
Humboldt auf der 41. Tafel des Atlas pitloresque 
abgebildet ist und wenn sich diese Vermuthung be- 
stätigt, so wäre dieselbe also auch in Neugranada. 
gefunden worden. Die Blüthentheile sind durch 6 
Figuren dargestellt. Früchte hatte die Pflanze noch 
nicht angesetzt, der Verf. glaubt aber , dafs sie nur 
zur Zierde derselben gereichen würden. 


2. Trizeuxis faloata Lindley. 
Diese niedliche Pllanze blühte zuerst im Juli 1820 


*) Con& Sylloge pag. 37. seg. 


69 
in Hra. Grifins Garten, unmittelbar nach ihrer 


Ankunft von Trinidad. 
Nachdem der Verf. die Vorzüge der Orchideen 


“gehörig gewürdigt, verspricht er in jedem Hefte we- 


nigstens eine Species dieser Familie zu liefern und 
sugleich Mittheilungen über die Kultur derselben, 
wodurch "jede Schwierigkeit sie au erziehen ver- 
schwinden soll, und man sie in Zukunft eben so leicht 
würde erziehen können, als die gemeinsten Pflanzen 
unserer Treibhäusen. . 

Die vergröfserten Blüthentheile sind in 8 be- 
sonderen Figuren vortrefflich dargestellt. 

T. 3. Rhaphiolepis rubra Lindley. 

Der Verf. macht beiläufig auf die trefflichen 
leider! zu sehr vernachläfsigten beiden goldnen Re- 
geln Linne’s aufmerksam, dafs man die Charactere' 
der Gattung von der Gattung, nicht aber die Gattung _ 
nach einer Anzahl willkührlicher Charactere bestim- 
men müsse. Diesem Grundsatze zufolge sonderte er 
mehrere Arten der Gattung Craiaegus Linn. ab, 
welche sich sehr wesentlich von Cratacgus unter- 
scheiden. Unter andern stellte derselbe die Gat- 
tung Rhaphiolepis aus Crataegus indica Linn. ge- 
bildetauf. Den Namen C. indica scheint man seit- 
her auf sehr verschiedene Pflanzen angewandt zu ha- 
ben, welche so hinreichend verschieden sind, dafs 
man sie als eigene Species betrachten kann, und es 
ist jetzt, nach des Verf. Meinung, nicht so leicht zu 
bestimmen, welches die Art ist, die Linne als 
Crataegus indica aufstellte, Loureiro unterschied zu- 
erst 2 Arten, und Exemplare von seinem C., indica 


70 
finden sich in Banks Herhario aus Macao, aber 
nicht in den englischen Gärten. Die gegenwärtige 
Abbildung ist von einem Exemplar in dem physika- 
lischen Garten zu Chelsea genommen und ein Exem- 
plar findet sich in Banks Herbario aus China, 


Ausser diesen giebt es noch verschiedene Pflan- 
gen unter diesem Namen in den Gärten um London, 
welche verschiedene Species bilden; zu diesen ge» 
hört ein Strauch, welcher durch die Gartengesell- 
schaft eingebracht und vorläufig, als Crataegus in- 
diea mit einer guten Abbildung von Ker in dem 
Botanical- Register bekannt gemacht worden ist, 
Diese Pflanze, welche der Verf. Rhaphiolepis phae- 
ustemon zu nennen vorschlägt, unterscheidet sich 
von Rhaphiolepis rubra, indem sie ausgebreitete 
zothe Stamina, welche länger, als der Kelch sind 
hat, und durch viel längere Blätter. In derselben 
Sammlung findet sich eine 4te Species mit laugen 
weidenartigen Blättern, welche der Verf vorschlägt, 
Rh. salicifolia zu nennen. 


Die Abbildung der Frucht auf dieser Tafel ist 
nach einem Exemplar in Banks Herbario gemacht, 
es ist aber vernachläfsigt worden zu bemerken, von 
welcher besondern Species. 


In den englischen Gärten werden diese Pflanzen. 
‚nie höher, als kleine Sträuche, Loureiro beschreibt 
sie aber als grofse Bäume und.erzählt, dafs das Holz 
seines C, indica wegen seiner Zähheit zu Rudern 
und Sparren, bei welchen Festigkeit und Elasticitäl 
erfogdert wird, benützt werde, 


.- 


‘ ‚ 


71 


‚ Die Blüthen- und Fruchttheile sind theils ver- 
gröfsert, theils in natürlicher Gröfse durch ı4 Figu- 
ren dargestellt, 


T. 4 File muscosa Lindley. 


Gleicht.so wenig der Parietaria, zu welcher 
sie Linne, als Urtica, zu welcher Gattung sie 
Swariz zog. Der fleischige, höckerige innere Ein- 
schnitt der weiblichen Blume, verbunden mit. eini- 
gen andern Eigenheiten des Baues, bestimmte den 
Verf., diese Species als Typus einer neuen Gattung, 
zu welcher Urtica Herniarioides nnd Trianthemoi- 
des, nebst einer Aten Species, welche durch vor 
Rohr aus Westindien gebracht worden ist und sich in 
dem Banksischen Herbario befindet, gezogen werden, 
Herniaria lucida aguatica von Sloane scheint dem. 
Verf. mit Bestimmtheit zu P. Trianthemoides zu 
gehören. 

Der Verf. bemerkte die hier abgebildete Art 
zuerst in dem Treibhaus des Grafen de Vandes at 
Bayswater, Swartz sammelte sie auf Wällen in 
Westindien häufig. — Es ist diese Pflanze die Parie- 
taria prostrata Hort. berol. Spreng. in Nov, pro- 
vent. p.30,, welohes Synonym der Verf, nicht au- 
"geführt hat. 

Der 2te Punct der Anheltung des Ovulunzs, von 

‚ welchem man annimmt, dafs erin dem reifen $aa- 
zen durch das Micropyl' angezeigt werde, ist bei 
dieser Pflanze an dem Ende des Ovulums, welches 
am weitesten vom Nabel entfernt ists Dadurch wird 
eine zuegst von St, Hilaire gemachte Bemerkung bes 


72 

stätigt, dafs nämlich, wie das Würzelchen immer 
gegen das Micropyl gedreht ist, seine künftige Rich- 
tung wahrscheinlich durch den sten Anheftungs- 
_punct des Ovulums bestimmt wird. i 


5. Pterospora Andromedea Nutall, 


Nutall, der diese Gattung zuerst beschrieb, scheint 
schr unvollkommene Exemplare vor sich gehabt zu 
haben, denn er beschreibt seine Pflanze, als gänzlich 

. blattlos, da doch allerdings Blätter, welche in Ge- 
stalt von Schuppen den Stamm umfassen, gegenwär«- 
tig sinde — Die gegenwärtige Abbildung ist nach 
Exemplaren gemacht, die von John Gouldie in der 
Nähe von Quebeck gesammelt wurden. Die Pflanze 
kömmt auf Torfboden vor, und ihre niedlichen Blu- 
men, so wie der eigene Habitus machen sie zu einer 
nicht zu verachtenden Zugabe unserer Reichthümer 
aus jenem Welttheil. Nutall rechnet sie zu den Mo- 
notropeen, welche man, nach des Verf, Meinung, 

„besser Pyroleen nennen könnte, zugleich mit Mono- 
tropa, Hypopitys und Schweinilzia, schliefst aber 
Pyrola ohngeachtet ihrer offenbaren Verwandt- 
schaft mit diesen Gattungen und besonders mit Pie- 
Tospora, von dieser Familie aus, Nutall hat aber 
den Saamen nicht beschrieben, welcher gerade die 
nahe Verwandtschaft mit Pyrola bestimmt und aus- 
ser allen Zweifel setzt, dafs sie bei einer natürli- 
chen Anordnung neben einander stehen müssen, 
Der Embryo ist sehr klein und anscheinend unge- 
theilt, wie Gärtner ihn bei Pyrola beschreibt, 
auch findet er sich wie bei Pyrola auf der Äusser- 

sten 


73 


x 
sten Seite des Heischigen Albumens; aber die Beob- 
achtungen des Verfs. über den Saamen der Pteros« 
pora weichen in mancher Hinsicht von denen, die 
der gelehrte Gaeriner über Pyrola bekannt gemacht 
hat, ab. Dieser hat den Embryo der letztern be= 
schrieben und abgebildet, als an dem Ende des Saa- 
mens liegend, welches dem Hilum zunächst istz 
nach einer besonders genauen Untersuchung des 
Saamens der Pierospor@ die der Verf vorgenom- 
men, scheint ihm der Bau derselhen gerade enige- 
gengesetzt zu seyn und der Embryo auf der äusser- 
sten Seite des Albumens®, welche von dem Hilum 
am weitesten entfernt ist zu liegen. Nichts desto= 
weniger ist aber der Bau des Saamens der Pyrola 
dem der Pierospora in anderer Rücksicht so ähnlich, 
dafs bei dem Verf. kein Zweifel über die völlige 
Achnlichkeit ‚des Saamens obwaltet und er ist des= 


‚halb geneigt, eher die Richtigkeit seiner und Gärk« 


rers Beobachtungen zu bezweifeln, als die Aehnlich- 
keit der beiden Genera, besonders da er seine Um« 
gewilsheit durch die ausserordentliche Kleinheit dex 
Theile, von welcher der hoch kleinere Character 
abgeleitet ist, gerechtfertigt glaubt, Er bekennt mit 
empfehlungswerther Bescheidenheit, dafs die be- 
wundernswürdige Genauigkeit Gaeriners und die 
Achnlichkeit zwischen Pyrol& und den Ericeen ihn 
fürchten läfst, geirrt zu haben; aber da er den Saa« 
men von Pierospora zu wiederholten Malen auf das 
sorgfältigste untersucht, und nie Gelegenheit gehabt 
hat, den Saamen von Pyrola zu zergliedertn, so glaub 
“w seinen Zweifel, so wie sein Bedimem, der Ge 


Ö 


74 


genstand des Streits unentschieden lassen zu müssen, 
freimütlig bekennen zu können. 

Die Monotropeen unterscheiden sich nach dem 
Verf, leicht und hinlänglich, durch ihren eigen-, 
thümlichen Habitus, durch ihre geflügelt geschwänz- 
ien Saamen und durch den feinen Embryo, welcher 
auf der äussern Seite eines Heischigen . Albumens 
sich befindet. 

Die Blüthen- und Fruchttheile sind durch ı9 
Figuren vergrößsert und vortrefflich dargestellt. 


« Dr, Hornschuch 


3, Siystema mycologicum, sistens fungorum or« 

dines, genera et species, quas ad normam 
meihodi naturalis determinavit , disposuit 'al- 
que descripsit Elias Fries, Acad. Carol, 
‚Adjunetus, etc, etc. Volumen I. Lundae 1821, 
LVIL et 520 pagg. in 8, Sumit. aut, 


* Je mehr der Rez. mit einer gewissen Vor- 
liebe einst seine Studien dem Reich der Pilze zuge- 
wandt halte, um so näher und erfreulicher berührt 
ihn das eben erschienene \Verk des gelehrten Schwe- 
den, der mit anderen gleichgesinnten und thätigen 
Männern, Thunberg, Agardh, Wahlenberg, MWik« 
siröm und Vielen, die vielleicht nur dem Rez 
minder bekannt geworden sind, seinem Vaterland 
kräftig das schöne, von Linne ererbte Vorrecht 
‚schirmt, durch Kraft der YYahrheit und innere Trei- 


en 


75 


lichkeit seiner Gesetzgebung auf dem Gebiete der 
Pflanzenkunde die zwanglose Gellung des Vater- 
rechts zu verleihen. Lange hatten wir uns der Em 
wartung dieses Werks gefreut, sein Auftreten hat 
die Erwartung überboten und das Verlangen nach 
den heiden folgenden Theilen gesteigert, die, wie 
dieser Erste die Hut- und Keulenschwämme be« 
schreibt, sich in die übrigen Hymenomyeeten und 
Gasteromyceten einerseits, andererseiis in die Hy« 
phomyceten und Coniomyeeten theilen sollen. 

Da eine ausführliche Analyse und Beurtheilung 
des ganzen vorliegenden Bandes.bei dem Reichthum 
des Inhalts alle Grenzen einer Rezension zersprengen 
würde, so wollen wir uns für heute nur auf den 
Plan und die Einrichtung des Werks und auf die 
LI Seiten lange Einleitung beschränken. Ueber 
Einzelnes der systematischen Ausführungen mag der 
tägliche Gebrauch, (den wir Jedem angelegent- 
lichst empfehlen,) so wir leben, auch Einzelnes zu 
Tage fördern. 

Der Leib des Werks ist eine systematische Be« 
schreibung aller bekannten Pilze der Erde, durch 
Diagnosen scharf gegründet, — durch eine kritisch 
gesichtete Synonymik, deren Verdienstlichkeit Jeder 
bald fühlen wird, wenn er versucht, ihr nachzuge- 
hen, historisch augeknüpft, — durch genaue nicht 
wortreiche Beschreibungen anschaulich gemacht. $o 
ist der Leib schon für sich das bequemste und wohl- 
gerathenste Handbuch. Bei einer streng methodi- 
schen Gliederung gröfserer Gattungen konnten die 
Merkmale, welche die Stelle bezeichnen, aus dem 


6* 


76 


Definitionen weggelassen werden; daher sind diese 


kurz und auf wenige Momente beschränkt, alle sind 
neu. Aber die Klarheit und Consequenz der glie- 
dernden Prinzipien ist jedem bald so gegenwärtig, 
dafs er keine Definition lesen kann, ohne jene zu« 


gleich mit aufzuschauen. So ist ein wichtiges Mo- 


ment der Kürze gewonnen. Die Wahl der Synony- 
me, die Form der Beschreibungen, der compen- 


diöse, doch wohlgefällige, nur, leider! nicht ganz ° 


correcte Druck, die möglichste Kürze des lateini- 
schen Ausdrucks vollenden, was Bequemlichkeit und 
Sparsamkeit der Leser fordern können. Für die Sy- 
nonymik hat der Verfasser alles Bekannte benutzt; 
er ist auf die bisher vernachläfsigten Alten 'mit Er- 
folg zurückgegangen, und kann sich in Hinsicht auf 
die ‚Spätern rühmen: „Nullam pro nova venditatam 
speciem, apud Schäffer, Bulliard, Batsch, Bolton, 
Sowerby, Holmskiöld, in Flora Danica etc, nisi 
lapsu ealami, omisi. Reliquorum auctorum species 
plurimas extricavi, Schumacheri aliorumgue ex au« 
ctorum iconibus ineditis cognosco, Tantum species 
Fillarsü et Oltonis oh mancas descriptiones parum 
eurare potui.“ Ein Mangel scheint das Uebergehen 
der Synonyme im Register, den der Verfasser aber 
dadurch entschuldigt, dafs eine solche Erweiterung 
des Registers dieses fast auf zwei Drittheile des 
‚Werks. selbst ausgedehnt haben würde. Fr ver 
spricht dafür, (und möge es doch ja erfüllen!) einen 
in chronologischer Ordnung abgefafsten kritischen 


Commentar über alle mykologischen Werke, der 


die Stelle einer Bibliotheca mycologica vertreten 


77 


und bei dem Gebrauch jedes Kupferwerks zur Hand 
genommen werden könnte. Den Reichthum des 
objectiven Inhalts zu erweisen, führen wir aus dem 
Paragraphen, der das Geschichtliche der Gattung 
dgarieus begreift, Folgendes an: C. Bauh. nennt 
60 Arten, — Tournefort hat 2 Gattungen und 87 
Arten, Micheli 6 Gattungen und fast 800 Arten, — 
Linne zählt 3 G. 50 Ar, — Gleditsch 2G. 44A,— 
Persoon in der Synopsis 9 G. 685 A., — Link 
15 G. — Fries 4 Gattungen des ersten, 4 des zwei- 
ten Rangs, über 1000 scharf bestimmte Arten und 
eben so viele noch zweifelhafte, die vorläufig aus 
Mangel hinlänglicher Beobachtung zu, anderen be- 
kannten Arten gezogen wurden. 

Durch diesen wohlgenährten Leib zieht sich 
aun, wie eine unsichtbare Seele, ohne den, der 
sich des Systems nur als Register bedienen will, im 
geringsten zu stören, der darin verkörperte Geist 
des natürlichen Systems, der sich bei der Eröffnung 
der Einleitung mit Linne’s Worten ankündigt: 
Systema naturale Botanices Finis. Die Einleitung 

selbst giebt ihn auch als das Principium Botanicks zu 
erkennen, und wenn sich die Abtheilungen des Sy- 
stems einerseits auf zufällig scheinende Formen und 
Theile der vorhandenen Pilze gründen, so fliesen 
diese auf der andern so unmittelbar mit gleichen 
aus einer höheren Naturanschauung geschöpften Ur- 
differenzen zusammen, dafs man eben so gut sagen 
könnte, das System des Verfassers selbst sey aus ei- 
ner philosophischen Construction, als, es sey aus 
einer empirischen Abstraction hervorgegangen, ‚Die 


76 


Einleitung ist bestimmt, den Leser hierüber zu 
orientiren, und wir wollen nun versuchen, ihr in 
einigen Hauptzügen zu folgen- Da sie selbst aber 
nur ein, fast mit Wortkargheit geschriebener Aus- 
zug aus der ideenvollen Naturanschauung des Ver- 
fassers ist, so müssen wir im Voraus für manche 
fühlbare Lücke dieses Versuchs die Nachsicht unse- 
rer Leser in Anspruch nehmen. 


I. Von dem Bau des Systems. 


‘Wenn die künstliche Methode einfache Reihen 
sucht, so mufs dagegen das natürliche System sich 
bewußt seyn, dafs es nicht blofs auf die Differenz 
des einen Besonderen vom andern Besonderen füh- 
ren, sondern dafs es vielmehr durch die Stelle jedes 
Einzelnen zugleich seinen ‘Character oder die Art, 
wie es im Ganzen ist, ausdrücken solle. Da jedes 
Besondere, als Besonderes, nur durch seine Form 
ist, das Ganze aber nur als alle Besonderheiten Exi- 
stenz hat, so muls die Stelle dadurch für das Beson- 
dere charakteristisch werden, dafs sie zeigt, wie 
die besondere Form des Einzelnen die Verhältnisse 
desselben zu allen andern Besonderheiten, oder zur 
Existenzform des Ganzen, ausdrücke, So ist die 

“ Species die einzige fixe Idee der Natur und für sich 
ein Besonderes und Gesondertes, Was aber dem 
System angehört, als Sippe, Ordnung, Classe, ist 
zur in seinem Centrum geschlossen, durch die Pe- 
ripherie aber in der harmonischen Berührung mit 
dem Ganzen, indem es dieselben Relationen, durch 
welche das Einzelne seine Form erhält, wieder in 


79 


mehr oder weniger hervorgebildeten Einzelnheiten 
(Individuen) ausstrahlt. 

Die wesentlichen Lebensverhältnisse eines Orga- 
nismus sind aber in demselben dargestellt als Orga- 
ne, woraus folgt, dafs sich die Glassen des natürli- 
chen Systems in ihrer Sonderung verhalten müssen , 
wie die Organe. Jedes Hauptorgan, ein Grundver- 
hältnifs des organischen Reichs andeutend,, bestimmt, 
eine Classe, 

Da aber in jedem Einzelwesen eines Reichs alle 
Organe, nur in einem relativ verschiedenen Maalse, 
der Ausbildung (in quantitativer Differenz,) sind, so 
drückt sich in dem so gestellten Ganzen der Classe 
wieder das individuelle Ganze durch die relative 
Stufenleiter der Herrschaft der übrigen Organe un« 
ter dem Grundeinflußs des waltenden Organs aus; 
das nächst diesem mächtige Organ bestimmt die 
Ordnung, das dritte eine dritte Stufe, u, s. w. So 
stellt das natürliche System in jeder Classe alle an« 
deren, in allen zusammen die „allgemeine Harmos 
nie der Charactere , d. i. die Ferwandtschaft“ dar 
Durch die Stelle, die jedes Einzelne in seiner Classa 
einnimmt, wird sein Verhältnifs zu allen übrigen 
bezeichnet, und hätte man z. B. in einem Reiche 4 
Hauptorgane, Ar B. C. D., so würde durch die 
Formel ArC D B in der Classe A die Ordnung G 
die Eigenschaften der dritten Classe, die Stufe D 
wieder in dieser Ordnung die Qnalität der 4. Classe, 
endlich die Stufe B dieser Siufe wieder die der % 
Classe hervorbilden, so, dafs A A A A die 4 ersten 
Stufen in ihrer Unterordnung bezeichnete. - Wir 


. Bo 


‚mufsten an diese Bestimmungen, worinn der Ver 
fasser Okens Vorgang folgt, ausdrücklich erinnern, 
‚weil die Art, wie er an die hier allgemein bezeich- 
‚neten Stellen bestimmte Zeichen setzt, eine derschön- 
sten Seiten seines Systems ausmacht. 

Ein Hauptsaiz, welcher aus dieser. Gonstruelion 
des Systems folgt, ist, dafs jede Classe, und so jede 
weitere Abtheilung, in derjenigen Unterabtheilung, 
die ihren eignen Charakter ausdrückt, ihr Centrum 
habc. Hier sondert sie sich am schärfsten von den 
anderen Classen, hier ist der geringste Wechsel der 
Formverhältnisse im Einzelnen, weil das herrschen+ 
de Organ sich gleich bleibt, bier sind die artenreich- 
sten Gattungen zu Hause, hier siud die Arten einan- 
der am meisten ähnlich. Die peripherischen Stufen 
zeigen sich dagegen immer differenter,, artenarmers 
bestimmter. So bilder Agaricus das Centrum sei 
ner Classe, Daedalea schwankt im Ucbergang, 
jene Gattung ist berühmt wegen der Achnlichkeit 
ihrer Arten, kaum aber lassen sich in ihr, bezogen 
auf das Hauptorgan, das Hymenium, so viele subal« 
terne Gattungscharaktere auslesen, als in der letzte- 

zen, die nur wenige Arten zählt. Klar ist, wie die 
Vebergänge und Vergleichungen in diesem System 
anzustellen sind. Nicht gehen nämlich die oberen 
Stufen einer relativ tieferen Classe in die unteren 
- der nächsten höheren über, sondern umgekehrt, die 
höheren jener in die höheren dieser, und das W& 


sen des Systems beruht‘ sonach auf der Darstellung 


der Parallelen. Folgendes dient zum Beispiel. In 
der Classe der Hymenomyeeten sicht die Ordnung 


81 


der MZymenom. Hymenini im Ganzen höher, als 
die der Hym. Uterini, Darans aber folgt nicht, 
dafs die Gattung Clavaria, welche auf der tiefern 
Stufe der H. Zymen, steht, für sich vollkommner 
sey, als die Gattung Helvella, die auf der Höhe der 
H Üter. vorkömmt, sondern es Äindet vielmehr das 
Gegentheil statt: Wohl aber ist Agaricus, auf der 
Höhe der Aymenini, in sich vollendeter, als Hel- 
vella. Es ergibt sich hieraus von selbst, dafs der 
Begriff der Gattung streng genommen werden müsse, 
aus Prinzipien nämlich, nicht nach dem Bedürfoils 
der Zahl des Systems, wie leider! nicht selten der 
Fall ist. Müchtig unterscheidet der Verfasser vier 
Moditicationen des Gattungsbegriffs von verschiede- 
ner Geltung: 1. Gen. originarium, das ein wesent- 
liches Organ zum Grunde hat, wie Agaricus die 
Lamellen, Ross den Kelch als Fruchtboden etc. 
2. Gen, intermedium,, das 2 reine Genera verbin- 
det, wie Daedalea Agaricus und Polyporus, Ro- 
bresia Carex und Seirpus etc, 3. Cen, subordi- 
nantia, die den wesentlichen Character einer reinen 
Gattung durch Rücksicht auf Nebeneigenschaften 
weiter abtheilen. So gehen aus Parmelia Leca- 
nora, Borrera, Cetraria hervor, aus Anemone 
Hepatica, und Pulsatilla ete.; der Verf nennt die- 
se Stufen Tribus. 4. Gen, aberrantia , die sich auf 
Vermehrung oder Verminderung der Normalzahl 
oder auf andere, der Ordnung heterogene Merk- 
male stützen, - 


82 


II. Bestimmung der Begriffe: Verwandtschaft 
und Analogie. 


Die Natur. drückt in jeder nothwendigen Evo- 
- Iutionsstufe, durch welche sie erscheint, dieselbe 
: Einheit der Idee, welche ihr Wesen ist, au» Der 
"Wiederschein der Idee, wodurch wresentlich ver- 
schiedene Stufen einander abspiegeln, gibt die Rei- 
hen der Analogien, aber die Gliederung, durch 
welche sich innerhalb eines wesentlichen Kreises 
dieselbe Idee entfaltet, erscheint als Ferwandi- 
schaft (aßinitas). Die Hauptsonderung selbst aber 
ruht äuf kosmischen Grundverhältnissen, die sich 
in den wesentlichen Differenzen der Substanz selbst, 
fixirt, enfgegentreten. Wollten wir mit Linne das 
natürliche System einer Landsharte vergleichen, so 
könnten wir die Ferwandischafien als Grade der 
geogr. Länge, die Analogien als Grade der geogr 
Breite betrachten, So sind Sphaeria und Hyste- 
rium verwandt, Sphaerie und Perrucaria aber 
anulog, eben so sind Uredo und Puceinia, Melan- 
conium und Stilbospora verwandt, aber Uredo 
und Melanconium sind analoge Auch bei höheren 
Vegetabilien fällt dieser Unterschied in die Augen: 
‚Verwandt sind 


Calieiflorae Thalamiflorae 
Rosavese Pa Banunculaceae 
Salicariaeı v0.» analog Papaveraceae 
Leguminosae . , mit . . Crueiferae 
Frangulaceae . . ee. . Berberidese 


Portulacceae, Cras-| . ._ Caryophyliacese 
sulaceae. et Droseracene ec 


83 


III Fon der Verwandtschaft und Verschieden- 
heit des Pilzreiches, 


Hier bricht überall die schönste Durchschau- 
ung Ues Gebiets hervor. Wir dürfen nur Weniges 
ausheben. Wie dasganze Gewächsreich in 2 Haupt- 
gruppen, Cotyledoneae und Acotyledoneae, zer- 
fällt, so trennt sich die der letzteren wieder in 
zwey Hauptglieder, von denen das tiefere die dnan- 
 drae Link, — Pilze und Algen, — begreift. Nie- 
mand aber wird durch dussere Merkmale der 
Form beyde, Pilze und Algen, zu sondern vermö- 
gen, so wenig als wir im Stande sind, die vegeta- 
bilische und die animalische Monas der Form nach 
zu unterscheiden. Der allerdings sehr bedeutende 
äussere Unterschied , dafs bei den Algen der Thallus 
wesentlich, die Fructilieation aceidentell, bei: den 
Pilzen aber das Ganze selbst, Frucht und Thallus, 
aur accidentell sind, ist selbst doch nur relativ und 
vergleichungsweise zu verstehen. Aber das wesent“ 
liche innere Moment .der Vegetation bestimmt den 
Unterschied: die Algen (Protophyta) bedürfen der - 
Dammerde nicht, Wassergeborne, steigen sie als 
Flechten, erstarrend, ans Land. Algen und Flech- 
ten sind unter sich wandelbar. (Wir möchten auch 
hier die ursprüngliche und prästahilirte Wandelbar- 
keit behaupten, die sich recht gnt mit dem Gesetz 
der Aflinität verträgt, dagegen wir die zeitliche und. 
endliche Verwandlung in Zweifel zichen, nicht, in 
so fern sie in der Erscheinung beobachtet wird, 
sondern in wiefern wir das Uebergchende fälschlich 


04 


für ein Fixirfes nehmen und den UVebergang für zu- 
fällig halten, da doch das Uebergehen mit zu seinem 
"Wesen gehört, ‘obwohl es durch äussere cosmische 
Einflüsse gehemmt werden kann, wie ja viele Saa- 
men im Keimen sterben, viele Pflanzen vor der 
Blüthe, — viele Mooskotyledonen nicht zum Moos 
aufsteigen, sondern als Conferven ausgehen u, s. w. — 
Die Pilze, (Hysterophyta) setzen die Vegetationen, 
voraus und gehen aus dem Untergang derselben her- 
vor; sie heben alsa eine neye Reihe an, wie die En- 
tozoen unter den Thieren, und wie sich die Infuso- 
rien zu jenem verhalten, so verhalten, sich die Mu, 
cedines zu den übrigen Pilzen, Wo der mit Liche« 
nen besetzte Ast fault, stirbt der Lichen, keimt den 
Pilz. Aber zwischen Algen und Pilzen bildet die 
Natur, nach dem gleichen Gesetz vor und rüickschrei- 
tend, eine Analogieenparallele. Wir wollen diese 
Reihen ausziehen: 


Fungu Algas 
Epiphytae, Mucedines, ı Chlorococcum, 
Gymnosporangium, Nostoec, 
Geotriehum, Diatoma, 
“deremonium, Waucheria, 
Syzygites Ehrenb,, Zygnema, 

Byssus, - Öseillatoria , 
Dematium, Seytonema; 
Alternaria, Lemanee, 
Plegmatium, - | Ceramium , 
Arlosiroma ,  Codium, 
Antline, Zonaria, 


Rhizomorp ha, Fucus, 


3 


Lichenes 


Tonisporium, Lepraria, 

Apiosporium, Coniangium Fr,, 

Tubercularia, Calieium, 

Sulbum, Coniocybe, 

Thelebolus, Pyrenotea Fr. (Verrur, 
leucocephala), 

Sphaeria, Verrucaria, 

Hysterium, Graphis, 

Phaeidium, Limboria, 

Peziza, Biatora Fr, (Lecideue 

Apothec. coloratis), 

Clavaria, Basomyces, 

Tremella. Collema etc 


| IV. Hauptabtheilungen der Pilze, 


‚Mit dem Untergange der Vegetation beginnt der 
Pilz als Exanthem ; die höchste Evolution seiner 
"Bildung ist da, wo die Form der früheren Vegeta- 
tion, in Dammerde gelöst, untergeht, Wasser und 
Erde, vereint, sind sonach, wie die Grundlage der 
Vegetation überhaupt, so auch das reproduelive 
Moment der Pilzbildung, Die determinirenden Ein- 
flüsse sind Luft, Wärme, Licht, und durch diese 
vier Momente der Bildung werden aus dem inzer- 
sten Grunde des "Werdens hervor 4 Pilzklassen ange- 
legt, die sich wie die reproductive Erde, Luft, 
Wärme, und Licht zu einander verhalten, und 
zwar nicht blofs symbolisch, sondern wesentlich, 
indem jeder vorherrschende determinirende Einflufs 
in harmonischen Verhältnissen mit den dadurch 


86 


nicht ausgeschlofsnen übrigen, ein Organ der Fru- 
ctification,, die das Wesen des Pilzes ist, zur cha- 
rakteristischen Form bestimmt: die ursprüngliche 
Reproduction der Erde die Sporidie, als monadi- 
sche Blase oder Pflanzenatom (Pollen), — die wal« 
tende Luft den Faden, das Pflanzenhaar, die frey 
wachsende und gesonderte Zelle, die Faser endlich 
des Byssus, als bestäubtes Pistill, — die Wärme 
dehnt und vervielfältigt das Wachsthum zur Peridie 
(Uterus), die mehrere Sporidien und auch wohl 
Fäden einschliefst. (Die Pilze dieser Form wachsen 
gröfstentheils aus dem gelösten, milchigen Safte der 
Fäulnifs, sie entsprechen auf tiefer Stufe den Drü- 
sen, auf ihrer Höhe Kapseln), — das Licht erzeugt 
das Hymenium, den offnen Saamenboden, dem die 
Frucht eingesenkt ist, die Einheit des Blumenbo- 
dens, der Blume und der Frucht, oder ein freyes 
Saamensystem. 

Wie nun aber Sporidie, Fäden, Peridie und 
Hymenium die ursprünglichen bildenden Momente 
darstellen, so sprechen selbst wieder die Standör- 
ter die Form der vier Hauptorgane aus. Die Epi- 
phyten treten, als Sporidien, aus kranken Pflanzen- 
leibern hervor, — mit der nassen Fäulnifs hebem . 
sich Schimmelfäden in die Luft, — Peridien wach- 
sen, wo die Fäulnifs erwacht und ‚wieder, durch, 
Austrocknen; Äxirt wird (Xylari), — die Erd- 
schwämme bilden an der Erde, wo die Dammerde 
wird, das Hymenium (Geogenii). Die höhere Stufe 
jeder Classe steigt tiefer zur Erde herab, die tiefere 
uähert sich mehr dem Parasiten und dem Exanthem- 


87 


So durchdringen sich demnach die Classen, wie 
man auch den Standpunkt nchme: 


A. B. C D. 
Nach kosmischen Momenten : 
Protomyce- |Fungi agrei,|Fungi calo-|Fungi lucis, 

tes, ris, | 
Nach Hauptorganen: 
Coniomy- |Hyphomy- \Gasteromy-| Hymeno- , 
cetes, ceies, cetes, mycetes, 


Cellulis dis- 


Nach dem innern Bau: 


Cellulis dis- 


Cell, concre- 


Cell, concre- 


eretis solu-| eretis con-|tis, discretis] tis, Ffrueti- 

tis, tiguis, centrahibus, | feris super- 
‚Fleialibus. 

Nach der Bedeutung der Organe: 

Pollinares, |Pistillares, |Capsulares, |Reccpiacu- 

lares. 
Nach dem Standort: 
Epiphyti, ]|Mueedinei, IXylarii, |Geogeniz, 


Für die Richtigkeit dieser Vergleichung spricht 
noch, dafs die höheren Gebilde in ihren verschiede- 
nen Alterszuständen alle Formen der tiefern durch- 
laufen, Die Sporidien der Hymenomyceten sind 
an sich Coniomyceeten, (entophytische), — 'erschei- - 
nen keimend als Hyphomyceten (Mucedines), glei- 
chen geschlossen den Gasteromyeeten, und ireien, 
nachdem sie aufgegangen, endlich als Hymenomy- 
eeten hervor. Mit Grund wird hiebey, gegen 
Nees von Esenbeck erinnert, dals er geirrt habe, 


85 


wenn er die Seleromyeeten (seine Kernschwämnme) 
wegen ihrer Analogie mit den höheren Lichener 
von den Gasteromyceten trennt und sogar über die 
Hutschwämme stellte Wie von den Gasieromyce« 
ten nur die Mucedines mit ihren dussern Sporidien 
eingeschlossen würden, so: seyen dagegen die Sole- 
romyceten nur Hüllen entosporischer Byssen, d.i. 
Schläuche; Gasteromyceten und „Scleromycetem 
fallen sonach in eine Reihe, 

N. v. E. wird dagegen vielleicht noch erin- 
nern: ı) die Existenz innerer Sporen bei Byssen, 
die er jetzt nicht mehr verwerfen, aber auch noch 
nicht behaupten möchte, sey ihm damals, als er 
seinen Versuch aufstellte, noch ganz unbekannt ge- 
wesen, 2) Er habe daher keine Bildung vorausse- 
tzen, sondern aus dem Stroma eben so die Entlul- 
tung einer die Sporidie innerlich zeugenden Reihe 
aufsuchen wollen, wie ihm aus der Blase des freyen. 
Sporidiums eine fast stetige Evolution bis zum Bauch- 
pilz, (der die Sporidie nicht aus sich, als Theil sel= 
nes Leibes, hervorbringt, sondern nur als gleich- 
reitiges Gebilde umschliefst,) vor Augen gelegen 
habe, 3) So habe allerdings wieder die Entfaltung 
des Hutschwamms durch die Pezize zur Verschlos- 


senheit des Kernschwamms geführt, So wenig aber 


der Fruchtknoten an sich höher zu achten sey, als 


die Anihere, oder als die Blume in ihrer Entfaltung. 


sondern wie er vielmehr für die Wirklichkeit der 
Entfaltung, seiner Verschlossenheit wegen ; tiefer 
stehe, als jede peripherische Bildung, und nur in 
der Möglichkeit, ein vollständiges Pflanzenleben 

. neu 


ee) 
neu anzuheben, vor allen früheren Knospen etwas 
voraus habe, so sey ihm auch der Kernschwamm 
als ein Endglied einer anderen Wachsthumsrichtung» 
und mehr als ein Analogon der Bauchpilze, als in 
Verwandtschaft mit demselben, erschienen; daher 
auch die Vergleichung der letzteren mit Fruchtknor 
ten, der ersteren mit Staubbeuieln nahe gelegen 
habe. Nahe liegt da allerdings auch die von Herrn 
Fries aufgefalste Verbindung beider Extreme zur 
Einheit, und mehrmals schon hat selbst Nees », 
Esenbeck von der Eintracht dieses Gegensatzes aus 
die an seiner Eintheilung vermilste Symmetrie zu 
vertheidigen gesucht, ob er gleich keineswegs der 
Meynung ist, dafs die Varstellung numerischer Sym- 
metrie da, wo die Producte sich zur Einheit ansglei- 
chen können, mit in das Prinzip der Classification. 
eingehen dürfe, wenn sich diese nur wieder in die 
elementarischen Momente gesetzlich auflösen läfst. 

_ "Wenn der Herr Verfasser das Mierologische des 
Characters der Schläuche bei den Kernschwänmen, 
die Leichtigkeit, sich bei mikroskopischen Untersu- 
chungen zu täuschen und zu sehen, was man sucht, 
als Gründe gegen die Geltung dieses Characters mit 
in Anschlag bringt, so liefse sich dagegen bemerken ; 
jedes wesentliche Organ und. jedes wesentliche Bil« 

_ dungsmoment eines solchen Organs sey durch seine 
blofse Existenz mit in die Bestimmung der Stufen 
cs Systems aufgenommen; da sich nun die Bedeut» 
samkeit der Organe nicht wie die Massen verhalte, 
vielmehr der.Natur überlassen bleibe, ob sie ihre 
wesentlichen Organe, grofs oder klein bilden könne, 


7 


59 


so dürfe auch die Schwierigkeit der Beobachtung 
hier nicht in Anschlag kommen ; überhaupt werde 
gewifs der Verfasser mit dem Rez denen entgegen- 
treten, die da behaupten, man dürfe, aus subjecti- 
ven Gründen, etwa um das Gedächtnifs nicht mit 
Namen zu belasten, oder um mit dem Auffinden 
der Charactere leichter wegzukommen, gewisse sub- 
tile Gattungen und Arten nicht aufstelleg. Nur das 
Princip entscheidet, und hier gilt buchstäblich : fiat 
jüstitia et pereat mundus! dafs man durchs Mikro- 
skop leicht seine eignen Mucken sieht, ist wahr, 
aber wer einmal in ein System festgerennt ist, sieht 
sie ohne Mühe auch in dem Elephanten. Wichtiger 
scheint uns dagegen die Bemerkung, dafs die 
Schlauchbildung bei tiefen Kernschwänmen hei 
Bostrychia , Sphaeronem« etc, fehle, oder dach 
nicht zu bemerken sey, bei höheren dagegen sieh 
verdoppele. Nees v. Esenbeck hat. dieses. früher ir- 
gendwo selbst anerkannt, aber es mag ihm, dabei 
noch die Erwägung aufgestiegen seyn, wie die tick 
sten Grenzen nicht mehr auf der Form heruhen, wie 
sich in den Kernschwämmen das Reich der Thece- 
tue gleichsam auf das Atom eines. Fruchtkanotens. zu- . 
zückzieht,. und dafs es hier, wie die Pflanze in der 
Bildung des neuen Keims, an die tiefste Grenze 01 
ganischer Lösung intensiv hinabsteigt, Extensiv SsB- 
hen wir etwas Aehnliches „ wenn die aufgelöste ho- 
mogene Masse des modernden Holzes zum zarten 
Bauchpilz gerinnt. 

Nach der Idee einer fortschreitenden Entwick- 
Jung theilt sich das Centrum jeder Glasse „während 


91 
die Peripherie in Stralen die Beziehung zum: Ganzen 
herstelit, selbst wieder in zwey Reihen, — eine 
uniere, die zur vorhergehenden Classe hinabsteigt, 
eine obere, die zu der folgenden hinanstrebf. 

1, Die Coniomyeeten spalten sich in, die Einto= 
phytender lebender und der erstorbenen Pflanzen, 
(und drücken eben durch die erstern aus, dafs sie, 
als der Anfang und das relative an sich. dieses Ge- 
hiets, nicht mehr zu einem Anderen desselben Gebiets 
zurückgehen, sonderz, in ein fremdes Reich, in ei- 
ne andere Welt ursprünglich versunken sind, auf 
die der ganze Stamm. des, Pilzzeichs, als ein. verzeh- 
render Brand, ausgesäet ist, Anm. des Rez,) 

2. Die Hyphomyceten tgennen sich abwänts. als 
Mucedines oder H. solnsport, aufwärts als Byssı 
oder H. entöspori. 

3. Die Gasteromy.celen sind abwärts, mit eis 
nem Rerertaculum partiale astosporum, (Capilli- 
tium Plocci, Pappus), Trichomyei Parsı, Gasten 
romyci,sensu strieliori, — aufwärts, mit recepfacus 
culis proprüs entosporis (asci, thecae,) — Scleromyci, 

4. Die Hymenomyceten endlich erblioken wir 
ubwärts mit gestüigtem Träger, als Keulenschwäm“ 
me, (elavati) — aufwärts, mit deckendem und 
waagerechtem Träger, als, Hutschwämme, (pileäti)s 
Die Gebilde der unteren Reihen sind weicher und 
yärten, sie stehen mehr unter dem Einflusse desjeni- 
gen kosmischen Moments, dem die vorbergshende 
Classe gehoxcht, Z. B, die IMuesdines unter der 
reprodustiven Erde, die Triehomgreetes. unten dem 
Rinfiusge der Ipik, m. m we; m die der oberen 

7 E 


02 
Reihen sind fester und hbleibender, aber schneller in 
Auflösung ersterbend (wobei ja die Form zum Theil 
bestehen kann), Sie drücken das eigenste Wesen 
des kosmischen Moments ihrer Ordnung aus, 
Aus dem nun folgenden Conspectus systemalis 
wollen wir die vierte Classe, Eiymenomycetes , 
‚ausheben, weil sie zugleich den gröfsten Theil des 
Inhalts dieses ersten Bandes, der mit der Gattung 
Pistillaria schliefst, vor Augen bringt. Der Verf 
verfolgt nämlich in dem Werke selbst den umge- 
kehrten Weg seiner Disposition, die vom Einfach- 
sten und Tiefsten zum Höheren hinansteigt- —- Wenn 
wir im ersten Abschnilte eines allgemeinen Aus- 
drucks für die Parallelismen der Classen, Ord- 
nungen u. 8. w, gedacht haben, so können wir nun 
bier mit Herrn Fries den Buchstaben der Formel 
ABCD andere substituiren, die für sich eine 
der 4 Classen bezeichnen. C. heifse Coniomyeetes, 
M.. Hyphomycetes (Mucedines), U. Uterini, seu 
Gosteromycetes, H. Hymenomycetes. E, (Ento- 
phyta) sey mit C. gleich, X. (Xyjaria) mit einem 
Theil von U, — G. (Geogenii) mit H, so wird jede 
Combination dieser Buchstaben ein Verhältnifs aus. 
drücken, in welchem der erste Buchstabe den Cha- 
zacter der Classe, der zweyte den der Ordnung etc. 
ete, angibt. Stufen innerhalb der Ordnungen wer- 
den’ durch die Zahl ı (oder auch durch den Strich 
zB. MM!), und 2 bezeichnet. Wir hätten ge- 
wünscht, dafs sich der Herr Verf nur an die 4 
'Normalbuchstaben gehalten und die Buchstaben E» 
X, und G. ganz weggelassen hätte, denn was die 


letzteren, als eigenthümlich, hinzubringen,, bezeich- 


net schon die Stelle der entsprechenden Hauptzei- 
chen zur Genüge. 


Classis IF. Hymenomyeetes, 


Char. Hymenium, h. e. Fungus mox apertus, 
sporidiis in superficie nidulantibus, in perfectiori- 
bus ascis inclusis. Sporangium componitur fere ,- ut 
in Gasteromycetibus, sed cellulae discretae (Spori- 
dia) ad lucem tendentes superficiales; hinc hyme- 
nium nunquam rumpitur *). 

. Repetuntur primo antecedentes classes, prius 
quam ad centrum attingimus. 


Ord, I. Sclerotiecet (HE) Hymenium cum 
recepfaculo carnoso sporidiisqgue confu- 
sum **). Asei nulli. 


*) Inter Protophyta Filices Hymenina et Musei 
Uterina vel capsularia. Ulterius non adscen- 
dit analogia fungorum. Numerus vero fun- 
gorum reliquorum plantarum verosimile ma« 
jor derivatur ex unius cujusvis organismi nisu 
reproduetivo ejusque multipliei modificatione 
ex elementorum varietate. 5, Sphaeriae Sorbo 
Propriae, 5, Pyrenomycetes Vaceinio vitis ide- 

aepivriesp. i 

*) In Systemate nafurali construendo nil anti- 
quius erit, quam observare, utrum parties 
discretae, an concretae, Apud inferiores ea- 
dem oecurrere solent organa, modo nondum 


94 


Ord. HI, Tremellin! (HM) Ey. eu 'receptaculo 
‚gelatinoso confasum. Sporidia disereta. Asci 
nulli, 


— II. Ulerini (H U) Hymexium-distineium, su- 
perum märginatum. (Feceptaculum urceo 
latum vel reflexum semper inferum). 


— IV. Hymenini (H H) Hymenium_ distinetum 
superum immarginatum velinferum. (Re- 
cöptaculum elöngatum 'vel 'expansum 'sü- 
perum). 


Drd. 4. Selerotiacei. Semina terrae Nees! 
Genera: 1. Erysiphe Dec. (HE E). 

— 2, Rhizoctonia Dec. (H EM). 

3. Scelerotium Tod. (H E X). 

— 4 Tuber. Mich. (H E o. 


Forma subglobosa, polis nullis discretis, inde 
Ulmnes parles conlusae. 


Ord. II. Tremellini. Fungi aörei. Nees p. 15% 
Genera: 1. Agyrium Fr. (H ME). | 
0 2. Daoryomyces Nees. (H M M). 

= 3. Tremella Roth. (EM X) 
— 4 Hygromiüre. Nees (H MG) 


“nk da 


explioala. E parfibüs Goneretis ‘omnes Irre“ 
gularitates oriuntur, v. g. Corollarum e. 5 P- 
An Compositae sint Umbelliferse coxeretae? 


08 
Typus Apyrii est Trem. cinnabarina, Restant 
genera intermedia. 


Ord. II. Üterind — Uter, ealyeini, Nees p. 258, 


. Genera: ı. Cyphella Fr. (H U E). 


— 2. Solenia Hoffm. (H UM) 

— 3. Peziza (H U U) 

— 4. Mürati (H U HM). GE p. 598. 

Düo priora genera ascis destituta *), Pezizk 
abit in duas series, ascis fixis et liberis, etlam sub 
genera ndmittit: Stidtis est Epiphytum (Of, Acci- 
dium) Byssisedae (M), centrum (X) Aleuria (6) 
es p. Sie et Mitrati. 

Ord. vH ymen, ini. Regnimycetoidei fastigiunng 

-Subordo I. Clavati» Fries Syst, P: 461. 
Genera: ı, Pistillaria Fr. (u u E) 

— 3. Spathularia P, (H H! U), 

un ke Clavaria Yaill (HH! GC) 

Suhordo, It.. Pileati Fr, Syst. P. 8. ABb. 461, 
Genera: 1. Thelephora Ehr. (H H* E). Lejostromat 

2, Hydnum L. (8 H* M). :Diopogon! 


— — 

*) Non tauten separo, "Eodem Miodo inter platı- 

tas Vasculares, quarum ‚singula series e pläli- 

tis äquaticis ascendit, infhmae vasis subde- 
stitutae. a 


6 


« 


Genera: 3. Polyporus Mich, (H H* X). Apus! 
— 4. Agaricus L, (HH? G). 


Vor der speciellen Ausführung jeder Classe geht 
‘die kurze wesentliche Charakteristik derselben her, 
erläutert nach ihrer entwickelten und nach ihrer 
worbildlichen Forih, ferner durch Hervorhebung 
der Differenz von den übrigen und durch Bestim- 
mung ihrer auf- und ihrer absteigenden Reihen, 
Dann folgt ein Conspeetus ordinum. Jede Ord- 
nung wird durch folgende Rubriken eingeleitet: 
A. Status naturalis; B. Status aberrantes ; C. Af- 
‚Finitates; D. Historia; E. Patria; F. Vires ef 
Usus; G, Synopsis generum; H, Dignitates; I, 
Critica. Alles dieses kurz, aber ungemein reich- 
haltig, so dafs man z. B. auf den 5 Seiten, die der 
Einleitung in die erste Ordnung der Hymeriomyce- 
ten, die Pileati, gewidmet sind, schwerlich eine 
wesentliche Seite oder Thatsache vermissen wird. 
Man sieht aus Allem, dafs Decandolles treffliches 
Tegnum vegetabile hier nicht unerreichtes Muster 
gewesen ist, Auf ähnliche Weise, wie die Ordnun- 
gen charakterisirt werden, haben auch die Gattungen 
selbst vortreffliche Entwicklungen ilfres natürlis 
chen Characters, ihrer Abweichungen , ihrer Ge- 
schichte, Unterabtheilungen u 6, ws, welche gleich- 
falls ein kritischer Blick auf das eigne wie auf das 
fremde Verfahren in Bezug auf diesen Gegenstand 
schliefst. 
Nachdem alle Species einer Ordnung abgehan- 
delt sind, folgt noch eine „Hevisio Ordinis,“ wel 


"97 
che iheils von den Gründen und Grundsätzen man- 
cher Anordnung ausführlich Rechenschaft gibt, theils 
.in das innere Verhältnifs des Ganzen leitet, theils 
Ideen zu möglicher Verbesserung anknüpft. ı Bedarf 
es noch mehr, um zu zeigen, wie reich und voll 
hier der Quell der Belehrung überströmt ? 


NvE, 


% De plantarum classificatione naturali, disqui- 
sitionibus anatomicis et physiologicis stabilien- 
da, Commentatio qua valedicit Dr, Aug. 
Fr.Schweigger. Med. et Bot. Prof. Regio- 
mmonti 1820. (32 Seit. 8. und 3 Tabellen.) 


Der letzten literarischen Arbeit des unglückli- 
chen Reisenden wollen wir seinem Andenken- zu 
Ehren eine weitere Aufmerksamkeit schenken, wie 
sie es auch wirklich ihrem interessanten, nur zu 
kurz durchgeführten Inhalt nach verdient. Schon 
längst, sagt das erste Kapitel, haben die Zoologen 
als Fundament der natürlichen Anordnungen der 
Thiere die vergleichende anatomische Beschaffenheit 
der Organe angenommen. Nicht so die Botaniker; 
' hieran seye der Mangel phytotomischer Beobachtun- 
.gen und namentlich monographischer Untersuchun- 
gen einzelner Ordnungen und Familien Schuld. Auch 
befolgte man hei der natürlichen Anordnung der 
Pflanzen in der Hinsicht ganz andre Grundsätze; 
dafs man einzelne für vorzüglich wesentlich gehalte- 


ga 
ne Theile zum Eintheilungsprinzip der Ordnungen, 
und Familien und dieselben wieder zum Anord- 
nungsprinzip- der Unterahtheilungen wählte, da ' 
hingegen die Zoologen mit Recht für einzelne Ord« 
nungen ganz verschiedene Organe zum Eintheilungs- 
grund wählen. Würde man es nicht für Verirrung 
nehmen, wenn ein Zoologe die natürliche Anord- 
nung des Thierreichs auf die Structur der Genita- 
lien und die Art der Schwangerschaft bauen wollte; 
und doch nehmen es die Botaniker fast als Gesetz 
an, dafs der Grad und die Charactere der Verwandt« 
schaft der Pflanzen von Blume und Frucht herge- 
noinmen werden müssen. Die Entschuldigung, dafs, 
von der Structur eines Theils die Entwicklung dern 
übrigen abhänge, und dafs Blume und Frucht aol- 
che Haupttheile der Pflanze seyen, gilt eben so we- 
zig, als wenn die Zoologen aus ähnlichem Grunde 
Wirbelhäute und Kopf als 'Haupteintheilungsgrund 
in Hem ganzen Thierreiche betrachtet wissen wollten 
Unstatthaft seye auch der Grund, dals Blume und 
Frucht vorzüglich unwandelbare Charactere liefern, 
deun Eben so heständige lassen sich von der Aus- 
theilung der Gefäfse, der Vernation und dem, 
 Wathsthum hernehmen. Während die Zoologen 
vorsüglich die'Uebergänge der Bildungen aufsuchen, 
suchen die Bdtäniker nur unterscheidende Merkmale» 
Die Botaniker vernachlässigen tiher ihrem Mühen, 
das Aufiiäden der Pflanzen im Systeme zu erleich» 
tern, die anatomische und physiologische Untersu“ 
chung als für diesen Zweck zu schwierig, aber et 
was anders seye ein Index, etwas auders ein Sy- 


! 


L2 

95 
stem; jenen habe die Linneische Anordnung geliefert 
und mehr seye zu jener Zeit nicht nöthig gewesen, 
jetzt aber seye ein Repertorium der anatomische... 
ünd physiologischen Beobachtungen (aber dafs es 
Jaran fehle, darüber klagt ja eben der Verf.) Be- 
dürfnifs, und dieses werde ein natürliches System 
geben. Endlich seye es kein Einwürf gegen ein 
neues System, dafs die Genera nach Blume und 
Frucht bereits gebildet seyen, denn wahrscheinlich 
würden Pflanzen desselben genus auch bei anatomi- 
scher Untersuchung ihre Verwandtschaft zeigen; 
sollten sich aber Abweichungen ergeben, warum . 
wolle man Untersuchungen scheuen, aus welchen 
hervorgehen müsse, nach welcher Methode die nä- 
heru Verwandischaften zu konstruiren seyen. — Das 
zweite Kapitel beschäftiget sich mit einer kurzen 
Kritik der angenommenen Systeme. Zuerst, von der 
von den Cotyledonen hergenommenen Eintheilung ; 
so natürlich diese seye, so giebt es doch eine Menge 
Ausnahmen, welche sie mangelhaft machen ; es wer- 
den die zahlreichen Untersuchungen von Mirbel und 
Richard angeführt, nach welchen z. B. Cuscuta 
unter die Acotyledonen, Triticum Avena und 4s- 
paragus unter die Dikotyledonen, Cyclamen unter 
die Monocotyledonen und einige Cöniferae unter die 
Polycotyledonen versetzt ‘werden mülsten. Einige 
Nebenunmstände z. B. die verschiedene Lage der Ge- 
fifse in den Cotyledonen nach Desfohtaines, die 
Unterscheidung in Synorhizen und Arhizen nach 
Richard, die Beobachtung, dafs plumula und radi- 
vula in den Monbcotyledonen vor der Keimung nicht, 


100 3 


leicht aber in den Dikotyledonen sich unterscheiden 
lassen, sind, so wenig als einige andre, constante 
Nebenerscheinungen, wodurch die Eintheilung nach 
den Cotyledonen gerettet werden könnte. Es wird 
nun ferner aus den bekannten Thatsachen gezeigt, 
dafs auch die auf Zahl und Lage der Staminum, auf 
die Verhältnisse der Corolle und des Kelchs, oder 
des Albumens zur Lage des Embryo gegründete Ab- 
theilungen ungenügend seyen. Man sieht daher, 
wird im dritten Kapitel gesagt, nicht ein, warum 
nicht eine auf Anatomie und Physiologie gegründete 
Methode sollte in Anwendung gebracht werden kön- 
nen, bei welcher die Pflanzen nach Bildung und 
Function aller einzelnen innern und äussern Theile 
verglichen würden; die nach diesen Rücksichten ge- 
fundene Verwandtschaft lieferte die Norm der Clas- 
sifikation; die Charaetere, nach welchen die Ver- 
wandischaft geschätzt würde, könnten aber in den 
. verschiedenen Glassen und Ordnungen verschiedene 
seya und dürften keineswegs von Blume und Frucht 
allein hergenommen werden. Solcher bisher ver- 
nachläfsigter Merkmale gebe es viele; so könne man 
z.B, Musa und Cannz auch Crinum durch die 
viereckigen Zellen von den verwandten Arten leicht 
unterscheiden. Schon in zartem Alter lassen sich 
Nymphaea, Nelumbium, Euryale, Alisma, Sa- 
gittaria und Aponogelum an Blättern erkennen, 
welche von beiden Seiten in zwey mit dem mittlera 
Nerven der obern Blattfläche parallele Cylinder ein- 
gerollt sind; eben solche nach der untern Fläche 
gewundene Cylinder zeigen Rheum, Rumes, Poly- 


101 


gonum, Coccoloba und verwandte; einen einfa- 
chen Cylinder haben drum, Calla, Dracuneulus, 
Fothos. Kurz es gebe so vielfache-und constante 
“ Charactere, welche zu einer natürlichen Classifika- 
tion benützt werden können, dafs mau nicht nöthig 
habe bei Blumen und Frucht stehen zu bleiben, und 
durch Benützung derselben erhalte man ein leben- 
digeres Bild der Pflanze, auch können durch dicsel- 
ben, Pflanzen ohne Frucht und Blume leichter zu ih- 
zer .Classe nnd Familie gebracht werden. | 
Auf drei Tabellen giebt nun der Verf. einen 
Versuch der Eintheilung der Pflanzen nach den bis- 
her entwickelten Grundsätzen, welcher keines Aus 
zugs fähig ist. Auf diesem Umrisse fehlt nun frey- 
lich der schwierigste Theil, die Classification der Di- 
cotyledonen: Mangel an Zeit und an Beobachtungen, 
welche der Verf. nach seiner Zurückkunft anzustel- 
len im Sinne hatte, liefsen eine weitere Ausfüh- 
zung nicht zu, 
So wahr es nun ist, dafs um ein genügendes 
natürliches Pflanzensystem zu erhalten, die Auflin- 
dung der Bildungsgesetze das sicherste Fundament 
seyn würde, und dafs hiezu vergleichende anatomi- 
sche und physiologische Untersuchungen unerläfsli- 
che Bedingung sind, so ist doch kaum zu hoffen, 
dafs wir so bald im Stande seyn werden, nach die- 
sen Grundsätzen ein natürliches Pflanzensystem 
durchzuführen, und zwar aus folgenden Grün« 
den: die ganze Physiologie der Pflanzen wird. — 
wenn man sie nicht überhaupt sehr einfach nennen 
will == durch einen viel einfachera Appärat und 


102 


durch minder individualisirte Organe bewerkstelli- 
get, als bei den Thieren; fast das ganze Leben der 
Pfllanze beruht auf Reproduktion; diese spricht sich 
aber nicht sowohl durch Individualisirung der Or- 
gane und Functionen aus, als vielmehr dadurch, 
dafs sie allen Theilen innwohnt, ja selbst die zwey 
Hanpfrichtungen der Reproduction: Erhaltung des 
Individuums und der Gattung, sind sogar bei den 
vollkommensten Pflanzen weit weniger geschieden, 
als bei den Thieren ,„ dena Wurzel, Stamm, Zweie 
ge, Blätter, Zwiebel, Knollen, Gemmen dienen, ob 
sie gleich zu den Reproductions - Organen des Indi» 
viduums gehören, oft, mehr zur Reproduction der 
Gattung als Frucht und Blume. Auf der andern 
Seite bleibt die Reproduction der Pflanze, wenn sie 
sich zur Individualisirung erhebt, mehr an der For- 
zaung äussrer Organe stehen, ohne auf gleiche Art 
Verschiedenheit innrer Organe hervorzubringem 
Man ist daher bis jetzt auch blos im Stande grofse 
Haufen durch anatomische Merkmale zu unterschei- 
den, nicht aber diese selhst wieder in Gruppen 
und Familien zu theilen; und wenn gleich anzuneh- 
men ist, der Saame, welcher sich zum Baum enls 
wickelt, werde auch selbst angtomisch verschicden. 
seyn und durch anatomisch verschiedene Organe 
gebildet, als der Saame, welcher sich zur niedera 
Pflanze entwickelt, so. fragt sich doch, ob unsre 
Sinne und Werkzeuge hinreichend scharf sind, die= 
sen Unterschied zu entdecken, — Wir sind weit ent« 
fernt, durch diese Bemerkungen von dem Verfolgen 
des von Schweigger eingeschlagenen Wegs abschre- 


10% 


cken zu wollen; nur mögen, ehe man an solche 
Untersuchungen geht, die Schwierigkeiten wohl 
ins Auge gefafst werden, damit man nicht zu frü- 
he stehen hleibe. In jedem Falle müssen die Re- 
. sultate solcher vergleichend. anatomischen Untersu- 
chungen belohnend ausfallen, denn wenn sie auch 
nicht so bald für den Zweck eines neuen Pflanzen- 
systems werden benützt werden. können, 30 missen, 
sie in physialogischer Hinsicht schr wichtig seym 


5. Icones et Descriptiones noyarum et. minus. con 
gnitarum Stirpium; Auctore J. G. Ch. Lei. 
mann, Med, et Plil, Da ee. eio, Bars I, 
Hamb. ap, Perihes et Besser. ı821. ı Bog. Texiis x 
und ı0 Kupfert, in grofs Folio, 

Bekanntlich gab der Verf im Jahr 181% eimen 

: Prodr. plantar, e familia Asperifoligrum: nucifera- 

zum, Berlin, P. 1.2, heraus, worauf später eine 

ausführliche historia Asperifoliarum folgen sollte. 

Allein der schlechte Gang des Buchhandels in un- 

sern Zeiten machte ein gröfseres Unternehmen die- 

ser Art allerdings bedenklich. Der Verf. entschloßs 
sich daher blos die neuen und weniger bekannten 

Species aus dieser Familie heftweise erscheinen zu 

lassen, was allen Besitzern seines früheren VVerkeg 

gewils sehr angenehm seyn wird. Die zu dem vor 
uns liegenden Hefte gehörigen ı0 Kupferteleln, wek 
che vielmehr den Haupthestandtheil desselben aus- 
machen, indem blos ı Bogen Text mit Definitionen. 
und Citaten aus den oben angeführten -prodromus, 


104 


aus Schultes, Robert Brown, Humboldt ete, etc, 
beigegeben ist, sind von J. BE, Schröder in Leipzig 
in schwarzen Abdrücken trefflich gearbeitet und ent» 
halten folgende Arten: Tab. ı. Echium spicatum. 
T,2. E, acutifolium. T. 3. E. laeyigatum. TAB 
Mertensii« T.5. E. aculeatum. T.6. Tieridium elon® . 
gatum. T.7. Heliotropium erosum. Ts 8. H. polyphyl- 
lum. T.9. Onosma trinervium. T. 10,0. sericeum. 


Zu T. 7. gehört sowohl H. plebejum Herb. Banks, 
welches von v. Buch und Smith erwähnt worden, als 
auch H. canariense Herb, Filld, Zu T. 9. eitirtder V. 
O. strigosum Jumb. so wie auch Lithospermum Jon- 
gifolium Schult: syst. veg. — Anhangsweise werden 
aus Ledebour Commentatio plant. nov. Rossiae meri- 
dien, ex. Asperifol, familia, nachstehende drey neue 
Arten beigefligt: 


. 1, Onosma rigidum; fuberculato -hispidum , caule 
‚ Sesi ramosissimo, foliis lanceolatis eaulibusque 
„stectis, “ 

Habit, in lapid, siccis Tauriae meridionalis inter - 
Jursuph et Nikitam mense Augusto florens. %. 


2. Onosma setosum; tubereulato-hispidum, setis 
patentissimis, caule superne ramoso, foliis sublus gla- 
bris, ad costam hispidis ; inferioribus superne dilatatis, 
superioribus oyatis, nucibus reticulato - rugosis. 


Hab. in planitiebus caucasico caspieis, et prope, 
Astrachan, unde a cl. Blum M, D. accepit Lede-_ 
bour 2%. 2 


3. Onosma polyphyllum; sericeum, pilis prostra- 
tis, caulibus simplieibus eaespitosis, foliis laneeolato» 
linearibus enerviis, margine revolutis, corollis clavar 
tis ore quinque dentato, 


H. in Tauriae merid. rupestrib. praesertim cal- 


caveis. Florens legit ad finem mensis Julii el. Ze« 
debour. 


Driite Beilag 


zur Flora 


oder 
botanischen Zeitung 1820. 


Erster :Band. ; > 


'L Botanische Notizen 

1. Hr. Dr. Weihe: schreibt in einem Brief. aus 
Mennighüffen unterm 25..Mai d. J.: „Ich habe eine 
nene deutsche Pflanze entdeckt, ein Lamium, .das 
äaR'Lämium wesiphalicunm:genawnt und auf folgende 
Art benshntein "habe: Lamium westphalicum; foliis 
eordatis, ineiso - dentatis, basi. cuneatis, in petiolum 
brevem abenntibas, verticillis remotioribus, corollis 
majoribus calycem longe superantibus. , 

Es muls dieses Lamium im System ‚zwischen 
Lamium purpureum und incisum stehen. : 

Es unterscheidet sich von-dem ihm ‘ähnlichen 
Lamio‘ purpureo durch kleinere, kürzer gestielte, 
an der Basis keilförmige, in den kurzen, breiten 
‚Blattstiel übergehende, am Rande eingeschnitien - 
gezähnte Blätter; durch etwas entferniere Quirle, 
die öft bis zur Basis des Stengels herunter gehen. 
. Von Lamium ineisum unterscheidet es sich 
"durch die kürzer gestielten Blätter und die gröfse- . 
ren Blumenkronen; ‘der: Habitus und die.Art des 
Wachsthums kommen bei allen dreien überein.: Ich 
habe diese Pflanze im April dieses Jahrs anf einem 


8 


106 


Acker zu Steinlake im Kreise Bünde des Bezirks 
Minden auf einem Kleefelde in grolser Menge ent- 
deckt, und biete jedem Liebhaber der Pflanzen- 
kunde instructive Exemplare davon an, 
Nachschrift. 

So eben erhalte ich ein Päckchen Pflanzen von 
Herrn Landrath, Freyherm von Bönninghausen zu 
Coesfeld bei Münster, unter denen sich ebenfalls 
mein neues Lamium westphalicum unter dem Namen 
Lamium Cosfeldiae befindet. Der Herr Landrath 
hat diese Pflanze gleichzeitig mit mir auf Aeckern 
um Coesfeld in Menge entdeckt, 

2. Herr Sieber hat in seinem Pflanzenkataloge 
in.der Flora germanica eine Apargia angeführt, die 
er für nen hielt, und dieselbe unter. dem Namen 
A, canescens Sbr, seinen Tauschfreunden mitgetheilt. 

Hr. Dr. Bartling beschreibt aber dieselbe Pilan- 
ze schon unter dem Namen A. Berinii in der Re- 
gensburger botan, Zeitung 1820; ı. B, 5, 345. Ich 
habe die Diagnose und ireflliche Beschreibung dea 
Hrn, Dr. mit den mir von Hrn. Sieber mitgetbeil- 
ten Exemplaren verglichen, und dieselhe so voll- 
kommen anpassend gefunden, als wenn sie nach 
. meinen Exemplaren gemacht worden wäre, Der von 
Sieber gegebene Name ist, als der jüngere, für ein 
Synonym anzusehen. 

Hr, Sieber fand diese Pflanze ebenfalls wie 
Hr, Abb. Berini am Littorali, so dals also auch 
der Standort übereinstimmt, 


Prag amı ıg. März ı822. 
Joseph Maly, Md. Cand. 


107 


I. Neue Schriften, 

ı) Beiträge zur chronographischen Kenntnils. 
des Flulsgebiets der Innerste in den Fürstenthü- 
mern Grubenhagen und Hildesheim, mit besonde- 
rer Rücksicht auf die Veränderungen, die durch 
diesen Strom in der Beschaflenheit des Bodens und 
in der Vegetation bewirkt worden sind, — Eine 
Anlage zur Flora des Königreichs Hannover, von 
G FE. W. Meyer, ı, und 2. Theil, mit ı illumi- 
airten und ı schwarzen Tafel in Steindıuck, Göt- 
tingen ı822. 8, ’ 

2) Augsburgische Blumenlese, oder systemali- 
sches Verzeichnifs der in der Gegend um Augsburg 
wildwachsenden Pflanzen, als Einleitung zu einer 
Flora von Augsburg. Von Joh. Wilh, von Alten. 
Augsburg ı822. 8®. 

Beide Werke sind der k. botan, Gesellschaft 
als Geschenke für ihre Bibliothek übersendet'‘, und 
das letztere ilır noch besonders dedieirt worden, 

_ wofür sie hiermit öffentlich ihren Dank abstattet 
und sich vorbehält, das weitere, was in wissen- 
schaftlicher Hinsicht über beide. zu sagen seyn 
wird, besonders nachzutragen. 


.3) Magazin der ästhetischen Botanik, von Rei- 
chenbach, 5. Heft enthält Billardiera scandens Sm. 
B. mutabilis Salisb. Myoporum insulare R. Br., Vis- 
cago stellaia R. Gomphocarpus arborescens Rob. 
Br, Glieine sinensis Curt. Psoralea verrncosa W,, Ps, 
aphylla L. 

4) Cryptogamische Gewächse, besonders des Fich-. j 


8* 


108 


} 
“ 


telgebirgs, gesammelt von H. C, Funck, 28, Heft. 
Unermüdet führt der rühmlichst bekannte Hr. Verf. 
fort, neben seinem herrlichen Moostaschenbuch, 
das. besonders reisenden Cryptogamensammilern gar 
trellich zu Statlten kömmt, auelı an diesem schon 
‚ Früher angefangenen Werke, dessen Einrichtung 
hinlänglich bekannt ist, mit unverkennbarem Fleifse 
zu arbeiten, und in dem vorliegenden Hefte fol- 
gende schöne und zum Theil seltene Bürger der 
niedern Pflanzenwelt, in wohlgewäblten Exempla- 
zen dem Pnblico vorzufülren. 566. Polypodium 
calcareum Sm. 567. Gymmostomum sepincola F, 
568. Splachnum Froelichianun Hedw. 569. Grim- 
mia atrata Mielich. 570, Trichostomum sudetieum 
F, 571. Dieranım montanum Hedw, 572. Orthotri- 
chum Sturmii Hopp. et Hornsch. 573. Neckera pu- 
mila Hedw. 574. Timmia austriaca ledw, 575. Bryum 
Zierii Hedw. 576. Jungermannia implexa Schl, 577. 
Batracbospermum Myurus DeCand, 578, Solorina 
crocea Achar. 579. Lecanora rubra Aclıar. 580,. Par- 
melia speciosa Achar, 583. Sphaeria Gnomon Pers. 
584, Xyloma salieinum ‚Pers, 585. Xyloma fli- 
eis Fries, 
W Anzeigen. 

Während der Abwesenheit des Hrn, Sieber, 
welcher neuerdings eine. Reise unternimmt, wird - 
Hr. Max. Opitz die Mitiheilung und Verbreitung 
seiner Herbarien an Liebhaber der Pllanzenkunde 
uniernehmen, an welchen sich in portofreien Brie- 
fen mit Einsendung der Beträge jezt schon zu wel- 
den ist. 


u 


"I 


Inhaltsverzeichniß. 


. An die Lesen de 

Sylloge Plantarum betreffend. 64, En 
U. Anfragen nn 
Filix, über den deutschen Namen desselben, ‚256, 
Hallers Moose betreflend. zıı., 
Methode schlecht getrocknete Pflanze zu Werben. 
sern, 48,. : 

Oxalis corniculata und strieta betreffend, ; ‚aaa. 
Schnee, über rothen,. zLı. \ ; 


'Seeleim betreffend. 240. 


Spaltöffnungen und Schraubengänge der Moose. 18, 


Sphaerocoeens Helminthechortos, . 110: 


HL Ankündigungen und Anzeigen: 
Flörke’s 'Wenttsche Licherreit "368. DE 
Funk’s Meostaschenherbarium betreffend. Big. 
Meyers Sammlung deutscher Flechten. 253.. 

Mutis Abbild. u. Beschreib, südamerikanischer Pflan- 
zen betreffend, 301. 

Oekonomisch - technische Flora von Böhmen; ELTA 

Persoon Mycologia europaeä. ' 22%. 

Reichenbach Flora von Europa. 135, 2 ‘ 

Reichenhach und Schubert Flechten in geirockne- 
ien Exemplaren. 367. . 

Rochels Miscellen und Pilanzenumrisse, 160, 

Sadlers Jcon. plant. rar. Hungariae. 177. 

Sadler und Paner seltene Pilanzen aus Ungarn, Croa- 
tien und Siebenbürgen 64. 

Sieber’s Heibarien seiner Floren werden durch Hand- 
lungshäuser, Buchhandlungen und die Tausch- 
anstalt des Hra. Opitz zugestelt. 384. . 

Verbesserungen in der Flora und den Horae phy- 
sicae berolinenses, 29. 

Verein zur Beförderung nalurwissenschaftlicher Rei- 


sen. 79. 
Welden v., Püanzentausch ‚beireifend, 17i 


I1O 


IV. Aufsätze: 


Beinert, über Verschiedenheit der Gattungen Se- 
dum nnd Sempervivum. 1123. 

Fürnrohr, A: E,, über die Begriffe von Gattung, 
Art ünd Abart in der Botanik. 369. 

Hoppe, Betrachtung über die Witterung des Jahrs 
1821 und ihren Einflufs auf die Vegeration, 195. 

Kaulfufs, Bemerkungen über Targionia. 337. 

Kaulfußs, über die Entwikelung der Wedel der 
Ophinglosseen, 97: j 

Meyer, über Genesis und Metamorphose der Spi- 
zalgefälse. 1, ı7. 

'Nees v. Esenbeck , Beiträge zur Characteristik der 
Flora von. Bonn.. 177.. 

Reichenbach, Beiträge zur Flora dresdensis. 289. 305. 

Reichenbach und Schubert, über Entwiklung: von 
Eduisetum. 353. 

Schrank, über das Geschlecht der Pflanzen. Ag. 65. 

Schultes, über botanische Gärten in Sachsen und. 
Preulsen, 129. ı45. 

Sieber, neue und seltene Gewächse. 241. 

Sternberg v., über die Wichtigkeit eines Einver- 
ständnilses zwischen den Botanikern, bei Bear- 
beitung neuer Herbarien, 23. 

Sternberg, über Plumier's Gattung Zanonia, 161. 

Uechtritz, M. D. Botanische Bemerkungen, 273. 

Wenderoth, zur Beherzigung beim Eintritt des 
Frühlings. 193. 


B V. Auszüge. 
Skizze einer einfachen Beilie, zur Anordnung der 
natürlichen Pflanzenfamilien. 215. . l 


Williams, Blüthen - Kalender von Deerfield, in 
Nordamerika, 209, j 


VI. Beantwortungen, 
Carex gracilis, Mönch betreffend, 97. 
Haselnufsholz, türkisches ist Corylus Colurna. 45. 
Herbarium, das Römerische, betreffend. 46, 


A en m er rn 


ıı1 


VIL Befördernngen, Belohnungen und Eh- 
xenbezeigungen. 


Dietrich, Dr, , in Eisenach betreffend. 06. 
Eysenhart, Dr. betreffend. ı6o. 
Langsdorf, Staatsrath von, betreffend. ı12, 


VIII Bemerkungen und Berichtigungen. 


Aconita, über oultivierte. 96. ° 

Arabis, Arten die zu Deutschl. Flora gehören, 286; 
Aufbewahrung getrokneter Pflanzen betreff. 128, 
Cruciferen, über einige, in Candolle Systema, 158. 
Erweiterung: botanischer Gärten. 304, 

Hopea und Hoppea betreffend. 206, 


IX. Briefstellen, kürzere. 


Namen - und Ortsverzeichnißs, von allen der Bo- 
tanik Beflilsenen, wäre zu wünschen. — Trat- 
tinik Conservatorium beirefi — Zusammen. 
siellang aller erschienenen Monographien in 
der Flora wäre interessant. 382. 

Siebers Reisen betreffend. 63. 


X. Correspondenz, 


Hornschuch, Blühezeit der Frühlingspflanzen, 78.: 

Kuhl, Schreiben aus Java. 202. 

L«hmann, über Potentillen. 117. - \ 

Märklin, getrocknete Sammlung von Asterii beiref- 

“ Tend, ı6%. \ 

Nees v, Esenbeck, Zergliederung männlicher Blü- 
then von Spagnum capillifolium, 33. 

Reichenbach, über Myosotis., 76. 

Schreiben aus Salzburg vom 5. Mai 1822, Die dor- 
tige Flora betreff. — Dort anwesende junge 
Pharmaceuten. — Boron v. Welden, Nach- 
sichten aus Mailand. — Trattinik’s species 
plantar. in einzelnen Monographien und abge- 
sonderten Blättern. — Laurer findet Cineli- 
dium stygium bei Salzburg. 343. 

Siebers Reisen betreffend. 248. 

Weinmann, über Schwänme und über Pflanzenkul- 
tar in Rufeland, a2yı 296. mi mi‘ 


« 


ia 


un 


re XL.-Cüriosa 0." 
Alte und neue Zeit: ‚übten‘ die Frage, was ist Bo- 
tanık. 224. ur 
Correa betreffend. a 
Werke deutscher Botaniker fehlerhaft, angezeigt, „in 
Decandolle’s Supplementum biblioth, bot. 383. 


xiL Lesefrüchte, 


Befruchtung der. Palmen in Palästina etc. 303. 

Keimen und Polarrightung der Planzen. 

Leuchten, das, von, Polyantlıes tuberosa. 4%, 

Schelver’s Lebens- ‚und Formgeschichte _ der Pflan- 
zenwelt. Stellen daraus, 380, 

Wenderoth’s und Poirets Schriften, über dieselben. 
‚ Aus der Isis v. Oken. 95. 


Bi Literatur und neue Schriften,! 

Gartenbücher, neue Englische. 350, 

Lessert, de, Icones, seleotae quas in system. univer- 
sali ex herbariis parisiensibas, praes. ex Les- 
serliano descripsit Decand, fol. Vol. prim. 283, 

Raddi, Jos. kleine Schriften. über botan. Gegen- 

stände aus Brasilien. 357. 

Sehriften, neue. 31. 32, 110.,208. 

Transactions of the Horlieultural Society of Lon- 
don. Vol. il, 37, 

Uebersicht der neuesten französischen Literatur. 
‚Beilage ı. 


XIV, Notizen, botanische. 


Bedeutung der Gattungsnamen überhaupt und über 
Acrostichum insbesondere. 27. 

Beiträge zur Pilanzengeographie. 124. f 

Botaniker und botan. Anstalten in Pesth. 235. 

Carl, Entdeckung von, Lyihrum nummulariaefo- 
lium in Mähren, 192. . 

Frühlingsblumen. a01, 

Gewächse, blühende, zu Ausgang des Jahrs 1821. 121, 

Herbarium Norae germanicae, 16. 

Hoppe, Rede in der Silzung der botan. Gesell- 
schaft. 168, 


118 


Hornschuch, botanische Nachrichten ais England 
und Schottland, _ 

Lysimachia paludosa, in Westphalen 'eutdeckt, 192. 

Märklin, Aufbewahrung der Gewächse, gegen Ver- 
heerung von Insekten. .a51.: 

Oken, Pflanzensystem, 8g. 

Ornitbogalum Haynii, ‚gemein im nördl, Deutsch- 
land. 192. 

Öscillatoria, eine vermuthliche neue Art dewselben 
beireffend. 125. 

Schimmel, über den’ im thierischen Körper. 123, 

Schrank, v,, über den Reisbau, &ı. . 2 

Sicher, "Bemerkungen über Genchrus frutescens, 
Eryugium trifolium und Campanula pelvifor- 
mis, ı%. 

Werke, ausländische naturhistorische betreff, 124. 


XV. nn 


Fries aystema mycologicum. Beil. 

Lehmanni, icones et descriptiones Aoraram et mi- 
nus cognitarum stirpium. Beil. 103. 

Lehmanni, monographia g generis Potentillarum. Bei- 
lage, 57. 

Lindley, collectanea botanica. ‚Beil, 66, 

Link et Otto, ‚Abbildung auserlesener Gewächse 
des botan. Gartens zu Berlin. &. Heft 225.- 
Rhode, Beiträge zur Pfllanzenkunde der Vorwelt, 330, 

Rochel, naturhistorische Miseellen, 334. _ 

Schweigger, de plantarum classificatione naturali 
commentalio. Beil. 97. 

Sternberg, Gr. v., Versuch einer geognostisch- bo- 
tanischen Darstellung der Flora der Vor- 
well. 322, 

Wenderoth, Lehrbuch der Botanik. 82. 


XVI. Pflanzenverzeichnilse 


Dobler, Verzeichnifs der seltenen um Augsburg 


wachsenden Pflanzen, 314. 


Nee v. Esenbeck, Verzeichnils der seltenen bei 


Bonn wachsenden: Pflänzem - 21... 2 


114 


Opiz, Nachtrag. zu Preis] Flora cechica. 266. 
Welden, v.,*Pllauzen um Genua. 263, 
: Welden. v., Pflanzen vom monte Rosa. 265, 


xXVIL, Reiseberichte und reisende 
-.. Botaniker 


' Sadler, Dr, Jos. in Pesth. 286. 
Welden, v., botanische Reisen in Italien. 258. 


XV Todesfälle 
Heyne, Dr. Benjamin. 292. 
Kulil, D, Heinr. 206. 238, 
Schweigger, Professor. 30. 


XXL Vorschlag. 


Aufstellung einiger neuen Moos - Gattungen betref- 
fend. 270. 


XX. Verzeichnifs der Schriftsteller. 


Beilschmid 209, Beinert 113, Dobler 314. Flör-. 
‚ke 368. Fürnrohr 369. Hoppe ı7&,, ı95.. 
Hornschuch 78. Kauliuls 97, 337. Kuhl 202. 
Lehmann 117. Märklin 16%, 251. Meyer ı, 17. 
Nees v; Esenbech 33, 60, .ı77. Opiz 266. Rad- 

. di 357, Reichenbach 76, 289, 305, 354, 367. 
Schrank 354, 367. Schultes 64, ı29, 145, 231. 
‘Sieber ı4, 241. Sternberg 23, ‘161. Uechtriz 
273. Weinmann 227,298. Welden 25g. Wen- 
‘ deroth 94, 198, oo . 


XXL, Vorzüglichere Pflanzennamen. 


Aerostichum 27. Allium eircinnatum 242. — To- 
seum — vineale 366. Alopecurus nigricans 300. 
paludosus 312. Alyssum minimum 297. Anda 
brasiliensis 362,°° Annona dolabri petala 360. 
Arabis 286, ciliaeis 276. Arbutus Androchne 
247. Arenaria alsinoides 365, Aram strepsice- 
xos 245. Arundo airaeformis 365. Asperula 
Tournefortiana 248. Atriplex campestris 311, 
miecresperma 310. Avena villosa 366. 


115 


Barbarea acunata 296. vulgaris 297. Begoniae 262 
— 263. Bertolonia 353. Blitum capitatum 275. 
Botrichiam Lunaria 101. Brassica” cheirantli- 
flora 180, Bromelia fastuosa. Beilage 68. 


Cactus pseudocochinillifer 366.  salicornioides 225. 
Camelina austriaca 297. Campanula ellipticd 232. 
pelviformis 14, Canna coceinea 363. Carices 
301. 302. Carex gracilis 95. Cassia biglanda- 
losa 364. pentandra 361, Catappa brasiliensis 
362. Centaurea nigrescens 179. Cenchris fru- 
tescens 14.  Chenopodinm‘ acutifolium, 'glome» 
ratum 310. opulifoliami ‘309.' 'Cheirantlüs iri- 
stis ıör. Chrysauthemum' heterophylium: 276, 
leucanthemum — sylvestre — montanum — 
Smithii ıgı. Cinchona glabra Buiz 366. - Cin- 
clidium stygium 349. ‚Clinopodium plumosum 
242. Cotobioum-pusillum ‘248, Columbea'an- 
gustifolia 365. Corispermum squarrosum 275. 
Correa 94. Corylus Colurna 45, Courataria 
estrellensis 561. Grocus 346, “ Cyperus nervo- 
sus 364, . Cytisus ramenfaceus 242. no 
Dapbne brasiliens. 559. Delphiniam velutinum: 366. 
-  Diospyros Apeibacarpos 560. Doronicum orien- 
tale 276. Draba hirta 276, - 
Echinospermum Lappula 306. Epilobium lanceola 
tum 305. Equisetum 353. : Erynium microce- 
pbalum ı4ı. trifolium ı4. Erysimun chei- 
ranthoides — Jacquiniannm — virgatun 296. 
.. Fedia auriculata 305, dasycarpa 306. tncinata 275. 
“ Gonolobus tloccosus 366, Gouaniae 360, 
Heliconia farinosa 360. Heliotropium chenipodioi- 
‘des 276, Hibiscus abuliloides — pernambu- 
censis 3566. Hieracinım auricula — Baulini — 
collinum 187, 'cymosum ıödg. dubium 187. 
echioides 189, fallax, piloselloides, praeallum 
188. stoloniferum ı89. 
Leandrae 358, 
Machärium aculeatum 361. Macroceralides pseu- 
.... dostifuolium 360, Malva anomala 225. Ma- 
nulea angüstilolia, tomentusse 426, Mathiola 


& 


116 


varia ıög. Mathisonia paniculata.559. May- 

"nd brasiliens 562: Musa sapientum, - 366. 
Myosotis 307. ; - 

Nasturtinm anceps 295. 

Opbioglosseen 97. Ophioglossum vulgatnm 101. 

Orchis globosa 311. Lindackeri 243. Oscillato- 
ria 125. Oxalis corniculata, frulicosa, hedy- 

. sarifolia 562. mandivana, primulaefolia 361. 
Panicum coundensatum,. loliaceum 364. , falca- 
. tum 368. .Parietaria Judaica 234. Pelargo- 
ainm scutatum 226. Phlomis microphylla 244. 

' Phyteuma Jacguini 247. Pilea muscosa, Bei- 
lage 71. Polyanthes gracilis 226. tuberosa 44, 
Polygonum viviparum 300, Potentilla .canes- 
cens 293. narvegica 294. rupestxis 230. Pieros- 
pora Andromedea Beil. 72; " | 

Raddia 364. brasiliensis 365. Ranunculus illyri- 
cus 291. nemorosus 292. yparnassifolius 200, 
pyrenaeus 200. Tepens 292, Slevenil 292. Re- 
haulina maderensis 365. Rhaphiolepis ruhra 
Beil. 69. Rhexiae 559g. Rosae 185. 268. 274. 

.. albillora 268, cosiacea, glaucifolia, lanceolata, 
pilosa, pilosiuscula 268, Rumex nemorosus 232, 
Rynchospora pilulifera 364. 

Salix. Weinmanniana 228. Salvia clandestina 366, 
Schinus terebinthifolius 361. Schnellae 363. 
Scirpus latifolius 364. Scedum ı3. Sempervi- 

: vum 13. 200. Solanum Gilo 363, Soldanella 
346. Sphaerococeus helminthochortos 110, 
Spagnum capillifolium 35. Swarzial 361. 

Yargionia 337. Thelephora pavonia 365, Trizeuxis. 

. Jalcata Beil, 68. Trollius asiaficus 227. 

Valeriana montana 366, pubescens 300, Veronica 

‚ Buxbaumii 307. opaca, polita 30g. spicata 275. 
‚versicolor 308, Viola alpina 366. silvestris 252, 

Zannichellia palusiris 312.